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Full text of "Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien"

ANNALEN 



DES 



K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS. 



REDIGIERT 
VON 



D'^- FRANZ STEINDACHNER. 



XXX. BAND — 1916. 



(MIT 8 TAFELN UND 7 ABBILDUNGEN IM TEXTE.) 




WIEN 1916. 



ALFRED HOLDER 

K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER 
BÜCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN 



Druck von ADOLF HOLZHAUSEIS in Wien 

K. UND K. HOP- UND UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKER 



INHALT. 



Seite 

Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch -Kongo. Von 

Kustos F. Siebenrock. (Mit 2 Abbildungen im Texte und Taf. I und IJi i 

Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Samm- 
lungen. Zusammengestellt von Dr. K. v. Keißler und Dr. K. Rechinger i3 

Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. Von 

J. Steiner 24 

Coleopteren aus Zentralafrika. V. Cassidinae. Bearbeitet von Dr. Franz 

Spaeth 40 

Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. Von E. Kittl f. Nach dem Tode 
des Verfassers herausgegeben und mit einigen Anmerkungen und einer 
Tafel versehen von E. Spengler. (Mit Taf. III) 51 

Orchidaceae Novae. Von Prof. Dr. Fr. Kränzlin 55 

Die Lepidopterenfauna Kretas. Von Prof. Dr. H. Rebel. (Mit 5 Abbildungen 

im Texte und Taf. IV) 66 

Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums 

in Wien. II. Von Dr. H. Zerny. (Mit Taf. V) 173 

Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» editae a Museo Palatino Vindobonensi. 

Centuria XXIV. Von Dr. A. Zahlbruckner 197 

Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? Von Dr. Otto Pesta. (Mit 

Taf. VI) 226 

Coleopteren aus Zentralafrika. VI. Cerambj-cidae. Bearbeitet von E. Hintz . 23o 
Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. Von Dr. Moriz Sassi. (^11. Teil.) (Mit Taf. VII 

und VIII) 239 



Notizen. — Jahresbericht für 1915 i 



Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition R. Grauer nach Zentralafril(a, 

Dezember 1909 bis Februar 1911. 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet 
und von Belgisch-Kongo. 

Von 

Kustos F. Siebenrock. 

Mit 2 Abbildungen im Texte und 2 Tafeln (Nr. I und II). 



Uie Schildkröten, welche Herr R. Grauer auf seiner Reise nach ßelgisch- 
Kongo gesammelt hat, gehören zu zwei Gattungen, und zwar zu Cinixys Bell und 
zu Sternothaerus Bell. Sie stammen aus dem nördlichen Seengebiet und dem 
westlich davon gelegenen Urwald bei Beni. Alle fünf hier besprochenen Arten 
kommen auch in Westafrika vor und sie liefern somit den unwiderleglichen Beweis, 
daß die strenge Unterscheidung einer west- und ostafrikanischen Schildkrötenfauna, 
wie sie früher allgemein angenommen wurde, undurchführbar sei. 

Sternfeld, Wiss. Ergebn, Deutsch. Zentral-Afrika-Exp. 1907 — igo8, Vol. 4, 
Zool. 2, 19 12, p. 198, wies bereits darauf hin, daß Citiixys homeana Bell, eine 
westafrikanische Form, auch im Seengebiet gefunden wurde. Allein nicht nur diese 
Art, sondern auch C. erosa Schw. und Sternothaerus gabonensis A. Dum., welch 
letztere Art erst in gezählten Exemplaren von Westafrika bekannt ist, dringt so weit 
nach Osten vor, wie im nachfolgenden gezeigt werden soll. 

Bei diesem Anlaß möchte ich die Gelegenheit benützen, auf Niedens, Mitt. 
zool. Mus. Berlin, Vol. 7, 19 13, p. 55, Erörterungen über die Sternothaej'us-Fragc, 
auch meine Ansicht noch einmal zu äußern. Denn die Auffindung eines Exem- 
plares von St. derbianus Gray im Albert-Eduard-See hat meine Beurteilung der 
Nigricatis-Gvuppe wesentlich geändert. 

Gattung Cinixys Bell. 

Ci)iixrs Boulenger, Cat. 1889, p. 140. 
- — Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 508. 
— Masi L., Boll. Soc. zool. Italiana (2), Vol. 12, 1911, p. 35. 

Eine größere Anzahl Schalen von Cinixys erosa Schw. aus Sangmelima, Süd- 
kamerun, die Herr Intendant Hofrat Steindachner für das Museum erworben 
hatte, ermöglichte mir, eingehendere Studien über die Beweglichkeit des Hinterteiles 
der Rückenschale bei dieser Gattung anzustellen. Diese Versuche mögen als eine 
Ergänzung des schon einmal von mir in diesen «Annalen», Vol. 22, 1907, p. 2, be- 
handelten Themas dienen. 

Die Beweglichkeit der Rückenschale im hinteren Abschnitte bei der Gattung 
Cinixys Bell steht unter den Schildkröten ganz vereinzelt da, denn sonst ist immer 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofniuseums, lid. XXX, 1910. 1 



Fiff.ia 




Fig. I. C\mxy& erosa Schw. Vordere und hintere Hälfte der Rückenschale von innen; 

der 4. — 6. Rückenwirbel separat (Ys nat. Gr.). 

a. Cjelenksfläche auf der 5. Costalplatte. jm—8m. 7.-8. Marginalplatte. 

ar. Bogen des i.— 6. Rückenwirbels. ^v. 3. Vertebralschild. 

/). üelenksfläche auf der 8. Marginalplatte. I—VI. 1.— 6. Neurale. 

c » am Vorderrande der 5. Costalplatte. IVi>.— VIIv.^.—y Rückenwirbel. 

'- » » Hinteirande des 4. Neurale. Vv. an. Vorderende des 5. Rückenwirbels. 

-5c. i.—r. Costalplatte. VV. p. Hinterende » 5. » 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. 



der Hinterlappen des Plastrons mit dieser Einrichtung zum Sciiutze des Tieres, 
respektive seiner hinteren Gliedmaßen versehen. Warum die Natur hier eine Aus- 
nahme gemacht hat, muß vorläufig noch eine ungelöste Frage bleiben. Daß diese 
interessante Erscheinung nur einen sekundären Charakter haben kann, geht daraus 
hervor, weil sie bei jugendlichen Individuen noch nicht vorhanden ist, sondern erst 
im späteren Alter auftritt. Sie entwickelt sich, wie von mir 1. c. bereits hervor- 
gehoben wurde, nicht plötzlich, sondern nach und nach, so daß sie zur Zeit der 
Geschlechtsreife ihre volle Ausbildung erlangt 
hat. Dann spielt diese Beweglichkeit eine 
wichtige Rolle, denn auf ihr basiert nicht nur 
die Möglichkeit einer Kopulation, sondern auch 
die Eiablage bei den Weibchen. Denn ge- 
rade bei diesen ist die hintere Schalenöffnung 
so klein, daß nicht einmal die Immissio penis, 
geschweige denn die Eiablage möglich wäre. 
Besonders aber für das letztere Geschäft ist 
eine geräumige Austrittsstelle sehr wichtig, 
weil die Eier bei dieser Gattung sehr groß sind. 
In meiner bereits zitierten Arbeit wird 
hervorgehoben, daß die Beweglichkeit des 
Hinterteiles der Rückenschale zwischen dem 
siebenten und achten Marginale beginnt. Hier 
verschwindet zuerst die Zackennaht und an 
ihrer Stelle bildet sich eine sogenannte 
Schuppennaht, indem sich die gegenüber- 
liegenden Ränder dachziegelförmig decken. 
Diese sind anfangs schmal, sie werden aber 
mit der Wachstumszunahme der Rückenschale 
immer breiter, so daß sie bei erwachsenen 
Tieren ansehnliche Flächen bilden, an deren 
Zustandekommen dann auch das äußere Ende 
der fünften Costalplatten noch teilnimmt 
(Fig I, a. und b.). Sie sind rauh und mit 
Knorpel überzogen, der die Beweglichkeit Flg. 2. 0'«/.v>'s er oxa Seh w. Rücken Wirbelsäule, 
dieser Teile wesentlich fördert. Mit der Ent- ("'/s nat- ^r.) 

stehung dieses Gelenkes bildet sich gleich- '■ ZwischemvirbeLscheiben. 

. . "". /^ n t "'■ — ^^' '• — ^' Rückenwirbel. 

zeitig eme derbe Faserhaut an der Oberfläche i.—vi. i— 6. Neurale. 

zwischen dem siebenten und achten Mar- 

ginalschilde, damit die Beweglichkeit an dieser Stelle nicht gehindert wird. In gleicher 
Weise bildet sich eine Schuppennaht zwischen den vierten und fünften Costal- 
plattenpaaren (Fig. i, c.) und zuletzt auch eine solche zwischen dem vierten und 
fünften Neurale (Fig. i, d.). Diese Schuppennähte, die die beiden Schalenhälften 
miteinander verbinden, haben nicht die gleiche Anordnung in ihrer ganzen Aus- 
dehnung, denn beim mittleren oder Neuralgelenk deckt der Hinterrand des vierten 
Neurale (Fig. i, d.) den Vorderrand des fünften, bei den seitlichen Gelenken zwischen 
den Costalplatten und den Marginalia dagegen ist das. Umgekehrte der Fall (Fig. i, 
a., b. und c); hier deckt der Vorderrand der fünften Costalplatte, beziehungsweise 
des achten Marginale den Hinterrand der vorhergehenden Knochenplatten. Dadurch 




^..r.vyvv-v'- 



Kustos F. Siebenrock. 



wird eine größere Sicherheit der Bewegung erzielt. Die darüber gelagerten Horn- 
platten, und zwar das dritte Vertebrale (Fig. i, 5 2'.), das das Neuralgelenk allein 
bedeckt, sowie seitlich das zweite und dritte Costale, das mit dem Costalplatten- 
gelenk zusammenfällt, geben vermöge ihrer dünnen Struktur der Beweglichkeit der 
Knochenschale von selbst nach. Außerdem sind zwischen den genannten Schild- 
rändern noch schmale Hautstreifen eingelagert, die ebenfalls zur Beweglichkeit 
beitragen. 

Nun fragt es sich, auf welche Weise die Bewegung der Rückenwirbelsäule 
ermöglicht wird. Der 2.-8. Rückenwirbel besteht aus zwei Elementen, einem 
Wirbelbogen (Fig. i, ar.I — ar. V.), der durch den Processus spinosus mit dem Neurale 
verwachsen ist, und dem Wirbelkörper. Dieser liegt immer zwischen zwei aufeinander- 
folgenden Bogen, so z. B. der fünfte Wirbelkörper (Fig. i a, Vv.) zwischen dem vierten 
und fünften W^irbelbogen (Fig. i, ar. IV. und ar. F.), und zwar ist er mit diesen 
durch Nähte unbeweglich verbunden. Die Wirbelbogen berühren sich nicht; sondern 
sie bleiben an der Stelle, wo die Quernähte der Neuralia liegen, getrennt. Somit 
können auch die Wirbel selbst eine Bewegung nicht auslösen, wohl ist aber eine 
solche zwischen den aufeinanderfolgenden Wirbelkörpern möglich, wenn das ein- 
gelagerte elastische Material hinreicht, eine Verschiebung derselben zuzulassen. Der 
Körper des fünften Rückenwirbels (Fig. 2, 5 v.) besitzt nämlich an seinen beiden 
Enden ungewöhnlich dicke Zwischfenwirbelscheiben (/.), die bei allen übrigen Schild- 
kröten fehlen, zur Verbindung mit den Nachbarwirbeln, durch die er nicht un- 
beträchtlich von diesen entfernt und wieder genähert werden kann, wenn die Rücken- 
schale im Neuralgelenk (zwischen dem vierten und fünften Neurale) bewegt wird. 
Dieser Hebelbewegung entsprechend hat der fünfte Wirbelkörper (Fig. i a, Vv.) eigen- 
tümlich geformte Enden, die diesen Bewegungsmodus mit den Körpern der Nachbar- 
wirbel besonders begünstigen. Sein vorderes abgerundetes Ende (Fig. i a, Vv. an.) 
verbindet sich mit dem halbmondförmigen hinteren des vierten Wirbelkörpers und 
sein hinteres halbmondförmiges Ende (Fig. i a, Vv. p.) mit dem abgerundeten vor- 
deren des sechsten. 

Diese Zwischenwirbelbewegung, die bei der Gattung Cinixys Bell unter allen 
Schildkröten wohl einzig dasteht, ist bei manchen Individuen auch auf den dritten 
oder sogar auf den zweiten Rückenwirbel ausgedehnt (Fig. 2) und erhöht dadurch 
die Beweglichkeit der Rückenschale ganz bedeutend. In den meisten Fällen erstreckt 
sich aber diese interessante Einrichtungsweise bloß auf den vierten bis sechsten 
Rückenwirbel. 

I. Cinixys erosa Schw. 

Cinixys erosa Boulenger, Cat. 1889, p. 14 1- 

— Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 509. 

— Nieden, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 19 10, p. 4, Fig. 6, 

II Exemplare aus dem Urwald bei Beni, westlich von Mt. Ruwenzori, Ost- 
afrika. 

Rückenschale des größten Exemplares, d', i83 mm lang, 114 mm breit, 73 mm 
hoch; diese Maße verhalten sich beim kleinsten Exemplare wie 48 : 48 : 19. 

Das erste und fünfte Vertebrale springt in der Mitte beim Männchen viel 
mehr tuberkelartig vor als bei ebenso großen Weibchen desselben Fundortes. Höchst 
wahrscheinlich dürfte es sich hier um einen sekundären Geschlechtsunterschied 
handeln. 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. 



Bei einer Schale von Sangmelima, Südkamerun, die zu dieser Art geliört, ist 
ein Nuchale vorhanden, aber bloß auf der Unterseite des Vorderrandes entwickelt. 
Es bildet ein langes, schmales Blättchen, das das erste Marginalpaar vollkommen 
trennt und vorn sogar etwas überragt, oben stoßen jedoch die Marginalia so wie 
bei den normalen Schalen knapp aneinander. Diese Tatsache spricht neuerdings 
für meine Annahme, daß C. erosa Schw. von C. homeana Bell phylogenetisch ab- 
zuleiten ist. Die beiden Arten besitzen nicht nur im Habitus und in der Färbung 
eine große Ahnlickkeit, sondern sie haben auch die gleiche geographische Ver- 
breitung. 

C. erosa Schw. wird von den drei bis jetzt bekannten Cinixys- Arten am 
größten. Das Museum besitzt ein Exemplar aus Jaunde, Deutsch-Kamerun (cf. Sieben- 
rock, diese «Annalen», Vol. 22, 1907, p. 4) mit einer Schalenlänge von 270 mm, 
während sie bei den zwei anderen Arten 200 mm kaum überschreiten dürfte. 

2. Cinixys homeana Bell. 

Cinixrs homeana Boulenger, Cat., 1889, p. 143. 

— Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 190g, p. 510. 

— Müller L., Abh. Bayer. Ak. Wiss. München, 2. Kl., Vol. 24 (3), 19 10, p. 622. 

— Nieden, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 1910, p. 5, Fig. 7. 

— Masi L., Boll. Soc. zool. Italiana (2), Vol. 12, 1911, p. 35- 

— Sternfeld, Wiss. Ergebn. Deutsch. Zentral-Afrika-Exped. 1907 — 1908, Vol. 4, Zool. 2, Rept. 1912, 
p. 200. 

Ein junges Exemplar vom Nordwestufer des Tanganjika-Sees. 

Rückenschale 56 mm lang, 51 mm breit und 25 mm hoch. 

Diese Art war sowie C. erosa Schw. bisher nur von Westafrika bekannt. Das 
Vorkommen von C. honieana Bell in Ostafrika wurde zuerst von Sternfeld, 1. c, 
nachgewiesen. Sternfeld führt von dort zwei Exemplare an, ein halberwachsenes 
Tier ohne genaueren Fundort und den Kopf samt Gliedmaßen eines sehr großen 
Exemplares von Mavambi. Bei letzterem ließ es Sternfeld unentschieden, ob die 
angeführten Körperteile zu C. homeana Bell oder zu C. erosa Schw. gehören. Nach 
meinen Erfahrungen wären aber die beiden Arten speziell an der Beschuppung der 
Vordergliedmaßen nicht unschwer zu unterscheiden. Die Schuppen an der Vorder- 
fläche des Vorarmes sind nämlich bei G. erosa Schw. unter dem Kniegelenk sehr 
groß, breit und stachelig vorspringend, bei C, homeana Bell viel kleiner und flach, 
höchstens vereinzelte größere Schuppen liegen unter den kleinen eingestreut. 

C. homeana Bell wurde bereits auch in Britisch-Ostafrika beobachtet, wie aus 
einem Exemplar hervorgeht, das ich 1912 für das Museum in Wiesbaden bestimmt 
hatte. Ich äußerte damals Herrn Kustos Lampe meine Bedenken wegen des Fund- 
ortes. Daraufhin erhielt ich von Herrn Lampe eine Postkarte mit der Mitteilung 
einer Missionärin, daß sie selbst bewußtes Exemplar in der Nähe von Kiu, Ukamba- 
Distrikt in Britisch-Ostafrika, gefangen hatte. Somit ist das Vorkommen aller drei 
Arten der Gattung Cinixys Bell in Ostafrika mit Sicherheit nachgewiesen. 

3. Cinixys belliana Gray. 

Cinixys belliana Boulenger, Cat., 1889, p. 143 und Ann. Mus. civ. Genova (3), Vol. 5, 191 1, p. 162. 

— Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, P- StO- 

— Chubb E. C, Proc. zool. Soc. London, 1909, p. 592. 



Kustos F. Siebenrock. 



Cinixys belliana Roux J., Rev. Suisse Zool., Vol. i8, 1910, p. 100. 

— Müller L., Abb. Bayer. Akad. Wiss. München, 2. Kl., Vol. 24 (3), iqio, p. 622. 

— Nieden, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 1910, p. 4 und Mitt. zool. xMus. Berlin, Vol. 7, igiS, p. 54. 

— Meek, Field Mus. Nat. Hist. Publ., Vol. 7, Nr. il, 19 10, p. 4I4- 

— Sternfeld, Wiss. Ergebn. Deutsch. Zentral-Afrika-Exped. 1907— 1908, Vol. 4, Zool. 2, Rept. igiS, 
p. 200. 

— Werner, Mitt. Naturh. Mus. Hamburg, Vol. 3o, 191 3, p. 40. 

— Boeitger, Voeltzkow: Reise in Ostafrika in den Jahren i9o3— 1905, Vol. 3, 1913, p. 345. 

Zwei Exemplare vom Nordwestufer des Tanganjika-Sees. 

Rückenschale des größten Exemplares, cT, i63 mm lang, 98 mm breit und 
61 mm hoch; diese Maße verhalten sich beim kleineren Exemplare wie 117 : 84 148. 

Rückenschale lang und schmal, beiderseits in der Mitte eingebuchtet, hinten 
nicht höher als vorn. Die vierten Costalia auffallend breiter als die dritten und 
ebenso lang wie diese. Plastron beim Männchen nur wenig konkav, hinten schwach 
ausgeschnitten. Abdominale Mittelnaht 3^4^31 so lang als die pektorale; die anale 
unbedeutend länger als die gulare. 

Sehr interessant ist die helle Färbung der Rückenschale bei diesen zwei Exem- 
plaren, denn die einzelnen Schilder haben hellbraune Areolen und breite grünlich- 
gelbe Ränder, die nur spärlich mit kleinen braunen Flecken besät sind. Plastron 
ebenfalls grünlichgelb gefärbt, auf jedem Schilde ein mehr oder weniger deutlicher 
brauner Ring; nur die Gularia bleiben ungefleckt. Das Ungewöhnliche dieser Fär- 
bung liegt in dem hellen Ton des Braun und in den breiten gelben Rändern, die 
die Areolen umsäumen. In der Regel sind die Areolen bloß in der Mitte schwarz 
und am Rande gelb gefärbt und diese werden von breiten schwarzen Rändern um- 
geben, die von gelben Radien durchfurcht sind. Zuweilen kommen bei dieser Art 
auch einfarbige, fleckenlose Schalen vor. Rüppel, Mus. Senckenberg, Vol. 3, 1845, 
p. 226, Tab. 16, beschreibt ein solches Exemplar unter dem Namen Kinixjs 
schoensis. 

Eine Schale, die das Museum von Ph. v. Oberländer aus Britisch-Ostafrika 
erhielt, ist intensiv strohgelb gefärbt und besitzt bloß an einigen Schildrändern 
einzelne schwarze Flecke. Diese Schale scheint den Übergang zu den einfarbigen 
Formen zu bilden. 

Gattung Sternothaerus Bell. 
4. Sternothaerus nigricans Donnd. 

Steuothaerus nigricans Boulenger, Cat. 1889, p. 195 und Trans. Linn. Soc. London, Vol. 12, 1909, 

P. 295- 
--- Chubb E. C, Proc. zool. Soc, London, 1909, p. 592. 

— Andersson L. G., Arkiv Zool. Svenska, Vetensk. Akad., Vol. 7, Nr. 7, 191 1, p. 11. 

— Sternfeld u. Nieden, Mitt. zool. Mus. Berlin, Vol. 5, 191 1, p. 385. 

— Nieden, ebendas., Vol. 7, I9r3, p. 59. 

Sternothaerus nigricans nigricans Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 558. 

— Boettger, Voeltzkow: Reise in Ostafrika in den Jahren 1 903 — 1905, Vol. 3, 191 3, p. 3i3, 3 19. 
Sternothaerus nigricans castaneus Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 557. 

— Sternfeld, Wiss. Ergebn. Deutsch. Zentral-Afrika-Exped. 1907 — 1908, Vol. 4, ZooL 2, Rept. I9i3, 
p. 201. 

— Boettger, Voeltzkow: Reise in Ostafrika in den Jahren 190 3— 1905, Vol. 3, 191 3, p. 3i3, 3 18. 
Sternothaerus nigricans seychellensi^ Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 558 und 

Zool. Anz., Vol. 34, 1909, p. 559, Fig. 1 und 2. 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und aus Belgisch-Kongo. 7 

Sternothaeriis subnigerYz\\\^n\. et Grandidier, Hist. Nat. Madagascar, Vol. 17, 1, 1910, p. 57, Tab. 18—19 

und Tab. 19A, Fig. i. 
Sternothaerus castaneits Vaillant et Grandidier, ebendas., p. 59, Tab. 18 — 19 u. Tab 19A, Fig. 2. 
Sternothaeriis derbianiis Boulenger, Cat. 1889, p. 195 und Ann. Mus. civ. Genova (3), Vol. 45, 191 1, 

p. 162. 

— Siebenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 559. 

— Nieden, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 1910, p. 7, Fig. l3. 

Zwei Exetiiplare, cf und 5, vom Albert Eduard-See. 

Rückenschale des Männchens 148 mm lang, io3 mm breit und 50 mm hoch; 
diese Maße verhalten sich beim Weibchen wie 140 : 99 : 56. 

Rückenschale oblong, mäßig gewölbt, vorn unbedeutend schmäler als hinten; 
Hinterrand etwas ausgedehnt und abgerundet. Zweites und drittes Vertebrale beim 
Männchen ebenso lang wie breit, beim Weibchen unbedeutend breiter als lang; 
vordere Seitenkanten des zweiten Vertebrale ebenso lang wie die hinteren. Vorder- 
lappen des Plastrons gut beweglich; abdominale Mittelnaht länger als die humerale 
und kürzer als der Vorderlappen; äußerer Pektoralrand kürzer als der humerale, 
beim Männchen länger, beim Weibchen ebenso lang als die humerale Mittelnaht; 
femoro-abdominale Naht schwach bogenförmig nach hinten gewendet; Seitenkanten 
des Hinterlappens vorn deutlich eingeschnürt, in der Mitte gekrümrat. Kopf ziem- 
lich groß, breit; Schnauze sehr kurz; Oberkiefer in der Mitte seicht ausgeschnitten, 
der biskuspide Charakter kaum angedeutet. Interorbitalraum geringer als die Länge 
der frontalen Mittelnaht; die Naht zwischen dem Parietal- und Interparietalschilde 
kürzer als der hinter ihr liegende trianguläre Raum, welcher mit ungleich großen 
Schuppen bedeckt ist. Schuppen auf der Vorderfläche des Vorarmes ungleich groß. 

Rückenschale beim Männchen dunkelbraun mit lichten Stellen an der lateralen 
Hälfte der Costalia; beim Weibchen ist die Rückenschale überhaupt olivenbraun ge- 
färbt. Plastron gelb und am Rande schwarz gefärbt. Beim Weibchen ist die 
schwarze Umrandung etwas schwächer als beim Männchen ausgebildet. Kopf oben 
dunkelbraun und sehr reich, fein gelb vermikuliert. Die beiden Kiefer gelb mit 
braunen vertikalen Linien. 

Vergleicht man die Beschreibung dieser zwei Exemplare mit derjenigen von 
St. derbianus Gray, wie sie allgemein gang und gäbe ist, dann kann wohl kein 
Zweifel darüber bestehen, daß sie zu dieser Art gehören müssen. 

Die Richtigkeit meiner Bestimmung findet dadurch ihre Bestätigung, daß auch 
Boulenger, Ann. Mus. civ. Genova (3), Vol. 45, 191 1, p. 162, das Vorkommen 
von St. derbianus Gray von Bussu in Uganda hervorhebt. Bisher war diese Art 
nur von Westafrika bekannt und nach der Lage der beiden Fundorte im Osten 
erscheint eine Verbreitung durch den Kongo ausgeschlossen, da sowohl Bussu als 
auch der Albert Eduard-See im Stromgebiete des Nil gelegen ist. 

Schon bei einer früheren Gelegenheit hob ich, Zool. Anz., Vol. 26, 1908, p. igS, 
hervor, daß für die Trennung von St. derbianus Gray und St. nigricans Donnd. 
nicht so sehr der spezifische Unterschied, als vielmehr die Verschiedenheit ihrer geo- 
graphischen Verbreitung maßgebend ist. Wie gering die Unterscheidungsmerkmale 
zwischen den beiden Arten sein müssen, geht schon daraus hervor, daß Strauch, 
Mem. Acad. Sc. St.-Petersbourg (7), Vol. 38, Nr. 2, 1890, p. 102, der beste Schild- 
krötenkenner seiner Zeit, sie nicht zu trennen vermochte und daher Exemplare von 
Ostafrika zu St. derbianus Gray gestellt hat. Ebenso kam Nieden, Mitt. zool. Mus. 
Berlin, Vol. 7, 191 3, p. 63, bei seinen eingehenden Untersuchungen über St. nigri- 



Kustos F. Siebenrock. 



cans Donnd. von Deutsch-Ostafrika zu dem Resultate, daß manche Exemplare dieser 
Art Merkmale mit St. derbianus Gray vereinigen. 

Die zwei Exemplare vom Albert Eduard-See bilden einen neuerlichen Beweis, 
wie schwer es ist, ihren spezifischen Charakter richtig zu beurteilen, weil sie die 
Merkmale beider Arten in sich vereinigt zeigen und eine Zuweisung zu einer der 
beiden Arten völlig ausschließen. Gerade aus diesem Grunde bin ich zur Über- 
zeugung gelangt, daß St. derbianus Gray keine selbständige Art, sondern unter die 
Synonymie von St. nigricans Donnd. zu stellen ist, ohne sie aber in ihr vollständig 
aufgehen zu lassen. Denn St. derbianus Gray besitzt dennoch einige Eigentümlich- 
keiten, durch die sich diese Art von St. nigricans Donnd. unterscheidet, allein sie 
sind so inkonstant und nach Alter und Geschlecht so variabel, daß ihnen ein spezi- 
fischer Charakter nicht beigemessen werden kann. Ich möchte St. derbianus Gray 
als westafrikanische Form von St. nigricans Donnd. bezeichnen, weil der Begriff 
Subspezies dafür ebenfalls zu eng gefaßt erscheint und daher unzulässig wäre. 

Ferner belehrten mich die Ergebnisse von Niedens, 1. c, Untersuchungen über 
St. ni'^ricans Donnd. an der Hand eines zahlreichen Materials aus Deutsch-Ostafrika, 
sowie die von mir nachträglich angestellten Überprüfungen an Exemplaren dieser 
Art von Tamatave, Majunga und Diego Suarez in Madagaskar, von Lorenzp Marques, 
Deutsch-Ostafrika, Insel Pemba, Victoria-See und Bunjako in Uganda, daß auch die 
beiden von mir in: Voeltzkow, Reise in Ostafrika in den Jahren igoS— 1905, 
Vol. 2, 1906, p. 35 und 38 aufgestellten Subspezies St. nigricans castaneus Schw. 
und St. nigricans seychellensis Siebenr. bloß als Lokalformen von St. nigricans 
Donnd. aufzufassen seien. Erstere kann als westmadegassische Form, letztere als 
Seychellenform bezeichnet werden. Somit bestände St. nigricans Donnd. aus einer: 

a) ursprünglichen, typischen Form von Ostafrika und Ostmadagaskar, 

b) westmadegassischen Form von Westmadagaskar und der Insel Pemba, 

c) Seychellenform von den Seychellen, 

d) westafrikanischen Form von Gambia bis Angola. 

Ein Vergleich dieser vier Formen nebeneinander läßt erkennen, daß eine Tren- 
nung nach den angeführten Regionen in der Regel nicht schwer fällt. Die typische 
Form hat immer eine dunklere Färbung als die westmadegassische, besonders hell 
sind aber die Exemplare von der Insel Pemba. Stellt man diesen Exemplare von 
Tamatave gegenüber, dann ist der Färbungsunterschied so groß, daß die Zugehörig- 
keit dieser beiden Formen zu einer Art kaum für möglich gehalten würde. Dieser 
Umstand war auch für mich mitbestimmend, sie für selbständiges Subspezies zu er- 
klären. 

Ebenso hat die Seychellenform einige Eigentümlichkeiten, durch die sie sich 
von den vorhergehenden Formen unterscheidet. Nieden, 1. c, wies freilich nach, 
daß die zwei Exemplare des gleichen Fundortes im Berliner Museum von der Type 
verschieden seien, das heißt, daß einige der von mir hervorgehobenen Merkmale 
bei diesen nicht zutreffen, was ja ganz leicht möglich ist, weil die Berliner Exem- 
plare durch Alter und Geschlecht von der Type verschieden sein können. Daß aber 
die Type die von mir beschriebenen Merkmale wirklich besitzt, geht aus den zwei 
Figuren meiner Notiz: Über die Berechtigung der Selbständigkeit von Sternothaeus 
nigricans seychellensis Siebenr., Zool. Anz., Vol. 34, 1909, p. 359, klar und deut- 
lich hervor. Der von Nieden angeführte Umstand über die verschiedenen Maß- 
verhältnisse bei den Exemplaren der Seychellenform liefert nichts anderes als den 
abermaligen Beweis von der großen Variabilität nach Alter und Geschlecht. 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. 



Bei der westafrikanischen Form ist der zweite und 'dritte Vertebralschild ge- 
wöhnlicii länger als breit, während bei der typischen Form das Umgekehrte der 
Fall sein soll. Dieses Merkmal wird auch von Boulenger, Cat., i88g, p. 195, 
angeführt, und zwar ist es das einzige, wodurch sich die beiden Formen unter- 
scheiden, denn alle anderen, noch aufgezählten Merkmale haben sie mehr oder 
weniger gerneinsam, weshalb sie auch nicht spezifischer Natur sein können. Aber 
auch dieses einzige Merkmal hängt noch vom Alter der Individuen ab, denn bei 
jugendlichen Exemplaren dieser beiden Formen sind die Maßverhältnisse des zweiten 
und dritten Vertebralschildes in der Regel ganz gleich. Daher dürfte meine Be- 
hauptung, daß St. derbianiis Gray keinen Anspruch auf Selbständigkeit erheben 
kann, vollkommen berechtigt sein. Wir haben es bei St. nigricans Donnd. mit einer 
Art zu tun, die infolge der großen geographischen Ausdehnung eine ebensolche 
Variationsbreite aufweist, die teils von der Lokalität, teils auch vom Alter und Ge- 
schlecht abhängt. Daher besitzen die Jugendformen der verschiedenen Fundorte die- 
selben Merkmale und erst mit zunehmendem Wachstum tritt die Differenzierung auf. 

Ganz anders verhält sich diese Tatsache bei St. nigricans Donnd. und St. 
siniiatus Smith. Diese beiden Arten sind in der frühesten Jugend im Habitus schon 
so grundverschieden, daß eine Verwechslung ganz ausgeschlossen erscheint, wie die 
Fig. 2 — 3 der Taf. I und 5 — 6 der Taf. II wohl zur Genüge beweisen. Der ausgezackte 
Hinterrand der Rückenschale ist für St. sinuatiis Smith so charakteristisch, daß sich 
diese Art dadurch vor allen anderen Sternothaerus-Anen unterscheiden läßt. Aus 
demselben Grunde hielt Peters, Arch. Anat. u. Phys., 184S, p. 494, St. sinuatus Smith 
für eine neue Art und nannte sie St. dentatus. Die erwachsenen Exemplare von St. niger 
D, et B. besitzen zwar auch einen gezackten Schalenrand, dieser ist aber nicht an- 
nähernd so deutlich wie bei jener Art ausgebildet. Außerdem unterscheiden sich die 
beiden Arten auf den ersten Blick durch die Form des Kopfes und die Färbung des 
Plastrons. St. sinuatus Smith hat einen nur mäßig breiten Kopf mit stumpfer 
Schnauze und einem in der Mitte ausgeschnittenen Oberkiefer, bei St. niger D. et B. 
dagegen ist der Kopf breit, keilförmig, mit vorspringender, spitzer Schnauze und 
der Oberkiefer in der Mitte hackenförmig verlängert. Bei der ersteren Art ist das 
Plastron gelb und schwarz gerandet, bei der letzteren aber ganz schwarz. Ebenso 
auff"allend sind die Unterschiede zwischen St. nigricans Donnd. und St. sinuatus 
Smith, wie aus meiner letzten Beschreibung, Zool. Anz., Vol. 34, 190g, p. 35g, klar 
und deutlich hervorgeht. 

Man sollte also nach diesen Auseinandersetzungen meinen, daß die Unter- 
scheidung dieser beiden Arten nach ihren systematischen Merkmalen auf keinerlei 
Bedenken stoßen könne. Und dennoch ist dies der Fall, wie die intensiven Er- 
örterungen Niedens, 1. c, p. 55, bewiesen haben. Nieden gibt zwar zu, daß sich 
St. sinuatus Smith von St. nigricans Donnd. unterscheiden lasse, der Autor führt 
aber auch Exemplare an, bei denen es nicht möglich ist, weil sie Merkmale bei- 
der Arten in sich vereinigen. Es erscheint doch begreiflich, daß nicht alle Exem- 
plare einer Art jene Merkmale, die zu ihrer Bestimmung angeführt werden, mit der 
gleichen Genauigheit wieder erkennen lassen. Die Natur arbeitet eben nicht fabriks- 
mäßig nach einer Schablone, sondern sie setzt die Individuen, oft schon ungleich 
veranlagt, einfach in die Welt und überläßt sie dann ihrer weiteren Entwicklung. 
Daß diese in ihrem Verlaufe verschiedenen Einflüssen unterliegt, kann wohl nicht 
bezweifelt werden. Dadurch entstehen die individuellen Variabilitäten oder unte 
Umständen auch Anomalien, auf die der Systematiker stets Rücksicht zu nehmen 



Kustos F. Siebenrock. 



hat. Außerdem variiereti die einzelnen Mericmale bei manchen Arten sehr staric 
nach Alter und Geschlecht. Deshalb ist es nicht gleichgültig, ob man für den Ver- 
gleich Individuen desselben Alters und Geschlechts verwendet oder nicht. Es darf 
also bei der Beurteilung einer Art niemals zu engherzig vorgegangen werden, in- 
dem man sich an ein einzelnes Merkmal klammert, sondern es muß vielmehr auf 
die Gesamtheit des Habitus Bedacht genommen werden. Gerade darin liegt das 
richtige svstematische Empfinden, durch das sich der Fachmann vom Dilettanten 
in der Zoologie unterscheidet. 

Wiederholt bekomme ich von Schildkrötenliebhabern Tiere zugesendet mit dem 
Ersuchen um Bekanntgabe der Namen. Die Exemplare konnten von den Besitzern 
nicht bestimmt werden, wie sie selbst gestehen, weil die Beschreibung der vermeint- 
lichen Art in Boulengers Schildkrötenkatalog auf das betreffende Individuum nicht 
vollkommen paßt. In Wirklichkeit handelt es sich aber bloß mehr um nebensäch- 
liche Unterschiede, die mit dem Individuum nicht ganz genau übereinstimmen. Dies 
zum Beweis des von mir vorher Gesagten! 

5. Sternothaerus gabonensis A. Dum. 

Steniotliaerus gabonensis Boulenger, Cat., 1889, p. 197. 

— Siehenrock, Zool. Jahrb., Suppl. 10, Heft 3, 1909, p. 560. 

— Klingelhöffer, Wochenschr. Aquar.-Terr.-Kunde, Vol. 7, 19 10, Lacerta, Nr. 3, p. 11, Fig. 10 u. 11. 

— Nieden, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 19 10, p. 7. 

Ein Exemplar, g, vom Iturifluß, westlich von Mt. Ruwenzori. 

Rückenschale 179 mm lang, 120 mm breit und 62 mm hoch. 

Dieses Exemplar stimmt ziemlich genau mit der Beschreibung der drei von 
mir in diesen «Annalen», Vol. 22, 1907, p. 6, aus Jaunde, Deutsch-Kamerun, an- 
geführten Exemplaren überein. Nur einige ergänzende Bemerkungen mögen hier 
noch beigefügt werden. 

Rückenschale sehr niedrig und flach, Mittelkiel gut sichtbar, aber auf jedem 
Vertebrale vorn unterbrochen, er ist am deutlichsten auf dem vierten und. fünften 
Vertebrale, wo er kammartig hervortritt. Vertebralia breiter als lang, schmäler als 
die entsprechenden Costalia; zweites Vertebrale sogar nur ein Drittel schmäler als 
das zweite Costale. Bei den jungen Individuen sind diese Maßverhältnisse um- 
gekehrt, denn das zweite und dritte Vertebrale ist gewöhnlich doppelt so breit als 
lang. Auffallend klein erscheint bei ihnen das fünfte Vertebrale, welches kaum der 
halben Breite des zweiten entspricht, bei erwachsenen Individuen dagegen stets 
breiter als letzteres ist. Erstes Marginalpaar so wie bei St. niger D. et B. ebenso 
lang wie breit. Dabei ist selbstverständlich die äußere Längskante gemessen, weil 
die innere wegen des vorderen Schalenausschnittes stark verkürzt erscheint. 

Plastron sehr groß, fast ebenso lang wie die Rückenschale; Vorderlappen autfallend 
lang, länger als der Hinterlappen, seine Beweglichkeit ist viel geringer als bei den 
anderen Sternothaeriis-Antn, weil die Nähte zwischen den Hyo- und Mesoplastra, 
die das Gelenk bilden, nicht geradlinig, sondern winkelig in der Mitte zusammen- 
stoßen. Aus diesem Grunde bilden die Mesoplastra abgestutzte Dreiecke und nicht 
Rechtecke wie bei den übrigen Arten. Der Oberkiefer hat in der Mitte einen 
deutlichen Ausschnitt, der beiderseits von einer zahnartigen Spitze flankiert wird. 

Rückenschale lichtbraun, die schwarze Kiellinie ist auf der vorderen Hälfte 
eines jeden Vertebrale fächerartig verbreitert; außerdem besitzen die Diskoidalschilder 



Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. 



vereinzelte schwarze, radienförmige Streifen. Die Färbung der Rückenschale erhält 
aber dadurch noch etwas Ungewöhnliches, daß kreideweiße Flecken zwischen dem 
ersten und zweiten Costale sowie zwischen letzterem und dem dritten auftreten. 
Plastron intensiv schwarz gefärbt, die J^ähte gelb. Kopf oben braun, mit einem 
runden schwarzen Fleck auf dem Interparietale, von dem beiderseits ein schwarzer, 
kurzer Streifen zum Auge und ein längerer nach hinten, gegen den Hals hinzieht. 
Der Oberkiefer ist so wie der Unterkiefer einfach hornfarben und bei den von mir 
untersuchten Exemplaren niemals gefleckt oder gestreift. 

St. gabonensis A. Dum. hat in mancher Hinsicht große Ähnlichkeit mit St. 
7iiger D. et B., so beispielsweise in der Färbung der Rückenschale und des Plastrons, 
denn erstere ist bei ganz jungen Individuen beider Arten immer lehmgelb und mit 
einem intensiv schwarzen Kielstreifen versehen, weshalb sie zum Verwechseln ähn- 
lich sind. Diese Färbung bleibt zuweilen sogar bis ins gereifte Alter bei der einen 
wie bei der anderen Art erhalten, es gibt von diesen aber auch Exemplare, bei 
denen die Rückenschale intensiv schwarz gefärbt sein kann. St. gabonensis A. Dum. 
hat im allgemeinen sicherlich mehr Ähnlichkeit mit St. niger D. et B. als mit Sr. 
adansonü Schw., obwohl St. gabonensis A. Dum. der letzteren Art im Svstem zu- 
nächst steht und mit ihr eine eigene Gruppe bildet. Die beiden Arten haben wohl 
nicht viel mehr gemein als die gleichen Maßverhältnisse der abdominalen Mittelnaht 
zur humeralen, durch die sie von St. niger D.ei B. hauptsächlich unterschieden werden. 

Das Vorkommen von St. gabonensis A. Dum. in Ostafrika ist neu, denn diese 
Art war bisher nur von Westafrika, und zwar von Liberia, Kamerun und Gabun 
bekannt. Somit sind in Ostafrika alle Sternothaerus-Anen mit Ausnahme von St. 
niger D. et B. schon gefunden worden, und zwar St. sinuatiis Smith, St. nigricans 
Donnd., St. adansonü Schw. und St. gabonensis A. Dum. Die einzige Art St. niger 
D. et B. scheint bloß auf den Westen des Kontinents beschränkt zu sein, wie die 
Erfahrungen bis jetzt lehren. St. gabonensis A. Dum. hat im Westen ungefähr das 
gleiche Verbreitungsgebiet wie St. niger D. et B., nur dringt die erstere Art bis nach 
Osten vor, wohin sie durch den Kongo gelangt sein dürfte. Es wäre nicht unmög- 
lich, daß auch St. niger D. et B. noch in Ostafrika aufgefunden wird, denn diese 
Art soll ebenso wie St. gabonensis A. Dum. nach F. Mocquard, Rev. Colon. Herp. 
Congo Francais, igo6, p. 6, im Kongo vorkommen. Es ist daher gar nicht aus- 
geschlossen, daß sie sowie St. gabonensis A. Dum. dem mächtigen Strom entlang 
bereits bis nach Osten eingedrungen ist, bisher aber noch nicht entdeckt wurde. 

Außer dem Exemplare vom Iturifluß erhielt das Museum in letzterer Zeit noch 
vier Exemplare von Sangmelima in Südkamerun durch die Güte des Herrn Inten- 
danten Hofrat Steindachner zum Geschenke. Diese bestehen aus der Schale eines 
erwachsenen und jungen Exemplares sowie aus zwei jungen Exemplaren in Alkohol 
mit einer Schalenlänge von 6i'5mm und 50 mm. Sie stammen aus der Sammlung 
Schreiner und wurden von Herrn Bates irrtümlich als Pelomedusa galeata Schoepff 
bestimmt. St. gabonensis A. Dum. hat wohl sehr wenig Ähnlichkeit mit der vor- 
genannten Art. Eher verständlich wäre es, wenn St. adansonü Schw. mit Pelo- 
medusa galeata Schoepff verwechselt würde, weil sie sich doch habituell einiger- 
maßen gleichen. 

Eine ähnliche Verwechslung scheint auch Nieden, Fauna deutsch. Kolon., 
Heft 2, 1910, p. 7, passiert zu sein, wie sowohl aus dem St. gabonensis A. Dum. 
und Pelomedusa galeata Schoepff beigegebenen kurzen Texte, als auch aus der 
Fig. 14, eine Untensicht von der letzteren Art, klar hervorgeht. 



1 2 Kustos F. Siebenrock. Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. 



Nieden, 1. c, bezeichnet nämlich die P'ärbung der Rückenschale bei St. gabo- 
nensis A. Dum. als «dunkelbraun oder schwärzlich» und bei P. galeata Schoepff als 
«braun, einfarbig oder mit dunklem Mittelstreifen», obwohl letztere Art niemals einen 
dunklen Mittelstreifen auf der Rückenschale, besitzt, bei St. gabonensis A. Dum. da- 
gegen immer ein solcher vorhanden ist. Ferner stellt Niedens, 1. c, gegebene 
Fig. 14 nicht die Untensicht von P. galeata Schoeptf dar, sondern von St. gabonensis 
A. Dum,, und zwar dürfte sie von einem jungen Exemplare herrühren, weil die 
Brücke noch von den pektoralen und abdominalen Schildern gebildet wird, während 
bei erwachsenen Exemplaren bloß die letzteren daran beteiligt sind. Die Untensicht 
von P. galeata Schoepff sieht niemals so aus, wie sie Nieden, 1. c, in Fig. 14 dar- 
gestellt hat, sondern so, wie sie Sternfeld, Fauna deutsch. Kolon., Heft 2, 191 1, 
p. 53, in Fig. 65 wiedergibt. Der Vergleich dieser beiden Figuren zeigt wohl auf 
das deutlichste, daß sie nicht von ein und derselben Art stammen können. Während 
das Plastron in Sternfelds Figur die so charakteristische Form für P. galeata 
Schoepff mit dem auffallend schmalen Hinterlappen zeigt, läßt Niedens Abbildung 
auf den ersten Blick erkennen, daß das Plastron mit einem breiten, nach hinten 
sich nur allmählich verjüngenden Hinterlappen einer Sternothaerus-Ari entnommen 
sein müsse. Weil aber die abdominale Mittelnaht die humerale an Länge nicht 
übertrifft, so dürfte es sich höchstwahrscheinlich um St. gabonensis A. Dum. handeln. 
Das Plastron von St. adansonii Schw. kommt beim Vergleiche hier nicht in Betracht, 
weil es eine ganz andere, von der vorgenannten Art verschiedene Form besitzt. 

Nieden hat somit St. gabonensis A. Dum. und P. galeata Schoepff, so vermute 
ich aus den angeführten Gründen, miteinander vermengt, weil er die erstere Art 
nicht kennt. Es würde auch kaum glaubwürdig erscheinen, daß das Berliner Mu- 
seum bisher noch kein einziges Exemplar von St. gabonensis A. Dum. aus Kamerun 
erhalten hätte, da dessen Vorkommen daselbst von mir, diese <i.Annalen», Vol. 22, 
1907, bereits vor g Jahren nachgewiesen werden konnte. 



Erklärung der Tafeln. 



Tafel I. 

Fig. I. Sternothaerus gabonensis A. Dum., 9> erwachsen; von oben. 
» 2. Sternothaerus nigricans Donnd., jung; Schale von oben. 
» 3. Sternothaerus sinuatus Smith, jung; Schale von oben. 

Tafel II. 

Fig. 4. Sternothaerus gabonensis A. Dum., $, erwachsen; von unten. 
» 5. Sternothaerus nigricans Donnd., jung; Schale von unten. 
» 6. Sternothaerus sinuatus Smith, jung; Schale von unten. 

Sämtliche Figuren sind Originalzeichnungen. 



Verzeichnis der im Orchideenherbare 
von Reichenbach fil. enthaltenen Sammlungen. 

Zusammengestellt von 

Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



Da Reichenbach fil. selbst kein Verzeichnis der in seinem Besitz befindlichen 
Herbarschätze hinterlassen hatte und dieselben jetzt aus ihrem ursprünglichen Be- 
stände gelöst und mit den bereits vorhandenen Orchideen des k. k. naturhistorischen 
Hofmuseums in Wien vereinigt werden, ist es die Absicht der Verfasser, hiemit die 
Zusammensetzung des Reichenbachschen Orchideenherbares so genau als nur irgend 
möglich festzustellen. 

Nachdem Reichenbachs Sammlung nur lose liegend in Umschlagbogen auf- 
bewahrt war, wurde sie nunmehr hier auf das übliche Herbarformat gespannt und 
mit eigenem Stempel, der den Vermerk: «Orchideen-Herbar von Reichenbach fil.» 
trägt, versehen. 

Es ergab sich ein Zuwachs von rund 60.000 Spannbogen Orchideen und 
8000 Bildern, Zeichnungen und Skizzen von solchen in 281 Faszikeln. Bisher bestand 
die Orchideensammlung des Herbares aus 97 Faszikeln, jetzt ist sie auf 378 Fas- 
zikel angewachsen. Der Wert dieser Sammlung wird dadurch beträchtlich erhöht, 
daß sich in derselben Originale (Typen) fast von allen den zahllosen, von Reichen- 
bach aufgestellten neuen Arten befinden, nebst einer Anzahl von Aquarellskizzen 
und Zeichnungen von seiner Hand, so daß die Wiener Orchideensammlung jetzt, 
sowohl was die Zahl wie den Wert der Pflanzen betrifft, an allererste Stelle ge- 
rückt erscheint und höchstens von dem Herbare in Kew erreicht werden kann. 

Bei der Sichtung des Herbarmateriales zum Zwecke der Präparation bemühter 
sich die Verfasser, soweit es die hieroglyphenartige, oft kaum zu entziflernde Schrift 
Reichenbachs erlaubte, festzustellen, aus welchen Sammlungen wild wachsender 
Orchideen das Herbar bestand, sowie auch die verschiedenen Züchter und Garten- 
liebhaber, die ihm kultivierte Exemplare für sein Herbar lieferten, festzustellen. 

Die nachfolgenden Listen bringen die Namen der Sammler mit Angabe des 
Gebietes, in dem sie vorwiegend tätig waren, in alphabetischer Reihenfolge. 

Naturgemäß sind nicht alle von den betreffenden Sammlern in ihrem Gebiete 
aufgefundenen Orchideen vorhanden, doch die ihm fehlenden ergänzte sich Rei- 
chenbach nach iMöglichkeit durch treffliche Skizzen oder Pausen. 



H 



Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



I. Verzeichnis der einzelnen Sammler und ihres Sammelgebietes. 



Albrecht, Japan. 

«Alert»- und «Discovery»-Expedition. 
Anderson T, M. D., Sikkim. 
Appun, ßritisch-Guyana, 
Arctic- Expedition 1875/76. 
Arnold, Bueramansa (Sammler für San- 
der). 

— Ocafia. 

— Tovar. 

B. 

Baenitz, Herb, europaeum. 
Balansa B., Algier. 

— Plantes d'Orient. 

— Moccatam. 

— Plantes d'Algerie, 1852. 
Barla, Südfrankreich. 
Barron R., Zentral-Madagaskar. 
Barter, Tropisches Afrika. 

Bat es, Amazonenstrom. 
Bauer Ferd., Australien. 
Beau, Guadeloupe. 
Beckmann, Korfu. 
Berkeley E. S., Nikobaren. 

— Port Blair, Andamanen-Inseln. 
Bernier, Madagaskar. 
Bernoulli et Carlo, Guatemala. 
Beyrich, Brasilien. 

Blanche, Libanon. 

— Syrien. 
Blanchet, ßahia. 
Bloadowski, Südaustralien, 1850. 
Blume, Java, Sumatra (Originale). 
Bogenhard, Rheinprovinz. 
Boivin, Madagaskar. 

— Insel Bourbon. 

Boissier et Reuter, Iter Algeriensi- 

Hispanicum. 
Bojer, Mauritius. 

Bollander H. N., Kalifornien, 1866. 
Bolle C., Gap Verde-Inseln. 
Bonpland, Popayan. 
Booth, Bhotan. 



Bory de St. Vincent, Isle de France 

(Mauritius). 
Botteri, Lesina. 

— Orizaba (Mexiko), 1854. 
Bourgeau E., Plantae canarienses. 

— Spanien. 

— Plantes d'Espagne, i863. 
Bove N., Marokko. 
Bowmann, Neu-Granada. 

— Brasil. 
Boxall, Neu-Granada. 

— Medellin. 

— Philippinen? 
Bracht, Verona. 

Brand is D., Himalaja (Simla). 
Brebisson, Rouen. 
Breutel M. J. C., Tropisches Amerika. 
Brever J. A., King George-Sund. 
Bridges, Australien. 

— Chile. 

— Bolivia. 

— Kalifornien. 

Brown J., Umgebung Edinburgs. 
Brown Rob., Australien (Originale). 
Brück müller, Kolumbien (Ocana). 

— Neu-Granada. 
Buchana n, Natal. 

— Zambesigebiet. 
Buckley, Carolina (U. S. A.). 
Burbidge F'. W., Nord-Borneo (com. 

Veitch), 1877/78. 
Burchell, Südafrika. 

— Brasilien. 

— Catalogus plantarum in Lusitania 
lectar. 



Caflisch, Umgebung von Augsburg. 
Caley D. G., Neu-Seeland. 

— Australien. 
Cambessedes, Lluch (Frankreich). 
Carder, Neu-Granada (sammelte für Will. 

Bull, Chelsea). 
Carmiol, Costarica. 



Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Sammlungen. 



15 



Catlett W,, New South Wales. 
Chamisso, Weltreise. 
Champion, Ceylon. 
Charpenlier, Italien. 
Cheesmann, Neu-Seeland. 

— Australien. 

Chesterton, Medellin (^Neu-Granada). 
Chaubard, Algier. 
Clarke C. B., Sikkim. 
Claussen, Minas Geraes. 
Cleveland, Ohio (U. S. A.). 
Colenso, Neu-Seeland. 
C o m m e r s o n, Magelhaes-Straße. 
Cooper, Südafrika (Natal). 
Corning E., Peru. 
Cosson E., Pflanzen aus Frankreich. 
Coste E., Italien, Frankreich. 
Coulter, Nordamerika. 
Cruy, Trinidad. 

Cuming, Philippinen, Singapore. 
Cunningham et Anderson, .Austra- 
lien. 
Curtis, Madagaskar. 

— ßoamo (Borneo). 

D. 

Daemel, Cap York (Nordaustralien). 
Dalechy, Nordaustralien. 
Dalzell, Java. 

— Coimbatore (Wight). 
Davis, Peru. 
Delessert A., Nilgheri. 

— Bourbon. 

— «Ex herb. Delessert.» 
De Notaris, Italien. 

— Ligurien. 
Deplanche, Neu-Caledonien. 
Depreux, Frankreich. 
Dietrich Amalie, Australien. 
D'Orbigny, Provinzia de Chiquitos. 
Dorm an, ?. 

Drege, Südafrika. 

Drummond T., New Orleans (Nord- 
amerika). 

Drummond J., meist Swan River (.Austra- 
lien), 1843. 

Duchassaing, Panama. 

— Guadeloupe. 



Durieu, Algier. 
Duze, Tasmania. 



Eckion, Südafrika. 

— et Zeyher, Kapgebiet (Südafrika). 
Ehrenberg C, S. Domingo (Mexiko). 
Endres, Costarica. 

Engel, Maracaibo. 

— Merida (Venezuela). 
Ernst, Caracas. 

F. 

Fadye M., Jamaica. 

Falconer, India Orient. 

Falkenberg C, Cachiri, Chesterton in 
Bogota. 

Farris, Tropisches Amerika. 

F endler, Venezuela. 

Ferriere, Pamplona. 

Fieber, Ostindien. 

Fischer, Dahurien. 

Fleischer, Unio itineraria, 1827. 

Forbes-Joung, «ex herbar.» cult. Or- 
chideen. 

Fortune, China. 

Foerstermann, Süd-Celebes ( Malacca). 

— Bhamo (Birma). 

— Baram (Borneo). 
Fraas, Griechenland. 
Franco, Oaxaca (Mexiko). 
Fries, Herbar. normale. 
Frivaldski, Makedonien. 

— Kreta. 
Friedrichsthal, Karaiben. 

— Guatemala. 
Funke, Cumana. 

Funck et Schlim, Venezuela (cur. 
J. Linden). 

— — Neu-Granada (cur. J. Linden). 
Funk, Südspanien. 



Galeotti, Mexiko. 
Gardner, Ceylon. 

— Organ Mountains. 

— Brasilien. 
Gasparrini, Lucania (Italien). 



i6 



Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



Gaudichaud, Rio de Janeiro. 

Gay, Algier. 

Gennari, Süditalien. 

Germain Ph., Chile. 

Gerard, Natal. 

Gever A. Char., Nordamerika. 

— Oregon. 
Ghiesbrecht, Mexiko, 

— Süd- und Zentralamerika (für 
Verschaffelt). 

Gibert, Montevideo. 
Gibollet, Kuba. 
Gilbert, Westaustralien, 1842. 
Giraudy, Insel Bourbon. 
Glaziou, Brasilien. 
Glehn, Sachalin. 
Godefroy, Cambodja. 
Graeffe, Samoa, Fidji. 
Griffith, Ostindien. 

— Malacca. 

Griffen de Bellay, Gabon. 
Grisebach, Peru. 
Gruber, Honduras. 
Gueinzius, Port Natal. 
Gunn, Van Diemensland. 
Gussone, Sizilien. 
Guyon, Ismael. 

H. 

Haenke, Tropisches Amerika (Proben 

von Pflanzen). 
Hahn, Martinique, St. Pierre. 
Hall, Pichincha (Peru). 
Hall E., ünionstaaten. 
Hance, Hongkong. 
Hartmann, Schweden (Ostgotland). 

— Queensland. 
Hart weg, Popayan. 

— Loxa (Peru). 
Hasse, Wiscounsin, U. S. A. 
Haussmann, Großherzogtum Baden. 
Havnald, Italien. 

Hawkins, Chatham Islands und Neusee- 
land. 
Heldreich Th. v., Griechenland. 
Helfer, ?. 
Heller K., Mexiko. 
Heneken, St. Domingo. 



Henriques, Portugal. 
Herment, Caracas. 
Heudelot, Senegal (Senegambien). 
Hildebrand, Moulmein. 
Hildebrandt J. M., Madagaskar. 
Hinds, Veraguas. 

— Neu-Guinea. 

— (Expedit. «Sulfur»), Sandy Island 
(Südküste von Australien). 

Hingerson, Oaxaca. 
Hochstetter C, Neu-Seeland. 

— Lissabon, auch Wiener Gegend. 
Hoffmann Karl, Costarica. 

— «Barba» =? Barbados, 1855. 

— Llanos del Carmen. 
Holl Franz, Lusitania. 
Holton J., Neu-Granada, Bogota. 
Honda in Ecuador, leg.? 
Hooker fil., Südmarokko, 1871. 

— Neu-Seeland. 

— et Thomson, Ostindien (Khasia). 
Hörne C, Trinidad. 

Hörne mann, Norwegen. 

Huet de Pavillon, Plantae Siculae. 

— ■ Sardinien. 

Hübsch Ant., Costarica, Guatemala. 

— Loja (Ecuador). 
Hügel, Frh. v., Australien. 
Huguenin, Chambesy. 
HumblotL., Comoro-Inseln und Mada- 
gaskar. 

Humboldt, Zentralamerika. 

— Orinoco. 
Hunnemann, .'\ustralien. 
Huter, Tirolia australis. 

— Tirol. 

J. 

Jameson W., Plantae Aequatoriales (sive 
Andium Quitensium), z. B. Loxa. 
Jamieson, Quito. 
Jamin P., Plantes d'Algerie. 
Jelsky, Guyana. 

Jen mann, Roraima (Britisch-Guyana). 
Jerdon, Malabar. 
Johnston, Kilimandscharo. 
Jürgensen, Mexiko. 
Junghuhn, Java. 



Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Sammlungen. 17 



K. 

Kallbreyer, Bogota, Chico. 

Karsten, Bogota. 

Karo, Russisch-Polen. 

Karwinski, Mexiko. 

Kegel H., Surinam (sammelte für 

Houtten in Gand). 
Kellermann, Flora capensis. 

— Van Diemens-Land. 
Kellner, Ober-Italien. 

Klaboch Eduard und Franz, Tropisches 
Amerika. 

— Ecuador, 1879. 

— Guatemala. 
Korthhals, Borneo. 
Kralik L., Korsika. 
Krause, Loja (:= Loxa), Peru. 
Kuntze Otto, Ostindien, Westindien. 



Labillardiere, Australien (Original). } 

Lallemant Gh., Algier. 

Lang, Budapest. 

Lange Joh., Spanien. 

Islands of Soola and Lankarii bei Penang, 

leg.?? 
Langsdorff, de, Brasilien. 
Lansberg, Caracas. 
Lechler W., Plantae Magellanicae. 

— Chile. 

— Peru. 
Lefebre, Algier. 
LehmannF.C.,Kolumbien,Neu-Granada. 

— Bolivia, Guatemala, Costarica. 

— Herbarium Lehmannianum, Au- 
stralien. 

Leibold, Australien. 

— Kap. 

— Mexiko. 
Lenormand, Griechenland. 
Leprieur, Guyana. 
Levier, PI. neapolit. 
Lhotzky, Neu-HoUand. 

— Brasilien. 
Liebmann, Mexiko. 
Libon, Minas Geraes. 
Lindberg G. A., Minas Geraes. 

Aiinalen des k. k. uaturhistorischen Hofmuseums, Hd 



Lindberg G. A. (die Orchideen seines 

Herbars z. T.), 1835. 
Lindemann Ed., Krim. 

— Wolhynien. 

Linden L., reiste ca. 1835 — 1838 und 
1842 (dann sammelten Funck und 
Schi im, später J. Triana, Schlim 
1846—1852 für Linden [in Luxem- 
burg]). 

Linden J., Venezuela. 

— Mexiko, Venezuela. 

— Neu-Granada. 
Lindley, aus dessen Herbar. 
Lobb W., Ecuador. 

— Peru. 

— Khasia hüls. 

— Java. 

— Borneo. 
Löhr, Trier. 
Low, Ephesus. 
Low H., Guatemala. 
Lucae A., Europ. Orchideen. 
Luschnath, Rio de Janeiro (Brasilien). 

M. 

Mac Gillivray, Isle of Pines. 

Mac Lean, Peru. 

Mac Owan Petr., Südostaustralien. 

Maille, Reliquiae Mailleanae. 

Maingay, Malaga. 

Makoy, Minas Geraes, 

Maly J., Montenegro. 

— P., Brasilien. 
Mandon G., Madeira. 

— Plantae Andinae, Bolivien. 
Mann Gustav, Khasi hüls (Assam), Ost- 
Himalaja. 

— Upper Assam. 

— Fernando Po. 

— St. Thomas. 

— Tropisches Afrika. 
Mann H., Hawaii. 

Mann und Brigham, Flora Hawaiiensis. 

Mares, Spanien. 

Maries, Japan. 

Martin, Französisch-Guyana. 

Martius, Brasilien. 
I — Minas Geraes (Brasilien). 
XXX, 1916. 2 



Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



Martrins, Frankreich. 
Matthews B., Ecuador. 

— Peru. 

— Texas, Kentucky. 
Maximowicz, Iter IL: Japan, Amur. 
Maxwell, Westaustralien (King Georg 

Sund). 
Mazziari, Zante. 
Mechow Alex, v., Major, Expedition nach 

Westafrika. 
Meisner, Orizaba. 
Mertens, America Rossica. 
Metz, Mangalor. 
Michigan L., Wiscounsin. 
Micholitz, Philippinen. 
Milne, Kamerun. 

— Aneitum, Isle of Pines. 
Miquel, Kalifornien. 
Miers, Brasilien. 
Moggridge, Ligurische Küste. 

— Südfrankreich. 
Moricand, Brasilien. 
Morris, Jamaika. 
Morisson, Sardinien. 
Moritz, Kolumbien. 

— Merida (Kolumbien). 

— Tovar. 
Moseley,Challenger-Expedition(ca.i875). 
Mosen Hj., Santos (Brasilien). 

— Minas Geraes. 
Moser C. J., Ünio itineraria. 
Mossmann Samuel, Australien. 
Müller, Unio itineraria. 

— Plantae MüUerianae (Australien). 



N. 



Neumayer, Dalmatien. 

Nicard Pol., Umgebung von Paris. 

Nietner, Ceylon. 

Noe, Konstantinopel. 

— Istrien, Dalmatien. 
Nvman C., Gotland. 



o. 

Oerstedt, Guanacaste. 
— Brasilien. 



Oerstedt, Costarica. 
Oldfield, Neu-Süd-Wales. 

— Tasmanien. 
Oldham, Formosa (Japan). 
Otto E., Caracas. 

— Venezuela. 

— Kuba. 

Osmers, Sandwich-Inseln. 

P. 

Pabst C, Brasilien. 
Pancher, Neu-Kaledonien. 
Pappe, Südafrika. 
Papperitz, Pola (Istrien). 
Parish., Moulmein (Bhamo). 
Pasquier, Du., Brasilien. 
Pariatore, Italien. 
Patin M., Antioquia (1886). 

— Neu-Granada. 
Pavon, Mexiko. 

— Peru, Chile. 
Pearce, Peru. 

— BaSos. 

— Ecuador. 
Peckolt Gust., Brasilien. 
Perrottet, Neilgheris (Ostindien). 
Peters, Südbrasilien. 

Petter, Dalmatien. 

Pfau Riccardo, Costarica. 

Philippi, Chile. 

Pichler, Tirol. 

Pinet, Cantagallo (Brasilien). 

Planchon, Dr. J. E., verschiedene, auch 

viele tropische Orchideen. 
Poeppig, Kuba. 

— Peru. 
Pohl, Brasilien. 

Poiteau, Französisch-Guinea. 

— St. Domingo. 
Poitier, Cayenne. 
Porta et Rigo, Tirol. 

— Süditalien. 
Preiss, .A.ustralien. 
Prillieux, «ex herb. Prillieux». 
Purdie, Jamaika, Trinidad (überhaupt 

Antillen). 

— Neu-Granada 



Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Sammlungen. ig 



R. 

Rabenhorst («ex herb.») in Schöneberg. 
Ralph T. S., Enumeratio plantarum, 
Ober-Ägypten (Arabien). 

— Neu-Seeland. 
Ramond de la Sagra, Kuba. 
Ramsav, Sydney. 
Ravnewal, Graf v., Palermo. 

— Rom. 
Reboud, Constaniine. 
Redowski, Ochotskischer Meerbusen. 
Reed, Brasilien. 

Regneil, Brasilien (Minas Geraes), III., 

gesammelt 1871. 
Regnier, Cochinchina. 

— Slam. 
Reichenbach fil., Schweiz. 
Reinwardt, Java. 

Reuter, Schweiz, Südfrankreich. 
Richard A., Originalexemplare. 

— et Galeotti, Mexiko. 

— L. C. (ex herb. A. Richard) [Fran- 
zösisch-Guyana?]. 

Richter L., Umgebung von Budapest. 
Riedel, Brasilien. 
Rieraann, Siam, auch Bhamo. 
Rimann E., Kolumbien (Pasto), 10.000' 
(1880 ges.). 

— St. Catharina (Brasilien), 
Risso, Nizza. 

Riviere, aus verschiedenen Gärten. 
Roezl, Neu-Granada. 

— Bolivia. 
Rogowitsch A., Rußland. 
Röscher, Zanzibar. 
Roumeguere C., Südfrankreich. 
Rugel, Carolina, Vereinigte Staaten von 

Nordamerika. 
Ruiz, Peru. 
Rüppel, Abessinien. 

s. 

Salle, Westindien. 

Salvin, Guatemala. 

Salzmann, «Regio tingitana» (Tanger). 

Sartori, Griechenland. 

Sartorius, Mexiko. 



Saunders, Albanien. 

Saut er, Tirol, Salzburg. 

W. R. Sc. . . .? Enumerat. plantar. Novae 

Zelandiae. 
Schaffner Wilh., Pharmazeut in Mexiko. 
Scheyer, auch Schayer, Tasmanien, 
Schiede, Mexiko. 
Schimper W., Algier (Unio itineraria). 

— Abessynien, 

Schlim L., Neu-Granada (cur. J, Linden), 

Schleicher, Schweiz, 

Schlumberger, Rom. 

Schmidtchen G., Tolima, Frontino 
Antioquia. 

Schmitz, Mexiko. 

Schnittspahn, Rheinprovinz. 

Schoenefeld W. de, Frankreich. 

Schönheit, Thüringen. 

Seh oller, Kap. 

Schott, Plantae Transsilvaniae, 

Schschukin, Irkutsk. 

Schousboe, Reliquiae Maroccanae. 

Schultz-Bipont,, Rheingebiet. 

Schulze Max, Jena. 

Schweinfurth G., Reise nach Zentral- 
afrika. 

Schweinitz v., Nordamerika. 

Seemann, Fidji. 

— Hongkong. 
Seymour, Black Ranges. 
Sharp, India orientalis. 

Shachey and Winterbottom, Himalaja, 
Short C. W., Ohio, Kentucky, 

— Florida, 
Shuttlewort, Neu-Granada, 
Sieb er, Plantae rariores. 

— Flor, Trinitatis, Fl. Mauritiana, 
Fl, Nov. Holland, 

Sinclair Andrew, Neu-Seeland (Nord- 
insel), 

Sintenis P., Plantae Portoricenses, 

Stahl A., Puertorico. 

Steetz J, (Herbarium Steetz). 

Splitgerber F. L., Palermo. 
— ■ Surinam. 

Spruce R., Provinz Rio Negro (Bra- 
silien). 

— Ecuador, Plantae exsicc. aequator. 



20 



Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



Sprunner, Griechenland. 

Stephenson W., Neu-Seeland. 
— • Australian plants, 1844— 1846. 

Steinheil, B6ne (Nordafrika). 

Steudner, Abessynien. 

Stuart C, Tasmania. 

Sullivant, W. S., Ohio. 

Sulfur (Schiff) Expedition (leg. Hinds). 
Sandy Islands, Südküste von 
Australien, Neu-Hebriden. 

Suringar, Curacao, Antillen (Saba). 

Southerland, South Africa. 

Swartz, Westindien Tex herb. Alstroemer) 
(Originale). 



Teysmann, Java. 

Thwaites, Ceylon. 

Todaro, Flora Sicula. 

Torrey John, Dr., New York und Ver- 
einigte Staaten überhaupt. 

Travers, Neu-Seeland. 

Triana J., Neu-Granada (cur. J. Linden). 

Tucker, Mexiko. 

Tuckermann E. jun., Nova Anglia. 
— Vereinigte Staaten von Nord- 
amerika. 

Türckheim v., Guatemala. 

Turczaninow, Irkutsk. 

Tweedie, Uruguay, Paraguay. 

u. 

Unio itineraria C. J. Moser (i832). 

V. 

Vieillard, Neu-Kaledonien. 

W. 

Wagener, Venezuela, Guatemala, Neu- 
Granada. 

— Caracas. 
Wallace, Brasilien. 

Wallich, Plantae Indiae orientalis. 

— meist Originale (waren früher in 
Spiritus), von der Linnean Society 
in London erhalten (1873). 



Wallis, Neu-Granada. 

— Quito (Nanegal). 

— Philippinen, Neu-Granada. 
Warszczewicz v., Costarica. 

— Peru. 

— Guatemala. 
Warming, Lagoa Santa. 

Wawra, Petropolis, Enter Rios (Bra- 
silien). 
Webb, Italien. 
Weigelt, Surinam. 
Weir, Neu-Granada (Brasilien). 
Wendland, Guatemala. 

— Turialba. 

— Mexiko. 

— San Jose (Costarica). 
Welwitsch, Spanien. 

— Estremadura. 

— Fl. lusitanica. 

— Iter Angolense. 
Westberg, Schweden. 
Whitmee, Samoa. 

Widgren, Minas Geraes (Brasilien). 
Wight, Coimbatore (Ostindien). 
Wilkes, Taiti, Samoa, Fidji (überhaupt 
Wilkes-Expedition). 

— -Expedition, Tonga. 
Williams, sammelte für Patin, Tropi- 
sches Amerika (1878). 

Williamson, Assam. 
Willkomm, Spanien. 

— Algier. 
Wirtgen, Rheinprovinz. 
Wray L., Perak. 

Wright C, Plantae Cubenses Wrigh- 

tianae. 
Wullschlägel, Jamaika. 

— Guvana. 



Zahn, Costarica und Chiriqui. 
Zetterstedt J. et P., Dovretield (Nor- 
wegen). 
Zeyher, Südafiika. 
ZoUinger, Java. 

— Plantae Japonicae. 



Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Sammlungen. 21 



II. Verzeichnis jener Gartenliebhaber oder Gärtnereien, 
von denen Reichenbach Orchideen zur Bestimmung erhielt. 



B. 

Backhousen, «Nurserie York». 

Berkeley, r 

Bockett John S., London. 

Bull William, Chelsea (London). 

Bullen Rieh., Woodlands Nursery, 

Lewisham, S. E. 
Burbidge F. W., Trinitv College, Bo- 

tanical Garden. 



Carder, Shuttleworth E. & Comp. 

Casparv, Hortus Regiomontanus (Königs- 
berg) (Sept. 1866). 

Chantin A., Etablissement d'horticulture 
(Paris). 

Christy, London. 

Clapham, S. W. 

Colchester, New plant and bulb Com- 
pany, Lion Walk. 

Compagnie continental d'horticulture, 
Gand. 

Cooks on Normann, Oakwood, Wylam 
on Tyne. 

Corning E., Kenwood, Albanv bei New 
York. 

Courtauld S., Braintree, Essex. 

Cowan John, The Liverpool Horticul- 
tural Comp. 

Cross, Romsev. 

D. 

Day John, Tottenham High. 
De Smeet-Davivier, Gand. 
Drewett o Drewett, Riding Mill on 
Tyne, Northumberland. 

G. 

Societe anonyme, Gand (Compagnie 
continentale d'horticulture). 

Gaskell Holbrook Woolton Wood, near 
Liverpool. 



Giroud. 

Godeffrov-Lebeuf, Argenteuil. 
Gownsmen, London, Oxford und Cam- 
bridge Club, Fall Mall, S. W. 

H. 

Haage und Schmidt, Erfurt. 

— — Besonders aus Joinville (Bra- 
silien). 

Hall Farmer, Eftingham, Surrey. 

Heath and Son, Cheltenham. 

Hincks J., Breckenbrough, Thirsk. 

Hoffmannsegge v., Dresden (ca. 1849). 

Holland Walter, Lindwood, Morsley 
hill, Liverpool. 

Hruby, Petschkau bei Kolin (Böhmen). 



Jacob-Makov L. et Comp., Liege. 
Josst (Hortulanusj, bei Prinz Rohan 
(Prag). 

K. 

Keil, Leipzig (Privatgarten). 
Kienast L., Zürich. 

Kopenhagen, com. Oerstedt (Hort. bot.). 
Kramer F., Flottbeck (bei Hamburg). 
Hortus Krupp. 

L. 

Landy /\. F. Maior, Sunberg on Thames. 

Law P'red., ? 

Lawrence, London, S. W., Prince's 

Gate 57. 
Leaney E., The gardens Malvern house, 

Svdenham, S. E. 
Lee William, Downside, Leatherhead. 
Leide mann A. and Comp., Newcastle 

upon Tyne. 
Leyden, <ex horto Leyden». 
Low Hugh., Clapton Nursery, London, E. 
Lüddemann G., Etabliss. d'horticulture, 

Paris. 



Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger. 



M. 

Makoy L. et Comp., Liege. 
Massange de Louvrex, Baillonville. 
Measurv, r 

Mitchell E. (R. F. Ainsworth Esq.) Cliff 
Point Broughton, Manchester. 

o. 

Ortgies, Zürich. 

Osborne J., The Gardens Willon house, 
Southampton. 

P. 

Pearce, cult. Orch. 

Peeters A., Etabl. d'horticulture, St. 

Giller-Bruxelles. 
Percival R. P., Clevelands, Westcliff 

Read, Birkdale, Southport. 
Protheroe and Morris, New Horticul- 

tural auction rooms, Cheapside, 

London, E. C. 
Pynaert-Van Geert Ed., Gand. 

R. 

Regel, St. Petersburg. 

Regnier A., Etablissement d'horticulture, 
Fontenay s. ßois (Seine), Frank- 
reich (ca. 1888). 

Riviere Aug., Jardin d'ecole de Me- 
decine, Paris (ca. 1855). 

Ross, Castagnolo (Italien). 

Rothschild v.. Hohe Warte (Wien). 
— Adolf V., Pregny bei Genf. 

Royal exotic Nursery (Chelsea), Oliver. 

Rucker, ? 

S. 

Salter T., Sydenham. 

Sander F. & Comp., St. Aibans (Eng- 
land). 

Saunders, London. 

Schiller, Generalkonsul, Hamburg. 

Schofield Gust., Manor house, Bowes 
near Darlington. 



Shuttleworth, Carder & Comp, igi. 
Park road, Clapham. 

Sillem, Lawrie Park, Svdenham (Eng- 
land). 

Siebrecht u. Wadley, Nurserimans, 
New York. 

Stange . . ., Hamburg? 

Strauß H., Samen- und Pflanzenhand- 
lung, Ehrenfeld bei Köln. 

Strickland, Whitby. 

T. 

Teysmann, Java. 

Thomson W. and Sons, Clowenfords 
bv Galashiels, N. B. 

V. 

Van Houtte Louis, Gand (Kegel, hor- 

tuJanus?). 
Van n er, wo? 
Veitch James and Sons, Exotic nurseries, 

Kings road, Chelsea, 
Vervaet E. &Comp., Etabl. horticoleMont 

St. Amand-lez-Gand. 
Vipaw J. A. M., Stibbington Hall, Wans- 

ford (war auch in Burmali). 

W. 

Walk Lion, Colchester (New Plant and 

Bulb Company). 
Wallaert E. — Van der Rest, Brüssel. 
Wendland, kultivierte in Herrnhut. 

— Gotenburg. 
Williams B. S., Victoria Nurseries, Upper 

Holioway (London N.J. 
Wilson, 
Winn Charles, The uplands selly hill 

near Birmingham. 
Wright Alfr., Essex. 
Wrigley Edwin G., Howick house, 

Preslon, Lancashire. 



:York»-Nurserie (J. ßackhouse^ 



Verzeichnis der im Orcliideeahierbare von Reichenbacii fil. enthaltenen Sammlungen. 



23 



III. Pausen von Orchideen von Reichenbachs Hand 
aus den Herbaren von: 



Berlin, 

Britisch-Museum, 

Bonpland, 

Breda, Kühl und Van Hasselt, 

Lindlev, 

Kew, 

Prag, Universität (Haenke, Presl), 

Hooker fil., 

Leydener Reichsherbarium, 

Martius (Brasilien), München, 



Delessert, 

Pavon, 

Kunth im Herb. Berlin, 

Bonpland im Herb. Berlin, 

Warming, 

Wallich, 

Roxburgh, 

Wallis (Jaen, Peru), 

Poeppig. 



IV. Pausen von Tafeln oder einzelne Tafeln 
als solche aus folgenden Werken: 



Velloso, Flora Fluminensis (Rio de 

Janeiro). 
Knowles und Westcott, The Birming- 
ham Botanic Garden or Midland 

Floral Magazin. 
— — The Hör, Cabinet and Magaz. 

of exotic Botanic. 
Paxton, Magazin of Botany. 
Karsten, Florae Columbiae specimina 

selecta. 
Griffith, Icones plantarum Asiaticarum. 
Humboldt et Bonpland, Planlae aequi- 

noctialis per regnum Mexici. . . . 
Petit-Thouars, Orchidees des isles Afri- 

caines. 



Curtis, Bot. Magazin. 

Edwards, Botan. Register. 

Lindenia. 

Reichenbachia. 

Van Houtte, Flore des serres. 

Wight, Icones plantar. Indiae orientalis. 

Linden et Paxton, Flower Garden 

(Vol. I — III). 
Loddiges, Botanic Cabinet. 
Hooker, Flora exotica. 
Lindlev, Genera et Spec. Orchidearum. 
Pöppig u. Endlicher, Nova species et 

genera plantarum. . . . 
Presl, Symbol, bot. (1892). 



V. Originalzeichnungen und Aquarelle von: 



C o o p e r M. (Aquarellskizzen mit Nummern 
versehen, samt Verzeichnis), un- 
gefähr 1866. 

Endres, Costarica. 

Parish C, Moulmein. 

Dav J., Kultivierte Orchideen. 

Kegel H., Orchideen aus Surinam, 1849 
dort für Van Houtte gesammelt. 



Klaboch E., Tropisches Amerika. 
Moore T. 

Lehmann F. C, Tropisches Amerika. 
Warszczewicz v.. Zentral- und tropi- 
sches Amerika. 
Pfau Riccardo, Zentralamerika. 
Hübsch, Zentralamerika. 
Rein war dt, Java. 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente 
gesammelten Flechten. 



Von 

/. Steiner. 



\j\t hier im Zusammenhange aufgezählten Flechten wurden von Herrn 
J. Bornmüller gesammelt und im Laufe der Jahre von mir bestimmt. Die ge- 
samten Belege für diese Aufzählung wurden den Sammlungen der Botanischen 
Abteilung des Naturhistorischen Hofmuseums in Wien einverleibt.^) 

Verrucariaceae. 

Verrucaria attica Stnr. 

Aegyptum, desertum Libycum, prope Amria ad lacum Muriat, calcicola 
(sine no.). 
Verrucaria viarmo7'ea var. piirptirascens DC. 

In Libani regione media, ad Bhamdün, 1200 — i3oo m. s. m. (sine no.). 
Verrucaria acrotella (Ach.) Nyl. 

Anatolia, Amasia, ca. 600 m. s. m., in rupibus (no. 2328). 
Staurothele Ambrosiana (Mass.) Lettau. 

Persia, insula Karrak ad Bushir, ad saxa non calcarea (sine no.). 



') Bornmüller teilt mir bei Überweisung seiner Lichenen folgendes über deren Herkunft mit: 
«Die kleine Sammlung orientalischer Flechten, die ich dem k. k. naturhistorischen Hofmuseum zu über- 
reichen mir gestatte, enthält alles, was ich im Osten an Lichenen mitgenommen habe; denn leider 
habe ich auf meinen Reisen, die fast nur der Erforschung der Phanerogamenflora galten, nur ganz 
selten einmal auch den niederen Kryplogamen eine gewisse Beachtung geschenkt: das Meiste, werden 
Sie sehen, entstammt der Umgebung der Stadt Amasia in der Provinz Pontus und dem Strandgebiet 
der Stadt Mudania in Bithynien, eingesammelt jeweilig in den ersten Tagen der ersten und dritten 
anatolischen Reise (,Plantae exsicc. Anatoliae oricntalis a. 1889' und ,Iter Anatolicum tertium a. 1899'). 
Von letzterer rühren auch die Funde vom Sultan-dagh bei Akscheher her. Dann botanisierte ich 
Flechten im Jahre 1906 am Yamanlar-dagh bei Smyrna (,Plantae exsicc. fior. Lydiae et Cariae') und im 
Jahre 1910 in Ägypten in der steinigen Wüste am Westsaum des Mariut-Sees, westlich von Alexandrien 
(,Iter Aegyptiarum a. 1908'). Nur wenige Stücke entstammen den beiden nach Syrien und Palä- 
stina unternommenen Reisen (1897 ^^^ '9'0) und der ersten persischen Reise (,Iter Persico- 
turcicum a. 1892 — 1893), z. B. Persischer Golf, Maskat. Von der zweiten persischen Reise (,Iter 
Persicum alterum a. 1902') finden- sich in der Sammlung einige Flechten von der höchsten Region des 
Demawend (Eiburs) und aus dem Wald- und Küstengebiet Gilans vor. Schließlich heimste ich auf 
einer im Jahre 1891 gemeinsam mit P. Sintinis nach Thrakien und Thessalien unternommenen Tour 
einen Posten Rindenflechten in der mittleren Zone des Berges Athos ein. Fast alle Arten, auch wo 
nur 1 — 2 Stücke eingesammelt wurden, erhielten eine laufende Nummer, die Dubletten wurden den be- 
treffenden Exsikkatenserien beigegeben. Die ain Athos und bei Amasia gesammelten Exsikkaten tragen 
die seinerzeit von dem schlesischen Lichenologen B.Stein (Breslau) gegebenen Bestimmungen. Josef 
Bornmüller.» Dr. A. Zahlbruckner, Leiter der Botanischen Abteilung. 



Aufzähluna der von J. ßornmüUer im Oriente gesammelten Flechten. 25 



Dermatocarpaceae. 

Dennatocarpon miniatum (L.) Mann. 

Persia, provinc. Farsistan, ad Schiraz, ca. 1600 m s. m., saxicola (sine no.). 
f. papillosum (Anzi) Müll. -Arg. 

Anatolia, Amasia, in monte Logman, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2762). 

Trypetheliaceae. 

TomaselUa arthonioides Mass. 

• Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600— 700 m s. m., fraxinicola 

(sine no.). 

Mycoporaceae. 

Mycoporum erodens Stnr. 

Bithynia: in rupestribus maritimis prope Muciiania (no. 8573 pr. p., 
3574 pr. p., 3590 pr. p., 3591 pr. p.). 

Arthoniaceae. 

Arthonia gal acutes (DC.) Duf. 

Anatolia borealis, ad Trapezunt, corticola (sine no.). 
Arthonia melanophthabna DC. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 

(sine no.). 

Graphidaceae. 

Opegrapha varia Pers. 

Macedonia, in monte Athos ad Kerasia, 600—700 m s. m., corticola 

(sine no.). 
Graphis scripta (L.) Ach. 

Anatolia orientalis, in monte Kara-dagh prope Kansa, ca. 600 m s. m., 

corticola (no. 2749). 
var. serpentina Ach. 

Anatolia orientalis, in monte Kara-dagh prope Kansa, ca. 600 m s. m., 

corticola (no. 2743). 

Roccellaceae. 

Roccella fucoides (Dicks.) Wain. 

Arabia australis, Markat. In den Bazaren bei den Kräuterhändlern, ara- 
bisch «schena»; dient als Stärkemittel für Frauen und wird zusammen mit 
Hanna und Myrrhe auf den Kopf gestreut. 

Diploschistaceae. 

Diploschistes scruposus (L.) Norm. 

Bithynia, in regione subalpina montis Olympi, ca. i3oo m s. m., ad 
terram (no. 3582). 
Diploschistes albissimus (Ach.) Stnr. 

Persia australis, provincia Farsistan, ad Kaserun, ca. 800 m s. m. (n. 5164). 
Diploschistes ocellatus (DC.) Norm. 

Anatolia orientalis, Amasia, in rupestribus partis inferioris montis Log- 
man, ca. 500 m s. m. (no. 2784, 2758 pr. p.). 



20 J. Steiner. 

Diploschistes actinostomus (Pers.) A. Zahlbr. 

Persia borealis (Gilan): in valle fluminis Sedifrud, supra Rodbar, 
ca. 700 m s. m., rupicola (sine nr.). 

CoUemaceae. 

Collema gi-anosum var. pidposulum (Ach.) Hepp. 

Mt. Libani australis, in declivitatibus occidentalibus ad pagum Biiamdün, 
1200 — i3oom s. m., ad terram (sine no.). 
Collema pulposum (Bernh.) Ach. 

Bithynia, ad Brussa, in faucibus vallis Gögdere, ad terram (sine no.) 
Collema midtißdum var. marginale (Scop.) Schaer. 

Anatoha orientalis, Amasia, in rupestribus (no. 2757). 

Stictaceae. 

Lobaria pidmonaria (L.) Hoffm. 

Peninsula Hagion Oros, Karyaes, ad truncos castanorum, sterilis (no. 1572). 

Peltigeraceae. 

Peltigera canina (L.) Hoffm. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2335). 
Peltigera rufescens (Sm.) Hoffm. 

Anatolia, Amasia, 400— 500 m s. m., ad terram (no. 2315 pr. p.). 

Lecideaceae. 

Lecidea atrobrunnea (Ram.) Schaer. 

Phrygia, in regione subalpina et alpina montis Sultan-dagh prope Ak- 
scheher, vilajet Konia, 1500— 1800 m s. m., saxicola (no. 3564 et 3552). 
Lecidea fuscoatra (Hoffm.) Ach. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, vilajet 
Konia, ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3588 pr. p.). 
Lecidea grisella Flk. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1800 m s. m., saxicola (no. 3554 pr. p.). 
Lecidea auriculata Th. Fr. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1500 m s. m., saxiola (no. 3557). 
var. diducens (Nyl.) Th. Fr. 

Cum typo (no. 3559 pr. p., 3589). 
Lecidea brachyspora Th. Fr. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. igoo m s. m., saxicola ( no. 3589 pr. p.). 
Lecidea latypi:[a Nyl. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2760 pr. p.) et 
supra Siaret, ca. 500 m s. m. (no. 2763 pr. p.); Phrygia, in regione subalpina 
montis Sultan-dagh, ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3558 pr. p.). 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. 27 

Lecidea parasema Ach. 

Persia borealis (Gilan), Rudbar, in valle fluminis Sedifrud, ad ramos 
Paliuri (sine no.). 

Lecidea iutumescens Nyl- 

Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smvrna, 
ca. 800 m. s. m., rupicola (sine no.). 
Lecidea enteroleuca (Ach.) Arn. 

Bithynia, in regione subalpina montis Olympi (Keschisch-dagh), ca. i3oo m 
s. m., saxicola (no. 8580 pr. p.). 
var. pungens (Kbr.) Arn. 

Anatolia, Amasia, supra Siaret, 600 — 700 m s. m., saxicola (no. 2743). 
var. elbursensis Stnr. nov. var. 

Hymenium et hypotheciuni inspersa ut in var. epipolioides Stnr., reactio 
J ope in hymenio provacala eadem, sporae et conidia sufficienter convenientia, 
sed apothecia majora, saepe 1-5 mm late, tandem convexe, non rare 2—4 con- 
globata, margine retruso, epithecium h. i. in chalybaeum viride, saepe autem 
in vinosum vergens ut pars corticalis excipuli et thallus tenuior, simpliciter 
diffracte areolatis, areolis planis (rare subconvexulis), parvis, rare ad 07 mm 
latis, argillaceo-pallidus, caeterum KHO non coloratus ut in var. epipo- 
lioide. 

Persia borealis, in monte Eiburs, ad saxa non calcarea (sine no.). 
Lecidea parasema (Ach.) Arn. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 

Lecidea olivacea (Hotfm.) Arn. 

Anatolia Orientalis, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., corticola 
(no. 2816 pr. p., 2741 pr. p.); Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 
600 — 700 m s. m., ad truncos quercuum (sine no.). 
Lecidea (sect. Psora) decipiens (Ehrh.) Ach. 

Anatolia australis, Amasia, in monte Logman, ca. 1500 m s. m., ad terram 
nudam (sine no.); Libanon australis, in regione occidentali media ad Bham- 
dün, 1200 — iSoo m s. m. (sine no.). 
Catillaria chalybaea (Borr.) Arn. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 356g pr. p,); 
Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
ca. 800 m s. m. (sine no.). 
Toninia (sect. Thalloidima) coeruleo-nigricans (Lghtf.) Th. Fr. 

Anatolia orientalis, Amasia, in rupestribus montis Logman, ca. 500 m 
s. m. (no. 2755); Bithynia, ad Brussa, in faucibus vallis GÖgdere, ca. 200 m 
s. m., ad terram (sine no.). 
Rhi:{ocarpon geographicum (L.) DC. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m, saxicola (no. 2760 pr. p.); Phrygia, 
Akscheher, vilajet Konia, in regione subalpina et alpina montis Sultan-dagh, 
1500 — 1800 m s. m. (no. 3551 pr. p., 3553 pr. p., 3558 pr. p., 3561 pr. p., 
3566 pr. p., 3565 pr. p., 3586 pr. p., 3588 pr. p.); Bythinia, in rupibus mari- 
timis prope Mudania (no. 3572). 



28 J. Steiner. 

Rhi:{oca7'pon distinctiim Th. Fr. 

Anatolia Orientalis, in rupibus prope Amasia ad pagum Siaret, ca. 500 m 
s. m., saxicola (no. 2822 pr, p.); Lydia, in monte Yamanlar-dagh ditionis urbis 
Smyrna, ca. 800 m s. m. (sine no.). 
f. olympicum Stnr. 

Bithynia, in regione subaipina montis Olympi (Keschisch - dagh), 
ca. i3oo m s. m., saxicola (no. 3580); Lydia: in monte Yamanlar-dagh ditionis 
urbis Smyrna, ca. 800 m s. m. (sine no.). 
Rhi^^ocarpon concentricum (Dav.) Beltr. 

Bithynia, in rupibus maritimis prope Mudania (no. 8569 pr. p.). 
Rhi:{ocarpon Montagnei Körb. 

Persia, provincia Gilan, in valle fluminis Sedifrud, supra Rudbar, 
ca. 700 m s. m., rupicola (sine no.). 
Rhi:[oca7pon geminatiim (Fr.) Körb. 

Anatolia orientalis, Amasia, 500 — 600 m s. m., saxicola (no. 2760 pr. p.); 
Phrygia, in regione subaipina montis Sultan-dagh prope Akscheher, ca iSoo m 
s. m., saxicola (no. 8588 pr. p., 3568). 
Rhi^ocarpon (sect. Catocaipori) simillimmn var. by:[antinum Stnr. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3571 pr. p., 
3585 pr. p.). 

Gyrophoraceae. 

Gyrophora cjdindrica var. toniata Ach. 

Persia borealis, in monte Demawend, in regione alpina, ca. 2600 m. s. m., 
ad saxa (sine no.). 

Cladoniaceae. 

Cladonia rangiformis Hoffm. 

Caucasus occidentalis, in coUibus ad Noworosisk, ad terram (no. 3598). 

war. foliosa Flk. 

Cum typo (no. 3596, 3599 pr. p.). 

Cladonia furcata f. pinnata Flk. 

Anatolia orientalis, Amasia, in apricis vinearum (no. 276g). 

Cladonia pyxidata (L.) Fr. 

Anatolia orientalis, supra Amasia, 400 — 600 m s. m., ad terram (no. 2767) 
et in rupestribus montis Logman (no. 2779). 
Cladonia foliacea var. convohita (Lam.) Wain. 

Anatolia orientalis, Amasia, in vineis (no. 2770, 23i5 pr. p.); Syria, in 
monte Libanon, in pinatis ad Brummana (no. 996); Caucasus occidentalis, 
in collibus ad Noworosisk (no. 3597); Thracia, ad Dedeagatsch (sine no). 

Acarosporaceae. 

Biatorella (sect. Sarcogyne) simplex (Dav.) Br. et Rostr. 

Phrygia, in regione subaipina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
vilajet Konia, ca. 1900 m s. m., saxicola (no. 3589 pr. p.). 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. 'ZQ 



Acarospora discreta (Ach.) Th. Fr. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2760 pr. p., 
2752 pr. p.); Phrvgia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1500m s. m., saxicola (no. 8560 pr. p.). 
Acarospora microphthalma Stnr. in Annales Mycologicae, 19 10, p. 220. — Müll.- 
Arg. in «Hedwigia», Vol. XXXI, 1892, p. 155, sub Placodio. 
var. insensihilis Stnr. nov. var. 

Notis caeteris omnibus cum planta typica congruens sed regulariler nee 
cortex nee medulla Ca Gl, O2 coloratur, rare cortex extus spuria in rubrum 
mutatur. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
vilajet Konia, ca. i3oo m s. m., ad saxa non calcarea (sine no.). 
Acarospora glaucocarpa (Wahlbg.) Körb. 

Anatolia orientalis, Amasia, prope Siaret, 500—600 m s. m., saxicola 
(no. 2758 pr. p.). 
Acarospora percaena (Ach.) Stnr. 

Bithynia, ad rupes maritimos prope Mudania (no. 3585 pr. p.); Persia 
australis, provincia Farsistan, Kaserum, in montibus calcareis, 800 m s. m. 
(no. 5166 pr. p.). 
Acarospora sulphurata Arn. 

Anatolia orientalis, Amasia, in rupestribus montis Logman, 600 m s. m. 
(no. 2326). — Dieser Fund ist pflanzengeographisch von großem Interesse. 
Acarospora Bornmülleri Stn. nov. spec. 

Planta affinis Acarosporae fuscatae majori vel A. impressulae Th. Fr., 
ab anteriore autem praesertim sporis latioribus, ellipticis, a posteriore reactione 
Ca CI2 O2 provocata et areolis et apotheciis majoribus diversa. 

Areolae primum subdispersae, deinde arcte congestae, obscure vel sub- 
nigricenti-fuscae, madefactae paulio dilutiores, angulosae vel saepe subrotun- 
datae, siccae subconcavulae, madidae subplanatae, Ca Gl, O^ cortex in toto et 
hyphae inter goniangia bene rubent. 

Cortex superior ad 3o ij. crassus, ex hyphis plus minus perpendiculariter 
intricatis et cellulosis formatus, extus fuscus et strato emortuo incolore, bene 
separato, 8—10 [x crasso tectus. Cortex lateralis et inferior extus obscure vel 
nigricenti-fuscus, sed minus distincte separatus. Stratum gonidiale interruptum, 
goniangiis elongatis et saepe obliquis fere ut in A. theobromina Hue. Apo- 
thecia plana, immersa, fere cum thallo concoloria, madefacta regulariter thallo 
paulio obscuriora, ad 07 mm lata, subrotunda vel irregularia, simplicia vel sub- 
composita, margine thallode elato fere nullo. Excipulum angustius, marginale 
et laterale h. i. infuscata, non rare cum fasciculis medullaribus ex hyphis fere 
simphcibus formatis confluens, strato gonidiali, goniangiis rarescentibus sub- 

posito. 

Sporae late eUipticae, 4— 5-5(6)1/ longae et 3 — 3-9(4)1.;. latae, rarius 
bene evolutae. Hymenium J ope e cöeruleo mox fulvescit. 

Phrygia, in regine subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, i3oo m 
s. m., ad saxa granitice (no. 3568). 
Acarospora chlorophana (Wahlbg.) Mass. 

Persia borealis, in valle fluvii Sedifrud prope Rudbar, ca. 700 m s. m., 
rupicola (sine no.). 



3o J. Steiner. 

Glypholecia scabra (Pers.) Th. Fr. 

Persia borealis, mons Eiburs, ditionis montis Demarwend, ad Karaw. 
Bartek, in valle fluvii Lar, 2600 m s. m., saxicola. 

Pertusariaceae. 

Pertusai'ia inqiiinata (Ach.) Th. Fr. 

Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
800 m s. m., rupicola (sine no.). 
Pertusaria Wiilfenii (DC.) Fr. 

Macedonia, in Monte Athos prope Kerasia, 600— 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
Pertusaria amara f. rupicola Arn. 

Anatolia orientaHs, Amasia 400 m. s. m., saxicola (no. 2760). 
Pertusaria leiopJaca (Ach.) Schaer. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
Pertusaria personata (Th. Fr.) Stnr. 

Anatolia Orientalis, Amasia, supra Siaret, 500 m s. m., saxicola 
(no. 2763 pr. p.). 

Lecanoraceae. 

Lecanora atra (Huds.) Ach. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan -dagh prope Akscheher, 
ca. iSoo m s. m., saxicola (no. 3587 pr. p.); Bithvnia, in rupestribus maritimis 
prope Mudania (no. 3583); Anatolia occidentalis, Amasia prope Siaret, 
ca. 500 m s. m. (no. 2322 pr. p., 2763); Lydia, in regione pinetorum montis 
Yamanlar-dagh prope Smyrna, ca. 800 m s. m., saxicola (sine no.) 
var. urceolata Mass. 

Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh, ditionis urbis Smyrna, 
ca. 800 m, ad saxa non calcarea (sine no.). 
var. deplanata Stnr. nov. var. 

A var. grumosa (Ach.) proxima areolis adhuc planioribus, saepe quidem 
torulis parvis inaequalibus, sed ubique argillaceo pallidis non obscuratis nee 
sorediosis diversa. 

Thallus cinereo vel subargillaceo pallidus, madefactus concolor vel spurie 
in glaucum vergens, post partem periphericam, subdecussam, prothallo atro 
saltem secundaria clrcumdatam, primum tenuius et angustius (0*4 — 0"6 mm lat.) 
areolatus, areolis irregularibus, planis vel convenulis, mox incrassatus et pro- 
funde diffracte areolatus, ad 1-5 mm crassus, areolis angulosis vel rotundate 
angulosis, saepe 1-5 mm latis, planius sed saepe conferte torulis parvis in- 
aequalibus, h. i. secundarie obiter fissis, nunquam sorediatis nee obscuratis. 
KHO thallus extus et intus intense, pp. subaurantiae lutescit. 

Apothecia adsunt atra orbicularia ad i mm lata, h. i. autem 2 — 3 con- 
fluentia, plane immersa, thallo non elate marginata, disco piano, madifacto 
paullo vel non turgescente. Interna structura ut in planta typica. Sporae 
late ellipticae, 9 — 13 jj, long, et 6 — 8 (9) [j. lat. 

J ope hymenium primum mediocriter coerulescit, deinde in sordide 
fusculum decoloratur ascis diutius subcoerulescentibus. 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. 3l 



Pvcnides percrebrae, parte poruli nigra et sub microsc. coeruleo-vindi, 
ca. o'i — o"i5 mm latae. 

Conidia recta vel rare subrecta, i3 — 21 jj- lg., ca. oS [j. lt. 

Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
saxicola (sine no.). 

var. macedonica Stnr. nov. var. 

Accedit ad var. calcaream Jatta et ab ea thallo farinoso, apotlieciis lo- 
batis et margine extenuato differt. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., saxicola 

(sine no.). 
Lecanora Montagnei Fr. 

Persia borealis (Gilan), in valle fluvii Sedifrud prope Rudbar, saxicola 

(sine no.). 
Lecanora angulosa (Schreb.) Nyl. 

Anatolia orientalis, in monte Sana-dagh, in ditione oppidi Amasia, 
ca. 1500 m s. m., corticola (no. 23i6 pr. p.); Macedonia in monte Athos prope 
Kerasia, 600—700 m s, m. (sine no.). 
Lecanora pallida (Schreb.) Schaer. 

Anatolia, Amasia, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., corticola 

(no. 2741 pr. p.). 
Lecanora subjusca var. variolosa Fw. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., ad Quercus 

(sine no.). 
var. glabrata Ach. 

Cum priore. 
Lecanora allophana (Ach.) Nyl. 

Anatolia orientalis, Amasia, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., cor- 
ticola (no. 2741 pr. p.); Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, ad Quercus 
(sine no.). 
Lecanora chlarona (Ach.) Nyl. 

Anatolia, Amasia, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., corticola 
(no. 1772 pr. p.); Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600—700 m s. m. 
(sine no.), 
Lecanora intiimescens (Rebent.) Körb. 

Anatolia, Amasia, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., corticola 

(no. 1772 pr. p.). 
Lecanora crenulata (Dicks.) Nyl. 

Anatolia, Amasia, prope Siaret, 500- 600 m s. m., saxicola (no. 2758 pr. p.); 
Persia australis, insula Karrak ad Bushiri, ad saxa calcarea (sine no.). 

Lecanora sambuci (Pers.) Nyl. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600—700 m s. m., corticola 

(sine no.). 
Lecanora sordida (Pers.) Th. Fr. 

Phrygia, in regione alpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, vilajet 
Konia, ca. i3oom s. m., saxicola (no. 8555 p. p., 3564 pr. p.). 

var. bicincta (Ram.) Th. Fr. 

Cum priore (no. 3555 pr. p.). 



32 J. Steiner. 

Lecanora sulphurata Ach. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania ( no; 3573 pr. p., 
3590 pr. p., 3574 pr. p., 3592 pr. p. ). 

var. ßavescens Bagl. 

Cum priore (no. 3584 pr. p.); Lvdia, in regione pinetorum montis 
Yamanlar-dagh ditonis urbis Smyrna, ca. 800 m s. m., rupicola (sine no.). 

Lecanora siilphurea (Hoffm.) Ach. 

Anatolia, Amasia, supra Siaret, 700 m s. m., saxicola (no. 2322 pr. p., 
2329); Lydia, in monte Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, ca. 800 m s. m., 
saxicola (sine no.). 

Lecanoj'a psarophana Nyl. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3590 pr. p.). 

Lecanora badia var. cmerascens Nyl. 

Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
ca. 800 m s. m., ad saxa non calcarea (sine no.). 

Lecanora (sect. Aspicilia) alpina Smrft. 

Phrygia, in regione alpina montis Sultan -dagh prope Akscheher 
(no. 3554 pr. p.) und ebendaselbst in einer Form mit etwas längeren (bis 20 \j. 
langer) Sporen und sich der Lecanora rubiginosa (Krph.) Star, nähernd 
(no. 3555). 
Lecanora (sect. Aspicilia) intermiitans Nyl. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3585 pr. p., 
3590 pr. p., 3591 pr. p.). 

var. concreta Stnr. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2751). 

var. contortoides Stnr. 

Lvdia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
ca. 800 m s. m., ad saxa non calcarea. 
Lecanora (sect. Aspicilia) reticulata (Krph.) Stnr. nov. comb. 

Anatolia orientalis, Amasia, prope Siaret, 700 m s. m., saxicola (no. 2733, 
2759 pr. p.); Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Aksche- 
her, ca. i3oo m s. m., saxicola (no. 3553 pr. p.. 3568 pr. p., 3586 pr. p.). 
var. trachytica (Mess.) Stnr. nov. comb. 

Persia borealis, Gilan, in valle fluvii Sedifrud supra Rudbar, 700 m s. m., 
ad saxa non calcarea (sine no.). 
Lecanora (sect. Aspicilia) calcarea (L.) Ach. 

Desertum Libycum, prope Amria ad lacum Mariut, calcicola (sine no.). 
Lecanora (sect. Aspicilia) coronata (Mess.) Stnr. 

In Libyae regione media, ad Bhamdün, calcicola (sine no.). 
Lecanora (sect. Aspicilia) gibbosa (Ach.) Della Torre et Sarnth. 

Phrvgia, in regione alpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1800 m s. m., saxicola (no. 3553 pr. p.j. 
Lecanora (sect. Aspicilia) cupreoatra Nyl. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3553 pr. p., 3563 pr. p., 3566 pr. p., 3565, 
3586 pr. p., 3587 pr. p.). . 



Aufzählung der von J. Rornmüller im Oriente gesammelten Flechten. 33 

Leca)wra (sect. Sphaerothallia) esciilenta (Eversm.) Stnr. 

Phrvgia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, sa- 
xicola (no. 355g pr. p.). 
Lecanora (sect. Placodiiim) subradiosa Nvl. 

Phrygia, Akscheher, in regione alpina montis Sultan-dagh, ca. 1800 m 
s. m., saxicola (no. 3556). 
Lecanora (sect. Placodiiim) crassa (Huds.) Ach. 

f. benacensis Mess. 

Anatolia orientahs, Aniasia, in parte inferiore montis Logman, ca. 500 m 
s. m. (no. 2738). 
f. dealbata Mess. 

Cum priore (no. 273g pr. p.). 
f. cetrarioides Mess. 

Cum priore (no. 2739 pr. p.). 
f. caespitosa Schaer. 

Syria, in Libano austrah, ad latus occidentale prope Bhamdün, 1200 — 
i3oom s. m. (sine no.). 
Lecanora 1 sect. Placodiiim) lentigera (Ach.) Web. 

Persia australis, ad Schahpur et Kumaredsch (no. 5166). 
Lecanora (sect. Placodiiim) concolor Ram. 

Persia borealis, in monte Eiburs, in regione alpina montis Tatschal, 
ca. 38oo m s. m., rupicola (sine no.). 
Lecanora (sect. Placodiiim) disperso-areolata Schaer. 

Persia borealis, in monte Eiburs, in regione alpina montis Tatschel, 
ca. 38oo m s. m., rupicola (sine no.). 
Lecanora (sect. Placodium) muralis var. versicolor (Pers.) Körb. 

Persia australis, prope Schiraz, saxicola (sine no.); Anatolia, Amasia, 
prope Siaret, ca. öoo m s. m. (no. 2317). 
Lecanora (sect. Placodium) albomarginata Nyl. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1500 m s. ni. (no. 3561 pr. p., 3564 pr. p.). 
Lecanora (sect. Placodium) Gerovaglii var. areolata Leight. 

Anatolia Orientalis, .^masia, in rupestribus montis Logman. 500 m s. m. 
(no. 2765, 23 18); Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope 
Akscheher, ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3563 pr. p.). 
var. diffracta (Ach.) Stnr. nov. comb. 

Anatolia, Amasia, in monte Logman, 400 — 500 m s. m., saxicola 
(no. 2764 a); Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis 
Smvrna, ca. 800 m s. m., saxicola (^sine no.). 
Lecanora (sect. Placodium) heteromorpha (Ach.) Th. Fr. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, 
ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3564 pr. p.); Persia borealis, in monte Dema- 
wend, in regione alpina, 2600 m s. m. (sine no.). 
Lecanora (sect. Placodiuin) melanophthahna (Rem.) Th. Fr. 

Cappadocia, in monte Argaeo, 2800 m s. m., saxicola (no. 23i3j; Persia 
borealis, in monte Eiburs, in excelsis alpinis in cacumine montis, Tachti-Solei- 
man, 4800 m s. m., rupicola (sine no.). 

Annalen des k. U. uaturhistorischen Holmuseunis, Bd. XXX, igiO. 3 



34. J- Steiner. 

var. obsciira f. peltata Stnr. 

Persia boreaüs, in monte Eiburs, in regione alpiiia montis Tatschal, 
ca. 36oo m s. m., rupicola (sine no.). 
Ochrolechia parella (L.) Mess. 

Bithvnia, in rupibus maritimis prope Mudania (no. 8584 pr. p.); Lydia, 
in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, saxicola 
(sine no). 
Lecania cyrtella (Ach.) Oliv. 

Macedonia, in monte Athos, prope Kerasia, 600 — 700 m. s. m., querci- 

cola (sine no.). 
Lecania dimeru (Nyl.) Th. Fr. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 

(sine no.). 
Lecania syringea (Ach.) Th. Fr. 

Anatolia Orientalis, prope Kansa ditionis Amasia, 500 m s. m., corticola 
(no. 2749 pr. p.). 
Candelariella vitellina (Ehrh.) Müll. -Arg. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 500 m s. m., saxicola (no. 2759 pr. p., 
2760 pr. p.) et ibidem in monte Logman, 700 m s. m. (no. 2327); Phrygia, 
in regione subalpina montis Sultan-dagh prope Akscheher, ca. 1500 m s. m. 
(no. 3560 pr. p., 3565 pr. p.); Lydia, in regione pinetorum montis Yamanlar- 
dagh ditionis urbis Smyrna, ca. 800 m s. m., saxicola (sine no.). 
Haematomma Lydica Stnr. nov. spec. 

Planta thallo laevi, crassiore, diffracto et ejus reactionibus et structura, 
areolis minoribus vel majoribus, veruciformibus vel deplanatis, superficie 
areolarum vel sequali vel verrucalis et torulis concoloribus, saepe fere confertis, 
inaequali sed numquam sorediosa, apotheciis sedentibus (comp, varietatem), 
saepe ad 2-5 mm latis, orbicularibus vel irregularibus, margine thallino crassiore, 
demum extenuato, integro vel plus minusve crenulato cum Haematomma 
Nemet^i Str. conveniens sed disco lucide cinnabarine vel subsanguineo rubro, 
praesertim autem hymenio altiore (70 — go \}. alto), sporis longioribus (27 — 42 \x 
longis et 4-5 — 5'5 (6) i^. latis), subarcuatis vei flexuosis, semper crebrius, i. e. 
4 — 7 septatis et conidiis, etiam valde curvatis vel flexuosis, longioribus, 18 — 
26 [x longis et ca o'8 p. latis diversa. 

Lydia in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
ca. 800 m s. m., ad saxa non calcarea (sine no.). 
f. itnpressula Stnr. nov. f. 

Notae caeterae ut in planta typica sed apothecia immersa, disco deplanato 
vel leviter convexulo, madefacto distinctius convexo, emergente, margine thallino 
vel omnino inconspicuo vel tenui et interrupto, rare in apotheciis Juvenilibus 
magis integro, pauUo elato. 

Cum planta typica. 

Parmeliaceae. 

Parmelia furfuracea (L.) Ach. 

Anatolia orientalis, Amasia, in regione subalpina montis Sana-dagh, 
1600 m s. m., ramulicola (no. 23ig); Bithynia, in regione subalpina montis 
Keschisch-dagh, ca. 1700 m s. m., corticola, sterilis (no. 3594). 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. 35 



Parmelia tinctoriim Despr. 

Arabia austro-orientalis, Markat. — In den Bazaren bei den Kräuter- 
händlern, als Stärkemittel für Frauen. Wird gestoßen auf den Kopf gestreut. 
Parmelia tiliacea (Hoffm.) Ach. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola, 
pulcherrima fructifera (sine nc). 
Pannelia caperata ( L.) Ach. 

Cum priore. — Persia borealis, prope Rescht, corticola, sterilis (sine no.). 
Parmelia conspersa (Ehrh.) Ach. 

Bithynia, in faucibus vallis Gögdere, saxicola (sine no.) et in rupestribus 
maritimis prope Mudania (no. 3577 pr. p.). 
Parmelia prolixa (Ach.) Nyl. 

Persia borealis (Gilan\ in valle fluvii Sefidrud prope Rudbar, ca. 700 m 
s. m. (sine no.). 
Parmelia aspidota Ach. 

Anatolia, Amasia, in monte Sana-dagh, ca. 1500 m s. m., saxicola 
(no. 1774). 
var. persica Stnr. 

Anatolia, Amasia, in regione rnontana prope Siaret, ca. 800 m s. m., 
corticola (no. 2314 pr. p.). 
Parmelia foliginosa var. laetevirens (F\v.) Nyl. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
Parmelia sorediata (Ach.) Arn. 

Anatolia, Amasia, in rupibus, ca. 600 m s. m. (no. 2328 pr. p.). 
Parmelia acetabulum (Neck.) Duby. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
fructifera (sine no.). 
Cetraria aciileata (Schreb.") Fr. 

Anatolia Orientalis, Amasia, in vineis, ca. 400 m s. m. (no. 2778). 

Usneaceae. 

Evernia prunastri (L.) Ach. 

Bithynia, in regione alpina montis Keschisch-dagh, ca. 1700 m s. m., 
ramuHcola, sterilis (no. 3593); Thracia, prope Dedeagatsch, corticola (sine no.). 
Letharia vulpina (L.) Wain. 

Cappadocia, in monte Ak-dagh, ca. 1700 m s. m., in ri\m\s Jnniperi ex- 

celsae, sterilis (no. 232 1). 
Alectoria jubata (L.) Nyl. 

Cappadocia, in monte Nalbanddagh, ca. 1700 m s. m., ramulicola, sterilis 

(no. 2323). 
Alectoria cajia (Ehrh.) Arn. 

Bithvnia, in regione alpina montis Keschisch-dagh, ca. 1700 m s. m., 
ramulicola, sterilis (no. 35g3 pr. p.). 
[. fuscidula Kernst. 

Paphlagonia, in monte Ilgas-dagh, ca. 1800 m s. m., ramulicola, sterilis 

(no. 2325V 

3* 



36 J- Steiner. 

Ramalina farinacea (L.) Ach. 

Persia borealis, prope Enseli ad mare, in fruticetis, sterilis (no. 8i). 
Ramalina fraxinea f. amplicata Ach. 

Anatolia orientalis, in regione alpina montis Ak-dagh ditionis oppidi 
Amasia, ca. 1700 m s. m., ramulicola, optime fructifera (no. 2781). 
Usnea florida var. hirta (L.) Ach. 

Cappadocia, in monte Ak-dagh, ca. 1800 m s. m., ramulicola, sterilis 

(no. 2820). 
Usnea dasypoga var. plicata (Hoffm.) Hue. 

Bithynia, in regione alpina montis Keschisch-dagh, ca. 1700 m s. m., 
ramulicola, fertilis (no. 3595). 
var. hirtella Arn. 

Cappadocia, in monte Ak-dagh, ca. 1600 m s. m., ramulicola (no. 2824). 
var. scabraia (Nyl.) Stnr. nov. comb. 

Anatolia, Amasia, in monte Ak-dagh, ca. 1700 m s. m., ad fagos 
(no. 2782). 

Caloplacaceae. 

Caloplaca festiva (Ach.) Oliv. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan -dagh prope Akscheher, 

ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 8560 pr. p.); Bithynia, in rupestribus maritimis 

■ prope Mudania (no. 8577 pr. p.); Lydia, in regione pinetorum montis Yaman- 

lar-dagh prope Smyrna, 800 m s. m. (no. 5555). 
f. cincreofusca (Web.). 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600—700 m s. m., quercicola 
(sine no). 
var. plumbea (Mess.) Oliv. 

Bithynia in regione subalpina montis Olympi (Keschisch-dagh), ca. i3oom 
s. m., saxicola (no. 3580 pr. p.). 
Caloplaca variabilis (Pers.) Th. Fr. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3585 pr. p.). 
Caloplaca Agardhiana var. libanotica Stnr. nov. var. 

Notae ceterae ut in planta typica apotheciis minoribus (ad 0-5 mm), 
pure atris, sed epithecium mediocriter saturate fuscum, KHO non coloratum, 
dilutius tantum fuscum, dum cortex thalli endolithici KHO purpureo-violascit. 
Sporae 12 — 15(16)^, longae et 6 — 9 j;. latae, septo angusto. 

In Libani regione media ad Bhamdün, calcicola (sine no.). 
Caloplaca caesiorufa (Ach.) Flag. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan- dagh prope Akscheher, 
ca. i3oom s. m., saxicola (no. 3588 pr. p.). 
Caloplaca haematites (Chanb.) Hellb. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
Caloplaca phlogina (Nyl.) Flag. 

Cum priore (sine no.). 
Caloplaca cerina (Ach.) Th. Fr. 

Anatolia, Amasia, in regione montana prope Siaret, 800 m s. m., cor- 
ticola (no. 23 14 pr. p.). 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. Sy 

var. cyanolepra (DC.) Th. Fr. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., ad truncos 
quercuum (sine no.). 
Caloplaca pyracea (Ach.) Th. Fr. 

Anatolia, Amasia, ca. 700 m s. m., ad truncos Juniperi excelsae 
(no. 23i4 pr. p., 2741 pr. p.). 
Caloplaca cerinella (Nyl.) Dalla Torre et Sarnth. 

AnatoHa, prope Kansa ditionis Amasia, 500 m s. m., corticola (no. 2749 pr. p.). 
Caloplaca (sect. Fulgensia) fidgens var. campestris (Th. Fr.) Stnr. 

In Libani austrahs regione media prope Bhamdün, 1200 — i3oo rn s. m., 
(no. 84); .Anatoha orientalis, in rupestribus prope Amasia, ca. 600 m s. m. 
(no. 2745). 
Caloplaca (sect. Gasparyinia) elegans var. compacta (Arn.) Stnr. 

Anatolia orientalis, Amasia, in rupestribus montis Logman, ca. 600 m s. m., 
saxicola (no. 2780). 
Caloplaca (sect. Gasparrinia) decipiens (Arn.) Oliv. 

Persia australis, provincia Farsistan, ca. 8go m s. m., calcicola 
(no. 5166 b pr. p.). 
Caloplaca (sect. Gasparrinia) Nideri Stnr. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3585 pr. p.). 
Caloplaca (sect. Gasparrinia) callopis^na f. orientalis Stnr. 

Desertum Libycum, in colle ad lacum Marut prope Amasia, calcicola 
(sine no.). 
Caloplaca (sect. Gasparrinia) biatorina var. sympecta Stnr. 

Persia borealis, in monte Eiburs, saxicola (sine no.). 

Theloschistaceae. 

Xanthoria polycarpoides var. persica Stnr. 

Persia australis, provincia Kerman, prope Rahpur, corticola (sine no.). 
Xanthoria ulophylla (Wallr.) Arn. 

Phrygia, prope Akscheher, ca. 1000 m, populicola (no. 357g pr. p.). 
Xanthoria parietina var. aureola (Ach.) Th. Fr. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3570); Lvdia, in 
regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, rupicola 
(sine no.). 

Buelliaceae. 

Buellia spiiria (Schaer.) Körb. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3571 pr. p., 
3573 pr. p.). 
Buellia stellulata (Tayl.) Mudd. 

Cum priore (no. 3591 pr. p.). 
Buellia triphragmia (Nyl.) Th. F'r. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
Buellia subdisciformis var. scutariensis Stnr. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania, saxicola (no. 3574 pr. p., 
3575. 3585 pr. p., 3590 pr. p., 3592 pr. p.). 



38 J- Steiner. 

var. meiosperma (Nyl.) Stnr. 

Persia borealis, in valle fluvii Sefidrud, rupicola (sine no.). 
Buellia (sect. Diplotoinma) alboatra (HofFm.) Th. Fr. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.) 
Buellia (sect. Diplotomma) epipolia var. venusta (Körb.). 

Persia, insula Karrak (ad Bushiri), ad saxa non calcarea (sine no). 
Rinodina calcarea var. graeca Stnr. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan -dagh prope Akscheher, 
1850 — 1500 m s. m., saxicola (no. 3565 pr. p., 3566 pr. p.). 
Rinodina milvina (Wahlbg.) Th. Fr. 

Cum priore (no. 3551 pr. p., 3553 pr. p., 3558 pr. p.). 
Rinodina discolor (Hepp.) Arn. 

Bitliynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3585 pr. p.). 
Rinodina luridescens Anzi var. hithynica Stnr. nov. var. 

A typo differt thallo paullo tenuiore et magis diffracto, sed etiam bene 
decussato, cinereo-olivaceo, madefacto virescente, minime in fuscum vergente. 
Spore ellipticae, 12-5 — 16-5 [.i. longae et 7 — 10 [j. latae. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no, 3574 pr. p., 
3592 pr. p.). 
Rinodina controversa Mass. 

Lvdia, in regione pinetorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
800 m s. m., saxicola (sine no.). 
Rinodina exigua (Ach.) Arn. 

Persia borealis (Gilan), in valle fluvii Sedifrud, ad ramos Paliuri 
(sine no.). 
Rinodina colobina (Ach.) Th. Fr. 

Anatolia orientalis, Amasia, ca. 600 m s. m., ad truncos Juniperi excelsae 
(no. 2741 pr. p., 2753); Macedonia in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m 
s. m. (sine no.). 
Rinodina melanocarpa Müll. -Arg. 

Bithynia, in rupestribus maritimis prope Mudania (no. 3571 pr. p.). — 
Ex diagnosi. 

Physciaceae. 

Physcia caesia (Hoffm.) Nyl. 

Phrygia, in regione subalpina montis Sultan- dagh prope Akscheher, 
ca. 1500 m s. m., saxicola (no. 3560 pr. p.). 
Physcia aipolia (Ach.) Nyl. 

Anatolia, Amasia, ad truncos Juniperi excelsae (no. 2754); Macedonia, 
in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola (sine no.). 
Physcia pulverulenta var. subvenusta Nyl. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600 — 700 m s. m., corticola 
(sine no.). 
var. detersa f. lacinulata Stnr. 
Cum priore (sine no.). 
Physcia obscura var. virella (Ach.) Th. Fr. 

Phrygia, Akscheher, ca. 1000 m s. m., populicola (sine no.). 



Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. Sg 



Physcia grisea (DC). 

Lydia, in regione pinorum montis Yamanlar-dagh ditionis urbis Smyrna, 
800 m s. m., ad saxa non calcarea (no. 5555 pr. p.). 
Anaptychia ciliaris (L.) Mass. 

Macedonia, in monte Athos prope Kerasia, 600—700 m s. m., corticola 
(sine no.); Persia borealis, prope Enseli, ad frutices (no. 81). 



Conida glaucomaria (Nyl.). 

Bithynia in rupestiibus maritimis prope Mudania, ad thallum Lecanorae 

sulphiiratae (no. 8590 pr. p.). 



Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition R. Grauer nach Zentralafrilca, 

Dezember 1909 bis Februar 1911. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 
V. Cassidinae. 

Bearbeitet von 

Dr. Franz Spacth. 



Verzeichnis der gesammelten Arten. 

JDas reiche Material erlaubt einen guten Überblick über die zentralafrikanische 
Cassidinenfauna westlich der großen Seen und zeigt, daß die im Urwaldgebiete vor- 
kommenden Cassidinen vorwiegend der westafrikanischen Fauna angehören, während 
nur verhältnismäßig wenige Arten ihr Vorkommen auf Zentralafrika beschränken 
und noch geringer die Zahl derer ist, die aus dem ostafrikanischen Faunengebiete 
stammen; eine besondere Stellung nehmen die in den Randbergen nordwestlich des 
Tanganikasees gesammelten Cassidinen ein, die wenig zahlreich an Arten und 
Stücken, doch zum größten Teil neu sind und offenbar nur ein engbegrenztes, auf 
diese vor Grauer noch nicht betretenen Gebirge beschränktes Vorkommen haben. 

Die folgende Aufzählung ist nach diesen Faunengebieten geordnet, ohne aber 
diesbezüglich Anspruch auf absolute Genauigkeit erheben zu können, da manche 
Arten über ganz Mittelafrika verbreitet sind, bei anderen aber die Verbreitungs- 
grenzen noch nicht feststehen. 

a) Der westafrikanischen Fauna gehören an: 

Aspidomorpha chlorotica Ol. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— angolensis Weise. Beni (i Exemplar). 

— quadriviaculata Ol. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika, Usumbura am Albert 
Edward-See. 

— ofßciosa Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— diaphana Sahlb. Beni, Mawambi, Moera. 

— dissentanea Boh. Beni, Mawambi. 

— tortuosa var. ramigestans m. Beni, Ukaika. 

— SchÖnherri Boh. und 

— — var. Af'ielii Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 
qiiadrii'amosa Boh. Beni. 

— togata J. Thoms. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika, Irumu. 

— sellata Weise. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— mutata Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 4^ 



Aspidomorpha chlorina Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— confinis Boh. Beni, Mawambi, Moera. 

— nigromaculata H. Ukaika. 
Conchyloctenia spilota Boh. Mawambi. 

— Moiiffleti Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika, Irumu. 
Patrisma Murrayi Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 
Laccoptera corrugata Sahlb. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika, Irumu. 
Hypocassida conducta Boh. Ukaika. 

Cassida maequalis J. Thoms. Moera. 

— tosta Klug. Beni, Moera, Ukaika. 

— huineralis Spaeth. Beni. 

Chirida Anbei Boh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— aeqiiinoctialis Boh. Beni, Moera, Ukaika. 

b) Zur ostafrikanischen Fauna sind zu zahlen: 

Aspidomorpha madagascai'ica Boh. Beni. 

— submutata Weise. Bukoba, Usumbura. 

— prasina Weise. Beni. 

— quadrimaculata ab. signaticollis Weise. Ukaika (Übergangsform). 
Conchyloctenia punctata subspec. parummaculata Boh. Tanganika-See; zwischen 

Albert Edward-See und Tanganika-See. 
hybrida Boh. Beni, Mawambi, Ukaika. 

c) Zentralafrikanisch sind: 

Aspidomorpha aruirimiensis Gorh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika, Irumu. 

— strigosa Gorh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 

— sessarum Spaeth. Beni, Ukaika. 

— Graueri m. nov. spec. Mawambi, Ukaika. 

ingens Duviv. und ab. piceidorsis m. Beni, Moera, Ukaika, Kassindi. 

— togata subspec. ruwensorica Weise. Beni, Moera, Ukaika. 

— subsp. inbrachiata m. Beni, Moera, Ukaika. 

— sellata subspec. intersepta m. Beni, Moera, Ukaika. 
Conchyloctenia Bonnyana Gorh. Beni, Mawambi, Moera, Ukaika. 
Cassida altiiiscida m. nov. spec. Beni, Ukaika. 

— imitatrix m. nov. spec. Beni, Moera. 

— Oberländeri m. nov. spec. Beni. 

d) In den Randbergen nordwestlich des Tanganika-Sees wurden 
gefunden: 

Aspidomorpha imbrex (nov. spec.) var. inexciilta m. 

— tanganikana m. nov. spec. et var. suciila m. 
Laccoptera atrata Spaeth. 

Cassida Steindachneri m. nov. spec. 
Chirida observabilis m. nov. spec. 



4.2 Dr. Franz Spaeth. 



Beschreibung der neuen Arten und Unterarten. 

Aspidomorpha Graueri nov. spec. 

Der A. sessarum m. sehr ähnlich, jedoch das Seitendach hinten mit Ausnahme 
der Nahtspitze gelb, die Umrahmung der Fenstermalceln und die Naht schmäler 
schwarz, die Scheibe der Flügeldecken stärker glänzend, die Schulterecken breiter, 
verrundet, weniger vorgezogen, die Punktstreifen unregelmäßiger, mehr verworren 
und gröber, der Halsschild kürzer und breiter. 

Mäßig gewölbt, sehr schwach gehöckert mit vorne gerader, schräger, rück- 
wärts etwas konvexer, wenig geneigter Profillinie. Prosternum, Brust und Abdomen 
schwarz, hell gerändert; an den Fühlern die zwei letzten Glieder schwarz; Ober- 
seite weißlichgelb, der Basalsaum der Flügeldecken, die Naht, eine schmale, nur 
bis zum Ende der Fenstermakel reichende, also abgekürzte Längsbinde am Rande 
der Scheibe und der Außenrand des Seitendaches von der Basis bis hinter die Mitte 
schwarz; der Nahtsaum ist schmäler als bei sessarum und wird beim d' im Ab- 
steigen anfangs durch den i. Punktstreifen, weiterhin durch den glatten, schwach 
erhabenen Nahtrand begrenzt; bei dem einzigen g reicht der Saum bis hinten an 
den I. Streifen; die äußere Grenze ist glatt und scharf, ohne Ausbuchtungen; bei 
sessarum reicht der Saum auch beim cf bis zum Scheibenende an den i. Punkt- 
streifen und hat einige Stellen, an denen der nicht scharfe Rand diesen Streifen 
überschreitet. Die Längsbinde auf der Scheibe wird bei Graueri außen durch den 
Randstreifen, innen vorne durch den 7., hinten durch den g. Streifen begrenzt, bei 
sessarum ist die äußere Begrenzung die gleiche, die innere ist weniger scharf und 
vor dem 7., beziehungsweise 9. Streifen gelegen, breiter, hinten nicht abgekürzt, mit 
der Spitzenzeichnung verbunden; der Außensaum ist bei Graueri schmäler, in der 
Kurve häufig erloschen; der Raum zwischen der Nahtspitze und dem Ende des 
Rahmens der Fenstermakel ist bei Graueri gelb, bei sessarum schwarz. 

Der Penis ist bei sessarum, von vorne gesehen, vor der Spitze schwach er- 
weitert, löffeiförmig, dann schnell verengt, hiebei jederseits kaum merklich aus- 
gebuchtet, an der Spitze kurz abgestutzt-verrundet; jener von A. Graueri ist weniger 
erweitert, daraufhin wieder weniger schnell verengt, ohne Ausbuchtung, an der 
Spitze ohne Abstutzung verrundet. Die Flügeldecken sind in den Schulterecken 
nur wenig breiter als der Halsschild, nicht vorgezogen, verrundet, und zw^ar beim 
cf breiter als beim 5. Das Seitendach ist glatt, die Epipleuren sind beim 9 an 
der Spitze äußerst fein und kurz behaart; das letzte Sternit ist in beiden Geschlechtern 
glatt, beim 9 mit einem sehr weiten Basaleindruck. 

Über Aspidomorpha togata J. Thoms. 

Diese zuerst aus Gabun und 01d-Ca?abar beschriebene Art ist in Westafrika, 
wo sie weit verbreitet ist, in der Zeichnung konstant (Halsschild rötlichgelb, Flügel- 
decken kastanienrot, am Außenrande der Scheibe mit einer schwarzen Längsbinde, 
die zur Spitze und auf das Seitendach vorne und rückwärts breite Randäste sendet). 

In Zentralafrika treten neben der Stammform zwei Lokalrassen auf: 

a) Subspec. inbrachiata m. (nov. subspec). Die Randäste sind zu kurzen, den 
Rand des Seitendaches nicht erreichenden Stummeln verkürzt, auch die schwarze 
Färbung der Nahtspitze ist reduziert; schließlich ist das Seitendach mit Ausnahme 
eines schmalen Nahtsaumes und eines kleinen Dreiecks an der Schulterbeule gelb; 



Goleopteren aus Zentralafrika. 4-^ 



am Scheibenrande verläuft eine schwarze Binde, die die Seitendachbrücke und eine 
flache Ausbuchtung hinten freiläßt. 

Weise erwähnt in Wissensch. Erg. der Deutschen Zentralafr.-Exp., IV. Zool, 
II, 1912, p. 15g, ein von Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg am Ruwenzori 
gesammeltes Stück dieser Form, Grauer hat sie auf seiner letzten Expedition in 
Anzahl sowie auch schon auf einer früheren Expedition in Uganda gefangen. 

b) Subspec. ruivensorica Weise (1. c, p. 159). Die Randäste erweitern und 
schließen sich; auf dem Seitendache bleibt außer einem größeren oder kleineren 
Fensterfleck an der Seitendachbrücke anfangs noch neben der Spitze eine Rand- 
makel hell, die sich dann verkleinert, durch Abdrängung vom Rande zu einer 
Fenstermakel wird und schließlich verschwindet. 

Weise beschrieb diese Form vom Ruwenzori, Grauer hat sie an den vorne 
angegebenen Fundstellen in Anzahl gesammelt, ebenso schon früher in Uganda; end- 
lich kenne ich sie von ßelgisch-(Kabambare) und Französisch- Kongo (Boda). 

Über Aspidomorpha sellata Weise. 

Auch A. sellata hat ihre Heimat in Westafrika und ist dort in Färbung und 
Zeichnung konstant; im Osten ihres Verbreitungsgebietes scheint sie in ähnlicher 
Weise abzuändern wie A. togata. Grauer hat an den eingangs angegebenen Fund- 
orten neben der Stammform mehrere Stücke einer der A. run>ensorica analogen 
Form von A. sellata gesammelt (nov. subspec. intersepta m.), bei welchen sich die 
Randäsce vereinigen und so ausdehnen, daß schließlich nur eine größere Fenster- 
makel an der Seitendachbrücke und eine kleinere neben der Spitze gelb sind, 
während die Scheibe, mit Ausnahme einiger kleiner gelber Flecken um das Schild- 
chen und neben der Naht, sowie der übrige Teil des Seitendaches schwarz sind. 

Aspidomorpha. imbrex nov. spec. 

Der .4. sellata Weise äußerst ähnlich, ganz gleich gezeichnet und gefärbt, der 
Höcker aber wesentlich höher und spitzer, seine Protillinie hinten tief konkav ge- 
buchtet, vorne steil abfallend. 

Die Normalform wurde von Grauer auf seiner letzten zentralafrikanischen 
Reise nicht gesammelt, wohl aber auf einer früheren in Britisch-Uganda; die be- 
züglichen Stücke sind im deutschen entomologischen Museum. Unterseite gelb, die 
Mitte der Brust und das Prosternum schwarz; auf dem Abdomen sind nur zu- 
weilen Andeutungen von kleinen schwarzen Flecken oder Binden; die zwei letzten 
Fühlerglieder sind angedunkelt; auf dem Halsschilde trägt die Scheibe eine quer- 
viereckige, vorne in eine Spitze ausgezogene, an der Basis erweiterte schwarze, 
durch eine hellere Mittellinie halbierte Makel; Schildchen gelbbraun. Flügeldecken 
schwarz mit einer großen glashellen, bis zum Außenrande reichenden Makel auf 
dem Seitendach, zuweilen auch noch mit einem kleinen Randfleck neben der Spitze; 
der vordere Randast hinten mit einer größeren dreieckigen Erweiterung, der rück- 
wärtige mit einer kleineren. Die Scheibe der Flügeldecken mit feinen undeutlichen 
Punktreihen, die Zwischensäume uneben wellig, teilweise mit Querfalten. 

10-5X10 bis i3Xi2mm. Uganda. 

Auch diese .Art zeigt die Neigung zu gleichen Veränderungen der Randäste 
wie A. togata. 

a) inexciilta m. nov. subspec. Die Randäste vereinigen sich außen; oberseits 
ist auf den Flügeldecken nur eine Fenstermakel an der Seitendachbrücke; auf dem 



AA Dr. Franz Spaeth. 



Abdomen haben die ersten vier Sternite eine dunkle Querbinde in der Mitte der 
Basis. 

Von Grauer in den Randbergen nordwestlich des Tanganilca-Sees gefunden. 

b) ugandina m. nov. subspec. Kleiner, breiter und kürzer als die Stammform, 
aber mit der gleichen Höckerbildung und Skulptur. Gelb, das letzte Fühlerglied 
gebräunt, die Mitte der Brust, das Prosternum, eine dreieckige Makel innen an der 
Basis der Epipleuren und zuweilen eine kleine auf dem ersten Sternit schwarz; 
der Halsschild mit der gleichen Zeichnung wie imbrex, die Flügeldecken mit schwarzer 
Scheibe und hellem, nicht gezeichnetem Seitendach; die Scheibenmakel ist an der 
Seitendachbrücke und neben der Spitze ausgerandet, das Schildchen gebräunt. 
cf breit gerundet, o gerundet. Halsschild verhältnismäßig klein, doppelt so breit 
als lang, mit rechtwinkeligen, nicht scharfen Hinterecken, die den Basalrand des 
Seitendaches noch vor seiner Mitte treffen. Schulterecken verrundet, nicht vor- 
gezogen. ö^'.gXg'S bis 9-5X101 g : io-5X 10 i'^^ni- Uganda (Grauer). Die Typen 
im Deutschen Entomologischen Museum und in meiner Sammlung. 

Aspidomorpha ingens Duviv. 

A. ingens, die nur ein sehr beschränktes Verbreitungsgebiet westlich vom 
Viktoria-See zu haben scheint und von Duvivier und Weise nur nach einzelnen 
Stücken beschrieben wurde, ist von Grauer in etwa einem Dutzend Exemplare 
erbeutet worden. 

Die Q sind länger, schlanker und mehr zugespitzt als die cf und haben auf 
dem letzten Sternit Jederseits eine lange, tiefe Querrinne. Bei den hellsten Stücken 
ist die Färbung der Oberseite, wie von Duvivier angegeben: die Scheibe der 
Flügeldecken und ein breiter Basalast sind hell gelbrötlich, ein kleiner runder Punkt 
in der Grube, ferner Je zwei mehr minder zusammenstoßende hintereinander an der 
Naht sind pechbraun; diese letzteren Flecken gewinnen an Ausdehnung, die vor- 
deren bilden einen oft rhombischen Fleck, die hinteren einen nach vorne offenen 
Bogen; im weiteren verschwimmen sie. Bei den drei dunkelsten Stücken sind die 
ganze Scheibe der Flügeldecken und der Basalast dunkel pechbraun, die Spitze des 
Höckers, das Schildchen und die Scheibe des Halsschildes gelb, das Seiten- und 
Vordach durchscheinend weißgelb (ab. piceidorsis m. nov. ab.). 

Diese Form erinnert an die bekannte Aspidomorpha dorsata F., von welcher 
die auf den Sunda- Inseln heimische Form die gleiche dunklere Färbung und 
Zeichnung trägt, während die Stücke vom Festlande (Malakka, Siam) heller ge- 
färbt sind. 

Aspidomorpha tanganikana nov. spec. 

Unterseite schwarz, die Episternen der Hinterbrust, der Kopfschild, die Beine 
mit den Trochantern und einem Teil der Hüften sowie die Fühler gelb, an diesen 
die zwei oder drei letzten Glieder gebräunt oder schwarz, die Spitze aber wieder 
gelb; oben hell grünlichgelb, die Scheibe der Flügeldecken wenig gesättigter, welche 
Färbung sich in einem schmalen Ast unter der Schulterbeule diagonal in die Basis 
des Seitendaches fortzieht; die Spitze des letzteren ist nicht dunkler als das übrige 
Dach; die Epipleuren haben in der Ichse eine dreieckige, schwarzbraune, dem 
Basalaste entsprechende Makel. 

o gerundet, kaum länger als breit, g schwach eiförmig gerundet, länger, ver- 
hältnismäßig schmäler. Halsschild an der Basis nur wenig schmäler als die Flügel- 



Coleopteren aus Zentralafrika. 45 



decken^ indem die Hinterecken den Basalrand des Seitendaches im dritten Viertel 
treffen; er ist nahezu doppelt so breit als lang, seine Hinterecken weniger als recht- 
eckig, an der Spitze etwas verrundet; Oberseite wie gewöhnlich glatt. Flügeldecken 
mehr als doppelt so lang und ^/^ breiter als der Halsschild mit wenig, beim g 
kaum stärker vorgezogenen verrundeten Schulterecken, schwach, beim cT wenig stärker, 
erweiterten Seiten und beim cf mehr, beim 9 weniger breit verrundeter Spitze; 
das Basaldreieck ist kaum eingedrückt, der Höcker niedrig und stumpf, die Profil- 
linie nach vorne und rückwärts gerade, vorne mehr, hinten weniger geneigt. Die 
Scheibe mit nicht sehr regelmäßigen Reihen wenig dichter, kleiner, aber ziemlich 
tief eingestochener, mit einem kleinen dunklen Hofe umgebener Punkte, die auch 
auf dem Abfall nicht schwächer werden. Seitendach wenig geneigt, ohne Randung, 
außen nicht aufgebogen. Klauen pechbraun, beiderseits gekämmt, die inneren 
Klauenzähne lang, nur wenig kürzer als der Hauptzahn, d: 8X7 ^'is 8X7"4> 
Q : 9 XS mm. 

.4. tanganikana gehört zur Gruppe der A. isparetta Boh., ist von dieser und 
A. tecta Boh. durch höheren Höcker, oben in weniger stumpfem Winkel gebrochene 
Profillinie, von A. infuscata m. und A.ßavens m. dagegen durch vv'esentlich niedri- 
geren Höcker, kürzeren, breiteren Umriß unterschieden; von A. mombonensis Weise 
ist sie durch das am Rande nicht aufgebogene Seitendach zu trennen; charakteristisch 
sind ferner für sie die hell gelbgrüne Scheibenfarbe, die feinen schwarzen Punkt- 
reihen und der schmale, in der Diagonale verlaufende Basalast sowie die aus- 
gedehnte Schwarzfärbung des Abdomens, dessen Ränder kaum die Andeutung eines 
hellen Saumes zeigen. 

Aspidomorpha tanganikana var. sucula nov. ab. 

Von der obigen Stammform unterscheiden sich drei Stücke (2 cf, i n) vom 
selben Fundorte durch den Besitz eines schmalen Randastes hinter der Mitte, ferner 
durch mehr gerundete, an den Seiten stärker erweiterte Flügeldecken. Punktierung, 
Färbung und Zeichnung sonst gleich. 

Aspidomorpha tortnosa ramigestans m. nov. ab. 

A. tortnosa tritt in Westafrika entweder in der Stammform auf, bei der das 
Seitendach keinen Ast trägt, oder mit einem breiten Randast an der Basis des 
Seitendaches [ramigestans m.). Die von Grauer in Zentralafrika gesammelten 
Stücke gehören sämtlich zu der letzteren Form, welche sonach hier eine Lokalrasse 
zu bilden scheint, während sie in Westafrika nur als Aberration zu betrachten ist. 

Cassida Steindachneri nov. spec. 

Breit gerundet, fast subtriangulär, wenig gewölbt, stark glänzend; tiefschwarz, der 
Kopf, die Fühler bis einschließlich des 8. Gliedes und die Spitze des 11. rötlich- 
gelb, die Oberseite weißgelb mit schwarzen Zeichnungen; auf dem Halsschilde fünf 
Gruppen von Flecken, nämlich eine vorne pfeilförmig zugespitzte, hinten in einem 
sphärischen Winkel ausgerandete, aus zweien zusammengeflossene Makel ober dem 
Kopfe, je eine schräge vorne beiderseits auf dem Seitendache, außen linienförmig, 
innen in einen runden Punkt erweitert, endlich je eine Basalmakel, aus zwei Makeln 
zusammengeflossen und daher vorne an der Seite seicht ausgebuchtet, zuweilen mit 
der gegenüber zusammenhängend, außen schließlich sehr schmal am Rande fort- 
gesetzt; Schildchen schwarz, Flügeldecken mit schwarzer Naht, einer Längsbinde am 



46 Dr. Franz Spaeth. 



Rande der Scheibe, hinten an der ßiegestelle in einen Punkt endigend, einer runden 
Schultermake], einer sehr unregehnä(3igen, aus mehreren Makeln zusammengeflossenen 
Querbinde zwischen Höckerstelle und Seitendachbrücke und zwei Flecken hinter- 
einander rückwärts in der Mitte jeder Flügelecke, der vordere größer, quer, der 
rückwärtige zuweilen mit dem Ende der Längsbinde zusammenfließend. Kopfschild 
mit stark konvergierenden tiefen Stirnlinien, die sich vorne vom Augenrande weit 
entfernen und ein kurzes dreieckiges, über die Fühlerwurzel nasenförmig vortreten- 
des Mittelstück begrenzen; an den Fühlern das dritte Glied wesentlich länger als 
die benachbarten. 

Halsschild quer-rechteckig, fast doppelt so breit als lang, mit breit verrundeten 
Vorder- und Hinterwinkeln, wenig gerundetem Vorder- und Hinterrande, verhältnis- 
mäßig langen Seiten und glatter Si^heibe. Flügeldecken um ^^3 breiter als der 
Halsschild und nur wenig länger als breit; die Schulterecken seitlich weit über den 
Halsschild hinaustretend, wenig vorgezogen, die Seiten sehr wenig erweitert, die 
Scheibe wenig gewölbt, ohne Andeutung eines Höckers, mit äußerst feinen, ganz 
regelmäßigen Punktreihen, breiten, flachen, glatten Zwischenräumen und glattem, 
wenig geneigtem, hinten kaum verschmälertem, am Rande nicht aufgebogenem Seiten- 
dach. Klauen dünn, ohne Zahn, Abdomen stark glänzend, glatt. 

Die reizend gezeichnete Art, die ich mir erlaube, nach Herrn Hofrat Dr. 
Steindachner, dem verdienstvollen Förderer der Expedition Grauer, zu benennen, 
gehört in die Gruppe der C. vigintimacidata Thunb., und zwar in die Abteilung 
mit gleichmäßig gerundetem Halsschild; sie steht der C. Sjöstedti m. vom Kili- 
mandjaro am nächsten, ist aber durch ihre kurze, breite, wenig gewölbte Gestalt 
sowie an der Bildung der Schulterecken leicht kenntlich; das Seitendach ist nämlich 
bei ihr in seiner ganzen Breite vorgezogen, der Basalrand daher nicht wie bei den 
verwandten Arten schräg nach innen abgeschnitten, sondern vorne in einem leichten 
Bogen gerundet, die Schulterecke selbst tritt kaum weiter vor als der innere Teil 
des Basalrandes, sie ist rechtwinkelig, scharf; bei den verwandten Arten ist sie spitz- 
winklig, aber etwas verrundet. 6X5 n^'"'^- 

Urwald hinter den Randbergen im Nordwesten des Tanganika-Sees, i8oo — 
2200 m. 

* * 

In dieselbe Gruppe, beziehungsweise Abteilung, gehören zwei noch unbeschrie- 
bene Arten aus Ostafrika, die ich von Dr. Staudinger-Bang- Haas erhalten habe: 

Cassida plagipennis nov. spec. 

Eiförmig, das ^ um die Hälfte länger als breit, cf' mehr gerundet, ziemlich 
gewölbt, glänzend. Unterseite samt dem Kopfe schwarz, das 2. — 6. Fühlerglied 
gelb. Oberseite schwarz, auf dem Halsschild je eine bogenförmige Makel am 
Vorderrand und eine kleine rundliche vor den Ecken, alle mit dem Rande zu- 
sammenhängend, zuweilen auch noch eine kleine dreieckige, nach vorne strichförmig 
verlängerte Makel vor dem Schildchen gelb; auf jeder Flügeldecke eine Makel an 
der Basis und Spitze gelb, die vordere quer-rundlich, um die Schulterbeule mit 
einem kleinen schwarzen Fleck auf der letzteren, die rückwärtige sehr groß, innen 
vom ersten Punktstreifen, außen vom letzten begrenzt, vorne gebuchtet, mit einem 
schwarzen Fleck in der Mitte, welcher auch zuweilen fehlt oder geteilt ist. Schild- 
chen schwarz, zuweilen im Innern gelb. Kopfschild mit einem dreieckigen, nasen- 



Coleopleren aus Zentralafrika. 47 



förmig herausgehobenen, gewölbten glatten Mittelstück und sehr schräg konver- 
gierenden Stirnlinien; an den Fühlern das 3. Glied doppelt so lang als das 2. und 
um die Hälfte länger als das 4., vom 7. an behaart und verdickt. Halsschild nur um 
die Hälfte breiter als lang, elliptisch, der Vorderrand stark gerundet, der Hinterrand 
gerade, die Seiten kurz, breit verrundet, die größte Breite hinter der Mitte, ohne 
Andeutung von Vorderecken; die Scheibe glatt, leicht gewölbt. Flügeldecken nur 
wenig breiter als der Halsschild, der Basalrand des Seitendaches mäßig vorgezogen, 
schräg nach innen abgeschnitten, mit abgestutzten, von der Seite betrachtet, schwach 
spitzwinkeligen Schulterecken; die Seiten kaum erweitert, die Scheibe gewölbt, aber 
ohne Höcker, mit regelmäßigen, nicht starken Punktstreifen, deren Zwischenräume 
breit und flach sind. Seitendach stark geneigt, hinten schmal, mit je einem un- 
deutlichen Eindruck vor und hinter der Seitendachbrücke und einer ganz ver- 
loschenen, kaum bemerkbaren Längspunktreihe, am Rande mit feiner Leiste, aber 
nicht aufgebogen; Klauen einfach; Abdomen fein, zerstreut punktiert. 

ö": 6X5, 9- 7X5-5 mm- 
Deutsch-Ostafrika: Jandala. 

Cassida quadrioculata nov. spec. 

Gerundet, mäßig gewölbt, stark glänzend, unterseits schwarz, der Vorderrand 
des Prosternums, der Kopf und die Fühler rötlichgelb, die Endglieder der letzteren 
gebräunt. Halsschild rötlichgelb, die Basalhälfte der Scheibe infolge der darauf 
stehenden, ganz zusammengeflossenen Makeln schwarz, vorne mit drei tiefen Aus- 
buchtungen in der Mitte und je einer seichteren daneben; vorher stehen in emer 
Querreihe vier teilweise noch damit zusammenhängende kleine schwarze Makeln, 
die inneren eiförmig, schräg konvergierend, die äußeren quadratisch. Schildchen 
schwarz. Flügeldecken mit schwarzer Scheibe und gelbem Seitendach; auf der 
ersteren je zwei große, runde, gelbe Makeln hintereinander, die hintere vorne 
schwach ausgerandet; auf dem Seitendache sind jederseits zwei breite Randäste, der 
vordere ganz an der Basis, sowie die schmale Nahtspitze schwarz. Kopfschild drei- 
eckig, über die Fühlerwurzel vorne herausgehoben, mit nach außen steil abfallenden 
Stirnkanten und einer großen, flachen Grube in der Mitte. Halsschild wie bei C. 
plagipennis, aber noch etwas länger und schmäler, glatt. Flügeldecken mit schwach 
vorgezogenen, sehr breit verrundeten, bei seitlicher Ansicht aber rechtwinkeligen 
Schulterecken, gleichmäßig gewölbter Scheibe und sehr feinen Punktstreifen auf 
derselben, deren zweiter vor der Mitte stark gebuchtet ist; Zwischenräume breit, 
flach, glatt. Seitendach geneigt, glatt, ohne Eindrücke vor und hinter der kaum 
erkennbaren Seitendachbrücke, außen mit feinem Rande, nicht aufgebogen. 

6X5 mm. Uganda. 

Der Penis des o ist vor der Spitze löffeiförmig erweitert, dann verengt, an 
der Spitze weit ausgerandet mit scharfen Ecken beiderseits, die Mitte der Aus- 
randung leicht aufgebogen. 



Cassida imitatrix nov. spec. 

Der Aspidomorpha prasina W^eise, mit welcher sie von den gleichen Fund- 
orten vorliegt und mit der sie daher vielleicht gemeinschaftlich vorkommt, im Aus- 
sehen äußerst ähnlich, mit ihr daher leicht zu verwechseln. 



48 Dr. Franz Spaeth. 

Eiförmig, mit der größten Breite iiinter den Schultern, noch vor der Mitte 
der FIügeldeci\en, stark gewölbt, bräunlichgelb, nur das Ende der Fühler (3 bis 
4 Glieder) leicht gebräunt. Kopfschild trapezförmig, so lang als an der Basis breit, 
ganz eben, glatt, glänzend, sehr fein und spärlich abstehend gelb behaart, die Stirn- 
linien sehr fein, zur Fühlerwurzel stark konvergierend und hier vom Rande 
weit abgerückt. Fühler mit fünf verdickten, rauh behaarten, von den Basal- 
gliedern gut abgegrenzten Endgliedern; das 3. Glied nur um ^/^ länger als das 2., 
kürzer als das 4., dieses wenig länger als das 5., das 6. dagegen klein, fast nur 
halb so lang, die Endglieder durchschnittlich doppelt so lang als breit. Halsschild 
quereckig, mehr als doppelt so breit als lang, an den Ecken verrundet, in den 
Vorderecken breiter als an der Basis, die Scheibe deutlich punktuliert, das Vor- 
dach kaum abgesetzt. Flügeldecken 2^/3 mal so lang und an der Basis um ^j^ breiter 
als der Halsschild, die Schulterecken von den Halsschildecken daher seitlich weit 
wegstehend, spitz- und sehr scharfwinkelig, der Basalrand des Seitendaches im 
Bogen geschwungen; die Scheibe gleichmäßig gewölbt, mit kaum eingedrücktem 
Basaldreieck; die Punktstreifen grob, breiter als die Zwischenräume, nicht sehr regel- 
mäßig, besonders jene zwischen dem 2. und 5. Zwischenraum auf dem Rücken ver- 
worren; der 2. Zwischenraum schwach gekielt, höher als die anderen, an der 
Höckerstelle mit einem Querast zur Naht. Seitendach schräg, hinten stark ver- 
schmälert, runzelig punktiert. Klauen mit einem großen Basalzahn. 

cf kleiner, kürzer und breiter als das c^, mit hinter den Schulterecken stärker 
erweiterten Flügeldecken, cf: 5'5X47» Q '■ 6'5 X 5'5 """"i- i cf, 3 ^. 

Aspid. prasina Weise ist, abgesehen von den gekämmten Klauen, durch glatten, 
nicht punktierten Halsschild, feiner, viel regelmäßiger, weniger dicht punktierte, im 
3. und 4. Zwischenraum nicht verworrene Flügeldecken, nicht kieligen zweiten 
Zwischenraum verschieden; das 3. F"ühlerglied ist länger als das 4., die Stirnlinien 
sind undeutlich und näher dem Rande. 

Cassida altiuscula nov. spec. 

Aus der Gruppe der C. tosta Klug und dieser sehr ähnlich, jedoch in folgen- 
der Hinsicht verschieden: Etwas breiter und flacher, oben tiefschwarz, dunkler als 
bei tosta, nur eine quere Apikaimakel auf dem Halsschilde durchscheinend rötlich- 
gelb und der äußerste Saum des Seitendaches der Flügeldecken pechrot; es fehlen 
also auf dem Halsschilde die hellen Basalmakeln neben den Hinterecken und auf 
den Flügeldecken die hellen Makeln an der Seitendachbrücke; Unterseite gelbrot, 
die Epipleuren pechschwarz, die letzten Fühlerglieder schwarz (bei tosta höchstens 
gebräunt). Halsschild quer-rechteckig, mehr als doppelt so breit als lang, kürzer 
und breiter als bei tosta, der Vorderrand weniger verrundet, ober dem Kopfe mit 
einem sehr stumpfen Winkel, die Vorder- und Hinterecken mehr gewinkelt, die 
Seiten verhältnismäßig länger. Die Flügeldecken breiter, ihre Schulterecken stärker 
gewinkelt, seitlich mehr vortretend, bei seitlicher Ansicht schärfer rechtwinkelig, die 
Seiten unmittelbar hinter ihnen sehr schwach ausgebuchtet. Das Basaldreieck tiefer 
eingedrückt als bei tosta, der Höcker wesentlich höher, nach vorne steiler, nach 
hinten deutlich konkav abfallend, die Runzeln kräftiger; das Seitendach flacher 
geneigt und etwas breiter. Abgesehen von der Färbung vor allem an dem höheren 
Höcker und dem konkaven rückwärtigen Abfall kenntlich. 
o^- 7'5X6'^"''> 9'- 8-25X6'25mm. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 49 



Das Q ist außer an dem grö(3eren, dabei schlankeren Umriß durch das hinten 
weniger gewölbte, dabei kräftiger punktierte letzte Sternit in gleicher Weise wie bei 
tosta und inaequalis Thoms. zu unterscheiden. 

Cassida Oberländer! nov. spec. 

Gelb, die Scheibe des Halsschildes schwarz gezeichnet, die Scheibe der Flügel- 
decken schwarz mit gelber Zeichnung. Gerundet-eiförmig, gewölbt, glänzend. Kopf- 
schild trapezförmig, zur Fühlerwurzel wenig verengt, zweimal so lang als vorne 
breit, flach, das Mittelstück grob schagriniert, aber kaum punktiert, die feinen Stirn- 
linien verlaufen parallel mit dem Augenrande. Fühler sehr kurz, nicht einmal die 
Halsschildecken erreichend, verhältnismäßig dick, mit 6 glatten Basal-, 5 wenig 
dickeren, behaarten Endgliedern, das 3. Glied etwas länger, das 6. etwas kürzer als 
die übrigen. Halsschild zweimal so breit als lang, elliptisch, mit sehr wenig ge- 
rundetem Vorder- und Hinterrand, an den Seiten daher kaum kürzer als in der 
Mitte, die Seiten sehr breit verrundet, mit der größten Breite in der Längsmitte, 
ohne Andeutung von Vorder- oder Hinterecken; Scheibe glatt, nur mikroskopisch 
fein und zerstreut punktuliert; die Zeichnung besteht in einem großen kugelballon- 
ähnlichen, hinten zuerst stark verschmälerten, an der Basis erweiterten Mittelfleck 
und je einem an der Basis quer verlaufenden, vor der Schulterbeule an seinem 
äußeren Ende nur wenig erweiterten Seitenfleck. Schildchen gelb, dreieckig. Flügel- 
decken mehr als doppelt so lang und um ^/^ breiter als der Halsschild, an den 
Seiten sehr wenig erweitert; die Schulterecken sind weit vorgezogen und liegen in 
der Verlängerung der Querachse des Halsschildes; sie sind sehr scharf, eher spitz- 
als rechtwinkelig und treten durch eine äußerst schwache Einbuchtung der Seiten 
hinter ihnen, eine Spur nach außen hinaus (diese Bildung ist ähnlich wie bei 
Coptocycla annulus ¥. und vielen amerikanischen und madagassischen Arten von 
Coptocycla); der Basalrand des Seitendaches verläuft in schwach konvexem Bogen. 
Scheibe gewölbt, aber ohne Höcker, mit seicht eingedrücktem Basaldreieck und mit 
sehr groben und tiefen, dichtgedrängten Punktstreifen, die durch die gelben Relief- 
makein unterbrochen werden und deren alternierende Zwischenräume etwas über- 
höht sind. Durch Reliefmakeln treten besonders hervor: die Höckerstelle mit ihrer 
Verbindung zum zweiten Zwischenraum sowie dieser selbst davor und dahinter, 
eine zweite Querverbindung zwischen Naht und zweitem Zwischenräume gleich 
danach, eine oft unterbrochene gemeinsame niedrigere Querbinde hinter der Mitte, 
die Seitendachbrücke und einzelne kleinere Flecke in der Diagonale hinter der 
Schulterbeule; der letzte Zwischenraum und die Spitze der Scheibe sind gelb. 
Seitendach wenig schwächer als die Scheibe geneigt, glatt, gelb, mit feiner Außen- 
randung. Klauen ungezähnt, aber das Ende des Klauengliedes ist verdickt und 
springt zahnartig vor. 7X5*2 mm. Nur in einem Stücke gesammelt, das ich wegen 
der körnigen Skulptierung des letzten Sternites für ein g; halte. 

Dem Andenken des um die Grau ersehe Expedition verdienten, in Zentral- 
afrika verunglückten österreichischen Forschers Oberländer gewidmet. 

Cassida Oberländeri ist der in Natal heimischen C. irregularis Boh. nahe 
verwandt und mit ihr fast gleich gezeichnet und geformt; letztere ist aber wesent- 
lich kleiner (5X4'5"im), der Halsschild ist an den Seiten viel schneller verrundet 
und daher kürzer, auf der Scheibe anders gezeichnet (es bleibt gerade die Mitte 
hell), die Schulterecken sind weniger gewinkelt und vorgezogen; ihr Basalrand nicht 
konvex gebogen, die Seiten dahinter nicht ausgebuchtet, die Reliefmakeln sind 

Annalen des k. k. natiirliistorischen Hofmuseiims, Bd. XXX, 1916. 4 



^O Dr. Franz Spaeth. Coleopteren aus Zentralafrika. 



niedriger, die Höckerstelle selbst dunkel, die Oberseite viel weniger glänzend, die 
Fühler viel länger. 

Chirida observabilis nov. spec. 

Diese Art gehört in die in Zentralafrika anscheinend in zahlreichen Arten ver- 
breitete Gruppe der oberseits einfarbig gelben, unten schwarzen Chi?-ida-Ancn, die 
in der Bildung des Kopfschildes an Cli. Anbei Boh. anschließen; bisher wurden aus 
dieser Gruppe nur Ch. ßavipennis und Baumamii, beide von mir in den Annal. 
Soc. Belg., 1902, p, 459 ff. beschrieben. 

Ch. observabilis ist innerhalb der Gruppe an der ungleichmäßigen, höheren 
Wölbung, dem auch beim cf stärker eiförmigen, an den Seiten wenig erweiterten 
Umriß und den groben, dabei aber seichten, verloschenen Punktstreifen, deren 
Punkte sich wenig dicht folgen, kenntlich. Oberseite, Fühler, Beine gelb, der Körper 
samt dem Kopfe schwarz. Körper des cf sehr kurz eiförmig, kaum '^j^ breiter als 
lang, jener des o etwas länger und schlanker. Kopfschild lang abstehend behaart, 
mit schwach gewölbtem, mäßig fein schagriniertem, dazwischen zerstreut punktu- 
liertem Mittelstück, welches bis in die Fühlerwurzel reicht; Furchen tief, die äußeren 
kaum feiner, am Zusammenstoß mit dem Augenrande erlöschend. Halsschild ellip- 
tisch, nur um die Hälfte breiter als lang, mit schnell verrundeten Ecken in der 
Längsmitte; glatt, glänzend, der Hinterrand sehr schmal schwarz gesäumt. Flügel- 
decken in den Schulterecken um ^/^ breiter als der Halsschild, letztere nicht nach 
innen gerichtet, wenig vorgezogen, scharf rechtwinkelig, ihr Vorderrand im Bogen 
verlaufend; beim 5 sind die Seiten unmittelbar hinter den Schulterecken äußerst 
schwach ausgerandet, wodurch die Ecken schärfer und etwas spitziger erscheinen; 
im übrigen sind die Seiten in beiden Geschlechten nicht merklich erweitert, fast 
parallel; die Basis ist nur schwach und in gleichmäßigem Bogen vor den Schulter- 
beulen ausgerandet. Scheibe hoch gewölbt, die Profillinie oben zwar verrundet, 
aber deutlich im Winkel gebrochen; das Basaldreieck nicht eingedrückt, dahinter kein 
Höcker; die Scheibe hat innen und hinten verloschene, vorne außen deutlichere 
und tiefere Streifen aus groben, aber seichten, weit hintereinander folgenden Punkten. 
Das Seitendach ist etwas breiter als bei den verwandten Arten, stärker geneigt, glatt. 

5'5 bis 6X4'2 bis 4-5 mm. 



Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. 

Von 

E. Kittl f. 

Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben und mit einigen Anmerkungen 
und einer Tafel versehen von E. Spengler. 

Mit einer Tafel (Nr. III). 



Oekanntlich zieht vom Nordende des Vorderen Gosausees eine Depression weit 
südlich in das Dachsteinplateau hinein. Westlich ist sie von Riffkalken des Donner- 
kogels und Stuhlgebirges begrenzt; unter dem östlich von ihr liegenden Kalkzuge 
ist die Höhe des Schwarzkogels durch ihre wohl jurassischen Krinoidenkalke, die 
gerne verschliffen werden, bekannt. 

Zum Westrande des Vorderen Gosausees ziehen die Korallen- und Spongien- 
kalke des Donnerkogels hinab; an der Ostseite des Sees sind helle, zum Teil rot- 
gefärbte Kalkbänke bei nördlichem ^) Fallen zu beobachten, welche Fossilien in 
nicht zu großer Anzahl führen. Unter diesen sind Halorellen am häufigsten. Ins- 
besondere ist die Art Haloi'ella amphitoma Bronn durch ihr Vorwalten bezeichnend. 
Man ist daher berechtigt, diese Kalke als Halorellenkalke zu bezeichnen. Sie sind 
durch ihre gelbrote Färbung von den meisten benachbarten, gewöhnlich grau- bis 
weißgefärbten Halorellenkalken bei Hallstatt, am Raschberg, am Lupitschbach bei 
Aussee usw. auffällig verschieden. An diesen in Vergleich gezogenen Lokalitäten 
ist das Auftreten der Halorellen in dem Maße ein geselliges, daß sie ganze Nester 
oder Bänke fast ausschließlich in einer und derselben Art erfüllen. In den roten 
Kalken des Gosausees treten die Fossilien mehr vereinzelt auf und finden sich 
auch Gastropoden und sehr seltene Cephalopoden neben ßrachiopoden. Die Liste 
der von dort bisher bekannten Fossilien ist folgende: 2) 

Halorella amphitoma Bronn (var. rarecostata Bittn. Anmerk. des Herausgebers). 
(Fig. 1—4.) 

— pedata Bronn var. inturgescens Bittn. (Fig. 5 a, b.) 

— juv. (? ciirvifrons Quenst.) 



I) Diese Angabe ist nach den Beobachtungen des Herausgebers irrtümlich; das Fallen ist an 
dieser Stelle 40° gegen Südwest gerichtet. (Siehe Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien, 1914, 
p. 277.) 

-) Diese Fossilliste wurde bereits mit Erlaubnis des Herrn Dr. Schaffer von dem Herausgeber 
in seiner Arbeit: cUntersuchungen über die tektonische Stellung der Gosauschichten, II, Teil, Das 
Becken von Gosau», Sitzungsber, d. kais. Akad. d. Wiss, in Wien, 1914, p. 277 veröffentlicht. 

4* 



52 . E. Kittl f. 

Rhyjichonellii^a gosaviensis Kittl nov. spec. (Fig. '] a — c.) 

— cf. jiivavica Bittn. var. dichotomans Bittn. (Fig. 8 — lo.) 
Rhrnchonella piriim Bittn. (Fig. 6.) 

— dilatata Suess var. major Bittn. (Fig. ii.) 
Kotiinckina cf. Leopoldi Austriae Bittn. 

Ooftia Gappi Kittl nov. spec. (Fig. i3a, b.) 
Heterocosmia ? spec. (ähnlich H. grandis M. Hörn.) 
Trachynerita infranodosa Kittl nov. spec. (Fig. 12.) 
Dentalium spec. (Fig. 15.) 
Arcestes spec. (Fig. i^a, b.) 

So klein diese Fauna auch ist, so interessant erweist sich' dieselbe durch die 
Mischung bekannter und neuer Formen. Unter den ersteren ist Halorella amphi- 
toma am häufigsten. Diese bekannten Formen sind — von der zweifelhaften 
Heterocosmia abgesehen — durchaus Brachiopoden, die sich sonst immer in der 
oberen Trias vorfinden. Bei seiner Bearbeitung der Brachiopoden der alpinen Trias 
hat A. Bittner (Abh. d. k. k. Geolog. R.-A., XIV. Bd.) bekanntlich die Formen der 
Hallstätter Kalke und des Dachsteinkalkes getrennt gehalten. Der Grund hiefür lag 
offenbar darin, daß die Faunen dieser zwei Fazies oder Entwicklungen zu einem 
Teile übereinstimmen, zum andern Teile verschieden sind. Den beiden Fazies ge- 
meinsame Formen sind einige wenige Brachiopoden, vor allen Halorella amphi- 
toma, dann nach Bittner auch Halorella plicatifrons und H. rectifrons sowie 
Rhynchonella longicollis Suess. Außerdem gibt es noch eine Reihe von Brachio- 
poden, die in recht ähnlichen Formen in beiden Ausbildungen auftreten, Jedoch aber 
nicht identisch sind. Aus anderen Tiergruppen sind vielleicht einige wenige Ce- 
phalopodenformen (Stenarcestes) den beiden Gesteinsfazies gemeinsam. Die "Ver- 
schiedenheiten der Faunen des Dachsteinkalkes und der Hallstätter Kalke mani- 
festieren sich in dem großen Reichtume an Cephalopoden der letzteren und der 
Armut an solchen des ersteren, wogegen diese, die Dachsteinkalke, große Megalo- 
donten führen, die den Hallstätter Kalken fehlen. Nur seltene kleine Vertreter 
dieser Zweischalergruppe haben sich in den letzteren gefunden. Auch die Gastro- 
poden sind bei diesen beiden obertriadischen Ausbildungen verschieden, indem in 
den Dachsteinkalken meist größere Formen erscheinen als in den Hallstätter Kalken 
und wohl auch andere Arten. In den meisten Dachsteinkalken finden sich rasen- 
förmige Korallenstöcke (Thecosmilia) in vielen Dactyloporiden, welche in den Hall- 
stätter Kalken fehlen. Ein recht auffallender, jedoch nicht ganz durchgreifender 
Unterschied ist petrographischer Natur, Die Hallstätter Kalke sind durch Gehalt an 
Eisenoxyden oft intensiv rotgefärbt, seltener grünlich durch Gehalt an Eisenoxydul 
oder Pyrit, mitunter grau durch Imprägnation mit Bitumen, sehr selten weißgefärbt, 
während die Dachsteinkalke fast immer weiß-, seltener rötlichgefärbt erscheinen. 

Die hellroten Kalke vom Gosausee würden ihrer Färbung nach ebensowohl 
den Hallstätter Kalken wie den Dachsteinkalken zugezählt werden können. Der 
Fauna nach könnten sie wohl nur den Dachsteinkalken angeschlossen werden; doch 
ist deren Fauna insoferne abweichend, als die Megalodonten und Korallen gänzlich 
fehlen. 

Was den angeführten Arcestes anbelangt, so ist zu bemerken, daß derselbe 
mit den bisher bekannten Formen nicht identifiziert werden kann, indes auch als 
neu nicht bezeichnet werden kann. 



Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. 5^ 



Rhynchonellina gosaviensis Kittl n. f. 

Taf. III, Fig. 7^, b, c. 

Diese neue Form kommt in der Gestalt unter den triadischen Riiynchonellinen 
der Rhynchonellina jiivavica Bittn. (Abh. d. k. k. Geolog. R.-A., XIV.: A. Bittner, 
Die Brachiopoden der alpinen Trias) am nächsten, ist Jedoch meist viel größer und 
zeigt stets eine viel feinere Berippung. Es war bisher überhaupt keine Triasform 
dieser Gattung mit so feiner Berippung bekannt, wogegen Rhynchonellina gosa- 
piensis in dieser Beziehung mit den wahrscheinlich tithonischen Arten aus Süd- 
dalmatien (siehe Frauscher, Brach, d. Gen. Rhynchonellina im Jahrb. d. k. k. Geolog. 
R.-A., i883) übereinstimmt. In der Gestalt kommt ihr Rhynchonellina Seguen^ae 
Gemm. von Smokovac am nächsten; doch sind die Exemplare der Rh. gosaviensis 
viel breiter. Von den 1. c. durch Bittner beschriebenen triadischen Formen ist der 
Rh. gosaviensis die von der Ramseider Scharte stammende Rh. jiivavica var. dicho- 
tomans am ähnlichsten. Doch diese ist nicht so breit und mit weniger zahlreichen 
Rippen verziert wie erstere. Der Schnabel der großen Klappe von Rh. gosaviensis 
ist groß, niedrig dreieckig und mit großer Deltidialspalte versehen. In dieser Be- 
ziehung erinnert er an die Schnabelregion von Halorclla, welche Gattung ja nach 
Bittner den Rhynchonellinen sehr nahe steht. 

Rhynchonellina. cf. juvavica Bittn. var. dichotomans Bittn. 

Tat. 111, Fig. 8 — 10. 

Schon bei der vorbeschriebenen Rh. gosaviensis wurde var. dichotomans als 
ähnliche triadische Form genannt. Insbesondere zeigt sich diese Ähnlichkeit bei den 
hier in Fig. 9 abgebildeten, sehr flachen und breiten Exemplaren, welche die Rippen- 
bündelung in ähnlicher Weise zeigen wie var. diciiotomans von Rh. juvavica. Die 
Exemplare vom Gosausee sind indes breiter und mit zahlreicheren Rippen, nament- 
lich am Rande, in derselben Weise versehen wie die Typen von Rh. gosaviensis. 
Sie sind daher diesen vielleicht als Varietät zugehörig, besonders da sie zusammen 
mit Rh. gosaviensis vorkommen. Die Gestalt des Schnabels ist da noch auffälliger 
der bei Halorella analog. Die vorliegenden Stücke scheinen von jugendlichen In- 
dividuen zu stammen. 

Trachynerita infranodosa Kittl nov. spec. 

Tat. 111, Fig. 1 2. 

Die bekannteste Trachynerita-Form ist die in den Esinokalken häutige 7ra- 
chynerita depressa M. Hoern., welche auf der Oberseite zwei kräftige Knotenreihen 
zeigt, deren eine gleich unter der Naht steht, während die zweite den äußersten 
Umfang der Windungen einnimmt. [Trachynerita infranodosa aus den Halorellen- 
kalken am Gosausee liegt nur in einem äußerst ungünstig erhaltenen Exemplare vor. 
Ob eine Knotenreihe unterhalb der Naht vorhanden war, ist unsicher.] ^) Der äußerste 
Umfang der Windungen ist knotenfrei und fällt gerade ab, während auf der Basis 
zwei solche Knotenreihen stehen. [Das Auftreten von zwei Knotenreihen auf der 
Basis ist der wesentlichste Unterschied gegenüber Trachynerita depressa aus den 

■) Die mit [ ] bezeichneten Abschnitte wurden von dem Herausgeber beigefügt. 



54 E« Kittl f. Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. 



Esinokalken.] Gleichwie Trachynerita depressa zeigt auch Trachynerita infra- 
tiodosa innere Resorption, was man an den Steinkernen ersehen kann. Freilich hat 
diese nicht den Umfang wie bei der ersteren. Der Nabel dürfte offen sein, da eine 
kallöse Innenlippe nicht beobachtet werden konnte. 

Oonia Gappi Kittl nov. spec 

Taf. III, Fig. ija, b. 

Eine bauchige Form mit rasch wachsenden Umgängen, ziemlich geraden Zu- 
wachsstreifen und einer [kaum angedeuteten] Abflachung auf der Schlußwindung, 
[die durch eine nur bei günstiger Beleuchtung sichtbare, stumpfe Kante von den 
gleichmäßig gerundeten Flanken getrennt ist]. Die Mündung ist schräg rhomboi- 
disch, zweimal so hoch wie breit, unten ausgußartig vorgezogen. Die sonst relativ 
dünne Schale ist am unteren Gehäuseende auffällig dick. Der Nabel ist — soweit 
dies wahrzunehmen — völlig geschlossen. 

Die Zuteilung zu Oonia wurde durch die Größe und Wölbung der Schluß- 
windung veranlaßt. 

Heterocosmia? spec. 

Unter diesem Namen zitiere ich ein Gastropodenfragment, welches nur aus 
der Schlußwindung besteht. Diese gleicht sehr der unternorischen Heterocosmia 
grandis (m. Hörn.). Jedoch läßt sich in diesem Falle vorläufig nicht feststellen, ob 
eine Heterocosmia vorliegt. 

Dentalium? spec. 

Taf. III, Fig. 15. 

Ein etwas gekrümmtes, röhrenförmiges Schalenstück besitzt kräftige Querringe 
und schwach ausgebildete, erhabene Längskielchen. Diese Skulptur spricht mehr für 
die Zugehörigkeit zu den Scaphopoden, während die etwas unregelmäßige Krüm- 
mung der Schale auch auf andere röhrenförmige Gehäuse hinweisen würde. 



Tafelerklärung. 

Fig. I a. b. Halovella amphitoma Bronn var. rarecostata Bittn. F"orm mit verhältnismäßig zahl- 
reichen (11) Rippen. 
» 2. Halorella amphitoma Bronn var. rarecostata Bittn. Größtes vorliegendes Exemplar. 

» 3. Halorella amphitoma Bronn var. rarecostata Bittn. 

» 4. Halorella amphitoma Bronn var. rarecostata Bittn. Extrem schmales Exemplar mit nur 

8 Rippen. 
» 5 fl, b. Halorella pedata Bronn \&v. inturgescens Bittn. i,a kleine, 5^ große Klappe. Schnabel 

beschädigt. 
» 6. Rhrnchonella pirum Bittn. 

» 7 a, b, c. Rhynchonellina gosaviensis Kittl n. sp. 

» 8 a, b. Rhynchonellina cf.juvavica Bhtn. xav. dichotoma>is Bittn. Schmale Form. 
» () a — c. Rhrnchonellina cLjuvavica ]3>\\.\.n. xäv. dichotomans Bittn. Breite Form. 
» 10. Rhynchonellina cf.juvainca Bittn. var. dichotomans Bittn. 

» II. Rhynchonella dilatata Sueß v&v. major Bittn. 

» 12. Trachinerita infranodosa Kittl n. sp. 

» i3i3, b. Oonia Gappi Kittl n. sp. 
» 14^7, b. Arcestes sp. 
» 15. Dentalium (?J n. sp. 



Orchidaceae Novae. 

Von 

Prof. Dr. Fr. Kränzlin. 



JJie hier publizierten neuen Orchideen stammen fast alle aus dem königl. bo- 
tanischen Garten von München-Nymphenburg. Alle sind nach lebendem Material 
beschrieben, welches in denkbar bestem Zustand mir zu Händen kam. Es ist da- 
durch möglich gewesen, mit Sicherheit festzustellen, daß unter der bisher bekannt 
gewordenen Literatur die hier beschriebenen Arten sich zuverlässig nicht finden, 
eine Sicherheit, welche bei der Untersuchung von getrocknetem Material nie in 
gleichem Maße erreicht werden kann. Mit Ausnahme weniger stammen die meisten 
der hier beschriebenen Arten von den Philippinen und sind von dem Sammler, 
Herrn Loher, nach München gesandt; einiges schon bekannte Material erhielt ich 
auch aus Erlangen. Ich kann die Anzahl der mir im ganzen zugesandten Pflanzen 
auf ungefähr das Doppelte der hier als neu beschriebenen schätzen und mehr soll 
im Laufe der Zeit noch folgen. Es ist nicht erstaunlich, daß die großen ostasiati- 
schen Gattungen vorwalten und unter ihnen Bulbophylhim, eine Gattung, welche, 
wenn wir die inzwischen aus Neu-Guinea bekannt gewordenen und von Herrn 
J. J. Smith beschriebenen Arten hinzuaddieren, auf den unheimlichen Umfang von 
Dendrobiiim anzuschwellen droht. Bei der Bestimmung war ich auf die Publi- 
kationen von Herrn Oakes Am es im Philippine Journal of Science angewiesen, 
welche mir bis in die letzte Zeit vor dem Kriege zugesandt wurden, und wenn 
diese Diagnosen nicht total verzeichnet sind, was bei der Gründlichkeit des Autors 
nicht möglich ist, so ist dies eine weitere Garantie, daß wir es hier mit neuen 
Arten zu tun haben. Die meisten Bulbophyllen waren klar zu umschreibende Arten 
bekannter Formenkreise, nur an eine der neuerdings aufgestellten Abteilungen habe 
ich die Hand legen müssen, die sogenannten «Monanthaparpa». Es ist bei der 
typisch botrytischen Anlage der Orchideenblütenstände an und für sich bedenklich, 
die Einblütigkeit zu unterstreichen, und was die Kleinheit der Blüten betrifft, so 
gibt es unter schon bekannten und in anderen Abteilungen untergebrachten Arten 
solche mit kleineren Blüten; beide Merkmale dieser «Gruppe» sind somit keine 
Merkmale. Neben Bulbophylliim treten mit je einer Art Megaclinium und Cirrho- 
petalmn auf, deren Beibehaltung sich unter allen Umständen empfiehlt. Dagegen 
ist eine der bisher hierher gerechneten Gattungen, Bolbophyllaria Rchb. f. nämlich, 
nunmehr endgültig abzutun, da bei aller Ähnlichkeit mit gerade der Art, auf welche 
hin die Gattung seinerzeit aufgestellt wurde, hier gerade dasjenige Merkmal fehlt, 
welches der Gattung die Existenzberechtigung gab. Das AVeitere ist unten bei 



56 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. 



Bulboph. ebracteolatiim nachzulesen. Leider ist die Herkunft der Pflanze dunkel; 
sie soll von den Philippinen stammen, was ich zunächst zu bezweifeln nicht umhin 
kann. Sollte die Angabe stimmen, so wäre es eine für die Pflanzengeographie 
höchst überraschende Erscheinung. Von den übrigen Arten ist nicht viel von all- 
gemeinem Interesse zu sagen, ausgenommen etwa die erste Laelia Goebeliaiia 
Kupper et Kränzl. Es ist die Entdeckung dieser Art der Beweis, daß selbst in so 
lange und so gründlich abgesuchten Gegenden, wie die Umgegend von Rio de 
Janeiro ist, immer noch neue Arten gefunden werden können. Als bemerkenswert 
mag noch der (nach der Kernerschen Einteilung) parafflnoide Duft (nach Äpfeln) 
bemerkt werden, da diese großblütigen Laelia- und Cattleya-Kvltn in der Regel 
ohne ausgesprochene Düfte sind. Von einem gewissen Interesse ist sodann die 
zweite Art der Aufzählung insofern, als sie einen Übergang zwischen zwei sowieso 
nicht allzuweit voneinander entfernten Gattungen bildet, Pholidota und Dendro- 
chilum, der zweiten von beiden ist sie zuzurechnen. Die Doubletten des Materials, 
welches zu dieser Arbeit gedient hat, gehen in den Besitz des k. k. naturhistorischen 
Hofmuseums über. 

Laelia Goebeliana Kupper et Kränzl. — Rhizoma repens. Gaules v. pseudo- 
bulbi basi globosi, pauciarticulati, internodiis ad 4, quorum supremum maximum, 
compositi, subcompressi, ad 18 cm longi, superne 2*5 cm lati, monophylli. Folia 
elliptica, apice obtusa, subbilobula, crasse carnosa, ad 12 cm longa, i'4 cm lata (basi 
paulo latiora). Inflorescentia folium aequans v. subbrevior, pauciflora, pedunculus 
Vagina antice compressa, oblonga, apicuiata fere apicem usque inclusus, 6 cm longus, 
bracteae minutae, triangulae, acutae, pedicelli cum ovariis ad 5 cm longi, superne 
modice in Ovaria incrassati. Sepalum dorsale ligulatum v. oblongo-lanceolatum, 
obtusum, leviter concavum, sepala lateralia ovato-lanceolata, subobliqua, obtusa, 
curvula, 2"5 cm longa, 8 mm lata. Petala oblonga, obtusiuscula, 2'5 cm longa, i ad 
1-2 cm lata, haec omnia incurva. Labelli lobi laterales paulum ab intermedio se- 
juncti, erecti, margine rectilinei, antice sensim in lobum intermedium deflexum, late 
oblongum, crispum v. leviter undulatum, obtusum, explanatum transientes, discus 
lineis 2 paulum elevatis praeditus, ceterum glaber, totum labellum ca. 2 cm longum, vi 
explanatum medio i"2 cm latum, lobi laterales i'5 cm longi. Gynostemium generis, 
crassum, breve, superne paulo crassius, modice marginatum. Sepala petalaque 
pallide viridi-lutea v. lactea, viridi-suffusa, labellum lacteum. Flores odorem malorum 
exhalant. 

Brasilien. Im Staate Rio de Janeiro (Prof. Goebel). 

Die Größenverhältnisse der Blüte stimmen einigermaßen mit denen von L. 
rupestris Lindl., aber weder die Färbung noch der Aufbau der Pflanze. Es ist 
schwer zu verstehen, wie eine neue Art dieser Gattung in einer so gründlich durch- 
forschten Gegend den Blicken der Botaniker und Pflanzensammler bisher hat ent- 
gehen können. Einen natürlichen Bastard anzunehmen ist jedenfalls mißlich, selbst 
wenn man sich dazu entschließen könnte, die vorbenannte Art als einen der Eltern 
anzusehen. 

Dendrochilum saccolahium Kränzl. n. sp. — Radices longiusculae, ramosae. 
Pseudobulbi basi cataphyllis increscentibus scariosis, brunneis suffulti, quorum ma- 
ximum 6-5 cm longum, pseudobulbum multo breviorem arctissime amplectitur. 
Pseudobulbi e basi paulo crassiore attenuati, cauliformes, tetragoni, rugulosi, mono- 



Orchidaceae Novae. 57 



phylli. Folia e basi petiolari, terete, sulcata sensim dilatata, linearia, leviter com- 
plicata, crassa, coriacea, apicem versus angustata, acuminata, obscure plicata, pars 
basilaris v. petiolus 7 ad 10 cm longa, pars dilatata v. lamina 12 ad 20 cm longa, 
7 mm lata. Inflorescentia cum folio oriens, scapus filiformis, a folio longe obcelatus, 
nutans, rhachis brunnea, spica pendula, ca. 10 cm longa, multiflora; flores distichi, 
satis densi, bracteae intima einanes vistie, omnes convolutae, apiculatae, juxta apicem 
obscure obtusangulae, punctulatae, vi expansae fere orbiculares, 4 mm longae et 
latae, flores subaequantes. Flores intense purpurei. Sepalum dorsale oblongo- 
lanceolatum, obtuse acutatum, lateralia suborbicularia, omnia 3 mm longa, dorsale vix 

1 mm, lateralia ca. 3 mm lata. Petala multo minora, oblonga v. subrhombea, acuta, 

2 mm longa, vix i mm lata. Labellum toto margine basi gynostemii paulum pro- 
ducto affixum, sacculatum, antice trilobum, lobi laterales lineares, incurvi, lobus 
intermedius triangulus, acutiusculus, totum labellum vix i mm longum, vix ^j^ mm 
latum. Gynostemium exalatum et exauriculatum. 

Philippinen. Ohne genaueren Standort (Loher). 

Was die Pflanze vor allem anderen auszeichnet, ist die Verwachsung fast des 
ganzen oberen Randes des Labellums mit dem unteren Ende der Säule; auf diese 
Weise entsteht ein Gebilde, welches beträchtlich an die Labellum mancher klein- 
blütigen Saccolabium- Arien erinnert. Dazu stimmt dann auch die in drei kleine 
Zipfel gespaltene vordere Partie. Die Säule hat weder die breiten Flügel der 
tchztn Pholidota- Arten, noch Ähnlichkeit mit der von Acoridiuvi; es ist ein äußerst 
winziges Gebilde von ganz allgemeinem Coe/o^/ze-Charakter. Hinzuzufügen wäre, 
daß die seitlichen Sepalen bei weitem den größten Teil der Blüte bilden, sowie die 
intensiv rote Färbung. 

Bulbophyllum lasiopetalum Kränzl. n. sp. — Pseudobulbi satis dense ag- 
gregati, rhizomati repenti insidentes, ovoidei, ad 2-5 cm longi, basi i ad 1-5 cm 
crassi, monophylli, viridi-lutei. Folia sessilia, e basi latiuscula hgulata v. late linearia, 
apice obtusa, minute biloba, ad 8 cm longa, ad i-6 cm lata. Scapus tenuis, folium 
superans, bracteae minutae, pedicelli cum ovariis ca. 1-5 cm longi, tenues, Ovaria et 
basis sepalorum extus minute papulosa. Sepala e basi paulo latiore linearia, longe 
angustata, i cm longa, basi 1-5 mm lata, falcatim curvata, oninino libera, vix men- 
tulum formantia. Petala linearia, obtusiuscula, trinervia, toto margine longiuscule 
pilosa, 4-5 mm longa, i mm lata. Labellum toto ambitu triangulum, vix com- 
plicatum, superne modice excavatum, ecarinatum, omnino glabrum, modice cur- 
vulum, expansum fere 2 mm longum, basi vix i mm latum. Gynostemium perbreve, 
stelidia triangula, acuta, brevia. Flores albi. — Floret in Europa Januario. 

Philippinen (Loher). 

Eine dem Habitus nach wenig auflallende Pflanze vom Durchschnittstypus der 
Bulbophyllen. Die Petalen sind behaart, die übrigen Teile der Blüte sind es nicht, 
die drei Sepalen und das ziemlich kurze Ovarium sind äußerlich körnig rauh und 
mit kleinen Tuberkeln besetzt. Es sind vage Anklänge vorhanden an B. gymnopus, 
leptanthum und Thompsoni, alle drei von Hook er f. beschriebene indische Arten, 
aber weder in Hookers Arbeiten noch auch in den Amesschen Aufzählungen 
philippinischer Bulbophyllen ist eine genau identische Art bisher publiziert. 

Bulbophyllum umbonatum Kränzl. n. sp. — [Ebulbosa.] Rhizoma longe 
repens, 5 ad 6 mm crassum, cataphyllis tectum. Pseudobulbi nuUi, proles e rhizo- 
matis cataphyllo Orientes, foliiferae, cataphyllis 3 longiusculis, brunneis, mox scariosis 



38 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. 



et folio I compositae. Folia longe petiolata, lineari-lanceolata, ad 38 cm longa^ 
petiolo sulcato, 12 ad i3 cm longo, 3"7cm lata, crassa, carnosa, laete viridia, nitida, 
brevi-acutata, basi sensim angustata et complicata. Inflorescentia 22 cm longa v. 
ultra, scapus infra flores vaginis pallidis amplis, imbricantibus, obscure carinatis 5 
ad 6 vestitus, spica ca. 15 cm longa, multiflora, bracteae lanceolatae, acuminatae, 
albidae, ad 6 mm longae, Ovaria paulum superantes. Sepalum dorsale e basi latiore 
paulum angustatum, deinde lanceolatum, acuminatum, 6 mm longum, basi 2 mm 
latum, lateralia ovato-triangula, mentum breve, rotundatum Formantia, acuminata, 
incurva v. subfalcata, 6 ad 7 mm longa, basi 3 mm lata. Petala lineari-lanceolata, 
acuta, albida, 3 mm longa, ^/^ mm lata, Labellum pedi gynostemii umbonibus 
2 postpositis (altero ante insertionem labelli, altero illi postposito) affixum, toto 
ambitu ovatum, obtusum, integrum, margine a basi ad ^j^ longitudinis erecto, ideo- 
que subcordatum, bicallosum, inter callos leviter sulcatum, totuni labellum 4 mm 
longum. Gvnostemium brevissimum, stelidia erecta, acuta, fere subulata. Totus flos 
albidus, labellum luteum. 

Heimat unbekannt. Ostindien? 

Die nächstverwandte bekanntere Art ist B. apodinn Hook, f., von Identität 
kann aber keine Rede sein. Auch B. Wrayi Hook. f. zeigt einige, aber noch ent- 
ferntere Anklänge. Da diese beiden Arten aus dem indo-malaiischen Gebiet stam- 
men, so dürfte diese Art eben daher gekommen sein. Den Speziesnamen habe ich 
von den beiden glänzenden Schwielen des Säulenfußes entlehnt, deren eine am 
Ansatz des Labellums, die hintere halbwegs zwischen dieser und der Säulen- 
basis steht. 

Bulbophyllum ebracteolatum Kränzl. n. sp. — Pseudobulbi obtuse tetra- 
goni, in lateribus excavati, laete virides, monophylli, 4 cm longi, i;3 cm crassi. Folia 
(i tantum visum) e basi breviter complicata lanceolata, acuminata, laete viridia, ad 
16 cm longa, 2 ad 2-5 cm lata, crassiuscula, carnosa. Inflorescentia pendula, ad 
15 cm longa, scapus basi cataphyllis quibusdam vaginantibus, acutis vestitus, mox 
in rhachim incrassatus, rhachis 10 cm longa, 6 ad 8 mm crassa, sordide rubra, 
dense pilosa, apicem usque florifera, pluri- ad multiflora, bracteae latae, acutae, 
ovarium brevissimum aequantes et amplectentes, 2 mm longae et latae, ipsae, Ovaria, 
flores extus densissime glanduloso-pilosa, flores non resupinati. Sepalum dorsale 
late ovato-ellipticum, obtusum, leviter concavum, 4 mm longum, 2 mm latum, al- 
bidum, lineis longitudinalibus 3 majoribus, 2 minoribus pone marginem ornatum, 
lateralia in synsepalum late ovatum, basi mentum brevissimum formans coalita, 
synsepalum 4*5 mm longum, 2-5 mm latum, sordide albidum, lineis 5 v. 7 ob- 
scurioribus praeditum, bracteolae v. phvlla adventitia nulla. Petala multo minora, 
anguste triangula v. ovata, acuminata, leviter falcata, alba, lineis 3 purpureis decora, 
(2 brevioribus pone marginem i. centrali) 2 mm longa, ca. ^/^ ^^^"^ lata. Labellum 
basi utrinque in angulum acutum, rectangulariter divergentem auctum, late ligu- 
latum, obtusum, supra leviter canaliculatum, minutissime papillosum, sordide pur- 
pureum 3'5 mm longum, inter angulos basilares 2 mm latum. Gynostemii brevis- 
simi (alae v.) stelidia angusta, hamata falcatave, linearia, subreflexa, anthera antice 
longe ciliata (fere barbata dicenda). 

Philippinen (Loher). — Dies ist inzwischen einwandfrei festgestellt. 

Die Pflanze gleicht in jeder Hinsicht einem stark vergrößerten Exemplar des 
bekannten Bulbophyllum bracteolatum Lindl., Bot. Reg. (i838), t. 57 (Biilbophyllaria 



Orchidaceae Novae. 59 



bracteolata Rchb. f.), der mir vorliegende Blütenstand ist sogar bis auf den Zenti- 
meter gleich gro(3, aber zunächst sind die Bulben mehr als doppelt so gro(3 und 
einblätterig, das Blatt selbst mehrmals so groß als an der alten Lindley sehen Art. 
Sodann ist keine Spur der «Bracteoleae» vorhanden. Es ist bekannt, daß Prof. 
Pfitzer seinerzeit auf dies Vorkommen hin das Ovarium der Orchidaceen als Achsen- 
gebilde ansah und darin noch bestärkt wurde, als sich bei anderen Arten (z. B. 
Bulb. mandibulare Rchb. f.) dieselbe Bildung fand. Hier haben wir nun eine Art, 
bei deren zahlreichen Blüten ich auch nicht die leiseste Andeutung dieser Blättchen 
zu finden vermochte. Das Hauptmerkmal dieser Gattung hat sich somit als nicht 
konstant herausgestellt. Man steht vor dem Dilemma, entweder die Gattung Bolbo- 
phyllaria als überflüssig einziehen zu müssen, oder trotz des hier fehlenden Merkmals 
der akzessorischen Bracteolen hin diese Art zu Bolbophyllaria zu stellen, welche 
sonst dahin zu bringen niemandem einfallen würde. Die Ähnlichkeit ist (von den 
rein sekundären Artmerkmalen abgesehen) im übrigen so groß, daß jeder Botaniker 
beim ersten Anblick dieser Pflanze sofort auf Bolbophyllaria rät. Da die Blüten- 
stände abwärts hängen, so stehen die Blüten, obwohl sie nicht resupiniert sind, 
doch in der bei den meisten Orchidaceenblüten vorkommenden Stellung, d. h. mit 
dem Labellum nach unten. Nach den oben dargelegten Befunden muß es als in- 
konsequent erscheinen, wenn man an der Reichenbach-Pfitzerschen Gattung festhält. 
Biilbophyllum freilich ist nachgerade zu solchem Umfang angeschwollen, daß man 
froh ist, wenn man auf leidlich permanente Merkmale hin Gattungen abtrennen 
kann, und es ist bedauerlich, daß Bolbophyllaria nicht zu halten ist, aber es ist 
mißlich und nach Möglichkeit zu vermeiden, Gattungsdiagnosen zu formulieren, 
wie die von Bolbophyllaria lauten müßte, um sie auch auf diese Art passend zu 
machen. Gerade so unbec|uem macht sich diese Art beim Einordnen in Biilbo- 
phyllum, denn sie paßt ganz ebenso schlecht in eine Sektion Bolbophyllaria als in 
eine Gattung dieses Namens. 

Bulhophyllum leptocaulon Kränzl. n. sp. — Rhizomata tenuissima, filiformia. 
Pseudobulbi satis distantes, ovati, subtetragoni, fere 4-alati, subobliqui, monophylli, 
ad I cm longi, basi 5 mm lati. Folia elliptico-v. ovato-oblonga, acuta, crassiuscula, 
carnosa, 2 ad 4 cm longa, i ad r3 cm lata. Pedunculi monanthi, fiHformes, 2-5 cm 
longi, bractea brevis, ochreata, retusa, brevi-apiculata, vix i mm longa, pedicelli 
cum ovario brevi 8—9 mm longi. Sepala libera, oblongo-lanceolata, acuta, con- 
cava, inter se vix diversa, lateralia non mentum efficientia, obscure-, dorsale mani- 
feste-trilineata, 4-5 mm longa, vix i mm lata, albida, purpureo-striata. Petala late 
et oblique ovata, obtuse acutata, 1-5 mm longa, basi i mm lata, albida, linea i pur- 
purea ornata, apice interdura fusca, quasi praeusta. Labellum pedi sigmoideo affixum, 
crassum, basi cordatum, supra sulcatum, retusum, aurantiacum, in sulco et in facie 
inferiore fusco-purpureum, 2 mm longum, ca. ^/^ mm latum. Gynostemium breve, 
stelidia filiformia, fere cirrhata dicenda. 

Philippinen (Loh er). 

Die Pflanze, welche in den bisher von den Philippinen bekannt gewordenen 
Aufzählungen nicht vorkommt, gehört in die Gruppe der Eubulbophyllen mit in 
der Regel einer Blüte. Die mehr dem indischen Festland und den Sunda-Inseln 
angehörigen Arten haben größere Blüten; die mehr dem Osten angehörigen und 
die philippinensischen kleinere, aber auch hier kommen gelegentHch solche von über 
I 1/2 cm Durchmesser vor. Es war somit unnötig, eine neue, sehr schlecht de- 



6o Prof. Dr. Fr. Kräiizlin. 



finierte und noch viel schlechter benannte Gruppe aufzustellen, für die das sprach- 
lich monströse Wort «.Monanthaparva-» verübt worden ist. Alle Arten haben den 
gleichen vegetativen Aufbau, alle sind typische Bulbophyllen ohne jede Abweichung 
in der Struktur der Blüte. Ich hoffe, es wird mir nicht als Pedanterie ausgelegt, 
wenn ich verlange, daß, wer Botanik schreibt, den Grundregeln der Sprachen, deren 
er sich bedient, nicht durch Wortbildungen wie Monanthaparva ins Gesicht schlägt. 
Derartiges ohne Protest hingehen lassen, hieße der Unbildung Bürgerrecht ein- 
räumen. — Warum nicht Micromonantha? 

Bulbophyllum nymphopolitanuxn Kränzl. — Rhizoma longe repens; 
pseudobulbi leviter obliqui, ovoidei, subtetragoni, angulis obtusis, rugulosi, cata- 
phyllorum rudimentis tecti, monophylli, ad 4 cm longi, ca. 2 cm diametro. Folium 
(i mihi visum) in petiolum ca. 2 cm longum, sulcatum, angustatum, oblongum, basi 
cuneatum, obtusum, leviter emarginatum, crasse coriaceum, lucidum, subtus palli- 
dius, opacum, ad 12 cm longum, ad 4 cm latum. Scapus pseudobulbum cum folio 
subaequans, vaginulis 3 ad 4 distichis, carinatis, acutis munitus, racemus pauci (-4)- 
florus, flores succedanei, bracteae magnae, 1-5 cm longae et vi expansae latae, arcte 
complicatae carinataeque, pedicellus cum ovario 2 cm longus. Sepala e basi latiore 
rotundata, sensim angustata, acuminata, concava v. involuta, dorsale 2'S cm longum, 
basi 8 ad 9 mm latum, lateralia basi subobliqua, mentum paruni prominulum for- 
mantia, longe acuminata, magna pro parte conglutinata, 3*5 cm longa, basi i cm 
lata, extus scabriuscula. Petala ovata, acuminata, lineata, 1-7 cm longa, basi 5 ad 
6 mm lata. Labellum manifeste trilobum, lobi laterales parvi, incurvi, obtusi, antice 
denticulati, lobus intermedius ambitu triangulus, acuminatus, crassus, carnosus, basi 
utrinque et supra sulcatus, ubique papillosus, ad 2-5 cm longus, 4 mm diametro. 
Gynostemium satis evolutum, lilamentum breve, subulatum, obtusum, stelidia ma- 
xima 5 ad 6 mm longa, linearia, supra pone basin denticulo parvo munita. Flores 
cartilaginei, probabiliter intense fusco-purpurei, singulari modo tesselato-venosi. 

Philippinen (Loh er r). 

Die Pflanze ist unter den bisher beschriebenen nicht zu finden, sie fehlt auch 
unter der ganzen Literatur des Journal of Science. Wie die ganz geöffneten Blüten 
aussehen, weiß ich nicht; mein Material bestand aus Bulbe mit Blatt und einem 
Blütenstand mit einer Knospe, welche unmittelbar vor dem Aufblühen war. Eine 
ähnliche Form der Seitenlappen des Labellums findet sich unter anderem bei B. 
neilgherrense Wight und Pechei Bull, ähnliche Stelidien an der Säule von B. cu- 
preiim Lindl. Es sind somit Anklänge an andere Arten genugsam vorhanden. Die 
Blüten im ganzen haben vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit mit denen des (übri- 
gens völlig verschiedenen) B. dicliromum Rolfe. 

Bulbophyllum melanoglossum Kränzl. n. sp. — [Eubiilbopln-Uuvi.] Rhi- 
zoma repens, filiforme. Pseudobulbi inter se distantes, remote catenulati, subglobosi 
v. ovoidei, obscure octogoni, monophylli, 2 mm longi et crassi. Folia oblonga, 
acuta, basi semitorta, vix petiolata, margine celluloso-fimbriata, ad 4-5 mm longa, 
2-5 mm lata. Scapus uniflorus, nudus, 5 mm longus, tenuissimus, ipsa basi vaginula 
ochreata munitus, bractea (e 2 coalita?) vaginans, ochreata, in apiculos 2 producta, 
pedicellum cum ovario non aequans, hyalina, vix ^j^ mm longa, pedicellus cum ovario 
I mm longus. Sepala e basi haud multo latiore triangula, acuminata, 3 ad 3-25 mm 
longa, basi vix i mm lata, lateralia mentum breve, subrectangulum formantia, omnia 
pallide rosea, purpureo-striata. Petala lineari-lanceolata, acuminata, 1-5 mm longa, vix 



Orchidaceae Novae. ^l 



^2 mm lata, albida, nervo i purpureo decora. Labelli pes modice curvatus, lobi la- 
terales semiobovati, antice rotundati, expansi laminam obovatam referentes, lobus inter- 
medius linearis, apice obtusus, pilis longiusculis, articulatis obsitus, labelli lobi late- 
ralis intense rosei, intermedius et linea mediana disci atropurpureus (unde nomen 
sumpsi!) totum labellum 2 mm longum. Gynostemii stelidia ipso multo longiora, 
subulata, ipsa et anthera alba. 

Philippinen (Loh er). 

Die Pflanze ist kaum größer als die beiden von Pfitzer durch eine besondere 
Untersuchung bekannter gewordenen Arten B. Odoardi Rchb. et Pfitzer und B. 
minutisshniim F. v. Müll. Das Labellum erinnert stark an das der madegassischen 
B. püloglossum Wendl. et Kränzl. Sonst hat das kleine Gewächs keinerlei abwei- 
chende Züge. Die Bulbe hatte keinen Hohlraum im Innern. Von den bisher be- 
schriebenen philippinensischen Arten ist wohl B. alagense O. Arnes die nächst- 
verwandte. 

Cirrhopetalum Loherianum Kränzl. n. sp. — [Chrysea.] Rhizoraa repens. 
Pseudobulbi ovoidei, 2 ad 3 cm inter se distantes, cataphyllis ovatis ipsis aequilongis 
vestiti, tetragoni, monophylli. Folia basi complicata, brevi-petiolata, coriacea, apice 
subbilobula, ad 5-5 cm longa, ad 2-4 cm lata. Pedunculi tenues, rubelli, curvuli, 
ad 12 cm longi, racemum umbelliformem, subsecundiflorum s. dimidiatum, pauci- 
florum terentes, bracteae minutae, triangulae, acuminatae, 3 mm longae, fere aristatae. 
Pedicelli tenues, curvuli, i cm longi. Sepalum dorsale late oblongo-ovatum, longe 
aristatum, concavum, ad 5 mm longum, basi 175 mm latum, margine longe pilo- 
sum, luteum, roseosuffusum, pili marginales roseo-purpurei, vario modo tortuosi. 
Petala sepalo dorsali omnino aequalia nisi paulo minora, 4-5 mm longa, 1-5 mm 
lata. Sepala lateralia e basi asvmmetrice dilatata, linearia, mentum a latere visum 
longiusculum, carinatum Formantia, i cm longa, 2 mm lata, eodem colore quo se- 
pala. Labellum pedi gynostemii valde curvato, antice dilatato affixum, lineare, antice 
attenuatum, carnosulum, supra sulcatum, aureum, vix 1-5 mm longum. Gynostemium 
breve, crassum, stelidia s. brachia prominentia omnino nulla, anthera paulum pro- 
minens in clinandrio profundo obcelatum. — Fl. Octobri. 

Philippinen (Loh er). 

Die nächste Verwandtschaft der Pflanze ist die von C. chryseiun Kränzl., die 
von Herrn Oakes Am es als Biübophyllum sp. beschriebenen B. Bolsteri et cari- 
natum. Ob man Cirrhopetalum auf seine eigenartigen Sepalen hin als Gattung 
beibehält, wie ich es tue, oder als Tribus zu Bulbophyllum stellt, ist nachgerade 
eine völlig dem Belieben des einzelnen zu überlassende Frage geworden, die eine 
Auffassung hat genau so viel Berechtigung als die andere. Ich möchte nur zur 
Erwägung stellen, daß Bulbophyllum nachgerade auch dann noch eine höchst arten- 
reiche und schwer zu übersehende Gattung bleibt, wenn man Cirrhopetalum und 
Megaclinium ausscheidet. 

Megaclinium lepturum Kränzl n. sp. — Rhizoma longe repens, 2-5 mm 
crassum. Pseudobulbi 2 ad 2-5 cm inter se distantes ovati, trigoni, diphyUi, 2-5 ad 
3-2 cm longi, basi 1-4 cm crassi. Folia linearia, tenui-coriacea, obtuse acutata v. 
obtusa, maxima mihi visa ad 7-5 cm longa, ad i cm lata (certe mäjora). Inflorescentia 
ad 20 cm longa, scapus tenuis, vaginis arctissimis tubulosis, supra non ringentibus, 
obtusis vestitus, spica ipsa ca. 9 ad 10 cm longa, pauciflora (7 — 8), rhachis paulo 



62 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. 



crassior quam scapus, teres v. vix angulatus, bracteae triangulae, reflexae, acutae, 
3 mm longae, Ovaria aequantes. Sepalum dorsale obovatum v. oblongum, obtusum, 
margine leviter reflexum, 6 ad 7 mm longum, 275 mm latum, lateralia ovato-trian- 
gula, acuminata, subfalcata, apicibus energice reflexis, 3 ad 4 mm longa, basi 3 mm 
lata, cum pede gynostemii et basi sepali dorsalis in cupulam connata, viridi-lutea 
V. alutacea, ipsa et ovarium nigro-furfuraceo-adspersa minuteque purpureo-punctata. 
Petala lanceolata, acuta, incurva, albida_, vix 1-25 mm longa, ^/2 mm lata. Labellum 
ovatum, obtusum, curvulum, supra planum, haud proprie sulcatum, apice reflexum, 
carneum, minutissime rubro-pustulatum, 2 mm longum, basi i mm latum. Gvnostemii 
stelidia brevia, triangula, dentiformia, acuta, androciinium postice acutatum (gyno- 
stemium igitur 3-apiculatum). 

Kamerun. Victoria (Dr. Ludwigs). 

Ich habe den Speziesnamen von der relativ dünnen Rhachis entlehnt, welche 
freilich nicht sehr nach Megacliniiim aussieht. Desto mehr tun dies die Blüten, 
welche den Typus der Gattung in allen Merkmalen zeigen. Einige Anklänge an 
M. triste Rolfe abgerechnet, wüßte ich keine Beziehungen zu einer schon beschrie- 
benen Art zu nennen. 

Dendrobium Loherianum Kränzl. n. sp. — [Dendrocoryne § V Eitphlehiiim.] 
Rhizoma breve, ramosum, radicibus longis obsitum. Pseudobulborum internodia 
infima crassa, v. ovoidea, brevia, mox in tenuiora, cylindracea attenuata, internodia 
suprema valde incrassata, cylindracea, leviter compressa, sulcata, pseudobulborum 
maximus mihi visus utplurimum i3 cm longus, 1-5 cm crassus, monophyllus. Folium 
(haud bene evolutum), ovatum, acuminatum, coriaceum, ad 6 cm longum, ultra 
2 cm latum (certe multo majus). Flores succedanei, singuli, ex racemis abbreviatis ex 
axillis cataphyllorum v. bractearum jam diu evanidarum Orientes, pedicelli basi 
bracteolis compluribus, brevibus cincti, ad i"5cm longi, sensim in ovarium in- 
crassati. Sepalum dorsale ovato-oblongum, obtuse acutatum, i'6cm longum, basi 
6 ad 7 mm latum. sepala lateralia triangula, postice mentum acutum formantia, 
antice ovata, acuta, 1*7 cm longa, 6 ad 7 mm lata, mentum ca. 5 mm longum. 
Petala ligulata, obtusa, i'2 cm longa, 3 mm lata haec omnia pallide sulphurea. 
Labellum praesertim antice convolutum, expansum suborbiculare v. latissime ob- 
ovatum, antice obscure trilobum, lobus intermedius bilobulus, lobis 4 inter se aequa- 
libus, parvis, rotundatis, callus per medium discum elevatulus, incrassatus, lineis 
ab illo radiantibus elevatis; totum labellum i'2 cm longum, expansum i cm latum, 
albidum, basi et in lobis lateralibus sordide roseo-suffusum, callus disci luteus. 
Gynostemii pes sordide roseus, rostellum crassum, callosum, transversum, fovea 
stigmatica profunda, androciinium retusum, — Fl. Decembri. 

Philippinen (Loh er). 

Im Habitus D. chrysocrepis Par. et Rchb. f. sehr ähnlich, auch die Blüten 
scheinbar wenig, aber bei genauerer Untersuchung doch genügend verschieden, be- 
sonders im Bau des Labellums. 

Cleisostotna brachystachyum Kränzl. n. sp. — Gaules penduli ad 60 cm 
longi. Folia disticha, basi longe vaginantia, vaginae internodia aequantes, 1*5 ad 
2*5 cm longae, laminae lanceolatae, basi semitortae quo lit, ut inflorescentiae foliis 
oppositae appareant, acuminatae, altero latere minore, carnosae, virides, sordide 
purpureo-suffusae, ad 12 cm longae, ad i'S cm latae. Inflorescentiae breves, 1*2 cm 



Orchidaceae Novae. 



63 



longae, 4- ad 5-florae, rhachis rosea, bracteae vix ullae, Ovaria torta, 7 ad 8 mm 
longa. Sepalum dorsale obovatum, lateralia ovata, obtusa, subobliqua. Petala 
ligulata, obtusa, sepalum dorsale 4-5 ad 5 mm longum, 2 mm latum, lateralia 6 mm 
longa, basi 3 mm lata, petala 4 mm longa, vix 1-5 mm lata. Labelli lobi laterales 
lineares, obtusi, antice curvati, lobus intermedius oblongus, excavatus, obtusus, 
calcar amplum, saccatum, subcompressum, ligula linearis a parietis postici basi 
antrorse curvata, facie inferiore manifeste et pro ratione longe pilosa, apice bidenti- 
culata, totum labellum cum calcari 6 ad 7 mm longum, lobi laterales 2*5 mm longi. 
Gynostemii stelidia crassa, supra bidentata s. biapiculata, rostellum et anthera 
antice linearia, modice producta, caudicula tenuissima, linearis, glandula oblonga. 

Philippinen (Loher). 

Dem längst bekannten Cl. roseum Lindl. ähnlich, aber verschieden durch die 
tief rosarote Farbe, welche sich bis auf die Spindel des sehr kurzen Blütenstandes 
erstreckt, durch die Seitenlappen des Labellums, welche schmal linealisch und 
nach vorn gekrümmt sind, schließlich durch die unterseits ziemlich dicht behaarte, 
sehr zarte Lamelle, welche fast von der Basis des Sporns an bis zur Mündung 
reicht. 

Saccolabium epichysiochilum Kränzl. n. sp. — Planta parva. Caulis ab- 
breviatus, internodia brevia. Folia disticha, satis densa, late linearia v. ligulata, 
obtuse acutata, 6 ad gern longa, 12 ad 14mm lata, crasse carnosa, apicem versus 
incrassata ibique ad 3"5 mm crassa. Racemi breves ad 3 cm longi, ca. lo-flori, 
rhachis crassa, carnosa, clavata, bracteae minutissimae, triangulae, acutae, alabastra 
florum primo rhachidi immersae, flores postice brevi-pedicellatati (ad 7 mm). Se- 
palum dorsale late oblongum, lateralia similia subobliqua, omnia apice rotundata, 
concava, 5 v. 6 mm longa, 3-5 mm lata. Petala ligulata, obtusa, 4 mm longa, 
1-5 mm lata, haec omnia nivea. Labellum immobile, in infundibulum breve, ob- 
tuse acutatum evolutum, intus omnino nudum, lobi laterales breves quadrati, vix 
ab intermedio paulo longiore, bilobulo sejuncti, totum labellum a margine superiore 
ad apicem (infundibuli v.) calcaris 4 mm altum et fere aequilongum, lobis vix 
^/^ mm longis, niveum, lobi laterales et lobuli lobi intermedii intense violacei. 
Gynostemium crassum, album, utrinque violaceo-punctatum. 

Philippinen. Ohne genaueren Standort (Loher). 

Eine Spornbildung wie diese ist bei Saccolabium noch nicht beschrieben. Das 
ganze Labellum ist vorn abgestutzt, dies und die Färbung, vier violette Flecke auf 
schneeweißem Grunde, verleihen der Blüte ein sehr apartes Aussehen. Von der 
ganzen Menge der bisher von Hooker, King und Pantling sowie von J. J. Smith 
abgebildeten Arten stimmt keine so weit, daß ein Vergleich angängig wäre. — Den 
Namen habe ich von der Trichterform des Labellums entlehnt. 

Saccolabium semiclausum Kränzl. n. sp. — [§ Ainpullacear\ Caulis ab- 
breviatus, 5 cm longus (interdum longior), dense foliatus. Folia linearia v. lorata, 
apice inaequali-biloba, utrinque rotundata, in sinu apiculata, ad 20 cm longa, ad 
27 cm lata. Inflorescentia foliis brevior, racemosa, stricta, 12 ad 15 cm longa, 
scapus vaginulis bracteiformibus quibusdam praeditus, bracteae breves, oblongae, 
obtuse acutatae, ad 5 mm longae, pedicelli cum ovariis curvuli, rosei, ad 1-5 cm 
longi. Sepalum dorsale petalaque subaequalia, late oblonga v. elliptica, apice ro- 
tundata, concava, convergentia, 6 mm longa, 3 mm lata. Petala pedi gynostemn 



6a Prof. Dr. Fr. Kränzlin. 



alte descendenti affixa, subquadrata, antice rotundata, obtusa, aequilonga, 4 mm 
longa. Labelli lobi laterales, trianguli, incurvi, sese cruciatim et oriftcium calcaris 
fere omnino tegentes, lobus intermedius protensus, ovato-triangulus, calcar maxi- 
mam partem labelli efficiens, subcompressum, leviter curvatum, apice obtusum, lobi 
laterales vix 2 mm longi, basi i mm lati, lobus intermedius 4 mm longus, basi fere 
2 mm latus, calcar 4 mm longum, ad orificium fere 3 mm latum. Gynostemium 
crassum, antice excavatum, rostellum latum, glandula lata, caudicula sigmoidea, 
poUinia satis magna. Fiores intense rosei. 

Philippinen (Loher). 

Ich habe den Speziesnamen davon entlehnt, daß die beiden Seitenlappen des 
Labellums gekreuzt über der Spornmündung liegen und diese mehr oder minder 
verschließen. Wäre nicht die kurze Stammbildung ausdrücklich bezeugt, so hätte 
ich auf 5. trichromiim Rchb. f. geraten, welche sowieso die nächstverwandte Art ist; 
besonders ist der Bau des Labellums fast der nämliche. Die ziemlich tief an- 
gesetzten seitlichen Sepalen kommen häufig bei Saccolabium vor. Was diese Gattung 
angeht, so fasse ich sie im Sinne Hookers auf. Man hat nur die Wahl zwischen 
dieser etwas weiten Auffassung mit geeignet abgegrenzten kleineren natürlichen 
Gruppen, von denen die der «Ampullaca» eine der natürlichsten ist, oder der 
Zersplitterung in mindestens zehn schlecht definierte Genera. 

Trichoglottis hicruris Kränzl. n. sp. — Gaules ad 20 cm longi, ad 8 mm 
crassi, foliati. Folia oblongo-lanceolata v. lanceolata, antice abscissa, ad 7 cm longa, 
ad 1*8 cm lata. Racemi e tertia superiore caulis Orientes, ad 6-flori, folia superantes (?), 
bracteae minutae. Ovarium trialatum, interjectis costis 3 minoribus longitudinalibus, 
cum pedicello ca. 3'5 cm longum. Sepala late ovata, acuta, patentia, lateralia cum 
basi gynostemii connata, basi valde dilatata, carinata, omnia 1-5 cm longa, dorsale 
I cm, lateralia, i-3 cm lata. Petala aequilonga, 7 mm lata, haec omnia vinoso-pur- 
purea. Labellum sessile, lobi laterales erecti, oblongi, obtusi, lobus intermedius 
protensus, antice cruciatus, brachia crucis leviter antrorsa, ligulata, obtusa, plana, 
intermedium crassum, carnosum, acutiusculum, crura 2 antice in i confluentia pilis 
longiusculis albis induta in isthmo lobi intermedii; lamella erecta, transversa, 
oblonga, pluridenticulata in ipsa basi labelli, apice suo gynostemium fere attingens, 
totum labellum i-8 cm longum, basi luteum, purpureo-marginatum, lobi laterales 
6 ad 7 mm longi, lobus intermedius roseo-purpureus, 1-2 cm longus, inter brachia 
crucis 1-2 cm latus, crura pilosa i cm longa. Gynostemium crassiusculum, latum, 
stelidia vix conspicua, anthera lutea. 

Philippinen? (Loher?). 

Man könnte auf den basalen Callus des Labellums hin versucht sein, die 
Pflanze zu Sarcochilus R. Br. zu stellen, wäre nicht das Hauptmerkmal so außer- 
gewöhnlich deutlich entwickelt und wäre anderseits nicht diese Gattung überlastet 
mit diskrepanten Arten. Der Blütenstand ist bis jetzt nur unverzweigt bekannt, 
was sich jedoch bei stärker werdenden Exemplaren zu ändern pflegt, und selbst 
wenn das Merkmal konstant sein sollte, als Gattungscharakter ohne Wert sein würde. 
Die Haaptfarbe der Blüte ist ein schönes Burgundrot, das Labellum ist an der 
Basis gelb. — Die Herkunft ist nicht ganz sicher. 

Mystacidium arthrophyllum Kränzl. n. sp. — Caespitosum. Gaules aggre- 
gati, ad 12 cm longi, interdum basi ramosi, radicibus copiosis praediti. Folia disticha. 



Orchidaceae Novae. 65 



e Vagina in petiolum semitortum angustata, laminae igitur dorsiventrales, lanceolatae, 
ante apicem contractae, quasi articulatae, deinde denuo latiores, brevi-acutatae, 
crassissimae, transsectae fere lenticulares, 3-5 cm longae (petioli ad 3 mm\ 6 ad 7 mm 
latae, pars apicalis 3 ad 4 mm longa. FJores singuli, axillares, pedicelli breves. 
Sepala subconformia, sepalum dorsale oblongo-lanceolatum, 6 ad 7 mm longum, 
2 mm latum, lateralia aequilonga, 3 mm lata, subobliqua. Petala e basi lineari 
oblongo-spathulata, aequilonga, 1-5 mm lata, omnia apice obtusa. Labeilum simplex, 
conchiforme, acutum, vi expansum latissime ovatum, ad 5 mm longum et fere latum, 
calcar breve, cylindraceum, ovarium aequans, 4 mm longum. Gvnostemium bre- 
vissimum utrinque in alulam triangulam auctum, anthera brevis, acuta, pollinia brevi- 
caudiculata, singula. Flores albi, hvalini. 

Kamerun. (Dr. Ludwigs.) Blühte im königl, botanischen Garten zu München- 
Nvmphenburg im Januar 1916. 

Das altbekannte und weit verbreitete Myst. distichiim Benth. hat in dieser Art 
eine nähere Verwandte gefunden. Die Blüten sehen aus wie auf etwa das Dreifache 
vergrößerte Blüten jener Art. Die Blätter haben das eigentümliche Merkmal, nach 
welchem ich den Speziesnamen geprägt habe, eines der Merkmale, welche an Herbar- 
exemplaren undeutlich werden und mehr an frischem Material gut zu sehen sind. 

Appendicula Tagalensiutn Kränzl. n. sp. — Gaules elongati, penduli, ad 
40 cm longi, foliosi. Folia numerosa, disticha, basi semitorta, articulata, oblonga, 
biapiculata, mucrone minutissimo inter apices, ad 2 cm longa, 5 mm lata. Inflore- 
scentiae densiflorae, laterales, saepius ab ipsa basi in ramos 2, interdum aequilongos 
divisae, quam folia longiores, basi ipsa vaginulis 2 brevibus cinctae, ad 2 cm longae, 
rhachis verrucosa, bracteae ovatae, triangulaeve, acutae, vix i mm longae et latae. 
Plores albi, apicibus phyllorum violaceis, rainuti, vix 2*5 mm longi et expansi dia- 
nietro. Sepalum dorsale ovatum, obtusiusculum, liberum, 2 mm longum, lateralia 
late et oblique ovata, in mentum amplum, vesicatum coalita, apicibus leviter in- 
curvis. Petala subrhombea, parte anteriore magis producto, sepalo dorsali subaequi- 
longa. Labeilum toto ambitu ovatum, obtusum, utrinque leviter repandum, basi 
ipsa callosum, basi excisa gvnostemium semiamplectans, 2 mm longum, 4 mm latum, 
anthera lata, triangula, acuminata. 

Philippinen (Loh er). 

Die Blüten ähneln am meisten denen von A. elegans Rchb. f., mit welcher 
Art die Pflanze auch in anderen Merkmalen, so z. B. der mit Warzen besetzten 
Blütenstandsachse übereinstimmt. Die Blüten gehören mit zu den kleinsten der 
Gattung. Die Blätter zeigen die Eigentümlichkeit, daß sie anfangs rot überlaufen 
sind, aber bald dunkelgrün werden. 



Annalen des k. k. naturhistorischen Hoftnuseums, Bd. XXX, 1916. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 

Von 

Prof. Dr. H. Rebe/. 

Mit 5 Abbildungen im Texte und einer Tafel (Nr. IV). 



Vor WO rt, 



Die vorliegende Bearbeitung der Lepidopterenfauna Kretas wurde schon vor 
Antritt einer Studienreise nach Ostkreta ins Auge gefaßt, welche ich in Gesellschaft 
des Herrn Kustos Dr. Rudolf Sturany, im Auftrage und mit Mitteln des Natur- 
wissenschaftlichen Orientvereines im Jahre 1904 ausführte. Näheres über den 
äußeren Verlauf dieser Reise wurde im X, Jahresbericht des gedachten Vereines be- 
kannt gemacht. 

Gleichzeitig war auch Herr Ignaz Dörfler als Botaniker auf Kreta sehr er- 
folgreich tätig und sammelte gelegentlich auch Lepidopteren, welche er dem Hof- 
museum überließ. Schon ein Jahr vorher war Herr Martin Holtz als entomologischer 
Sammler auf Kreta gewesen. Auch seine nicht umfangreiche, aber faunistisch sehr 
wertvolle Ausbeute gelangte an das Hofmuseum. 

Durch die Materialeinläufe der erwähnten Reisen wurde der bis dahin bekannt 
gewesene Artenbestand der Lepidopterenfauna Kretas mehr als verdreifacht, so daß 
die vorliegende Gesamtbearbeitung derselben trotz des noch immer unvollständigen 
Erforschungszustandes der Insel gerechtfertigt erscheint. 

In derselben wurde selbstredend nicht bloß die vorhandene, allerdings nicht 
umfangreiche Literatur erschöpfend berücksichtigt, sondern auch einige andere, 
kleinere Ausbeuten, wie Jene von L. Birö, welche mir durch die Freundlichkeit der 
Verwaltung des Ungarischen Nationalmuseums zuging, fanden hier ihre Ver- 
wertung. 

Bei der Bearbeitung wurde ein Hauptgewicht auf den allgemeinen Teil gelegt, 
in welchem die sichergestellten Verbreitungstatsachen für die Zoogeographie Ver- 
wertung fanden. Die Ergebnisse in diesem Sinne zeigen nun in bezug auf Her- 
kunft der Arten und Prozentsatz der Endemismen eine weitgehende Übereinstimmung 
mit den in ganz unabhängiger Weise bei Phanerogamen festgestellten Tatsachen, so 
daß darin eine neuerliche Bestätigung für die große Abhängigkeit dieser Insekten- 
ordnung von den Blütenpflanzen erblickt werden darf. 

Rücksichtlich der mühevoll zu beschaffen gewesenen Angaben über die Vege- 
tationsverhältnisse Kretas bin ich den Herren Ignaz Dörfler und Dr. August 
Edlen v. Hayek zu besonderem Danke verpflichtet. 

Die aus dem allgemeinen Teil der vorliegenden Arbeit weiters sich ergebenden 
paläogeographischen Annahmen über den ehemaligen Landzusammenhang Kretas 



Die Lepidopterenfauna Kretas. o? 



werden hoffentlich bei weiterer Erforschung dieser so interessanten Insularfauna einen 
bleibenden Nutzungswert bieten. 

Mit Literatur haben mich namentlich noch die Herren Kustos E. Csiki (Buda- 
pest) und Dr. F. X. Schaffer (Wien) in dankenswerter Weise unterstützt. 

Wien, anfangs März 1916. 



Allo-emeiner Teil. 



I. Geographische Einleitung.') 

Die Insel Kreta, zwischen 34° 55' und 35° 41' n. ßr. gelegen, stellt gleichsam 
eine südlich geschobene Brücke zwischen der Balkanhalbinsel und Kleinasien dar 
und trennt das Ägeische Meer von dem Libyschen. 

Ihre nächste Entfernung von der Südspitze Griechenlands (Kap Malia bis zum 
kretensischen Vorgebirge Kap Spatha) beträgt kaum 100 km, jene zur Südwestspitze 
Kleinasiens gerade das Doppelte, rund 200 km. 

In beiden Richtlinien sind kleinere Inseln gelegen, und zwar zwischen Grie- 
chenland und Kreta Cerigo (3oo km^) und Cerigotto (10 km^), zwischen Kreta 
und Kleinasien die Inseln Kasos (86 km-), Karpathos (220 km^) und Rhodus 
(1460 km-). 

Der Flächeninhalt der Insel Kreta beträgt S620 km-, nach welchem sie die 
fünfte Stelle unter den Inseln des Mittelmeeres einnimmt. 

Kreta besitzt eine langgestreckte Gestalt mit einer westöstlichen Längsaus- 
dehnung von 260 km und einer durchschnittlichen Breite von 40 km. An ihrer 
breitesten Stelle ist sie 57 km, an ihrer engsten Stelle, im Isthmus von Hierapetra, 
nur 12 km breit. 

Die Küstengliederung der Insel ist keine reiche: im Nordwesten finden sich 
einige Vorgebirge und die Suda-Bay, der beste Hafen der Insel, im Nordosten der 
tiefe Mirabell-Busen, worauf noch der östlichste, schmälste Teil der Insel, die Provinz 
Sitia folgt. An der ungegliederten, namentlich im Westen sehr steilen Südküste liegt, 
fast zentral, nur der breite Golf von Messara. 

Kreta ist im allgemeinen sehr gebirgig und besitzt nur eine größere Tiefebene, 
die im zentralen Teil südlich gelegene Ebene von Messara, welche bei einer Länge 
von 35 km eine durchschnittirche Breite von 6 km besitzt. 

Es lassen sich vier Gebirgszentren unterscheiden, und zwar von Westen nach 
Osten gehend: 

I. Die sphakiotischen oder weißen Berge (Leuka Ori, auch Madaras- 
Gebirge genannt) mit einer Gipfelhöhe von 246g m im Monte Theodoro. Ihre 
schneebedeckten Spitzen begrüßen den Reisenden schon am Meere und leuchten bei 
klarem Wetter bis nach Griechenland hinüber. Es ist ein wildes, sehr steil ab- 
fallendes Hochgebirge, dessen Zugang meist über die westlich gelegene Hochebene 
von Omalos (1000 m) erfolgt. Südlich der weißen Berge liegt ein vielgegliedertes, 
durch tiefe Erosionsschluchten zerrissenes Hochland, die Aspro Vuna. 



I) Über die allgemein geographischen Verhältnisse Kretas vgl. Fabricius, Dr. E., Die Insel Kreta 
(Geogr. Zeitschr., III (1897), p. 36 1, 425, 489, Taf. 4); Karte von H. Kiepert, Berlin 1897. bei 
D. Reiner (i : 3oo.ooo). 



68 Prof. Dr. H. Rebel. 



2. Das Psiloriti- oder Ida-Gebirge, das mächtigste, fast zentral gelegene 
Hochgebirge der Insel, dessen Gipfelhöhe bis 2457 m ansteigt. Es umschließt die 
Nidha-Hochebene (1400 m). 

3. Das östlich gelegene Lasithi-Gebirge, welches von der nördlich vor- 
gelagerten, i3 km langen und 6 km breiten Lasithi-Hochebene (870 m) sich im 
Aphendi Christos bis 2155 m erhebt. 

4. Das Asphentis-Gebirge, östlich des Mirabell-Busens, von viel geringerer 
Ausdehnung als die drei vorgenannten Hochgebirge, dessen Gipfelhöhe auch nur mehr 
1480 m erreicht. 

Die Hochgebirge der Insel bestehen fast ausschließlich aus verkarsteten Kreide- 
kalken. Überall finden sich kesselartige Hochebenen, tiefe Erosionsschluchten, 
Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Der Gebirgsbau, namentlich im Lasithi, ist 
ein ausgesprochen schollenartiger. 

Außer Macigno und Kalken der Kreide und des Eozän findet sich noch 
neogenes Tertiär (Subapennin), am meisten zwischen Psiloriti und Lasithi, ferner 
Urgestein (Talk), namentlich im Westen der Insel, ^) sonst nur zerstreut, desgleichen 
Serpentindurchbrüche. Das Alluvium ist namentlich in der Messara- Ebene aus- 
gebildet. 

Dem vorherrschenden Karstphänomen entsprechend ist die Bewässerung der 
Insel eine sehr dürftige. Es sind wohl zahlreiche, mit mächtigen Felstrümmern 
ausgefüllte Flußbette vorhanden, allein sie führen im Sommer kein Wasser, haben 
den Charakter von W^ildbächen und gehen einzeln, nicht zu Systemen vereint, an 
die Küste. Nur der die Messara durchströmende größte Fluß der Insel, der 
Hieropotamos (Mitropoli potamos) soll des Wassers niemals ganz entbehren. 

Was die klimatischen Verhältnisse Kretas betrifft, welches dem süd- 
mediterranen Winterregengebiete angehört, so ist die Temperatur, der südlichen 
Lage der Insel entsprechend, in den Küstengebieten eine hohe. So besitzt Canea 
eine mittlere Jahrestemperatur von 18*2° C. Die mittlere Monatstemperatur des- 
selben Ortes beträgt für den Jänner io-8° C, für den April 15° C, für den Juli 
257° C und für den Oktober noch 2o-3° C.^) Für das Hochgebirge sind selbst- 
redend, namentlich für die Wintermonate, ganz andere Temperaturen anzunehmen, 
doch liegen diesbezüglich keine Beobachtungen in der mir zugänglichen Litera- 
tur vor. 

Für Cypern, welches annähernd unter den gleichen Breitegraden wie Kreta 
liegt, macht Hann für die Küste und für das nur in 150 m Seehöhe liegende 
Nicosia nachstehende Temperaturangaben, welchen auch jene für Brussa und Bei- 
rut unter Wiederholung jener für Canea zum Vergleiche beigefügt seien: 



') Die metamorphischen Gesteine Westkretas gehören wahrsctieinlich der oberen Trias, vielleicht 
noch der Lias an (Cayeux, Compt. rend., Paris 1902, p. 1116). Desgleichen bilden auf der Halbinsel 
Sitia kristallinische Schiefer und Plattenkalke der Trias die Unterlage der kretazeischen und eozänen 
Kalke (Chalikiopoulos, Veröff. Inst. f. Meereskunde, Berlin i9o3\ 

Über den geologischen Bau von Kreta im allgemeinen vergl. außer Spratt (Travels and re- 
searches in Crete, London 1865) und Raulin (Descript. phys., Paris 1869) auch die Angaben bei 
Bukowski V.. in Übersichtskarte der Insel Rhodus (Jahrb. d. Geol. Reichsanstalt, Wien 1898, 48. Bd., 
p. 671 ff.) und Cayeux, Les Lignes directrices des plissements de l'ile de Crete (Compt. rend., IX. Congr. 
geol. int. de Vienn. 1908, p. 383). 

2) Hann, Handbuch der Klimatologie, III. Bd. (191 1). 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



69 





Seehöhe 


Jänner April 


Juli 


Oktober 


Mittlere 
Jahres- 
temperatur 


Canea ...... 

Cypern, Küste . . . 
» Nicosia 

Brussa 

Beirut 


40 

15 
150 
3o5 

35 


IO-8 
I2"0 

g-o 

4-0 

i3-o 


15-0 
17-0 
160 
120 
iS-o 


257 
27"2 
277 
260 
27 


20"3 

220 

22-0 

i6-o 

24-0 


i8-2 
ig 6 
i8-8 
i5"i 

20*4 



Die atmosphärischen Niederschläge sind in den Wintermonaten (No- 
vember bis Jänner) auf Kreta reichlich und betragen 50°/q der jährlichen Regen- 
menge. Auch im Frühjahr finden zuweilen noch heftige Regengüsse statt, welche 
aber bei der Durchlässigkeit des Bodens der Vegetation nur wenig Erholung bieten. 
In der Regel ist die Zeit von April bis Oktober regenlos. Die Lasithi-Hochebene 
(870 m Seehöhe) ist (nach mündlichen Mitteilungen) zuweilen bis März mit Schnee 
bedeckt. Auf den Hochgebirgen überdauert- der Schnee in Gruben den ganzen 
Sommer. 

Der jährliche Regenfall beträgt ^) für 

Canea 634 mm 

Larnaka 1 „„ 

r I 33 1 » 

Lvpern J 

Beirut go4 » 

Trotz der relativ reichlichen Niederschläge ist die Trockenheit jedoch auf 
Kreta sehr groß. Wir fanden schon im Mai an vielen Orten die Vegetation von 
der Sommerhitze verdorrt und die Erde von breiten, tiefen Sprüngen durchzogen. 
Die Ursache für diese Erscheinung ist — abgesehen von der Konzentration der 
Niederschläge auf die Wintermonate — zweifellos die große Stärke der oft tagelang 
mit unverminderter Heftigkeit anhaltenden Winde. An der Südküste Kretas macht 
sich zuweilen — besonders im Monat Juni — auch der aus der libyschen Wüste 
kommende heiße Wind sehr unliebsam bemerkbar, welcher die Luft mit feinem 
Sand erfüllt. Der Taufall ist im Gebirge (Kristallenia) reichlich. Oft bedecken zur 
Sommerszeit dichte Nebel die Hochgebirge, ohne daß es jedoch zu Niederschlägen 
käme. 

Über die Vegetationsverhältnisse^) Kretas verdanke ich Herrn Dr. August 
Edlen V. Hayek nachstehende Skizze, welche derselbe auf Grund der von Herrn 
Ignaz Dörfler freundlichst zur Verfügung gestellten Angaben verfaßte: 

«Die Vegetation Kretas ist durchwegs mediterran.^) 



^) Hann, 1. c. 

*) An botanischer Literatur über Kreta sei vor allem die kürzlich erschienene Schilderung von 
Dr. M. Rikli in Karsten und Schenk, Vegetationsbilder, 1 3. Reihe, Heft 1/2, Taf. 1—9 (1915), 
genannt. Außer der dort angegebenen Literatur sei noch erwähnt: Baldacci Ant., Itinerari fitogeo- 
grafici del mio secondo viaggio in Greta (1899) [Mem. Acc. d. Sei. dell' Instituto di Bologna (5), T. X 
(1902 — 1904), p. 87—108]. 

') Vgl. die später folgende Angabe Riklis aus Karsten und Schenk. (Rbl.) 



70 



Prof. Dr. H. Rebel. 



In der untersten Region ist die wichtigste Formation die Phrygana/) ein 

ca. 3o 50 cm hohes, meist nicht ganz geschlossenes Gestrüpp, aus oft dornigen 

Sträuchern und Halbsträuchern gebildet, welche besonders aus Euphorbia acantho- 
thamnos, Poteriiim spinosum, Genista acanthoclada, Thymbra capitata, Lavandula, 
Stoechas bestehen. Zwischen diesem Buschwerk finden sich zahlreiche mediterrane 
Pflanzen. 

Macchien (immergrüne Buschgehölze) sind meist nur in etwas höheren Lagen 
anzutreffen, und wenn auch nicht gerade selten, lange nicht so im Vegetationsbild 
vorherrschend, wie z. B. auf den dalmatinischen Inseln. Die Hauptbestandteile der 
Macchien sind Juniperus phoenicea, Arbulus unedo, A. andrachne, Pistacia len- 
tiscus, Ceratonia siliqua (Johannisbrod), Phillyrea (Steinlinde). An Bachufern bilden 
Oleander (Nerium oleander) und Myrthe (Myrtus communis) Buschwerk. 

Wälder sind in tieferen Lagen 2) selten und werden, abgesehen von Platanen- 
hainen (Platanus orientalis) an Flußufern, nur von der Strandföhre oder Aleppo- 
kiefer (Pinus haiepensis) (nicht von der Pinie) gebildet; in etwas höheren Lagen 
kommen auch immergrüne Eichenwälder, bestehend aus der Steineiche (Quercus 
Hex) vor. 

Große Bestände, aber nur kultiviert, bildet der Ölbaum (Olea europaea). Die 
wilde dornige Form (var. Oleastes) desselben ist strauchig und tritt hie und da in 
der Macchie auf. 

In der höheren Bergregion ist der wichtigste Waldbaum die Schwarzföhre 
(Pinus nigra = laricio); auch die Edelkastanie (Castanea vesca) soll vorkommen. 
Die Buche fehlt, ebenso die am griechischen Festland häufige Apollotanne (Abies 
ApoUinis). Hingegen tritt in den sphakiotischen Bergen die Cypresse (Cypressus 
sempervirens) noch wild auf. Die Flora der Hochgebirge ist eine mediterrane 
Hochgebirgsflora und enthält keine nordischen (alpinen, Rbl.) Elemente. 

Charakteristisch sind dornige Tragantharten {Astragahis angustifolius, A. cre- 
ticus etc.), Acantholimon, Echinus (Stachelrasen bildende Plumbaginacee), mehrere 
Liliaceen (z. B, Chionodoxa) und sehr zahlreiche Endemismen. 

Bisher sind aus Kreta etwa 12 10 Arten von Blütenpflanzen bekannt. Davon 
sind über 140 in Europa nur auf Kreta gefunden worden, ca. 100 Arten sind in 
Kreta ende misch, 3) davon ca. 20 Hochgebirgsarten. Die häufigste der in Kreta 
endemischen Arten und für die Flora charakteristisch ist Ebenus cretica L., eine 
mit Onobrychis verwandte halbstrauchige Leguminose mit rosenroten Blüten. Auch 
Centaurea idaea (mit C. solstitialis verwandt), Dracunculus creticus (Aracee) und 
Lecockia cretica (Umbellifere) sind ziemlich verbreitet, die übrigen Endemismen 
zumeist auf wenige Standorte beschränkt.» 

Anschließend an vorstehende Skizze seien noch einige Äußerungen Prof. 
Riklis'*) aus den Vegetationsbildern wiedergegeben: «Pflanzengeographisch fallen 
besonders die zahlreichen Anklänge und Beziehungen zur Flora Vorderasiens auf, 
indessen das westmediterrane Element stark zurücktritt. Eine auffallend große Zahl 
von Charakterpflanzen der Niederungs- und Gebirgsflora weist auf den Osten hin, 
sei es, daß die Gewächse auf Kreta ihren westlichsten Vorposten erreichen, sei es, 



') Rikli nennt sie eine xerophytisch angepaßte Vergesellschaftung. (Rbl. 
2) So bei Rethymno und auf den Pässen Askiphu und Katharos. (Rbl.) 
^) Die Endemismen betragen demnach ca. 9%. (Rbl.) 
*) \n Karsten und Schenk, Vegetationsbilder (vgl. vorne). 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 7^ 



daß deren Massenzentrum im Osten liegt, oder daß deren nächstverwandte Arten in 
Kleinasien, Syrien, Palästina und Persien zu suchen sind. 

An Endemismen ist Kreta sehr reich. Auch sie weisen meistens nach dem 
Orient. Dies gilt ganz besonders für die zahlreichen kretischen Gebirgsendemismen.» 

Als charakteristisch für Kreta werden von Rikli noch die reiche Felsenflora, 
zahlreiche dornige Kugelgewächse und die spärlichen Waldreste hervorgehoben. 

Tatsache ist, daß Kreta außerordentlich vegetationsarm erscheint, und nament- 
lich in den Gebirgen mildert kaum ein niedriger, dürftiger Pflanzenwuchs, zwischen 
den Felstrümmern und Schollen, die Öde des Gesteins. 

An Kulturgewächsen sind, außer dem Ölbaum und Johannisbrotbaum, Wein, 
Hirse, Mais und Weizen hervorzuheben, welche aber nur an beschränkten, meist 
durch Steinmauern geschützten Plätzen gebaut werden. 

Die bisherigen paläogeographischen Angaben über Kreta, beziehungsweise 
das östliche Mittelmeerbecken, ^) kommen darin überein, daß der Landzusammenhang 
der heutigen Insel durch Einbrüche des früheren ägeischen Festlandes zerrissen 
wurde. Erst allmählich, unter mannigfachem Wechsel des topogeographischen Bildes 
entstand die heutige Landkonfiguration. 

Während ältere Ansichten den Beginn dieses Prozesses erst in das obere Pliozän 
verlegen, und eine gleichzeitige, allseitige Trennung Kretas annehmen lassen, gelien 
neuere Ansichten, welche sich namentlich auf Untersuchungen der Landmollusken- 
fauna stützen, dahin, daß die Trennung Kretas von Cerigo (beziehungsweise von 
Morea) bereits im Miozän erfolgte, dagegen der Abbruch der landfesten Verbindung 
nach Osten, über Kasos, Karpathos und Rhodus,^) erst im Pliozän ein- 
getreten sei. 

Bezüglich der für die paläogeographischen Annahmen so überaus wichtigen 
Fauna der Landmollusken ^) sei bemerkt, daß die Insel von rund 150 Arten be- 
wohnt wird, von welchen nicht weniger als 90, also 6o°/q des Gesamtbestandes, 
endemisch sind. Boreal alpine Arten treten völlig zurück. Die Konchyliologen 
sehen daher Kreta als ein selbständiges Entstehungszentrum (Provinz) an, von wel- 
chem aus auch eine Formenausstrahlung nach Osten erfolgt ist. Den stärksten 
Prozentsatz an Endemismen weisen die drei Schneckengattungen Xerophylla, Cressa 
und Albinaria auf. Letztere ist eine Vertreterin der Gattung Claiisilia. Die zu ihr 
gehörigen Arten haben meist eine sehr lokale Verbreitung, welche sich bei keiner 
Art über die ganze Insel erstreckt. Morea hat fast durchaus andere Arten. Jeden- 
falls ist die Clausilienfauna Kretas und jene Moreas Jünger als der Einbruch zwi- 
schen beiden Ländern. Die Insel Cerigotto hat mit Cerigo nur fünf Arten gemeinsam, 
von welchen vier weit verbreitet sind und unverändert auch auf Kreta vorkommen. 
Die übrigen Arten Cerigottos sind mit kretischen nahe verwandt. Die Karpathos- 



^) Neumayr, Über den geologischen Bau der Insel Kos (Denkschr. d. kais. Akad. d. Wissensch. 
in Wien, math.-naturw. Kl., 40. Bd., 1880, p. 237 ff.); Suess, Das Antlitz der Erde, 1(1885), p. #36 ff.; 
Neumayr, Erdgeschichte, II. Bd. (1887); Kobelt, Studien zur Zoogeographie, II (1898), p. 3ii ff.; 
Arldt, Entwicklung der Kontinente (1907), p. 3oo ff. 

-) Über den geologischen Bau der hier in Frage kommenden Eilande sei nachstehende Literatur 
angeführt: Bukowski v.. Geologische Übersichtskarte der Insel Rhodus (Jahrb. d. Geol. Reichsanstalt, 
48. Bd., 1898); Derselbe, Der geologische Bau der Insel Kasos (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch., 
98. Bd., 1889); Stefani, Forsyth-Major & Borby, Karpathos, Lausanne (1895); Leonhard, Die 
Insel Kythera (Cerigo) (Petermanns Mitt., Ergänzungsh, Nr. 128, 1899). 

^) Vgl. außer Kobelt, 1. c, Arldt, I.e., auch Rebel, Eine zoologische Studienreise nach Ost- 
kreta (Ver. zur Verbr. naturw. Kenntnisse, 47. Jahrg., 1906, p. 166 ff.). 



„2 Prof. Dr. H. Rebel. 



gruppe hat sechs Arten mit Kreta und Rhodus gemeinsam, mit Kreta allein außer- 
dem drei, mit Rhodus allein sechs Arten. 

Das oft erwähnte Fehlen von Raubtieren und Giftschlangen auf Kreta ist 
dahin richtig zu stellen, daß eine große (vielleicht verwilderte) Katze auf Kreta lebt 
und von Mustelidae der Dachs, Steinmarder und Iltis vorkommen, welche gewiß 
nicht importiert wurden. Auch findet sich die den Giftschlangen bereits nahe- 
stehende Katzenschlange (Tarbophis vivax Günthr.). 

IL Der Faunencharakter Kretas. 

Obwohl der besondere Teil der vorliegenden Arbeit den Nachweis für 326 
[beziehungsweise 827 ^)] Lepidopterenarten Kretas enthält, ist doch die faunistische 
Erforschung der Insel noch eine sehr unvollständige und lückenhafte. Aus der 
nachfolgenden Tabelle, welche die Zugehörigkeit der nachgewiesenen Arten zu den 
einzelnen Familien ausweist, ist zu entnehmen, daß eigentlich nur bei den Rho- 
paloceren (Papilionidae — Hesperiidae) die Gesamtzahl von 40 Arten dem tatsäch- 
lichen Faunenbestande entsprechen dürfte. Darnach zu urteilen, würde Kreta von 
mehr als 600 Lepidopterenarten besiedelt sein, von welchen derzeit kaum mehr als 
die Hälfte bekannt wäre. 2) 

Von diesem Standpunkte aus ist auch in der nachfolgenden Tabelle die ver- 
gleichsweise Beisetzung der Faunenbestände Griechenlands, Kleinasiens und Cyperns 
zu betrachten, wobei selbstredend auch die sehr verschiedenen territorialen Ausmaße 
dieser Länder sehr ins Gewicht fallen, da Kreta mit einem Areal von 8620 km^ 
kaum den siebenten Teil des Areals von Griechenland (im alten Umfange) und 
nicht den vierzigsten Teil des Areals von Kleinasien erreicht, und nur Cypern in 
der Größe annähernd gleichkommt. 

Was vorerst die aus folgender Tabelle sich ergebende Artenzahl innerhalb 
der einzelnen Familien betrifft, so sei bemerkt: 

Die Papilionidae sind mit 3 Arten auf Kreta überraschend gut vertreten 
und erreichen damit gerade die Hälfte des für diese südlichen Breiten und Vege- 
tationsformen anzunehmenden territorialen Faunenbestandes. 

Thais cerisyi, welche in einer ausgezeichneten Lokalrasse (cretica) auftritt, 
fehlt in Griechenland (vgl. Text). Die insulare Verarmung hat auf Kreta vielleicht 
auch zum Verluste von Doritis apoUinus geführt, welche Art auf dem gebirgigen 
Rhodus noch häufig sein soll (vgl. Textanmerkung am Schluß der Papilionidae), in 
Griechenland aber ebenfalls fehlt. 

Auch die Pieridae sind mit 8 Arten im Vergleich zur Gesamtzahl der Tag- 
falter von nur 40 Arten Kretas verhältnismäßig sehr gut vertreten. Etwas weniger 
günstig als bei den Papilioniden stellt sich jedoch das Verhältnis zum territorialen 
Faunenbestand Griechenlands dar, welcher mehr als doppelt so viele Arten aufweist. 
Nur Gojiepteryx cleopatra bildet auf Kreta eine unbedeutende (kleinere) Lokalform. 
Auffallend stark tritt bei den Nymphalidae (s. str.) die insulare Verarmung 
hervor, da nur 5 Arten derselben auf Kreta vorkommen, welche sonach nur den 
achten Teil der kretensischen Tagfalter und beiläufig nur den fünften Teil des 



1) Vgl. Nr. 86 bis des systematischen Verzeichnisses im besonderen Teil. 

2) In den Fußnoten des besonderen Teiles wurden einreine, für die P^auna Kretas fast mit Be- 
stimmtheit zu erwartende Arten namhaft gemacht. 



Die I.epidopterenfauna Kretas. 



73 



Papilionidae .... 

Pieridae 

Nvmphalidae .... 
Danaididae .... 

Satvridae 

Libytheidae .... 
Lycaenidae .... 
Hesperiidae .... 
Sphingidae .... 
Notodontidae 
Thaumetopoeidae . 
Lymantriidae 
Lasiocampidae . 
Endromididae 
Lemoniidae . . . ■ 
Saturniidae .... 
Brahmaeidae .... 
Drepanidae .... 
Thyrididae .... 
Noctuidae .... 
Cymatophoridae 
Brephidae .... 
Geometridae .... 

Nolidae 

Sarrothripidae . . . 
Chloephoridae . . 
Svntomidae .... 

Arctüdae 

Heterogynidae 
Zvgaenidae .... 
Limacodidae .... 

Psvchidae 

Sesiidae 

Cossidae 

Hepialidae .... 

Pvralidae 

Pterophoridae 
'Orneodidae . . . . 
Tortricidae .... 
Tineidae (s. 1.) . . . 

Summa 



Kreta 



3 
8 

5 
I 

7 

10 
6 
8 

I 
3 
2 



54 



51 



I 

I 
3 

3 
I 
3 
6 
I 

47 
7 
I 

23 

71 



:)27 



Griechenland 



6 

18 
26 

I 

25 
I 
42 
18 
II 

7 
2 
6 
9 



Kleinasien 



3 

I 

i63 

4 

149 
3 



2 
21 

I 
20 

I 

7 
20 

4 

I 

160 

21 

4 

105 

228 



1095 



28 

33 

I 

41 

I 
72 
29 
21 
16 

2 
21 
24 

I 

4 
I 

4 
I 

362 

5 

286 

II 

3 

3 

4 

35 

33 
2 

i3 

36 

12 

2 

344 

32 

5 
226 
520 



1242 



Cypern 



I 

12 

I 

15 

1 1 

6 



41 



22 



18 



167 



I) Chondiostega pastrana Led. erscheint in meiner Publikation «Über die Lepidopteren- 
fauna Cyperns» (XXVI. Jahresb. d. Wiener Ent. Ver.) übergangen. 



74 



Prof. Dr. H. Rebel. 



normalen territorialen Bestandes an Nymphaliden darstellen. Die Gattung Melitaea 
fehlt vollständig, Argynnis tritt nur mit einer Art (pandora) auf, welche wie 
Pyrameis atalanta (und Gonepteryx Cleopatra) eine Größenabnahme erfahren hat. 
Etwas günstiger stellt sich das Zahlenverhältnis bei den Satyridae mit dem 
Nachweis von 7 Arten dar, darunter einer endemischen und einer Lokalrasse. Die 
Arten dieser Familie neigen viel stärker zur Bildung von Lokalformen als jene der 
Nymphaliden und sind daher auch für zoogeographische Betrachtungen ungleich 
wertvoller. 

Die Danaididae sind mit dem einzigen tropischen Einwanderer im östlichen 
Mediterrangebiete, Danais chrysipus, vertreten. Libythea fehlt. 

Die Lycaenidae bilden mit 10 Arten nur den vierten Teil aller Rhopaloceren 
auf Kreta und annähernd auch den gleichen Teil des kontinentalen Lycaeniden- 
bestandes. Die insulare Verarmung macht sich demnach auch bei ihnen stark be- 
merkbar. Sie enthalten den hervorragendsten .endemischen Tagfalter Kretas (Lycaena 
psylorita). 

Die Hesperiidae stellen mit 6 Arten annähernd den siebenten Teil der Tag- 
falter auf Kreta und den dritten Teil des kontinentalen Artenbestandes dar. 

Am besten unter allen Familien sind verhältnismäßig die Sphingidae mit 
8 Arten vertreten, welche mehr als 70% des Artbestandes dieser Familie in Grie- 
chenland darstellen. Diese Erscheinung erklärt sich leicht aus dem Zugtiercharakter 
fast der Hälfte der vertretenen Arten. 

Von den Notodontidae ist bisher keine Art auf *Kreta nachgewiesen, was 
bei dem ausgesprochenen kontinentalen Charakter dieser Familie nicht überraschen 
kann (vgl. Anmerkung im Text). 

Desgleichen fehlen die allenfalls noch zu erwartenden Saturniidae, Dre- 
panidae, Cy matophoridae und Nolidae. 

Thaumetopolidae und Lvmantriidae mit i, beziehungsweise 3 Arten sind 
entsprechend, Lasiocampidae mit nur 2 Arten schwach vertreten. 

Die Noctuidae mit 54 Arten und die Geometridae mit 51 Arten stellen an- 
nähernd den dritten Teil der kontinentalen Artbestände dar und sind in der derzeit 
nachgewiesenen Gesamtzahl von 826 Arten annähernd kontinentalen Verhältnissen 
entsprechend mit 15—16% vertreten. 

Bei dem nachgewiesenen Bestände von nur 3 Arten steht bei den Arctiidae 
bestimmt noch eine Vermehrung zu erwarten, dagegen tritt in den 3 Alten der 
Zygaenidae, die kaum eine Vermehrung erfahren dürften, die insulare Verarmung 
an Arten wieder sehr stark hervor. 

Chloephoridae, Syntomidae, Limacodidae und Cossidae mit je einer 
Art, und Psychidae mit 3, Sesiidae mit 6 Arten sind entsprechend vertreten, 
um so mehr als bei den drei letztgenannten Familien eine Artvermehrung bei inten- 
siver Forschung wahrscheinlich ist. 

Sämtliche sogenannte Mikrolepidopterenfamilien weisen annähernd den dritten 
Teil des kontinentalen Artbestandes auf, nur die Tortricidae weniger (etwas mehr 
als ^5), was mit der gleichen Erscheinung in anderen Insularfaunen im vollen Ein- 
klänge steht. 

Im allgemeinen laßt sich bereits hier sagen, daß die Lepidopteren- 
fauna Kretas nur den dritten Teil jenes Artenbestandes besitzt, welcher 
bei einem kontinentalen Zusammenhang des Areals anzunehmen wäre. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 75 



Ein eingehender Vergleich der Tagfalterfauna Kretas mit je einem gleich großen 
kontinentalen und insularen Territorium bleibt dem folgenden Abschnitte vorbehalten. 
Hier soll nunmehr eine Besprechung der Faunenelemente folgen. 

A. Endemismen (32). 

Die tierischen und pflanzlichen Organismen eines Territoriums sind in ihrem 
Vorkommen entweder auf dieses Territorium beschränkt, also sogenannte Ende- 
mismen, oder sie kommen in taxonomisch nicht unterscheidbarer Form auch außer- 
halb eines bestimmten Territoriums vor, sogenannte Apodemismen. 

Die Endemismen eines Territoriums sind — abgesehen von höheren Kate- 
gorien — entweder endemische Arten, wenn sie mit keiner Form eines anderen 
Territoriums einen artlichen Zusammenhang erkennen lassen, oder sie sind bloije 
Lokalrassen, das heißt weniger stark differenzierte Formen, deren artliche Zu- 
gehörigkeit zu Formen anderer Territorien noch erkennbar geblieben ist. 

Zwischen Lokalrassen und endemischen Arten kann manchmal auch nur ein 
gradueller Unterschied bestehen, denn offenbar haben sich letztere zum Teil aus 
ersteren entwickelt. 

Endemische Arten können aber auch Reste (Relikte) einer früheren Fauna 
sein, welche im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung auf benachbarten Territorien 
verschwunden ist, sich aber in einzelnen Arten alif isolierten Gebieten erhalten hat. 

Nach ihrer Entstehung lassen sich daher die endemischen Arten unterscheiden in: 

a) Lokalarten, hervorgegangen aus Lökalrassen, 

b) Reliktarten. 

In einem Insulargebiete, wie Kreta, welches durch Abtrennung eines Kon- 
tinentteiles entstanden ist, kann immer nur ein geringerer Prozentsatz der Formen 
endemisch erscheinen, welcher mit der Zeit, welche seit der Isolierung verflossen 
ist und mit der Starke der Barrieren (Breite der trennenden Meeresteile, vorherr- 
schenden Windströmung usw.) in einem gewissen Verhältnis stehen wird. 

Offenbar reagieren aber auch die einzelnen Arten sehr verschieden auf die 
insularen Einflüsse: während viele im Vergleiche zu ihren kontinentalen Artgenossen 
unverändert bleiben, bilden sich andere zu endemischen Formen um. 

Weiters handelt es sich bei jedem Insulargebiet um eine allgemeine Erscheinung, 
welche als insulare Faunen verarm ung bezeichnet wird. Der starke maritime 
Charakter des Klimas und die Verhinderung der Rückkreuzung führt nämlich auf 
Insulargebieten vielfach zum Aussterben von Arten, welche dieselben bei der 
Trennung noch besiedelt hatten, sich aber den geänderten Existenzbedingungen nicht 
anpassen konnten.^) 

Das lokale Aussterben ist also einerseits die Entstehungsursache der insularen 
Verarmung, andererseits aber auch der insularen Reliktendemiten, wenn es bei diesen 
Arten auf benachbarten (kontinentalen) Gebieten eingetreten ist. 

Auch bezüglich der Apodemismen kann man bei einem Insulargebiet unter- 
scheiden, ob sie dasselbe bereits vor der geographischen Isolierung (Insularbildung) 
besiedelt hatten, oder ob sie erst später durch Wanderung auf dasselbe gelangt sind. 

Nach diesen allgemeinen Bemerkungen sei eine Übersicht der Faunenelemente 
gegeben: 



') «Allothanie» Holdhaus' (Zool. Anz., 33. Bd., p. 38 ft'.). 



76 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Coenonympha thyrsis Frr. (24). 
Lycaena psylorita Frr. (3i). 
Agi'otis sturatiyi Rbl. (57). 
Ciicullia minogenica Rbl. (82). 
Hypenodes nesiota Rbl. (107). 
? Acidalia troglodjdaria H.-S. (119) 
Larentia eteoa-etica Rbl. (142). 
Larentia lasithiotica Rbl. (147)- 
Cochlidion creticum Rbl. (167). 
Sesia cretica Rbl. (i73). 
Ephestia philetella Rbl. (187). 



a) Endemische Arten (22). 

Stenia metasialis Rbl. (206). 
Scoparia dicteella Rbl. (207). 
Dichrorampha lasithicana Rbl. (255). 
Glyphipteryx crassilunella Rbl. (258). 
Cej'ostoma minotaiirella Rbl. (263). 
Cerostoma kristalleniae Rbl. (264). 
Pterolonche gracilis Rbl. (281). 
Symmoca tectaphella Rbl. (282). 
Pleurota creticella Rbl. (289). 
Borkhausenia scotinella Rbl. (3o2). 
Acrolepia cydoniella Rbl. (3 14). 



Z^j Endemische Rassen (Lokalformen) (10). 



Thais cerisyi (God.) cretica Rbl. (3). 
Gonepteryx cleopatra (L.) insiilaris 

Verity. (11). 
Satyrus semele (L.) cretica Rbl. (18). 
Eublema candidana (F.) skafiota H.-S. 

(89). 
Rhodostrophia sicanaria (Z.) cretacaria 

Rbl. (137). 



Scodiona conspersaria (F.) crassipunctaria 

Rbl. (157). 
5e5/a masarifoj-mis (O.) odynerifonnis 

H.-S. (171). 
^e^/a minianiformis (Frr.) nigrubarbata 

Rbl. (174). 
Sylepta riiralis (Sc.)ßavescens Rbl. (208). 
Holoscolia majorella (Rbl.) creticella 

Rbl. (290). 

Die Gesamtzahl aller Endemismen auf Kreta beträgt sonach 32 oder gerade 
io°/q des Faunenbestandes. 

Verglichen mit dem Prozentsatze endemischer Formen Griechenlands und 
Cyperns,^) wo derselbe nicht 3%, beziehungsweise nicht 6°/o des Faunenbestandes 
erreicht, sehen wir also in Kreta eine sehr beträchtliche Steigerung desselben auf 
mehr als das Dreifache, beziehungsweise nahe das Doppelte. 

Innerhalb der endemischen Arten Kretas können wir nach dem Vorhergesagten 
zwischen jenen Arten unterscheiden, w^elche aus Lokalrassen hervorgegangen sind, 
und jenen, welche als Reliktendemiten anzusehen sind. 

Als letztere, welche bedeutend in der Minderzahl sind, können nur gelten: 

Dichrorampha lasithicana (255). 
Cerostoma kristalleniae (264). 



Pterolonche gracilis (281). 
Symmoca tectaphella (282). 



Lycaena psylorita (3i). 
Agrotis stiiranyi (57). 
Larentia eteocretica (142). 
Stenia metasialis (206). 

Auch von diesen 8 Arten dürfte bei reicherem Vergleichsmaterial und ge- 
nauerem Studium noch eine oder die andere in die Gruppe der aus Lokalrassen 
hervorgegangenen Endemismen zu stellen sein. Derzeit erscheinen sie, wie aus 
den Textangaben zu entnehmen ist, stark isoliert und daher wahrscheinlicher als Relikt- 
arten, bezüglich deren vorwiegend eine östliche Herkunft vermutet werden muß. 

Ebenfalls eine östliche Herkunft ist auch für die überwiegende Mehrzahl der 
restlichen endemischen Arten anzunehmen. 



I) Vgl. XXVI. Jahresber. d. Wiener Ent. Ver. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



77 



Bemerkenswert ist, daß keine der endemischen Arten eine eigene Gattung 
bildet, oder mit anderen Worten, daß die kretensische Fauna überhaupt keine 
endemische Gattung aufweist. 

Die endemischen Rassen gehören zum größten Teil orientalischen Arten 
an, nur Gonepteryx Cleopatra und Rhodostrophia sicanaria müssen als mediterran 
und Sylepta ruralis als sibirisch, aber auch in der orientalischen Region weit ver- 
breitet, angesehen werden. 



B. Orientalische (politische) Arten (i86). 

Mehr als die Hälfte aller auf Kreta vorkommenden Arten ist östlicher 
Herkunft: 



Pieris ergane H. G. (6). 
Poljrgonia egea Cr. (15). 
Satyrus anthelea amalthea Friv. (ig). 
Parnara Zelleri Led. (36). 
Parnara nostrodamus F. (Sy). 
Thaumetopoea pityocampa Schiff. (49). 
Ocneria terebynthii Frr. (52). 
Parhypasa otus Dru. (54). 
Mamestra cappa Hb. (60). 
Dianthoecia hiteago Hb. (61). 
Bryophila contristans Led. (62). 
Bryophila petricolor Led. (63). 
Hadena leuconota H.-S. (65). 
Aporophyla nigra Hw. (67). 
Polia serpentina Tr. (68). 
Rhi:[ogramma detersa Esp. (69). 
Tapinostola musculosa Hb. (72). 
Sesamia cretica Led. (73). 
Leucania herrichii H.-S. (74). 
Calophrasia platyptera Esp. (80). 
Eiiblemma arcuinna ingrata H.-S. (86 •"*). 
Pseudophia illunaris syriaca Bugn. 

(96). 
Catocala conversa Esp. (99). 
Catocala entychea Tr. (100). 
Catocala disjuncta separata Frr. (loi). 
Orectis proboscidata H.-S. (106). 
Comibaena pustulata Hufn. (108). 
Comibaena neriaria H.-S. (109). 
Xenochlorodes beryllaria Mn. (iio). 
Ptychopoda consanguinaria Led. (ii3). 
Piychopoda consolidata Led. (115). 
Ptychopoda camparia H.-S. (116). 
Ptychopoda allongata Stgr. (117). 
Ptychopoda incarnaria H.-S. (120). 



Ptychopoda ostrinaria Hb. (121). 
Ptychopoda elougaria Rbr. (i23). 
Ptychopoda fiUcata Hb. (124). 
Acidalia turbidaria H.-S. (127). 
Acidalia luridata Z. (i3o). 
Acidalia submutata Tr. (i3i). 
Acidalia imitaria Hb. (i32). 

Glossotrophia confinaria H.-S. (134). 
Cosymbia pupillaria Hb. (i35). 
Problepsis ocellata Friv. (i36). 

Larentia ludificata Stgr. (143). 

Larentia unicata Gn. (144). 
Nj-chiodes amygdalaria H.-S. (150). 
Boarmia iimbraria Hb. (152). 

Gnophos stevenaria B. (i53). 

Gnophos sartata Tr. (154). 

Gnophos dubitaria graecaria Stgr. (155). 

Gnophos dolosaria H.-S. (156). 

Zygaena punctum dystrepta F. d. W. 
(164). 

Ino ampelophaga Bayle (165). 

Fumea reticulatella Brd. (170). 

Sesia masariformis odyneriformis H.-S. 

(171)- 
Sesia fenusaeformis Led. (172). 

Sesia chalcidiformis Hb. (175). 
Paranthrene tineiformis Esp. (176). 
Crambus candiellus H.-S. (179). 
Lydia lutisiquella Mn. (igi)- 
Selagia subochrella H.-S. (igS). 
Myelois incompta Z. (196). 
Pyralis obsoletalis Mn. (199). 
Stemmotophora combustalis F. R. (201). 
Tretopteryx pertiisalis Hb. (202). 
Stenia bruguieralis Dup. (204). 



78 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Eurycreon cruentalis Hb. (211). 
Cybolomia nemausalis Dup. (1076). 
Pyraiista siibsequalis H,-S. (220). 
Noctiielia floralis Hb. (224). 
Cerostoma manniella Stgr. (265). 
Stomopteryx detersella Z. (276). 
Symmoca syriacella Rag. (283). 
Pleurota contristelhx Mn. (287). 



Depressaria irrorata Stgr. (292). 
Depressaria thapsiella Z. (296). 
Depressaria tenebricosa Z, (299). 
Cacophyia permixtella H.-S. (3oo). 
Borkhausenia icterinella Mn. (3o3). 
Hapsifera luridella Z. (315). 
Tineola crassicornella Z. (32 3). 
Adela orientella Stgr. (325). 



Außer den vorstehenden, namentlich angeführten Arten haben noch nach- 
stehende, nur mit den Nummern des besonderen Teiles bezeichnete Arten, welche 
ebenfalls orientalischen Ursprunges sind, aber eine größere Verbreitung bis Mittel- 
europa besitzen, hinzuzukommen: 

I, 16, 20, 22, 25, 3o, 35, 38, 43, 53, 56, 59, 71, 78, 83, 97, 98, 104, m 
(auch in Zentralasien), 112, 114, 118, 122, 125, 126, ? 129, ? 145 (auch in Ost- 
sibirien), 158, 160, 162, 166, ? 168, 169, 177, 178, 180, 181, 182, i83, 184, 185, 
? 188, 192, 194, 195, 197, ? 198, 205, 214, 215, 216, 217, 218, 223 (auch medi- 
terran weit verbreitet), 226, 229, 23o, 23 1, 232, 233, 234, 235 (oder mediterran .0, 
236, 237, ? 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, ?245, ?248, 249, 250, 251, 252, 
253, 256, 259, 260, 266, 269, 270, 272, 274, 277, 278, 279, 280, 284, 286, ?29I 
(Psecadia bipunctella F. eher orientalisch als mediterran), 293, 295, 297, 298, 3oi, 
3o5, 3o6, 307, 3o8, 3i6. 



C. Mediterrane und tropische Arten (53). 



Colias ediisa F. (10). 

Pyrameis cardui L. (i3). 

Danais chrysippus L. (17). 

Polyommatus boeticus L, (27). 

Tariicus telicanus Lang (28). 

Chilades trochilus Frr. (29). 

? Hesperia J'ritilliun Hb. (39). 

Herse convolvuli L. (41)- 

Deilephila nerii L. (42). 

Celerio lineata livornica Fsp. (44). 

Hippotion celerio L. (45). 

Theretra alecto L. (46). 

l'heretra boisdiivalii Bugn. (47). 

Segetia viscosa Frr. (64). 

Aporophyla aiistralis B. (66). 

Prodenia litiira F. (70). 

Leucania loreyi Dup. (75). 

Caradrina exigua Hb. (76). 

Xylina lapidea ciipressivora Stgr. (79). 

Heliothis peltigera Schiff. (84). 

Eiiblemma ostrina Hb. (87) (bis Sibirien 

verbreitet). 
Eublemma parva Hb. (88). 



Plusia circumscripta F'rr. (90). 
Pliisia chalcytes Esp. (91). 
Plusia accentifera Lef. (93). 
Parallelia algira L. (94). 
Grammodes geometrica F. (95). 
Nodaria nodosalis H.-S. (io3). 
Hypetta obsitalis Hb. (105). 
Acidalia ochroleucata H.-S. (128). 
Rhodometra sacraria L. (i38). 
Larentia ßuviata Hb. (141)- 
Phibalapteryx polygrammata Bkh. (148). 
Gym7ioscelis pumilata Hb. (149)- 
Earias insulana B. (159). 
Utethesia pulchella L. (i63). 
Plodia interpunctella Hb. (186). 
Ephestia cautella Wlk. (189). 
Ephestia elutella Hb. (igo). 
Duponchelia foveolis Z. (2o3). 
Nomophila noctuella Schiff. (209). 
Eurycreon nudalis Hb. (210). 
Mecyna polygonalis gilvata F. (212). 
Pionea ferrugalis Hb. (219). 
PyraustapellicalisStg.(222)(hus\tanisch). 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



79 



Trichoptihis siceliota Z. (225). Blastobasis phycidella Z. (285). 

Platyptilia acanthodactyla Hb. (227). Depressaria rutana F. (294). 

Simaethis nemorana Hb. (257). | Epermenia staintoniella Stt. (304). 
Prays oleellus F. (261). Nemotois barbatellus Z. (324). 

Im Hinblick auf die südliche Lage Kretas erscheint die Anteilnahme der 
mediterranen Faunenelemente entsprechend groß. Vielleicht wäre die westmediterrane 
Pyraiista pellicalis {it.-!) \\\tv Siuszuschtidtn und als eigenes lusitanisches Faunen- 
element zu betrachten, wozu auch die in einer kretensischen Lokalform auftretende 
Rhodostrophia sicanaria (137) zu zählen wäre, sowie vielleicht auch Nodaria nodo- 
salis (io3) und Epermenia staintoniella (304). Die ungenügend gekannte Verbrei- 
tung beider letzteren Arten gestattet jedoch keine sichere Beurteilung ihrer Eigen- 
schaft als Faunenelemente. Als «mediterran» im weiteren Sinne sind sie jedenfalls 
anzusprechen. 

D. Sibirische Arten (36). 

In dem numerisch so starken Zurücktreten der mitteleuropäischen (sibirischen) 
Arten prägt sich der Faunencharakter Kretas überaus scharf aus. Nur bei den Tag- 
faltern ist der Prozentsatz sibirischer Arten relativ groß (ca. 37° q). Keine derselben 
bildet auf Kreta eine Lokalform. Hierher gehören hauptsächlich sehr weitverbreitete 
Arten: 

2, 4, 5, 7, 8, 9, 12, 14, 21, 23, 26, 32, 33, 34, 40, ?-48, 50, 51, 55, 58» 77. 
81, 85, 86, 92, ? 102, i33, 139, 140, 146, 151, 161, 200, 221, 228, 288. 

Vielleicht sind einige der hier angeführten Arten wie Apopestes spectrum (102) 
sogar orientalischen Ursprunges, da sie auch in Westasien eine weite Verbreitung 
besitzen und wahrscheinlich von dort aus nach Sibirien eingewandert sind. 

Alle sibirischen Arten dürften, von Osten kommend, über Kleinasien Kreta 
erreicht haben. 

E. Unsicherer Herkunft (20). 

Hierher sind ausschließlich Mikrolepidopteren mit ungenügend gekannter Ver- 
breitung zu stellen: 

246, 247, 254, 262, 267, 268, 271, 273, 275, 309, 3io, 3ii, 3i2, 3i3, 3i7, 
(? mediterran), 3i8, 319, 320, 32i, 322, 326. 

Nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht über die im Vorstehenden angeführten 
Faunenelemente und deren prozentualen Anteilnahme am Faunenbestande: 



Herkunft 



Endemische Arten und Rassen . . . 

Orientalische Arten 

Mediterrane Arten 

Sibirische Arten 

Unsicherer Herkunft 

Summa 



Artenzabl 



32 

186 

53 

36 
20 



Prozent- 
verhältnis 



57 

16 

1 1 

6 



327 



8o 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Die tatsächliche Verbreitung dieser Faunenelemente — mit Ausnahme der 
Endemismen — deckt sich naturgemäß nicht mit ihren als ursprünglich anzuneh- 
menden Verbreitungszentren, sondern überschreitet dieselben in der Regel beträchtlich. 

Für die gegenwärtige Kenntnis der Verbreitung sind auch folgende Zusammen- 
stellungen bezeichnend: 

In Griechenland fehlen nachstehende auf Kreta vorkommende Arten: 



Phibalapteryx polygrammata Bkh. (148). 
Nychiodes amygdalaria H.-S. (150). 
Earias insulana B. (159). 
Acanthopsyche atra L. (168). 
Fumea reticulatella Brd..(i7o). 
Sesia femisaeformis Led. (172). 
Ei'omene superbella Z. (180). 
Ephestia ^osteriella Reg. (188). 
Selagia subochrella H.-S. (igB). 
Tretopteryx pertusalis Hb. (202). 
Duponchelia fovealis Z. (2o3). 
Pyrausta siibsequalis H.-S. (220). 
Lo:{opera mediten'anea Rbl. (240). 
Grapholitha micrograimnana Gn. (252). 
Pamene gallicolana Z. (253). 
Cerostoma manniella Stgr. (265). 



Ihais cerisyi God. (3). 
Mamestra cappa Hb. (60). 
Segetia viscosa Frr. (64). 
Hadena leuconota H.-S. (65). 
Rhi:{Ogramma detersa Esp. (69)- 
Prodenia litiira F. (70). 
Leucania herrichii H.-S. (74). 
Xylina lapidea cupressivora Stgr. (79). 
Calophasia platyptera Esp. (80). 
Cucullia tanaceti Schiff. (83). 
Plusia circimiscripta Frr. (90). 
Phisia accentifera Lef. (93). 
Pseudopria illunaris syriaca Bug. (96). 
Nodaria nodosalis H.-S. (io3). 
Comibaena pustulata Hufn. (108). 
Ptychopoda allongata Stgr. (117)- 
Rhodostrophia sicana?'ia Z. (137). 

Dazu kommen noch nachstehende Tineiden (s. 1.) mit den Nummern des 
besonderen Teiles: 266, 267, 269, 272, 273, 274, 280, 283, 288, 290, 294, 297, 
3oo, 304, 3o7, 309, 3i3, 319 und 322. 

Ferner die für Kreta endemischen 22 Arten, so daß sich eine Gesamtsumme von 
72 in Griechenland fehlenden Arten ergibt. Erwägt man jedoch den noch sehr 
unvollständigen Erforschungszustand der griechischen Fauna, so dürften voraus- 
sichtlich nicht mehr als 60 Arten oder beiläufig 20°/^ der kretensischen Fauna in 
Griechenland tatsächlich fehlen. 

Dagegen fehlen in Westasien nur folgende auf Kreta vorkommende Arten: 

Nodaria nodosalis H.-S. (io3), 
Glossotrophia confinaria H.-S, (134), 
Ino globulariae Hb. (166) 

und nachstehende mit den Nummern des besonderen Teiles bezeichnete Mikro- 
lepidopteren: 246, 267, 271, 273, 288, 294, 3o4, 3o9, 3io, 3ii, 3i2, 3i3, 319, 
322, wozu noch die 22 endemischen Arten Kretas kommen, also im ganzen 39 Arten. 
Bringt man auch hier den unvollständigen Erforschungszustand zugunsten der F"auna 
Kleinasiens in Rechnung, so dürften kaum mehr als 3o Arten der kretensischen 
Fauna, also nicht viel mehr als die endemischen Arten Kretas überhaupt, oder kaum 
io°/o des kretensischen Faunenbestandes in Kleinasien tatsächlich fehlen. 

Beiläufig 3o°/o dieser Kreta und Kleinasien gemeinsamen Arten sind allerdings 
nicht als orientalische Faunenelemente anzusprechen (vgl. vorne p. 7g: Übersicht 
der Faunenelemente), sondern haben westwärts, über Kleinasien kommend, ihren 
Weg nach Kreta gefunden. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



Bei weiterem Vergleich der für Kreta anzunehmenden Faunenelemente (vgl. 
Tabelle p. 7g) mit jenen irgend eines Territoriums der Balkanhalbinsel fällt der voll- 
ständige Mangel nicht bloß aller Balkanarten, sondern auch aller alpinen Arten 
sehr auf. 

Nur Satyrus anthelea, welche sich in gleicher Form amalthea Friv.'(i9) so- 
wohl in Kreta wie auf der Balkanhalbinsel vorfindet, sowie Glossoti'ophia confinaria 
H.-S. (134) könnte einen näheren Zusammenhang Kretas mit der Balkanhalbinsel 
vermuten lassen. 

Wie im Texte noch ausführlich besprochen werden soll, hat diese Annahme 
aber bezüglich Sat. anthelea amalthea wenig Wahrscheinlichkeit für sich, und Glosso- 
trophia confinaria hat in der kleinasiatischen Gl. diffinaria Prout eine so nahe, 
nur durch den Spornmangel der Hinterschiene verschiedene Verwandte, daß letzteres 
Merkmal, dessen Variabilität gerade bei den Acidaliinen bekannt ist, nicht ausreicht, 
um eine so wichtige zoogeographische Annahme ausreichend stützen zu können. 

Der vollständige Mangel alpiner Faunenelemente in Kreta ist darum so 
auffallend, als alle drei Hauptgebirge der Insel Erhebungen über 2000 m aufweisen, 
also geeignete Wohnplätze für alpine Arten bieten könnten. 

Allerdings sind nachstehende, durchaus endemische Arten Kretas in ihrem 
Vorkommen auf die Hochgebirge beschränkt, und zwar: 

Lycaena psylorita Frr. (3i). 
Agrotis sturanj'i Rbl. (57). 
Larentia lasithiotica Rbl. (147). 
Scoparia dicteella Rbl. (207). 
Dichroi'ampha lasithicana Rbl. (255). 

Füi keine derselben kann Jedoch eine alpine Herkunft vermutet werden. Es 
sind wohl montane, aber keine alpinen Arten, und wo bei ihnen eine Verwandt- 
schaft mit Arten besteht, welche sich auch in den Alpen finden, wie Agr. sturanyi 
mit Agr. lucernea L., Scoparia dicteella mit Sc. manifestella H.-S. und Dichro- 
rampha lasithicana mit Dich, ligulana H.-S., dort handelt es sich wahrscheinlich 
um schon ursprünglich montan gewesene orientalische Arten, ^) welche sich erst 
später westwärts ausgebreitet und differenziert haben. Sie dürften daher ausnahmslos 
als alte, präglaziale Faunenelemente angesprochen werden können. 

Zusammenfassend läßt sich sonach sagen: Kreta besitzt eine insular stark 
verarmte Lepidopterenfauna von ursprünglich östlicher Herkunft, mit 
zahlreichen Endemismen und späteren, mediterranen und wenigen sibiri- 
schen Einwanderern. Die Hochgebirge werden von montan-orientalischen 
(nicht alpinen) Arten besiedelt. Eine von der Balkanhalbinsel erfolgte 
Einwanderung läßt sich in keinem Falle einwandfrei nachweisen. 



Zur Vervollständigung des Faunenbildes Kretas mögen noch nachstehende Be- 
merkungen dienen: 

Dem Anscheine nach besitzt Kreta in den niederen Lagen eine durchaus ein- 
heitliche Lepidopterenfauna, deren Bestand nur nach Osten, entsprechend dem in 
dieser Richtung steigenden maritimen F^influß auf das Klima, abnimmt. Ob alle 



I) Vgl. Rebel, Annal. d. Natiirhist. Hofmus., XXV, p. 265, Note i. 
Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmusenms, Bd. XXX, 1916. 



82 Prof. Dr. H. Rebel. 



drei Hochgebirge denselben unverminderten Bestand an montanen Arten beherbergen, 
bleibt fraglich, da namentlich Lycaena psylocita bisher nur am Idagebirge gefunden 
wurde, dagegen die im Lasithigebirge entdeckte hochmontane Agrotis sturanyi nicht 
auf dieses beschränkt ist, sondern auch auf dem Idagebirge gefangen wurde. Letzteres 
dürfte sonach den vollständigsten Bestand an montanen Arten besitzen, der sich 
auf dem östlich gelegenen Lasithigebirge nur vermindert vorzufinden scheint. 

Das lebende Faunenbild in Kreta ist ärmlich. Der ausgesprochene Karst- 
charakter des Landes, die herrschende Trockenheit und im Zusammenhange dami: 
der Mangel an Wäldern lassen nirgends ein reicheres Falterleben aufkommen. 
Einzelne Arten treten wohl in größerer Individuenmenge auf, allein es fehlt das 
Vielerlei der Formen. Im allgemeinen bedarf es, namentlich bei Heteroceren, einer 
überaus intensiven Tätigkeit, um auch nur halbwegs befriedigende Sammelresultate 
zu erzielen. Auch Raupen sind sehr schwer und nur sehr spärlich zu finden. Es 
bedürfte eines mit mediterranen Verhältnissen ganz vertrauten Sammlers, um auf 
Kreta die Raupenzucht erfolgreich gestalten zu können. 

Über Schäden durch Lepidopterenlarven wurde mir trotz mehrfacher Er- 
kundigung bei einheimischen Beamten nur der im Text erwähnte Fall von Lyrnantria 
dispar (51) bekannt. Auch Thauynetopoea pityocampa (49) schädigt gewiß die so 
spärlich vorhandenen Kiefernbestände. Wahrscheinlich dürfte auch Earias insidatia 
(159) auf Johannisbrotbäumen, hio ampelophaga (165) auf Wein und Prays oleellus 
(261) an Ölbäumen schädlich auftreten können. Im menschlichen Haushalte sind 
die Ephestia- und Tinea-krltn auf Kreta wie überall bemerkbar. 

in. Vergleich der Tagfalterfauna Kretas mit jener Cyperns 

und Montenegros. 

Während im vorhergehenden Abschnitte allgemeine Vergleiche der Fauna Kretas 
mit jener benachbarter Territorien vorgenommen wurden, soll hier ein eingehender 
Vergleich der Tagfalterfauna Kretas, welche allein als genügend erforscht angesehen 
werden kann, mit jener, im Areal fast gleich großer Territorien gezogen werden, 
in welchen ebenfalls die Erforschung der Tagfalterfauna nahezu als abgeschlossen 
betrachtet werden darf. 

In dieser Hinsicht kommt ein Vergleich mit der fast gleichgroßen, fast unter 
gleichen Breitegraden liegenden Insel Cypern^) zunächst in Betracht, da hier auch 
die größten Analogien in den insularen Existenzbedingungen der Fauna vorliegen. 

In zweiter Linie erscheint ein Vergleich mit einem gleich großen, kontinentalen 
Territorium Osteuropas von besonderem Interesse. In dieser Hinsicht ist vor allem 
Montenegro geeignet, welches bei fast gleicher Größe^) trotz seiner küstennahen 
Lage eine fast binnenländische Fauna ^) besitzt. Dieselbe erscheint dem herrschen- 



^) Die Flächeninhalte von Kreta (8620 km-) und Cypern (960 1 km-) verhalten sich annähernd 
wie 8 : 9. 

Nähere Angaben über die allgemeinen geographischen Verhältnisse Cyperns sind zu finden in 
meinem Artikel: Über die Lepidopterenfauna Cyperns (XXVI. Jahresber. d. Wiener Ent. Ver., 1915, 
p. 93 — 110, mit Kartenskizze). 

2) Montenegro besaß im alten Umfange, vor dem Bukarester Frieden (1913), einen Flächeninhalt 
von rund 9000 km-. 

^) Vgl. Rebel, Ann. d. Naturhist. Hofmus., Bd. 37 (191 3), p. 281 ff.j Sitzungsber. d. kais. Akad. 
d. Wiss. in Wien, Bd. I23 (19 14), p. i 1 1 1 tT. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



83 



den Karstcharakter des Landes entsprechend artenarm, ist also von insular verarmten 
Faunen der Artenzahl nach nicht zu stark verschieden. 

Eine allgemein statistische Übersicht über die nach Familien aufgeteilten Tag- 
falterarten der drei Territorien gibt nachstehende Tabelle: 





Kreta 


Cypern 


Montenegro 


Papilionidae 


3 


3 


6 


Pieridae 










8 


8 


14 


Nymphalidae ...... 










5 


8 


23 


Danaidae 










I 


I 




Satyridae 










7 


12 


32 


Libytheidae 












I 


I 


Lycaenidae 










IG 


15 


26 


Hesperiidae 








6 


1 1 


II 


Artenzah 










40 


59 


1x3 



Die Artenzahlen in den drei vorstehenden Tagfalterfaunen verhalten sich wie: 
2:2-9: 5-6, oder annähernd wie 2:3:6, welch letztere Annahme um so mehr Be- 
rechtigung hat, als gerade in Montenegro bei weiteren Forschungen noch eine Ver- 
mehrung des Bestandes an Tagfaltern in sicherer Aussicht steht (vgl. später). 

Es ergibt sich sonach, daß Kreta nur ^j^ so viele Tagfaiterarten als Cvpern, 
und nur ^j^ so viele als Montenegro besitzt, w^ährend Cypern noch die Hälfte der 
Tagfalterartenzahl von Montenegro aufweist. 

Mit anderen Worten, die insulare Verarmung ist auf Kreta viel weiter vor- 
geschritten als auf Cypern, was auch auf eine bereits länger bestehende Isolierung 
Kretas schließen läßt. Am auffälligsten prägt sich die stufenweise Steigerung der 
Artenzahl in den drei Ländern in jenen Familien aus, welche am meisten konti- 
nentalen Lebensbedingungen angepaßt sind, wie dies bei den Nymphalidae (5:8: 23), 
Satyridae (7 : 12 : 32) und Lycaenidae (10 : 15 : 26) der Fall ist. 

Einen noch besseren Einblick gewährt die nachstehende Übersicht (s. um- 
stehende Tabellen), in welcher auch die Identität der mit Kreta gemeinsamen Arten 
der beiden anderen Länder ersichtlich gemacht scheint. 

Im Einzelnen sei bemerkt, daß bei den Papilionidae das Überwiegen Monte- 
negros mit der doppelten Artenzahl von Kreta und Cypern sich dadurch erklärt, 
daß es eine Papilio-Ari mehr besitzt und dort auch die kontinentale Gattung Par- 
nassius mit zwei Arten vertreten ist, wogegen die Gattung Thais, statt der Kreta 
und Cypern gemeinsamen, wenn auch in verschiedenen Lokalformen auftretenden 
77z. cerisyi, nur Th. polyxena aufweist. 

Bei den Pieridae kommen von den 8 Arten Kretas nicht weniger als 7 auch 
in Montenegro vor, wogegen nur 5 derselben bisher auch auf Cvpern nachgewiesen 
erscheinen. Montenegro besitzt einige kontinentale Arten mehr, wie Pieris napi, 
Euchloe cardamines, Colias hyale, Colias myrmidone und Gonepteryx rliamni^ von 
welchen nur Euchloe cardamines sich auch noch auf Cvpern erhalten hat. Die 
mediterrane Gonepteryx Cleopatra haben Kreta und Cypern gemeinsam. 

0* 



Prof. Dr. H. Rebel 



Kreta 


C y p e r n 


Montenegro 


Papilionidae: 


Papilionidae: 


Papilionidae: 


Papilio podalirius L. 


Papilio podalirius L. 


Papilio podalirius L. 


» machaon sphvrus Hb. 


» macliaon spJiyrus Hb. 


» machaon L. 


~ 


- 


:> alexanor Esp. 


Thais cerisj'i cretica Rbl. 


Thaix cerisvi cypria Stich. 


— 


— 


— 


77?^/5 polyxena Schiff". 


— 


— 


Parnassius apollo liburniciis 
Rbl. et Rgfr. 


— 


— 


» »njc)720sr>u' f.. 


Pieridae: 


Pieridae: 


Pieridae: 


— 


Aporia crataegi L. 


Aporia crataegi L. 


Pieris brassicae L. 


Pieris brassicae L. 


Pieris brassicae L. 


» vapae L. 


» rapae L. 


» ri3jt?i3e L. 


— 


— 


» manni Mayer. 


» ergane H.-G. 


— 


» ergane H.-G. 


— 


— 


» napi L. 


» daplidice l.. 


» daplidice L. 


» daplidice L. 


EitcJiloS bclia Cr. 


Euchloe belia Cr. 


Euchloe belia Cr. 


— 


» cardamines L. 


» cardamines L. 


Lcptidia siuapis L. 


— 


Leptidia sinapis L. 


— 


— 


Colias hyale L. 


Colias editsa F. 


Colias ediisa F. 


» edusa F. 


— 


— 


» myrmidone Esp. et fc^/- 
canica Rbl. 


— 


— 


Gonepteryx rhamni L. 


Gonepteryx Cleopatra L. 


Gonepteryx Cleopatra L. 


— 


Nymphalidae: 


Nymphalidae : 


Nymphalidae: 


— 


Cliaraxes jasius L 


— 


— 


Limenitis camilla Schiff. 


Limenitis camilla Schiff". 


Prrameis atalanta L. 


Pj-ranieis atalanta L. 


Pyramcis atalanta L. 


» cardu'i L. 


» cardiii F.. 


:» cardui L. 


— 


— 


Vaijessa urticae L. 


Vanessa polychloros L. 


FijjiessiJ polychloros L. 


» polychloros L. 


— 


— 


Polygonia c-album L. 


Polygoyiia egea Cr. 


Polygonia egea Cr. 


» eg-^a Cr. 


— 


Melitaea plioebe Knoch 


Melitaea phoebe Knoch 


— 


— 


6 weitere 3/e/;Y^£'(7-Arten 


Argrnnis pandora Schiff". 


ylrg^>'n)n's pandora Schiff". 


/Iro-_rH«/s pandora Schiff". 


— 


— 


8 weitere .4rg-)')!)H'.s-Arten 


Danaididae: 


Danaididae: 


Danaididae: 


Danais chrysippus L. 


Danais chrysippus L. 


— 


Satyridae; 


Satyridae : 


Satyridae : 


— 


— 


2 J/f/i3?!^rg/^-Arten 


— 


— 


12 Ztrefc/i^- Arten 


— 


Satyrus hertnione cypriaca Stgr. 


Satyrus Iiermione L. 




» briseis L. 


» briseis L. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



85 



Kreta 



Safynis semele cretica Rbl. 
> antiielea amaltlteaFriv. 



Pararge aegeria L. 

» megaeia L. 

Epinephele jwtina hispulla Hb. 
» lj'cao)i liipiiius Costa 

Coeiwiivmplia tliyrsis Fr. 
Libytheidae: 

Lycaenidae : 

Ztphyrus querciis L. 
ClirysopJianus phlaeas L. 



Polyommatiis boeticus L. 

» telicaniis Lang 



Chilades trochilus Frr. 

Lycaeua baton Brgstr. 

psylorita Frr. 

» astrarche Brgstr. 

» icjiux Rolt. 



Cyaniris argiuliis L. 



y p e r n 



Hesperiidae: 



Adopaea actaeon Rott. 



Parnara Zelleri Led. 



Satyriis semele mershia Stgr. 
» anthelea acatnantliisKh\. 

Ypthima asteiopc Klug 
Pararga aegeria L. 
» roxelana Cr. 

» megaera L. 

» maera adrasta Hb. 
Epinephele jurtina telmessia Z. 
et hispula Hb. 
» lycaon liipinus CosVd 



Coenonymplia pamphillus L. et 
lyllus Esp. 



Libytheidae : 

Libytlica celtis Laich. 

Lycaenidae: 

Thecla ilicis caiidata Z. 



Zephyrus querciis L. 
Chrysophanits thersainon Esp. 
» phlaeas L. 

Cigaritis acamas Klug 
Polyommatiis boeticus L. 

» telicanus Lang 

» balcanica Frr. 

» gi^/iiii Led. 

Chilades trucliilus Frr. 



Lycaena lysimon Hb. 

» astrarche Brgstr. 

» icarus Rott. 

>> cyllarus Rott. 

Cyaniris argiolus L. 

Hesperiidae: 

Adopaea Thaumas Huf. 
>; actaeon Rott. 

Parnara mathias F. 
» Zelleri Led. 



Montenegro 



S'a/ji'rvi.s semele L. 

3 weitere 5iUrr?/i-Arten 

Pararge aegeria egeride^ Stgr. 

» roxelana Cr. 

:> megaera L. 

» maera L. 

Epinephele jurtina L. 

» /rC(30?J Rott. 

2 weitere Epinephele-Arten 
Aphantopus hyperantus L. 
Coenonymplia pamphillus L. 



2 weitere Coe/iOJij'Hi/^/ja-Arten. 

Libytheidae : 

Libythea celtis Laich. 

Lycaenidae: 

Thecla ilicis Esp. 

» .'>/>(?j/ Schiff. 
Callophrys rubi L. 
Zephyrus quercus L. 

Clirysophanus phlaeas L. 

4 weitere C/2)^'so;?/;a;n/5 -Arten 

Pnlyommatus boeticus L. 

» telicanus Lang 

» balcanica Frr. 



Lrcaena baton Brgstr. 



Lrc^e«a astrarche Brgstr. 

» icarus Rott. 

» cyllariis Rott. 
10 weitere LTCiaejui-Arten 



Hesperiidae: 

Adopaea lineola O. 
2 /Int'/aiit's-Arten 



86 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Kreta 



C }^ p e r n 



Pavnara nostrodamiis F. 



Parnara nostvodamus F. 



Montenegro 



Cardiarodiis alceae australis Z. ; Cavcharodus alceae aiistralis Z. 
— » altheae baeticiis 

Rbr. 
Hesperia fritillum Hb. 



Hesperia fritillum Hb. 



malvae L. 



orbifer Hb. 
eiicrate O. 
malvae L. 



Parnara nostrodamus F. 
Carcharodus lavaterae Esp. 



Hesperia orbifer Hb. 

» malvae L. 

3 weitere f/^/jer/a- Arten 
Thanaos tages L. 



Die 5 Arten Nymphalidae Kretas kommen in sehr bezeichnender Weise 
ebenso auf Cypern, wie auch in Montenegro vor. Es sind offenbar sehr wider- 
standsfähige Formen, die deshalb auch im Mediterrangebiet eine sehr weite Verbrei- 
tung gefunden haben. Cypern hat noch zwei weitere Arten (Limenitis camilla und 
Melitaea phoebe) mit Montenegro gemeinsam, wogegen letzteres in den kontinen- 
talen Gattungen Melitaea und Argj^)iuis nicht weniger als 14 Arten mehr aufweist. 

Die einzige Vertreterin der tropischen Gattung Danais findet sich naturgemäß 
nur auf Kreta und Cypern. 

Von den 7 kretensischen Arten der Satyridae ist eine endemisch (Coen. 
thj^rsis), eine weitere (Sat. anthelea) tritt in verschiedenen Lokalformen auf Kreta 
und Cypern auf, dürfte aber auch in Montenegro nicht ganz fehlen, die übrigen 
5 Arten sind allen drei Ländern gemeinsam, nur stimmen Kreta und Cvpern in 
drei südlichen Rassen derselben überein (Par. aegeria aegeria, Epin. Jurtina hispulla^ 
Epin. lycaon lupinus). 

Cvpern weist in seiner Satvridenfauna um 5 Arten (2 Satyrus, i Ypthima, 
I Paraj'ge, i Coenonympha) mehr auf als Kreta, Montenegro dagegen um nicht 
weniger als 25 Arten mehr als Kreta, beziehungsweise um 20 Arten mehr als Cypern, 
da hier die kontinentale Gattung Melanargia mit 2, die alpine Gattung Erebia mit 
12, weiters 3 Satyrus-kn^n, 2 Epinephele-AvtQü, i Aphantopus- und 2 Coenonympha- 
Arten hinzukommen. Der Mehrbesitz von 3 Gattungen, daiunter der artenreichen 
Gattung Erebia, illustriert am besten den großen faunistischen Gegensatz zwischen 
dem kontinentalen Karstlande und den, der Gebirge durchaus nicht entbehrenden, 
aber im Mediterrangebiete isoliert liegenden Eilanden. 

Die einzige europäische Vertreterin der Libvtheidae kommt in Cypern und 
Montenegro vor, fehlt aber auf Kreta. 

Innerhalb der 10 Arten Lvcaenidae Kretas findet sich eine endemische (Jyc. 
psylorita), weitere 8 (unter der Voraussetzung des höchst wahrscheinlichen Auf- 
findens von Lyc. baton auf Cypern und von Cyaniris argiolus in Montenegro) 
können als allen drei Ländern gemeinsam angesehen werden, und nur die sub- 
tropische Chilades trochilus haben wieder Kreta und Cvpern gemeinsam. Cypern 
tritt gerade in dieser Familie mit dem Besitz dreier weiterer syrischen, beziehungs- 
weise subtropischen Arten (Cigaritis acamas, Polyommatus galba und Lycaena 
lysimon), welche den beiden anderen Ländern fehlen, stark hervor. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



87 



Für die Hesperiidae ist vor allem die Fauna Montenegros in ihrem Arten- 
bestande zu erhöhen, da mit Sicherheit auch das Vorkommen von Adopaea actaeon 
(wahrscheinlich auch Ad. thaumas), ferner von Carcharodus alceae, Carch. altheae 
und Hesperia fritillum daselbst zu erwarten steht. 

Unter diesen Voraussetzungen kommt von den 6 Arten Kretas nur Parnai'a 
:{elleri, welche sich aber auch auf Cypern findet, nicht auch in den beiden übrigen 
Ländern gleichzeitig vor, wogegen Cypern noch die tropische Parnara mathias 
allein besitzt und die orientalische Hesperia orbifer (vielleicht auch Hesp. eiicrate) 
mit Montenegro gemeinsam hat. 

Eine Zusammenfassung der vorstehenden Ausführungen gibt nachstehende 
Tabelle: 



Faunen- 
bestand 
Kretas 



davon gemeinsame Arten 



Cypern 



Montenegro 



Papilionidae 

Pieridae 

Nymphaiidae 

Danaidid.ae 

Satyridae 

Lycaenidae 

Hesperiidae 

Summa 



3 

8 

5 
I 

7 

10 
6 



3 

6 

5 
I 
6 

8 (9) 
6 



2 
7 

5 

5 

7 (8) 
2 (5) 



40 



35 (36) 28 (32) 



Die faunistische stärkere Differenzierung Kretas prägt sich auch in der Tat- 
sache aus, daß Kreta zwei endemische Tagfalterarten (Coeu. thyrsis, Lyc. psylorita) 
und — abgesehen von lokalen Zwergformen — ebensoviele gut ausgebildete ende- 
mische Lokalrassen (Thais cerisyi cretica, Satyrus semele cretica) besitzt, wogegen 
Cypern nur drei endemische Lokalrassen (Thais cerisyi cypria, Satyrus hermione 
cypriaca und Sat. anthelea acamanthis) aufweist und Montenegro überhaupt keine 
endemische Form (wahrscheinlich auch nicht bei den Heteroceren) beherbergt. 

Jedenfalls geht aus vorstehenden Ausführungen hervor, welch außerordent- 
liche Bedeutung einzelne Arten für die Beurteilung der ganzen Fauna eines natürlich 
abgegrenzten Territoriums besitzen können. 



IV. über Herkunft und Alter der Lepidopterenfauna 

Kretas. 

Auf Grund der im \. Abschnitte gegebenen Tatsachen und des im II. Abschnitte 
festgestellten F"aunencharakters Kretas kann nicht der geringste Zweifel bestehen, 
daß die Insel eine Fauna fast rein östlicher Herkunft besitzt. In dieser Hinsicht 
liegt auch nur ein geringer Gegensatz zu Griechenland vor, welches ebenfalls die 
überwältigende Mehrheit seiner Arten aus dem Osten — wenn auch auf einer 
anderen, etwas nördlicher gelegen gewesenen Landbrücke ^) — erhielt, aber in seinen 



I) Vgl. Rebel, Berl. Ent. Z., 47. Bd.; p. 86. 



88 Prot. Dr. H. Rebel. 



Gebirgen auch einige Einwanderer alpiner Herkunft beherbergt. Diese wenigen 
alpinen Arten Griechenlands haben die Hochgebirge Kretas auf ihrer südöstlichen 
Wanderung nicht erreicht. 

Nicht die Frage nach Herkunft der Fauna Kretas stellt sich sonach noch als 
ein zoogeographisches Problem dar, sondern nur die Frage nach dem Alter dieser 
Fauna. Wann hat die notwendigerweise anzunehmende landfeste Verbindung des 
kretensischen Territoriums mit dem Osten aufgehört? Und hat eine solche viel- 
leicht doch auch in den hier in Frage kommenden Zeiträumen mit dem Westen 
bestanden ? 

Wenn man auf dem vorliegenden entomologischen Spezialgebiete nach fauni- 
stischen Tatsachen, welche für eine Beantwortung der gestellten geohistorischen 
Fragen und für eine relative Altersbestimmung der Fauna Kretas in Erwägung 
kommen können, Umschau hält, so fallen vor allen der hohe Prozentsatz von En- 
demismen (Arten und Lokalrassen io°/q) und die zweifellos vorhandene, starke 
insulare Verarmung sehr ins Gewicht. Beide Tatsachen sprechen übereinstimmend 
für ein hohes Alter der kretensischen Fauna, beziehungsweise für eine schon lange 
bestehende Isolierung des kretensischen Territoriums. Andererseits deutet der — 
— wahrscheinlich auch bei weiteren Forschungen sich bestätigende — Mangel 
endemischer Gattungen doch auf einen nicht allzuferne liegenden Zusammenhang 
mit der östlichen Kontinentalfauna. 

Aus der Faunenverarmung läßt sich allerdings nicht mit genügender Sicherheit 
erschließen, welche Arten den insular gewordenen Einflüssen erlegen und aus- 
gestorben sind. Mit anderen Worten, der Mangel einer Art in der Fauna kann 
ebenso gut auf deren lokalen Aussterben als auf der Tatsache beruhen, daß sie das 
kretensische Territorium überhaupt niemals besiedelt hatte. 

Um der Frage des Landzusammenhanges und der relativen Altersbestimmung 
der Fauna etwas näher treten zu können, erscheint es daher geboten, sich nur auf 
Verbreitungstatsachen solcher Arten zu beschränken, welche dem rezenten Faunen- 
bestande der Insel angehören. 

In dieser Hinsicht ist vor allem die Verbreitung von Thais cerisyi (3) von 
außerordentlicher Bedeutung. Die Art stellt einen sehr alten, wahrscheinlich schon 
der postmiozänen Zeit angehörigen Typus dar. Sie ist in Westasien weit verbreitet, 
findet sich in Lokalformen auch auf Cypern, Rhodus und Kreta, fehlt aber in 
Griechenland, obwohl sie in nördlicheren Teilen der ßalkanhalbinsel wieder auftritt. 
Zur Zeit ihrer Ausbreitung nach dem kretensischen Territorium war also jedenfalls 
keine Landverbindung mit Morea vorhanden, da sie sich sonst noch heute in Grie- 
chenland finden würde, welches günstigere Existenzbedingungen für sie bieten könnte 
als Kreta. Andererseits muß aber auch eine östliche Landverbindung über Rhodus 
frühzeitig durchbrochen worden sein, da die Spezialisierung der kretensischen cerisyi- 
Form eine sehr weitgehende ist (vgl. Text), und keinen näheren Zusammenhang 
mehr mit der rhodensischen Lokalform erkennen läßt. 

Aus der Verbreitung und der lokalen Differenzierung dieser Art folgt sonach, 
daß seit der Pliozänzeit einerseits keine Landverbindung Kretas mit Griechenland 
bestanden haben kann, andererseits eine frühzeitige, wahrscheinlich schon gegen 
Ende der Pliozänzeit erfolgte Unterbrechung einer solchen mit Westasien eingetreten 
sein muß. 

Der Annahme des Mangels einer Landverbindung Kretas mit Griechenland 
seit den gedachten Zeiträumen könnte das Vorkommen von Satyrus anthelea (19) 



Die Lepidopterenfauna Kretas. ög 



in gleicher Form {amalthea Friv.) auf Kreta und in Griechenland zu widersprechen 
, scheinen (vgl. vorne p. 80), worauf im systematischen Text noch näher eingegangen 

H werden soll, wo auch Gründe für die wahrscheinlichere Annahme einer konver- 

genten Entstehung der Form amalthea in Kreta und Griechenland beigebracht 
werden. 

Nur jedes Fehlen dieser Satyrus-A.n (S. anthelea) in Westasien könnte die 
Annahme einer Verbreitung derselben von Griechenland nach Kreta (oder in um- 
gekehrter Richtung) stützen. Nun ist sie aber in Westasien in der Nominatform 
sehr weit verbreitet und tritt auf Cypern bereits in einer Zwischenform [acanianthis 
Rbl.) auf, so daß die .Annahme einer Landverbindung Kretas mit Griechenland zur 
Erklärung ihrer Verbreitung um so weniger notwendig erscheint, als Saljrus-Ailtn 
gewiß viel jünger als die 77?ai5-Formen sind. 

Könnte noch ein Zweifel an der Richtigkeit der ausgesprochenen Annahmen 
bestehen, so würde er durch das Verhalten einer anderen Satyride, nämlich von 
Coenonyvipha thyrsis Frr. (24) widerlegt werden. Diese Art stellt, wie im syste- 
matischen Te.xt näher ausgeführt werden soll, zweifellos eine höhere Potenz der weit 
verbreiteten Coenonympha pamphihis L. dar, welch letztere sich in der Nominat- 
form in Kleinasien und Griechenland findet, was — bei Voraussetzung einer auch 
nur annähernd gleichen Reaktionsfähigkeit bei Satyriden — ausgeschlossen wäre, 
wenn eine Landverbindung Kretas nach einer der beiden Richtungen in jüngerer 
Zeit noch bestanden hätte. 

Am kräftigsten wird die .Annahme einer weit zurückreichenden allseitigen 
Isolierung Kretas durch den Besitz einiger endemischen Hochgebirgsarten, vor allem 
von Lycaena psylorita Frr. (3i), gestützt, welche keine nähere Verwandtschaft mit 
einer kleinasiatischen oder griechischen Art erkennen läßt. 

Der steile Süd Westrand Kretas und die großen Meerestiefen in dessen ganzer 
Umgebung lassen die weitere Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß das Territorium, 
vielleicht schon zu Beginn der Tertiärzeit, dort eine Küstenlinie, beziehungsweise 
eine peninsulare Gestaltung besessen habe. ^) Dann wären die Vorbedingungen für 
so zahlreiche Endemismen bereits gegeben gewesen und die viel später eingetretene 
vollständige Isolierung des kretensischen Territoriums hätte nur zu deren weiter- 
gehenden Differenzierung, beziehungsweise Konservierung beigetragen. 

Obwohl über die Lepidopterenfauna der Kreta zunächst liegenden Inseln — 
mit Ausnahme von Rhodus -) — nichts bekannt ist, laßt sich doch bereits die Ver- 
mutung aussprechen, daß weitgehende Erwartungen bezüglich einer näheren Auf- 
klärung über die Herkunft der kretensischen Fauna durch die Erforschung dieser 
Eilande nicht in Erfüllung gehen dürften. 

Die zunächst liegenden Inseln, Cerigotto im Nordwesten und Kasos im Nord- 
osten, sind mit einem F"lächenausmaß von 10 km-, beziehungsweise 86 km^ zu klein, 
als daß die insulare Verarmung auf ihnen charakteristische Faunenelemente über- 
leben gelassen haben dürfte. Cerigo gehört seiner Lage nach und auch nach 
seiner bekannt gewordenen Molluskenfauna ^) zweifellos noch zu Morea, wie Rhodus 
zu Kleinasien gehört, so daß nur die faunistische Erforschung des gebirgigen Kar- 



') Anders Kobelt (Stud. z. Zoog., II, p. 3 11, 3 14), welcher für die Südküste Kretas aus dem 
plötzlichen Abbruch levantinischer Süßwasserschichten gegen das Meer, trotz der großen Tiefe des- 
selben, einen Einbruch in relativ junger Zeit annimmt. 

2) Vgl. Rebel, XXVI. Jahresber. d. Wiener Ent. Ver., 1915, p. in — 115. 

^) Kobelt, Zoogeogr., II, p. 3ioflf. 



90 



Prof. Dr. H. Rebel. 



pathos (220 km^), zwischen Rhodus und Kreta gelegen, vielleicht einige wertvolle 
Aufklärung bringen könnte. 

Zusammenfassend läßt sich sagen, der Mangel so charakteristischer Formen, wie 
Thais cerisyi in Griechenland und aller alpiner Arten auf den Hochgebirgen Kretas, 
läßt die Annahme einer schon seit der Pliozänzeit andauernden Isolierung dieser 
Länder gerechtfertigt erscheinen. Andererseits weist der Besitz endemischer Formen 
Kretas, wie Thais cerisyi cretica und Coenonympha thyrsis, auch auf eine Trennung 
von Westasien mindestens seit der postpliozänen Zeit hin. 

Es sei hier auch noch darauf hingewiesen, daß die zuerst von Seitz^) ge- 
machte Beobachtung, daß ozeanische Inseln, welche ihren Kontinent im Osten haben, 
tagfalterarm, Jene, welche ihn im Westen haben, aber reich daran seien, bezüglich 
kontinentaler Inseln, wie Kreta, mangels Passatwindes nicht zutrifft. Nicht die Lage 
des Kontinents ist hier für den Faunenbestand entscheidend, sondern die Zeitdauer, 
welche seit Abbruch der landfesten Verbindung verflossen ist, übt den größten Ein- 
fluß aus und wirkt hauptsächlich durch eine stetig fortschreitende insulare Verarmung, 
in Vergleich zu welcher Neueinwanderungen, durch aktive Wanderung oder Import, 
keine nennenswerte Rolle spielen. 

Schließlich sei die auffallend große Übereinstimmung der Lepidopterenfauna 
Kretas in bezug auf Herkunft und Prozentsatz der Endemismen mit den im I. Ab- 
schnitte geschilderten Vegetationsverhältnissen hervorgehoben: die Phanerogamen 
und Lepidopteren Kretas sind fast ausschließlich östlicher Herkunft, bei 
beiden beträgt das Verhältnis endemischer Formen g — io°/q des Arten- 
bestandes. Bedürfte es eines Beweises für den biologischen Zusammenhang der 
beiden Organismenreihen, könnte man ihn auch in der Übereinstimmung obiger Tat- 
sachen erblicken. 

V. Die lepidopterologische Erforschung Kretas. 

Der Anfang einer faunistischen Erforschung Kretas wurde erst zu Beginn der 
vierziger Jahre des vorigen .lahrhunderts durch Dr. Imre (Emerich) v. Frivaldszky 
gemacht, welchem das große Verdienst gebührt, vielfach als Pionier der natur- 
wissenschaftlichen Erforschung in Osteuropa gewirkt zu haben.-) 

Frivaldszkv sandte im Frühjahr 1843 den Sammler Franz Zach nach 
Kreta ^) und im darauffolgenden Jahre seinen Neffen Janos v. Frivaldszky mit 
einem weiteren Sammler, Andreas Terren. Diese verblieben bis 1845 auf Kreta 
und suchten die Insel nach allen Richtungen zu durchforschen. Jedenfalls wurden 
von ihnen auch die Sphakiotischen Berge und das Psiloriti-Gebirge besucht. In Ost- 
kreta scheinen sie nicht gesammelt zu haben. Sie dürften auch Lichtfang und jeden- 
falls Raupenzucht betrieben haben. 

Frivaldszky bemerkte, daß Kreta trotz seiner Ausdehnung vieler Festlands- 
formen entbehre, daß die meisten Lepidopterenarten von solchen aus anderen süd- 
lichen Gegenden abweichen, und daß auch eine Anzahl eigener, neuer Arten vor- 
handen sei, welche aber viel geringer bleibe als jene der neuen Pflanzen.'^) 

I) Allgem. Biol. d. Schmett., I (Zool. Jalirb. [Abt., Sept.], V. Bd., p. 3 12). 

-) Frivaldszky J, Röv. Att. (Term. Tars., Evliöii I [1851 — 1845], p. 171 — 175); Staudinger, 
Hör. Ent. Ross., VII, p. 5; XIV, p. 180 (Quellenverzeichnis Nr. 2, 7 und 26). 

^) Aigner, Lepk. Tört. Mag., 1898, p. 71. 

") Letztere Bemerkung trifft nur auf die absolute, nicht aber auf die relative Zahl der endemi- 
schen Arten zu (vgl. vorne, p. 70). 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 91 



Er führt in der nicht leicht zugängHchen Publikation^) nachstehende 11 charak- 
teristische Lepidopterenarten von Kreta an, welche hier in systematischer Folge ge- 
bracht werden: 

Danais (Eiiploea) chrysippus L. 

Satyrus (Hipparchia) amalthea Friv. (Neubeschreibung). 

Coenojxympha [Hipparchia) thyrsis (Friv.). 

Lycaena trochyhis (Friv.). 

» psylorita (Friv.). 

(Choerocampa) alecto (L.). 
Hadena leiiconota (Friv.). 

» retina (Friv.) (= Prodenia littoralis B.). 

Erastria sphakiota (Friv.) (= Thalpochares candidana var. skaßota H.-S.). 
Ophiusa gentiliata (Friv.) (= Pseiidophia illiinaris Hb. var. syriaca Bugn.). 
Problepsis (Caloptera) ocellata Friv. (Neubeschreibung). 

Diese wertvollen, aber leider nur zu spärlichen faunistischen Nachrichten blieben 
bis auf die zwei von Frivaldszky selbst an dieser Stelle publizierten Arten (Satyrus 
amalthea, Probl. ocellata) und die weiteren durch Freyer und Herrich-Schäffer 
veröffentlichten Arten unbeachtet. 

Namentlich M. H. Lucas in Paris, welcher 10 Jahre später (1854) eine Liste 
der Kreta bewohnenden Arthropoden publizierte,-) wußte nichts von der so erfolg- 
reich gewesenen Sammelexpedition Frivaldszkys und dessen Nachrichten darüber. 
Lucas führt nur 26 Lepidopterenarten von Kreta auf, zum größten Teil die ge- 
wöhnlichsten Tagfalter, unter den wenigen Heteroceren auch einige unrichtig be- 
stimmte Noctuiden. 

Diese Liste Lucas' wurde unverändert, nur um den Seidenspinner vermehrt, 
in Raulins großes Werk über Kreta (1869)^) aufgenommen. 

Fast gleichzeitig mit Raulins Werk erschien Dr. Staudingers grundlegender 
Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands,"*) in welchem auch die Fauna Kretas 
berücksichtigt ist. 

Obwohl Staudinger nur 50 Arten von Kreta anführt, erwarb er sich doch 
für diese Insularfauna das große Verdienst, durch einen Besuch am Nationalmuseum 
in Budapest und mündliche Rücksprache mit Johann v. Frivaldszky eine Anzahl 
der wertvollsten Angaben über dessen seinerzeitige Sammelerfolge auf Kreta zu 
erhalten und für die Wissenschaft zu sichern. 

Durch mehrere Dezennien wurde hierauf in Kreta bis zu Beginn des gegen- 
wärtigen Jahrhunderts fast nichts gesammelt, woran die fortwährenden Unruhen 
und Aufstände, welche schließlich im Jahre 1897 zum Zusammenbruch der türki- 
schen Herrschaft führten, Schuld trugen. 

Englische Flottenoffiziere, welche in der Suda-Bay stationiert waren, machten 
wieder den Beginn mit kleinen Aufsammlungen, wie G. F. Mathew im Jahre 1897^) 
und T. B. Fletcher im Jahre 1900.^) 



') Röv. Att., p. 173 ff. (Quellenverzeichnis Nr. 2). 

~) Quellenverzeichnis Nr. 3. 

^) Quellenverzeichnis Nr. 5. 

■*) Quellenverzeichnis Nr. 7. 

^) Quellenverzeichnis Nr. 4. 

^) Quellenverzeichnis Nr. i. 



92 



Prot. Dr. H. Rebel. 



Erst der bestbekannte entomologische Reisende Martin Holtz nahm im Jahre 
igo3 einen längeren Sammelaufenthalt auf Kreta, in Asitaes, und brachte von dort 
wieder eine umfangreichere Ausbeute mit.^) Obwohl er sein Hauptaugenmerk auf 
Coleoptera gerichtet hatte, enthielt seine Lepidopterenausbeute doch einige sehr be- 
merkenswerte Neuheiten, wie l'hais cerisyi cretica und Larentia eteocretica. Auf 
dem Psiloriti-Gebirge gelang es ihm, Lyc. psylorita wieder in Anzahl zu erbeuten. 
Holtz gab selbst eine sehr anschaulich geschriebene Schilderung seiner Reise. 2) 

Im selben Jahre igoS machte Leonis von Athen aus eine Sammelreise nach 
Westkreta. ^) 

fm darauffolgenden Jahre 1904 fanden die Forschungsreisen des Botanikers 
Ignaz Dörfler und der Zoologen Dr. R. Sturany und Dr. H. Rebel nach Kreta 
statt. Über den äußeren Verlauf dieser Reisen wurde bereits an anderen Stellen 
eingehend berichtet."*) 

Die Erledigung der umfangreichen Ausbeute letzterer Reise, durch welche die 
Zahl der von der Insel bekannten Lepidopterenarten nahezu verdreifacht wurde, 
bildet den eigentlichen Anlaß der vorliegendan Gesamtbearbeitung der Fauna Kretas. 

Auch von Herrn Dörfler, welcher den Lepidoptei enfang selbstredend nur 
als Nebensache betreiben konnte, rührt eine große Anzahl sehr wertvoller Lokalitäts- 
angaben her.-') 

Im Jahre 1906 sammelte Herr L. Birö, vom Ungarischen Nationalmuseum, 
auf Kreta und besuchte auch das Psiloriti-Gebirge, wo er ein weibliches Stück der 
aus dem Lasithi-Gebirge neu beschriebenen Agrotis sturanyi Rbl. erbeutete.^) 

In jüngster Zeit (1914) hatte Herr G. Paganetti-Hummler einen kurzen Sammel- 
aufenthalt in Westkreta.') 

Mängel in der faunistischen Erforschung Kretas erscheinen vor allem noch 
darin gelegen, daß der Lichtfang, namentlich in dem im Mediterrangebiet so er- 
giebigen Monat September, bisher nur sehr wenig ergeben hat und auch die 
Raupenzucht bisher noch nicht mit jener Intensität betrieben werden konnte, wie 
sie zu einer allseitigen Erforschung der Fauna notwendig wäre. 



') Quellenverzeichnis Nr. 11. 

-) Holtz Martin, Reisebilder aus Kreta (Ins.-Börse, Bd. XXI, igo-l, p. -75, 284, 292, 3oo; ib., 
XXII, p. 171, 175, 179, 182, 186, 190, 194, 198, 202, 207. 

•') Quellenverzeichnis Nr. 12. 

■*) Dörfler Ign., Eine botanische Forschungsreise nach Kreta (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. 
Wiss. in Wien, math.-naturw. KL, vom S.November 1904, Anzeiger Nr. 22, p. 1 — 8). 

Rebel, Dr. H. und Sturany, Dr. R.: Bericht über eine zoologische Studienreise nach Kreta 
(X. Jahresber. d. Ver. zur naturw. Erforschung des Orientes, 1904, p. 6— 16). 

Rebel, Prof. Dr. H., Eine zoologische Studienreise nach Ostkreta. (^Vortrag.) (Ver. zur Verbreit, 
naturw. Kenntnisse, 47. Jahrg. (1906), p. 153 — 174, m. 3 Taf.) 

*) Vgl. Quellenverzeichnis Nr. 9. 

*) Vgl. Quellenverzeichnis Nr. 8. 

') Vgl. Quellenverzeichnis Nr. i3. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 9^ 



Besonderer Teil. 



I. Quellen. 
I. Kreta. 

Im Text gebrauchte i-> 1 1 • 1 

Abkürzung: A. Publikationen. 

Fletch i.FletcherT. B.: Notes on Lepidoptera from the Mediterranean. (The 

Entomologist, Vol. XXXIV [1901], p. 244 — 245.) fSuda-Bay, Juni 1900, 
14 Arten.) 

Friv.. Röv. Att 2. Fri valdszk y. Dr. Imre v.: Rövid Attekintese egy Termeszetrajzi Utazäsnak, 

az Euröpai Törökbirodalomban, Egyszermind Nehany a Közben 
üjdonnat fölfedezett Allatnak Leiräsa. (Kurze Übersicht einer natur- 
wissenschaftlichen Reise nach der europäischen Türkei und gleich- 
zeitige Beschreibung einiger neu entdeckten Tiere.) (A Kir. Mag. Ter- 
meszettudotnänyi Tärsulat, Evkönyvei I, 1841 — 1845, P- '^i — 187.) 

Luc 3. Lucas M, H.: Essai sur les animaux articules qui habitent l'ile de Crete. 

Lepidoptera. (Revue et Magasin de Zoologie [2]. T VI, 1854, p. 562 — 
569, Nr. 173 — 198.) (26 Spezies.) 

Math 4. Mathe w G. F.: Notes on Lepidoptera from the Mediterranean. (The 

Entomologist, Vol. XXXI [1898], p. iio— iii.) (Bei Canea und Suda- 
Bay im Juni 1897, ^i Arten.) 

Raul 5. Raulin V.: Description physique de File de Crete. Paris 1869, T. II. 

p. 1017 — 1019. (Lepidopteres, 27 Spezies.) (Enthält dieselben Arten 
wie bei Lucas [Nr. 3], mit Hinzufügung von Sericaria mori und 
einigen Fundorten.) 

Rbl 6. Rebel, Dr. H. : Beschreibung einer neuen Lokalform von Tliais cerisvi 

und anderer neuer Arten von Kreta. (Verh. d. zool.-botan. Ges., LIII, 
T9o3, p. 2; ib., LVI, 1906, p. 232 — 234, 236.) 

Stgr., Hör. VII 7. Staudinger, Dr. O.: Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands. (Hör. 

Soc. Ent. Ross., VII [1870], p. i — 3o4, mit 3 Taf.) (Berücksichtigt 
auch Kreta, von wo 50 Arten angeführt werden.) 

B. Aufsammlungen. 

Birö 8. Birö L., vom Ungarischen Nationalmuseum, machte iin Jahre 1906 eine 

Sammelreise nach Kreta, wo er auch das Psiloriti-Gebirge besuchte. 
Durch die Freundlichkeit des Herrn Kustos A. Schmidt erhielt ich 
nicht bloß eine Liste der von Birö auf Kreta gesammelten Arten, 
sondern auch einige interessante Stücke zur Ansicht. 

Dörfl 9. Dörfler Ign. führte in der Zeit vom 17. Februar bis 7. September 1904 

eine sehr erfolgreiche botanische Forschungsreise nach Kreta aus. 
Das von ihm gesammelte, ziemlich umfangreiche Lepidopterenmaterial 
gelangte an das Hofmuseum. 

Erber 10. Erber Josef sammelte im Jahre 1870 auf Kreta, scheint aber nur sehr 

wenig Lepidopteren gefangen zu haben, da nur einige Arten von ihm 
an das Hofmuseum abgegeben wurden. 

Holtz II. Holtz Martin sammelte mit grolBem Erfolg von März bis Juli I903 auf 

Kreta. Sein Standquartier war Asitaes. Er besuchte auch das Psiloriti- 
Gebirge. Seine beiläufig 60 Arten umfassende Ausbeute gelangte an 
das Hofmuseum. 

Leon 12. Leonis Chr. war im Jahre i9o3 zu kürzerem Sammelaufenthalt auf Kreta 

und hatte Standquartier in Kambos in den sphakiotischen Bergen. 

Pag i3. Paganetti-Hum ml er Gast, sammelte anfangs Mai 1914 in Canea und Um- 
gebung. Seine kleine Ausbeute an Lepidopteren kam an das Hofmuseum. 



94 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Rbl. (Stur.) M- Rebel, Dr. H. sammelte in Gesellschaft von Dr. R. Sturany von April 

bis Juli 1904 hauptsächlich in Osticreta. (St. Nicolo, Neapolis, Kri- 
stallenia, Mallaes). 

2. Griechenland. 

Buxion 15. Bux ton P. A. and D. A. J.: Greek Lepidoptera on April iQii. (Ent. Record, 

XXIV [191 2], p. 59—63.) 
Pount 16. Fountaine Margarete: Butterfly hunting in Greece in the year igoo. 

(Entern. Rec, XIV, 1902, p. 29 — 35, 64 — 67.) 
Rbl. '02 — '05 17. Rebel, Dr. H.: Lepidopteren aus Morea, gesammelt von Herrn Martin 

Holtz (Berl. Ent. Ztschr., XLVII, 1902, p. 83 — ixo); Nachtrag (ib., 

XLVIII, 1903, p. 243 — 249); II. Nachtrag (ib., L, 1905, p. 291 — 314). 
Rbl. 'jo — '11 uS. Rebel, Dr. H.: Beitrag zur Lepidopterenfauna der Jonischen Inseln (Verh. 

d. zool.-botan. Ges., LX, Jahrg. 1910, p. 418 — 43i); Nachtrag: Zur 

Lepidopterenfauna von Korfu [ib., LXII, Jahrg. 1912, p. (12) — (15)]. 
Rbl. '15 19. Rebel, Dr. H.: Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands. (Verh. d. 

zool.-botan. Ges., LXV, Jahrg. 1915, p. (50)— (50V] 
Stgr., Hör. VW 20. Staudinger, Dr. O.: Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands. (Hör. 

Soc. Ent. Ross., VII [1870], p. 3 — 3o4, Taf. i -3.) 

3. Rhodus. 

Z. Is. '47 21. Zeller, Prof. P. C: Verzeichnis der von Prof. Dr. Loew in der Türkei 

und Asien gesammelten Lepidopteren. («Isis» [Ocken], 1847, 
p. 3—39.) 

Rbl. '16 22. Rebel, Dr. H.: Zur Lepidopterenfauna der Insel Rhodus. (XXVI. Jahresber. 

d. Wien. Ent. Ver. 1915, p. iii — 115.) 

4. Kleinasien. 

Hofm 23. Hofmann, Dr. O.: Verzeichnis der von Dr. K. Escherich und Prof. Dr. 

L. Kathariner bei Angora in Zentral-KIeinasien gesammelten Schmetter- 
linge. (D. Ent. Z. «Iris», X, 1897, p. 231—240.) 

Holtz 24. Holtz Martin: Die Makrolepidopterenfauna Ciliciens. (111. Wochenschr. f. 

Ent., II, 1897, P- 42— 47> 60—63, 77—79, 88—93). 

Rbl 25. Rebel, Dr. H.: Lepidoptera in: Ergebnisse einer wissenschaftlichen Reise 

zum Erdschias Dagh (Kleinasien), ausgeführt von Dr. A. Penther und 
Dr. E. Zederbauer (Ann. d. Naturh. Hofm. in Wien, XX, looö, p. 189 
bis 219.) 

Ruber 26. Röber, J.; Die Schmetterlinge des Taurus. (Ent. Nachr., XXIII, 1897, 

p. 257-288.) 

Stgr. . 27. Staudinger, Dr. O.: Lepidopterenfauna Kleinasiens. (Hör. Soc. Ent. Ross., 

XIV [1879], p. 176 — 307; ib., XV [1880], p. 159—435; ib., XVI 
[1881], p. 65-135.)^) 

5. Cypern. 

Led 28. Lederer Julius: Beitrag zur Schmetterlingsfauna v(in Cypern, Beirut und 

einen Teil Kleinasiens. (Verhandl. d. zool.-botan. Ges., V, 1855, p. 177 

bis 254, Taf. I — 5.) 
Rbl 29. Rebel, Dr. H. Über die Lepidopterenfauna Cyperns. (XXVI. Jahresber. d. 

Wien. Ent. Ver., 1915, p. 93— iio.) 
Stgr 3o. Staudinger, Dr. O.: Lepidopterenfauna Kleinasiens [^= Nr. 27), worin 

auch jene Cyperns berücksichtigt ist. 

') Zahlreiche vor dieser faunistischen Monographie erschienene Arbeiten Lederers, Manns u. a. 
werden hier nicht angeführt. 



Die Lepidopterenfauna von Kreta. 95 



IL Lokalitätsverzeichnis/) 

Akrotiri, Halbinsel an der Nordwestküste. 

Aphendi Christos (2155), Lasithi-Gipfel. 

Aphendi Kavusi (1472), Gipfel des Asphentis-Gebirges. 

Asitaes (400), Dorf, ca. 25 km südwestlich von Candia. 

Askiphu (670), Paß im östlichen Teile der Leuka Ori. 

Asphentis-Gebirge, östlich des Mirabell-Busens. 

Aspro Vuna, südlicher Teil der Leuka Ori. 

Axös, Ort im Oberlauf des Mylopotamos. 

Candia, Hauptstadt an der Nordküste Mittelkretas. 

Canea, große Hafenstadt an der Nordwestküste. 

Chalepa, Küstenort nahe (östlich) von Canea. 

Diblokhori, Ort südlich des Kedrosgebirges. 

Frankokasteli, Küstenort östlich von Sphakia. 

Hagia Galinis (Sulia) an der Südküste im Golf von Messara. 

Hagia Paraski, in Mittelkreta, Distrikt Amari. 

Hagia Triadha, Kloster auf der Halbinsel Akrotiri. 

Hagia Varvära (500), 10 km südlich von .\sitaes. 

Harmeni bei Canea. 

Hieropotamos (Mitropolipotamos), größter Fluß Kretas, durchfließt die Messara. 

Homalos (1040), Hochebene westlich der Leuka Ori. 

Ida-Gebirge, siehe Psiloriti. 

Kaly-ves, Küstenort östlich der Suda-Bay. 

Kamaraes, Ort im Distrikt Pyrgiotissa. 

Kambös (1200), Ort in der Leuka Ori. 

Kares (660), südlich von Rethymno. 

Kätharos (1150), Paßhöhe, vom Lasithi nach Südosten führend. 

Kavusi, Ort südlich des Mirabell-Busens. 

Kedros-Gebirge (Gipfel 1802), westlich Psiloriti, südöstlich von Spili. 

Kissamos, Bucht und Ort westlich von Canea. 

Kissos, Ort bei Spili. 

Knossos, Ruinen südlich von Candia. 

Kophina (1250), höchster Berg an der Südküste, südlich der Messara. 

Koxare, Ort westlich von Spili. 

Kristallenia (Panagia Krystallenia) (870), Kloster auf der Lasithi-Hochebene. 

Kritsa, großes Dorf in Ostkreta nahe dem Mirabell-Busen. 

Lasithi, Hochgebirge in. Ostkreta, Gipfelhöhe 2155 m. 

Leuka Ori (weiße oder sphakiotische Berge, auch Madaras-Gebirge genannt), 

Hochgebirge im Südwesten, Gipfelhöhe 2469 m. 
Limin Sitias, Ort im Golf von Sitia. 
Mallaes, Ort und Kloster südöstlich des Lasithigebirges. 
Melabes (540), Ort in Mittelkreta nahe der Südküste. 
Messara (ca. 200), größte Ebene im südlichen Mittelkreta. 



^) In dasselbe sind die im allgemeinen und besonderen Teil erwälinten Lokalitäten und Fundorte 
aufgenommen. Die in Klammern nachgesetzten Zahlen bedeuten die absoluten Seehöhen in Metern. 



g6 Prof. Dr. H. Rebel. 



Mirabell-Busen in Nordostkreta. 

Mylopotamos, Fluß und Distrikt östlich von Rethymno. 

Neapolis (290), Stadt in Ostkreta. 

Nerokuri, Ort südlich von Canea. 

Nidha (1400), Hochebene im Ida-Gebirge. 

Omalos, vgl. Homalos. 

Paximädhia, kleine Insel im Golf von Messara. 

Perivolia, Dorf südlich von Canea. 

Phaestos, Ort an der südwestlichen Grenze der Messara. 

Psiloriti (Ida-Gebirge), zentrales Hochgebirge, Gipfelhöhe 2457 m. 

Pyrgos, Ort südlich der Messara im Distrikt Monophatsi. 

Rethymno, Hafenstadt an der Nordküste zwischen Canea und Candia. 

Rodhakino, Ort östlich von Frankokasteli. 

Selia, Ort östlich von Rodhakino. 

Sitia, östlichste Halbinsel. 

Sphakia, Ort an der Südwestküste. 

Sphakiotische Berge, siehe Leuka Ori. 

Spili (410), Ort stark östlich von Rethymno, an einem westlichen Ausläufer 

des Kedrosgebirges. 
Stavros (840), Berg nördlich von Neapolis. 

St. Nicolo, Ort (Sitz des Präfekten) an der Westküste des Mirabell-Busens. 
Sto. Vaghi, Ort auf Sitia. 

Suda-Bay, der beste Hafen östlich von Canea. 
Theodoro-Insel, westlich von Canea. 
Turloti, Ort auf Sitia. 

Tylisso (Ruinen), südwestlich von Candia. 
Weiße Berge, siehe Leuka Ori. 

III. Systematisches Verzeichnis der Lepidopteren Kretas/) 

Papilionidae. 

I. Papilio podalirius L. (i). — Luc, p. 562, Nr. 173. — Raul., p. 1017. — 
Math., p. HO. 

Überall auf der Insel verbreitet und nicht selten. Obere Höhengrenze bei 
ca. 1000 m (Kristallenia, Rbl.). 

Es liegt mir eine Serie von 8 Stücken (cf, 9), welche durchaus der Frühjahrs- 
generation angehören, von nachstehenden Fundorten vor: Koxare (20. April, Dörfl.), 
Asitaes (7. Mai, Holtz), St. Nicolo (20. Mai, Rbl.), Kavusi (21. Mai, Rbl.), Kristal- 
lenia (i3.— 18. Juni, Rbl.). 

Überdies scheinen nachstehende Fundorte sichergestellt: Sphakia, Aspro Vuna 
(Raul.), Candia, Ida, Sitia (Luc), Kares bei Rethymno (22. April abgeflogen, Dörfl.), 
Spili (12. — 23. Mai, Dörfl.), Ruinen von Phaestos (i. Juli, Dörfl.), Stavros (Stur.). 



I) Die den Artnamen in Klammern nacligesetzten Zalilen beziehen sich auf den Katalog der 
Lepidopteren des paläarktischen Faunengebietes von Dr. O. Staudinger und Dr. II. Rebel, Berlin 1901. 
Arten, bei welchen keine faunistische Literatur angegeben erscheint, sind hier zum ersten Male für 
Kreta nachgewiesen. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 97 



Die vorliegenden Stücke der Frühjahrsgeneration weichen nun von solchen 
Mitteleuropas nicht ab. Sie zeigen sämtlich den schwarzen Mittelstreifen der Hinter- 
streifen orangegelb geteilt, gehören also zur Form ornata Wheel. 

Die Sommerform dürfte der südlichen Lage von Kreta entsprechend der Form 
i^anclaeiis Z. ^) angehören, wofür auch ein typisches Zanclaeus-Pärchen spricht, 
welches mir von der Insel Rhodus (Plason '12) vorliegt. 

Die Art ist überall auf dem griechischen und kleinasiatischen Festlande verbreitet 
und kommt auch auf den Inseln Naxos, Rhodus (M. C.) und Cypern (sec. Stgr.) vor. 

2. Papilio machaon L. (4). — Luc, p. 562, Nr. 174. — Raul., p. 1017. — 
Math., p. iio. 

Ebenso verbreitet, aber noch viel häufiger als die vorige Art und über 1400 m 
Seehöhe (Nidha) aufsteigend. 

Mir liegt eine Anzahl von Stücken mit nachstehenden Fundorten und Daten 
vor: Canea (9. April, Pag.), St. Nicolo (24. Mai, Rbl.), Neapolis (5. — 10. Juni, Rbl.), 
Kristallenia (i3. — 20. Juni, Rbl., 2 9), Mallaes (beobachtet, Rbl.), Sitia (Sto. Vaghi 
15. Juli, Dörfl., kleines cT der zweiten Generation). 

Sämtliche Stücke, namentlich auch das zuletzt erwähnte kleine cT von Sitia, 
zeigen nun eine sehr breite blaue Antemarginalbinde der Hinterflügel, und die männ- 
lichen Stücke vom April und Mai auch breite schwarze Adern der Vorderflügel. Die 
Länge der Stirnbehaarung und die Breite des schwarzen Rückenstreifens wechselt. 
Die Stücke werden am besten mit der Form shyrus Hb. (775 — 776) vereint. 2) 

Sonstige Fundortsangaben für Kreta sind: Candia, Kissamos, Mylopotamos 
(Luc), Stavros (anfangs Juni, Stur.), Hagia Paraski (Distrikt Amari, i. Juni), Spili 
(26. Juni), in der Messara-Ebene anfangs Juli sehr häufig (Dörfl.). 

Ich fand die Raupen in Anzahl bei Neapolis auf Feriila. 

Überall in Griechenland und Kleinasien verbreitet, auch auf der Insel Cypern^) 
und Rhodus. 

3. Thais cerisyi (God.) cretica Rbl., Zool.-bot. Verh., Bd. 54 (1904), p. 2. 
— Seitz, Großschm. d. Erde, I, i, p. 17, Taf. 9 e (cT, 5) (1906). — Verity, Rhop. 
Pal., p. 3oo, Taf. 62, Fig. 2, 3 (cT, 9) (1910). 

Diese auf Kreta in einer sehr charakteristischen Lokalform aultretende Art 
scheint über die ganze Insel verbreitet zu sein, bleibt aber in ihren Flugstellen doch 
lokal begrenzt. Ihre untere Höhengrenze liegt bei 3oo m, ihre obere auf der Nidha- 
Hochebene erst bei 1400 m. Im Küstengebiet fehlt sie. 

Nachstehende Fundorte auf Kreta wurden mir bekannt: Sphakia (29. März 04, 
cT beobachtet, Dörfl.), Koxare (20= April, Dörfl.), Umgebung Spili (Hagios Vasilis) 
(22. April bis i. Juni, bis 1000 m, Dörfl.), Nidha-Hochebene (29. Mai, Dörfl.), Asitaes 
(15. April bis 5. Mai, Holtz 'o3), Kambos (ca. 1200 m, Leuka Ori, Mai' o3, Leonis 
häufig), Kritsa (23. Mai, Raupe, Rbl.), Kavusi (21. Mai, häufig, Rbl.), Mallaes (20. Juni, 
Raupe, Rbl.). 

^) Griechische Zanclaeus-Siückc mit halb durchscheinenden Flügeln hat Verity (Rhop. Pal., 
p. 292) als Rasse creta bezeichnet. 

-) Wohl mit Unrecht will Verity (Rhop. Pal., p. 12) den Namen shyrus auf Stücke der ersten 
Generation von Sizilien beschränken. Er wird am besten auf die nicht scharf gescliiedene, aber in 
beiden Generationen kenntliche Rasse des mittleren und östlichen mediterranen Gebietes angewendet. 

^) Verity (Rhop. Pal., p. i3, 108, Taf. 3, Fig. i) beschreibt ein Zwergexemplar von dort als 
var. cypvia. 

Aniialeu des k. k. natürliistorisclien Hofmuseiims, Bd. XXX, iyi(). 7 



98 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Derzeit liegt mir eine Serie von über 3o mUnnliclien und 7 weiblichen Stücken 
von nachstehenden Fundorten zum Vergleiche vor: Asitaes (Originale von Holtz), 
Spili und Nidha (Dörfl.) und Kavusi (zahlreich, auch e. 1. '05, Rbl.). 

Darnach zu urteilen zeigt die Form cretica Rbl. im Vergleich zur nomenkla- 
torischen Stammform nachstehende, sehr konstante Merkmale: 

Grundfarbe in beiden Geschlechtern blaß zitrongelb, nur bei geflogenen Stücken 
schwach ins Ockergelbe ziehend. Der Saum der Hinterflügel ist gleichmäßig schwach 
gezackt, da der Zacken auf Ader M3 nicht stärker hervortritt, wie jener auf Ader 
CUj und CU2. Die Unterseite der Vorderflügel zeigt im Apikaiteil keine Spur von 
ockergelber Fleckung. 

Beim cA-«?//<:a- Männchen ist die schwarze Fleckenzeichnung sehr verringert: der 
2., 4. und 6. Kostalfleck bleiben sehr kurz, die Submarginalflecke sind nur punkt- 
förmig, die Marginalbinde reicht von der Spitze nur bis Ader M3 . Die Hinterflügel 
mit sehr kleinem roten Kostalfleck und weit unterbrochener, äußerer schwarzer Ein- 
fassung der Zacken. Ober dem Analwinkel ein sehr schmaler roter Querfleck. 
Zuweilen auch einige sehr kleine schwarze Antemarginalpunkte. Unterseits zeigen 
die reicher gezeichneten Hinterflügel eine kaum hellere (weißliche) Grundfarbe als 
die Vorderflügel. 

Auch das g ist relativ sehr schwach gezeichnet, so daß die Ähnlichkeit der 
Geschlechter bei cretica eine größere ist, als bei allen anderen cerisyi-K&^stn. Auch 

beim cref/ci-Weibchen bleibt der 4. Kostal- 
fleck der Vorderflügel kurz und schmal, 
der Innenrand zeigt meist nur einen un- 
deutlichen Fleck an der Basis, die Saum- 
zeichnung ist viel vollständiger als beim cf, 
namentlich auch auf den Hinterflügeln, auf 
welchen vor der schwarzen, blau bestäubten 
Ausfüllung der Zacken kleine rote Flecke 
liegen. Vorderflügellänge 25 — 3o mm. 

Die vorhandenen Abbildungen bei 
Seitz (1. c.) und Verity (1. c.) stellen das 
männliche Geschlecht der Form cretica 
sehr zutreffend dar. Auch ein sehr kleines 
weibliches Stück wird bei Seitz gut ab- 
gebildet. Dagegen stellt die Abbildung des cre^/ctT-Weibchens bei Verity (Taf. 62, 
Fig. 3) ein namentlich in der Mittelzelle der Hinterflügel abnorm stark gezeichnetes 
Stück dar. Zum Vergleiche mit der letztgenannten Abbildung des Weibchens sei hier, 
etwas vergrößert, jene eines großen, normal gezeichneten 9 von Spili (Fig. i) 
gegeben. 

Die Art hat auf Kreta eine lang ausgedehnte Flugzeit, welche von Ende März 
bis Ende Mai reicht. Für diese Tatsache sprechen nicht bloß die vorliegenden Fang- 
daten (29. März bis Ende Mai), sondern auch der Umstand, daß ich am 21. Mai 
in Kavusi, wo der Falter zahlreich flog, bereits erwachsene Raupen antraf, welche 
mir schon im März des folgenden Jahres die Falter (cf, 9) ergaben. Die Raupe 
fand ich auf Aristolochia cretica und beobachtete auch ein 9 bei der Eiablage. 

Der Falter fliegt gerne am Rande von Weinbergen und ist sehr leicht zu er- 
beuten. Die 9 sind viel seltener als die d^ und betragen nur ca. 10% der In- 
dividuen. 




Fk 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 99 



Die bisher bekannt gewordenen Lokalrassen von Thais cerisyi sind: 

a) cerisyi cerisyi God. (9). — Stich., Gen. Ins., Fasz. 59, p. 8. 

Die Hinterflügel auf Ader M3 mit deutlicher Schwanzspitze, die Kostalflecke 
der Vorderflügel fast gleich stark, das Q im Saumfeld der Vorderflügel mit Binden- 
zeichnung. 

Der Originalfundort der nomenklatorischen Stammform von cerisyi liegt zweifel- 
los in der Umgebung Smyrnas, woran schon nach den präzisen Angaben Bois- 
duvals (Icon., p. 16) und Treitschkes (X, i, p. 82) nicht zu zweifeln ist. Zu 
gleichem Resultat kommt auch Stichel in seinen Untersuchungen zum Heimats- 
nachweis von Zerynthia cerisyi (Ent. Zeit., Bd. 21 [1907], p. 82 — 83). 

Die von Stiehl (1. c.) aufgestellte Form speciosa aus Palästina und Syrien 
soll kürzere Schwänze als die Stammform haben, bleibt aber doch besser mit ihr 
vereint, wie die Bilder derselben bei Verity (Taf. 57, Fig. 9, 10) und eine Anzahl 
mir vorliegender Stücke aus Syrien beweisen. Einzelne Stücke aberrativen Charakters 
mögen ja leicht zur Annahme einer Lokalform verleiten. 

Verbreitung der Stammform: Auf den Gebirgen Kleinasiens, insbesondere in 
der Umgebung von Smvrna und Brussa, auch in Syrien und Palästina. 

b) cerisyi ferdinandi Stich., Ent. Zeit., Bd. 21 (1907), p. 177, 185, Fig. i 
bis 3 (cT, 9). — Verity, Rhop. Pal, p. 3oo, Taf. 52, Fig. 7, 8 (cT, 9). — Rbl., 
Ann. Naturh. Hofm., Bd. 27, p. 290, Nr. 4. 

Durchschnittlich größer als die Stammform, das cf mit verengtem und ver- 
kürztem 4. Kostalfleck (bei Zählung des Schulterfleckes als ersten Kostalfleck). Der 
5. Kostalfleck bildet mit dem großen Fleck am Ende der Mittelzelle einen stumpfen 
Winkel. Hinterflügel mit mäßig langem Zahn auf Ader M^. Die schwarze Rand- 
linie der Zacken ist unterbrochen, die roten Antemarginalflecke sind klein, oft 
punktförmig. 

Das 9 von ferdinandi zeigt stets eine blässer gelbe Grundfarbe als das ö\ ist 
aber viel reicher schwarz gezeichnet und zeigt auf den Hinterflügeln größere rote 
Antemarginalflecke. Der 4. schwarze Kostalfleck der Vorderflügel ist auch hier, 
namentlich bei den typischen bulgarischen Stücken, meist reduziert. Die Hinter- 
flügel mit noch kürzerem, stumpferem Zahn auf Ader M3 als beim d\ 

Verbreitet in Bulgarien (West- und Donaubulgarien und Ostrumelien), Nord- 
albanien (Orosi, sec. Rbl., 1. c, mit noch kürzerer Sehwanzspitze der Hinterflügel, 
das Q sehr stark gezeichnet), Mazedonien (Rbl., 1. c.) und Thrazien (Adrianopel, 
sec. Tr.). 

c) cerisyi marfini Frühst., Soc. Ent., Bd. XXI, p. 147 (Dez. 06); Iris, XIX 
(1906), p. 158. 

Eine schwach differenzierte Insularform, welche sich von der nomenklatori- 
schen Stammform wesentlich nur durch gelbe (statt rote) Flecke der Hinterflügel 
auf Ober- und Unterseite unterscheidet. Der 4. Kostalfleck der Vorderflügel ist 
nicht schwächer. 

Insel Rhodus, Ende März (i c?, 2 9, M. C., leg. Erber). 

d) cerisyi cypria Stich., Ent. Zeit., Bd. XXI (1907), p. 178, 185. — Veritv, 
Rhop. Pal., p. 3oo, Taf. 62, Fig. 4, 5 (cf, 9). 

Kommt durch die regelmäßige Reduktion des 4. Kostalfleckes der Vorderflügel 
der Form ferdinandi nahe, bleibt jedoch kleiner, mit längerer, aber stumpfer Spitze 



joo Prof. Dr. H. Rebel. 



auf Ader M3 der Hinterflügel. Das 9 stets mit dotter- bis ockergelber Grundfarbe 
und groi3en roten Antemarginalflecken der Hinterflügel. 

Insel Cypern (Distrikt Kyrenia) (Aphirda, 9. bis 22. März '14, cf, $, M. C). 

e) cerisyi deyrollei Obthr. — Stgr., Hör. XIV, p. 214. — Stich., Gen. 
Ins., Fasz. 59, p. 8. 

Durch den meist vorhandenen starken Dichroismus der Geschlechter und drei 
fast gleichlange Schwanzspitzen der Hinterflügel auf Ader M, , Cu^ und CU2 gut 
kenntlich. Überdies sehr variabel und in Übergängen zu der lokal nicht scharf 
geschiedenen Stammform. 

Typisch aus der Umgebung Amasias, auch von Malatia, vom Wan-See (Kur- 
distan, Sikora, cT, 9, M. C.) und aus Syrien. 

f) cerisyi cretica Rbl. (vgl. vorne). 

Mit dieser Form beginnt die Reihe der Rassen mit stark verkürzten Zacken 
der Hinterflügel. 

g) cerisyi louristana Cerf, Bull. Soc. Ent. Fr., 1908, p. 21 (d"); ib., 19 10, 
p. 370 (9); — Stich., Zeitschr. f. wissensch. Ins.-Biol., VII (191 1), P- 37, Fig. i — 3 

{^, 9)- 

Der Form cretica zunächst, aber die Hinterflügel in beiden Geschlechtern noch 
gerundeter, das heißt die Saumzacken noch kürzer und die Konturen des Saumes 
nicht überragend. Auf den Vorderflügeln sind der 2., 4. und 6. Kostalfleck stark 
reduziert, auf den Hinterflügeln sind beim c? die roten Flecke sehr klein, meist nur 
punktförmig. Das 9 viel deutlicher, oft bindenartig schwarz gezeichnet mit voll- 
ständig gerundetem, großem dritten Kostalfleck. 

Persien (Provinz Luristan und Irak [Arrak: Suitanabad]) im April. 

h) cerisyi caucasica Led. — Verity, Rhop. Pal., p. 3i, Taf. 7, Fig. 8, 9 
(cT, 9). — Stich., Gen. Ins., Fasz. 59, p. 8. 

Die Flügel mehr gestreckt, die Hinterflügel mit sehr kurzem stumpfen Zahn 
auf Ader M . Die Zeichnung ist eine vollständige, namentlich auch auf den Hinter- 
flügeln die roten Punktflecke und die dahinter liegenden blauen Flecke auch beim cf 
deutlich. Der 5. Kostalfleck der Vorderflügel ist mit der Submarginalfleckenreihe ver- 
bunden. Das 9 ockergelb mit sehr breiten schwarzen Fieckenbinden der Vorderflügel. 

Aus Armenien (Imeretien). 

Zur Unterscheidung normaler Stücke der hier angeführten acht Cerisj^i-Rassen 
kann nachstehende Tabelle dienen: 

1. Hinterflügel ohne oder nur mit sehr kurzer (höchstens 3 mm langer) 

Zahnspitze auf Ader M3 2. 

Hinterflügel mit deutlicher, wenigstens 4 mm langer Zahnspitze auf 

Ader M3 4- 

2. Saum der Hinterflügel ganz gerundet, der 3. Kostalfleck (i. Zellfleck) 

gerundet louristana. 

Saum der Hinterflügel mit schwacher Zahnbildung, der 3. Kostal- 
fleck länglich 3. 

3. Das c? schwach gezeichnet, das 9 nur wenig dunkler, der 5. Kostal- 

fleck nie mit den Submarginalflecken verbunden cretica. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 



Das cT stark gezeichnet, das q dunkler ockergelb, der 5. Kostalfleck 

mit den Submarginalflecken verbunden caiicasica. 

4. Hinterflügel auch auf Ader Cu^ und CU2 mit deutlichen freien 

Zahnspitzen, das g stets mit bleicherer Grundfarbe, reichlich 

schwarzgrau gebändert deyrollei. 

Hinterflügel auf Ader Cu^ und CU2 nur mit kurzen stumpfen Zähnen, 

das 2 mit gelber Grundfarbe 5. 

5. Der 4. Kostalfleck der Vorderflügel nur wenig in die Mittelzelle 

reichend 6. 

Der 4. Kostalfleck der Vorderflügel durchschneidet die Mittelzelle .... 7. 

6. Sehr groß, Zahnspitze der Hinterflügel auf Ader M3 kurz, das g 

meist bleichgelb ferdiuandi. 

Durchschnittlich kleiner, Zahnspitze der Hinterflügel länger, aber 

stumpf, das g ockergelb cypria. 

7. Kostal- und Submarginalflecke der Hinterflügel rot cerisyi. 

Kostal- und Submarginalflecke der Hinterflügel gelb martini. 

Das Verbreitungsgebiet der Gesamtart erstreckt sich von Nordostalbanien bis 
Armenien, beziehungsweise bis Bagdad, Palästina und Westpersien. 

Ihr Vorkommen in Griechenland wurde mehrfach angegeben, so auch von 
Boisduval (Ic, p. 16), insbesondere für die Insel Naxos und von Rühl (Pal. 
Großschm., p, 88) für Morea.^) Dr. Krueper fand jedoch die Art nirgends in 
Griechenland und auch mir kam bei meinen Balkanstudien niemals ein griechisches 
Stück unter. Ihr Vorkommen auf einer so kleinen Insel wie Naxos hat überdies 
von vorneherein wenig Wahrscheinlichkeit für sich. 

Eine allgemeine Betrachtung der Cer/5^/-Rassen ergibt das Resultat, daß sich 
die «ungeschwänzten-'> Rassen (Nr. f — Ji) viel besser voneinander unterscheiden 
lassen als die «geschwänzten» (Nr. a — e), das heißt, die Rassen mit rückgebildeten 
Zahnspitzen der Hinterflügel sind weiter voneinander differenziert, als solche mit 
erhaltenen Zahnspitzen. Die Rückbildung der Zahnspitzen ist also zweifellos ganz 
selbständig und unabhängig bei den Rassen / — h erfolgt, welche auch durchaus 
periphere und getrennte Verbreitungsgebiete innehaben. Es scheint demnach überall 
dort, wo ein mehr oder weniger isoliertes Territorium durch die Art besiedelt 
wurde, die Tendenz zur Rückbildung der Zahnspitzen der Hinterflügel aufzutreten. 

Als die phylogenetisch älteste Form der Art ist zweifellos dej-rollei anzusehen, 
bei welcher sich die Zahnspitzen der Hinterflügel als längste erhalten haben und 
auch stets ein starker Dichroismus der Geschlechter vorhanden ist. Diese Form hat 
auch ein fast zentral gelegenes Verbreitungsgebiet innerhalb des von der Art be- 
wohnten .Areals. 

Unter den vorhandenen Rassen zeigt nun cretica namentlich im männlichen 
Geschlechte die meiste Ähnlichkeit mit louristatia, nicht bloß in der Rückbildung 
der Zahnspitzen, sondern auch in der Reduktion der schwarzen Fleckenzeichnung. 
Nach dem Gesagten kann es sich aber nur um Konvergenzerscheinungen bei diesen 
beiden lokal so weit getrennten Rassen handeln, das heißt, die Ähnlichkeit beider 
beruht auf unabhängiger Entstehung analoger Merkmale, nicht aber auf näherer 
Verwandtschaft der Rassen. Dem lokalen Vorkommen nach müßte — wie dies auch 
Fruhstorfer annahm — die rhodensische Form martini am meisten Vergleichs- 

I) Vgl. Rebel, Beil. Ent. Zeit., 47. Bd., iqo2, p. 87, Note. 



I02 Prof. Dr. H. Rebel. 



punkte mit cretica aufweisen. Dies ist aber eigentlich nicht der Fall, denn ab- 
gesehen von der Gelbfleckung von viartini, besitzt letztere auch gleichmäßig ent- 
wickelte Kostalflecke der Vorderflügel und kaum kürzere Schwanzspitzen als die 
Stammform. Die F"orm martini steht demnach der Stammform ungleich näher als 
der Form cretica. 

Auch die Form cypria, welche in der Bildung der Kostalflecke der Vorder- 
flügel unverkennbare Analogien zu cretica besitzt, weicht von ihr durch die starke 
Zahnbildung der Hinterflügel und die vorherrschend ockergelbe Farbe des ^ 
stark ab. 

Nach allem kann kein Zweifel bestehen, daß nur eine durch relativ lange Zeit 
bereits bestehende und vollständige Isolierung des Territoriums zur Bildung der kre- 
tensischen cer/5; -z-Rasse geführt haben kann.^) 

Pieridae. 

4. Pieris brassicae L. (45). — Luc, p. 568, Nr, 176. — Raul., p. 1018. — 
Math., p. HO. 

Über die ganze Insel verbreitet und trotz des allgemeinen Mangels von Küchen- 
garten sehr häufig, gewiß in drei Generationen auftretend. Beobachtete Höhenver- 
breitung im Lasithi-Gebirge über 1500 m (Rbl.). 

Mir liegt eine Anzahl Belegstücke beiderlei Geschlechts von nachstehenden 
Fundorten vor: Sphakia (26. März, Dörfl.), Harmeni (22. .April, Dörfl.), Spili (Mitte 
Mai, Dorfl.), Rethvmno (7. Juni, Dörfl.), Neapolis (Anfang Juni, Rbl.), Canea und 
Candia (beobachtet Rbl.), Sitia und Kissamos (Luc). 

Die mir vorliegenden Stücke aus dem Monal Juni gehören bereits der größeren, 
unten auf den Hinterflügeln weniger dicht schwärzlich bestäubten Sommerform 
[lepidii Seitz) an. 

Überall verbreitet, auf Cypern angeblich in einer kleineren Form auftretend 
{cypria Verity, Rhop. Pal., p. i63, Taf. 35, Fig. 14, 15). 

Auch auf Rhodus (Martin). 

5. Pieris rapae L. (48). — Luc, p. 508, Nr. 175. — Raul., p. 1017. — 
Math., p. 1 10. 

Gemein auf ganz Kreta, in gewiß drei Generationen. Höhenverbreitung über 
2000 m. 

Zahlreiche Belegstüeke von nachstehenden F"undorten liegen vor: Suda-Bai 
(10. März, Dörfl.), Sphakia (26. März, Dörfl.), Frankokasteli (17. April, Dörfl.), Canea 
und Chalepa (7. Mai, Rbl.), Asitaes (i3. Mai, Holtz), Spili (Mitte Mai, Dörfl.), Me- 
labes (19. Mai, Dörfl.), Kavusi (21. Mai, Rbl.), St. Nicolo (23. Mai, Rbl.), Kamaraes 
(26. Mai, Dörfl.), Nidha (3o. Mai, Dörfl.), Neapolis (Ende Mai bis 6. Juni, Rbl.), 
Kristallenia (23. — 27. Juni, Rbl.), Mallaes (Rbl.), Aphendi Christos (14. Juni, Rbl.), 
Phaestos (i. Juli, Dörfl.), Messara (3. Juli, Dörfl.), Lasithi (4. Juli, Dörfl.), Pyrgos 
(7. Juh, Dörfl.). 



') Durch die Freundlichkeit des Herrn Bang-Haas jun. erhielt icli ein aus der Sammlung 
Möschler stammendes Doritis apollinus Hrbst. 9 ^^' ^O^^^'^^^'"'^ Schilde mit der Bezeichnung 
«Greta, Pinch. 80» zur Ansicht. Ich halte diese Angabe bestimmt für irrtümlich, da niemand vor- oder 
nachher Dor. apollinus auf Kreta gefunden hat, welche allerdings nach Angabe Hofr. Martins auf 
Rhodus vorkommt, wo er Knde März die Raupe zahlreich fand. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. Io3 



Die vorliegenden Stücke variieren stark: 2 c? von Spili und Kavusi gehören 
der Form leucotera Stef. an. Die Stücke bis Mai zeigen zumeist eine gröbere 
schwarze Bestäubung der Uiiterseite der Hinterflügel, bei wechselnder Färbung der- 
selben von gelb bis weiß. Ein kleines ö' von Pvrgos (7. Juli), gewiß der zweiten 
Generation angehörig, hat fast rein weiße Hinterflügelunterseite. Bei den g bleibt 
die Unterseite der Hinterflügel mehr gelb. 

Mathew (1. c.) nennt den schwarzen Apikaifleck bei Stücken von Canea und 
der Suda-Bay, welche im Juni erbeutet wurden, groß und deutlich, bei weiblichen 
Stücken von Kristallenia (Juni, Rbl.) wird er zuweilen weißgrau. 

Die Art ist überall im Ostmediterrangebiet verbreitet und meist gemein. 

Auch auf Cvpern und Rhodus. 

6. Pieris ergane H. G. (49). — Röber in Seitz, Pal. Großschm., p. 47. — 
Verity, Rhop. Pal., p. 152, Taf. 33, Fig. 23 — 3i. 

Ein einzelnes, geflogenes d' wurde von Dörfler am 4. Juli '04 im Lasithi- 
Gebirge erbeutet. Es gehört der Form semimaculata Rost, an, indem es auf den 
Vorderflügeln nur einen grauen Apikaifleck führt. Der Flügelschnitt und die sonstige 
Zeichnungslosigkeit stimmen mit P. ergane. Die Unterseite der Hinterflügel ist licht 
gelblichweiß, schwach grau bestäubt. 

Die Art muß auf Kreta recht selten sein, da mir kein zweites Stück von dort 
bekannt wurde. 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

7. Pieris daplidice L. (57). — Luc, p. 563, Nr. 177. — Rauh, p. 1018. 
Nach Lucas {l. c.) häufig und an denselben Lokalitäten wie P. brassicae. Nach 

meinen Beobachtungen nur lokal und gar nicht häufig auftretend, aber auch in 
Kristallenia vorkommend. In der ganzen Messara- Ebene, besonders bei Pyrgos, soll 
die Art häufig sein (Dorfl.). 

Derzeit liegen mir nachstehende Belegstücke vor: Pyrgos (5. Juli, Dörfll., 3 cf 
und ein besonders kleines, auf der Hinterflügeloberseite gelblich gefärbtes g), Candia 
(14. Mai, Rebl., berei_ts ein großes ^ der Sommergeneration). 

Überall in Griechenland und Kleinasien, auch auf der Insel Rhodus (2 cT, 
M. C) vorkommend. 

8. Euchloe belia Cr. (62). — Röber in Seitz, Pal. Großschm., p, 52. — 
Verity, Rhop. Pal., p. 173, Taf. 36, Fig. 16 — 34, Taf. 49, P'ig. 15, 16, Taf. 50, 
Fig. 8 — 10. 

Über die ganze Insel lokal verbreitet, obere Höhengrenze bei beiläufig 1000 m 
Seehühe (Kristallenia, Rbl.). Gewiß in mehr als zwei Generationen auftretend. 

Mir liegen Belegstücke von nachstehenden Fundorten vor: Sphakia (26. März, 
Dörfl., kleines cf mit reicher, tiefschwarzer Apikaizeichnung der Vorderflügel und 
dunkelgrüner, klein weißgefleckter Unterseite der Hinterflügel, gewiß der ersten 
Generation angehörig), Frankokasteli (12. April, Dörfl., kleines cf der Sommerform 
ausonia Hb.), Kares (22. April, Dörfl., § der Frühjahrsform), Insel Paximadhia 
(16. Mai, Dörfl., kleines ausonia-d), Kavusi (ca. 200 m, 21. Mai, Rbl., ebenfalls ein 
kleines aiisonia-d), St. Nicolo (18. — 20. Mai, Rebl., mehrfach mittelgroße ausonia- 
cf, g), Mavros bei Neapolis (3o. Mai, großes typisches ausonia-d, Rbl.). 

Überall in Griechenland und Kleinasien vorkommend, auch auf der Insel 
Cypern. 



I04 



Prof. Dr. H. Rebel. 



g. Leptidia sinapis L. (SiV. — Math., p. iio. 

Mathew berichtet (1. c), dai3 er drei Exemplare der var. diniensis B. in der 
Umgebung Caneas (oder der Suda-Bay) erbeutet habe. 

Ein auffallender Fund, an dessen Richtigkeit jedoch kaum gezweifelt werden 
kann, obwohl mir kein kretensisches Stück, noch auch sonst eine Angabe für das 
Vorkommen der Art in Kreta bekannt wurde. 

Die Art ist in Griechenland und Westasien verbreitet, fehlt aber den afrikani- 
schen Teilen der mediterranen Region. 

10. Colias edusa F. (ii3). — Math., p. iio. 

Überall auf der Insel verbreitet und häufig. Obere Höhengrenze erst über 
2000 m (Aphendi Christos, Rbl.). 

Mir wurden nachstehende Fundorte bekannt: Hagia Triädha (Akrotiri, 28. Fe- 
bruar, Dörfl.), Rodhakino (ig. April, Dörfl.), Kissos und Spili (anfangs Mai, Dörfl.), 
Canea und Chalepa (4. — 7. Mai, cf, 9, Rbl.), St. Nicolo (um den 18. Mai mehrfach, 
RbL), Neapolis (6. Juni, Rbl.), Mallaes (21. Juni, Rbl.), Aphendi Christos (2155 m, 
Rbl.), Nidha (1400 m, 26. — 3i. Mai, Dörfl.), Pyrgos (Messara) (7. Juli, Dörfl.). 

Die g ab. helice Hb. liegt in drei frischen Stücken (leg. Rbl.) von Chalepa 
und St. Nicolo vor. 

Auch in Griechenland, Westasien und auf Cypern häufig. 

11. Gonepteryx Cleopatra L. (125). — Luc, p. 564, Nr. 178 (unter rhamni). 
— Raul., p. 1018 (rhainni). 

Offenbar über die ganze Insel verbreitet. Höhengrenze bei 1000 m Seehöhe 
(Lasithi, Rbl.) 

Nachgewiesene Fundorte sind: Nach Lucas bewaldete Abhänge von Sphakia, 
Ida, Sitia, auch bei Candia und Mylopotamos. 

Kalyves (10. März, Dörfl.), Spili (4. Mai, Dörfl.), Asitaes (27. Mai bis 6. Juni, 
Holtz), Nerocuri (10. Mai, Stur.), St. Nicolo (um den 23. Mai zahlreich, Rbl.), Nea- 
polis (anfangs Juni auch zahlreiche g, Rbl.), Kristallenia (zwischen 23. und 28. Juni 
zahlreich, cf, g, Rbl.), Mallaes (21. Juni, Rbl.). 

Verity (Rhop. Pal., p. 286) hat der Rasse von Kreta wegen ihrer exzessiven 
Kleinheit den Namen insularis gegeben. 

Das kleinste mir vorliegende cT stammt von St. Nicolo und hat nur 25 mm 
Vorderflügellänge, das größte cT (von Kristallenia) hat fast 3o mm Vorderflügellänge. 
Die Durchschnittsgröße beträgt 27 mm, ist also geringer als in Dalmatien und Italien. 
Die g sind durchschnittlich größer und haben 2g mm Vorderflügellänge. Die Unter- 
seite aller männlichen Stücke ist dunkel schwefelgelb. 

Ein gynandromorphes g von Kristallenia zeigt auf den Vorderflügeln orange- 
rote Längsstreifen der männlichen Färbung eingesprengt. 

Die Art ist in Griechenland verbreitet, in Kleinasien fliegt sie nur in einer 
Lokalform (var. taurica Stgr.), welche auch auf Cypern vorkommt. Die kretensische 
Form hat mehr Ähnlichkeit mit der griechischen als kleinasiatischen Rasse. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 105 



Nymphalidae.^) 

!2. Pyrameis atalanta L. (152). — Luc, p. 565, Nr. 180. — Raul., \\ 1018. 
■ — Matli., p. 1 10. 

Verbreitet auf Kreta, aber nicht häufig. Beobachtete Höhengrenze bis 1400 m 
Seehöhe (Nidha, DÖrfl.). 

Mir bekannt gewordene Fundorte sind: Canea (7. Mai beobachtet, Rbl.), Kares 
(anfangs Juni, Dorf!.), Umgebung Spilis (Mai, Dörfl.), St. Nicolo (aS. Mai, Rbl.), 
Nidha (3i. Mai zahlreicher, Dörfl.), Abhänge des Idagebirges (Luc), Lasithi (.luni, 

Rbl.). 

Wahrscheinlich beherbergt Kreta nur eine kleine Rasse, da die mir vorliegen- 
den Stücke nur 28 — 2g mm Vorderflügellänge besitzen (Übergang zu nana Schultz). 

Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien sowie auf der Insel Cypern 
verbreitet. 

i3. Pyrameis cardui L. (154). — Luc, p. 564, Nr. 179. — Raul., p, 1018. 
— Math., p. iio. 

Schon nach Lucas überall auf der ganzen Insel sehr häufig. Auch Mathew 
traf sie häufig bei Canea. Ich sah die Art in Ostkreta nur in einzelnen Stücken, 
so auch am Gipfel des Aphendi Christos (2155 m) und bei Mallaes (21. Juni). 
Dörfler fand sie auch am Gipfel des Kedros (1802 m) am 10. Mai in verflogenem 
Zustand. 

Überall in Griechenland und Kleinasien, auch auf Cypern und Rhodus. 

14. Vanessa polychloros L. (161). 

Nur an wenigen Orten in Kreta beobachtet, so in Rethymno (7. Juni, Dörfl., 
9, M. C), Spili (22. Juni, Dörfl.), Katharos (21. Juni, Rbl.) und Kristallenia (25. Juni, 
ein defektes 9 an einem Birnbaum gefangen, Rbl.). 

Die Stücke zeigen ein normales Aussehen. 

Die Art ist auch in Griechenland, Kleinasien und Cypern verbreitet. 

15. Polygonia egea Cr. (167). — Math., p. 10. 

Wohl über die ganze Insel verbreitet. Obere Höhengrenze bei 1400 m (Nidha, 
Dörfl.). 

Mir bekannt gewordene Fundorte sind: Canea (Juni, Math., 4, Mai, Rbl.), 
Sphakia (16. März, Dörfl.), Koxare (20. April, Dörfl.), Spili (22. Juni, Dörfl.), Asitaes 
(i8. Juni, Holtz, 9), Candia (24. April), Rethymno (3o. Juni, Dörfl.), St. Nicolo 
(18. Mai, Rbl.), Neapolis (4.— 10. Juni, Rbl.), Mallaes (21. Juni, Rbl.), Kristallenia 
(28. Juni, Rbl.), Nidha (3o. Mai, Dörfl.), Kamaraes (26. Mai, Dörfl.). 

Eine Serie mir vorliegender Stücke gehört durchaus der hellen Sommerform 
(egea) an, von der ich auch ein mit dem frühesten Fangdatum von Canea, 4. Mai, 
versehenes männliches Stück nicht trennen kann. 

Vielleicht findet sich die dunklere (überwinternde) zweite Generation (J-album) 
nicht typisch auf Kreta. 

Überall in Griechenland und Kleinasien, wie auf der Insel Cypern beobachtet. 



') Trotz des Vorkommens von Arbiitus unedo auf Kreta wurde mir keine Nachricht über jenes 
von Charaxes jasiiis L. (127) bekannt. Der Falter fehlt auch in vielen Gegenden Westasiens, kommt 
aber in Griechenland, Cypern und Palästina vor. 



lo6 Prof. Dr. H. Rebel. 



i6. Argynnis pandora Schiff. (240). 

Es "elang mir, diese Art an wenigen Stellen zu finden, so bei Neapolis am 
10. Juni in einem tadellos frischen Pärchen und bei Mallaes (Dorf, 21. Juni beob- 
achtet). Dr. Sturany beobachtete die Art bereits am 23. Mai bei Kritsa. Auch 
Dörfler traf ein Stück bei Axos (Mylopotamos-Distrikt) am 20. August. 

Die kretensischen Stücke zeichnen sich durch geringere GröiSe (Vorderflügel- 
länae 33 34 mm) aus und bilden darin eine sonst nicht differenzierte Lokalform. 

Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien nur lokal verbreitet.^) 

Danaididae. 

17. Danais chrysippus L". (241). — Friv., Röv. Att., p. 174. — Fletch., 
p. 244. 

Bereits von Frivaldszky für Kreta angegeben. 

Fletch er beobachtete in der Suda-Bay ein Stück am Morgen um das Schiff 
fliegend, aber nicht an der Küste. 

Keinesfalls ist die Art auf Kreta endemisch, mag aber hier gelegentlich als 
Zugtier, wie auch in Griechenland, Lydien und Cypern, vorkommen. 

Satyridae. 

18. Satyrus semele L. (352) cretica (nov. subspec). — Luc, p. 566, 
Nr. 187. — Raul., p. 1018. — Math., p. iio (var. aristneus). — Fletch., p. 244 
(var. aristaeiis). 

Über die ganze Insel verbreitet und häufig, nach Dörfler nur in der Messara- 
Ebene mangels felsigen Gesteins fehlend. 

Beobachtete Flugzeit vom 25. April bis 15. Juli. Höhengrenze erst über 1200 m 
(Lasithi, Rbl.). 

Die vorliegenden Fundortsnachweise sind: Canea und Suda-Bay (Math., Fletch.), 
Rethymno (Dörfl.), Candia (Luc), Idagebirge (seltener, Dörfl.), Asitaes (25. April, 
cT, Holtz), Umgebung Spills (häufig, Dörfl.), St. Nicolo (iS.— 23. Mai häufig, Rbl.), 
Kavusi (21. Mai, Rbl.), Neapolis (3.— 10. Juni, Rbl.), Kristallenia (16. — 28. Juni, 
Rbl.), Mallaes (20. Juni häufig, Rbl.). 

Mir liegt derzeit eine Serie von 11 d und 8 g von Kreta zum Vergleiche vor. 
Darnach zu urteilen handelt es sich um eine dift'erente Lokalform, cretica (nov. 
subspec), welche die nächsten Beziehungen zu der von Fruhstor fer -) sehr un- 
vollständig, nur nach zwei 9 beschriebenen Form blachieri von Sizilien aufweist. 
Von letzterer Lokalform besitzt das Hofmuseum eine Anzahl Stücke, welche von 
Heeger, Mann und Baron Kalchberg herrühren. 

Was vorerst die Unterschiede gegen die Nominatform semele anbelangt, so 
ist die kretensische Rasse beträchtlich größer (Durchschnittsgröße beim d 32 mm, 
5 34 mm Vorderflügellänge), die rotgelbe Fleckung des cT im Saumfeld aller Flügel 
oberseits viel schärfer [nur ein cT von Neapolis (29. Mai, Rbl.) zeigt oberseits ein 
sehr eintöniges, kastanienbraunes Kolorit], auch das 9 mit sehr lebhaft rotgelbem 



1) Das Vorkommen von Argrnnis latonia L. (225) auf Kreta habe ich nach der allgemeinen 
Verbreitung der Art erwartet; sie fehlt aber daselbst. 

2) Ent. Zeh., XXII (1908), p. 93. 



Die Lepidopterenfauna Krelas. ^^7 



Außenteil, welcher aber doch nicht so einheitlich zusammengeflossen und die Hinter- 
flügel bis zur Wurzel ergreifend auftritt, wie bei der stets kleiner bleibenden sar- 
dischen Form aristaeus Bonn. 

Die Unterseite der Form cretica ist beim cT auf den Hinterflügeln dunkel- 
braun mit scharfer weißer Außenbinde, beim g etwas heller, aber doch noch vor- 
herrschend braun, weißlich marmoriert. 

Einzelne cref/ca-Stücke vermag ich nun von der sizilischen blachieri nicht 
standhaft zu trennen. Letztere bleibt durchschnittlich etwas kleiner, das Rotgelb 
der Vorderflügel ist noch um eine Abstufung lebhafter und reicht beim 9 noch 
weiter basalwärts in die Mittelzelle als bei der Form cretica. 

In Kleinasien treten mehrere Formen der Art auf, von welchen nur die im 
männlichen Geschlecht oberseits fast fleckenlose und auf der Hinterflügelunterseite 
einfarbig graubraun gefärbte mersina Stgr. aus dem Taurus benannt wurde. Auch 
auf Cypern soll eine der mersina sehr nahestehende Form fliegen, i) wogegen bei 
Amasia (M. C.) eine buntere Form auftritt, die unterseits von mitteleuropäischen 
Stücken nicht zu unterscheiden ist. 

Auch in Griechenland treten mehrere Formen der Art auf, so beschreibt Fruh- 
storfer^) aus dem Taygetos die Form senthes, welche relativ groß, aber zeichnungs- 
arm ist. Die Q zeigen auf den Hinterflügeln eine sehr schmale hell ockergelbe 
Außenbinde und unterseits eine breite weiße Mittelbinde. 

Von der Insel Naxos erwähnt Staudinger 3) «eine Form von ausgezeichneter 
Größe und auf der Oberseite vorwiegend dunkel, besonders auch bei den Weibern». 

Was schließlich algirica Obthr. betrifft, so ist es eine viel kleiner (als cretica 
und blachieri) bleibende Form mit auch beim c^ besonders scharfer gelber Fleckung 
der Oberseite. 

19. Satyrus anthelea (Hb.) amalthea Friv., Röv. Attek., p. 186, Taf. 3, 
Fig. 3 ((f), 4 (q) (Hipparchia) (1845). — Stgr., Hör. Ent. Ross., VII (1870), p. 68. 
— Lang, Butt., p. 279, Taf. 68, Fig. 2 (c?, 9). - Rühl, Pal. Großschm., p. 544. — 
Seitz, Pal. Großschm., I, p. 128, Taf. 43 g (9). — Spul., Schm. Eur., I, p. 43, 
Taf. 17 b, Fig. 8 (9). — Berge- Rebel, p. 48. — poniica Frr., N. B., V (1845), 
p. 158, Taf. 475, Fig. 2 (J), 3(9) (Hipparchia). — Led., Verh. zool.-botan. Ver., 
1852, p. 47. — anthelea H.-S., I, p. 63, Taf. 63, Fig. 3o3— 3o4 (g). — schawerdae 
Frühst., Ent. Zeit., XXII (1908), p. 121. — ab. 9 neustetteri Schaw., Verh. zool.- 
botan. Ges. 1909, p. (325). 

Diese sehr bemerkenswerte Lokalform wurde von Johann v. Frivaldszky 
im Juni 1844 im Psiloriti-Gebirge auf Kreta entdeckt und auch aus den Sphakioti- 
schen Bergen von ihm angegeben. Sie ist zweifellos in allen Gebirgsgegenden der 
Insel lokal verbreitet und dann nicht selten. Mir liegt eine größere Serie von 
Stücken beiderlei Geschlechts nur von Kristallenia vor, wo ich sie in der Umgebung 
des Klosters selbst, namenthch an Steinmauern, von Mitte bis Ende Juni erbeutete. 



■) Das Hofmuseum erhielt kürzlich ein St'"!f/e-Pärchen von Cypern, von welchen sich das (^ 
kaum von mitteleuropäischen, normalen Stücken unterscheiden läßt, das 9 aber oberseits eine etwas 
schwächere Fleckenzeichnung besitzt und die Hinterflügelunterseite fast eintönig aschgrau mit feinen 
schwarzen Mittelstreifen zeigt, sich also in der Tat der Form meysina nähert. Die Stücke sind klein 
(29 mm Vorderflügellänge) und von der bunten Form cretica recht verschieden. 

2) Int. Ent. Zeit., II (1908), p 10. 

i) Hör. Ent. Ross., VII, p. 68. 



Io8 Prof- Dr- H. Rebel. 



Dörfler fand noch ein cT am 5. Juli am Berg Kophina in Südkreta. Ihre Haupt- 
fiugplätze scheinen auf Kreta in Höhen zwischen 800— 1000 m zu liegen, die Flug- 
zeit beginnt Mitte Juni. 

Die erste Abbildung beider Geschlechter bei Frivalszky (1. c.) ist gut kennt- 
lich, nur erscheinen auf der Unterseite des 5 in Fig. 4 die Flügeladern der Hinter- 
flügel unrichtigerweise breit braun angelegt. 

Bald darauf veröffentlichte Freyer (1. c), welcher die Art von Frivaldszky 
erhalten hatte, ihre Beschreibung und Abbildung unter dem für eine kretensische 
Art unglücklich gewählten und wahrscheinlich auf einer Verwechslung beruhenden 
Namen pontica. Seine Abbildung des cT (Fig. 2) ist sehr gut, wenngleich die weiße 
Binde die meist vorhandene rotgelbe Begrenzung selbst ober dem Innenwinkel der 
Hinterfiügel nur sehr undeutlich zeigt. Die Abbildung des 9 (Fig. 3) hat etwas zu 
gestreckte Flügel und auf der Unterseite der Hinterflügel keine Spur der stets er- 
kennbaren, weißlichen Außenbinde. 

Herrich-Schäffer bildete hierauf ein ebenfalls von Frivaldszky aus dem 
«Skafiotischen Gebirge» von Kreta erhaltenes § als anthelea-Q sehr gut ab, bemerkt 
die Svnonvmie mit dem Namen pontica, und kann im männlichen Geschlechte 
keinen Unterschied gegen gewöhnliche (d. h. kleinasiatische) anthelea-<f finden. 

Lang (1. c.) scheint nur griechische Stücke vor sich gehabt zu haben. Seine 
Abbildungen beider Geschlechter sind im Flügelschnitte zu gestutzt. 
Rühl nennt den Fundort Kreta nur bei Sat. anthelea. 

Seitz (1. c.) bildet ein weibliches Stück zu klein ab, dagegen Spuler [}. c.) 
desgleichen ein weibliches Stück bis auf die zwischen den Augenflecken der Vorder- 
flügel fehlenden zwei weißen Punkte vorzüglich. Ich habe im Berge (I. c.) eine 
Beschreibung der Art nach Stücken aus der Herzegowina gegeben, welche später 
von Fruhstorfer (1. c.) in wohl unbegründeter Weise als eigene Lokalform (scha- 
werdae) aufgefaßt wurden, wobei er noch den Fehler begeht, gelblich weißgebän- 
derte (also amalthea) 9 aus «Kleinasien» vergleichsweise anzuführen. 

Eine namensberechtigte weibliche Form aus Dalmatien (Gravosa) mit ockergelb 
verdunkelter, weißer Binde benannte Seh a wer da (1. c.) neiistetteri. 

Sat. amalthea steht, wie bekannt, der kleinasiatischen Sat. anthelea im männ- 
lichen Geschlechte so nahe, daß sie schon von Herrich-Schäffer (1. c.) als euro- 
päische Lokalform (Varietät) davon aufgefaßt wurde. In sehr zutreffender Weise 
haben sich bereits Lederer (1. c, 1852) und Staudinger (1. c, 1870) über die 
Unterschiede beider konstanten Formen geäußert. 

Staudinger vereinte in der Katalogauflage von 1871 beide artlich noch mit 
Sat. telephassa Hb. 

Um nun einen besseren Einblick in die Beziehungen von Sat. anthelea und 
Sat. amalthea zu gewinnen, untersuchte ich den männlichen Genitalapparat je eines 
cf von anthelea aus Kleinasien (Erdschias-Gebiet) und von amalthea aus Griechen- 
land (Attika) und Kreta (Kristallenia). 

Diese Untersuchung ergab nun, wie zu erwarten stand, keinen irgendwie 
erheblichen Unterschied zwischen der kleinasiatischen anthelea und der euro- 
päischen amalthea. Nicht bloß, daß der Bauplan des Genitalapparates identisch 
ist, auch die Größenverhältnisse der einzelnen Teile desselben zueinander stimmen 
so vollkommen, daß die ganz gering vorhandenen Verschiedenheiten mit Sicherheit 
nur als individuelle angesehen werden können. Ich unterließ daher auch die Her- 
stellung weiterer Präparate. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 1^9 




Morphologisch ergab die Untersuchung nachstehendes Resultat: 

Der männliche Genitalapparat von amalthea aus Kreta gleicht stark jenem 
von Sat. cordula L., wie ihn Fruhstorfer (Ent. Zeit., XXII, p. 122, in Fig. 3) ab- 
bildet. Der Uncus ist, seitlich gesehen, stark gebogen, an seinem Ursprung etwas 
verengt, die gekrümmten Spitzen des Scaphiums viel kürzer, sehr dünn, die kien- 
backenartige Valve zeigt einen geschwungenen Oberrand und endet in einem dünnen, 
zahnartigen Fortsatz. Der Penis stellt ein distal schwach erweitertes Rohr ohne 
weitere Skulptur dar (Fig. 2). 

Wie bereits erwähnt, stimmt der Genitalapparat eines amalthea-d' aus Grie- 
chenland und derjenige eines kleinasiatischen anthelea-c^ ganz damit überein. 

Da im männlichen Genitalapparate keine Unterschiede erkennbar sind, kann 
ich trotz der konstanten Verschiedenheit im weiblichen Geschlechte, aus den später 
anzuführenden zoogeographischen Gründen keine artliche Ver- 
schiedenheit zwischen Sat. anthelea und Sat. amalthea an- 
nehmen, um so weniger als die Lokalrasse von Cypern im 
weiblichen Geschlecht eine Zwischenform darstellt. 

Bevor ich jedoch darauf eingehe, sei eine kurze verglei- 
chende Betrachtung der genannten Arten, beziehungsweise For- 
men auch mit Berücksichtigung der im weiblichen Geschlechte 

der Sat. anthelea so nahestehenden Sat. telephassa Hb. gegeben: 

f-ig. 2. 

a) Sat telephassa telephassa Hb. 

Flügelform gestreckt. Der schwarze Duftschuppenstreifen des c? in der Mittei- 
zelle der Vorderflügeloberseite kurz und breit. Die in beiden Geschlechtern lebhaft 
ockergelbe Außenbinde ist auf den Vorderflügeln basalwärts scharf begrenzt. Genau 
in ihrer Mittellinie liegen die beiden schwarzen Augenflecke der Vorderflügel. Der 
dunkle Saum aller Flügel ist sehr schmal. Auf den Hinterflügeln liegt beim Q 
in Zelle 2 ein schwarzgeringter, in Zelle 3 ein einfacher weißer Augenpunkt. Unter- 
seite der Vorderflügel lebhaft gelbbraun, auf der Hinterflügelunterseite bildet der 
schwärzliche Mittelstreifen oberhalb des Afterwinkels keinen Vorsprung. 

Im paläarktischen Gebiete aus Persien, Armenien (Ararat), Mesopotamien, 
Syrien (Haifa, Damaskus) und Cilicien bekannt. Kommt auch im westlichen Teil 
der indischen Region vor (vgl. Moore, Lepid. Ind., I, p. 20). 

b) Sat. anthelea anthelea Hb. 

Flügelform wie bei Sat. telephassa. Der schwarze Duftschuppenstreifen des cf 
länger und schmäler. Die beim cT rein weiße, namentlich auf den Hinterflügeln 
rostgelb gesäumte, beim 5 lebhaft ockergelbe Außenbinde ist sehr breit und durch- 
bricht beim 9 häufig basalwärts ihre wenig scharfe Begrenzung. Die zwei schwarzen 
Augenflecke der Vorderflügel sind kleiner und stark saumwärts gerückt, der Apikal- 
augenfleck steht namentlich beim cf stets in Berührung mit dem breiteren schwarzen 
Saum. Die Fransen dunkelgrau, verloschen, gescheckt. Beim g findet sich auf den 
Hinterflügeln nur ein Augenpunkt in Zelle 2. Auf der Unterseite der Hinterflügel 
bildet beim cT der schwärzliche Mittelstreifen oberhalb des Afterwinkels einen deut- 
lichen Vorsprung, beim 9 ist die Hinterflügelunterseite fast eintönig aschgrau, ohne 
weißliche Außenbinde. 

Anthelea ist fast in ganz Kleinasien bis Kurdistan weit verbreitet und sehr 
häufig. Im Libanon soll eine eigene Lokalform {syriaca Rühl, p. 544, o) fliegen, 



HO Prof. Dr. H. Rebel. 



welche möglicherweise eine Annäherung zu der folgenden Sat. amalthea aufweist, 
wie dies bei der folgenden Form von Cypern der Fall ist, welche von Lederer 
und Staudinger noch zu anthelea gezogen wurde. 

c) Sat. anthelea acamanthis Rbl., XXVI. Jahresb. d. Wiener Ent. Ver., 
p. 99. 

In der ivürzeren Flügelform mit der folgenden amalthea übereinstimmend. 
Auch die weiße Binde des c? auf Vorder- und Hinterflügel wie bei amalthea ge- 
staltet, die schwarzen Augenflecke sind größer als bei anthelea, aber kleiner als bei 
amalthea, ebenfalls dunkel voneinander getrennt. Auch das 9 gleicht in der Form 
der Binde, welche auf den Vorderflügeln basalwärts ebenso scharf begrenzt ist wie 
bei amalthea und auf den Hinterflügeln auf einen kleinen Mittelfleck reduziert er- 
scheint, sehr der amalthea, nur daß diese Außenbinde die lebhaft rötlich ockergelbe 
Färbung von anthelea- (^ besitzt. Die Fransen dunkel, auf den Aderenden weiß 
gefleckt. Unterseite der Vorderflügel beim cf mit weniger scharf begrenztem Innen- 
randfleck, beim g mit breit durchbrochener basaler Begrenzung. Unterseite der 
Hinterflügel beim 5 mit sehr schwach angedeuteter weißlicher Außenbinde. 

Bildet eine ausgesprochene Mittelform zwischen anthelea und amalthea. Heimat 
die Insel Cypern. 

d) Sat. anthelea amalthea Friv. 

Plügelform kürzer als bei den beiden Vorhergehenden. Der Duftschuppen- 
streifen des cf wie bei Sat. anthelea. Die in beiden Geschlechtern weiße Außen- 
binde ist viel schmäler, namentlich auch auf den Hinterflügeln, wo sie beim Q zu 
einem verloschenen Mittelfleck rückgebildet erscheint. Die zwei schwarzen Augen- 
flecke sind größer als bei Sat. anthelea, ihr Zwischenraum erscheint größtenteils 
durch die schwarzbraune Grundfarbe ausgefüllt. Hinterflügel beim 9 mit einem oder 
zwei Augenpunkten. Fransen hell weißgrau, zwischen den Adern dunkel gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel beim d' mit scharf begrenztem schwärzlichen 
Innenrandfleck, beim g mit vollständiger, scharfer basaler Begrenzung. Unterseite 
der Hinterflügel beim 9 mit stets erkennbarer weißlicher Außenbinde. 

Außer auf Kreta (vgl. vorne) auch in Griechenland weit verbreitet, so im 
Veluchi-Gebirge, in der Attika, in Morea (Fountaine, Holtz). In neuerer Zeit wurde 
amalthea an beschränkten Flugplätzen auch in Mazedonien (Monastir — Ekkischon, 
Werner-Rbl), in der südlichen Herzegowina (Lastva, Wagner-Schawerda) und selbst 
in Dalmaiien (Gravosa, Neustetter) sichergestellt. 

Es sei ausdrücklich bemerkt, daß ein cf von Monastir eine ausnehmend breite 
weiße Binde besitzt, noch breiter als manche kleinasiatische anthelea-d, und sich 
dieses Stück nur mehr durch die etwas kürzere Flügelform und die größeren Augen- 
flecke der Vorderflügel von letztgenannter Form trennen läßt. 

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die in ihrem Vorkommen auf die 
Balkanhalbinsel und auf Kreta beschränkte S. amalthea östlicher Herkunft ist, und 
daß sie, nach der Übereinstimmung des männlichen Genitalapparates und dem 
Vorhandensein einer Zwischenform auf Cypern, artlich nicht von S. anthelea ge- 
trennt werden darf. 

Nur die Frage bleibt zu erörtern, ob S. amalthea bereits vor ihrer westlichen 
Ausbreitung von 5. anthelea ditferenziert war, oder ob diese Differenzierung erst 
auf ihren westlichen Wohnplätzen erfolgt ist. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. III 



Der Umstand, daß S. amalthea in nicht unterscheidbarer Form ^) sowohl in 
Griechenland als auf Kreta voricommt, könnte für die Annahme sprechen, daß sie 
bereits in dieser Tracht ihre westlichen Wohnplätze erreicht hat, oder auch, daß eine 
unmittelbare Wanderung von Griechenland nach Kreta oder in umgekehrter Rich- 
tung erfolgt ist. Der in Kleinasien verbliebene Stamm der Art hätte sich dann bei 
ersterer Annahme erst zu Sat. anthelea umbilden müssen, oder es hätte zwischen 
Kreta und Griechenland noch in späterer Zeit als es mit Kleinasien der Fall war, 
eine Landverbindung bestehen müssen, was erdgeschichtlich ausgeschlossen erscheint. 

Wenn man jedoch erwägt, daß der Monochromismus der Geschlechter bei Sat. 
amalthea gegenüber dem geschlechtlichen Dichroismus von Sat. anthelea zweifellos 
eine jüngere Erscheinung darstellt, und weiters die weitgehende Übereinstimmung 
zwischen dem g der so weit verbreiteten Sat. telephassa und Sat. anthelea- (^ in 
Erwägung zieht, wird man zu der Annahme gedrängt, daß letztere Art erst bei Be- 
tretung westlicher Wohnplätze zum geschlechtlichen Monochromismus übergegangen 
ist, und daß das gleiche Aussehen derselben in Griechenland und auf Kreta in von- 
einander unabhängiger Weise eingetreten ist. Also nicht etwa eine Wanderung von 
Griechenland nach Kreta oder umgekehrt ist die Ursache des gleichen Aussehens 
der Art in den beiden erdgeschichtlich in jüngerer Zeit so scharf getrennten Ge- 
bieten, sondern die der Art innewohnende Tendenz, unter geänderten Existenz- 
bedingungen in westlichen Flugplätzen geschlechtlich monochrom zu werden. 

Auch das Vorkommen von Sat. amalthea-':^ mit ockergelb getrübter Außen- 
binde, welche die ab. neustetteri bilden und sich dabei doch nicht in den entschei- 
denden Merkmalen dem g von Sat. anthelea nähern, beweist die tiefeingreifende 
Umbildung der beiden Formen, da sonst wohl ein voller Rückschlag zur weiblichen 
anthelea zu erwarten stünde. 

Jedenfalls bildet das Vorkommen von Sat. amalthea auf Kreta und auf der 
Balkanhalbinsel ein sehr interessantes und mit den meisten sonstigen kretensischen 
Formen, welche entweder endemische Lokalformen oder westasiatische Formen sind, 
in Widerspruch stehendes Problem, dem sich auch das Vorkommen eines andern 
Satyriden, nämlich der Epinephele Ij'caon liipinus Costa (vgl. später), auf Kreta, bei 
gleichzeitigem Fehlen in Kleinasien, zur Seite stellen läßt. 

Wahrscheinlich handelt es sich bei lupinus um eine ostmediterrane Lokalform 
(vgl. allgemeiner Teil, p. 86). 

20. Pararge aegeria L. (385). — Math., p. iio. — Fletch., p. 244. 

Auf der ganzen Insel lokal verbreitet und häufig. Obere Höhengrenze über 
1200 m. Beobachtete Flugzeit vom 10, März ab. 

Nachstehende Fundorte erscheinen nachgewiesen: Canea und Suda-Bay (Math., 
Fletch., Rbl.), Kalyves (11. März, Dörfl.), Asitaes (28. April, Holtz), Spili (Dörfl.), 
St. Nicolo (Ende Mai, Rbl.), Neapolis (anfangs Juni zahlreich, Rbl.), Kristallenia 
(Mitte Juni seltener, Rbl.), Psiloriti (DörH., Mai), Mallaes (21. Juni, Rbl.). 

Die Stücke sind im männlichen Geschlechte oberseits etwas dunkler als solche 
aus Südwesteuropa. 

Aus Griechenland und lokal aus Kleinasien nachgewiesen. 



^) Vielleicht würde ein größeres Serienmaterial aus Griechenland doch einen konstanten Unter- 
schied gegen die kretensische Form erkennen lassen. Derzeit kann ich, trotz der dafür sprechenden 
zoogeographischen Gründe, nicht zu einer Unterscheidung solcher gelangen. 



Prof. Dr. H. Rebel. 



21. Pararge megaera I... (Sgo). — Luc, p. 565, Nr. 182. — Raul., p. 1018. 

— Math., p. HO. — Fletch., p. 244. 

Überall auf Kreta verbreitet und häufig. Obere Höhengrenze erst bei iBoo m 
Seehöhe. Beobachtete Flugzeit vom 28. Februar ab. 

Sichergestellte Fundorte sind: Canea (Math., häufig Rbl.), Hagia Triadha 
(28, Febr., Dörfl.), Sphakia (Luc, März, Dörfl.), Kares (22. April, Dörfl.), Ida (Luc), 
Kedros-Gipfel (1800 m, 10. Mai, Dörfl.), Spili (22. Juni), Neapolis (anfangs Juni sehr 
häufig, Rbl.), St. Nicolo (Rbl.), Kristallenia (Mitte Juni, Rbl.), Mallaes (Rbl.), Pyrgos 
(4. Juli, Dörfl.), Sitia (Luc), Turloti (14. Juli, Dörfl.). 

Die Stücke variieren in der Gröl3e und gehören nach der zumeist stark grau 
gewölkten Unterseite der Form niegaerina H.-S. an, welche einen Übergang zu var. 
lyssa B, bildet. 

Überall im Ostmediterrangebiet, auch auf Cypern und Rhodus. 

22. Epinephele jurtina (L.) hispuUa Hb. (402 a). — Luc, p. 565, Nr. 181 
(janira). — Raul., p. 1018 (janira). — Math., p. iii. — Fletch., p. 244. 

Überall auf der Insel verbreitet und sehr häufig. Obere Höhengrenze erst bei 
1400 m Seehöhe (Nidha, Dörfl.). 

Bemerkenswerte Fundorte sind: Chalepa (4. Mai, Rbl.), Suda-Bay (Math., 
Fletch.), Ida (Luc), Nidha (3o. Mai, Dörfl.), Messara (Dörfl.), Asitaes (5. — 11. Juni, 
Holtz), Neapolis (anfangs Juni, Rbl.), Mallaes (20. Juni, Rbl.), Spili (Mitte Mai, 
Dörfl.), Pyrgos (Dörfl.), Lasithi (Luc), Sitia (Luc), Sto. Vaghi (Dörfl.). 

Auch die Stücke der Frühjahrsgeneration sind typische hispulla. Die Unter- 
seite der Hinterflügel variiert in beiden Geschlechtern stark in der Anzahl der Punkt- 
augen, welche in der Zahl von i — 4 auftreten oder auch ganz fehlen können. 

Überall im Mediterrangebiet, auf Cypern und Rhodus auch in der Form 
lehne ssia Z. 

23. Epinephele lycaon (Rott.) lupinus Costa (405 f.). — Math., p. iii. 
Lokal, so bei Canea und an der Suda-Bay vom 10. Juni ab häufig (Math.), 

Kristallenia, zweite Junihälfte (mehrere cf, Rbl.), Mallaes (20. Juni, Rbl.), Pvrgos 
(7. Juli, 2 5, Dörfl.). 

Die männlichen Stücke stimmen mit solchen aus Dalmatien und Korfu, von 
dem hoch gelegenen Kristallenia sind sie zum Teil kleiner und auf der Hinterflügel- 
unterseite dunkler, nähern sich also stark der Form intei-inedia Stgr., deren artliche 
Unterscheidung nach dem Genitalapparat ich für superfiziell halte (Jachont., Rev. 
Russ., VIII, p. 290). Der Duftschuppenstreifen der Vorderflügel ist bei den c? breiter, 
aber ebenso lang als bei lupinus. Die beiden weiblichen Stücke stimmen mit 
lupinus- Q aus Dalmatien. 

Typische lupinus scheinen in Kleinasien zu fehlen, kommen aber in Griechen- 
land vor (Stgr., Hör., VII, p. 7g) sowie in Süditalien und Sizilien. 

24. Coenonympha thyrsis Frr. (439). — Math., p. iii. — Fletch., p. 244. 

— Seitz, Pal. Großschm., I, p. 145, Taf. 48 c. — pamphilus Luc, p. 566, Nr. 184. 

— Raul., p. 1018. 

überall auf Kreta verbreitet, mit einer oberen Höhengrenze von beiläufig 
1400 m Seehöhe. Beobachtete Flugzeit anfangs April bis gegen Mitte Juli. 

Mir liegt eine reiche Serie von Stücken, über 50 cf und über ein Dutzend o, vor, 
welche außer von mir noch von Erb er (1870) und Dörfler (1904) gesammelt wurden. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. Il3 



Sichergestellte Fundorte sind: Anopolis (5. April, Dörfl.), Canea, Chalepa, Suda- 
Bay, Theodor-Insel (Math.), Tylisso, Spili, Insel Praximadhia (17. Mai, Dörfl.), Candia, 
St. Nicolo (sehr häufig, Rbl.), Neapolis, Kristallenia (Rbl.), Messara-Ebene (überall, 
Dörfl.), Mallaes (Rbl.), Monte Kophina (6. Juli massenhaft, Dörfl.), Pyrgos 
(Dörfl.). 

Nach dem vorliegenden Material zu urteilen, variiert die Art nicht beträchtlich. 
Das Apikaiauge der Vorderflügel bleibt stets blind und einfach. Der schwarze Saum 
der Vorderflügel tritt beim ö" zuweilen bis an die Fransenbasis, läßt aber zumeist, 
namentlich häufig auf den Hinterflügeln, eine gelbe Saumlinie frei. Beim 9 ist 
letztere viel breiter und auch auf den Vorderflügeln bis in die Höhe des Apilcal- 
auges deutlich. Meist treten auch auf der Oberseite der Hinterflügel in den Zellen 
I c bis 4 schwarze Augenpunkte auf, wenn sie auch oft sehr rudimentär sind. 

Die Unterseite wechselt in der Deutlichkeit und Vollständigkeit der Zeichnung 
auch nur wenig. Die sechs Augenpunkte der Hinterflügel führen wie das Apikal- 
auge der Vorderflügel je einen silbernen Kern. Die abgesetzte Bleilinie vor dem 
Saum aller Flügel wird beim cf auf den Vorderflügeln zuweilen undeutlich. 

Über die mit C. thyrsis nächstverwandte Art kann wohl nicht der geringste 
Zweifel bestehen. Es ist die auch im Mediterrangebiet so weit verbreitete C. pam- 
philiis L., welche gerade nur auf Kreta fehlt, wo sie eben durch C. thyrsis ersetzt 
wird. Die von Frever zuerst angenommene nahe Verwandtschaft von C. thyrsis 
mit C. dorus Esp. und C. Corinna Hb., welche von den meisten späteren Autoren, 
so auch von Herrich- Sc häffer (VI, p. 18) wiederholt wird, ist ganz unbegründet. 
Bei beiden ist, von allen F"ärbungsunterschieden abgesehen, die Stellung der Augen- 
punkte der Hinterflügelunterseite eine ganz verschiedene. Ebenso unglücklich ist 
der Vergleich von C. thyrsis mit der aus Marokko stammenden C vaiichieri Blach., 
welchen Seitz (1. c.) macht. Das doppelte Apikaiauge letzterer Art sowie der helle 
Splitterfleck am Zellenschluß der Hinterflügelunterseite weisen auf eine weit zurück- 
gehende Spezialisierung derselben hin. 

Hingegen besteht zwischen C. pamphilus und C. thyrsis eine sehr nahe Ver- 
wandtschaft. Namentlich die von Staudinger in sehr glücklicher Weise als «thyr- 
sides» bezeichnete pamphilus-, beziehungsweise lyllus-Form, von welcher mir Stücke 
aus Dalmatien, Brussa und Sizilien vorliegen, kommt der kretensischen thyrsis durch 
den Besitz von Augenpunkten auf der Oberseite der Hinterflügel bereits sehr nahe 
und unterscheidet sich mit Sicherheit nur unterseits durch den Mangel der rotgelben 
bis schwärzlichen Einfassung des hellen Querstriches, welcher auf den Vorderflügeln 
den Basalteil nach außen begrenzt und welcher nur sehr selten bei thyrsis fehlt, 
ferner durch den Mangel der Bleilinie vor dem Saum, von 
welcher ich nur bei einem thyrsideS'<^ von Brussa eine 
schwache Andeutung finde. 

Bei der so nahen Verwandtschaft beider Arten unter- 
suchte ich auch deren männlichen Genitalapparat und fand 
auch hier eine volle Übereinstimmung zwischen C. thyrsis p. , 

und C. pamphilus. 

Der männliche Genitalapparat von C. thyrsis (nach Stücken von Kristallenia 
untersucht) weist einen sehr lang, stark abgebogenen Uncus auf, die fast geraden 
Spitzen des Scaphiums sind dünn und scheinen regelmäßig nach aufwärts über den 
Uncus zu ragen (Fig. 3). 

Annalen des k. k. naturhistorischeu Hotmuseums, Bd. XXX, 1916. 8 




114 



Prof. Dr. H. Hebel. 



Die Valven sind sehr lang und dünn, fast gerade und gegen ihr Ende all- 
mählich zugespitzt, ohne weitere Hakenbildung. Der Penis ist distal verbreitert, 
ebenfalls ohne erkennbare Skulptur, 

Der Genitalapparat von C. pamphilus-d' (untersucht an Wiener Stücken) stimmt 
nur vollständig mit jenen von C. thj-rsis-d"' überein. 

Trotzdem bildet C. thyrsis eine der hervorragendsten Lokalformen Kretas, 
über deren Einschätzung als eigene Art oder Lokalrasse von C. pamphilus [Lucas 
(1. c.) führte sie in oberflächlicher Weise einfach als pamphilus an] man geteilter 
Ansicht sein kann. Es bleibt ein sehr interessantes Problem, warum gerade die so 
weit verbreitete Coeu. pamphilus, welche auch auf Cypern vorkommen soll, woher 
ich leider kein Stück zur Ansicht hatte, auf Kreta eine so hervorragende Lokalform 
bildet. Die reichere Augenentwicklung und die ausgesprochenere Zeichnung der 
Unterseite läßt bei C. thyrsis an einen älteren Typus, als ihn pamphilus darstellt, 
denken. Vielleicht haben wir in C. thyrsis den zu Beginn der Quaternärzeit herr- 
schend gewesenen Typus der Art vor uns, der sich durch die eingetretene terri- 
toriale Isolierung nur auf Kreta erhalten hat. 

Aus einer bei Kristallenia gefundenen Puppe entwickelte sich ein männlicher 
Falter. Die leere Puppenhülle zeigt nun eine sehr auffallende Zeichnung, wie sie 
sich ähnlich, aber lange nicht so kontrastreich, auch bei der Puppe von C. pamphilus 
findet. Der Körper der Puppe ist weiß mit breiten geteilten, schwärzlichbraunen 
Längsstreifen gezeichnet, auch die Flügeldecken führen in der Mitte und an den 
Rändern breite, dazwischen schmale solche Längsstreifen. 

Wahrscheinlich hat C. thyrsis auf Kreta auch eine zweite, mir unbekannt ge- 
bliebene Generation. 

Lycaenidae. 

25. Zephyrus qiiercus L. (482). 

Von Asitaes ein 9 am 20. Juni (leg. Holtz). Ich beobachtete die Art am 
9. Juni bei Neapolis (Rbl.). 

Auch aus Griechenland, von Cypern und dem Taurus-Gebiet nachgewiesen. 

26. Chrysophanus phlaeas L. (51 2). — Luc, 1. c, p. 566, Nr. 185. — 
Raul., p. 1018. — Math., p. iio. 

Verbreitet und häufig in mehreren Generationen, schon gegen Ende Mai in 
der Sommerform eleus F. auftretend. 

Schon von Lucas von Canea, Candia und Mylopotamos angeführt. Auch 
Mathew gibt große, dunkle Stücke (eleus) vom Juni von der Suda-Bay an. 

Mir liegen nachstehende Belegstücke und weitere Angaben vor: Canea, 3. April 
bis 9. Mai (Dörfi., Rbl.), Sphakia, 18. April, Spili, 26. April (Dörfl.), St. Nicolo, 
23. Mai (bereits eleus), Asitaes, 20. Juni {eleus, Holtz), Kristallenia, 17. — 19. Juni 
{eleus, Rbl.), Pyrgos {eleus, Dörfl.). 

Überall im Mediterrangebiet häufig, auch von Rhodus und Cypern nach- 
gewiesen. 

27. Polyommatus (Lampides) boeticus L. (529). — Fletch,, 1. c, p. 244. 
Verbreitet auf Kreta. Fletcher erwähnt ein abgeflogenes Stück von der Suda- 
Bay anfangs Juni. Holtz traf die Art anfangs Juni mehrfach in Asitaes (cf, g). 



Die Lepidopterentauna Kretas. ^^5 



Ich selbst fing sie in Kristallenia zwischen ii. — 25. Juni, und mehrfach in Mallaes 
am 20. — 21. Juni. 

Die Art ist im Mediterrangebiet überall verbreitet und auch von Cypern nach- 
gewiesen. 

28. Tarucus (Lampides) telicanus Lang (500). 

Eine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts, welche bei Canea anfangs April '14 
erbeutet wurden, brachte Herr Paganetti- Hummler von seiner Reise. 

Die .^.rt ist ebenfalls im Mediterrangebiet weit verbreitet und auch von Cypern 
bekannt. 

29 Chilades trochilus Frr. (53g). — Friv., Röv. Att., p. 174. 
Von Frivaldszky (1. c.) für Kreta angegeben. Spätere Sammler scheinen 
die Art dort nicht mehr gefunden zu haben. 

Sie ist auch aus Griechenland, Kleinasien und Cypern nachgewiesen. 

3o. Lycaena baton Brgstr. (573). 

Verbreitet, aber nur einzeln. Belegstücke liegen mir vor von: Frankokasteli, 
12. April (cT, Dörfl.), Rodhakino, 19. April (o^ Dörfl.), Suda-Bay, 9. Mai (Rbl.), 
St. Nicolo, 19. Mai (9, Rbl.), Harmeni, 12. Juni (Dörfl.), Kristallenia, 26. Juni (Rbl.). 

In Griechenland und W'estasien verbreitet. 

3i. Lycaena psylorita Frr. (588). — Friv., Röv. Att., p. 174. — Stgr., 
Hör., VII, p. 52, Nr. 46. 

Nach Staudinger von Janos v. Frivaldszky selbst im Psiloriti-Hochgebirge 
(Ida-Gebirge) am Rande von Schneefeldern im Juni entdeckt. 

Herr Holtz fand die Art im Ida-Hochgebirge in Höhen zwischen 1600 — 2000 m 
in der Zeit zwischen i3. und 16. Juni 'o3 in Anzahl (d", g). Die Art fliegt niedrig 
ober dem Alpenboden. Die seltenen 9 verkriechen sich oft unter dornigen Hoch- 
gebirgspflanzen. ^) 

Das Vorkommen der Art scheint auf das zentrale Hochgebirge Kretas beschränkt 
zu sein. Im Lasithi-Hochgebirge konnte ich keine Spur derselben entdecken. 

Von Freyers Bildern (N. B., VI, Taf. 469, Fig. 3, 4) stellt Fig. 4 ein unter- 
seits bis auf den Mittelmond der Vorderflügel und die doppelte Reihe von Saum- 
punkten zeichnungsloses Stück {o) vor, welches von Courvoisier («Iris», XXVIII, 
p. 217) den Namen caeca erhielt. Solche Stücke finden sich in Übergängen, mit an 
Grül3e stark reduzierten Augenpunkten, im männlichen Geschlechte häufig. Dagegen 
zeigt Fig. 3 bei Freyer zu starke weiße Höfe um die Augenpunkte. Als sehr gut 
gelungen müssen die Abbildungen bei Herrich-Schäffer, Fig. 328 — 33i (cT, 9) 
bezeichnet werden. Die Geschlechter unterscheiden sich nur sehr wenig von ein- 
ander. 

Lycaena psylorita ist vielleicht die hervorragendste endemische Art Kretas, 
welche mit Lyc. astrarche Brgstr. gewiß keine nähere Verwandtschaft besitzt. Eher 
ließe sich an eine in beiden Geschlechtern monomorph gewordene Art mit stark 
reduzierter Augenzeichnung der Unterseite aus der .4rg'W5-Gruppe denken. Die 
Vorderschiene besitzt keine Hornklaue, die Hinterflügelunterseite zeigt keine Spur 
eines weißlichen Wisches, wie ihn die Icariis-astrarche-Gvu^^Q so deutlich aufweist. 



I) Eine Schilderung des Fanges gibt Holtz, Ins.-Börse, XXII (1905J, p. 195, 199. 

8* 



Il6 Prof. Dr. H. Rebel. 



Die Reihe doppelter Saumpunkte und die allgemeine Stellung der Augenpunkte 
entspricht ganz jenen der .4r^z/5-Gruppe. Auch sehe ich bei einem stärker ge- 
zeichneten Q auf der Hinterflügelunterseite in Zelle i einen schwarzen, blau metal- 
lisch gekernten Fleck, welcher wohl entscheidend für die Zugehörigkeit der Art zur 
.4 r^z/i'- Gruppe spricht. 

32. Lycaena astrarche Brgstr. (589). — Math., 1. c, p. iio. 
Verbreitet und häufig bereits im Mai auch in der Form calida Bell. 
Mathew gibt sie für Canea und Suda-Bay im Juni in typischen, aber kleinen 

Stücken an. 

Mir liegen nachstehende Belegstücke vor: Sphakia, 26. März (Dörfl.), Canea 
und Chalepa, 5. — 7. Mai (Rbl.), Spili, 12. — 14. Mai (Dörfl.) schon calida (groß, mit 
stark brauner Unterseite), Candia, Mitte Mai (Rbl., erste Generation), St. Nicolo, 
19. Mai'(desgl.), Kavusi, 21. Mai (desgl.), Neapolis, 26. Mai (desgl.), Mallaes, 20. Juni 
(Rbl., calida), Asitaes, 5. Juni (Holtz, calida). 

Überall im Ostmediterrangebiet, auch von Cypern bekannt. 

33. Lycaena icarus Rott. (604). — Luc, 1. c, p. 566, Nr. 186 (alexis). — 
Raul., p. lOi'S (alexis). — Math., 1. c, p. iio. — Fletch., 1. c, p. 245; 

Weitaus die häufigste, fast überall vorkommende Lycaenide Kretas. Steigt im 
Gebirge über 11 00 m. Beobachtete ununterbrochene Flugzeit von Ende März 
bis Juli. 

Fundortsnachweise liegen vor für: Sphakia, 26. März (Dörfl.), Anopolis, 
5. April (Dörfl.), Canea, Chalepa und Suda-Bay, anfangs April bis anfangs Mai 
(Math., Pag., Rbl.), Spili, April bis Juni (Dörfl.), Frankokasteli, 4. April (Dörfl.), 
Nerocuri, 10. Mai (Stur.), St. Nicolo, Ende Mai häufig (Rbl.), Stavros, 3o. Mai 
(Stur.), Neapolis, anfangs Juni (Rbl.), Kristallenia, Mitte Juni, Mallaes, 20. Juni 
(Rbl.), Pyrgos, Juli (Dörfl.), Asitaes, Mai, Juni (Holtz), darunter einzeln auch ab. 
icarinus Scriba, Limin Sitias, 14. Juli (Dörfl.), Messara (Luc). 

Einzelne weibliche Stücke sind oberseits mehr oder weniger stark blau bestäubt: 
ab. caerulea Fuchs, so ein Stück von Candia, 24. April '14 (Demelius). Manche 
Stücke sind ausnehmend klein (cT, Vorderflügellänge 9 mm). 

Die Art ist überall verbreitet, auch von Rhodus und Cypern bekannt. 

34. Cyaniris argiolus L. (650). — Math., 1. c, p. iio. — Fletch., I. c, 
P- 245- 

Verbreitet, aber doch nur einzeln. Fundortsnachweise liegen vor von: Canea 
und Suda-Bay (Math., Fletch.), Kalyves, 12. März (Dörfl.), Spili, Mitte Mai (Dörfl.), 
Asitaes, i. Mai 'o3 (Holtz), Neapolis, i. Juni (Rbl.), Kristallenia, 26.-28. Juni 
(Rbl., cT, 9). 

Sämtliche Stücke zeigen unterseits die Punktaugen sehr klein und zum Teil 
verloschen und können der Form parvipiincta Fuchs zugerechnet werden. 

Ein Q von Kristallenia zeigt die Ränder der Oberseite sehr breit schwarz und 
unterseits auf den Vorderflügeln gegen den Innenwinkel starke schwarze Saum- 
dreiecke. 

Die Art ist im Ostmediterrangebiet allgemein verbreitet und auch von Rhodus 
und Cypern bekannt. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. II7 



Hesperiidae. 

35. Adopaea actaeon Rott. (661). — Math., 1. c, p. iii. — Fletch, 
P- 245- 

Verbreitet und nicht selten. Fundortsnachweise liegen vor von: Canea und 
der Suda-Bay, Juni (Math., Fletch.), Rethymno, 7. Juni (Dörfl.), Spili, 26. Juni 
(Dörfl.), Neapolis, 3. — 10. Juni (Rbl., cT, ^), Mallaes, 20. Juni (Rbl.), Kristallenia 
24. — 25. Juni (Rbl., cf, q). Von Holtz auch bei Asitaes beobachtet. 

Im Ostmediterrangebiet verbreitet, auch von Cvpern bekannt. 

36. Parnara zelleri Led. (676). 

Ein cf von «Candia 1857» (? Frauenfeld) befindet sich im Hofmuseum. 
Die Art ist östlich noch von Cvpern, Svrien und Ägypten bekannt. 

37. Parnara nostrodamus F. (680). — Math., p. iii. 

Mathew fand die Art bei Canea (oder der Suda-Bay) im Juni. Ich erbeutete 
ein frisches c in St. Nicolo am 18, Mai. 

Die Art ist auch aus Griechenland, Kleinasien und Cvpern bekannt. 

38. Carcharodus alceae (Esp.) australis Z. (686a). — Fletch., 1. c, 
p. 245. 

Verbreitet und häufig. Nachgewiesene Fundorte sind: Canea, 3. — g. April '14, 
häufig (Pag.), ebenda fast gemein im Juni (Fletch.), Chalepa, g. Mai (Rbl.), Anapolis, 
5. April (Dörfl.), Spili, 22. April bis Mai (Dörfl.), Candia, 3o. März (Holtz, cf), Mitte 
Mai (Rbl.), St. Nicolo, gegen Ende Mai (Rbl.), Neapolis, anfangs Juni (Rbl.), Kri- 
stallenia, zweite Junihälfte. 

Die Frühjahrsstücke sind von den Sommerstücken nicht standhaft zu trennen. 

Im östlichen Mediterrangebiet weit verbreitet, auch auf Cypern. 

3g. Hesperia fritillum Hb. (cirsii Rbr.). — Rbl., Zool.-bot. Ges., igi4, 
p. figs), Nr. 6 (mit Literatur). 

Ein gut erhaltenes d von Asitaes, 25. Mai (Holtz) und ein geflogenes cf vom 
Berg Kophina, 6. Juli (Dörfl.) stimmen bis auf die hier lichtere, mehr olivengrüne 
Grundfarbe der Hinterflügelunterseite sehr gut mit Stücken von Brussa. 

Die erst in letzterer Zeit vorgenommene kritische Sichtung dieser schwierigen 
Artgruppe läßt noch keine sicheren Verbreitungsangaben zu. Wahrscheinlich bezieht 
sich die Angabe von Hesp. alveus Hb. für Cypern (Led.) auf die gleiche Art. 

40. ? Hesperia malvae L. (70g). — Math., 1. c, p. iii. 

Nach Mathew (l, c.) ein Stück bei Canea (oder Suda-Bay) im Juni gefunden. 
Hoffentlich liegt keine Verwechslung mit der vorigen Art vor. 

Die Art erscheint auch von Griechenland, Kleinasien und Cypern angegeben, 
doch kann es sich in diesen Ländern möglicherweise auch um H. malvoides Elw. 
et Edw. handeln. 

Sphingidae. 

41. Herse (Protoparce) convolvuli L. (735). — Koch, Geogr. Verbr., p. 7g. 
— Bartel, Pal. Großschm., III, p. 42. 



g Prof. Dr. H. Rebel. 



Nach Koch (1. c.) im Pariser Museum von der Insel Kreta. Auch Bartel 
aibt die Art von dort an. An ihrem Vorkommen auf Kreta besteht wohl nicht der 
geringste Zweifel. 

Überall im Mediterrangebiet, auch von Cypern angegeben, i) 

42. Deilephila (Daphnis) nerii L. (733). — Luc, 1. c, p. 567, Nr. 189. — 
Raul., p. 1018. — Stgr., Hör., VII, p. 90, Nr. 137. 

Von Lucas für die Umgebung Candias angegeben. Auch von Frivaldszky 
auf Kreta gefunden. Mir wurde das öftere Vorkommen der Art als Raupe in Nea- 
polis versichert. 

Überall im Mediterrangebiet, auch von Cypern bekannt. 

43. Celerio (Deilephila) euphorbiae L. (749). — Luc, 1. c, p. 567, Nr. 188. 
— Raul., p. 1018. — Math., 1. c, p. in. 

Lucas gibt die Umgebung Candias als Fundort an. Mathew will einige 
Stücke in der Suda-Bay am elektrischen Licht des Schiffes beobachtet haben. 

Ich selbst zog bei Neapolis und Kristallenia aus Raupen, welche ich im Juni 
auf schmal- und breitblätterigen Euphorbia- Arten gefunden hatte, sieben Stück (2 d', 
5 0), welche ich nicht als Lokalform abzutrennen wage, obwohl die Stücke in 
nachfolgenden Merkmalen etwas abweichen: Sie sind sehr groß und robust (Vorder- 
flügellänge 36—42 mm), die Grundfarbe der Vorderflügel ist licht rötlichgrau, der 
Vorderrandfleck bei ^j^ sehr groß, die in die Flügelspitze ziehende, olivenbraune 
Q^uerbinde am Innenrand sehr erweitert und basalwärts fast senkrecht begrenzt. Die 
Hinterflügel sind bis an den Saum pfirsichhlührot (ohne gelben Farbenton), die 
Unterseite aller Flügel eintönig schmutzig rosenrot, die Schulterdecken sind bei ein- 
zelnen Stücken auf ihrer Innenseite weiß gesäumt. 

Die Stücke fielen mir in der Zeit vom 15. Juli bis 20. September 1904 aus. 

Die Art kommt auch in Griechenland, Kleinasien und Cypern vor. Von Rhodus 
(Plason '12) liegt mir ein kleines, dunkles cf vor. 

Die in Neapolis gefundenen Raupen waren sehr variabel, zum Teil schwarz- 
grün, jedoch stets mit Suprastigmalflecken. 

44. Celerio lineata livornica Esp. (752 a). 

Bei Neapolis fand ich gleichzeitig mit den Raupen der vorigen Art auf den- 
selben Euphorbia- Kntn sehr ähnliche, nur mehr gelbgrün gefärbte Raupen mit 
breiteren, helleren Dorsal- und Subdorsalstreifen und unter den kreisrunden Seiten- 
flecken ohne Suprastigmalflecke. 

Die Puppen, welche ich von diesen Raupen erhielt, ergaben mir schon während 
der Reise, Ende Juni bis anfangs Juli, den Falter (3 cf, 29). 

Überall im Mediterrangebiet (als Zugtier) verbreitet, auch von Cypern bekannt. 

45. Hippotion (Choerocampa) celerio L. (753). — Fletch., p. 245. 
Von Fletcher an der Suda-Bay beobachtet. 

Für dieses Zugtier ist mir bisher kein Nachweis für Griechenland bekannt, 
wohl aber liegen solche für Kleinasien und Cypern vor. 

46. Theretra (Choerocampa) alecto L. (757). — Friv., Röv. Ati., p. 174. 
— Luc, 1. c, p. 567, Nr. 190. — Raul., p. 1018. 

I) Acherontia atropos L. (717) wird als Zugtier auf Kreta gewiß nicht fehilen. Die Art ist aller- 
dings in Griechenland und Kleinasien selten, aber auch von Cypern nachgewiesen. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. Iig 



Bereits von Frivaldszky für Kreta angegeben. Lucas führt die Art von 
Retliymno an. 

Rothschild et Jordan (Rev. Sphingid., p. 777) nennen die mediterrane, nament- 
lich im weiblichen Geschlecht blassere Form der .A.rt alecto cretica B. 

Sie kommt auch in Griechenland und ganz Westasien vor und wurde auch 
auf Rhodus und Cypern sichergestellt. 

47. ? Theretra (Choerocampa) hoisduvaln Bugn. (758). — Bart., Pal. 
Großschm., II, p. 112. — Rothsch. et Jord., Rev. Sphingid., p. 767, Nr. 71g. — 
Aust., Ent. Zeit. (Guben), XIX (1906), p. 181 — 183. — Jord. in Seitz, Pal. Großschm., 
II. Bd., p. 25g, Taf. 42 d. 

Bezüglich dieser Art, deren Vorkommen auf Kreta sehr zweifelhaft bleibt, kann 
ich nur auf die reiche Literatur verweisen. 

Wahrscheinlich ist die Fundortsangabe «Kreta» auch nur darauf zurück- 
zuführen, daß Boisduval ursprünglich (1827) das cf (boisdiivalii) für das andere 
Geschlecht der auf Kreta tatsächlich gezogenen, blasseren Th. alecto- c;^ hielt. In den 
Icones Histor. (i832) erwähnt er nur die Inseln des Archipels (d'Urville), Konstan- 
tinopel (Riviere) und die griechischen Inseln (Dr. Bartels, 182g) als Fundorte. In 
den Spec. Gener. (1874, P- ^Bo) bemerkt er weiter, daß der französische Botschafter 
de Riviere in Konstantinopel in seinem Garten beide Arten (boisdiivalii und 
alecto, deren Raupen sich in der Jugend ganz gleichen, auf Wein gezogen und als 
Geschlechter einer Art an Latreille geschickt habe. Der Fundort «Kreta» steht, 
obwohl er von Bartel (1. c.) und Austaut (1. c.) wiederholt wird, demnach auf sehr 
schwachen Füßen. 

Zur Kenntnis der Art sei bemerkt, daß die einzige Originalabbildung eines in 
Konstantinopel gezogenen cf, welche Boisduval (Ic, Taf. 4g, Fig. 2) gibt, habituell 
nur schlecht mit der Abbildung eines (wohl indischen) Stückes (g) von boisdiivalii 
bei Jordan (in Seitz, 42 d) stimmt. Rothschild et Jordan (1. c, 767) bezeichnen 
die Abbildung Boisduvals allerdings als nicht zutreffend («not correct»), die Be- 
schreibung Austauts (1. c.) eines boisdiivalii- (^ von offenbar europäischer Pro- 
venienz stimmt aber gut mit Boisduvals Abbildung. 

Jedenfalls steht so viel außer Zweifel, daß es sich bezüglich des ostmediterranen 
Vorkommens von boisdiivalii nur um ein seltenes Zugtier handeln kann, daß mit 
77z. clotlio Dru. große Ähnlichkeit besitzt und wahrscheinlich mit der indischen 7'h. 
piinctivenata Butl. zusammenfällt. 

Zur Diagnose der Art sei bemerkt: Vorderfiügel sehr gestreckt, olivengrau mit 
schwarzem Mittelpunkt und fünf einander parallelen Querlinien im Saumteil, von 
welchen die in die Flügelspitze ziehende dritte Linie auf den Adern durch dunkle 
Striche markiert wird. Hinterflügel schwarz mit einem blassen Fleck von geringer 
Ausdehnung im Analwinkel. Kopf und Schulterdecken außen weiß gesäumt, der 
Hinterleib mit dunklen Rückenstreifen und an der Basis mit schwarzem Seitenfleck. 
— Expansion 78 — 81 mm. 

Von Th. clotho durch fünf (statt einem) Querstreifen der Vorderflügel sowie 
durch die dunklen Längsstreifen am Hinterleibsrücken verschieden. 

48. Macroglossum stellatarum L. (768). — Luc, 1. c, p. 567, Nr. 187. — 
Math., 1. c, p. III. 

Bereits von Lucas als nicht selten auf Kreta bezeichnet, so in der Umgebung 
von Candia und Rethvmno. 



120 Prof. Dr. H. Rebel. 



Mathew bezeichnet sie für die Suda-Bay als «common». Holtz beobachtete 
sie mehrfach. Dörfler brachte ein Stück von Nidha, 5. Mai, ich ein Belegstück 
von Kristallenia, Ende Juni. 

Wohl überall im Ostmediterrangebiet. ^) 

Thaumetopoeidae. 

4g. Thaumetopoea pityocampa Schiff. (875). 

Am Südhange des Passes Katharös gegen Mallaes konstatierte ich auf einzeln 
stehenden Bäumen von Piniis laricio sehr häufig die charakteristischen Sack- 
gespinnste von Th. pityocampa. Alle untersuchten Gespinnste erwiesen sich als 
leer. Dr. Sturany machte einige gelungene photographische Aufnahmen von einzeln 
stehenden Bäumen, welche stark mit Raupennestern besetzt waren. 

Eine derselben gelangt hier zur Reproduktion (Fig. 4). 

Die Art wurde an vielen Orten Griechenlands und in Kleinasien festgestellt. 
Auf Cypern kommt die auf Pistacea lebende Th. solitaria Frr. vor. 

Lymantriidae. 

50. Euproctis chrysorrhoea L, (91 3). 

Ich traf die Raupe einzeln bei Kristallenia auf Rubiis und erhielt den Falter 
davon Ende Juli, welcher der ab. punctigera Teich, angehört. 

Ein kleines q der Stammform ting ich in Kristallenia bereits Ende Juni.. 
In Südeuropa und Kleinasien weit verbreitet. 

51. Lymantria dispar L. (929). — Attems, Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. 
Wien, CXI (1902), p. 580 — 53i. 

Von Grafen Attems wurden in dem Eichenwald in Galos bei Rethymno um 
den 20. Mai igoo die Raupen in ungeheuren Massen angetroffen. 

Graf Attems schreibt (1. c.) darüber: 

«Bei Galos, in der Nähe von Rethymno, ist ein großer Wald einer Eichenart 
,Valloucen' genannt, der zur Zeit als ich ihn besuchte, ganz von den Raupen der 
Ly^nantria dispar verwüstet war. Die Raupen hatten in den unteren Teilen be- 
gonnen und rückten langsam den Abhang hinauf, alles ganz kahl fressend. Die 
unteren Teile des Waldes, an denen nicht ein Blatt übrig geblieben war, waren alle 
von den Raupen schon verlassen und begannen bereits wieder sich zu begrünen; 
weiter oben traf ich die Raupe noch massenweise an und in ihrer Begleitung zahl- 
reiche Calosoma srcophanta, die den Raupen nachstellten.» 

Wahrscheinlich war die Dispai'-^\agt bereits das zweite Jahr an dieser Ört- 
lichkeit. Ein mir zugekommenes schadhaftes Exemplar (d^) zeigte normale Gröf3e 
und Färbung. 

Die Art gehört in Südosten gelegentlich zu den ärgsten Kulturschädlingen. 
In Ostkreta traf ich sie im Jahre 1904 nirgends an. 

52. Ocneria terebynthi Frr. (939). 



') In der auf Kreta scheinbar gar nicht vertretenen Familie der Notodontidae wäre am ehesten 
das Vorkommen von Exaereta ulmi Schiflf. (790) zu erwarten. Freilich ist Ulmiis campestvis ein sehr 
seltener und wohl nicht endemischer Baum auf Kreta. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 




Fig. 4. Raupennester von Tliaumetopoea pityocampa SchilT. 

Aus einer in Kavusi gefundenen Puppe entwickelte sicli ein normales cT dieser 
Art (Rbl.). 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 



Lasiocampidae. 

53. Lasiocampa trifolii Schiff. (976). 

Holtz fand eine Raupe bei Candia, welche sich auch zur Puppe verwandelte, 
welche jedoch eintrocknete. Der aus der Puppe geschälte Falter (o) läßt es zweifel- 
haft sein, ob die Form medicaginis Bkh. oder terreni H.-S. vorliegt. 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Die Art ist in Griechenland und Westasien weit verbreitet. 

54. Pachypasa otus Dru. (1004). 

Holtz fand die Raupe, von welcher er ein Exemplar in Alkohol mitbrachte, 
in Asitaes auf Qiiercus ceris. 

In Griechenland und Westasien sehr verbreitet. Das Hofmuseum erhielt auch 
ein großes 9 von der Insel Rhodus (Plason). 

Noctuidae. 

55. Agrotis pronuha L. (1152). 

Holtz beobachtete die Art im Ida-Gebirge, Juni 'o3. 

Obwohl mir kein Belegstück von Kreta vorliegt, zweifle ich nicht an der 
Richtigkeit dieser Angabe. 

Die Art ist in Südosteuropa und Westasien weit verbreitet. 

56. Agrotis comes Hb. (ii54)- 

Bei Neapolis anfangs Juni und in Mallaes, 20.-22. Juni, mehrfach erbeutet 
(cf, 9, Rbl.). Ein cT von letzterer Lokalität zeigt tiefschwarzbraun ausgefüllte Rund- 
und Nierenmakel der Vorderflügel. 

In Griechenland und Westasien häufig, auch auf der Insel Cypern (det. Rbl.). 

57. Agrotis sturanyi Rbl., Zool.-bot. Ges., igo6, p. 282. — Taf. IV, 

Außer der am 14. Juni '04 am Gipfel des Aphendi Christos erbeuteten männ- 
lichen Type wurde ein weiteres weibliches Stück bekannt, welches L. Birö im 
Psiloriti-Gebirge in 1800 m Seehöhe bei der Höhle des Zeus erbeutet hat. Letzteres 
Stück (9), nach welchem die beigegebene Abbildung angefertigt wurde, befindet 
sich im Ungarischen Nationalmuseum. 

Die Art, welche der Lucernea-Gva^^t angehört, besitzt im männlichen Ge- 
schlecht sehr lange, schütter gestellte, kräftige Wimperpinseln an der Fühlergeißel. 
Die weiblichen Fühler nur mit sehr kurzen, einzeln stehenden Wimperhaaren be- 
setzt. Kopf samt Palpen und Thorax einfarbig hellgrau, Halskragen und Schulter- 
decken etwas dunkler bestäubt, die Brust weiß behaart, der schlanke Hinterleib 
aschgrau, unterseits weißlich, mit kurzem grauen Afterbusch. Die Beine gelbgrau, 
die Tarsen auf ihrer Außenseite braun, schmal weißgeringt. 

Die etwas breiter als bei hicernea gestalteten Vorderflügel sind gelblich asch- 
grau. Die erste dunkle Querlinie ist am Innenrand kaum angedeutet, die äußere 
dunkle, nur schwach geschwungene Querlinie bildet jedoch auf den Adern scharfe 
Zacken, welche in je eine helle Spitze enden. Nach außen wird diese Querlinie 
durch einen schmalen hellen Querstreifen begrenzt, welchen aber die Zacken mit 
ihren Spitzen überragen. Nahe dem äußeren Querstreifen und am Innenrand mit 
ihm konvergierend durchquert den Flügel ein schwärzlicher Mittelschatten, in wel- 
chen die schwärzlich ausgefüllte Nierenmakel, deren Umriß aber nicht deutlich ist, 
aufgenommen erscheint. Das Saumfeld ist schwärzlichgrau verdunkelt. Die dunkel- 
grauen Fransen mit gewellter gelblicher Basallinie und solcher Teilungslinie in 
ihrer Mitte. 

Die Hinterflügel dunkelgrau, gegen die Basis heller mit dunklem Mittelmond 
und weißlichen, in ihrer Basalhälfte gelblichen Fransen, 



Die Lepidopterenfauna Kretas. ^^^ 



Die Unterseite aller Flügel gelbgrau mit feinem dunklen Mittelpunkt, beim cf 
mit ziemlich breiter, schwärzlichgrauer Saumbinde, vor welcher auf den Vorder- 
flügeln der die innere Begrenzung derselben bildende, fast gerade verlaufende Quer- 
streifen liegt. 

Bei dem viel größeren und oberseits viel deutlicher gezeichneten § zeigt die 
Unterseite eine namentlich auf den Hinterflügeln nur sehr schwache Saumverdunk- 
lung. Vorderflügellänge ig — 21 mm, Expansion Sg — 41-5 mm. 

Diese hochmontane Art läßt sich durch ihre schwach ausgebildete Zeichnung 
der Vorderflügel leicht von anderen Arten und Formen der Lucernea-GiuppQ unter- 
scheiden. 

Von der mir in natura unbekannten Agr. defessa Led. vom Gipfel des Libanon 
sogleich durch den (namentlich bei 9) so deutlichen Mittelschatten der Vorderflügel 
zu trennen. 

58. Agrotis ypsilon Rott. (i3gg). 

Ich zog ein krüppelhaftes g aus einer gefundenen Puppe am i. Juni in Nea- 
polis. Ein großes Pärchen brachte Paganetti von Canea, Mai '14. 

Überall im südöstlichen Mediterrangebiet häufig.^) 

5g. Mamestra dysodea Schiff. (15 13). 

Ein normal gefärbtes männliches Stück erbeutete Holtz im Mai bei Asitaes. 

Caduca H.-S., von Frivaldszky auf Kreta entdeckt, ist, wie Speyer (Stett. 
ent. Zeit., 1887, p. 338) dargetan hat, gewiß nur eine aberrative Form ohne ver- 
dunkeltes Mittelfeld und ohne gelbe Einmischung der Vorderflügel. Die Annahme 
einer Lokalform erscheint durch das normal gefärbte Stück von Asitaes unstatthaft. 

Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien vorherrschend in der Form 
innocens Stgr., mit weißer Grundfarbe aller Flügel, verbreitet. 

5o. Mamestra cappa Hb. (1515). — Stgr., Hör., VII, p. 2S4; Cat., ed. 111, 
Nr. 1515. 

Nach Staudinger (1. c.) auf Kreta vorkommend. Wahrscheinlich daselbst 
seinerzeit durch die Sammler Frivaldszkys aufgefunden. 

Bisher aus Griechenland nicht angegeben, in Kleinasien mehrorts gefunden. 

61. Dianthoecia luteago Hb. (1527). 

Ein einzelnes, stark geflogenes weibliches Stück erbeutete ich in Kristullenia 
am II. Juni bei Lichtfang. Dasselbe scheint einen Übergang zur Form argillacea 
Hb. zu bilden. 

Die Art wurde einzeln auch in Griechenland und Kleinasien beobachtet. 

Auf Kreta kommen mehrere Silene-hvlQn vor, an welchen die Raupe der 
Art leben dürfte. 

62. Bryophila contristans Led. (1577). 

Ein frisches, großes ö' dieser Art fing ich am 20. Juni in Mallaes. Es saß an 
einem Baumstamm. 

Das Mittelfeld der Vorderflügel ist bei diesem Stück bis an den Vorderrand 
bindenartig schwärzlich ausgefüllt. 

Die Art ist aus Griechenland und dem südlichen Kleinasien bekannt. 



') Agrotis segetum Schiff. (1400) und Agr. saiicia Hb. (1402) werden auf Kreta gewiß nicht 

fehlen. 



124 



Prof. Dr. H. Rebel. 



63. Bryophila petricolor Led. (1589). 

Ein weibliches Stück, welches ich am 14. Mai in Candia erbeutete, gleicht 
sehr einem für pet?'icolor Led. angesehenem, ebenfalls weiblichem Stück von Syra 
(leg. Erber, 1869, M. C). Beide Stücke haben 25 mm Expansion, sind also nur 
unbedeutend kleiner als die Angabe für das Led er ersehe Originalstück aus Ar- 
menien. Die Stücke gleichen aber auch sehr syrischen Stücken der Br. ravnla 
vandahisiae Dup., bei welchen ebenfalls eine rostfarbige Einfassung der Querlinien 
der Vorderflügel auftreten kann. Ich möchte fast glauben, daß Br. petricolor, welche 
Hampson (Cat., VII, p. 637) in natura unbekannt blieb, nur eine große, scharf 
gezeichnete Form der vandahisiae ist. Bei letzterer findet sich zuweilen auch ein 
weißgrauer Apikaifleck der Vorderflügel. 

Br. petricolor wurde nach einem 9 aus Armenien aufgestellt und von Stau- 
dinger auch von «Pontus» angegeben. Ein mit dem kretensischen Stück gut über- 
einstimmendes großes weibliches Exemplar fand sich noch von Kalavryta (Morea, 
Holtz) vor (M. C). Bryophila ravula vandahisiae kommt auch typisch in Grie- 
chenland (Rbl.) und Dalmatien vor.^) 

64. Segeüa (Hadjina) viscosa Frr. (1634). — Stgr., Cat., ed. II, Nr. 1539. 
Obwohl von Staudinger in der Fauna Griechenlands (1870) nicht erwähnt, 

wird die Fundortsangabe «Kreta» (wahrscheinlich auf Grund eines Frivaldszky- 
schen Fundes) bereits in der 2. Auflage des Kataloges gemacht. 

Da die Art nicht bloß im westlichen Mediterrangebiet verbreitet ist, sondern 
auch in Syrien, im Persischen Golf und Sind (Hamps.) gefunden wurde, ist ihr Vor- 
kommen in Kreta nicht überraschend. 

65. Hadena leuconota H.-S. (1659). — Friv., Röv. Att., p. 174. 
Von Frivaldszky (1. c.) für Kreta angegeben. 

Die Art wurde bisher zwar nicht aus Griechenland, wohl aber aus Bulgarien, 
Rumänien (certo) und mehrorts aus Kleinasien bekannt. 

66. Aporophyla australis B. (1763). — Stgr., Hör., VII, p. 124. 

Bereits Staudinger, 1. c, vermutet mit gutem Grund, daß die von Freyer 
aufgestellten Formen: scriptiira (N. Beitr., III, p. 87, Taf. 255, Fig. 2, e. 1. Kinder- 
mann jun.) und ingenua (N. Beitr., VI, p. 42, Taf. 508, Fig. i von den griechischen 
Inseln) von der Insel Kreta stammen, womit die Angaben bei Herrich- Schäffer 
(II, p. 286 — 287), welcher beide Formen von Dr. Frivaldszky aus der «Türkei» 
erhalten hatte, nicht im Widerspruche stehen. 

H. Holtz zog gegen Ende Dezember 1903 aus Raupen, welche er bei Asitaes 
gefunden hatte, zwei krüppelhafte Stücke, welche der Form ingenua Frr. mit 
dunkelgrauen, fast zeichnungslosen Vorderflügeln angehören, 

Die von Herrich-Schäffer (1. c.) erwähnte große Ähnlichkeit seiner scriptiira, 
Fig. 404, mit Scotochrosta pulla Hb. macht es fast zweifellos, daß sich die Angabe 
Staudingers (Hör., VII, p. 284; Cat., ed. III, p. 212, Nr. 2184) über das angebliche 
Vorkommen letzterer Art auf Kreta, nur auf eine dunkle Form der Ap. australis 
bezieht. 



') Bryophila maeoyiis Led. (1601), welche in Griechenland, Kleinasien und Cypern vorkommt, 
dürfte auf Kreta kaum fehlen. Auch Lupcrina rubella Dup. (1624) steht auf Kreta zu erwarten. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. ^'^5 



Desgleichen dürfte sich die augenscheinlich unrichtige Angabe von Lucas 
(1. c, p. 569, Nr. 198) über das angebliche Vorkommen von Brachionycha niibe- 
culosa Esp. bei Rethymno höchst wahrscheinlich auch auf Ap. australis zurück- 
führen lassen. 

Ap. australis ist auch aus Griechenland und dem südlichen Westasien bekannt. 

67. Aporophyla nigra Hw. (1765). 

Ebenfalls ein 9 von Holtz Ende Dezember 1908 aus einer bei Asitaes ge- 
fundenen Raupe gezogen. 

Die Art ist auch aus Griechenland und dem südlichen Westasien bekannt. 

68. Polia serpentina Tr. (1774)- — Stgr., Hör., VII, p. 124. 
Von den Sammlern Frivaldszkys auch auf Kreta gefunden. 

Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet.^) ^ 

69. Rhizogramma detersa Esp. (i833). 

Ein kleines (Vorderflügellänge 19 mm zeigendes) weibliches Stück liegt mir 
aus dem Ungarischen Nationalmuseum mit der Bezeichnung «Greta, Birö, '06» vor. 

Es weicht von mitteleuropäischen Stücken nur dadurch ab, daß der Zwischen- 
raum der beiden schwarzen Längsstrichelchen in Zelle ib vor dem Außenwinkel 
der Vorderflügel nicht schwarzbraun ausgefüllt ist. Zweifellos wurde das Stück im 
Ida-Gebirge erbeutet. 

Die Art ist bisher aus Griechenland nicht bekannt geworden, wohl aber aus 
dem südlichen Kleinasien.-) 

70. Prodenia litura F. [littoralis B.) (1857). — Friv., Röv. Att., p. 174 
(Hadena retina). — Stgr., Hör., VII, p. 126, Nr. 281. 

Von den Sammlern Frivaldszkys auf Kreta entdeckt. Die Raupe lebte in 
den Gärten bei Canea auf Paradiesäpfeln (Solanum). 

Fehlt in Griechenland, kommt aber in Syrien vor. 

71. Brotolomia meticulosa L. (1867). — Luc, l c, p. 568, Nr. 193. — 
Raul., p. loig. 

Nach Lucas aus dem Ida-Gebirge. 

Mir liegt ein großes im Mai bei Canea erbeutetes männliches Stück (leg. 
Pag.) vor. 

Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien bekannt.^) 



I) Polia canescens Dup. (1787), von Griechenland, Rhodus und Kleinasicn bekannt, dürfte auf 
Kreta nicht fehlen. 

Ober die Angabe Xylina (Brachionycha) niibeculosa Esp. von Rethymno bei Lucas (1. c, p. 569, 
Nr. 198) ist das bei Aporophyla australis vorne Gesagte zu vergleichen. 

Dryobota monochroma Esp. (1834), als Hadena distaiis bei Lucas (1. c, p. 569, Nr. 197) an- 
geführt, ist zu unsicher, um im Text aufgenommen werden zu können. Eher stünde Dryobota roboris 
cerris B. von Kreta zu erwarten. Vielleicht bezieht sich die Angabe von Lucas aber a.u{ Mam. dysodea 
Schitf. (cfr. vorne). 

-) Polvphaenis siibserics.ta H.-S. (185 1) von Rhodus, Cypern und Kleinasien bekannt, dürfte auch 

auf Kreta vorkommen. 

=) Die Angabe von Lucas (p. 568, Nr. 193) über das Vorkommen von Mania maiira L. in wal- 
digen Teilen des Berges Ida bezieht sich wahrscheinlich auf Apopestes spectrum L. (vgl. später). 



126 Prof. Dr. H. Rebel. 



72. Tapinostola musculosa Hb. (igiSV 

Ein geflogenes Stück (cf) fing ich anfangs Juni in Neapolis an Licht. 
Die Art kommt auch in Griechenland, Kleinasien und Cypern vor. 

73. Sesamia cretica Led. (1926). — Stgr., Hör., VII, p. 127. 

Von den Sammlern Frivaldszkys auf Kreta entdeckt und von Freyer für 
S. hesperica Rbr. (= nonogrioides Lef.) gehalten. 

Die Raupe lebt vorzugsweise in Maisstengeln. 

Die Art ist auch in Korsika, Dalmatien, Griechenland, Kleinasien, Syrien, 
Ägypten, Sudan, Aden, Turkestan bis Sikkim verbreitet. 

74. Leucania herrichii H.-S. (1949). — Stgr., Hör., VII, p. 127, Nr. 286\ 
Trotz der Angabe Dr. Staudingers (1. c), daß das einzige Stück in der früheren 

SanMrdung Frivaldszkys nach Versicherung des Finders (seines Neften Janos v. Fri- 
valdszky) auf Kreta gefunden wurde, ist dieser Fundort von Staudinger selbst 
bei der Revision des Katalogsmanuskriptes gestrichen und dafür «? Bith (Bosporus); 
Pont.; Taur. m. or.» gesetzt worden. Nach Hampson (Cat., V, p. 540) kommt die 
Art auch in Palästina (am Toten Meer) vor. 

Ich sehe keinen Grund, die Angabe Frivaldszkys bezüglich des Fundortes 
Kreta für unrichtig zu halten, wenn auch Herrich- Schaff er (II, p. 238) bei Auf- 
stellung der Art «Bosporus» angibt. 

Das Hofmuseum besitzt ein großes Stück der Art mit der Bezeichnung 
«Pontus, Korb, igoi». 

75. Leucania loreyi Dup. (1957). — Stgr, Hör., VII, p. 128. 
Nach Staudinger (1. c.) von Frivaldszky auf Kreta gefunden. 

Fast überall im Mediterrangebiet und den altweltlichen Tropen verbreitet.^) 

76. Caradrina (Laphygma) exigua Hb. (1990). 

Ein geflogenes Stück in Neapolis anfangs Juni an Licht, sowie ein gut er- 
haltenes cf im Lasithi-Hochgebirge am 14. Juni erbeutet (Rbl.). 
Überall im Mediterrangebiet, auch von Cypern bekannt. 

77. Caradrina quadripunctata F. (2000). 

Ein frisches weibliches Stück in der zweiten Junihälfte in Kristallenia an Licht 
erbeutet (Rbl.). 

Auch in Griechenland und Kleinasien häutig. 

78. Caradrina amhigua F. (2019). 

Nur ein frisches, normal gefärbtes cf mit der Bezeichnung «Sphakia, 26. März» 
(Dörfl.). 

Auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet.^) 



I) Leucania L-albitm L. (1954) dürfte auf Kreta nicht fehlen. Die Art kommt auch auf 
Cypern vor. 

-) Staudinger sagt im Vorworte zur Fauna Griechenlands (Hör., VII, p. 27), daß Amphipyra 
<ityx H.-S. (2044) nach Aussage des Janös v. Frivaldszky auf Candia gefunden worden sei. Im 
Texte erwähnt er aber bei dieser Art nicht den Fundort Kreta (1. c, p. 129, Nr. 295). 

Auch Amphipyra eriopoda H.-S. (2042), welche auch von Cypern bekannt ist, könnte auf Kreta 
vorkommen, desgleichen Amphipyra effitsa B. (2056). 



Die Lepidoptercnfauna Kreliis. ^27 



79. Xylina lapidea (Hb.) cupressivora Stgr. (2178^). — Stgr.," Hör,, VII, 
p. 284; Cat., ed. III, p. 211. — Hmps., Cat., VI, p. 271. 

Die Angabe Staudingers (I. c.) für Kreta wird durch Hampson (1. c.) nach 
einem Stück aus der Sammlung Leech bestätigt. 

Ostwärts sonst nur noch aus Dalmatien und der Provinz Fergana angegeben, 
also offenbar in der Verbreitung sehr unvollständig bekannt.^) 

80. Calophasia platyptera Esp. (2195). 

Die Angabe «Kreta» wurde von Dr. Staudinger bereits in der 2. Katalogs- 
autlage (Nr. 1694) gemacht und stützt sich zweifellos auf einen Fund Frivaldszkys. 

Die Art ist in Kleinasien weit verbreitet, bisher aber für Griechenland noch 
nicht nachgewiesen worden. 

81. Cucullia verbasci L. (2221). 

Herr Holtz zog von Raupen, welche er bei Asitacs auf Vcrbasciim gefunden 
hatte, im April '04 ein normal gefärbtes, großes männliches Stück. 
Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

82. Cucullia minogenica (nov. spec.) (cf, g). — Taf. IV, Fig. ig (9). 
Aus Raupen, welche Holtz bei Asitaes auf Scrophularia gefunden hatte, fiel 

ihm im April '04 ein Pärchen aus, von welchem das viel kleinere cf etwas krüppel- 
haft gestaltet ist. 

Ich hielt die Art anfänglich für dunkle Stücke von Ciic. blattariae Esp., die 
Annahme einer davon verschiedenen Art erscheint aber nach den im folgenden an- 
gegebenen mehrfachen Unterschieden gerechtfertigt. Leider hat Herr Holtz versäumt, 
über das Aussehen der Raupe Angaben zu machen, welche bei der großen Varia- 
bilität der Blattariae-Ravi^t allerdings kaum von taxonomischen Wert wären. 

Das tadellos entwickelte weibliche Stück zeigt nachfolgende Unterschiede gegen 
das gleiche Geschlecht von C. blattariae: größer und viel dunkler, die Vorderflügel 
reiner eisengrau, in der Mittelzelle und unter dem Vorderrand nur sehr schwach 
strichartig bräunlich, der untere Teil des Innenrandmöndchens geknickt (und nicht 
bloß gebogen), der weiße Längswisch ober dem Innenrand viel undeutlicher, 
eigentlich nur auf ein weißes Längsfleckchen vor dem Innenrandsmöndchen be- 
schränkt. Die Hinterflügel bis zur Basis tief schwarzbraun, beim cT im Diskus 
gelbgrau aufgehellt. Auch die Unterseite ist viel dunkler, schwärzlicher als bei 
blattariae, mit welcher sonst die Färbung und Zeichnung übereinstimmt. 9, Vorder- 
flügellänge 20 mm, Expansion 44 mm (das verkümmerte cT zeigt nur 35 mm Ex- 
pansion). 

83. Cucullia tanaceti Schiff. (2244). 

Ebenfalls von Holtz aus Raupen, welche bei Asitaes gefunden wurden, ge- 
zogen. Ein mir vorliegendes cT zeigt etwas schmälere (nicht voll entwickelte) 
Vorderflügel. 

Die Art ist bisher nicht aus Griechenland, wohl aber aus Kleinasien nach- 
gewiesen. 



^) Ober das angebliche Vorkommen von Scotocivosta pidla Hb. (2184) auf Kreta ist das bei 
Aporophyla australis B. (vorne, p. 124) Gesagte zu vergleichen. 



128 Piof- Dr. H. Rebel. 



84. Heliothis peltigera Schiff. (2325). 

Bei Kristallenia in der zweiten JunihUlfte einzeln in kleinen Stücken getroffen 

(Rbl.). 

Fast überall im Mediterrangebiet verbreitet, auch von der Insel Rhodus und 

Cypern bekannt.-) 

85. Acontia lucida Hufn. (2378). — Luc, p. 569, Nr. 196 (solaris). — 
Raul., p. 1019. — Stgr., Hör., Vll, p. i33. 

Bereits von Lucas (1, c.) aus der Ebene von Messara angegeben. Auch von 
Holtz auf Kreta gefunden, wo die Art offenbar weit verbreitet ist. 

Mir liegt eine Serie von Stücken von nachstehenden Fundorten vor: Perivalia, 
7. Mai (Rbl.), Canea, 10. Mai (Pag.), Candia, Mitte Mai, sehr zahlreich (Rbl.), St. 
Nicolo, 22. Mai (Rbl.), Lasithi-Ebene, 20. Juni (Rbl.). 

Die Stücke zeigen zum Teil stark verdunkelte Hinterflügel, so daß sie bereits 
als Übergang zur ab. liigens Alph. angesehen werden können. 

Überall im Mediterrangebiet verbreitet, auch von der Insel Rhodus (auch Plason, 
M. C.) und Cvpern (Hmps.) nachgewiesen. 

86. Acontia luctuosa Esp. (238o). 

Offenbar viel seltener als die vorige Art, da ich bei Candia nur ein Stück 
Mitte Mai erbeutete. 

Ebenfalls in Südeuropa und Kleinasien weit verbreitet, auch von Cypern nach- 
gewiesen. 

86 ^^*^ Eublemma arcuinna (Hb.) ingrata H.-S. (2389'^). — Stgr., Hör., 
XIV, p. 405 (Kreta). 

Staudinger (1. c.) erwähnt in seiner Lepidopterenfauna Kleinasiens ein Stück 
der bleichen Form ingrata von Kreta. 

Dieselbe ist in Westasien weit verbreitet. Griechische Stücke sollen nach 
Staudinger der nahestehenden Form blandula Rbr. angehören. 

87. Eublemma (Thalpochares) ostrina Hb. (2428). — Fletch., 1. c, 

P- 245- 

Ich fing drei Stücke, und zwar in Kavusi am 20. Mai, in Mallaes am 20. .luni 
und in Kristallenia am 24. Juni. Dieselben gehören sämtlich zur Form aestivalis Gn. 

Bereits Fletch er beobachtete die Art in der Suda-Bay. 

Dieselbe ist im Mediterrangebiet und Westasien weit verbreitet, auch von 
Rhodus und Cvpern nachgewiesen. 

88. Eublemma (Thalpochares) parva Hb. (2429). 

Von Holtz bei Candia am 15. April in einem sehr großen Stück (9, Vorder- 
flügellänge 9 mm) und in zwei kleineren Stücken bei Asitaes am 20. Juni erbeutet. 

Wie die vorige im Mediterrangebiet weit verbreitet, auch von Cypern nach- 
gewiesen. 

89. Eublemma (Thalpochares) candidana (F.) skaßota H.-S. (2433 ''). — 
H.-S., 11, p. 441, Fig. 282. — Frr., N. B., V, p. 152, Taf. 473, Fig. 3. — Stgr., 
Ho: VII, p. i36, Nr. 336 (miniita). — sphakiota Friv., Röv. Att., p. 174 (Erastria). 



I) Heliothis armigera Hb. (= Chloriäca obsolcta F.) Hmps , Cat., IV, p. 45> 657, dürfte auf 
Kreta auch nicht fehlen. 



Die Lepidoplerenfauna Kretas. 129 



Nach der bei Freyer (1. c.) enthaltenen Angabe Frivaldszkys bei Canea auf 
grasigen, trockenen Bergen, bei Tag im Juni auf Blumen gefunden. 

Der von Frivaldszky bereits 1845 (leider ohne Diagnose) richtig gegebene 
Name sphakiota wurde später in skafiota verdorben. 

Die Stücke von Kreta sollen die Zeichnung der Vorderflügel stark rötlich 
zeigen, was bei der sonst auf der Balkanhalbinsel und bei Brussa verbreiteten FAibl. 
viridula Gn. nicht der Fall ist. Hierin liegt mehr Übereinstimmung mit der west- 
mediterranen Eubl. candidana. 

Staudinger gibt skafiota auch von Mardin und Armenien an. 

90. Plusia circumscripta Frr. (2552). — Stgr,, Hör., VII, p. i3i, Nr. 3i2. 
«Von Frivaldszky bei Canea gefunden, wo die Raupe auf Men^a- Arten 

lebte.» (Stgr., 1. c.) 

An dem kretensischen Vorkommen dieser Art ist nicht zu zweifeln. Sie scheint 
in Ostkreta zu fehlen, kommt aber bestimmt auch in Griechenland (i St., M. C.) 
vor, was die gleiche Angabe Hampsons (Cat., XIII, p. 465) bestätigt. 

Östlich wurde sie auch in Syrien und Ägypten gefunden. 

91. Plusia chalcytes Esp. (2557). — Luc, 1. c, p. 568, Nr. 195. 
Bewohnt die bewaldeten Partien der Umgebung von Selino (Luc, 1. c). An 

der Richtigkeit der Angabe ist kaum zu zweifeln. 

Die Art ist in Griechenland und Westasien weit verbreitet. 

92. Plusia gamma L. (2562). 

Von mir und Holtz mehrorts, aber nicht häufig, auf Kreta getroffen. Ein 
Belegstück von St. Nicolo, Ende Mai, liegt mir vor. 

Überall verbreitet, auch von Cypern nachgewiesen. 

93. ? Plusia accentifera Lef. (2566). — Stgr., Hör., VII, p. i3i, Nr. 3i3. 
«Genau wie bei der vorigen Art» (PL circumscripta) (Stgr., 1. c). Später 

hat Staudinger selbst den Fundort Kreta wieder angezweifelt. 

Obwohl die Art vorwiegend aus dem westlichen Mediterrangebiet bekannt 
wurde, ist sie doch auch in Syrien gefunden worden, so daß ihr Vorkommen auf 
Kreta nicht ausgeschlossen erscheint. Eine Bestätigung durch ein kretensisches 
Belegstück wäre jedoch sehr erwünscht. 

94. Parallelia (Grammodes) algira L. (2644). 

Ich erbeutete ein ganz frisches weibliches Stück am 26. Juni in Kristallenia 
an Licht. 

Die Art ist im östlichen Mediterrangebiet verbreitet und auch von Cypern 
nachgewiesen. 

95. Grammodes geometrica F. (2646). — Fletch., 1. c, p. 245. 
Ein Exemplar in der Suda-Bay im Juni von Fletch er gefunden. 

Die Art ist auch aus Griechenland (Morea), Kleinasien und Syrien bekannt. 

96. Pseudophia illunaris (Hb.) syriaca Bugn. (2651''). — Friv., Röv. 
Att., p. 174 (Ophiusa gentiliata). — H.-S., II, p. 4i3, Fig. 223 (gentilitia). — 
Frr., N. B., VI, p. 38, Taf. 505, Fig. 4. 

Von Frivaldszky für Kreta angegeben. Auch Herrich-Schäffer sagt: «Ein 
cf von Kreta; Raupe auf Tamarix.t 

Aini;ilen des k. k. iiaturhistorisclien Hofniiisciiins, lld. XXX, igiü. y 



l3o Prof. Dr. H. Rebel. 



Bisher aus Griechenland nicht nachgewiesen, wohl aber aus Dalmatien, in 
Westasien verbreitet, auch von Cypern bekannt.^) 

97. Catephia alchymista Schiff. (2662). 

Holtz fand bei Asitaes ein frisches 9 am 28. April. Ich selbst erbeutete ein 
frisches cf bei Neapolis am 4. Juni. 

Die Art ist auch aus Griechenland und Westasien bekannt. 

gS. Catocala hymenaea Schiff. (2694). 

Holtz fing ein großes, frisches weibliches Stück in Asitaes am 28. Mai. 

Die Art ist auch in Griechenland und Westasien verbreitet. 2) 

99. Catocala conversa Esp. (2713). — Stgr., Hör., VII, p. iSg. 

Von Staudinger (1. c.) für Kreta angegeben. 
In Griechenland und Westasien verbreitet. 

100. Catocala eutychea Tr. (2714). 

Ein cf von Spili, Mitte Mai (Dörfl.). 

Die Art ist in Griechenland und Westasien häufig. 

loi. PCatocala disjuncta (Hb.) separata P>r. (2717^). 

P>ever (1. c, VI, p. 44) gibt als Heimat: «Die griechischen Inseln, wo sie 
Dr. Frivaldszky erbeutete», an. Höchstwahrscheinlich handelt es sich demnach 
um einen auf Kreta gemachten Fund, da die Sammler Frivaldszkys auf keiner 
anderen griechischen Insel waren. 

Die Art ist in Griechenland und Westasien weit verbreitet. 

102. Apopestes spectrum Esp. (2720). 

Bei Asitaes zahlreich aus Raupen, welche auf Spartium lebten, von Holtz 
gezogen. 

Ich fand die Raupe Ende Mai auf Genista bei St. Nicolo. 

Die Angabe von Lucas' Mania jnaura von Kreta gehört fast zweifellos hier- 
her (vgl. vorne p. 125, Anm. 3). 

In Griechenland und Westasien weit verbreitet. 2) 

io3. Nodaria nodosalis H.-S. (2763). 

In Kavusi erbeutete ich am 21. Mai ein weibliches Stück. 

Der östlichste Fundort der Art war bisher die Herzegowina. 

104. Herminia crinalis Tr. (2797). 

In Neapolis anfangs Juni ein Pärchen an Licht (Rbl.). 

In Griechenland und Westasien weit verbreitet. 



') Pseudophia tirhaca Cr. (2657), aus Griechenland, Westasien und Cypern bekannt, wird auf 
Kreta nicht fehlen. 

2) Zweifellos dürften auf Kreta auch rote Catocala- hTXtX). vorkommen, vermutungsweise C. elocata 
Esp. und C. dilexta Hb., welche beide auch in Griechenland, Kleinasien und Cypern verbreitet sind. 
Ein englischer Sammler von H. Bang- Haas führt von Cypern auch Catocala sponsa cretica an, 
deren Name für ein Vorkommen auf Kreta sprechen könnte. Mir ist die Form ganz unbekannt, auch 
Hampson (Cat., XII, p. 44) erwähnt sie nicht. 

' ^) Apopestes cataphanes Hb. (2721) dürfte auf Kreta nicht fehlen. Sie ist in der Form ligammosa 
Ev. auch von Cypern bekannt. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. l3l 



105. Hypena ohsitalis Hb. (2818). 

Verbreitet und häufig. Ich traf (überwinterte) Stücke zwischen dem 7. und 
g. Mai in Chalepa und Perivolia, dann anfangs Juni bei Neapolis und am 20. Juni 
in Mallaes. 

Überall im Mediterrangebiet, auch von Cypern bekannt.^) 

106. Orectis proboscidata H.-S. 12826). 

Ein geflogenes cT am 7. Mai in Chalepa erbeutet. • 
Auch aus Griechenland, Kleinasien und Cypern bekannt. 

107. Hypenodes nesiota (n. sp.) (cf). — Taf. IV, Fig. 14 (cT). 

Ein frisches cT von Kavusi am 20. Mai und zwei weitere ebensolche männ- 
liche Stücke von Kristallenia in der zweiten Junihälfte an Licht erbeutet (Rbl.), 
gehören einer neuen Art (oder Lokalform) bei H. Kalchbergi Stgr. an, zu deren 
Kenntlichmachung die Angabe der unterscheidenden Merkmale ausreicht. 

Viel kleiner als sizilische Originalstücke der Kalchbergi. Die lichte (gelbliche) 
Begrenzung des äußeren schwarzen Querstreifens der Vorderflügel ist um den derben 
schwarzen Mittelpunkt (-strich) kaum geschwungen, wogegen sie bei Kalchbergi 
dort viel weiter saumwärts vortritt. Die Palpen kürzer, mit längerem, freiem End- 
glied. Vorderflügellänge 6 mm, Expansion 12 mm (gegen 7, beziehungsweise 14 bei 
Kalchbergi). 

Ich hielt die Stücke ursprünglich für die östliche Form der Kalchbergi, welche 
Staudinger orientalis (Cat., ed. III, Nr. 2880=^) genannt hat. Ein Original (c?) 
letzterer von Hadjin, welches ich durch H. Bang- Haas erhielt, bleibt jedoch be- 
trächtlich größer und zeigt in Übereinstimmung mit der Diagnose Stau dingers eine 
viel bleichere aschgraue Färbung, namentlich auch der Hinterflügel, wogegen die 
Stücke von Kreta die tiefe Färbung der sizilischen Stammform aufweisen. 

Jedenfalls liegt ein Kreis sehr nahe miteinander verwandter Formen vor. 

H. orientalis ist mehrorts aus Kleinasien und der Krimm angegeben und soll 
in einer Varietät auch in Mazedonien vorkommen. 

Geometridae, 

108. Comihaena (Euchloris) pustulata Hufn. (2879). 

Ein anfangs Juni bei Neapolis erbeutetes, geflogenes g (Rbl.) gehört sicher 
dieser und nicht der folgenden Art an. Die relativ kurzen Palpen, der gegen die 
Basis am Rücken einfarbig grüne Hinterleib und die großen bräunlichen Randflecke 
der Flügel stimmen vollständig mit pustulata. 

Aus Kleinasien mit Sicherheit nachgewiesen, aus Griechenland wird bisher nur 
die folgende Art angegeben. 

109. Comihaena (Euchloris) neriaria H.-S. (2879 ='). — Prout in Seitz, 
Pal. Großschm., IV. Bd., p. 20. 

Auf Kreta von Janos v. Frivaldszky entdeckt. Ich traf die Art nicht an. 
Die von Prout (1. c.) angegebenen Unterschiede rechtfertigen die Annahme 
einer eigenen Art. Sie bestehen wesentlich in den viel längeren Palpen, einem 



') Hrpeyia lividalis Hb. (2820), welche im Mediterrangebiet weit verbreitet ist und auch auf 
Cypern vorkommt, wird in Kreta nicht fehlen. 



9' 



l32 Prof. Dr. H. Rebel. 



weißen, rotgesäumten Dorsalfleck am zweiten Hinterleibssegment, viel kleineren Saum- 
flecken und einer gebrochenen äußeren Querlinie der Vorderflügel. 

C. neriaria kommt auch in Griechenland und dem südlichen Kleinasien vor. 

iio. Xenochlorodes (Eucrostes) beryllaria Mn. (2901). 

Ein cT anfangs Juni bei Neapolis erbeutet (Rbl.). 

Die Art ist auch aus Griechenland und dem südlichen Westasien bekannt. 

111. Hemithea (Nemoria) pulmentaria Gn. (2907). 

Mehrorts getroffen, so bei Chalepa am 7. Mai und bei Neapolis anfangs Juni 
(Rbl.); ein großes 9 liegt noch von Melabes am 19. Mai (Dörfl.) vor. 
Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

112. Ptychopoda (Acidalia) ochrata Sc. (2934). 

Eine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts liegen mir von Asitaes, 5. Juni, 5 
(Holtz), Kristallenia, 16. — 24. Juni, cT, 9 (Rbl.), und Mallaes, 21. Juni, c? (Rbl.) vor. 

Diese Stücke zeigen im männlichen Geschlecht die trüb ockergelbe Grundfarbe 
und die schwarzen Fransenpunkte mitteleuropäischer Exemplare. Der Mittelpunkt 
der Hinterflügel fehlt oder ist bräunlich. Die Unterseite ist trüb ockergelb. 

Zwei weitere c? von Rethymno, 7. Juni (Dörfl., abgeflogen) und Neapolis, 
8. Juni (Rbl., frisch), gehören der von Prout (Seitz, Pal. Großschm., IV, p. 91) 
bereits von Kreta erwähnten Form albida Ribbe («Iris», XXIII, p. 802) an. Sie 
sind etwas größer und viel bleicher als die vorerwähnten normalen Stücke. Das 
besser erhaltene Stück von Neapolis besitzt auf den Hinterflügeln einen schwärz- 
lichen Mittelpunkt, die Fransen bleich ockergelb, ohne Spur von schwarzen Punkten. 
Auch die Unterseite ist viel bleicher. 

Ich hielt letzteres Stück anfänglich für .4. rufaria Hb., der Bau der büschel- 
weise, lang bewimperten Fühler stimmt aber mit typischen ochrata Sc. cf. 

Wahrscheinlich gehören zu albida auch die Abbildungen von pallidaria Hb. 
96; Dup., VIII, p. 73, Taf. 175, Fig. i, welche allerdings keine Mittelpunkte auf- 
weisen, aber in der Größe, bleicheren Färbung und unbezeichneten Fransen (Dup., 
1. c, p. 73) mit albida übereinstimmen. 

Die Stammform ist in Griechenland und Westasien verbreitet und auch von 
Cypern angegeben. 

11 3. Ptychopoda (Acidalia) consanguinaria Led. (2939). 

Ein 9 von Neapolis anfangs Juni und ein Pärchen von Mallaes am 21. Juni 
(Rbl.). 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

114. Ptychopoda (Acidalia) dimidiata Hufn. (2953). 

Ein einzelnes großes männliches Stück bei Neapolis anfangs Juni erbeutet 
(Rbl.), zeigt die dunkle Fleckung im Saumfelde nur schwach ausgeprägt und bildet 
dadurch einen Übergang zur ab. delictata Prout (Seitz, Großschm., IV, p. 99). 

Die Art ist auch aus Morea nachgewiesen (Rbl.) und in Kleinasien verbreitet. 

115. Ptychopoda (Acidalia) consolidata Led. (2069). 

Ein cf und zwei 9 anfangs Juni bei Neapolis erbeutet (Rbl.). 
Ebenfalls in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 



Die r.epidopterent'auna Kretas. l33 



11 6. Ptychopoda (Acidalia) camparia H.-S. (2980). 

An fast allen von mir besuchten Lokalitäten in Kreta häufig angetroffen, so 
daß eine reiche Serie von Stücken beiderlei Geschlechter von nachstehenden Fund- 
orten vorliegt: Chalepa, 7. Mai (sehr häufig), Candia, Nerokuri, 10. Mai, Kavusi, 
20. Mai, Kritsa, 23. Mai, Neapolis, anfangs Juni, Kristallenia, nach Mitte Juni. 

Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien häufig und kommt auch auf 
Cypern (sec. Prout) vor. 

117. Ptychopoda (Acidalia) allongata Stgr. (2989). 

Ein einzelnes geflogenes d, am 8. Mai in Chalepa erbeutet, gehört höchst- 
wahrscheinlich dieser Art an. Die Abbildung bei Prout (Seitz, Pal. Großschm., 
p. 114, Taf. 3 g, cT) stellt offenbar ein sehr großes Stück dar. 

Bisher nur aus Palästina und Mardin angegeben. 

118. Ptychopoda (Acidalia) laevigata Sc. (3002). 

Mehrere Stücke beiderlei Geschlechts anfangs Juni in Neapolis gefangen (Rbl.). 
Auch aus Griechenland, .\rmenien und Svrien bekannt. 

119. Acidalia troglodytaria H.-S. (3o 10'^). 

Die Art wurde von Herrich- Schäffer nach einem einzelnen o von Kreta 
(Friv.) aufgestellt. 

Sie soll sehr klein sein, das Gesicht braun, die Hintertibien nur mit Endsporen. 
Flügel silberweiß, glänzend, mit kaum einer Spur der üblichen Querlinien und der 
Subterminallinie, Jedoch mit deutlichen Mittelpunkten und Punkten in den Fransen 
an den Adernenden. 

Mir ist leider nichts Hierhergehöriges auf Kreta untergekommen. Ohne Kenntnis 
des männlichen Geschlechts wußte bereits Staudinger (Hör., VII, p. 148) mit der 
Tvpe nichts Bestimmtes anzufangen. Es empfiehlt sich daher, wie dies Prout (Seitz, 
1. c, IV, p. 120) nach dem Vorschlag Püngelers tat, den Namen bis auf weiteres 
als selbständige Art zu führen. 

120. Ptychopoda (Acidalia) incarnaria H.-S. (3oii). 

Eine .\nzahl Stücke beiderlei Geschlechts anfangs Juni bei Neapolis gefangen 
(Rbl.). 

Die Stücke sind bleich vidlettgrau, fast ohne rötlichen Schimmer. 
Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

121. Ptychopoda (Acidalia) ostrinaria Hb. (3oi6j. 
Zwei männliche Stücke von Neapolis anfangs Juni (Rbl.). 

Wie die vorige Art in Griechenland und Kleinasien verbreitet, auch von der 
Insel Rhodus nachgewiesen. 

122. Ptychopoda (Acidalia) herbariata F. (3o2o). 

Von Holtz in Asitaes im Wohnhaus beobachtet (mündliche Mitteilung). 

Ein von mir in Neapolis anfangs Juni erbeutetes männliches Stück gehört der 
schwach gezeichneten Form adherbariata Stgr. an, welche wahrscheinlich auf Kreta 
wie in Svrien vorherrscht. 

Die Art ist in Griechenland und Westasien verbreitet. 



l34 Prof. Dr. H. Rebel. 



123. Ptychopoda (Acidalia) elongaria Rbr. (3o23). 
Ein einzelnes cf erbeutete icti in Canea am 8. Mai. 
Die Art ist in Griechenland und Westasien verbreitet. 

124. Ptychopoda (Acidalia) ßlicata Hb. (3o32). 

Verbreitet und häufig. Sichergestellte Fundorte sind: Chalepa, 7. — g. Mai 
(häufig, Rbl.), Perivolia, 7. Mai, Suda-Bay, 9. Mai (Rbl.), Nerokuri, 10. Mai (Stur.), 
Asitaes, 25. April bis 5. Mai (Holtz), Spili, um den 10. Mai an Licht (Dörfl.), Nea- 
polis, anfangs Juni (Rbl.), Kristallenia, nach Mitte Juni (Rbl.). 

Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien häufig. 

125. Ptychopoda (Acidalia) degeneraria Hb. (3o43). 

Eine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts fing ich bei Neapolis und Kristallenia 
im Juni. 

Bei Neapolis auch ein cf der ab. depravata Stgr. 

In Griechenland, Kleinasien und auf Cypern verbreitet. 

126. Ptychopoda (Acidalia) deversaria Hb. (3047). 

Ich fing einige Stücke (cf, 9) i'^ Kristallenia an Licht in der zweiten Juni- 
hälfte. Ein Q ist fast zeichnungslos, gleichmäßig grau bestäubt. 
In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

127. Acidalia turhidaria (Hb.) H.-S. (3054). 

Ich fing ein weibliches Stück anfangs Juni bei Neapolis. 

Aus Griechenland und Kleinasien bekannt, auch von Cypern nachgewiesen. 

128. Acidalia ochroleucata H.-S. (3oo8). 

Diese Art hatte ich bereits in einer Anmerkung als «höchst wahrscheinlich» 
auf Kreta vorkommend erwähnt, als ich die Angabe bei Prout (Seitz, Pal. Großschm., 
IV, p. 59) fand, wonach er ein Stück von Kreta gesehen hat. 

Die Art ist auch aus Griechenland (Attika, det. Rbl.), von Cypern, Ägypten 
und Sizilien bekannt. 

129. Acidalia marginepunctata Goeze (3064). 

Einige Stücke (cf, g) bei Neapolis und Kristallenia erbeutet (Rbl.). 
In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

i3o. Acidalia luridata Z. [coenosaria Led.) (3067). 

Offenbar im Küstengebiete auf Kreta verbreitet. Mir liegen Belegstücke vor 
von: Candia, 15. — 3o. April (Holtz, cf, g), St. Nicolo, Mai mehrfach (cf, g, Rbl.). 

Die Stücke variieren beträchtlich. Die Grundfarbe der Flügel ist bald mehr 
grau, bald mehr rötlich, die Zeichnung dunkelgrau oder bräunlich. Die abgesetzten 
Saumstriche treten zuweilen stark schwärzlich auf, zuweilen sind sie kurz und ver- 
loschen. 

Ich folge der Nomenklatur von Prout (in Seitz, Pal. Großschm., Bd. IV, 
p. 64), welche sich auf Typenvergleich stützt, wonach luridata Z. (von Rhodus) der 
ältere Name der bisher als coenosaria Led. bekannten Art ist. 

Sie kommt außer auf Rhodus und Kreta auch in Griechenland, Kleinasien 
und Cypern vor. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. i35 



i3i. Acidalia submutata Tr. (3o68). 

Je ein d" von Chalepa, 7. Mai (Rbl.), Kritsa, 23. Mai (Rbl.) und ein q von 
Asitaes, 25. Mai (Holtz). 

Ebenfalls in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

i32. Acidalia imitaria Hb. (3093). 

Bei Kritsa, 23. Mai, Neapolis, anfangs Juni (mehrfach), und Kristallenia nach 
Mitte Juni erbeutet (Rbl.). 

Manche Stücke (cf) sind tief rötlich, andere bleicher mit starkem dunklen 
Mittelschatten. 

Auch in Griechenland, Kleinasien häufig und auch von Cypern bekannt. 

i33. Acidalia ornata Sc. (3095). — Math., p. iii. 

Ich erbeutete Je ein Stück bei Chalepa, 7. Mai und Candia, Mitte Mai. Ma- 
thew gibt sie für die Suda-Bay an. 

Auch in Griechenland und Kleinasien häufig. 

134. Glossotrophia (Acidalia) conßnaria H.-S. (3o66''). — Prout in 
Seitz, Pal. Großschm., IV, p. 82. 

Ein einzelnes, sehr gut erhaltenes und sehr großes cT' von 14 mm Vorder- 
flügellänge erbeutete Holtz bei Asitaes. 

Es stimmt eigentlich sehr gut mit weiblichen Stücken der Gl. difßnaria Prout 
aus Kleinasien, die Hinterschienen besitzen aber (wie conßnaria) einen kräftigen 
Endsporn, welcher bei diffinaiia-d fehlt. Ich sehe mich daher veranlaßt, das Stück 
bis auf weiteres bei confinaria zu belassen. 

Die Annahme einer eigenen Gattung (^Glossotrophia Prout) für diese Art- 
gruppe scheint mir gerechtfertigt. 

Gl. conßnaria ist auch aus Griechenland nachgewiesen, dürfte aber in Klein- 
asien fehlen. 

135. Cosymbia (Ephyra) pupillaria Hb. (3 11 2). 

Ein in Mallaes am 20. Juni erbeutetes (f gehört der Form gyrata Hb. an. 
Auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

i36. Problepsis ocellata Friv. (3105), Röv. Att., p. 185, Taf. 3, Fig. i (9), 
la (cT, Caput), — Stgr., Hör., VII, p. 154. 

Eine der schönsten Entdeckungen der Sammler 
Frivaldszkys auf Kreta. Offenbar auf der Insel ver- 
breitet, aber selten. Ich fand ein schadhaftes Stück bei 
Kavusi am 20. Mai. Holtz brachte von .Asitaes ein 
frisches, im Mai gefangenes <j mit (Fig, 5). 

In Griechenland außer auf der Insel Naxos, kürz- 
lich auch am Parnass gefunden (Pag., det. Rbl., M. C.). 
Sonst aus dem südlichen Kleinasien und Svrien bekannt. Fig. 5, 

137. Rhodostrophia sicanaria (Z, 3i23) cretacaria (nov. subspec.) (cf, g»), 
— Taf. IV, Fig. I (ö). 

Eine Serie von 17 Stücken (9 cf, 8 5) von nachstehenden Fundorten: Franko- 
kasteli (12. April, Dörfl.), Chalepa (7. Mai, Rbl.), Suda-Bay (g. Mai, Rbl.), Nerokuri 




J.36 Prof. Dr. H. Rebel. 



(lo. Mai, Stur.), Melabes (19. Mai, Dörfl.), Asitaes (14. Mai bis 18. Juni, Holtz), 
Harmeni (i3. Juni, Dörfl.), Kristallenia (nach Mitte Juni, Rbl.). 

Die Stücke bilden eine neue Lokalform, welche dadurch ein besonderes Inter- 
esse crewinnt, daß sie der westmediterranen Rh. sicanaria Z. angehört. Die cf be- 
sitzen nämlich an den Hinterschienen keinen Haarpinsel und einen nicht keulen- 
förmigen Mediansporn. Beim g kommt zuweilen ein zweiter, gleichlanger Median- 
sporn vor. Überdies hat die kretensische Rasse die gestreckte Flügelform der sicanaria, 
von welcher sie sich durch geringere Durchschnittsgröße (Vorderflügellänge 16 bis 
17 mm) und das konstante Auftreten eines dunklen Mittelpunktes auf Vorder- und 
Hinterflügel unterscheidet. Die rote Zeichnung ist recht variabel und schränkt beim 
g zuweilen den olivenfarbigen Flügelgrund stark ein. An der äußeren Querbinde 
treten zuweilen die sie begrenzenden beiden Querstreifen sehr stark hervor und ihr 
Zwischenraum zeigt dann die helle Grundfarbe. Auf den Hinterflügeln ist diese 
äußere Querbinde stets breiter als auf den Vorderflügeln, was bei der Stammform 
sicanaria nicht der Fall ist. Auf der Unterseite tritt hier auch auf den Vorder- 
flügeln der Mittelpunkt sehr stark auf, wo er bei typischen sicanaria stets fehlt. 
Zweifellos bezieht sich auf diese ausgezeichnete Lokalform der sicanaria die 
Bemerkung bei Prout(Seitz, Großschm., IV. Bd., p. 38), welche er bei calabraria 
tabidaria Z. über Exemplare aus Kreta machte. Da er nur weibliche beschädigte 
Stücke vor sich hatte, konnte er die Zugehörigkeit derselben zu sicanaria nicht 
erkennen. 

Von Staudinger (Hör., XIV, p. 438) wird auch angegeben, daß Zach Rh. 
tabidaria auf Cypern gefangen habe, welche Angabe im Katalog und bei Prout 
(1. c.) wiederholt wird. 

Nach einem vorliegenden Pärchen von Cypern besteht kein Zweifel, daß es 
sich ebenfalls um eine sicanaria-¥ orm handelt, welche sich von der sehr nahe- 
stehenden cretacaria wohl konstant durch kleinere, mehr strichförmige Mittelpunkte 
und schmälere Mittelbinde der Hinterflügel unterscheidet. Ich habe ihr den Namen 
cypriaria gegeben (XXVI. Jahresb. d. Wiener Ent. Ver., p. 107). 

Wenn man erwägt, daß die aus Armenien und Persien bekannt gewordene 
Rh. sieversi Chr. in der Beschaffenheit der männlichen Hinterbeine mit sicanaria 
übereinstimmt, verliert die Tatsache, daß auf Kreta und Cypern sicanaria-Fovmtn 
fliegen, ihre anfänglich überraschende Bedeutung. 

, Überdies hat das Vorkommen der westmediterranen (lusitanischen) Rh. sica- 
naria auf Kreta ein sehr bemerkenswertes Gegenstück in Jenem der ebenfalls west- 
mediterranen Pyrausta pellicalis Stgr. (222). 

i38. Rhodometra sacraria L. (3143). — Math., 1. c, p. iii. 
Ein frisches cf anfangs Juni bei Neapolis erbeutet (Rbl.), gehört der stark röt- 
lichen Form sanguinaria Esp. an. Mathew gibt die Art von der Suda-Bay an. 
In Griechenland, Westasien und auf Cypern verbreitet. 
139. Anaitis plagiata L. (3220). — Math., 1. c, p. iii {Änaitis spec). 
Verbreitet und häufig auf Kreta. Beobachtete Flugzeit von Ende April bis 
anfangs Juli. Belegstücke liegen vor von: Chalepa, 7. Mai (Rbl.), Spili, Ende April 
(Dörfl.), St. Nicolo, Kavusi und Kritsa im Mai (Rbl.), Neapolis, anfangs Juni (Rbl.), 
Mallaes, 20. Juni (Rbl.), Pyrgos, anfangs Juli (Dörfl.). 

Die Stücke sind durchschnittlich heller, aber nur zum Teil auch kleiner als 
Stücke der Stammform. Sie gehören also zum Teil der Form pallidata Stgr. an. 



Die Lepidopteren Fauna Kretas. i^y 



Verbreitet in Griechenland, Kleinasien und auch auf Cypern, vorherrschend 
in der Form pallidata. 

140. Larentia ßuctuata L. (3344). 

Ich erbeutete in Chalepa am 5. Mai ein g von normalem Aussehen (Rbl.). 
Holtz traf die Art anfangs April bei Asitaes. 

Überall in Griechenland und Westasien, auch von Cypern und Rhodus bekannt. 

141. Larentia fluviata Hb. (3378). 
Bei Neapolis anfangs Juni drei cT (Rbl.). 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

142. Larentia eteocretica Rbl., Zool.-bot. Ges., igo6, p. 233. — Prout in 
Seitz, Pal. Großschm., IV, p. 238. — Taf. IV, Fig. 11 (g). 

Zwei g dieser neu beschriebenen Art wurden von Holtz Mitte Mai bei Asitaes 
erbeutet. 

Die Art kommt der L. tophaccata Schiff, nahe, ist aber kleiner, schmalflügeliger, 
mit kürzeren Palpen und einfarbig bräunlichgrauen Fühlern, deren Gliederenden spitz 
vortreten, so daß hier die (weiblichen) Fühler sägezähnig erscheinen, wogegen sie 
bei tophaccata- Q fadenförmig und dunkel geringt sind. 

Auf den Flügeln, welche eine gleiche, aber mehr verwaschene Zeichnungs- 
anlage wie L. tophaccata zeigen, ist die gelbe Einmischung nur im Saumfelde an- 
gedeutet, der dunkelgraue Vorderrandfleck vor der Flügelspitze ist größer, die 
schwarzen Saumstriche sind zwischen den Adern nur kurz unterbrochen, erscheinen 
also viel geschlossener als bei tophaccata. Auf den Hinterflügeln ist die weißliche 
Mittelbinde viel stumpfer gebrochen, das heißt, das graue Basalfeld tritt in der Mitte 
nicht so spitz vor. Auf der Unterseite sind die schwärzlichen Mittelpunkte kaum 
angedeutet. 

Vorder flügellänge 14 mm, Expansion 26 mm. 

143. Larentia ludißcata Stgr. (3409). — Prout in Seitz, Pal. Großschm., 
IV, p. 240. 

Es liegt mir nur ein g von Sphakia. 26. März (Dörfl.), vor, welches der Form 
decipiata Stgr. angehört. 

Aus Griechenland beschrieben, aber auch im südlichen Kleinasien und Mittel- 
italien (sec. Prout) verbreitet. 

144. Larentia unicata Gn. (3431). 

Ich erbeutete ein cT in Chalepa am 6. Mai (Rbl.), traf die Art aber später 
nicht mehr an. 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

145. Larentia galiata SchitF. (3434). — Prout, 1. c, p. 257. 

Ein geflogenes g von Tylisso, 14. Mai (Stur.) und ein beschädigtes männ- 
liches Stück von Asitaes Mitte Mai (Holtz). 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

146. Larentia bilineata L. (3481). — Math., p. iii. 

Verbreitet auf Kreta und stellenweise, so bei Chalepa anfangs Mai (Rbl.), recht 
häufig. 



l38 Prof. Dr. H. Rebel. 



In der typischen Form auf Kreta nur im männlichen Geschlecht vorkom- 
mend, so von Canea, 27. April (Döifl.), Chalepa und Perivolia, 7. — 9. Mai (Rbl.), 
Melabes, 19. Mai (Dörfl.). 

Die dazu gehörigen weiblichen Stücke, von denselben Fundorten und auch von 
Neapolis anfangs Juni (Rbl.), gehören nach der bräunlichen (nicht gelben) Grund- 
farbe der Vorderflügel der Form testaceolata Stgr. an. Zuweilen wird die ein- 
ander zugekehrte Einfassung der das Mittelfeld der Vorderflügel begrenzenden weißen 
Querlinien breit schwärzlich, welche Form der ab. infuscata Gumppbrg. der Stamm- 
art entspricht. Selten zeigen auch männliche Stücke die bräunliche Grundfarbe der 
Vorderflügel der Form testaceolata, wie dies bei je einem cf von Chalepa (7. Mai, 
Rbl.) und Kavusi (21. Mai, Rbl.) der Fall ist. 

Aul3er den bisher erwähnten Formen liegen mir noch drei von Dörfler im 
Mai gesammelte Stücke, und zwar ein cf von Paximadhia, 16. Mai, und je ein 9 
von Spili, 12. Mai, und Melabes, 19. Mai, vor, welche zufolge der vorwiegend grau 
gefärbten Vorder- und Hinterflügel nur der Form grisescens Stgr. (8482) zu- 
gerechnet werden können, welche Staudinger (Hör., VII, p. 176; «Iris», V, p. 247) 
aus Griechenland und aus dem Gebiete von Amasia und Tokat erwähnt. 

Diese drei Stücke sind auch größer (Vorderflügellänge 15 gegen i3 — 14 nor- 
maler bilineata) und unterseits nur auf den Vorderflügeln schwach gelblich gefärbt 
mit sehr starken Mittelpunkten und solchem äußeren Querstreif. Ich halte sie 
bestimmt nicht für eine eigene Art. 

Die von Prout (in Seitz, Pal. Großschm,, Geom., IV, p. 249) nach Stücken 
vom Labyrinth auf Kreta aufgestellte Form pallida, welche heller gefärbt sein soll 
mit weißlichem Zentralband des Mittelfeldes der Vorderflügel, blieb mir in natura 
unbekannt. Vielleicht ist es eine Höhlenform. 

L. bilineata ist in Südosteuropa und Westasien allgemein verbreitet und tritt 
auf Cypern in der F'orm bohatschi Aign.^) auf, welche sich durch einen sehr weit 
gehenden Dichroismus der Geschlechter auszeichnet. Auch von Rhodus gibt Zeiler 
L. bilineata an. 

147. Larentia lasithiotica Rbl., Zool.-bot. Ges., 1906, p. 233. — Prout in 
Seitz, Pal. Großschm., IV, p. 243. — Taf. IV, Fig. 2 {d'). 

Ein Pärchen in der Hochregion des Lasithi-Gebirges in ca. 1900 m Seehöhe 
am 14. Juni erbeutet (Rbl.). 

Diese neue, der L. berberata zunächst stehende Art macht einen von dieser 
recht verschiedenen Eindruck. Die äußere Begrenzung des hier viel schmäleren 
weißgrauen Mittelfeldes der Vorderflügel ist eine vollständige, die innere Begrenzung 
desselben wird durch einen viel stärker geschwungenen, schwarzbraunen Querstreifen 
gebildet. Der die Flügelspitze teilende schwarze Längsstrich bleibt viel schwächer 
und von der dunklen, oberen Ausfüllung des äußeren Querstreifens weiter getrennt 
als bei berberata. Die Fransen sind an den Adernenden scharf dunkel gefleckt. 
Die Hinterflügel zeigen beim cT vor dem Saum eine deutliche weiße gewellte Sub- 
terminallinie. 

Im ganzen macht das Tier einen mehr grauen, unruhigeren Eindruck. Vor- 
derflügellänge i3 — 15 mm. 

Es scheint sich um eine dem südlichen Hochgebirge angepaßte Form zu han- 
deln, da ein von Ribbe aus der Sierra Nevada (Andalusien) erhaltenes cf bereits 



^) Roy. Lapok, IX, p. 144; Verh. d. zool.-bot. Ges., IQOS, p. 165. 



Die [.epidopteienfauna Kretas. I^g 



große Ähnlichkeit mit L. lasithiotica besitzt. Es zeigt jedoch etwas gestrecictere 
Flügel, ein etwas breiteres graues Mittelfeld der Vorderflügel, dessen innere Be- 
grenzung viel weniger stark geschwungen als bei lasithiotica, aber doch noch stärker 
geschwungen als bei berberata ist. Die andalusische Form mag den Namen neva- 
densis führen. 

148. Phibalapteryx (Cidaria) poly grammata Bkh. (3667). — Prout, 1. c, 
p. 249. 

Je ein männliches Stück erbeutete ich in Canea am 8. Mai und in Candia am 
14. Mai (Rbl.). 

Bisher nicht aus Griechenland, wohl aber aus Kleinasien nachgewiesen. 

149. Gytnnoscelis pumilata Hb. (3658). 

In den Küstengebieten der Insel verbreitet und stellenweise sehr häufig. Beleg- 
stücke liegen vor von Chalepa, 7. — 9. Mai, Candia, 12. — 15. Mai, St. Nicolo, Ende 
Mai, und Neapolis, anfangs Juni (Rbl.). 

Die meisten Stücke gehören der meist kleineren, vorherrschend grau gefärbten 
Form tempestivata Z. an. 

Überall im Mediterrangebiet verbreitet und häufig.^) 

150. Nychiodes amygdalaria H.-S. (3840). — Stgr., Hör., VII, p. 161, 
Nr. 433. 

Von den Sammlern Frivaldszkvs auf Kreta entdeckt, wo die Art aber, wie 
auch anderwärts, recht selten sein mui3, da mir kein Stück von Kreta bekannt 
wurde. 

Scheint auf dem griechischen Festlande noch nicht gefunden worden zu sein, 
wohl aber in Ostrumelien und Mazedonien und an zahlreichen Lokalitäten Klein- 
asiens. 

151. Boarmia gemmaria Brahm. (3878). 

Zwei cf in Neapolis aus einer Epheuhecke anfangs Juni gescheucht (Rbl.). 
Die .^rt ist auch in Griechenland und Kleinasien häufig und kommt auch auf 
Cvpern (^Rbl.) vor.^) 

152. Boarmia umbraria Hb. (3886). 

Ein frisches, scharf gezeichnetes cf fing Holtz am 12. Mai in Asitaes {M.. C.). 
Die .Art kommt auch in Griechenland und Kleinasien vor. 

153. Gnophos stevenaria B. (3922). 

Ein 9 dieser seltenen Art erbeutete ich am 21. Juni in Mallaes (Rbl.). 
In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

154. Gnophos sartata Tr. (3929). 

Häufig auf Kreta mit lang ausgedehnter Flugzeit und Höhenverbreitung bis 
über 1400 m (Lasithi, Rbl.). Belegstücke (cf, g) liegen vor von: Paximadhia minor. 



^) Zweifellos duften auf Kreta auch echte Tepliroclvstia (EitpitlicciaJ-Xrlen nicht ganz fehlen, wie 
T. ultimaria minusculata Alph., T. iinedonata Mab., T. oxycedrata Rbr. u. a. Jedenfalls sind sie aber 
viel sehener als Grmn. piniiilata. Auch Semiothisa (Macaria) aestimaria Hb. dürfte auf Kreta nicht 
fehlen. 

-) Boarmia perversaria correptaria Z., welche auch in Kleinasien und auf Cvpern vorkommt, 
dürfte auf Kreta noch aufgefunden werden. 



j .Q Prof. Dr. H. Rebel. 



17. Mai (Dörß.), Hag. Galinis— Melabes, 18. Mai (Dörfl.), Diblokhori, 19. Mai (Dörfl.), 
Kavusi, 21. Mai (Rbl.), Neapolis, anfangs Juni und Kristallenia, zweite Hälfte Juni, 
zahlreich (Rbl.). 

Die größeren 9 sind viel seltener als die cf. 

Häufig in Griechenland und Kleinasien. 

155. Gnophos dubitaria (Stgr.) graecaria Stgr. (3952^). 

Verbreitet, aber einzeln. Nachgewiesene Fundorte sind: Canea, März '06 (Birö, 
cT, vid. Rbl.), Selia, 19. April (verflogenes cT, Dörfl.), Neapolis, anfangs Juni (ein 
ganz frisches cf, Rbl.). 

Die Stücke erinnern ganz an Gn. variegata Dup., auch die «rieslige» Flügel- 
beschuppung ist vorhanden, die kurz kammzähnigen Fühler verweisen aber auf 
Gn. dubitaria graecaria. 

Bisher wurde die Art nur aus Griechenland, Nordpersien und Mesopotamien 
bekannt. 

156. Gnophos dolosaria H.-S. (3955). — Stgr., Hör., VII, p. 165. 

Von den Sammlern Frivaldszkys auf Kreta entdeckt. Ich traf die Art 

nicht an. 

Auch aus Attika, Morea, Makedonien und Magnesia bekannt. 

157. Scodiona conspersaria (S.V.) crassipunctaria (nov. subspec.) (cT, 9). 
- Taf. IV, Fig. 5(9). 

Drei Pärchen von Kreta mit nachstehenden Funddaten: Sphakia, 26. März 
(9, Dörfl.), Hag. Varvära, 8. Mai (9, Holtz), Melabes, 19. Mai {(^, Dörfl.), Asitaes, 
28. Mai (cf, 9, Holtz), Neapolis, anfangs Juni (Rbl.). 

Die Stücke sind, namentlich im männlichen Geschlecht, viel grauer gefärbt 
als mitteleuropäische, der Mittelpunkt der Vorderflügel viel grölBer, schwarz, mit 
schwach erkennbarem lichteren Kern. Der bräunliche Mittelschatten der Vorderflügel 
tritt namentlich beim 9 oft sehr deutlich auf. Die Punktreihen sind oft nur sehr 
schwach angedeutet. Es handelt sich um eine wenig ditferenzierte Lokalform. 

Die Art ist überall in Südosteuropa und Westasien verbreitet. 

158. Aspilates ochrearia Rossi (4077). 

In der Umgebung Caneas, auch bei Chalepa und der Suda-Bay anfangs Mai 
mehrfach erbeutet (cf, 9, Rbl.). 

Überall in Südosteuropa und Westasien verbreitet, auch von der Insel Cypern 
bekannt. 

Chloephoridae. 

159. Earias insulana B. (4134). — Stgr., Hör., VII, p. 107, Nr. i83. 

Auf den Johannisbrotbäumen (Ceratonia siliqua) in Kreta sehr häufig (Janos 
V. Frivaldszky, sec. Stgr., 1. c). Dürfte in Ostkreta seltener sein, da ich die Art 
daselbst nicht fand. 

Dieselbe scheint auch in Griechenland zu fehlen, ist aber aus Cypern, Syrien 
und Ägypten bekannt. 



Die Lepidopterent'auiia Kretas. ^4^ 



Syntomidae. 

i6o. Dysauxes punctata F. (4156). — D. hj^alina Frr., N. B., V, p. 152, 
Taf. 473, Fig. 2. — Fletch., 1. c, p. 245. 

Freyer gibt bei Aufstellung seiner hyalina an, daß Dr. Frivaldszky. von 
der Insel Kreta über 20 gleiche Exemplare erhalten habe. Sie fliegt im Mai in der 
Ebene bei Canea. 

Fletcher (1. c.) erwähnt ein Stück von der Suda-Bey, welches zur Form 
hyalina Frr. hinneigt. 

Gleiches gilt von einer Anzahl Stücke, welche ich im Juni in Neapolis und 
Kristallenia erbeutete. Nur die d" zeigen die Hinterflügel im Kostalteil glasig. 

Dieselbe Form kommt auch in Griechenland, Rhodus und Kleinasien vor. 

Arctiidae. 

161. Phragmatobia fuliginosa L. (4168). 

Ich zog von einer im Juni in Kristallenia gefundenen Raupe am 22. Juli '04 
ein 9 der Form fervida Stgr. Auch Birö zog die Art aus der Puppe. 
Die Art ist in Südeuropa und Westasien weit verbreitet. 

162. Callimorpha quadripunctaria Poda (4248). — Luc, 1. c, p. 568, 
Nr. 192 (hera). — Raul, p. loio (hera). — Math., I. c, p. iii. 

Verbreitet, aber einzeln von Ende Juni ab. Lucas gibt die bewaldeten Teile 
des Ida-Gebirges an, Mathew Canea als Flugplatz. Ich selbst beobachtete die Art 
während des Rittes von Kristallenia nach Candia auf der Paßhöhe im Platanen- 
gebüsch. Dörfler fand sie bei Spili, 26. Juni, bei Turloti (Sitia, 19. Juli) und im 
Lasithi-Gebiet Ende Juli. Ein Stück kann bereits der großen, tief gefärbten Form 
fulgida Obthr. zugerechnet werden. 

Überall in Osteuropa und Kleinasien, auch von Rhodus und Cypern bekannt. 

i63. Utetheisa (Deiopeia) pulchella L. (4257). — Luc, 1. c, p. 568, 
Nr. 191 (piilchra). — Raul., p. 1018. 

Nach Lucas in allen Teilen der Insel sehr verbreitet. Ich traf die Art 
nicht an. 

Als Zugtier überall im Mediterrangebiet, auch von Cypern und Rhodus bekannt. 

Zygaenidae. 

164. Zygaena punctum (O.) dystrepta F. d. W. (4333«). — Frr., N. B., 
V, p. 152, Taf. 473, Fig. I (pythia). 

Nach Frey er «durch die Bemühungen des Herrn Dr. Frivaldszky auf der 
Insel Kreta bei Canea im Juni aufgefunden». 

Holtz traf die Art mehrfach vom 25. Mai ab bei Asitaes, ich selbst bei Nea- 
polis und Kristallenia nicht selten im Juni. 

Die Stücke variieren wenig. Bei den cf bleibt der Radialstamm der Vorder- 
flügel schwarz; bei den 9 ist er grau oder in die rote Färbung des Diskus auf- 
genommen. 

Dieselbe Form dystrepta findet sich auch in Griechenland und Kleinasien. 



142 



Prof. Dr. H. Rebel. 



165. Ino (Procris) ampelophaga ßayle (4394). 

Ich erbeutete bei Neapolis, wo Wein gepflanzt wird, ein frisches cT dieser Art 
anfangs Juni. 

Auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

166. Ino (Procris) globulariae Hb. (4407). 

Ein ganz frisches (^ erbeutete Holtz am 12. Mai bei Asitaes. Das Stück ist 
dicht beschuppt, Vorderflügel blaugrün, wie häufig bei ungarischen Stücken. 

Übereinstimmende Stücke sind nur von der Balkanhalbinsel, aus Griechenland 
bekannt, nicht aber aus Kleinasien. 

Limacodidae. 

167. Cochlidion creticum Rbl., Zool.-bot. Ges., 1906, p. 286. — Taf. IV, 
Fig. 3 (o"). 

In Kristallenia erbeutete ich von Mitte Juni ab an Licht eine Anzahl männ- 
licher Stücke dieser neuen Art, welche in der Regel zeichnungslose, bleich ocker- 
gelbe Vorderflügel und hellgraue Hinterflügel mit ockergelben Fransen besitzt. 
Selten, wie bei dem abgebildeten Stück, findet sich auf den Vorderflügeln ein feiner 
geschwungener, schwärzlicher Mittelquerstreifen. Die ockergelben Fransen der Vor- 
derflügel sind am Ende in einer feinen Linie braun. 

Von Cochl. limacodes aberr. ochracea Seitz (Pal. Großschm., II, p. 341) auch 
durch bedeutendere Größe, breitere Flügelform und bleicher graue Hinterflügel 
verschieden. 

Näher kommt die algerische Cochl. codeti Obthr., welche aber zumeist noch 
eine innere, dunkle Querlinie auf den Vorderflügeln und ockergelbe Hinterflügel 
besitzt. 

Psychidae. 

168. ? Acanthopsyche atra L. {opacella H.-S.) (4446). 

Ein bei Kristallenia Mitte Juni auf sterilem Felsterrain gefundener Sack, welcher 
mit jenem von Ac. atra übereinstimmt, enthielt noch die Raupe, welche sich als- 
bald festspann und am Hinterende des Sackes eine 5 mm lange, dichte weiße Röhre 
bildete, so daß ich das Ausschlüpfen eines männlichen Falters erwartete. Zu meiner 
Überraschung öffnete sich am 5. August die weiße Röhre und ein weibliches Tier 
fiel heraus. 

Das lebend beschriebene Tier hatte eine Länge von 10 mm, war wachsgelb, 
Kopf und Thorax honiggelb, mit deutlichen ebenso gefärbten Beinstummeln. Die 
Augen waren schwarz. Auf der Ventralseite des 8. Abdominalsegmentes fand sich ein 
Halbring gelbgrauer Wollhaare. Die Legeröhre war stumpf. Der Darm schien unter- 
seits schwärzlich durch. 

Ac. atra ist östlich nur aus Armenien angegeben. 

169. Apterona crenulella Brd. (4499). 

Ich fand bei St. Nicolo, Neapolis und Kristallenia eine größere Anzahl leerer, 
weiblicher Säcke, welche wahrscheinlich der parthenogenetischen Form helix Sieb. 
angehören. 

Auf der Balkanhalbinsel verbreitet, auch in Griechenland (M. C.) und Klein- 
asien nachgewiesen. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 14-^ 



170. Fumea. reticulatella ßrd. (4523). 

Verbreitet und, wie es scheint, die einzige Vertreterin der Gattung auf Kreta. 

Ich fand männliche Falter bei Kavusi, 20. Mai, Neapolis, Ende Mai, und Kri- 
stallenia im Juni, zog an letzterem Orte auch den Falter aus angesponnenen Säcken. 
Überdies liegen mir Säcke noch von Tvlisso und Mallaes vor. 

F"raglich bleibt nur ein sehr schwach bekleideter Sack, welchen ich am Gipfel 
des Aphendi Christos (2155 m) an Steinen fand. 

Die männlichen Falter stimmen gut mit solchen aus Dalmatien überein. 

Bisher aus Griechenland nicht nachgewiesen (in Morea die nahe verwandte 
F. glaplij-rella Rbl.), wohl aber aus der Umgebung von Brussa. 

Sesiidae. 

171. Sesia masariformis (O.) odynerifortnis H.-S. (4580=^). — Stgr., Hör., 
VII, p. g3. — Bart, in Seitz, Pal. Großschm., III, p. 401. 

Von Janos v. Fri valdszk y auf Kreta in einem weiblichen Stück gefunden. 
Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

172. Sesia fenusaeformis Led. (^4616). — Stgr., Hör., VII, p. 284. — Bart, 
in Seitz, Pal. Großschm., II, p. 4i3. 

Das Vorkommen auf Kreta stützt sich auf die Angaben bei Herrich-Schä f fer 
(II, p. 74: leucopsifornüs-<S von Dr. v. Frivaldszky aus Kreta) und Staudinger 
(1. c, ex coli. Lederer). 

Die Art ist sonst aus Kleinasien bekannt. 

173. Sesia cretica (nov. spec.) ($). — Taf. IV, Fig. 8 (g). 

Je ein ganz frisches weibliches Stück aus Kristallenia und Mallaes, um den 
20. Juni erbeutet, gehört einer neuen Art aus naher Verwandtschaft der Ses. affinis 
Stgr. an. 

Allgemeinfärbung tief schwarzbraun. Die Fühler (9) ungezeichnet. Stirne, 
Augenränder, Palpen und Vorderhüften rein weiß, nur das Palpenendglied schwärz- 
lich gemischt. Der Kopf hinten wie die Schulterdecken nach innen rostgelb ge- 
randet. Der Hinterleib mit einer unterbrochenen Mittelreihe rostgelber, nach hinten 
weißlicher Rückenflecke und seitlich rostgelb gemischtem Afterbüschel. Nur das 4. und 
6. Segment sind oberseits weiß gerandet, auch die Seitenkante in wechselnder Aus- 
dehnung weiß. Die Beine schwarzbraun, die Mittelschiene außen weiß beschuppt, 
die Endschiene nur in ihrer Basalhäfte weiß. Die Tarsen außen einfarbig braun, 
innen weißlich bestäubt. 

Die ziemlich kurzgeformten Vorderflügel schwarzbraun mit langem dreieckigen 
glasigen Keilfeld und höher als breitem glasigen Außenfeld, welches von vier 
schwarzen Adern durchschnitten wird. Der Vorderrand ist von der Mitte des Glas- 
feldes bis vor die Flügelspitze reinweiß. Das breite Saumfeld sowie die einfarbigen 
Fransen schwarzbraun. 

Die Hinterflügel mit schwarzbraunem, nach unten weißlich beschupptem Mittel- 
strich. Die Fransen schwarzbraun, am Innenrand weiß. Vorderflügellänge 8-5 mm, 
Expansion 18 mm. 

Von S. affinis durch bedeutendere Größe, durch das größere und längere 
Keilfeld, das höher als breite äußere Glasfeld der Vorderflügel, welches von 4 (statt 3) 



144 



Prof. Dr.. H. Rebel. 



Adern durchzogen wird, den breiten weißen Vorderrand der Vorderflügel und den 
seitlich rostbraunen Afterbusch des 9 verschieden. 

Trotz dieser Unterschiede liegt vielleicht nur eine Lokalform von S. afßnis 
vor, was sich erst nach Auffinden des männlichen Geschlechtes erweisen wird. 

S. affinis ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

174. Sesia minianiformis (Frr.) nigrobarbata (nov. subspec.) (9). 

Zwei kleine weibliche Stücke, von welchen eines am 5. Juni 'o3 bei Asitaes 
(Holtz), das andere um den 26. Juni bei Kristallenia (Rbl.) erbeutet wurden, unter- 
scheiden sich, abgesehen von der wohl belanglosen geringeren Größe (Vorderflügel- 
länge 7 mm, Expansion 16 mm), von normalen Stücken dadurch, daß der untere 
Rand des Palpenmittelgliedes einen tiefschwarzen Haarbesatz trägt. 

Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet und auch von Cypern 
bekannt. 

175. Sesia chalcidiformis Hb. (4629). — Stgr., Cat., ed. II, Nr. 564 (Greta); 
Hör., XIV, p. 3i3 (var. expleta : Greta). 

Nach den Angaben Stand ingers kommt zum mindesten die Form expleta 
Stgr. auf Kreta vor. 

Die Art ist in Griechenland und Westasien verbreitet. 

176. Paranthrene (Microsphecia) tineiformis Esp. (4634). 

Je ein cT von Asitaes, 25. Mai (Holtz) und Kristallenia, 26. Juni (Rbl.). 
Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

Cossidae. 

177. Dyspessa ulula Bkh. (4689). 

Ein etwas beschädigtes g erbeutete Holtz in Asitaes im Mai an Licht. 
Die Art ist auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet.^) 

Pyralidae. 

178. Crambus cassentiniellus Z. (109=^). — Zerny, Ann. nat. Hofm., Bd. 28, 
p. 302. 

In ganz frischen Stücken (cf, 9) in Chalepa am 7. Mai, Tylisso, 14. Mai und 
anfangs Juni abgeflogen noch bei Neapolis erbeutet (Rbl.). 2) 
Überall in Südosteuropa und Westasien. 

179. Crambus candiellus H.-S. (129). 

Nur ein ganz frisches c? am 8. Juni bei Canea an einer Sumpfstelle erbeutet 
(Rbl.). 



') Von Hepialiden wurde bisher kein Vertreter auf Kreta gefunden. Am ersten stünde das Vor- 
kommen von Hepialus amasinus H.-S. (4728) daselbst zu erwarten, welche Art auch auf Korfu und 
bei Amasia gefunden wurde. 

2) Wahrscheinlich bezieht sich auf diese Art auch die Angabe von Mathew (I. c, p. ill) über 
das Vorkommen von Crambus chrysonuchellus Sc. (io8j im Juni bei Canea und der Suda-Bay. Da 
ich eine Verwechslung für leicht möglich halte, übergehe ich die Angabe, um so mehr, als ich die Art 
nirgends auf Kreta antraf. 



Die Lepidopterent'auna Kretas. ' 45 



Die Art wurde nach einem von den Sammlern Frivaldszkys auf Kreta er- 
beuteten Stück aufgestellt. Einen Fundortsnachweis für das kontinentale Griechenland: 
Phaleron (Athen), 2. September 1874, gibt Staudinger (Hör., XV, p. 185, Anm.). 

Die Art wurde auch bei ßrussa gefunden. 

180. Eromene superbella Z. (155). 

Eine Serie von Stücken beiderlei Geschlechts aus der Umgebung von Neapolis, 
Ende Mai, anfangs Juni erbeutet (Rbl.). 

Bisher in Griechenland nicht gefunden, wohl aber in Dalmatien; in Westasien 
verbreitet, auch auf Cypern vorkommend. 

181. Anerastia ablutella Z. (2o3). 

Einige Stücke {d', 9) bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte erbeutet (Rbl.). 
Die Art ist auch aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. 

182. Ematheudes punctella Tr. (219). 

Häufig bei St. Nicolo und Neapolis, nur mehr einzeln bei Kristallenia, Ende 
Mai, Juni (Rbl.). 

Überall in Südosteuropa und Westasien. Auch von der Insel Cypern bekannt. 

i83. Homoeosoma sinuella F. (232). 

Mehrfach in der Umgebung Kristallenias gegen Ende Juni erbeutet (d", 9, Rbl.). 

Auch aus Griechenland und W^estasien bekannt. 

184. Homoeosoma nimbella Dup. (Z.) (248). 

Ein kleines geflogenes cf von Tylisso am 14. Mai (Stur.). 

Die Art ist auch aus Griechenland, von Brussa und Syrien bekannt. 

185. Homoeosoma binaevella Hb. (250). 

Ein schadhaftes cf in Neapolis Ende Mai gefangen (Rbl.). 
Auch aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. 

186. Plodia interpunctella Hb. (253). 

Ein 9 in Perivolia am 7. Mai gefangen (Rbl.). 
Mit dem menschlichen Haushalt verbreitet. 

187. Ephestia philetella (nov. spec.) (cf, $). 

Ein in Mallaes am 21. Juni erbeutetes Pärchen, von welchem das cf geflogen, 
das Q gut erhalten ist, gehört einer neuen Art an, welche am besten ihre Stellung 
neben Eph. calidella Gn. findet, von welcher sie sich aber durch einen viel schwä- 
cheren grauen (statt bräunlichen) Schuppenbusch an der Basis des Vorderrandes der 
Vorderflügelunterseite beim cf, viel schräger liegenden und gerader verlaufenden 
ersten schwärzlichen Querstreifen der Vorderflügel und glanzlos graue (statt weißlich 
opalisierende) Hinterflügel gut unterscheidet. 

Die Fühler hellgrau, fein schwärzlich geringt, die aufgebogenen Palpen hell- 
grau mit schwarzem Endglied, beim $ überdies auch die Endhälfte des Mittelgliedes 
schwarz. Kopf und Thorax sind hellgrau mit sehr feinen schwärzlichen Schuppen 
gemischt, die Beine hellgrau, fein schwärzlich bestäubt, mit breit weißlich gefleckten 
Gliederenden. Der Hinterleib hellgrau, unten weißgrau, am Rücken des 2. und 3. 
Segmentes mit schwärzlichem Querfleck. 

Annaleii des 1;. k. n;iturhistohschen Hofmuseums, Bd. XXX. iqlO. 10 



146 Prof. Dr. H. Rebel. 



Die Vorderflügel etwas breiter, mit vor der Spitze weniger stark gebogenem 
Vorderrand als bei Eph. calidella. Ihre graue Grundfarbe ist durch schwärzliche 
Bestäubung stark verdunkelt. Der vordere ziemlich breite schwarze Querstreifen 
reicht von ^j^ des Vorderrandes bis knapp vor die Mitte des Innenrandes. Er ist 
basalwärts breit weißlich gesäumt und sein basaler Rand verläuft nur schwach 
buchtig, nicht scharf zackig wie bei Eph. calidella. Der schwarze Mittelpunkt am 
Schluß der Mittelzelle ist hakenförmig, indem sich der kleine obere Punkt mittelst 
eines schrägen Striches mit dem viel größeren längsliegenden unteren Punkt ver- 
bindet. Der hintere schwarze Querstreifen beginnt bei ^/^ des Vorderrandes, bildet 
hierauf basalwärts eine seichte Einbuchtung, tritt hierauf stumpfwinklig vor und 
zieht dann schräg verlaufend in den Innenrand. Auch der hintere Querstreifen ist, 
nach außen, breit weißlich gesäumt, welche weiße Säumung vom Vorderrand bis 
zur stumpfen Ecke des hinteren Querstreifens nach außen breit schwärzlich begrenzt 
erscheint. Am Saume liegen sehr dicke schwarze Saumpunkte. Die grauen Fransen 
sind in ihrer ßasalhälfte schwärzlich beschuppt. Die Hinterflügel beim cf aschgrau, 
beim g schwärzlichgrau mit weißlichen Fransen, welche in ihrer ßasalhälfte eine 
schwärzliche Schuppenlinie zeigen. 

Auf der Unterseite sind die Vorderflügel bräunlichgrau mit schwärzlichem 
Kostalfleck vor der Spitze, die Hinterfiügel aschgrau, beim cT heller. Vorderflügel- 
länge 8 — 9 mm, Expansion 16 — ig mm. 

188. Ephestia zosteriella Rag. (270). 

Ein einzelnes, gut erhaltenes cT in St. Nicolo Ende Mai erbeutet, gehört fast 
zweifellos dieser Art an. Es unterscheidet sich von der Abbildung in Ragonots 
Phycideen-Monographie (Taf. 34, Fig. 21) nur dadurch, daß es auch den oberen 
Mittelpunkt der Vorderflügel sehr deutlich zeigt und daß der Querschatten im Mittel- 
felde der Vorderflügel fehlt. 

Die Art wurde aus dem Taurus beschrieben und auch aus Zentralkleinasien 
angeführt. Off^enbar ist ihre Verbreitung noch ganz ungenügend gekannt. 

189. Ephestia cautella Wlk. (271). 

Mehrere Stücke (5) Ende Mai in St. Nicolo erbeutet (Rbl.). 
Wohl überall in Südeuropa und Westasien vorkommend. 

190. Ephestia elutella Hb. (283). 

Häufig in Neapolis in Häusern, anfangs Juni (Rbl.). 
Überall im menschlichen Haushalte. 

191. Lydia lutisignella Mn. (3 18). 

Anfangs Juni bei Neapolis ein g an einem Olivenstamm erbeutet (Rbl.). 
Aus Griechenland (Rbl.) und fraglich auch aus Kleinasien angegeben. 

192. Heterographis oblitella Z. (370). 

Ein Pärchen in Neapolis anfangs Juni gefangen (Rbl.). 
In Südeuropa und Westasien verbreitet. 

193. Selagia subochrella H.-S. (588). 

.■.. ' Von Herrich-Schäffer nach einem von Fri valdszky aus Kreta mitgeteilten 
Exemplar aufgestellt. Ich fand die Art nicht auf Kreta. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 147 



Mehrorts auf der Balkanhalbinsel (Dalmatien, Herzegowina, Mazedonien), aber 
bisher noch nicht in Griechenland, wohl aber in Kleinasien gefunden. 

194. Phycita poteriella Z. (707). 

Zwei frische cT gegen Ende Juni in Kristallenia an Licht erbeutet (Rbl.). 
Auch in Griechenland (Attika, det. Rbl.) häufig, desgleichen in Westasien ver- 
breitet. 

195. Rhodophaea legatella Hb. (755). 

Ein frisches ^ in Asitaes am 26. Juni (leg. HoltZj 'o3). 
Auch aus Griechenland und Westasien bekannt. 

196. Myelois incompta Z. (780). 

Mehrere Stücke in der Suda-Bay am 9. Mai und in Tylisso am 14. Mai ge- 
fangen (Rbl., Stur.). 

Die Art ist in Griechenland, Kleinasien, Cypern und Syrien verbreitet. 

197. Endotricha flammealis Schiff. (808). 

Verbreitet, so bei Tylisso am 14. Mai, Kavusi, 20. Mai, und Neapolis, anfangs 
Juni (Rbl.). 

Von letzterer Lokalität liegt ein schönes Übergangsstück zur ab. adustalis 
Tur. vor. Die Flügel sind violettschwarz, eine schmale gebogene Mittelbinde aller 
Flügel und die Außenhälfte des Vorderrandes der Vorderflügel sind gelbbraun. 

Überall in Südeuropa und Kleinasien. 

198. Aglossa asiatica Ersch. (825^). 

Zwei große, miteinander gut übereinstimmende weibliche Stücke, von welchen 
das eine in Sphakia am 26. März 'o3 (leg. Dörfler), das andere in Heraklion am 
8. Mai '06 (leg. Birö) erbeutet wurde. 

Ein von mir Mitte Mai in Candia gefangenes d" ist beträchtlich kleiner, ro- 
buster, heller, mit sehr scharf gezeichneten Hinterflügeln. Es nähert sich der Form 
rubralis Hmps. 

Ob es sich bloß um Formen der fast überall vorkommenden Agl. pinguinalis 
L. handelt, bleibt zweifelhaft. 

199. Pyralis ohsoletalis Mn. (835). 

Zwei männliche Stücke in Neapolis anfangs Juni gefangen (Rbl.). 
Auch aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. 

200. Pyralis farinalis L. (836). 

Mehrere Stücke (cT, 9) in Neapolis und Kristallenia im Juni (Rbl.). 
Überall im Mediterrangebiet und Westasien. 

201. Stemmatophora combustalis F. R. (844). 

Nur ein frisches cT dieser schönen Art erbeutete ich gegen Ende Juni bei 
Kristallenia (_Rbl.). 

Auch von Korfu (leg. Erber, M. C.) und aus Kleinasien bekannt. 

202. Tretopteryx pertusalis Hb. (859). — Stgr., Hör., VII, p. 182. 

Nach Staudinger (1. c.) von Frivaldszky für Kreta angegeben. 

10* 



148 Prof. Dr. H. Rebel. 



Scheint im kontinentalen Griechenland zu fehlen. In Kleinasien lokal ver- 
breitet, in Syrien als var. vitreosa Warr. auftretend. 

203. Duponchelia fovealis Z. (927). 

Bei Chalepa am 7. Mai zwei männliche Stücke erbeutet (Rbl.). 

Die Art kommt auch in Dalmatien (Cattaro, det. Rbl.), Cypern und Syrien 
vor, scheint aber bisher weder in Griechenland noch Kleinasien gefunden worden 
zu sein. 

204. Stenia bruguieralis Dup. (gSo). 

Verbreitet und nicht selten. Höhenverbreitung bis ca. 400 m Seehöhe. Beob- 
achtete Flugzeit Ende März bis anfangs Juni. 

Belegstücke liegen vor von: Sphakia, 26. März (Dörfl.), Chalepa, 7. — 9. Mai 
(Rbl.), Kavusi, 20. Mai (Rbl.), Asitaes, 20. Juni (Holtz), Neapolis, anfangs Juni 
(Rbl.). 

Ein cf von Chalepa zeigt dicht grau bestäubte Vorderflügel, so daß die Zeich- 
nung kaum erkennbar ist. 

Die Art ist auch aus Griechenland, Kleinasien und Syrien bekannt. 

205. Stenia punctalis Schiff. (93 1). 

In Anzahl (cf, 5) bei Chalepa, 7. — 9. Mai, Candia, 12. Mai und Kristallenia, 
zweite Hälfte Juni (Rbl.). 

Auch in Griechenland und Westasien verbreitet. 

206. Stenia metasialis (nov. spec.) (5). — Taf. IV, Fig. 6 (5). 

Ein einzelnes, gut erhaltenes w'eibliches Stück um den 20. Juni bei Kristallenia 
erbeutet, gehört einer neuen, sehr charakteristischen Art an, welche ohne nähere 
Untersuchung leicht für eine Metasia spec. gehalten werden könnte. Die ausschlag- 
gebenden Merkmale, namentlich die langen Fühler, welche die Länge der Vorder- 
flügel erreichen, der vorhandene Rüssel, der freie Ursprung von Ader R^ der Vor- 
derflügel und die gestielten Adern R2 bis R^ derselben, der Ursprung von Ader M3 
der Vorderflügel vor dem Zellenwinkel weisen auf die Subfamilie der Hydro- 
campinae, beziehungsweise auf die Gattung Stenia Gn. hin. 

Der gelblichbraune Kopf mit leistenartig hervortretender Beschuppung oberhalb der 
Augenränder, die Fühler (i) einfarbig licht gelbbraun, die Maxillarpalpen sehr kurz, 
der Rüssel vorhanden, die Labialpalpen vorstehend, von doppelter Länge des Kopfes, 
unten breit beschuppt, ihr kurzes Endglied nicht aus der ßeschuppung hervor- 
tretend, gelbbraun, die Kehle in breiter Ausdehnung, sowie die Unterseite der La- 
bialpalpen, weiß. Thorax und Hinterleib gelbbraun, letzterer auf der Unterseite 
heller, auch die einfarbigen Beine sind sehr bleich gelbbräunlich. 

Die Vorderflügel sehr gestreckt, mit vor der breit gerundeten Spitze kaum ge- 
bogenem Vorderrand und ziemlich steilem Saum, sind gelbbraun, sehr schwach rötlich 
gemischt und weisen als Zeichnung nur den hinteren schwärzlichgrauen Querstreifen 
auf. Dieser beginnt bei ^j^ der Vorderrandlänge, zieht wenig gebogen bis Ader M2, 
tritt hierauf stark saumwärts vor, verläuft dann bis Ader CU2 und tritt auf dieser 
wieder sehr stark wurzelwärts zurück, um dann fast gerade in den Innenrand zu 
gehen. Der Saum ist vollständig unbezeichnet. Die Fransen bleich gelbbraun, am 
Ende weißlich. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 14g 



Die Hinterflügel mit sehr stumpfgerundeter Spitze sind dunkelgrau mit gelb- 
lichem Schimmer. Ihre Zeichnung besteht aus dem hinteren schwärzlichen Quer- 
streifen, welcher genau denselben Verlauf wie jener der Vorderflügel besitzt. Die 
bräunlichgrauen, am Ende viel bleicheren Fransen mit undeutlichen bräunlichen 
Flecken in ihrer Basalhälfte. Die Unterseite aller Flügel bleich gelbbräunlich mit 
schwachen Spuren des hinteren Querstreifens. Vorderflügellänge 8'2 mm, Expansion 
18 mm. 

Durch den Mangel eines Mittelzeichens der Vorderflügel von den meisten 
anderen Stenia- Arten leicht zu unterscheiden, darin mit St. turbatalis Chr. aus 
dem Amurgebiet übereinstimmend, welche aber viel dunkler gefärbt ist, längere 
Palpen und einen scharf gezackten hinteren Querstreifen besitzt. 

Anfänglich dachte ich an die Möglichkeit der Zusammengehörigkeit vorliegen- 
der Art mit der als fragliche Metasia aufgestellten mendicalis Stgr. (ii3o) aus 
der Umgebung Amasias. Die durchaus graue Flügelfärbung dieser Art, deren Vor- 
derflügel zwei Querlinien, eine runde Mittelmakel und dunkle Randpunkte besitzen, 
wogegen die Hinterflügel eintönig grau gefärbt sind, schließen einen näheren Zu- 
sammenhang beider Arten jedoch aus. Wahrscheinlich handelt es sich um eine 
sehr interessante Reliktenart (vgl. Allgemeiner Teil, p. 76). 

207. Scoparia dicteella^) nov. spec. (5). — Taf. IV, Fig. 4 (^). 

Ein sehr gut erhaltenes weibliches Stück, welches ich am 14. Juni '04 nahe 
dem Gipfel des Aphendi Christos (Lasithi) in beiläufig 2100 m erbeutete, gehört 
einer der Sc. manifestella H.-S. sehr nahe verwandten Art an, so daß zu ihrer 
Kenntlichmachung die Angabe der unterscheidenden Merkmale genügt. 

Die Palpen sind etwas kürzer und außen nur sehr schwach verdunkelt, die 
Flügel beträchtlich schmäler und der Saum der Vorderflügel steiler, die Vorderflügel 
mit einem bei manifestella fehlenden bräunlichen Stich der weißen Grundfarbe, 
mit analoger, aber schärfer hervortretender dunkler Zeichnung, namentlich der erste 
Querstreifen ist breiter, das Mittelzeichen und die Randpunkte sind schärfer, die 
bräunliche Bestäubung ist eine dichtere. Auch die Hinterflügel sind etwas dunkler. 
Vorderflügellänge 11 mm, Expansion 23 mm. 

Möglicherweise liegt nur eine Lokalform der von den Gebirgen Dalmatiens 
und Montenegros nachgewiesenen und auch aus Hyrkanien angegebenen Scoparia 
manifestella vor. 

208. Sylepta ruralis (Sc.) flavescens (nov. subspec.) (cf, 9). 

Eine kleine Anzahl Stücke, welche bei Chalepa und Candia in der Zeit vom 
7. — 15. Mai erbeutet wurden (Rbl.), bilden eine neue Lokalform; dieselbe ist kleiner 
(Vorderflügellänge i3 — 15 mm, Expansion 27 — 3i mm, gegen 16 — 17 : 33 — 34 nor- 
maler i^z/r^//5-Stücke) und schmalflügeliger als typische S. ruralis, in beiden Ge- 
schlechtern ausgesprochen gelb gefärbt, ohne den violetten Schimmer, welchen 
Ruralis meist zeigt. Der äußere Querstreifen der Vorderflügel ist viel schwächer 
gezackt. Die Unterseite dunkler gelb. 

Auch der ostasiatischen S. modestalis Chr. sehr ähnlich, welche aber einen 
lebhaft gelbbraunen Saum besitzt. 



') Ai/iTTj (Dikte), altgriechische Bezeichnung des Lasithi-Gebirges. 



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Prof. Dr. H. Rebel. 



S. perpendiciilalis Dup. scheint nur eine westeuropäische Zwergform von 
S. riiralis zu sein. 

S. ruralis ist auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet.^) 

209. Nomophila noctuella Schiff. (loSg). 

Verbreitet, aber nicht auffallend zahlreich. Ich traf die Art bei Candia am 
12. Mai und bei Neapolis anfangs Juni. Bei Canea fing sie Paganetti-Hummler 
anfangs Mai. Sie wurde auch mehrorts von Holtz auf Kreta beobachtet. 

Überall verbreitet. 

210. Eurycreon (Phlyctaenodes) nudalis Hb. (1058). 

Bei Candia am i3. Mai ein frisches g (Rbl.). Der Diskus der Vorderflügel 
ist vor der zusammengeflossenen Punktreihe grau verdunkelt. 
In Griechenland und Westasien verbreitet. 

211. Eurycreon (Phlyctaenodes) cruentalis Hb. (1066). 
Einzeln nur bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte getroffen (Rbl.). 

In Griechenland und Westasien lokal verbreitet. Auch auf Rhodus gefunden. 

212. Mecyna polygonalis (Hb.) gilvata F. (1073=^). 

Bei St. Nicolo und Neapolis Mitte Mai bis Juni häufig (Rbl.). Ich traf die 
Raupe bei St. Nicolo auf Genista (acanthoclada). 

Wohl überall in Südosteuropa und Westasien verbreitet. 

21 3. Cybolomia nemausalis Dup. (1076). 

Bei Candia am 12. Mai ein Pärchen erbeutet (Rbl.). 

Lokal auch aus Griechenland und Kleinasien bekannt geworden. 

214. Cynaeda dentalis Schiff. (1089). 

Bei St. Nicolo am 22. Mai und bei Neapolis anfangs Juni gefangen (Rbl.). 
In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

215. Metasia carnealis (Tr.) gigantalis Stgr. (ii23=^). 

Ich traf die Form in mehreren männlichen Stücken nur in dem heißen Mallaes, 
21. — 23. Juni (Rbl.). 

Dieselbe Form ist außer aus Griechenland auch aus Kleinasien (Konia, leg. 
Korb., det. Rbl.) bekannt. 

216. Pionea ßmbriatralis (Dup.) veneralis Stgr. (1139=^). 

Eine kleine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts von Chalepa, 7. Mai, Tylisso, 
14. Mai, Neapolis, anfangs Juni und Kristallenia, nach Mitte Juni (Rbl.). 

Manche Stücke nähern sich außerordentlich dunklen Stücken der P. f nivalis 
Hb. (vgl. diese) und lassen sich nur durch breitere Flügel und die fast einfarbig 
rötlichbraunen Vorderflügel, auf welchen kaum der äußere, viel schwächer gezackte 
Querstreifen verloschen auftritt, unterscheiden. Die Fransen der Vorderflügel sind 
bleigrau mit dunkler Teilungslinie. Die Hinterflügel sind dunkelgrau, gegen den 
Saum bräunlich. 

Die Abbildung bei Staudinger (Hör., VII, Taf. 2, Fig. 14, cf) ist namentlich 
auf den Hinterflügeln viel lichter als die Stücke von Kreta. 



') Ereta ornatalis Dup. (987), Glyphodes tinionalis Hb. (998) und Helhila undalis F. (ioo3) 
dürften auf Kreta nicht fehlen. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. ' 15^ 



P.fimbriatralis ist aus Griechenland, Mazedonien, Dalmatien, Rumänien und 
Kleinasien bekannt. 

217. Pionea testacealis Z. (1140). 

Nur ein cT in der Suda-Bay am 9. Mai erbeutet (Rbl.). 
Auch aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

218. Pionea fulvalis Hb. (1146). 

An fast allen besuchten Lokalitäten sehr zahlreich, von anfangs Mai bis Ende 
Juni. Belegstücke liegen vor von Chalepa, Candia, Tylisso, Nerokuri, Kritsa, Kavusi, 
Neapolis, Kristallenia. 

Die Stücke variieren sehr stark in der Färbung und Zeichnung. Die Vorder- 
flügel zeigen eine hellgelbliche bis rötliche und rötlichgraue Grundfarbe. Auch die 
Hinterflügel sind hell gelbgrau bis dunkel bleigrau. Zuweilen treten am Saum aller 
Flügel scharfe schwarze Limbalstriche auf, welche bei anderen Stücken ganz fehlen 
oder durch eine feine dunkle Limballinie ersetzt erscheinen. 

Ein besonders dunkles g von Kristallenia übertrifft in der vorherrschend grauen 
Färbung noch Stücke der Form prunoidalis Stgr. Die Fransen der Vorderflügel 
wechseln von gelblichbraun bis bleigrau. 

Es bleibt fraglich, ob die vorangeführten P. fimbriatralis veneralis nicht als 
einfarbige Stücke hierher gehören. Der Genitalapparat scheint keinen Unterschied 
zu bieten. 

P. fidvalis ist auch im kontinentalen Griechenland und Kleinasien vi^eit ver- 
breitet und häufig. 

219. Pionea ferrugalis Hb. (1151). — Math., p. in. 

In den Küstengebieten Kretas verbreitet und sehr häufig. Belegstücke liegen 
vor von der Suda-Bay (9. Mai, Rbl., woher auch Mathew die Art anführt), von 
Tvlisso, 14. Mai, Candia, Mitte Mai, St. Nicolo, gegen Ende Mai. 

Überall in Griechenland und Kleinasien häufig, auch von Rhodus bekannt. 

220. Pyrausta subsequalis H.-S. (1219). 

Ein frisches weibliches Stück bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte er- 
beutet (Rbl.). 

Die Art wurde bisher nur aus Kleinasien, besonders der Umgebung Amasias, 
und aus dem nordöstlichen Persien bekannt. 

221. Pyrausta cespitalis (Schiff.) intermedialis Dup. (1241^). 

Bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte häufig (Rbl.). Die Stücke können 
nach der Aufhellung der Vorderflügel und der reicher gelben Binden der Hinter- 
flügel bereits zur Form intermedialis gezogen werden. 

Überall in Osteuropa und Kleinasien verbreitet. 

222. Pyrausta pellicalis Stgr. (1245). 

Ein bei Kavusi am 20. Mai erbeutetes Pärchen (Rbl.) stimmt vollständig mit 
von Staudinger erhaltenen Stücken aus Andalusien. 

Ein auffallender Fund, da die Art bisher nur von der iberischen Halbinsel 
bekannt war. 



152 



Prof. Dr. H. Rebel. 



223. Pyrausta aurata Sc. (1253). 

Mir liegt nur ein bei Canea im Mai '14 (leg. Pag.) erbeutetes weibliches Stück 
vor. Die Art ist keinesfalls auf Kreta häufig. 

Überall in Südeuropa und Kleinasien verbreitet. 

224. Noctuelia üoralis Hb. (129 1). 

Ein frisches cf bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte gefangen (Rbl.). 
In Südeuropa und Kleinasien weit verbreitet, auch von Rhodus und Cypern 
bekannt. 

Pterophoridae. 

225. Trichoptilus siceliota Z. (i3ii). 

Ein ganz frisches weibliches Stück in der Suda-Bay am g. Mai erbeutet (Rbl.). 
Die Art ist bereits aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

226. Oxyptilus? marginellus Z. (i323). 

Zwei männliche, etwas geflogene Stücke bei Kristallenia in der zweiten Juni- 
hälfte gefangen (Rbl.) zeigen eine breite, fleckenartige weiße Zeichnung der schwärz- 
lichbraunen Vorderflügel. Sehr auffallend ist ein länglich viereckiger weißer Fleck 
in der Mittelzelle der Vorderflügel. Die dritte Hinterflügelfeder ist vor der beider- 
seits breit schwarz beschuppten Spitze rein weiß. Vorderflügellänge 8 mm. 

Trotz vorhandener Unterschiede wage ich in dieser schwierigen Gruppe ohne 
ausreichendes Material keine neue Art aufzustellen, um so weniger als bereits O. 
marginellus in seiner Artberechtigung sehr zweifelhaft erscheint. 

0. marginellus wurde mit Sicherheit aus Kleinasien bekannt. 

227. Platyptilia acanthodactyla Hb. (i339). 

Nicht selten bei Neapolis und Kristallenia im Juni (Rbl.). 
Auch in Griechenland und Kleinasien (Brussa, Mn. etc.) häufig. 

228. Alucita pentadactyla L. (1348). 

In der zweiten Junihälfte in Kristallenia häufig (Rbl.). 
Die Stücke stimmen mit solchen aus Mitteleuropa ganz überein. 
Auch, in Griechenland und bei Brussa vorkommend, bei Amasia fand Stau- 
dinger bleich schwefelgelb angeflogene Stücke (var. sulphurea). 

229. Alucita baliodactyla (Z.) meridionalis Stgr. (1361=*). 

Von dieser kleineren Form mit verloschenen Flecken der Vorderflügel fing ich 
je ein frisches Stück bei Neapolis und Kristallenia im Juni. 

Dieselbe ist auch von den Inseln Naxos, Cornisa (Dalmatien) und aus Klein- 
asien bekannt. 

230. Alucita malacodactyla Z. (i366). 

In mehreren Stücken in Kavusi am 20. Mai erbeutet (Rbl.). 
Auch in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

23 1. Stenoptilia bipunctidactyla Hw. (1406). 

Einige frische Stücke bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte (Rbl.). 
Auch aus Griechenland (Naxos, Stgr.) und Kleinasien angegeben. 



Die Lepidoptcrenfauna Kretas. ^5-^ 



Orneodidae. 

232. Orneodes desmodactyla (Z., 1432) major Rbl., Ann. Naturhist. 
Hofmus., XX, p. 210. 

Eine Anzahl Stücke von Kavusi, 20. Mai (Rbl.), Neapolis und Kristallenia, 
Juni (Rbl.) und Psiloriti, Berg Ida, 15. Juni 'o3 (leg. Holtz). 

Sämtliche Stücke gehören der auch aus Griechenland (Morea, det. Rbl.) und 
Kleinasien bekannt gewordenen größeren Form dieser Art an. 

Tortricidae. 

233. Acalla variegana Schiff. (1455). 

Einige männliche Stücke bei Neapolis anfangs Juni erbeutet (Rbl.), sind kaum 
etwas lichter als solche aus Mitteleuropa. 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

234. Cacoecia unifasciana Dup, (1528). 

Eine Anzahl männlicher Stücke in Neapolis und Kristallenia im Juni erbeutet. 
Die Art ist auch aus Griechenland (Morea, Rbl.) und Kleinasien nachgewiesen.^) 

235. Cnephasia longana Hw. (1608). 

Eine Anzahl Stücke beiderlei Geschlechts von nachstehenden Fundorten: 
Asitaes, 11. Mai 'o3, 9 (leg. Holtz), St. Nicolo, Mitte Mai (Rbl.), Kavusi, 20. Mai 
(Rbl.) und Neapolis, anfangs Juni (Rbl.). 

Die cf gehören zum Teil der Form luridalbana H.-S. mit fast zeichnungs- 
losen weißen, grau bestäubten Vorderfiügeln an. Die weiblichen Stücke zeigen aus- 
nahmslos die Vorderflügel mit ockergelben Flecken und Querbinden versehen. 

Die Art ist überall im Mediterrangebiet und in Westasien verbreitet, auch von 
Rhodus bekannt. 

236. Cnephasia chrysantheana Dup. (1621). 

Ein d" Ende Mai in St. Nicolo und ein 9 nach Mitte Juni in Kristallenia er- 
beutet (Rbl.). 

Auch aus Griechenland und Kleinasien angegeben. 

237. Cnephasia wahlbomiana L. (1622). 

Ein einzelnes 9 von Asitaes (leg. Holtz) ziehe ich etwas zweifelhaft hierher. 
Es gehört sicherlich nicht zur vorhergehenden, vielleicht aber zu der folgenden 
Art, ist ziemlich schmalflügelig, die Vorderflügel dunkelgrau mit vollständiger 
Zeichnung. 

Ein weiteres sehr blaßes, kleines cf von Kavusi, 20. Mai, bleibt ebenfalls 

zweifelhaft. 

Bei der Unsicherheit der Formen in dieser Gruppe läßt sich nichts Bestimmtes 
über die Verbreitung sagen. 

238. Cnephasia incertana (Tr.) minorana H.-S. (1624=^). 

Drei männliche Stücke von Chalepa, 7. Mai, Neapolis, anfangs Mai, und Kri- 
stallenia gegen Ende Juni erbeutet, sind von normaler Größe (Vorderflügellänge 

I) Tortrix pronubana Hb. (1573) dürfte auf Kreta gewiß nicht fehlen. 



je 4. Prof. Dr. H. Rebel. 



8 mm), Vorderflügel hell aschgrau, die erste dunkle Querbinde undeutlich, die 
mittlere wenig schräg, ihr Innenrand nur in der Mitte unterbrochen, vor der Spitze 
bis vor dem Innenwinkel eine schwärzliche gebrochene Linie, darnach der Saum 
dunkler gestrichelt. 

Auch bezüglich dieser Stücke bin ich etwas zweifelhaft, weiß sie aber nicht 

anders unterzubringen. 

Rücksichtlich der Verbreitung gilt das bei der vorigen Art Gesagte. Die Form 
incertana Tr. kommt bestimmt in Griechenland vor. 

239. Lozopera francilla F. (1646). 

Nur ein frisches großes cT Ende Juni in Kristallenia erbeutet. 
Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

240. Lozopera mediterranea Rbl., Berl. Ent. Zeit., Jahrg. 50, p. 3o2. 
Mehrere Stücke beiderlei Geschlechts in der zweiten Junihälfte bei Kristallenia 

erbeutet, stimmen bis auf die blassere Färbung der roten Querbinden gut mit den 
mir vorliegenden Typen überein. Die Hinterflügel sind sehr bleich gelbgrau. 
Bisher aus Dalmatien, Morea und Syrien nachgewiesen. 

241. Conchylis posterana Z. (1661). 

Ein geflogenes cT von Kristallenia, Ende Juni (Rbl.). 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

242. Conchylis zephyrana Tr. (lySa). 

Ein d" und zwei § in Kristallenia in der zweiten Junihälfte erbeutet (Rbl.), 
gehören nach den deutlich lackroten Querbinden der Vorderflügel und den schwärz- 
lichgrauen Hinterflügeln zur Form marmoratana Gurt. Vorderflügellänge 7 mm. 
(Ke'nnel, Pal. Tortr., Taf. 12, Fig. 35, 36.)^ 

Ein weiteres einzelnes, ganz frisches cf' von Kavusi, 20. Mai (leg. Rbl.), über- 
trifft an dunkler Färbung alle bisher bekannt gewordenen Zephyrana-¥ ormtn und 
muß daher einen Namen erhalten: stygiana (n. forma). 

Kopf und Schulterdecken sind schwach braun gemischt, Thorax und Hinterleib 
einfarbig schwarz. Die schwarzen Beine gelblich behaart mit hellgefleckten Gliederenden. 
Die Vorderflügel sind eintönig schwärzlich lackrot, mit Silberpunkten und Quer- 
strichen gezeichnet, ohne Spur von Binden oder lichteren Vorderrandhäkchen. An 
den Fransen ist die ursprünglich gelbe Färbung zu erkennen, welche aber durch 
eine breite schwärzliche Teilungslinie in ihrer Mitte stark eingeschränkt wird. Die 
Hinterflügel sind samt den Fransen eintönig tiefschwarz. Auch die Unterseite aller 
Flügel ist tiefschwarz, die Vorderflügel daselbst mit gelben Vorderrandspunkten und 
gelb gemischten Fransen. Vorderflügellänge 8 mm. 

Von der auch sehr dunklen Form margarotana Dup. (insbesondere Taf. 258, 
Fig. 7% welche ebenfalls lackrote Vorderflügel zeigt) durch den Mangel jeder gelben 
Einmischung der Vorderflügel verschieden. Fig. 7^ bei Duponchel hat schwärz- 
liche Vorderflügel ohne rote Einmischung. 

Es ist sehr auffallend, daß zwei so verschiedene Zepliyrana-F ormen auf Kreta 
in nicht zu weiter Entfernung vorkommen. Das hier als stygiana bezeichnete 
Exemplar, dessen organische Beschaffenheit ganz mit Zephyrana stimmt, wurde m 
nicht zu weiter Entfernung von der Küste erbeutet. 

Die Art ist überall in Südeuropa und Kleinasien verbreitet. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 155 



243. Phtheochroa duponcheliana Dup. (i832). 

Auf Kreta verbreitet, wenn auch nur einzeln vorkommend. Belegstücke liegen 
vor von Canea, Mai '14 (Pag.), Hag. Varvära, 16. Mai b3 (Holtz), Neapolis, 3. Juni 
(Rbl.), Kristallenia, zweite Hälfte Juni. 

Die Stücke stimmen mit solchen von der Balkanhalbinsel überein. 

Auch in Griechenland und Westasien vorkommend. 

244. Olethreutes variegana Hb. (1872). 

Ein einzelnes, etwas geflogenes n von Neapolis anfangs Juni erbeutet. Auf 
den Vorderflügeln fehlen außerhalb der dunklen Basalhälfte die beiden meist vor- 
handenen, untereinander liegenden schwarzen Punkte. 

Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

245. Olethreutes ohlongana Hw. (1877). 

Ein kleines d von Neapolis, anfangs Juni erbeutet, stimmt bis auf die hier 
schwärzlichgrauen Hinterflügel mit mitteleuropäischen Stücken und kommt dadurch 
mit einem cf aus Morea überein (Rbl., Berl. Ent. Zeit., 50. Jahrg., p. 305). 

Ein 9 ebendaher gehört der sehr dunklen Form adelana Rbl. an, die viel- 
leicht eigene Artrechte besitzt. 

Die Stammform wird aus Griechenland und Westasien angegeben. 

246. Epinotia (Steganoptycha) corticana Hb. (1978). 

Mehrere geflogene Stücke (cf, g) von Neapolis anfangs Juni erbeulet (Rbl.). 
Auch aus Griechenland nachgewiesen. 

247. Bactra lanceolana Hb. (2017). 

Bei Neapolis anfangs Juni gefunden (Rbl.). 
Überall verbreitet, auch von Rhodus bekannt. 

248. Epiblema cana Hw. (2086). 

Ein einzelnes, sehr kleines weibliches Stück mit nur 7 mm Vorderflügellänge 
kann ich artlich nicht trennen. 

Die Art ist aus Griechenland bekannt und auch aus .Armenien angegeben. 

249. Epiblema expallidana Hw. (2088). 

Ein sehr dunkles Pärchen in Kristallenia in der zweiten Junihälfte erbeutet. 
Weder aus Griechenland noch Kleinasien bisher angegeben. 

250. Epiblema thapsiana Z. (2137). 

Von Candia, März o3 (Holtz), ein Stück. Ich selbst traf die .Art in der zweiten 
Junihälfte nicht selten in der Umgebung Kristallenias. 

Die Art ist auch aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

251. Grapholitha succedana Froel. (2 171). 

Ein sehr kleines weibliches Stück in St, Nicolo am 22. Mai erbeutet (Rbl.). 
In Südeuropa und Kleinasien verbreitet, auch von Rhodus bekannt, 

252. Grapholitha microgrammana Gn. (2174). 

In Kavusi, Neapolis und Kristallenia vom 20. Mai bis 26. Juni mehrfach in 
beiden Geschlechtern erbeutet (Rbl.). 

Bisher nicht aus Griechenland, wohl aber aus Kleinasien bekannt. 



156 



Prof. Dr. H. Rebel. 



253. Pamene gallicolana Z. (223 1). 

Ein frisches weibliches Stück in Neapolis anfangs Juni erbeutet (Rbl.). 
Bisher nicht aus Griechenland, wohl aber aus Kleinasien nachgewiesen. 

254. Carpocapsa grossana Hw. (2258). 

Ein kleines weibliches Stück anfangs Juni in Kristallenia (Rbl.). 
Aus Griechenland und Antiochien (Wlsghm.) bekannt. 

255. Dichrorampha lasithicana (nov. spec.) (cf). — Taf. IV, Fig. 10 (cT). 
Ein einzelnes c? im Lasithi-Hochgebirge am 14. Juni in ca. 1800 m Seehöhe 

erbeutet, gehört einer neuen Art an, welche mit der alpinen Dich', ligulana H.-S. 
die meiste Ähnlichkeit besitzt. 

Der Kopf ist gelblich. Die kaum bis ^2 '^^^ Vorderrandes reichenden, bräun- 
lichen, sehr schmal geringten Fühler sind entschieden stärker (dicker) als bei D. 
ligulana-<S. Die sehr spitzen Palpen sind weißgelb, an ihrer oberen Schneide 
schwarz gefärbt. Der Hinterleib ist bräunlichgrau, die Beine sind heller, nur die 
Hintertarsen undeutlich dunkel gefleckt. 

Die Vorderflügel zeigen die gleiche Form und den gleichen Kostalumschlag 
wie bei ligulana, ihre Grundfarbe ist aber ein dunkleres Goldbraun, die gelbe Be- 
stäubung schwächer. Die Wurzel ist undeutlich hell gewässert, der weiße Innen- 
randfleck viel ausgedehnter und breiter und setzt sich in einem hakenförmigen, am 
Innenrand aufsitzenden Teil basalwärts fort. Während bei ligulana der weiße Innen- 
randfleck bis über seine halbe Höhe durch eine dunkle Querlinie geteilt erscheint, 
liegen hier am Innenrand selbst nur ein oder zwei kurze braune Strichelchen. Am 
Vorderrande finden sich, nach dem Kostalumschlag beginnend, in gleichen Abstän- 
den voneinander, sechs weiße Häkchen, von welchen das erste und letzte einfach, 
die vier mittleren gedoppelt erscheinen. Der Zwischenraum zwischen dem zweiten 
und dritten Häkchenpaar wird durch eine schwarze, gegen den Zellenschluß zie- 
hende Querlinie ausgefüllt. Unterhalb der Häkchen beginnt eine dicke Bleilinie, 
welche sich im Saumfelde zu einem fast geschlossenen, ungezeichneten Spiegelfleck 
erweitert. Hinter demselben liegen auf schmalem, goldgelbem Grunde vier tief- 
schwarze kurze Längsstrichelchen. Auch die Flügelspitze ist oberhalb des weißen 
Augenpunktes goldgelb, entbehrt aber des bei alpinen ligulana meist vorhandenen 
schwarzen Punktes. Die Fransen sind silberglänzend weiß, an der Basis und am 
Ende aber goldbraun gefärbt. 

Die Hinterflügel sind dunkler als bei ligulana, schwärzlichbraun mit einer un- 
deutlichen gelben Randlinie knapp am Saum. Die weißlichen Fransen mit schwarzer 
Basallinie und bräunlichem Ende. 

Die Unterseite aller Flügel ist einfarbig schwärzlichbraun, die Vorderflügel mit 
weißen zusammengeflossenen Vorderrandhäkchen und weißem Augenpunkt, die 
Hinterflügel mit gegen die Spitze breiter werdenden, gelblichweißen Randlinie. 
Vorderflügellänge 6*8 mm, Expansion 14-5 mm. 

Von D. ligulana sicher durch stärkere Fühler, andere Form des großen weißen 
Innenrandfleckes, breitere Bleilinien des Spiegelfeldes und dunklere Hinterflügel ver- 
schieden. Es dürfte sich um eine Reliktart handeln (vgl. Allgemeiner Teil, p. 76). 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 157 



Glyphipterygidae. 

256. Choreutis myllerana (F.) stellaris Z. (aSiS'^). 
Ein frisches cT von Asitaes, Mai b3 (leg. Holtz). 

Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

257. Simaethis nemorana Hb. (2314). 

Eine Anzahl Stücke in St. Nicolo und bei Neapolis Ende Mai bis Anfang Juni 
erbeutet (Rbl.). 

Überall in Südeuropa und Kleinasien verbreitet. 

258. Glyphipteryx crassilunella (nov. spec.) (cf). 

Drei männliche Stücke, in der Umgebung Kristallenias um den 16. Juni er- 
beutet, gehören einer neuen Art an, welche zwischen Gl. majorella Hein.-Wck. und 
Gl. equitella Sc. zu stellen ist, sich aber von beiden sofort durch den viel dickeren 
(breiteren) weißen Innenrandmond der Vorderflügel und dunkelbraune Hinterflügel 
unterscheidet. 

Von Gl. majorella überdies durch geringere Größe, reiner weiße, fast gar 
nicht silberig glänzende Zeichnung und zwei rundliche Metallpunkte am Saum statt 
des Striches bei majorella, verschieden. 

Von Gl. equitella unterscheidet sich die vorliegende neue Art durch bedeu- 
tendere Größe, breitere Flügelform und längeren, rein weißen ersten Vorder- 
randstrich. 

Der schwarze Spitzenfleck der Vorderflügel ist ohne silbernen Kern. Vorder- 
flügellänge 5*5 mm, Expansion 12 mm. 

259. Glyphipteryx tischeriella Z. (2336). 

Ein einzelnes (bis auf den Kopf) sehr gut erhaltenes cT erbeutete ich bei Canea 
in Perivolia am 7. Mai. Das Stück gleicht normalen Gl. fischeriella Z., entbehrt 
aber vollkommen des weißen Innenrandstriches der Vorderflügel. 

Da mir gleiche Stücke auch aus dem Prater bei Wien (coli. Mn.) und von der 
Insel Lissa aus Dalmatien (Berg Hum, leg. Galvagni, 25. Mai 1901) bekannt sind, 
handelt es sich zweifellos um die bereits von Fischer v. Röslerstamm (Abb. 
Microlep., p. 242) unter dem Namen roeslerstammella erwähnte Form (Aberration) 
dieser weit verbreiteten Art. 

Die Art ist auch aus Griechenland und Westasien bekannt. 

Hyponomeutidae. 

260. Hyponomeuta cognatellus Hb. (2365). 

Bei Kristallenia in der zweiten Junihälfte erbeutet (Rbl.). 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

261. Prays oleellus F. (2381). 

In großer Zahl anfangs Juni bei Neapolis in Olivenkulturen angetroffen. 
Tritt auch in Griechenland und Kleinasien auf. 



158 



Prof. Dr. H. Rebel. 



I 



Plutellidae. 

262. Plutella maculipennis Gurt. (2447). 

Es liegt nur ein anfangs Juni bei Neapolis erbeutetes Stück vor. 
Überall verbreitet. 

263. Cerostoma minotaurella (nov. spec.) (cf, $). — Taf. IV, Fig. 17 ($\ 
Vier nach Mitte Juni bei Kristallenia erbeutete Stücke gehören einer neuen 

Art an, welche ich beim Fang nur für C. vittella hielt, deren Vertreterin sie offenbar 
auf Kreta ist. Bei der nahen Verwandtschaft beider Arten genügt die Hervorhebung 
ihrer Unterschiede zur Kenntlichmachung der neuen Kretabewohnerin. 

Kleiner mit viel stumpferen Flügeln als C. vittella. Die Fühler sind viel deut- 
licher schwarz und weiß geringt, die Palpen kürzer, namentlich das Endglied kaum 
die Hälfte so lang als bei C. vittella, wie der Kopf staubgrau gefärbt, innen heller. 

Die Grundfarbe der Vorderflügel ist, hell olivengrau, dunkler gewässert. Am 
Innenrand liegen bei ^/j und ^/^ seiner Länge je ein schwarzes Fleckchen, von 
welchen das basale bis zur Falte reichen kann. Zuweilen zeigen die Fleckchen eine 
undeutliche, unterbrochene Fortsetzung in Form von feinen Schrägstreifen gegen 
den Vorderrand. Auch in der Flügelspitze liegt ein kleines schwärzliches Fleckchen. 
Am Vorderrand finden sich, von der Basis beginnend, schwärzliche, wenig hervor- 
tretende Querstrichelchen. Die Hinterflügel sind etwas heller grau als bei Vittella. 

Wie es scheint, besitzt die kretensische Art nicht die große Variabilität ihrer 
kontinentalen Verwandten, da alle vier vorliegenden Stücke das gleiche Aussehen 
zeigen und ein weiteres Cerostoma-'Sx.\ic]!i mit längsstreifenartiger Zeichnung der 
Vorderflügel, das ich anfänglich als zu C. minotaurella gehörig ansah, einer weiteren 
neuen Art angehört (vgl. folgende). Vorderflügellänge 8 — 8-3 mm, Expansion 17 bis 
18 mm (gegen g : 20 bei C. vittella). 

264. Cerostoma kristalleniae (nov. spec.) (9). — Taf, IV, Fig. i3 (9). 

Ein einzelnes ganz frisches Stück, ebenfalls bei Kristallenia nach Mitte Juni 
erbeutet, hielt ich (wie bereits bemerkt) anfänglich als zur vorigen Art gehörig, 
um so mehr, als seine allerdings ganz verschiedene Flügelzeichnung der bei C. 
vittella vorherrschenden Längsstreifenzeichnung ähnlich ist. 

Die Fühler sind weiß und zeigen nur sehr kleine schwärzlichbraune Fleckchen. 
Kopf und Palpen sind staubgrau, letztere besitzen ein noch kürzeres, pfriemen- 
förmiges Endglied als die vorbeschriebene C. minotaurella. 

Größe und Flügelform stimmen besser mit C. vittella. Die grauen, bräunlich 
gemischten Vorderflügel zeigen am Innenrand eine sehr flache, zweimal eingebuchtete 
schwärzlichbraune Längsstrieme und eine durch einen feinen schwarzen Längsstrich 
geteilte Flügelspitze. Auch oberhalb des Innenwinkels liegt ein feines, gekrümmtes 
schwärzliches Längsstrichelchen. Der Vorderrand schmal weiß, ohne Spur von 
Häkchen. Die Hinterflügel viel heller grau als bei Vittella. Vorderflügellänge 9 mm, 
Expansion 19 mm. 

Auch mit C. instabilella Mn. besitzt vorliegende, von C. minotaurella gewiß 
verschiedene Art in der Zeichnung der Vorderflügel einige Ähnlichkeit, unterscheidet 
sich aber davon sogleich durch die nur stumpfgerundete, nicht vorgezogene Vorder- 
flügelspitze. Vielleicht liegt eine Reliktenart vor. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 159 



265. Cerostoma manniella Stgr. (2425). 

Aus einem in St. Nicolo gefundenen, rein weißen Gespinnst erzog ich am 
7. Juni ein männliches Stück, welches ich trotz kleiner Abweichungen von C. 
manniella nicht artlich trennen kann. 

Die Art war bisher außerhalb des Pontus-Gebietes nicht bekannt. 

Gelechiidae. 

266. Metzneria paucipunctella Z. (2487). 

Ein einzelnes geflogenes weibliches Stück Mitte Juni in Kristallenia erbeutet, 
dürfte der dunkleren Form intestinella Mn. angehören. Das abgeriebene Palpen- 
endglied erscheint auffallend schlank, pfriemenförmig. 

Die Art ist östlich wohl aus Kleinasien, aber nicht aus Griechenland nach- 
gewiesen,^) ' 

267. Bryotropha decrepidella H.-S. (351 3). 

Zwei Stücke aus der Umgebung Kristallenias nach Mitte Juni erbeutet. Das 
eine in mehr als 1200 m Seehöhe. 

Die Art erscheint bisher weder aus Griechenland noch aus Kleinasien angegeben, 
ist aber sonst aus Osteuropa bereits bekannt. 

268. Bryotropha plebejella Z. (2515). 

Eine Anzahl kleiner Stücke von Neapoiis und Kristallenia im Juni erbeutet, 
kann ich von Br. plebejella nicht artlich trennen, wenngleich einzelne Stücke, so 
namentlich ein 9 von Kristallenia, nicht bloß viel kleiner, sondern auch rötlicher 
gefärbt erscheint. Auch sind die drei Punkte an der Wurzel nicht immer deutlich 
und die beiden ersten Schrägpunkte zuweilen zusammengeflossen. 

Die rötliche Vorderflügelfärbung bei (fraglichen) plebejella erwähnt übrigens 
schon Staudinger (Hör., VII, p. 252). Sie tritt auch bei einem sicheren plebejella- 
Weibchen von Spalato auf (M. C.) sowie bei dem von mir (zool.-bot. Ges., 1910, 
p. 430, Nr. 127) als fragliche Br. basaltinella angeführten Stück von Kephalonia, 
welches ganz mit Kretastücken übereinstimmt. 

Die Art ist bereits mehrorts aus Griechenland, so auch von Aegina (det. Rbl.) 
nachgewiesen und fehlt gewiß auch nicht in Kleinasien. 

269. Bryotropha dryadella Z. (2534). 

Ein frisches cf von Kavusi in der Nähe von Eichen am 20. Mai erbeutet. 
In Südeuropa verbreitet, aber bisher aus Griechenland nicht nachgewiesen, 
wohl aber von Brussa. 

270. Gelechia velocella Dup. (2573). 

Ein sehr gut erhaltenes 9 nach Mitte Juni in Kristallenia erbeutet. 
Diese weitverbreitete Art kommt auch in Kleinasien vor. Ein Fundortsnach- 
weis für Griechenland scheint zu fehlen. 

. ltäl^OUtC"'- 
27I. Lita sestertiella H.-S. (2729). -7^. 
Bereits in Kavusi am 20. Mai erbeutet, dann nach Mitte Juni in Kristallenia 
sehr häufig an Licht. 

^) Das Vorkommen von Platyedra vilella Z. in Kreta steht mit Sicherheit zu erwarten. 



l6o Prof. Dr. H. Rebel. 



Die Stücke sind kleiner als mitteleuropäische, stimmen aber sonst ganz damit 
überein. 

Die Art ist aus Griechenland bereits bekannt und dürfte in Kleinasien gewiß 
nicht fehlen. 

272. Aristotelia (Anacampsis) retnissella Z. (2833). — Wlsghm., Month. 
Mag., 1903, p. 214. 

Ein einzelnes sehr frisches cf in Mallaes am 20. Juni erbeutet, zeichnet sich 
durch auffallende Kleinheit (Expansion kaum 10 mm) und durch die Größe der drei 
schwarzen Punkte im Mittelraum der Vorderflügel aus. 

Das mit weißen Längsstrichen gezeichnete Palpenendgiied sowie die schwarze 
Staublinie in der Mitte der Fransen um die Flügelspitze herum machen die Art 
leicht kenntlich, welche von Lord Walsingham nach dem getrennten Ursprung 
von Ader M3 und M2 sowie von Ader Mj und R der Hinterflügel aus der Gattung 
Anacampsis (Aproaerema) entfernt und zu Aristotelia gestellt wurde. 

Ein größeres, geflogenes Exemplar in Kristallenia Mitte Juni erbeutet, ziehe 
ich nur fraglich zu derselben Art. 

Ar. remisella ist auch von Brussa, Ostrumelien und Dalmatien nachgewiesen. 

273. Aristotelia vetustella H.-S. (sub 2833). 

Ein einzelnes cf in Kavusi am 20. Mai erbeutet, weicht von dem voran- 
geführten, zu A. remissella Z. gehörigen Stück so stark ab, daß ich eine artliche 
Zusammengehörigkeit beider für ausgeschlossen halte. 

Abgesehen von den hier nur sehr undeutlich geringten Fühlern, sind auch die 
Palpen undeutlicher (aber analog) gezeichnet und die Grundfarbe der Vorderflügel 
ist schwärzlichbraun (statt graugelb^, der hintere Gegenfleck am Vorderrand rein 
weiß, die schwarze Staublinie in den dunklen Fransen fast verschwindend, auch 
die Mittelpunkte der Vorderflügel undeutlich, der Hinterflügel dunkler grau. Das 
Geäder der Hinterflügel stimmt mit jenem von Ar. remissella. 

Da Herrich-Schäffers Beschreibung und Abbildung (526) sehr gut über- 
einstimmen, führe ich die Art unter diesem Namen an. Die Originalstücke Herrich- 
Schäffers stammten von Regensburg. 

274. Apodia bifractella Dgl. (2898). 

Ein frisches cT nach Mitte Juni an Licht in Kristallenia erbeutet. 
Die Art ist in Kleinasien verbreitet, aus Griechenland aber noch nicht nach- 
gewiesen. 

275. Sitotrogra cerealella Oliv. (2902). 
Ein cT in Neapolis Ende Mai erbeutet. 

In Griechenland und Kleinasien bisher wohl nur übersehen. 

276. Stomopteryx detersella Z. (2906). 

Ein cT von Mallaes, am 21. Juni erbeutet, ist ebenso klein (ig mm Expansion) 
und blaß, wie die von Staudinger (Hör. Ent. Ross., VII, p. 255) aus Griechen- 
land erwähnten Stücke. 

Die Art ist auch aus Kleinasien bekannt. 



Die Lepidoptcrenfauna Kretas, loi 



277. Rhinosia üavella Dup. (2925). 

Je ein frisches weibliches Stück am i3. Mai in Candia und um den 15. Juni 
in Kristallenia erbeutet. 

Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

278. Rhinosia formosella Hb. (2926). 

Gar nicht selten, schon bei Chalepa am 7. Mai, um Mitte Mai bei Candia und 
am 22. Mai bei St. Nicolo erbeutet. Bei Candia war die Art um ein massenhaft 
wachsendes, gelbblühendes Pyretrum sehr hauhg. 

Die Art ist in ganz Südeuropa und Westasien verbreitet. 

279. Paltodora kefersteiniella Z. (2939). 

Je ein Stück von Neapolis und Kristallenia im Juni erbeutet. 
Aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. Ich sah die Art auch aus der 
Attika (Leon). 

280. Anarsia lineatella Z. (2999). 

Nur ein cT anfangs Juni in Neapolis erbeutet. 

Aus Griechenland bisher nicht nachgewiesen^ in Kleinasien verbreitet. 

281. Pterolonche gracilis (nov. spec.) (5). 

Ein sehr gut erhaltenes weibliches Stück, um den 20. Juni in Kristallenia er- 
beutet, gehört einer neuen Art an, deren Zugehörigkeit zur Gattung Pterolonche 
mir anfänglich zweifelhaft erschien. Eine genaue Untersuchung ergab jedoch keine 
Merkmale, welche eine generische Trennung, namentlich ohne Kenntnis des anderen 
Geschlechtes, rechtfertigen könnte. 

Weitaus kleiner und schmächtiger als alle bisher bekannt gewordenen Ptero- 
lonche- h.ntn und von fast eintönig weißgrauer Färbung. 

Die schwächlichen, hellbräunlichen Fühler mit schütterem Haarbusch am 
Wurzelglied. Die Palpen normal gestaltet, weißgrau.- Kopf und Thorax weiß, 
grau bestäubt, die Beine weißlich, außen schwach braunstaubig, die sehr langen 
Hinterschienen mit kaum wahrnehmbarer (zum Teil wohl verloren gegangener) weißer 
Behaarung. Der Hinterleib mit kurzem Analbusch, weißgrau. 

Die Flügel noch spitzer als bei den übrigen Pterolonche- Art&n, im Geäder 
nicht wesentlich abweichend. Die Vorderflügel weißgrau mit ganz feiner bräunlicher 
Bestäubung auf den Längsadern, ohne daß letztere hiedurch auffallend hervortreten 
würden. Die sehr langen Fransen aller Flügel weißgrau, desgleichen die etwas 
helleren, seidenglänzenden Hinterflügel. Die Unterseite der Vorderflügel hell bräun- 
lichgrau, jene der Hinterflügel weißgrau mit schwach bräunlich hervortretenden 
Adern. Vorderflügellänge 9 mm, Expansion 19 mm, gegen 12:25 mm der ungleich 
robusteren Pt. albescens Z. 

282. Symmoca tectaphella^) (nov. spec) (cf), — Taf, IV, Fig. 12 (cf). 
Drei ganz frische männliche Stücke, von welchen ich das größte (abgebildete) 

in Kavusi in ca. 600 m Seehöhe am 20. Mai und die beiden weiteren, kleineren 
Stücke Ende Juni in der Umgebung Kristallenias erbeutete. 

Diese kleine Art zeigt auf den Vorderflügeln im allgemeinen die Zeichnungs- 
anlage der Albicanella-GruppQ, ist aber durch die dichte bräunliche Bestäubung der 

') Tectaphos, Sohn des Doros. 
Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseunis, Bd, XXX, iqit). II 



;62 Prof. Dr. H. Reliel. 



Vorderflügel sowie durch die ausnehmend dicken männlichen Fühler sehr aus- 
gezeichnet. 

Die Fühler (cT) reichen bis ^/g der Vorderrandlänge und sind hell bräunlich- 
grau mit schwärzlichen Gliederenden. Sie übertreffen in ihrer Stärke (Dicke) noch 
weit jene der (kleineren) S. cryptogamo7'um Mill. Die schlanken, sichelförmig auf- 
gebogenen Palpen sind weißlich, nach unten schwärzlich bestäubt, das nackte spitze 
Endglied, so lang als das Mittelglied, ebenfalls weißlich und unregelmäßig schwärzlich 
bestäubt. Der Kopf hellgrau, am Scheitel bräunlich gemischt. Die stark hervor- 
tretenden Augen schwarz. Der Thorax stark bräunlich bestäubt. Die Vorder- und 
Mittelbeine, mit Ausnahme der bräunlichgrau bleibenden Hüften, sind außen tief- 
schwarz mit hellgefleckten Gliederenden, die Hinterbeine hell bräunlichgrau, die 
Schiene schwach behaart, die Tarsen außen undeutlich gefleckt. Der schlanke 
Hinterleib einfarbig bräunlichgrau mit hellerem Analbusch und gelblicher Bauchseite. 

Die Flügel schmal. Die Vorderflügel mit ganz gerundeter Spitze zeigen die 
weiße Grundfarbe durch dichte bräunliche Bestäubung bedeckt. Die schwärzlich- 
braune Zeichnung besteht aus einem kleinen Schulterfleck, einer von ^/^ des Vorder- 
randes zu ^/j des Innenrandes ziehender, mehrmals schwach gebrochenen und am 
Vorderrand erweiterten Schrägbinde, einer weiteren solchen von V^ des Vorder- 
randes zu ^/^ des Innenrandes, welche eigentlich aus den zwei hinteren Gegen- 
flecken und dem damit verbundenen, etwas basalwärts gerückten großen Mittelpunkt 
besteht, und einer am Saum selbst liegenden, kurzen, gekrümmten, zuweilen zer- 
flossenen Halbbinde. Die Fransen sind einfarbig bräunlichgrau. 

Die sehr schmalen Hinterflügel (^/^) mit stumpfer Spitze sind einfarbig dunkel 
bräunlichgrau mit dunkelgrauen Fransen (i). Unterseite aller Flügel dunkel bräun- 
lichgrau mit gleichfarbigen FVansen. Vorderflügellänge 5'5 — 6 mm, Expansion 
12 — 12.5 mm. 

Keiner Art besonders nahestehend; von der griechischen S. atricanella Rbl. 
(Berl. Ent. Zeit., Bd. 50, p. 3o8) sofort durch geringere Größe, viel schmälere Flügel- 
form, dichte braune Bestäubung der Vorderflügel, einfachen großen Mittelpunkt der- 
selben und viel dickere Fühler zu unterscheiden. 

Sym. cryptagomorum Mill., welche ebenfalls sehr dicke männliche Fühler be- 
sitzt, kommt schon durch ihre geringere Größe, viel dunklere Färbung und geraden 
Verlauf der Vorderflügelbinden nicht in Betracht. 

283. Symmoca syriacella Rag., Bull. Soc. Ent. Fr., 1895, p. 108. — Rbl., 
Zool. bot. Verh., 1915, p. (55), Nr. 70. — pannosella Rbl., Berl. Ent. Zeit., Jahrg. 50 
(1905), p. 309, Nr. 122. — Taf. IV, Fig. 7, 9 (cT, 9). 

Eine Anzahl männlicher Stücke von Kristallenia in der zweiten Junihälfte er- 
beutet sowie ein frisches weibliches Stück von St. Nicolo bereits vom 22. Mai, ziehe 
ich Jetzt unbedenklich zu einer Art, welcher bestimmt auch das von mir (1, c.) aus 
der Attika als sj-riacella angeführte cT angehört. Das 9 von St. Nicolo ist dagegen 
von den Typen meiner pannosella aus Morea nicht zu trennen. 

Die Art variiert stark in der schwärzlichen Bestäubung der weißen glanzlosen 
Vorderflügel und in der Größe des Mittelpunktes derselben. Auch die Kopfhaare 
sind bald rein weiß, bald mehr grau, die Fühler wechseln in der Färbung von gelb- 
lich bis schwarzbraun. Die Größe variiert ebenfalls von 12 — 15 mm Expansion. 
Die Geschlechter sind voneinander etwas verschieden, indem das d' oft bläulich- 



Die Lepidopterenfauna Kretas. Id3 



weiße, das g {= pannosella) gelblichweiße Vorderflügel zeigt. Die Hinterflügel sind 
weißgrau. 

Offenbar handelt es sich um eine weitverbreitete Art, von welcher ich auch 
ein cf aus Spanien (Sierra d'Espuna, Korb, '09, M. C.) nicht sicher zu unterscheiden 
vermag. 

284. Oegoconia quadripuncta Hw. (3050). 

Zwei cT von normaler Größe Ende Mai bei Neapolis; zwei weitere nur halb 
so große Stücke fing ich am 20. Mai bei St. Nicolo und hielt dieselben anfänglich 
für eine andere Art. Dieselben zeigen nur 4-5 mm Vorderflügellänge (gegen 7 mm 
Vorderflügellänge der Stücke von Neapolis), die Fühler sind schärfer dunkel geringt, 
die Vorderflügel erscheinen dunkler, die lichten Flecken bleicher gelb und kleiner, 
eine punktförmige lichte Stelle liegt in der Flügelspitze. Die Hinterflügel sind viel 
dunkler grau. Ein sehr ähnliches Stück wurde von Mann in Fiume erbeutet. 

Diese auffallend kleine, dunkle Form mag den Namen minor führen. 

Die Art ist in Südeuropa und Kleinasien weit verbreitet. 

285. Blastobasis phycidella Z. (3054). 

Mehrere Stücke von Kavusi, 20. Mai, und Kristallenia, ca. 20. Juni. 
Die Art ist in Griechenland und Kleinasien häufig. 

286. Pleurota pyropella Schiff. (3o8i). 

In den ebeneren Teilen der Insel stellenweise sehr häufig und augenscheinlich 
nicht wesentlich von mitteleuropäischen Stücken abweichend. 

Belegstücke (cf, 5) liegen mir von Chalepa, 4. Mai, Perivolia, 7. Mai, Tylisso, 
14. Mai und Kristallenia nach Mitte Juni vor. 

Überall in Südeuropa und Westasien verbreitet. 

287. Pleurota contristatella Mn. (3o93). 

Eine reiche Serie von männlichen Stücken von St. Nicolo, Kavusi, Neapolis 
und Kristallenia vom 22. Mai bis 25. Juni erbeutet. 

Die Art variiert nicht bloß sehr stark in der Größe (Vorderflügellänge 67 bis 
9 mm), sondern auch in den staubgrauen Vorderflügeln, welche bald eintönig zeich- 
nungslos sind, bald einen verwaschenen weißen Längsstreifen in der Mittelzelle 
zeigen. 

Auch die ab. tristatella Stgr. mit deutlichem weißen Vorderrand findet sich 
darunter. 

Die Art ist in Kleinasien verbreitet und auch von Naxos bekannt. 

288. Pleurota bicostella Gl. (3 116). 

Ein cT von fast normaler Größe von Tylisso, 14. Mai, und ein sehr kleines, 
geflogenes cf von Kavusi, 20. Mai. 

Auffallenderweise ist die Art weder aus Griechenland noch Kleinasien an- 
gegeben. 

289. Pleurota creticella (nov. spec.) (cf). — Taf. IV, Fig. 20 (cf ). 

Eine kleine, schmalflügelige Art aus der Ericella-Gruppc mit deutlichen Rand- 

und Mittelpunkten, aber ganz undeutlichem Subkostalstreifen der Vorderflügel. Die 

Vorderflügelspitze ist schwach vorgezogen. 

11* 



164 



Prof. Dr. H. Rebel. 



Kopf und obere Schneide der Palpen weißgrau. Letztere mäßig lang (ca. 372 Kopf- 
durchmesserlänge mit verborgenem Endglied), sonst schwärzlichbraun. Die schwach 
gezähnelten und kurz bewimperten bräunlichen Fühler reichen bis "»/^ der Vorder- 
randlänge. Der Thorax schwach bräunlich verdunkelt, der Hinterleib einfarbig 
weißlichgrau mit schwach bräunlichem, kurzem Analbüschel, die Bauchseite mehr 
bräunlich. Auch die Beine sind bräunlichgrau bestäubt, nur die Hinterbeine bleiben 
lichter, gelblichgrau. 

Die Vorderflügel sind sehr schmal, am Vorderrand gegen die Spitze schwach 
gebogen, mit etwas vortretender Spitze und sehr schrägem Saum. Die weißgraue 
Grundfarbe ist gegen den Vorderrand mehr oder weniger bräunlich verdunkelt, so 
daß bei manchen Stücken die bräunliche Färbung überwiegt. Niemals bildet letztere 
einen nach innen scharf begrenzten Subkostalstreifen, wie es bei typischen Ericella 
stets der Fall ist. Der Vorderrand ist bis ^j^ seiner Länge in einer nach außen 
schmäler werdenden Strieme weiß. In der Falte liegt bei ^^ ihrer Länge ein 
kurzer, tiefschwarzer Längsstrich. Ein kräftiger schwarzer Punkt liegt ferner am 
Schluß der Mittelzelle und zuweilen noch ein kleines Pünktchen in der Mittelzelle 
basalwärts oberhalb des Faltenpunktes. Der Vorderrand und der Saum zeigen um 
die Flügelspitze eine zusammengeflossene Reihe feiner schwarzer Punkte. Die Fransen 
sind wie die Flügelfläche gefärbt mit einer weißen Teilungslinie bei ^/^ ihrer Länge. 
Die Hinterflügel sind etwas schmäler als die Vorderflügel, staubgrau, gegen die Basis 
lichter, mit sehr breiten grauen, an der Spitze weißlichen Fransen. 

Die Unterseite der Vorderflügel dunkel bräunlichgrau, jene der Hinterflügel 
lichter mit bräunlich schimmernden PVansen. Vorderflügellänge 6—7 mm, Expansion 
12 — 15 mm. 

Die Typen bilden 6 cf, in der Zeit vom 18. Mai bis 22. Juni in St. Nicolo, 
Neapolis (3 Stück), Kristallenia und Mallaes gesammelt. 

Die Art hat die nächste Verwandtschaft mit PL amaniella Mn. aus dem Taurus, 
von welcher mir die Tvpe (d") zum Vergleiche vorliegt. Darnach unterscheidet sich 
amaniella sicher durch die durchaus weißgraue (gar nicht bräunliche) Färbung der 
Vorderflügel und den nicht abgegrenzten und nicht rein weißen Vorderrand der- 
selben. Auch zeigt amaniella etwas kürzere und breitere Flügel. 

Eine weitere ähnliche Art ist PL tristictella Seeb., ebenfalls aus dem Taurus, 
von welcher mir ebenfalls ein typisches, von Seebold erhaltenes Exemplar vorliegt. 
Da von letzterer Art nur die Abbildung («Iris», XI, Taf. i, Fig. 5, cT) bekannt ge- 
macht wurde, lasse ich hier die mir seinerzeit bei Einsendung des Materials ge- 
machten Angaben folgen: 

tristictella (Rbl. i. 1.). 

«Aus der Bicostella-Gruppe. Der lichter bräunliche Subkostalstreifen der Vor- 
derflügel reicht allerdings verloschen bis zur Flügelspitze, ist aber nach unten gar 
nicht scharf begrenzt. Die weiße Vorderrandstrieme ist gegen die Wurzel sehr breit, 
wird aber gegen die Flügelspitze sehr schmal. Die drei schwarzen Punkte im Mittel- 
raum sind sehr fein, die beiden ersten liegen viel schräger als bei Bicostella, bei 
welcher sie oft undeutlich werden. Die Vorderflügelspitze ist etwas zurückgebogen, 
die Sammelpunkte sind sehr deutlich, das Palpenendglied sehr kurz, aber doch noch 
aus der Beschuppung des Mittelgliedes herausragend.» 

PL tristictella unterscheidet sich von PL creticella durch längere Palpen, freies, 
wenn auch kurzes Endglied derselben, breitere Flügelform, viel breiteren, schnee- 
weißen Vorderrandstreifen der Vorderflügel und lichtere Hinterflügel. 



Die LepidopterenfaLina Kretas. 165 



Die mir in natura unbekannte PI. elegans Stt. aus dem Jordangebiet soll 
dunkle glänzende Vorderflügel mit sehr schmaler weißer Vorderrandstrieme und 
zum Teil licht hervortretenden Adern besitzen. 

Die schon entfernter stehende PI. ericella Dup. hat, wie PL bicostella CA., 
einen auch nach unten sehr scharf begrenzten hellbraunen Subkostalstreifen sowie 
ein längeres, freies Palpenendglied.. 

290. Holoscolia majorella Rbl., «Iris», XV (1902), p. 115, Taf. IV, Fig. ja, b. 
Eine größere Serie männlicher Stücke von Tylisso, 14. Mai, St, Nicolo, 20. bis 

22. Mai, Kristallenia, 16. — 24. Juni. 

Die Stücke sind durchschnittlich kleiner (Vorderflügellänge 7 mm, gegen 8-5 mm 
typischer Stücke) und zeigen häufig fast einfarbig bräunlich verdunkelte Vorder- 
flügel, Jedoch mit deutlicher Punkt- und Saumzeichnung. Sie können als var. 
creticella (nov. var.) von der aus Zentralkleinasien beschriebenen Stammform 
unterschieden werden. 

Die Art wurde bisher in Griechenland nicht gefunden. 

291. Psecadia bipunctella P. (3143). 

Ein weibliches Stück von Canea (Mai '14, leg. Pag.). 
Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

292. Depressaria irrorata Stgr. (3i78\ 

Ein cT von Chalepa, 9, Mai, und ein 5 von Kristallenia, ca. 17. Juni, dieser 
mediterranen, auch aus Griechenland und Syrien bekannten Art. 

293. Depressaria comitella Led. (3179). 

Eine Anzahl Stücke von Kavusi, 20. Mai, und Neapolis, anfangs Juni erbeutet, 
stimmt mit solchen aus Syrien. Auch von der Insel Naxos angegeben. 

294. Depressaria rutana F. (3202). 

Ein Stück in St. Nicolo, Ende Mai erbeutet. 

Bisher weder aus Griechenland noch aus Kleinasien angegeben, 

295. Depressaria subpropinquella (Stt.) rhodochrella H.-S. (32o6^). 
Ein einzelnes frisches Stück von Neapolis anfangs Juni gefangen. 

In Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

296. Depressaria thapsilla Z. (32 16). 

Zwei geflogene, aber sicher hierhergehörige Stücke von Kristallenia aus der 
zweiten Juaihälfte. 

Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

297. Depressaria cnicella Tr. (3248). 

Ein Stück von Neapolis, anfangs Juni erbeutet. 

Bisher nicht aus Griechenland, wohl aber aus Kleinasien nachgewiesen. 

298. Depressaria veneücella Z. (3272). 

Ein frisches Stück (d) von Kristallenia ca. 20. Juni erbeutet. 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 



i66 Prof. Dr. H. Rebel. 



299. Depressaria tenebricosa Z. (3285). — Rbl., Berl. Ent. Zeit., 50. Jahrg., 
1905, p. 3ii. 

Ein cT von Asitaes, 22. Mai 'o3 (leg. Holtz). Etwas zweifelhaft ziehe ich ein viel 
lichteres weibliches Stück von Neapolis anfangs Juni (leg. Rbl.) hierher. 
Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

300. Cacophyia pertnixtella H.-S. (332 1). 

Ein lichtes, weibliches Stück erbeutete ich anfangs Juni in Neapolis. 
Aus Griechenland bisher nicht nachgewiesen, wohl aber von Brussa. 

3oi. Carcina quercana F. (3323). 

Ein kleines, bleiches, schwach gezeichnetes weibliches Stück anfangs Juni bei 
Neapolis (Rbl.). 

Bereits aus Griechenland und von Kleinasien bekannt. 

3o2. Borkhausenia scotinella (nov. spec.) (cf). — Taf. IV, Fig. 16 (cT). 

Eine kleine, fast einfarbig grau erscheinende Art aus der Verwandtschaft der 
B. lavandulae Mn. 

Die stark gezähnelten, dunkelgrauen Fühler reichen bis ^J^ der Vorderrand- 
länge. Die Palpen von 1^/2 Kopfdurchmesserlänge sind sehr schwach aufgebogen, 
ihr Mittelglied gegen das Ende schwach erweitert und schwärzlich verdunkelt, das 
Endglied pfriemenförmig, nur ^/^ des Mittelgliedes lang, weißgrau. Kopf und Thorax 
wie die Vorderflügel weißgrau, dunkler bestäubt. Die Beine grau, die Hinterbeine 
mehr gelblich mit verloschen dunkel- und hellgefleckten Tarsen. Der schlanke 
Hinterleib grau, mit kurzem, aber starkem hellbräunlichen Afterbusch. 

Die Vorderflügel sehr gestreckt mit deutlicher Spitze und sehr schrägem Saum, 
haben eine weißgraue Grundfarbe, welche durch bräunlichgraue Bestäubung fast ganz 
verdeckt wird. In der Mittelzelle liegt bei ^j^ ein oft fehlender dunkler Punkt, am 
Schluß derselben zwei verbundene schwärzliche Punkte, welche sich in einem etwas 
einwärts reichenden dunklen Wisch bis in die Innenrandfransen fortsetzen. Am 
Saume liegen verloschene schwärzliche Fleckchen. Die weißgrauen Fransen sind 
an der Wurzel schwach dunkel bestäubt. Die Hinterflügel mit scharfer Spitze dunkel- 
grau mit heller grauen Fransen. Unterseite einfarbig aschgrau, die Hinterflügel lichter. 

Vorderflügellänge 5 — 6 mm, Expansion 11 — 13 mm. 

Je ein frisches cT von Perivolia, 7. Mai, und Tylisso, 14. Mai, und 3 d^ von 
Kavusi, 20. Mai. 

Die Art ist viel zarter und heller als B. lavandulae und besitzt relativ stärkere 
Fühler und viel weniger stark aufgebogene Palpen. 

3o3. Borkhausenia icterinella Mn. (3385). 

Die Art erbeutete ich zahlreich anfangs Juni an einer bebuschten Lehne bei 
Neapolis. Die Stücke sind durchschnittlich größer als solche aus Syrien und Dal- 
matien, was auch Staudinger bezüglich eines Stückes vom Parnaß bemerkte (Hör,, 
VII, p. 264). 

Eine östliche, offenbar von Syrien bis Dalmatien verbreitete Art. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. lo? 



Elachistidae. 

304. Epermenia staintoniella Stt. (3417). 

Ein frisches Pärchen fing ich um den 17. Juni in Kristallenia. 
Die Art war bisher östlich nicht über Fiume nachgewiesen. 

305. Stagmatophora serratella Tr. (36 10). 

Ein frisches cf von Hag. Varvära, 16. Mai 'o3 (leg. Holtz). 
Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen.^) 

Gracilariidae. 

306. Coriscium brongniardellum F. (4082). 
Ein Stück Ende Mai bei Neapolis (Rbl.). 

Die Art ist aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. 

307. Tischeria complanella Hb. (4209). 
Ein Stück anfangs Juni bei Neapolis (Rbl.). 

Die Art ist auch von Brussa nachgewiesen und dürfte in Griechenland nicht 
fehlen. 

308. Tischeria marginea Hw. (4212). 
Bei Kristallenia im Juni gefangen (Rbl.). 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

Lyonetiidae. 

3og. Lyonetia clerkella L. (4217). 

Bei Kristallenia nach Mitte Juni ein Stück gefangen (Rbl.). 

Bisher weder aus Griechenland noch aus Kleinasien bekannt. 

Nepticulidae. 

3 10. Nepticula spec. 

Ein einzelnes minder gut erhaltenes Exemplar von Canea Mai '14 (leg. Pag.) 
dürfte einer neuen Art angehören. 

Fühler lang. Vorderflügel schwarz mit gleichbreiter, fast senkrecht stehender, 
lebhaft goldiger Mittelbinde und einigen großen goldigen Schuppen in den Fransen 
der Vorderflügelspitze. — Vermutlich in die Nähe der N. acetosae Stt. gehörig. 

3 11. Nepticula turbidella Z. (4402). 

Bei Kristallenia in der Nähe von Pappeln gefangen (Juni, Rbl.). 
Bisher weder in Griechenland noch Kleinasien gefunden. 

Talaeporiidae. 
3x2. ? Bankesia spec. 

Ein Ende Mai bei Neapolis an einer Mauer gefundener Sack enthielt eine 
weibliche (vertrocknete) Puppe. 

I) Eine Anzahl von mir gefundener Coleophora-Slc'^t ergaben keine Faller und gestatten auch 
keine Bestimmung der betreffenden Arten. 



l68 Prof. Dr. H, Rebel. 



Der gedrungene dreieckige Sack mit eingedrückten Flächen ist 6 mm lang, 
mit angesponnenen weißen Kalkklümpchen. Eine Zugehörigkeit zur Gattung 
Solenobia erscheint weniger wahrscheinlich. 

Tineidae. 

3i3. Ochsenheimeria taurella Schiff. (4467). 

Ein einzelnes Q von Asitaes, 25. Mai 'o3 (leg. Holtz), weicht von mitteleuro- 
päischen Stücken durch geringere Größe (Vorderflügellänge 5 mm) und hellere Fär- 
bung ab, namentlich die Binden der Vorderflügel sind ockergelb, nicht bräunlich. 

Brust und Beine weiß, grau bestäubt, auch der breite Abdominalring ist 
weißlich. Die Fühlerbildung ist wie bei O. taurella. 

Möglicherweise liegt eine neue Art vor, welche sich aber nach dem einzigen 
Stück nicht sicher unterscheiden läßt. 

Keine Vertreterin dieser Gattung ist aus Griechenland oder Kleinasien an- 
gegeben. 

314. Acrolepia cydoniella^) nov. spec. (cT, q). — Taf. IV, Fig. 18 (9). 

Der Acr. granitella Tr. nahe verwandt, aber viel kleiner, mit spitzeren Flügeln, 
die Vorderflügel reiner weißgrau mit besonders scharf hervortretender schwarzbrauner 
Innenrandmakel bei Ya '^s'" Flügellänge und an der Basis weißgrauen Hinterflügeln. 

Die schwarzgeringten Fühler wie bei granitella. Der Kopf gelbgrau, vorne 
weißlich, die Palpen innen weißgrau, das Endglied schwärzlich mit breitem weißen 
Mittelring. Thorax und Hinterleib sind weißgrau, auch die Beine sind heller, mit 
weißlich gefleckten Gliederenden, 

Die Vorderflügel sind kürzer geformt als bei granitella, aber mit beträchtlich 
schärferer Spitze. Ihre Grundfarbe ist ein reineres Weißgrau, die Zeichnungsanlage 
annähernd jene der granitella, aber am Vorderrand gegen die Spitze sehr verloschen. 
Sehr auffallend hebt sich die bei ^3 des Innenrandes liegende, fast viereckige Dorsal- 
makel hervor. Sie ist schwarzbraun und beiderseits von der weißgrauen Grund- 
farbe breit begrenzt. Ihr entsprechen am Vorderrande nach ^3 und bei ^3 zwei 
ähnliche, kleinere, nur viel undeutlichere, blassere Makeln, wogegen granitella in 
demselben Vorderrandabschnitt deren drei, mehr häkchenartige besitzt. Die zweite 
vor dem Innenwinkel gelegene Dorsalmakel der granitella ist hier ganz verloschen. 
Desgleichen ist die bei granitella deutliche Zeichnung des Vorderrandes gegen die 
Spitze hier kaum angedeutet. Die Fransen weißgrau, an der Basis und am Ende 
schwärzlichbraun mit weißlichem Wisch am Innenwinkel. 

Die Hinterflügel viel spitzer, grau, gegen die Basis viel heller weißlich. Fransen 
hellgrau. Unterseite der Vorderflügel einfarbig schwärzlichgrau, jene der Hinterflügel 
hellergrau. Vorderflügellänge 5-5 mm, Expansion 1 1-5 mm gegen 6*5 — 7, respektive 
i3 — 14 der granitella. 

Ich fing von dieser neuen Art in einer Grotte bei Chalepa am 5. Mai eine 
Anzahl Exemplare und anfangs Juni bei Neapolis noch ein frisches g. 

Mit Acrolepia solidaginis Stgr, liegt keine nähere Verwandtschaft vor. Letztere 
Art steht der granitella noch viel näher, ist noch größer als diese, blässer, mit 
breiteren weißen Vorderrandmakeln vor der Spitze. 



^) Kydonier, Teilvolk der Eteokreter. 



Die l.epidopterenfaunu Kretas. I°9 



Acr. eglanteriella Mn. aus Korsika und Südfrankreich ist vorherrschend weißlich 
gefärbt, ohne scharf hervortretende Dorsahnakel der Vorderflügel. 

Bemerkt sei noch, daß Ep. granitella Tr. in Griechenland vorkommt (Kala- 
vryta, leg. Holtz, Rbl., Berl. Ent. Zeit., 50. Jahrg., p. 314, Nr. 141). 

315. Hapsifera luridella Z. (4507). 

Verbreitet, nicht zu selten, so von Tylisso, 14. Mai (Stur.), Neapolis, Ende Mai, 
Kristallenia, zweite Hälfte Juni, Mallaes, 20.— 22. Juni. Die Art variiert in beiden 
Geschlechtern stark an Größe (Vorderflügellänge 7-5 — 11-5 mm). 

Die Art ist in Griechenland und Kleinasien verbreitet. 

3 16. Monopis imella Hb. (452g). 
Bei Canea anfangs Mai ein cf (Rbl.). 
Aus Griechenland und Kleinasien bekannt. 

317. Monopis crocicapitella Giern, {lombardica Hering) (4534). — Wlsghm., 
Pr. Z. S., 1907, p. 1022. 

Am 7. Mai in Canea ein Stück erbeutet. 

Diese Art wird wohl überallhin mit dem menschlichen Hausrat verschleppt. 
Nach Lord Walsingham wurde sie zuerst in Nordamerika als M. crocicapitella 
beschrieben. 

3 18. Tinea cloacella Hw. (4546). 

Mehrfach bei Neapolis und Kristallenia im Juni getroffen (Rbl.). 
Auch aus Griechenland und Kleinasien nachgewiesen. 

319. Tinea confusella H.-S. (4569). 

Einige Stücke (cf, 9) in der zweiten Junihälfte bei Kristallenia erbeutet. _ 
Einige bisquitförmige kleine flache Sandsäcke von St. Nicolo gehören vielleicht 
derselben Art an, welche weder aus Griechenland noch aus Kleinasien an- 
gegeben wird. 

320. Tinea fuscipunctella Hw. (4583). 
Nur ein cf von Neapolis, anfangs Juni (Rbl.). 
Überall in Europa und Westasien. 

321. Tinea pellionella L. (4584). 

Mehrfach in Canea, Candia, Neapolis und Kristallenia von Mai bis Juni in 
Häusern gefunden: 

Überall mit dem menschlichen Haushalt verbreitet. 

322. Tinea simplicella H.-S. (4605). 

Mehrere Stücke (cT, 9) in Neapolis anfangs Juni (Rbl.). 
Bisher weder aus Griechenland noch aus Kleinasien bekannt. 

323. Tineola crassicornella Z. (4622). 

Mehrfach bei Neapolis und Kristallenia im Juni erbeutet (Rbl.). 
In Griechenland und Kleinasien weit verbreitet. 

324. Nemotois barbatellus Z. (4709). 

Zwei weibliche Stücke, das eine bei Canea am 8. Mai, das andere in Kavusi 
am 20. Mai erbeutet, stimmen in der Größe (Vorderflügellänge 6 mm), in der Länge 



lyo Prof. Dr. H. Rebel. 



der den Vorderrand der Vorderflügel wenig überragenden, schwach verdickten, im 
Endsecbstel weißen Fühler, und vor allem auch in den gelben, sehr lang und ziem- 
lich dicht schwarz behaarten Palpen, weiters in dem messingglänzenden Gesicht 
und den schwärzlichen Hinterflügeln mit an der Wurzel kupfrigen Fransen voll- 
ständig überein. Während aber das bei Canea erbeutete § die Vorderflügel in der 
Basalhäfte lebhaft glänzend, messinggrün zeigt, hat das gi von Kavusi eine kupfer- 
rote Basalfärbung der Vorderflügel. Die Außenhälfte der Vorderflügel ist bei beiden 
Stücken kupferrot mit der schwärzlichvioletten Querbinde nach der Mitte. 

Während nach der Palpenbildung beide Stücke zu N. barbatellus zu gehören 
scheinen, kann nach der hellen Basalfärbung der Vorderflügel nur das Stück von 
Canea mit Sicherheit dazu gezogen werden, während es sich bei dem 9 von Kavusi 
möglicherweise um eine andere Art handelt, was sich ohne Kenntnis des dazu ge- 
hörigen d^ nicht entscheiden läßt. 

A^. barbatellus ist sowohl von Griechenland als von der Insel Rhodus und 
von Brussa angegeben. 

325. Adela orientella Stgr. (4738). 

Verbreitet in Kreta und stellenweise, wie bei Canea und Kristallenia, häufig. 

Belegstücke (cf, g) liegen vor von Canea und Perivolia, 7. — 8. Mai, Candia, 
15. April 'o3 (leg. Holtz), Kavusi, 20. Mai, Neapolis, anfangs Juni, und Kristallenia, 
zweite Junihälfte. 

Die Stücke variieren wenig, der Kopf ist zuweilen gelbgrau behaart, der weiße 
Querstreifen der Vorderflügel ist in der Breite etwas veränderlich und ein weißer 
kurzer Vorderrandstrich darnach findet sich am deutlichsten bei einem Pärchen von 
Kristallenia. 

A. getica Mn. ist bestimmt dieselbe Art. Ein als Type bezeichnetes cf (M. C.) 
trägt als Fundortsbezeichnung «Amasia» (statt Tultscha). Zwei minder gut er- 
haltene cT stammen von Tultscha. 

A. paludicolella Z. unterscheidet sich leicht durch die an der Basis (nament- 
lich beim g>) schwarz und weiß geringten Fühler, A. australis H.-S. ist eine ro- 
bustere, mehr in Südwesteuropa verbreitete Art, deren 9 gegen die Basis stark 
filzig verdickte Fühler besitzt, während sie bei orientella- 1^ gegen die Basis nur 
schwach verdickt erscheinen. 

Adela orientella ist in Griechenland und Kleinasien (Brussa, Pavel, det. Rbl., 
Amasia, Mn.) verbreitet. 

Micropterygidae. 

326. Micropteryx wockei Stgr. (4768). 

Ein einzelnes geflogenes Stück von Asitaes, 5. Mai 'o3 (leg. Holtz), stimmt gut 
mit der Beschreibung und Abbildung von Micr. ipockei aus Griechenland und Tos- 
kana bei Staudinger (Hör., VII, p. 23i, Taf. 3, Fig. 5). 

Ich kann dasselbe aber auch von einem durch Chretien aus der Ardeche als 
M. aglaella Dup. erhaltenen Stück nicht trennen. Nach Duponchels Abbildung 
und Beschreibung soll letztere Art auf goldigem Grund der Vorderflügel zwei 
parallele, mäßig breite, purpurrote Querbinden besitzen, wobei (selbst bei anderer 
Auffassung der Grundfarbe) doch der apikale goldige Vorderrandfleck fehlen würde. 

Ich führe daher die wenig gekannte Art unter dem sicheren Namen M. wockei an. 



Die Lepidopterenfauna Kretas. 171 



IV. Verzeichnis der hier neu beschriebenen Arten 

und Formen. 

Satyrus setnele (L.) cretica, p. 106. 

Cucullia minogenica, p. 127. 

Hj-penodes nesiota, p. i3i. 

Rhodostropkia sicanaria (Z.) cretacaria, p. 135. 

Scodiona conspersaria (S. V.) crassipunctaria, p. 140. 

Sesia cretica, p. 143. 

» minianiformis (Frr.) nigrobarbata, p. 144. 
Ephestia philetella, p. 145. 
Stenia metasialis, p. 148. 
Scoparia dicteella, p. 14g. 
Sylepta ruralis (Sc.) ßavescens, p. 14g. 
Conchj^lis ^ephyrana (Tr.) ab. stygiana, p. 154. 
Dichrorampha lasithicana, p. 156. 
Glyphipteryx crassilu/jella, p. 157. 
Cerostoma minotaurella, p. 158. 
» kristalleniae, p. 158. 

Pterolonche gracilis, p. 161. 
Symmoca tectaphellus, p. 161. 
Oegoconia quadripuncta (Hw.) minor, p. i63. 
Pleiirota creticella, p. 16 3. 

Holoscolia majorella (Rbl.) creticella, p. 165. 
Borkhausenia scotinella, p. 166. 
Acrolepia cydoniella, p. 168. 



Berichtigung. 

Auf Seite g7, 2. und 3. Zeile von oben: Hinterflügel (statt Hinterstreifen). 



Ergänzung zum Lokalitätsverzeichnis (p. gs— g6). 

Anopolis, Landschaft südlich der Leuka Ori, westlich von Sphakia. 
Selino (Selinos), Eparchie im äußersten Südwesten der Insel. 



1^2 Prof. Dr. H. Rebel. Die Lepidopterenfauna Kretas. 



Tafelerklärung. 

Tafel IV. 

Fig. I. Rhodostrophia sicanaria cretacaria Rbl., ^T, p. i35. 

» 2. Larentia lasitliiotica Rbl., (f, p. i38. 

» 3. Cochlidion creticitm Rbl., cf, p. 142. 

» 4. Scoparia dicteella Rbl., 9' P- 149» 

» 5. Scodiona conspersaria crassipunctaria Rbl., 9> ?• HO- 

» 6. Stenia metasialis Rbl., $, p. 148. 

» 7. ^/?zmocrt syriacella Rag., ^f, p. 162. 

> 8. Sesia cretica Rbl., 9, p. I43. 

» 9. 5rmmoca syriaeella Rag., 9, p. 162. 

» 10. Dichrorampha lasithicana Rbl., ^f, p. 156. 

» II. Larentia eteocretica Rbl., 9> ?• ^^7« 

» 12. Symmoca tectaphella Rbl., cT, p. 161. 

j. i3. Cerostoma kristalleniae Rbl., 9' P- ^5^- 

» 14. Hrpenodes nesiota Rbl., (f, p. i3i. 

» 15. Agrotis stiiranvi Rbl., 9> P- ^22. 

> 16. Borkhausenia scotinella Rbl., (f, p. 166. 
» 17. Cerostoma minotaurella Rbl., 9» P- ^S^- 
» 18. Acrolepia cydoniella Rbl., 9» P- i^^- 

» 19. Cucullia minogenica Rbl., 9> P* 127. 

i> 20. Pleurota creticella Rbl., (f', p. i63. 



I 



Neue Heteroceren aus der Sammlung 
des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 

ILO 

Von 

Dr. H. Zerny. 

Mit einer Tafel (Nr. V). 



Familie: Noctuidae. 

Vorbemerkung. In nachfolgenden Beschreibungen wurde die Reihenfolge 
der Gattungen, wie sie Hampson in seinem «Catalogue» annimmt, beibehalten, 
doch vermochte ich der weitgehenden Zersplitterung in meist ganz ungenügend 
und unnatürlich begrenzte Gattungen, wie sie dieser A.utor durchführt, nicht zu 
folgen, weshalb in vorliegender Arbeit die großen, umfangreichen, aber altbekannten 
Genera Agrotis, Mamestra usw. wieder angenommen erscheinen; doch wurde den 
Gattungsnamen ein (s. 1.) nachgesetzt, um darauf hinzuweisen, daß der betreffende 
Name im älteren, weiteren Sinne gebraucht wurde. 

I. Agrotis (s. 1.) leucannformis n. sp. d". (Taf. V, Fig. i.) 

Vorderflügel licht gelblichbraun, mit schwärzlichen Schuppen bestreut, ohne 
Querlinien und Makeln. Xm Zellschluß ein schwärzlicher Punkt. Auf der unteren 
Mediana ein schwarzbrauner Längsstrahl, der an der Wurzel beginnt und gegen 
den Saum zu erlischt. Die Adern im Saumfeld dunkler angelegt. Der Saum durch 
eine Reihe schwärzlicher Punkte in den Aderzwischenräumen bezeichnet. Die 
Fransen wie die Flügelfläche gefärbt, mit lichter Basallinie und weißlichen Spitzen. 

Hinterflügel graubraun, etwas durchscheinend, grob beschuppt, die Fransen 
lichter mit dicker dunkler Teilungslinie. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich graubraun, mit Ausnahme der Mittelzelle 
schwärzlich gesprenkelt, die Saumpunkte weniger deutlich als auf der Oberseite. 
Unterseite der Hinterflügel weißlich, das Kostalfeld und der Saum schwärzlich 
gesprenkelt. 

Kopf und Thorax lang behaart, wie auch das Abdomen ockerbraun, der 
Thorax ohne alle Schuppenbekleidung. Fühler büschelförmig bewimpert. Der 
Rüssel gut entwickelt. Die Palpen sehr lang behaart, die Haare dunkelbraun und, 
besonders auf der Innenseite, hell ockergelb gemischt. Brust und Beine hell 



I) I. siehe «Iris», XXVI, p. 119— 124 (1912). 



174 Dl". H. Zerny. 

bräunlichgelb behaart. Die Vorderschienen deutlich bedornt, mit einer schwach 
gekrümmten Klaue außen an der Spitze. 

Vorderflügellänge 14 — 15 mm. 

Drei cf, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 
3ooo — 3500 m von E. Fassl gesammelt. 

2. Agrotis (s. 1.) ochreicosta n. sp. cf. (Taf. V, Fig. 21.) 

Vorderflügel sehr breit, mit scharfer Spitze, violettbraun; eine sehr breite, 
scharf abgesetzte, von der Wurzel bis in die Fransen reichende, hier scharf zu- 
gespitzte Kostalstrieme lehmgelb, mit dunkelbraunen Schuppen bestreut. Ante- 
mediane Querlinie an der Costa bei ein Viertel durch einige braune Schuppen an- 
gedeutet, in der Analfalte nach außen vorspringend. Ringmakel schief liegend, 
braun, scharf weißlich umzogen. Nierenmakel ebenfalls schief liegend, schmal, 
braun, weiß umzogen und mit lichterem Kerne. Zapfenmakel fehlend. Postmediane 
Querlinie an der Costa bei zwei Dritteln durch braune Schuppen angedeutet, dann 
gleichmäßig geschwungen zum Innenrande bei drei Vierteln verlaufend, in der Innen- 
randhälfte auf den Adern nach außen ausgezogen. Am Innenrande hinter der post- 
medianen Querlinie ein großer, unscharf begrenzter, licht graugelber Fleck. \\'ellen- 
linie sehr undeutlich, der Raum zwischen ihr und der postmedianen Querlinie 
lichter als die übrige Flügelfläche und von dunkelbraunen Querstrichen durchzogen. 
Vor dem Saume in den Aderzwischenräumen eine Reihe weißlicher Punkte. Fransen 
dunkelbraun, gelblich durchschnitten, ihre Spitzen gelblich. 

Hinterflügel durchscheinend weißlich, saumwärts verdunkelt, die Verdunklung 
an der Flügelspitze sehr breit. Am Zellschluß ein brauner Querstrich, hinter der 
Mitte eine gegen die Costa zu undeutliche, auf den Adern saumwärts ausgezogene 
dunkle Querlinie. Der Saum durch eine gelbliche Linie bezeichnet. Fransen gelb- 
lich, in der Distalhälfte lichter, an der Flügelspitze braun gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich, in der Flügelmitte braun übergössen, im 
Saumfelde dicht braun gesprenkelt, mit dicker, brauner, beinahe gerader postmedianer 
Querlinie.. Hinterflügel unterseits gelblichweiß, Kostalfeld und Apikaiteil dicht braun 
gesprenkelt. Am Zellschluß ein dicker brauner Querstrich, die Querlinie deutlicher 
als oberseits. 

Kopf braun, ockergelb gemischt. Fühler sehr kurz bewimpert. Palpen rötlich- 
braun, das Mittelglied vorne breit beschuppt, das Endglied kurz, kurz beschuppt. 
Halskragen ockergelb, mit dunkelbrauner Basis und solcher Mittelquerlinie. Schulter- 
decken und Thorax violettbraun. Abdomen mit hell ockergelbem Afterbusch. Beine 
rötlichbraun, außen gelblich; die Vorderschienen schwach bedornt, ohne Endklaue. 

Vorderflügellänge 17 mm. 

Drei d^, bei Ypanema im Staate Sao Paulo (Südbrasilien) von J. Natterer 
gesammelt. 

3. Agrotis (s. 1.) lilacina n. sp. 9. (Taf. V, Fig. 8.) 

Vorderflügel licht veilgrau, im Kostalfelde mehr ins Rötliche ziehend, am 
Innenrande beinahe bleigrau. Subbasale Querlinie doppelt, nur an der Costa deut- 
lich, schwarz, licht ausgefüllt, unter der Costa nach außen vorspringend. Ante- 
mediane Querlinie beinahe senkrecht, ebenfalls doppelt, schwärzlich, licht ausgefüllt, 
auf der unteren Mediana und auf Ader A^ wurzelwärts einspringend. Zwischen der 
Mittelzelle und der Analfalte ein dicker, tiefschwarzer Längsstrich, der etwas hinter 
der Wurzel beginnt, durch die antemediane Querlinie schmal unterbrochen wird 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. I75 

und sich hinter dieser, stark verschmälert, bis unter die Ringmakel fortsetzt. Ring- 
makel licht gelbgrau mit violettem Kerne, ohne deutliche Umrandung. Nieren- 
makel ebenso gefärbt, saumwärts mit wurzehvärts einspringender tiefschwarzer Be- 
grenzung, oben und unten offen. In der Mittelzelle zwischen der antemedianen 
Querlinie und der Ringmakel ein tiefschwarzer, spitzdreieckiger, zwischen Ring- und 
Nierenmakel ein ebenso gefärbter, trapezförmiger, seitlich eingeschnürter Fleck. An 
der Costa oberhalb des proximalen Endes der Nierenmakel ein dunkles Fleckchen, 
Die postmediane Querlinie oberhalb des distalen Endes der Nierenmakel an der 
Costa mit einem schwärzlichen Fleckchen beginnend, gleichmäßig geschwungen, 
auf den Adern saumwärts fein ausgezogen. Wellenlinie wenig deutlich, unterhalb 
der Costa und in der Diskalfalte wurzehvärts einspringend. Am Saume eine Reihe 
dreieckiger dunkler Fleckchen in den Aderzwischenräumen. Fransen rötlichbraun 
mit zwei dunklen Teilungslinien, von denen die basale viel dicker ist. 

Hinterflügel weiß, gegen die Costa und den Innenrand zu gelblich. 
Unterseite der Vorderflügel graubraun, an der Costa gelbbraun und schwarz 
gesprenkelt, am Innenrande weißgrau, die Saumfleckchen weniger deutlich als auf 
der Oberseite. Unterseite der Hinterflügel wie ihre Oberseite gefärbt, doch am 
Vorderrande schwarz gesprenkelt und der Saum an der Flügelspitze mit einigen 
schwarzen Punkten. 

Kopf und Thorax rötlichbraun, weißgrau gemischt, die Thoraxbekleidung aus 
Schuppen und eingemischten Haaren bestehend, Fühler einfach. Palpen außen 
dunkelbraun, innen und das Mittelglied auch außen an der Unterseite und an der 
Spitze rötlichbraun. Abdomen rötlichbraun, an der Basis grau behaart. Beine 
rötlichbraun und graubraun gemischt; Vorderschienen schwach bedornt, ohne 
Endklaue. 

Vorderflügellänge i8 mm. 

Ein Q, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 
3500 m von E. Fassl erbeutet. 

4. Agrotis (s. 1.) ioglauca n. sp. n. (Taf. V, Fig. 23.) 

Vorderflügel tiefviolett, mit dunkel olivgrünen Stellen, und zwar zeigen die 
letztere Färbung die Innenrandhälfte des Wurzelfeldes, ein breiter Mittelschatten, 
ein Fleck am Saume unter der Spitze und die Innenrandhälfte des Saumfeldes. 
Querlinien rußschwarz, die subbasale doppelt, gerade; die antemediane ebenfalls 
doppelt, auf der unteren Mediana stumpf nach außen vorspringend, ihr äußerer 
Teil nur aus einigen Querfleckchen an der Costa, auf der oberen und unteren 
Mediane und zwischen der Analader und dem Innenrande bestehend. Ringmakel 
aus einem kleinen schwarzen, weißgelb ausgefüllten Fleckchen im letzten Viertel 
der Zelle nahe deren oberer Begrenzung bestehend. Nierenmakel schwarz, läng- 
lich, vorne und hinten von einigen weißgelben Schuppen begrenzt, mit einem 
breiten, schwarzen, etwas hinter der Flügelmitte liegenden Kostalfleck zusammen- 
hängend. Postmediane Querlinie doppelt, gelblich weiß ausgefüllt, gleichmäßig 
S-förmig geschwungen, ihre innere Hälfte nur aus einem W-förmigen Fleckchen 
an der Costa und einigen winzigen Punkten auf den Adern bestehend; ihre äußere 
Hälfte mit einem großen dreieckigen Kostalfleck beginnend, gewellt, zwischen Ader 
R^ und R5 und zwischen Mj und M^ breit unterbrochen. Letztes Drittel der Costa 
schwarz mit vier gelblichweißen Fleckchen in gleichen Abständen voneinander. 



176 Dr. H. Zerny. 

Saum tief gekerbt, unbezeichnet. Fransen gewellt, von der Farbe der Flügel, 
dunkler durchschnitten, mit zwei undeutlichen Teilungslinien. 

Hinterflügel gelblichweiß, durchscheinend, am Innenrande und am Saume reiner 
gelb, mit braunem Mondfleck am Zellschlulj, vor dem Saume und besonders am 
Innenwinkel mit einigen braunen Schuppen bestreut. Der Saum gekerbt, die Fransen 
gewellt, an den Aderenden mit braunen Fleckchen. 

Unterseite der Vorderfiügel braun, am Innenrande graugrün, mit dunklem 
Mittelmonde und solcher äußerer Querlinie. Das letzte Drittel der Costa mit 
vier gelblichweißen Fleckchen. Die Fransen dunkelbraun. Unterseite der Hinter- 
flügel gelblichweiß, mit sehr deutlichem Mittelmonde, an der Costa braun ge- 
sprenkelt, die Fransen mit braunen Fleckchen an den Aderenden. 

Kopf rötlichbraun. Fühler kurz bewimpert. Palpen außen dunkelbraun, innen 
bräunlich. Thorax mit trübvioletten langen Haaren dicht bekleidet, ohne ein- 
gemischte Schuppen. Abdomen oben grauviolett, unten gelblich. Brust weißlich. 
Hüften und Schenkel rötlichweiß behaart. Schienen und Tarsen schwarzbraun, 
scharf weiß geringelt. 

Vorderflügellänge 19 mm. 

Hat einige Ähnlichkeit mit Poliodestra violascens Maass., die aber nach 
Hampson in die durch behaarte Augen ausgezeichnete Subfamilie Hadeninae 
{= Mamestrinae) gehört. Ein (^, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in 
einer Höhe von 3500 m von E. Fassl gesammelt. 

5. Mamestra (s. 1.) tolimae n. sp. o. (Taf. V, Fig. 26.) 

Vorderflügel rötlich veilbraun, bleischwarz gemischt. Subbasale Querlinie 
doppelt, schwarz, an der Subcosta saumwärts vorspringend. Antemediane Querlinie 
schwarz, von der Costa bis zur Zelle doppelt, weißlich ausgefüllt, dann einfach, 
gewellt. Ringmakel in der Färbung von der übrigen Flügelfläche nicht verschieden, 
länglich, oben off'en, sonst schwarz umzogen, die schwarze Begrenzung saumwärts 
in eine Spitze ausgezogen. Nierenmakel groß, gelblichweiß, unten bleischwarz aus- 
gefüllt, oben offen, unten durch einen einfachen schwarzen, unterhalb der Basis 
von Ader Cj liegenden Längsstrich begrenzt. Die vordere und hintere Einfassung 
der Nierenmakel ist doppelt, und zwar die vordere schwarz, die hintere rötlich. 
Über der Nierenmakel an der Costa ein breiter, gelblichweißer, beiderseits dunkel- 
braun begrenzter Fleck. Die Zapfenmakel groß, von der Färbung der übrigen 
Flügelfläche, fein schw^arz umzogen. Die postmediane Querlinie gleichmäßig ge- 
schwungen und gewellt, doppelt, die innere Hälfte aus deutlichen schwarzen Mond- 
fleckchen zwischen den Adern bestehend, die äußere Hälfte viel verwaschener, 
braungrau, auf den Adern in schwärzliche Längsstriche ausgezogen. Im letzten 
Drittel der Costa drei feine gelblichweiße Strichel, vor der Flügelspitze ein großer, 
beinahe quadratischer, licht ockergelber Fleck, mit welchem die aus ockergelben, 
beiderseits schwarz angelegten Mondfleckchen zwischen den Adern bestehende 
Wellenlinie beginnt. Diese springt auf Ader M2 stumpf ein und zu beiden Seiten dieser 
Ader sind die sie wurzelwärts begrenzenden schwarzen Fleckchen strichförmig ver- 
längert. Das Saumfeld jenseits der Wellenlinie bleischwarz, der gewellte Saum 
durch eine undeutliche schwärzliche Linie bezeichnet. Die gewellten Fransen an 
der Basis gelblich, von einer dicken, gewellten, schwärzlichen Linie durchzogen, 
ihre distale Hälfte braun. 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 177 

Hinterflügel licht bräunlichgelb, mit undeutlichem dunklen Mittelpunkt, die 
Saumhälfte braun Übergossen, der Saum durch eine dunkelbraune Linie bezeichnet. 
Die Fransen bräunlichgelb, unbezeichnet. 

Unterseite der Vorderflügel dunkel graubraun, das Costal- und das Saumfeld 
rötlich Übergossen, die erstere mit den drei Kostalstricheln wie oberseits. Unter- 
seite der Hinterflügel gelblichweil.) mit dickem dunklen Mittelpunkt, die Kostal- 
gegend und das Saumfeld gebräunt und rötlich Übergossen. 

Kopf und Thorax mit haarförmigen Schuppen bekleidet, rötlichbraun, die 
Palpen außen dunkler, Fühler kurz bewimpert. Abdomen oben graubraun, unten 
rötlichgrau, an der Basis gelblichweiß, an der Spitze rötlichgelb behaart. Der 
Rückenschopf nahe der Basis des Abdomens weißgrau. Die Beine rötlich graubraun. 

Vorderflügellänge i8 mm. 

Ein ^, auf dem Monte Tolima in der Zentralkordillere Kolumbiens in einer 
Höhe von 4200 m von A. H. Fassl gesammelt. 

6. Nephelistis orbicularis n. sp. cT. (Taf. V, Fig. 16.) 

Vorderflügel mit scharfer Spitze, hell grauviolett, an der Costa rötlichbraun, 
die Adern außer in der Kostalgegend bleischwarz angelegt. Querlinien rötlichbraun; 
die subbasale doppelt, ihre innere Hälfte bis zur unteren Mediana, ihre äußere 
Hälfte bis zur Analader reichend, an der unteren Mediana stumpf nach außen vor- 
springend. Antemediane Querlinie doppelt, von der Costa bis zur unteren Mediana 
gewellt, unter der Zelle stumpf nach außen, an der Analader ziemlich spitz wurzel- 
wärts vorspringend. Ringmakel kreisrund, sehr groß, die ganze Zellbreite aus- 
füllend, gelblichgrau mit violettem Kerne, oben offen, sonst dunkel rötlichbraun 
umzogen. Nierenmakel ebenfalls sehr groß, rhombisch, an der unteren Mediana 
etwas basalwärts verlängert, gelblichgrau, oben violett Übergossen, offen, sonst 
dunkel rötlichbraun umzogen. Ein scharfer, am unteren Zellwinkel rechtwinkelig 
nach außen gebrochener rötlichbrauner Mittelschatten durchzieht den Flügel von 
der Mitte der Costa durch die Nierenmakel bis zum Innenrande etwas hinter der 
Mitte. Postmediane Querlinie unter der Costa saumwärts ausgebogen, dann nur 
schwach geschwungen zum Innenrande ziehend, doppelt, ihre innere Hälfte aus 
Mondfleckchen bestehend, ihre äußere Hälfte undeutlich, kaum gewellt. Aus der 
Flügelspitze zieht eine vollkommen gerade, schwarzbraune, außen breit rötlichbraun 
angelegte Linie zum Innenrande vor dem Innenwinkel. Der Saum ist durch eine 
schwärzliche, auf den Aderenden kaum unterbrochene Linie bezeichnet. Fransen in 
der Basalhälfte braungrau, in der Terminalhälfte rötlich. 

Hinterflügel durchscheinend gelblichweiß, das Kostalfeld gelblich, die Spitze 
bräunlich beraucht, eine braune, gegen den Analwinkel verlöschende, kontinuier- 
liche Saumlinie Fransen an der Flügelspitze bräunlich, sonst weißlich. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, das Kostalfeld rostrot, besonders breit 
vor der Spitze, hier mit einigen weißlichen Kostalstricheln. Das Saumfeld bläulich 
weiß bestäubt, das Analfeld weißlich. Unterseite der Hinterflügel weiß, mit braunem 
Mittelpunkt, das Kostalfeld rostrot bestäubt, die Spitze dunkel rötlichbraun, die 
Saumlinie wie oberseits. 

Kopf und Thorax rotbraun, grau und weißlich gemischt. Palpen dunkel rot- 
braun, Fühler schwach gezähnt und büschelförmig bewimpert. Abdomen oben 
graubraun, unten rötlichbraun. Beine braun, Schenkel innen lang rötlichgrau be- 
haart. Tarsen dunkelbraun, undeutlich gelb gefleckt. 

Annalen dc-s k. k. naturhistorisclien Hofiiiuseiims, Bd. XXX, 1916. 12 



lyS Dr. H. Zerny. 

Vorderflügellänge 15 mm. 

Zwei cT, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 
3ooo— 320om von E. Fassl gesammelt. 

7. Eriopyga remipes n. sp. cT. (Taf. V, Fig. 19.) 

Vorderflügel sehr breit, mit rechtwinkeliger Spitze, an der Wurzel plötzlich 
verschmälert, feurig rostrot, im Wurzelfeld ins Orangegelbe ziehend, die Adern 
außer in der Kostalgegend braun angelegt und vor dem Saume mit einzelnen 
weißen Schuppen bestreut. Subbasale Querlinie dunkelbraun, von der Costa bis 
zur Analader reichend, schwach gewellt. Antemediane Querlinie dunkelbraun, 
gleichmäßig nach außen gekrümmt, auf der unteren Mediana und auf der Analader 
je einen spitzen Zahn wurzelwärts bildend. Ringmakel klein, elliptisch, schief- 
liegend, die oberen drei Viertel der Zelle ausfüllend, rostrot und orangegelb ge- 
mischt. Nierenmakel außen tief eingedrückt, rostrot, fein orangegelb umzogen, 
mit einem schneeweißen Punkt am unteren Zellwinkel, Ein wenig deutlicher, die 
Nierenmakel innen berührender, an der unteren Mediana stumpf nach außen ge- 
brochener dunkelbrauner Mittelschatten von der Costa bis zum Innenrande. Post- 
mediane Querlinie sehr undeutlich, dunkelbraun, gleichmäßig s-förmig geschw^ungen, 
sehr scharf gezähnt. Wellenlinie aus einer in der Diskalfalte etwas einspringendeA 
Reihe dreieckiger, dunkelbrauner, außen orangegelb aufgeblickter Fleckchen zwischen 
postmedianer Querlinie und der Spitze. Der Saum durch eine sehr undeutliche, 
auf den Adern unterbrochene dunkelbraune Linie bezeichnet. Fransen dunkelbraun. 

Hinterflügel gleichmäßig graubraun mit gelblichgrauen Fransen. 

Unterseite der Vorderflügel rötlich ockergelb, das Kostal- und Saumfeld, 
letzteres gegen den Innenwinkel sich verschmälernd, braun, Unterseite der Hinter- 
flügel ockergelb, die Spitze sehr breit braun beraucht, mit dunkler, gleichmäßig ge- 
schwungener postmedianer Querlinie. Die Zelle und ein Streifen längs des Innen- 
randes mit aufgeworfenen Schuppen besetzt. 

Kopf und Thorax rotbraun, die Fühler einfach, kurz bewimpert. Abdomen grau- 
braun, der Analbusch gelbbraun und graubraun gemischt. Brust beiderseits mit einem 
großen, von grauen und rötlichen Haaren bedeckten Büschel langer, gelblichweißer 
Schuppen. Schenkel innen sehr lang gelblich behaart. Vorder- und Mittelschienen ver- 
dickt, außen dunkelbraun, innen gelblich beschuppt. Vorder- und Mitteltarsen dunkel- 
braun, gelblich gefleckt. Hinterschienen außen mit einer Bürste langer haarförmiger 
gelblicher Schuppen besetzt. Hintertarsen (nur das erste Glied erhalten) gelblich. 

Vorderflügellänge 17 mm. 

Ein cf, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brüdern 
Fassl gesammelt. 

8. Eriopyga magniüca n. sp. cf, 9. (Taf. V, Fig. 12, cf.) 
Vorderflügel isabellfarben, beim cf das Mittelfeld, beim 5 auch das Saumfeld 

grünlichgrau mit schwachem Seidenglanze, An der Basis der Analader ein schwärz- 
licher Punkt. Subbasale Querlinie doppelt, dunkelbraun, bis zur Analader reichend, 
zweimal spitz gebrochen. In der Diskalfalte zwischen subbasaler und antemedianer 
Querlinie ein dunkelbrauner Längsstrich mit einem winzigen weißen Fleckchen 
darauf. Antemediane Querlinie ebenfalls doppelt, dunkelbraun, ihre innere Hälfte 
in der Zelle spitz einspringend, in ihrem übrigen Verlaufe ebenso wie die äußere 
Hälfte schwach gewellt. Ringmakel groß, die ganze Zellbreite ausfüllend, dunkel- 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhisiorischen Hofmuseums in Wien. 179 



braun, beim cf elliptisch, schiefliegend, beim 9 breiter, beinahe viereckig. Nieren- 
makel sehr groß, dunkelbraun mit lichterem Zentrum, an ihrem unteren Ende 
mit zwei weißen Punkten, von denen der mehr wurzelwärts gelegene häufig un- 
deutlich ist. Der Raum zwischen Nierenmakel und postmedianer Querlinie 
dunkelbraun ausgefüllt. Zwischen Nierenmakel und Innenrand ein brauner, etwas 
schief liegender Mittelschatten. Postmediane Querlinie am Vorderrande mit zwei 
dunkelbraunen Fleckchen beginnend, sonst wenig deutlich, schwach s-förmig ge- 
schwungen, doppelt, braun, gelblich ausgefüllt, ihre äußere Hälfte auf den Adern 
in gelbliche, beiderseits schwärzlich begrenzte Striche! ausgezogen. Wellenlinie an- 
fangs sehr fein, gegen den Analwinkel dicker, unter der Costa wurzelwärts ein- 
gebogen, dann sehr schwach gewellt, zwischen der Costa und Ader M3 beiderseits 
von einigen braunen Fleckchen eingefaßt, von denen das zwischen Ader R^ und R^ 
gelegene das größte ist. An der Costa zwischen postmedianer Querlinie und 
Wellenlinie einige gelbliche Fleckchen. Der Saum gewellt, durch eine auf den 
Adern breit unterbrochene, basalwärts gelblich angelegte dunkelbraune Linie be- 
zeichnet. Fransen gewellt, gelbgrau, in der Basalhälfte grünlichbraun gefleckt. 

Hinterflügel graubraun, gegen die Wurzel beim cf wenig, beim 9 breit auf- 
gehellt, mit undeutlicher, auf den Adern unterbrochener dunkler Saumlinie. Die 
Fransen in der Basalhälfte gelbbraun, in der Saumhälfte gelblichweiß. 

Unterseite der Vorderflügel gelblichbraun, im Diskus beim cf stark, beim 9 
sehr wenig graubraun Übergossen, Eine dunkle postmediane Querlinie ist nur an 
der Costa deutlich. Unterseite der Hinterflügel gelblich mit dunklem Mittelpunkt, 
die Flügelspitze beim cT breit rötlichbraun Übergossen, eine gleichmäßig geschwun- 
gene postmediane Querlinie nur in der kostalen Hälfte deutlich. Saumlinie deut- 
licher als oberseits. 

Kopf und Thorax braun, gelbbraun gemischt. Palpen außen schwarzbraun, 
unten gelblich gesprenkelt. Fühler des d" einfach, kurz bewimpert. Rückenschopf 
des Metathorax dunkelbraun. Abdomen braun, an den Seiten ockergelb. Beine 
braun, die Vorder- und Mittelschienen und alle Tarsen und Schienensporen dunkel- 
braun, gelblich gefleckt. 

Vorderflügellänge 21 — 24 mm. 

Ein cf, drei 9, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe 
von 3ooo — 320om von E. Fassl gesammelt. 

9. Eriopyga augur n. sp. 9. (Taf. V, Fig. 2.) 

Vorderflügel gelbgrau, schwach seidenglänzend, mit zerstreuter bläulichweißer 
Bestäubung, besonders auf den Adern. Querlinien dunkelbraun; die subbasale auf 
der oberen und unteren Mediana stumpf nach außen vorspringend, außen weißlich 
angelegt. Die antemediane Querlinie beinahe senkrecht stehend, auf der oberen 
Mediana und in der Zelle sehr spitz nach außen vorspringend, unter der Zelle und 
vor dem Innenrande nach außen ausgebogen. Zapfenmakel von der Grundfarbe 
des Flügels, länglich elliptisch, mit der Antemedianlinie zusammenhängend, fein 
dunkelbraun umzogen. Ringmakel elliptisch, beinahe kreisförmig, etwas schief 
liegend, die untere Mediana nicht ganz erreichend, gelbbraun mit grauem Kerne, 
dunkelbraun umzogen, die Begrenzung oben undeutlich. Nierenmakel sehr groß, 
etwa fußförmig, d. h. ihr oberes Ende nach außen zu verbreitert, gelbbraun mit 
graubraunem Kerne und dunkelbraunem Querstrich längs der Diskoidalquerader, 
unten offen, sonst fein dunkelbraun umzogen, mit winzigem weißen Punkt an ihrer 

12* 



l8o Dr. H. Zerny. 

unteren äußeren Ecke, Ein undeutlicher, brauner, am unteren Zellwinkel stumpf 
nach außen gebrochener Mittelschatten über die ganze Flügelbreite. Ein kleiner, 
quadratischer dunkelbrauner Fleck an der Costa oberhalb der inneren Begrenzung 
der Nierenmakel. Postmediane Querlinie doppelt, wenig deutlich, besonders ihre 
äußere Hälfte, von der Costa bis Ader R^ knapp oberhalb der Nierenmakel schief 
nach außen ziehend, in der Diskalfalte stumpf einspringend, dann dem Saume 
parallel und gewellt bis zum Innenrande ziehend. Wellenlinie auf Ader M2 seicht 
eingedrückt, in der Analfalte stumpf einspringend, sonst dem Saume parallel, am 
Innenrande etwas erweitert, gelblich, innen, besonders in der Mitte, kräftig dunkel- 
braun angelegt, außen nur in der Mitte durch einige dunkelbraune Schuppen be- 
grenzt. An der Costa zwischen der postmedianen Querlinie und der Wellenlinie 
drei gelbliche Fleckchen. Der Saum durch eine Reihe wenig deutlicher dunkel- 
brauner dreieckiger Fleckchen in den Aderzwischenräumen bezeichnet. Fransen 
gelbbraun, in der Basalhälfte dunkler. 

Hinterflügel grau, gegen die Wurzel etwas aufgehellt, mit undeutlicher gelb- 
licher Saumbinde. Fransen in der Basalhälfte gelbbraun, in der Terminalhälfte 
gelblich. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun, im Analfeld weißlich, die Adern in der 
Flügelspitze und vor dem Saume bläulichweiß bestäubt, die postmediane Querlinie 
an der Costa angedeutet. Unterseite der Hinterflügel gelblichweiß, das Costalfeld 
und die Flügelspitze braun gesprenkelt, mit dunklem Mittelpunkt, mit grauer, in 
der Diskalfalte eingezogener Postmedianlinie. 

Kopf und Thorax mit graubraunen Haaren bekleidet, Palpen schwärzlich. 
Fühler einfach, sehr kurz bewimpert, jedes Glied mit zwei langen Borsten besetzt. 
Abdomen braun. Beine graubraun, die Tarsen undeutlich gelblich gefleckt mit 
ziegelroter Bedornung. 

Vorderflügellänge 18 mm. 

Ein Q, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 3500 m 
von E. Fassl erbeutet. 

10. Eriopyga cillutincarae n. sp. g, (Taf. V, Fig. 7.) 

Vorderflügel violettgrau, schwach seidenglänzend, das Saumfeld gelbbraun mit 
violettgrauen Adern. Alle Querlinien (mit Ausnahme der Wellenlinie) doppelt, 
dunkelbraun, gelbbraun ausgefüllt. Subbasale Querlinie auf der unteren Mediana 
rechtwinkelig nach außen gebrochen. Antemediane Qiierlinie von der Costa bis 
zur oberen Mediana gerade, schief nach außen ziehend, dann stark wurzelwärts 
zurücktretend und schließlich gewellt zum Innenrande verlaufend. Die ersten 
beiden Querlinien in der Zelle und unterhalb derselben je durch einen undeut- 
lichen Längsstrich miteinander verbunden. Zapfenmakel länglich zugespitzt, von 
der Grundfarbe des Flügels, dunkelbraun umzogen. Ringmakel sehr groß, die ganze 
Zellbreite ausfüllend, rundlich, etwas schief liegend, dunkelbraun, oben offen, sonst 
gelblich und schwärzlich umzogen. Nierenmakel ebenfalls sehr groß, außen schwach 
eingedrückt, dunkelbraun, gelblich und schwärzlich umzogen, die Begrenzung an 
ihrer äußeren unteren Ecke undeutlich, hier ein feiner weißer Punkt zwischen Ader 
M2 und M3. An der Costa ein quadratisches dunkelbraunes Fleckchen oberhalb 
der Nierenmakel. Postmediane Querlinie an der Costa sehr dick, in der Diskal- 
und Analfalte schwach eingebogen, von Ader R^ bis zum Innenrande schwach ge- 
wellt. Jenseits der Postmedianlinie eine Reihe dunkelbrauner Fleckchen auf den 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hot'museums in Wien. l8l 

Adern. Der Innenrand zwischen den beiden Querlinien gelhlichhraun. Das gelb- 
braune Saumfeld innen durch eine Reihe kräftiger, dreieckiger dunkelbrauner 
Fleckchen begrenzt, die sehr scharfe Grenzlinie unter der Costa eingebogen, in der 
Diskalfalte sehr seicht eingedrückt, in der Analfalte kurz eingebogen, sonst dem 
Saume parallel. Der schwach gewellte Saum durch eine Reihe graubrauner drei- 
eckiger Fleckchen in den Aderzwischenräumen bezeichnet. Die Fransen graubraun, 
an der Basis gelbbraun. 

Hinterflügel gelblichweiß, das Kostalfeld stark irisierend, bräunlich bestäubt, 
das Saumfeld mit Ausnahme einer schmalen gelblichen Saumbinde graubraun 
Übergossen. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun mit undeutlichem dunklen Querfleck 
am Zellschlulj und gelblichbraunem Saumfeld. Unterseite der Hinterflügel gelblich- 
weiß mit dunklem Mittelpunkt, das Kostalfeld, die Flügelspitze und das Saumfeld 
braun gesprenkelt, eine dunkle, in der Diskalfalte eingezogene Postmedianlinie, der 
Saum durch eine braune Linie bezeichnet. 

Kopf und Thorax mit gelbbraunen, am Prothorax mit gelblichen gemischten 
Haaren bekleidet. Palpen außen graubraun, innen und die Spitze des Endgliedes 
gelblich. Fühler einfach, kurz bewimpert, jedes Glied mit zwei langen Borsten 
besetzt. Abdomen braun mit gelblichem Analbusch. Beine braun, die Vorder- 
schienen und alle Tarsen gelblich gefleckt. 

Vorderflügellänge 21 mm. 

Ein Q, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 3ooo 
bis 3500 m von E. Fassl gesammelt. 

II. Dryobota jucundissima n. sp. cf. (Taf. V, Fig. 25.) 

Vorderflügel beinweiß, im Wurzelfelde und in der Gegend der postmedianen 
Querlinie rötlichgrau übergössen, mit schwarzbraunen Zeichnungen. Subbasale Quer- 
linie doppelt, in der Zelle unterbrochen, auf der unteren Mediana stumpf saum- 
wärts vorspringend Antemediane Querlinie an der unteren Mediana rechtwinkelig 
nach außen gebrochen, von hier beinahe gerade zum Innenrande ziehend. An 
Stelle der Ringmakel ein schwarzes, schiefliegendes Fleckchen in der kostalen Zell- 
hälfte. Die Zelle zwischen Ring- und Nierenmakel schwarzbraun ausgefüllt, welche 
Färbung einerseits mit einem breiten schwarzbraunen Kostalfleck zusammenhängt, 
andererseits sich in einem ebenso gefärbten, bogenförmig unten um die Nieren- 
makel herum zur postmedianen Querlinie ziehenden Streifen fortsetzt. An Stelle 
der Zapfenmakel ein dreieckiger, mit einer Spitze auf der unteren Mediana auf- 
sitzender schwarzbrauner Fleck. Unter dieser ein ebenso gefärbter, auf der Anal- 
ader liegender bogenförmiger Fleck, von dem einige schwarze Querstrichel zum 
Innenrande ziehen. An der Costa liegen vor und hinter dem erwähnten großen 
Kostalfleck je zwei schwarze Striche!, von denen das letzte den Beginn der post- 
medianen Querlinie bildet, die in gleichmäßig s-förmiger Krümmung zum Innen- 
rande zieht. Sie ist an den Adern stumpf gezähnt und auf Ader M3 und Cj saum- 
wärts in je einen weißen und schwarzen Strich ausgezogen. Jenseits der Post- 
medianlinie liegt an der Costa ein großer, dreieckiger, schwarzer Fleck mit zwei 
lichten Kostalstricheln darauf. Vor dem Saume liegen zwischen Ader M^ und M3 
und zwischen Cj und dem Innenrande je ein dreieckiger schwarzbrauner Fleck. 
Am Innenrande zwischen der postmedianen Querlinie und dem Innenwinkel zwei 



l82 Dr. H. Zerny. 

schwarze Querstrichel. Der Saum ist durch eine beinahe kontinuierliche schwarz- 
braune Linie bezeichnet. Die Fransen beinM-eiß, scharf schwarz durchschnitten. 

Hinterflügel durchscheinend weißlich, irisierend, das Kostalfeld gelblich, die 
Spitze gebräunt, der Saum mit einer gegen den Analwinkel zu verlöschenden 
braunen Linie. Eine Querlinie ist durch feine Punkte auf den Adern hinter der 
Mitte angedeutet. Fransen an der Flügelspitze braun gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel braun, ein Längsstreif zwischen Subcosta und Zelle 
und der Innenrandteil weißlich. Ein großer brauner, licht umzogener Diskoidalfleck 
und eine dunkle postmediane Querlinie, besonders im Innenrandteil deutlich. Nahe 
der Wurzel, bei einem Drittel des Flügels, am Beginn der postmedianen Querlinie 
und knapp hinter derselben je ein gelblichweißes Kostalfleckchen, das erste und 
letzte größer als d.ie übrigen. Unterseite der Hinterflügel weißlich, das Kostalfeld 
und die Spitze gebräunt, ein deutlicher Mittelpunkt, die Querlinie und die Saum- 
linie wie oberseits. 

Kopf und Thorax größtenteils mit Schuppen bekleidet, licht gelbbraun und 
schwarzbraun gemischt. Fühler schwach sägezähnig, braun, die Geißel an der 
Basis oben weiß. Die Palpen schwarzbraun, das Endglied weißlich. Abdomen an 
der Basis gelblichweiß, sonst graubraun, der Analbusch gelbbraun und schwärzlich 
gemischt, die Rückenschöpfe aus schwärzlichen spateiförmigen Schuppen gebildet. 
Beine schwarzbraun, die Schienen und Tarsen weiß gefleckt. 

Vorderflügellänge 15 mm. 

Ein cf, bei Ypanema im Staate Sao Paulo (Südbrasilien) von J. Natterer 
gesammelt. 

12. Trachea chloodes n. sp. cf, 9. (Taf. V, Fig. 22, 9.) 

Vorderflügel dunkel olivbraun mit Violettgrau und Gelbbraun gemischt. Sub- 
basale Querlinie hell moosgrün, gewellt. Antemediane Querlinie doppelt, schwarz- 
braun, moosgrün ausgefüllt, unter der Costa, auf der unteren Mediana und auf der 
Analader stumpf saumwärts vorspringend. Ringmakel kreisrund, moosgrün, fein 
schwarz umzogen, mit braunem Kerne. Zapfenmakel aus einem großen, beinahe 
quadratischen dunkel olivbraunen Fleck bestehend. Nierenmakel groß, moosgrün, 
vorne und hinten fein schwarz begrenzt, unten braun ausgefüllt, oben offen, mit 
einem moosgrünen Kostalfleck zusammenhängend. Postmediane Querlinie doppelt, 
s-förmig geschwungen, schwach gezähnt, in der Analfalte saumwärts vorspringend, 
schwarzbraun, gelbgrün ausgefüllt, ^^'ellenlinie moosgrün, wurzelwärts dunkelbraun 
angelegt, zwischen Ader R^ und M^ , zwischen M3 und Cj und vor dem Innen- 
winkel erweitert. Vor dem Saume eine Reihe schwarzer Punkte in den Ader- 
zwischenräumen. Im letzten Drittel der Costa einige gelblichweiße Kostalstrichel. 
Fransen dunkelbraun, grünlichgelb durchschnitten. 

Hinterflügel dunkel braungrau, beim 9 beinahe einfarbig, beim cf in der 
Basalhälfte aufgehellt, mit undeutlichem dunklen Diskoidalfleck. Fransen gelblich 
mit weißen Spitzen und brauner Teilungslinie. 

Unterseite der Vorderflügel gelblich, mit Ausnahme des Analfeldes und der 
Innenrandhälfte des Saumfeldes braun Übergossen, vor der Spitze ein rostroter 
Fleck; ein dunkler Diskoidalfleck und eine solche undeutliche postmediane Quer- 
linie, Unterseite der Hinterflügel gelblich, die Wurzel und das Saumfeld gebräunt 
mit rostrotem Fleck vor der Spitze, deutlichem dunklen Mittelpunkt und solcher 
gewellter postmedianer Querlinie. 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. l83 



Kopf gelbbraun und moosgrün gemischt. Fühler des cT kurz bewimpert. 
Palpen aufjen dunkelbraun, innen, gelbbraun. Halskragen braun, mit zwei dunklen 
Querlinien, an der Spitze grünlich. Schulterdecken und Thorax moosgrün, gelb- 
braun und schwärzlich gemischt, gröijtenteils mit Schuppen bekleidet. Abdomen 
oben dunkelbraun, an der Basis gelblichweiß, unten gelblich bis rötlichbraun. Der 
Analbusch beim cf ockergelb und gelblichweiß gemischt, die Rückenschöpfe gelb- 
grün. Beine beim cf rötlichbraun und gelblich behaart, heim 9 mehr graubraun. 
Tarsen dunkelbraun, scharf gelblichweiß geringelt. 

Vorderflügellänge 16 mm. 

Ein cT, drei 9 im südbrasilianischen Staate Rio Grande do Sul von Stiegl- 
mayr gesammelt. 

i3. Trachea Süeglmayri n. sp. ö". (Taf. V, Fig. 3.) 

Vorderflügel trüb holzbraun, das Mittelfeld vom Innenrande bis zur oberen 
Mediana etwas dunkler als die übrige Flügelfläche. Subbasale Querlinie schwarz, 
auf der unteren Mediana rechtwinkelig nach außen gebrochen. Antemediane Quer- 
linie beinahe senkrecht, schwach gezähnt, schwarz, mit der breiten schwarzen 
Zapfenmakel zusammenhängend. Ringmakel beinahe kreisrund, braun, oben ofl'en, 
sonst schwärzlich umzogen. Nierenmakel beinahe rechteckig, braun, oben und 
unten offen, vorne und hinten hell gelblichbraun begrenzt, mit undeutlicher lichter 
Querlinie längs der Diskoidalquerader. Postmediane Querlinie schwach s-förmig 
geschwungen, doppelt, die innere Hälfte aus schwarzen Mondfleckchen bestehend, 
die äußere Hälfte sehr undeutlich. Wellenlinie hell bräunlichgelb, auf Ader R^ und 
in der Diskoidalfalte einspringend, wurzelwärts von einigen schwärzlichen drei- 
eckigen Fleckchen begrenzt. Die äußere Hälfte der Costa undeutlich schwärzlich 
und bräunlich gefleckt. Der Saum durch eine Reihe dreieckiger Fleckchen zwischen 
den Adern bezeichnet. Die Fransen braun, undeutlich lichter gefleckt. 

Hinterflügel gelblichweiß, mit dickem dunklen Mittelpunkt und undeutlicher 
dunkler postmedianer Querlinie; das Anal- und besonders das Kostalfeld gebräunt, 
der Saum durch eine Reihe dunkelbrauner Mondfleckchen bezeichnet, Ader C, an 
ihrem Ende dunkelbraun angelegt. Die Fransen in der Basalhälfte dunkelbraun, 
gelblich gefleckt, in der Distalhälfte gelblichweiß. 

Unterseite der Vorderflügel gelbbraun mit dunklem Diskoidalfleck und solcher 
ungezähnter postmedianer Querlinie, jenseits derselben ein verwaschener dunkler 
Fleck an der Costa. Unterseite der Hinterflügel ähnlich ihrer Oberseite. 

Kopf samt Palpen und Thorax dunkelbraun, der Halskragen mit schwarzer 
Mittelquerlinie. Fühler einfach, kurz bewimpert, Abdomen und Beine dunkelbraun, 
die Tarsen deutlich hell gelbbraun geringelt. 

Vorderflügellänge 16 mm. 

Zwei cf, im südbrasilianischen Staate Rio Grande do Sul Ende Oktober von 
Stieglmayr gesammelt. 

14. Speocropia nigrofasciata n. sp. d". (Taf. V, Fig. 10.) 
Vorderflügel dunkelbraun und ockergelblich gemischt, mit einzelnen bläulich- 
weißen Schuppen überstreut, das Mittelfeld einfarbig schwarzbraun, nur am Innen- 
rande etwas lichter, eine kostalwärts sich etwas verschmälernde Querbinde bildend. 
Das Wurzelfeld auch rötlichbraun gemischt. Subbasale Querlinie sehr undeutlich. 
Antemediane Querlinie die basale Begrenzung des dunklen Mittelfeldes bildend, 
doppelt, dunkelbraun, hell ockergelb ausgefüllt und teilweise bläulichweiß bestäubt, 



184 Dr. H. Zerny. 

Stark '^ewellt. Ring- und Zapfenmakel fehlend. Nierenmakel bereits außerhalb der 
dunklen Mittelbinde liegend, bräunlich, sehr unscharf begrenzt. Postmediane Quer- 
linie an der Costa und am Innenrande undeutlich, doppelt, dunkelbraun, hell 
ockergelb ausgefüllt, auf Ader Mj wurzelwärts zurücktretend, ihre äußere Hälfte 
aus zusammenhängenden Mondfleckchen bestehend, ihre innere Hälfte undeutlich. 
Wellenlinie aus einer Reihe hell ockergelber, außen dunkelbraun begrenzter rund- 
licher Fleckchen nahe dem Saume bestehend. An der Costa jenseits der dunklen 
Mittelbinde einige gelbliche, bläulichweiß bestäubte Fleckchen. Die Adern im 
Saumfelde teilweise bläulich bestäubt. Fransen dunkelbraun, an den Aderenden 
undeutlich lichter gefleckt. 

Hinterflügel durchscheinend weiß mit sehr breiter dunkelbrauner, gegen den 
Innenwinkel sich verschmälernder, innen gerundet begrenzter Randbinde, in welcher 
vor dem Saume gegen den Innenwinkel zu einige gelbliche Fleckchen liegen. 
Fransen dunkelbraun, gegen den Innenwinkel zu undeutlich weißlich gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel dunkel graubraun, das Subkostalfeld gegen die 
Wurzel und das Innenrandfeld gelblichweiß, an der Costa im letzten Drittel einige 
gelbliche Strichel. Unterseite der Hinterflügel wie ihre Oberseite, aber mit großem 
dunklen Fleck in der Mitte der Costa, der sich bis in die Zelle hinein erstreckt. 

Kopf und Thorax dunkelbraun, gelblich und bläulichweiß gemischt. Die Pal- 
pen braun. Fühler einfach, nackt. Abdomen schwarzbraun, die Rückenschöpfe 
rostrot gemischt, der Analbusch rötlichgelb. Beine braun, die Tarsen hell gelb- 
braun geringelt. 

Vorderflügellänge 16 mm. 

Zwei cT, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den 
Brüdern Fassl gesammelt, 

15. Eriopus plinthobaps n. sp, cT, (Taf. V, Fig. 18.) 

Vorderflügel olivgrün, gegen den Saum zu in Olivbraun übergehend. Sub- 
basale Querlinie braun, auf der unteren Mediana rechtwinkelig nach außen vor- 
springend. Antemediane Querlinie von der Costa schief nach außen bis zur oberen 
Mediana, dann beinahe senkrecht zum Innenrande verlaufend, doppelt, braun, hell- 
violett ausgefüllt Ringmakel groß, die ganze Zellbreite einnehmend, rundlich, 
etwas schiefliegend, olivgrün, oben offen, sonst gelblich umzogen, basahvärts an 
die antemediane Querlinie anstoßend. Nierenmakel sehr groß, beinahe rechteckig, 
olivgrün, vorne und hinten fein gelblich begrenzt. Postmediane Querlinie an der 
Costa oberhalb der Nierenmakel beginnend, unterhalb der Costa stark saumwärts 
vorspringend, dann gleichmäßig s-förmig geschwungen zum Innenrande ziehend, 
doppelt, braun, hellviolett ausgefüllt, ihre basale Hälfte aus kräftigen Mondfleckchen 
bestehend. Eine gerade gelbliche Linie zieht von der Costa, die postmediane 
Querlinie außen beinahe berührend, schräg nach außen zum Saume bei Ader M3 
bis in die Fransen. Hinter dieser Schräglinie an der Costa und vor ihr im Saum- 
felde liegt je ein dreieckiger dunkel olivbrauner Fleck, deren ersterer außen durch 
eine undeutliche gelbliche Linie begrenzt wird. Die Wellenlinie ist durch einige 
braune Fleckchen an der Analfalte angedeutet. Die Flügelspitze jenseits des drei- 
eckigen Kostalfleckes und der Schräglinie graugrün. Der Saum ist auf Ader R^ 
schwach, auf Ader M3 stark geeckt und durch eine dunkelbraune unterhalb Ader 
M3 auf den Aderenden unterbrochene Linie bezeichnet. Im letzten Drittel der 
Costa einige gelbliche Strichel. Fransen hellbraun, dunkler gefleckt. 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 185 



Hinterflügel dunkel rötlichbraun, gegen die Wurzel kaum lichter, mit undeut- 
lichem dunklen Diskoidalquerfleck. Fransen gelbbräunlich, undeutlich dunkler gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel rötlichbraun, das Kostal- und Analfeld gelblich- 
weiß. Eine undeutliche, unter der Costa saumwärts vorspringende, dann beinahe 
gerade, dunkelbraune, außen verwaschen gelblich gesäumte postmediane Querlinie. 
Zwischen Ader R^ und M3 im Saumfelde drei schief untereinanderliegende, gelb- 
liche, rostrot umzogene Fleckchen, von denen das mittlere das größte ist. Unter- 
seite der Hinterflügel gelblichweiß, das Kostalfeld bis zur Zelle und bis zur Ader 
Mj karminrot Übergossen. Am Zellschluß ein dunkelbrauner, unten verbreiterter 
Querfleck, hinter der Mitte eine dunkelbraune, gewellte, doppelte Querlinie, deren 
äußere Hälfte undeutlich ist. An der Costa hinter der Mitte, in der Flügelspitze 
und im Saumfelde vor dem Analwinkel je ein verwaschener dunkelbrauner Fleck. 

Kopf mit Ausnahme des gelblichen Gesichtes rostbraun. Palpen dunkel rost- 
braun, Fühler einfach, ohne jede Auszeichnung, kurz bewimpert. Halskragen oliv- 
braun mit gelblicher Querlinie und solchem Rande. Thorax rostrot. Abdomen 
oben dunkel olivbraun, gegen die Spitze zu rostgelb, der Analbusch gelblichweiß. 
Unterseite des Abdomens an der Basis weißlich, sonst karminrot mit gelblichweißer 
Längslinie in der Mitte und solchen seitlich erweiterten Hinterrandbinden der 
Segmente. Hüften und Schenkel lang weiß behaart, die Schienen und Tarsen rost- 
rot, gelblich gesprenkelt, die Mittel- und Hinterschienen und der Metatarsus der 
Hinterbeine außen sehr breit beschuppt. 

Vorderflügellänge i3 — 14 mm. 

Zwei cT, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brü- 
dern Fassl gesammelt. 

16. Chytonyx lophophora n. sp. cf. (Taf, V, Fig. 6.) 

Vorderflügel glänzend hellbraun, dunkelbraun gemischt, gegen den Saum 
rötlichbraun Übergossen. Unterhalb der Zelle aus der Wurzel bis unter die Ring- 
makel ein breiter, saumwärts scharf zugespitzter, weißer, unten gelb übergossener 
Längsstreif. Subbasale Querlinie sehr undeutlich, doppelt, weißlich ausgefüllt. Ante- 
mediane Querlinie ebenfalls undeutlich, doppelt lilaweißlich ausgefüllt, kaum ge- 
wellt, von der Costa etwas schräg basalwärts zum Innenrande ziehend. Ringmakel 
die antemediane Querlinie außen berührend, elliptisch, etwas schiefliegend, lila- 
weißlich umzogen. In der Flügelmitte von der oberen Mediana bis zum Innen- 
rande ein breiter, trüb violettgrauer Schatten, der sich auch jenseits der Nieren- 
makel gegen die postmediane Querlinie zu fortsetzt, ohne diese jedoch zu erreichen. 
Ein gleichgefärbter länglicher Fleck liegt auch im Saumfelde zwischen Ader M3 
und Cj und auch die Analader ist violettgrau angelegt. Die Nierenmakel sehr un- 
deutlich, stark eingeschnürt, braun mit hellerem Zentrum. Postmediane Querlinie 
undeutlich, doppelt, braun, stellenweise weiß ausgefüllt, besonders an der Costa, 
dann zwischen Ader M2 und M3 und zwischen Cj und C^-, unter der Costa saum- 
wärts vorspringend, auf Ader R5 und M3 stumpf gewinkelt. Der Raum zwischen 
den Adern M2 und M3 vor und hinter der Postmedianlinie bis zur Wellenlinie 
dunkelbraun. Das Mittelfeld im Submedianraume mit zwei gewinkelten, senkrechten, 
dunkelbraunen Strichen. Der Raum zwischen der Postmedianlinie und der Wellen- 
linie an der Costa dunkelbraun mit zwei weißen Kostalstricheln. Die Adern M3 
und Ci lilaweißlich angelegt. Die Wellenlinie wenig deutlich, gelblichweiß, auf 
Ader R. rechtwinkelig gebrochen, auf Ader M3 und C^ saumwärts in je einen 



l86 Dr. H. Zerny. 

spitzen Zahn ausgezogen. Vor dem Saume eine Reihe viereckiger, dunkelbrauner 
Fleckchen in den Aderzwischenräumen, Fransen braun, undeutlich gelblich gefleckt. 

Hinterflügel graubraun, gegen die Wurzel kaum lichter, mit unterbrochener 
dunkelbrauner Saumlinie und dunkel rötlichbraunem, gelblich gesprenkeltem Längs- 
fleck am Analwinkel. Fransen braun, gelblichweilj gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun, das Saumfeld schmal rötlich gelbbraun, 
an der Costa in ihrem letzten Drittel einige gelblichweiße Fleckchen. Unterseite 
der Hinterflügel hell gelbbräunlich, braun gesprenkelt, vor der Spitze rötlich über- 
gössen, mit wenig deutlichem dunklen Qiierfleck am Zellschluß, stark gezähnter, 
dunkler postmedianer Querlinie und verwaschener dunkler Subterminallinie. Am 
Saume einige braune Fleckchen zwischen den Aderenden. 

Kopf und Thorax rötlichbraun, dunkelbraun und weißlich gemischt, Palpen 
außen dunkelbraun, das Endglied mit gelblichweißer Spitze. Fühler etwas kom- 
primiert, sehr kurz bewimpert. Prothorax in der Mitte mit einem zwischen Hals- 
kragen und Schulterdecken senkrecht emporstehenden Büschel langer hell rost- 
brauner Haare. Abdomen oben graubraun mit dunkelbraunen Rückenschöpfen und 
gelblichweißem Analbusch, unten lehmgelb, die letzten drei Segmente mit je einer 
Querreihe brauner Flecke am Hinterrande. Beine gelblichbraun, die Mittel- und 
Hinterschienen und der Metatarsus der Hinterbeine außen lang behaart, alle 
Schienen und Tarsen dunkelbraun, hell gelblichbraun gefleckt. 

Vorderflügellänge 15 mm. 

Zwei cf, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brü- 
dern Fassl erbeutet. 

17. Leucosigma separata n. sp, cf. (Taf. V, Fig. 15.) 

Vorderflügel hell olivbraun, die Costa ockergelb. Subbasale Querlinie doppelt, 
schwärzlich, weiß ausgefüllt. Antemediane Qiierlinie an der Costa mit einem weiß- 
lichen Fleckchen beginnend, in der Zelle undeutlich, dann doppelt, bräunlich, in 
der Falte stumpf nach außen, auf Ader A2 wurzelwärts vorspringend; das Innen- 
randfeld basalwärts von ihr schwärzlich. Ringmakel schiefliegend, schmal, nur die 
obere Hälfte der Zelle einnehmend, rein weiß, am Rande von einigen schwarzen 
Schuppen umgeben. Nierenmakel schmal, die ganze Zellbreite einnehmend, auf 
der unteren Mediana basalwärts in einen langen Fortsatz ausgezogen, ebenfalls rein 
weiß und undeutlich schwärzlich gerandet. Postmediane Querlinie kaum erkennbar. 
An der Costa jenseits der antemedianen Querlinie fünf weiße Fleckchen. Von der 
Costa vor der Flügelspitze verläuft bis zum Saume bei Ader M2 eine rein weiße 
zwischen Ader R^ und Mj saumwärts vorspringende Linie, die sich als an den 
Adern unterbrochene weiße Saumlinie bis zum Innenwinkel fortsetzt. Das Saum- 
feld jenseits dieser Linie dunkel olivbraun. Die Fransen rötlich ockergelb, un- 
bezeichnet. 

Hinterflügel weißlich, mit unscharf begrenzter, breiter dunkler Saumbinde, 
bräunlichen Adern und gelblichen Fransen. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun mit ockergelbem Kostalfeld und weiß- 
lichem Innenrandfeld, die beiden Makeln und die Subterminallinie der Oberseite durch- 
scheinend, eine dunkle postmediane Querlinie. Unterseite der Hinterflügel gelblich- 
weiß, das Kostalfeld in der Basalhälfte und das Saumfeld in der Apikaihälfte 
schwärzlich gesprenkelt, eine deutliche dunkle postmediane Querlinie. 



Neue Heterocereii aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 187 



Kopf und Palpen gelblichbraun und dunkelbraun gemischt, Fühler schwach 
gesägt, bewimpert. Thorax hell ockergelb, grünlich und dunkelbraun gemischt. 
Abdomen und Beine hell ockergelb, die Sporen und Tarsen braun, undeutlich 
heller gefleckt. 

Vorderflügellänge i3 mm. 

Ein cf, auf der Cuesta von Cillutincara in Bolivien in einer Höhe von 3ooo 
bis 3200 m von E. Fassl gesammelt. 

18. Calymniodes atrosignata n. sp. cf. (Taf. V, Fig. 17.) 
Vorderflügel hell graubraun, im Mittelfeld, besonders gegen den Innenrand 
zu, grünlichweiß bestäubt. Subbasale Querlinie wenig deutlich, doppelt, in der 
Zelle nach außen gewinkelt, schwarz. Antemediane Querlinie ebenfalls undeutlich, 
schwach gewellt, doppelt, schwärzlich, weißlich ausgefüllt, von einem Viertel der 
Costa schräg nach außen zu zwei Fünfteln des Innenrandes ziehend. Ring- und 
Nierenmakel groß, grünlichweiß mit bräunlichem Zentrum, fein schwarz umzogen, 
die erstere kreisrund, die antemediane Querlinie von außen berührend. Von der 
Nierenmakel zieht ein schwarzbrauner Längsstrich zwischen Ader M^ und M2 zur 
Postmedianlinie. Diese doppelt, schwärzlich, weißlich ausgefüllt, gleichmäßig 
S-förmig geschwungen, zwischen Ader Mj und M2 und zwischen M2 und M3 mit 
je einem kurzen schwarzbraunen Längsstrich an ihrer Außenseite, Zwischen der 
Nierenmakel und dem Innenrande ein verwaschener grauer Mittelschatten. An der 
Costa zwischen den beiden Querlinien fünf dunkelbraune Fleckchen, hinter der 
postmedianen Querlinie drei weißliche Strichel und vor der Spitze ein dicker 
schwarzbrauner Schrägstrich, der mit der postmedianen Querlinie auf Ader R5 
zusammentrifft. Der Saum durch eine wenig deutliche, auf den Adern unterbro- 
chene braune Linie bezeichnet. Fransen in der Basalhälfte hellgrau und dunkel- 
grau gescheckt, in der Terminalhälfte gleichmäßig graubraun. 

Hinterflügel durchscheinend weißlich mit dunklem, wenig deutlichem Mittel- 
punkt, breit braungrau berauchter Spitze und dunkler Saumlinie bis Ader A^ . 
Fransen an der Flügelspitze graubraun, am Innenwinkel weiß, dazwischen weiß 
mit graubrauner Teilungslinie. 

Unterseite der Vorderflügel licht graubraun, die Costa gegen die Spitze zu 
rötlichbraun mit den drei weißen Stricheln wie oberseits, der Innenrand weißlich, 
die Fransen in der Basalhälfte deuüicher gescheckt als oberseits. Unterseite der 
Hinterflügel weißlich mit deutlichem dunklen Mittelpunkt, braun gesprenkeltem 
Kostalfeld und solcher Spitze, mit dunkelbrauner postmedianer Querlinie von der 
Costa bis Ader M3 und solcher Saumlinie bis zum Analwinkel. 

Kopf und Thorax grau, rötlichbraun und weißlich gemischt. Palpen außen 
dunkel rötlichbraun, innen gelblichweiß. Fühler gesägt und kurz büschelförmig be- 
wimpert. Abdomen ohne lange Behaarung, gelblich graubraun. Beine braun, die 
Tarsen scharf gelblichweiß geringelt. 
Vorderflügellänge i3 mm. 

Ein cf, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brü- 
dern Fassl erbeutet. 

19. Erocha elaeina n. sp. cT. (Taf. V, Fig. 27.) 

Vorderflügel dunkel violettgrau, mit zerstreuter bläulicher Bestäubung. Ring- 
makel elliptisch, dunkel olivgrün, dunkelbraun umzogen. Nierenmakel sehr groß, 
beinahe quadratisch, olivgrün, innen braun gerandet, nach außen unscharf begrenzt. 



l88 Dr. H. Zerny. 

Ein breiter olivgrüner Längsstrich zieht aus der Flügelwurzel unterhalb der Zelle 
nach außen und verbreitert sich jenseits derselben zu einem grol3en, nach außen 
gerundeten, hellbraunen, olivgrün gerandeten Fleck, der bis an den Vorderrand 
reicht und hier oberhalb der Nierenmakel weißlichgelb Übergossen ist. Die Adern 
sind innerhalb dieses Fleckes teilweise bläulichweiß angelegt. Nach außen wird 
dieser Mittelfleck von einer dicken, unscharf begrenzten, dunkel schokoladebraunen, 
gleichmäßig geschwungenen, leicht gewellten Linie gesäumt, die sich am Kostal- 
rande nach außen in einen großen Fleck erweitert, zwischen den Adern M^ und 
M^ und zwischen M2 und M3 je einen stumpfen Vorsprung saumwärts bildet und 
an der Falte endet. Im Innenrandfeld springt die dunkle Grundfarbe in der Mitte 
breit gegen den olivgrünen Längsstreifen vor und zu beiden Seiten dieses Vor- 
sprunges steht je ein ockergelber Querstrich auf dem Innenrande. Die Fransen sind 
von der Grundfarbe des Flügels und unbezeichnet. 

Hinterflügel w^eißlichgelb mit scharf abgesetzter dunkelbrauner Randbinde 
längs des Kostalrandes, des Saumes und des Innenrandes bis zur Flügelwurzel. Die 
Fransen dunkelbraun, unbezeichnet. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelbraun mit großem, außen gerundetem, gelb- 
lichweißem Fleck jenseits der Zelle von der Costa bis zur Analfalte. LInterseite des 
Hinterflügels wie ihre Oberseite, doch die dunkle Randbinde weder an der Costa 
noch am Innenrande die Flügelwurzel erreichend. 

Der ganze Körper dunkelbraun, am Kopfe, den Palpen, dem Thorax und den 
Beinen einige weißliche Schuppen eingemischt. Fühler einfach, gewimpert. 

Vorderflügellänge 17 — 18 mm. 

Zwei cf, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brü- 
dern Fassl gesammelt. 

Steht der Erocha semiviridis Druce am nächsten, unterscheidet sich von dieser 
jedoch unter anderen leicht durch die nicht dunkel angelegten, sondern im Gegen- 
teil teilweise bläulichweiß bestäubten Adern der Vorderflügel. 

20. Aucula (?) tricuspis n. sp. cf. (Taf. V, Fig. 4.) 

Vorderflügel dunkel rotbraun, am Vorderrande und Saume hell zimtrot, mit 
Ausnahme des letzteren dicht mit gelblichen Schuppen bestreut, mit sehr undeut- 
licher dunkler Diskoidalmakel, im übrigen zeichnungslos. Fransen graubraun, un- 
bezeichnet. 

Hinterflügel hell orangegelb, mit sehr breiter, beinahe die ganze äußere Hälfte 
des Flügels einnehmender dunkelbrauner Randbinde und ebenso gefärbten Fransen. 

LInterseite der Vorderflügel dunkelbraun mit gelblicher Wurzel und jenseits 
der Zelle mit breiter, hell orangegelber Querbinde, welche die Costa nicht ganz 
erreicht, vor Ader C^ an sich stark verschmälert und wurzelwärts umbiegend sich 
mit einem orangegelben Innenrandstreifen verbindet. Unterseite der Hinterflügel 
wie ihre Oberseite. 

Kopf und Thorax zimtrot, mit einzelnen eingemischten weißlichen Schuppen. 
Stirnvorsprung in drei in einer Horizontalen liegende gerundete Spitzen ausgezogen, 
wodurch sich unsere Art von allen bisher bekannten Aiicula- Arten unterscheidet, 
so daß Hampson jedenfalls für sie eine neue Gattung errichten würde. Palpen 
schwarzbraun, mit einzelnen eingemischten bläulichweißen Schuppen. Fühler bis 
zur Spitze kurz doppelt kammzähnig. Abdomen blauschwarz mit hell orangegelbem 
Analbusch. Beine dunkelbraun, zerstreut bläulichweiß gesprenkelt. 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 189 

Vorderflügellänge 21 mm. 

Ein cf aus Brasilien, ohne nähere Angabe des Fundortes, von Schott ge- 
sammelt. 

21. Tarache Fiebrigi n. sp. c?. (Taf. V, Fig. i3.) 

Vorderflügel reinweiß, in der Zelle ein runder schwarzer Punkt. Die Costa 
gelblichbraun, vor der Mitte mit einem dreieckigen braunen Fleckchen. Das Saum- 
feld hellbraun, mit metallischem Schimmer, mit einzelnen weißen, violett irisie- 
renden Schuppen untermischt. Seine scharfe innere Begrenzung beginnt bei fünf 
Sechsteln der Costa und verläuft, in der Höhe der Zelle schwach ausgebogen, 
schräg zum Innenrande, den sie bei drei Fünfteln erreicht. Wurzelwärts ist die 
Saumbinde fein schwarz gesäumt. Längs des Saumes selbst tritt die weiße Grund- 
farbe wieder in einer schmalen, auf Ader C^ breitesten Zone hervor, in welcher 
eine Reihe dreieckiger, brauner, meist bestäubter Saumfleckchen liegt. Die Fransen 
hellbräunlich, an der Wurzel weiß, an der Flügelspitze ganz grau. 

Hinterflügel durchscheinend weiß, irisierend, der Saum mit schmaler, gegen 
den Innenwinkel allmählich erlöschender hellbrauner Binde. Die Fransen weißlich. 
Ader M3 und C^ aus einem Punkte entspringend. 

Unterseite der Vorderflügel gelbbraun, ein subkostaler weißlicher Längsstreif 
von der Flügelwurzel bis zur Flügelmitte, das Innenrandfeld weißlich, das Saum- 
feld graubraun. Unterseite der Hinterflügel weißlich, die Flügelspitze und der 
Saum bis Ader Cj schwach bräunlich beraucht. 

Gesicht und unterer Teil der Stirne braun, oberer Teil der Stirne und Scheitel 
reinweiß. Fühler etwas verdickt, sehr kurz bewimpert. Palpen gelblichbraun, an 
der Wurzel weiß. Thorax reinweiß. Abdomen oben hell ockergelb, an den Seiten 
und unten lichter gelblich. Brust weißlich. Beine braun, Tarsen undeutlich heller 
geringelt. 

Vorderflügellänge 9 mm. 

Ein cf, im Chaco von Paraguay von K. Fiebrig gesammelt. 

22. Paedes songoensis n. sp. d". (Taf V, Fig. 11.) 

Vorderflügel rötlich gelbgrau, die Zeichnungen schwarz. Subbasale Querlinie 
doppelt, zwischen Costa und Zelle breit schwarz ausgefüllt, in der Zelle stumpf 
nach außen vorspringend. Antemediane Querlinie mit einem weißen Fleckchen an 
der Costa beginnend, dann schwarz, zwischen Costa und Analfalte basalwärts ocker- 
gelb gesäumt, zwischen Zelle und Innenrand saumwärts sehr breit schwarzgrün 
angelegt, in der Analfalte spitz saumwärts, auf Ader A^ wurzelwärts vorspringend. 
Ring- und Nierenmakel gelblich, die erstere rundlich, schwarz umzogen, die letztere 
groß, beinahe quadratisch, außen fein schwarz gesäumt, oben und unten offen ; die 
Zelle zwischen den beiden Makeln schwarz ausgefüllt. Postmediane Querlinie 
an der Costa mit einem weißen und schwarzen Fleckchen beginnend, dreifach, 
gezähnt, in Zellhöhe saumwärts ausgebogen, ihr innerster Teil auf den Adern 
wurzelwärts in feine Striche ausgezogen, ihre beiden äußeren Teile einander stark 
genähert und weißlich ausgefüllt, der äußerste sehr fein. Das Kostalfeld zwischen 
den beiden Querlinien schw^arz ausgefüllt mit einigen bläulichen eingemischten 
Schuppen. Jenseits der postmedianen Querlinie einige weiße Kostalstrichel. Wellen- 
linie undeutlich, der Postmedianlinie parallel und wie diese gezähnt, zwischen Ader 
Mj und M3 und vor dem Innenwinkel außen breit schwärzlich angelegt. In der 
Flügelspitze ein rundlicher, schwärzlicher, zum Teil bläulichweiß bestäubter Fleck. 



igo Dr. H. Zerny. 

Die Adern im Saumfelde weiß angelegt. Vor dem Saume eine Reihe schwarzer 
Querstriche in den Aderzwischenräumen. Am Saume selbst eine Reihe undeutlich 
grauer Fleckchen an den Aderenden. Die Fransen gelblichgrau, an den Aderenden 
dunkelgrau durchschnitten. 

Hinterflügel grau, in der Basalhälfte schwach aufgehellt mit schwärzlichen 
Adern. Die Fransen wie auf den Vorderflügeln. 

Unterseite der Vorderflügel grau, gegen die Basis und den Innenrand mehr 
gelblich mit undeutlicher lichter postmedianer Querlinie und einigen lichten Vorder- 
randstricheln im letzten Drittel der Costa. Unterseite der Hinterflügel hell rötlich- 
grau mit undeutlicher schwärzlicher Mittellinie, dunkel gesprenkelt, der Saum breit 
graubraun. 

Kopf und Thorax rötlich weißgrau und schwärzlich gemischt. Palpen gelblich- 
grau, das Mittelglied außen schwärzlich gefleckt. Fühler bis zwei Drittellänge lang 
doppelt kammzähnig, das letzte Drittel gewimpert. Abdomen gelblichgrau und 
schwärzlich gemischt. Beine graubraun, die Tarsen undeutlich gelblich gefleckt. 

Vorderflügellänge 14 mm. 

Ein cf, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 750 m von den Brüdern 
Fassl gesammelt. 

23. Risoba calaina n. sp, 9. (Taf. V, Fig. 20.) 

Vorderflügel türkisblau, im Saumfelde in Spangrün übergehend, das Mittel- 
feld im Innenrandteil dunkelbraun. Die Costa weiß und dunkelbraun gescheckt. 
Subbasale Querlinie dunkelbraun, beiderseits breit dunkel moosgrün eingefaßt, von 
der Costa schräg nach außen zum Innenrande verlaufend. Antemediane Querlinie 
mit einem dreieckigen dunklen Fleckchen an der Costa beginnend, dann spangrün, 
gezähnt, auf Ader C^ stärker nach außen vorspringend. Vor ihr liegt zwischen 
Ader C2 und der Analfalte ein ockergelber Längswisch. Ringmakel fehlend. Nieren- 
makel elliptisch, weißlich, innen spangrün, außen dunkelbraun umzogen. Post- 
mediane Querlinie an der Costa mit einem reinweißen Fleckchen beginnend, unter 
der Costa stark saumw^ärts vortretend, dann scharf gezähnt und geschwungen zum 
Innenrand verlaufend, weißlich, innen dunkelbraun, außen spangrün angelegt. Die 
innere dunkelbraune Säumung bildet in der Diskalfalte wurzelwärts einen spitzen 
bis zur Nierenmakel reichenden Zahn. Wellenlinie weißlich, innen breit dunkel- 
braun angelegt, außen teilweise ockergelb schattiert, scharf gezähnt, in der Diskal- 
falte stark wurzelwärts einspringend. Von der Flügelspitze zieht ein dunkelbrauner, 
am Saume ein weißes Fleckchen enthaltender Wisch zur Wellenlinie zwischen Ader 
R5 und Mj- . Vor dem Saume eine Reihe dunkelbrauner, weißlich aufgeblickter, 
gegen den Innenwinkel sich zu Querstrichen verbreiternder Punkte. Fransen grün- 
lichweiß, breit dunkel grünlichgrau durchschnitten. 

Hinterflügel in der Basalhälfte gelblich, in der Saumhälfte graubraun, die 
Adern M2 bis C^ gegen den Saum zu gelblich angelegt, vor diesem eine gegen 
die Spitze und den Analwinkel zu verlöschende gelbliche Linie. Fransen in der 
Basalhälfte grauschwarz, in der Terminalhälfte weißlich, undeutlich grau gefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel gelblichweiß, mit braunem, verwaschenem Diskoidal- 
fleck und dunkelbraunem Fleck darüber an der Costa, die postmediane Querlinie 
dunkelbraun, nur bis Ader M^ deutlich, unter der Costa spitz saumwärts vorsprin- 
gend. Das Kostalfeld hinter der Postmedianlinie zuerst bläulichweiß, dann bis zur 
Flügelspitze grün. Das Saumfeld breit braun Übergossen, der Saum selbst bleibt 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 191 

lichter. Vor demselben eine Reihe dunkelbrauner Querstriche. Unterseite der 
Hinterflüi^^el in der Basalhälfte gelblichweiß mit braunem Diskoidalfleck, in der 
Saumhälfte dunkelbraun, dunkler als oberseits, am Saume eine Reihe gelblicher 
dreieckiger Fleckchen. 

Kopf samt Palpen spangrün, das Basalglied der letzteren oben außen dunkel- 
braun. Fühler sehr kurz bewimpert. Thorax spangrün, weiß gemischt. Abdomen 
blaugrün mit weißlichen Hinterrandsäumen der Segmente, seitlich gelblich, unten 
gelbgrün, der After spangrün, Schenkel und Hinterschienen gelblichweiß. Mittel- 
schienen und alle Tarsen dunkelbraun, gelblich gefleckt, 

Vorderflügellänge 20 mm. 

Ein Q von Tras im Staate Pahang auf der malayischen Halbinsel, von 
O. Popp erhalten. 

Steht der Risoba jiicunda Wlk. von Borneo am nächsten, unterscheidet sich 
von ihr aber leicht durch die ganz verschiedene Zeichnung der Vorderflügel. 

24. Siglophora haemoxantha n. sp. cf. 

Steht der sangiiinolenta Moore nahe, müßte aber im Sinne Hampsons eine 
eigene Sektion bilden, da der Schuppenwulst zwischen den Fühlern aus metalli- 
schen Schuppen besteht, während die Art in dem Vorhandensein einer hyalinen 
Grube an der Basis der Vorderflügel mit sangiiinolenta übereinstimmt. 

Unterscheidet sich von sangiiinolenta durch folgendes: Das hellgelbe Mittel- 
feld ist etwas schmäler, vom Innenrande bis zur Analfalte schwärzlich und karmin- 
rot ausgefüllt, während bei sangiiinolenta diese Färbung vom Innenrande nur bis 
halbwegs Ader A, — Analfalte reicht. Die karminrote innere Begrenzung des 
dunklen Saumfeldes ist viel feiner und fehlt im Apikalteile des Flügels ganz. Die 
Subterminallinie ist in ihrem unteren Teile dem Saume viel näher gerückt als bei 
sangiiinolenta und mündet genau am Analwinkel aus, bei sangiiinolenta vor diesem. 

Die Hinterflügel etwas schmäler, der durchscheinend weiße basale Teil über- 
schreitet die Zelle gegen den Analrand zu nicht, das Analfeld nicht weiß, sondern 
gelbbräunlich. 

Auf der Unterseite der Vorderflügel hebt sich der dunkle terminale Teil viel 
weniger scharf von der übrigen helleren Flügelfläche ab als bei sangiiinolenta, die 
Unterseite der Hinterflügel ist nicht ganz weiß, wie bei sangiiinolenta, sondern 
gegen den Analwinkel zu rotlichbraun Übergossen. 

Vorderflügellänge 8^3 n^"''- 

Ein cf von Tras im Staate Pahang auf der malayischen Halbinsel, von 
O. Popp erhalten. 

25. Westertnannia zygospila n. sp. d'. (Taf. V, Fig. 24.) 

Vorderflügel rötlichgrau mit schwärzlicher Bestäubung, gegen die Costa zu 
kaffeebraun, das Saumfeld mit Ausnahme der aschgrauen Spitze und des weißlichen 
Innenwinkels kupferfarben. In der Zelle nahe der Basis ein schwarzer Punkt, Die 
Nierenmakel sehr groß, rein weiß, mit einigen gelblichen Schuppen an der Diskoidal- 
querader und einigen schwarzen an ihrem oberen Ende, in einem großen, größten- 
teils kupferfarbenen, annähernd hufeisenförmigen Fleck liegend, der gegen den 
Innenrand zu in eine scharfe, bis Ader A^ reichende Spitze ausgezogen ist und 
den Vorderrand nicht erreicht. Er ist innen und unten fein gelblichweiß, außen 
fein bleigrau umzogen, oben offen, kostalwärts und saumwärts von der Nieren- 



ig2 Dr. H. Zerny. 

makel bleigrau übergössen. Seine innere Begrenzung ist in der Zelle wurzelwärts 
ausgebogen, seine äußere in der Diskalfalte und zwischen Ader C^ und der Anal- 
falte wurzelwärts eingebuchtet. Die Adern M3 und Q sind innerhalb des Mittelfleckes 
bleigrau angelegt. In der Mitte zwischen der äußeren Begrenzung des Mittelfleckes 
und dem Saume liegt eine schwach s-förmig geschwungene Reihe verwaschener 
dunkelbrauner Punkte; eine noch undeutlichere Reihe solcher Punkte vor dem 
Saume und diesem parallel. Die Fransen unbezeichnet, dunkelbraun, am Innen- 
winkel hellgrau. 

Hinterflügel graubraun, das Kostalfeld, der Innenrand und das Saumfeld, 
letzteres sehr breit, kupferfarben. Die Fransen dunkelbraun. 

Unterseite aller Flügel graubraun mit gelblichweißem, auf den Vorderflügeln 
deutlichem Mittelfleck, das Kostalfeld aller Flügel vor der Spitze und das Analfeld 
lichter. 

Kopf braun. Die Palpen hellbraun, außen oben dunkelbraun. Fühler büschel- 
förmig bewimpert, der Schaft an der Basis gekrümmt und innen mit einem auf- 
fallenden, dreieckigen Schuppenwulst, hiedurch von allen übrigen bisher bekannten 
Arten der Gattung abweichend und eine eigene Sektion im Sinne Hampsons 
bildend. Thorax rötlich graubraun, schwärzlich meliert. Abdomen graubraun, der 
Analbusch schwärzlich. Beine braun. 

Ein cT von Tras im Staate Pahang auf der malayischen Halbinsel, von 
O. Popp erhalten. 

In der Zeichnungsanlage coelisigna Hmps. und cornucopia Hmps. ähnlich, aber 
durch die Fühlerbildung sehr abweichend. 

26. Acanthodica Fassli n. sp. g. (Taf. V, Fig. 5.) 

Vorderflügel relativ breit, rötlich graubraun, spangrün gemischt, teilweise mit 
schwärzlichen Schuppen bestreut, das Innenrandfeld rötlich ockergelb. Die Be- 
grenzung der ockergelben Färbung verläuft, ziemlich verwaschen, vom Innenrande 
nahe der Wurzel schräg nach aufwärts zur unteren Mediana an der Stelle, wo sie 
die antemediane Querlinie kreuzt, dann längs der ersteren und Ader C^ bis etwas 
über die postmediane Querlinie hinaus und jenseits dieser und mit ihr parallel 
senkrecht zum Innenrande. Die untere Mediana und die Adern im Saumfelde 
spangrün angelegt. Die subbasale Querlinie hakenförmig, doppelt, schwarz, breit 
spangrün ausgefüllt. Die antemediane Querlinie schwarz, zwischen Costa und 
oberer Mediana ebenfalls doppelt und breit grün ausgefüllt, dann einfach, gewellt, 
senkrecht auf dem Innenrande stehend. Die Makeln sehr groß, sich wenig vom 
Flügelgrunde abhebend. Die Ringmakel in Form einer breiten Acht, nach oben 
über die Zelle hinausragend, die Nierenmakel noch größer, außen ziemlich unregel- 
mäßig begrenzt. Unterhalb der Basis der Nierenmakel im ockergelben Innenrand- 
feld auf Ader C^ einige schwärzliche Fleckchen. Ober der Nierenmakel an der Costa 
ein grünes Fleckchen, jenseits desselben noch drei etwas kleinere. Aus dem ersten 
derselben entspringt die postmediane Querlinie. Diese ist einfach, beinahe gerade, 
anfangs undeutlich, außen grün angelegt, dann aus feinen schwarzen Querstrichen 
bestehend und von Ader M^ an senkrecht zum Innenrande ziehend. Das Saum- 
feld rotbraun, spangrün und schwärzlich gemischt, an der Flügelspitze ein großer, 
rundlicher, beinweißer, zum Teil ockergelb bestäubter Fleck. Vor dem Saume eine 
Reihe schwarzer, weiß aufgeblickter Punkte in den Aderzwischenräumen, Der ge- 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. igS 



wellte Saum durch eine dunkle Linie bezeichnet. Die Fransen gelbbraun, dunkel- 
braun gefleckt. 

Hinterflügel durchscheinend gelblichweiÜ, die Adern braun angelegt, eine 
bräunliche verwaschene Querbinde vom Zellende zum Innenrande; der Kostalrand, 
der Innenrand und das Saumfeld, letzteres sehr breit, dunkelbraun, vor der gegen den 
Innenwinkel sich stark verschmälernden Saumbinde die Bräunung der Adern unter- 
brochen. Der Saum selbst durch eine dicke, auf den Adernenden unterbrochene 
schwärzliche Linie bezeichnet. Die Fransen ockergelb, am Anahvinkel braun. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun, die Costa und das Saumfeld ocker- 
gelb, braun gesprenkelt. Im letzten Drittel der Costa drei weiße Fleckchen, der 
lichte Spitzenfleck weniger scharf abgesetzt als oberseits, vor dem Saume eine 
Reihe dunkelbrauner, mit der unterbrochenen Saumlinie zusammenhängender Punkte. 
Unterseite der Hinterflügel gelblichweiß mit sehr scharf sich abhebender dunkel- 
brauner, in der Mitte unterbrochener antemedianer Querbinde und mit nur im 
Kostalfelde deutlicher, weiterhin nur durch feine Längsstrichel auf den Adern an- 
gedeuteter postmedianer Querlinie. Das Saumfeld besonders an der Diskalfalte und 
vor dem Analwinkel dunkelbraun, die Saumbezeichnung wie oberseits. 

Kopf und Thorax ockergelb, graubraun und rötlich gemischt. Palpen gelb- 
grau, das Mittelglied unten mit zwei braunen Längslinien, das Endglied dunkel- 
braun. Fühler sehr kurz bewimpert. Abdomen oben gelblichbraun, unten dunkel- 
braun, graugrün gemischt, die letzten Segmente licht ockergelb. Beine ocker- 
gelblich, die Tarsen dunkelbraun, gelblich gefleckt. 

Vorderflügellänge 23 — 24 mm. 

Zwei g, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 800 m von den Brü- 
dern Fassl gesammelt. 

Steht der penicillum Feld. u. Rghfr., die mir in einem Pärchen vom gleichen 
Fundorte vorliegt, am nächsten, unterscheidet sich von ihr aber unter anderen 
leicht durch das ockergelbe Innenrandfeld. 

27. Nyctipao illodes n. sp. g. (Taf. V, Fig. 14.) 

Vorderflügel dunkel schokoladebraun. Bei einem Fünftel eine sehr undeut- 
liche, schwach nach außen gekrümmte dunkle Querlinie Der Diskoidalfleck be- 
steht aus zwei parallelen, schwach eingebogenen schwarzen Querstrichen, der eine 
an der Diskoidalquerader, der andere distal davon, der Zwischenraum zwischen 
beiden gelbbraun ausgefüllt. Daran schließt sich nach außen und unten ein großer 
ovaler schwarzer Fleck, dessen unteres Ende durch einen schwarzen Bogenstrich 
mit dem Querstrich an der Diskoidalquerader verbunden erscheint. Auf diesem 
Bogenstrich und auf der unteren Hälfte des großen ovalen Fleckes, hier zwei kleine 
Fleckchen bildend, liegen bläulichweiße Schuppen. Das Ganze wird außen von 
einer beinahe halbkreisförmig gebogenen dicken schwarzen Linie umzogen, an 
welch letztere unten sich ein breiter von Ader C2 senkrecht zum Innenrande ver- 
laufender dunkelbrauner Mittelschatten schließt. Eine licht ockergelbe Querbinde 
verläuft von der Abzweigung von Ader R^ an schräg gegen den Saum zu bis 
hinter Ader M3, ist hier spitz gebrochen- und zieht, basalwärts tief eingebuchtet, 
gegen den Analwinkel hin, vor dem sie erlischt. Ihr oberer Teil bildet zwischen 
Ader R^ und R5, auf Ader M^ und zwischen Ader M3 und Cj je einen Vorsprung 
nach außen, von denen der erste am stumpfsten und kürzesten, der letzte am 
spitzesten und längsten ist. Die Fransen licht ockergelb. 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, igiö. l3 



ig^ Dr. H. Zerny. 

Hinterflügel schokoladebraun, mit hell ockergelber Querbinde, welche am 
Vorderrande am breitesten ist und zwischen Ader R^ und Mj und zwischen M3 
und Cj je einen Zahn nach außen bildet. Fransen hell ockergelb. 

Unterseite aller Flügel braun mit violettem Schimmer, die lichten Querbinden 
wie oberseits, die der Hinterflügel auf den Adern unterbrochen. 

Kopf, Thorax, Beine und Abdomen dunkel schokoladebraun, das Abdomen 
oben mit violettem Schimmer. 

Vorderflügellänge 50 mm. 

Ein 5, auf Java von H. Fruhstorfer gesammelt. 

Steht dem Nyctipao albocinctus Koll., dessen Typen mir vorliegen, sehr nahe, 
unterscheidet sich von ihm aber leicht durch das anders geformte, viel schmälere 
Mittelzeichen und anderen Verlauf der lichten Querbinde. 

28. Parallelia iotrigona n. sp. cf, g. (Taf. V, Fig. 9, 9.) 

Basalfeld der Vorderflügel dunkel kaffeebraun, gegen die Wurzel etwas ins 
Gelbbraune spielend, nach außen in vollkommen gerader, von einem Viertel des 
Vorderrandes schräg nach außen zu drei Fünfteln des Innenrandes ziehender Linie 
begrenzt. Der innere Teil des Mittelfeldes lila, gegen die Costa zu braun an- 
geflogen, ein mit der Spitze auf dem Innenrand stehendes Dreieck bildend, nach 
außen in sanft geschwungener, jvon der Mitte der Costa zum Innenrande verlau- 
fender und hier mit der inneren Begrenzung des Saumfeldes zusammentreffender 
Linie begrenzt. Am Zellschluß ein kleiner dunkelbrauner Punkt. Äußerer Teil 
des Mittelfeldes dunkel kaffeebraun, distal von einer doppelten, dunklen, lila aus- 
gefüllten Linie begrenzt, welche vor zwei Dritteln der Costa gerade schräg nach 
außen bis Ader Mj zieht, hier rechtwinkelig gebrochen ist und in sanftem, nach 
außen offenen Bogen zum Innenrande bei vier Fünfteln verläuft. Nach außen ist die 
Linie rötlichbraun schattiert. Das Saumfeld lila, gegen den Saum zu zwischen den 
Adern gelblichweiß bestäubt. Vor der Flügelspitze zieht zur Costa des Mittelfeldes 
ein dunkelbrauner, nach außen von einer scharfen geschwungenen Linie begrenzter 
Wisch. An der Costa liegen jenseits der äußeren Querlinie drei gelbliche Pünktchen. 
Vor dem Saume eine Reihe dunkelbrauner, weißlich aufgeblickter Punkte. Der 
Saum selbst durch eine kontinuierliche, feine braune Linie bezeichnet. Die Fransen 
graubraun, an der Basis gelblichweiß, von zwei undeutlichen dunkleren Teilungs- 
linien durchzogen. 

Hinterflügel dunkel graubraun, der Saum in der Mitte weißlichlila, mit einer 
Reihe brauner Punkte zwischen den Adern, am Analwinkel ein weißlicher, saum- 
wärts braun übergossener Fleck. Fransen licht violettgrau, an der Basis weißlich, 
an der Flügelspitze und am Analwinkel dunkelbraun. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun, nach außen violett Übergossen, am 
Saume weißlichlila mit einer Punktreihe wie oberseits. Unterseite der Hinterflügel 
violettgrau, lila bestäubt, gegen den Saum zu etwas lichter mit einer Punktreihe wie 
oberseits. 

Kopf und Thorax braun, Palpen, -Beine und Abdomen dunkler, die Tarsen 
und Schienensporen gelblich gefleckt. 

Vorderflügellänge 3o — Zi mm. 

Zwei cf, ein q, am Rio Songo in Bolivien in einer Höhe von 800 m von 
den Brüdern Fassl gesammelt. 



Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 195 

Sehr ähnlich der Parallelia purpurata Kaye, von der mir ein cT vom gleichen 
Fundorte vorliegt, doch sicher verschieden durch den viel stumpferen Vorsprung 
der äußeren Begrenzung des Mittelfeldes. 



Tafelerklärune- 

Tafel V. 

Seite 

Fig. I. Agrotis leucaniiformis Zerny, (^ (Bolivien) 174 

» 2. Eriopyga aitgiir Zerny, 9 '(Bolivien) 179 

» 3. Trachea Stieglmavri Zerny, ^ (Rio Grande do Sul) i83 

» 4. Auciila triciispis Zerny, (^ (Brasilien) 188 

V 5. Acanthodica Fassli Zerny, 9 (Bolivien) 192 

» 6. Chvtonyx lophophora Zerny, cf (Bolivien) 185 

» 7. Eriopyga cilhäincarae Zerny, $ (Bolivien) 180 

» 8. Agrotis lilacina Zerny, 9 (Bolivien) 174 

» 9. Parallelia iotrigona Zerny, 9 (Bolivien) 194 

» 10. Speocropia nigrofasciata Zerny, ^T (Bolivien) i83 

» II. Paedes songoensis Zerny, ^T (Bolivien) 189 

» \2. Eriopyga magnißca Zerny, (f (Bolivien) 178 

» i3, Tarache Fiebrigi Zerny, ^f (Paraguay) 189 

» 14. Nyctipao illodes Zerny, 9 (Java) I93 

^ 15. Leucosigma separata Zerny, (^ (Bolivien) 186 

» 16. Nephelistis orbicularis Zerny, (^ (Bolivien) 177 

» 17. Calymniodes atrosignata Zerny, cT (Bolivien) 187 

> 18. Eriopus plinthobaps Zerny, cf (Bolivien) 184 

» ig. Eriopyga remipes Zerny, cf (Bolivien) 178 

i. 20. Risoba calaina Zerny, 9 (Malayische Halbinsel) 190 

» 21. Agrotis ochreicosta Zerny, (^ (Sao Paulo) I74 

» 22. Trachea chloodes Zerny, 9 (K'° Grande do Sul) 182 

V 23. Agrotis ioglauca Zerny, 9 (Bolivien) '75 

» 24. Westermannia ;^ygospila Zerny, (^ (Malayische Halbinsel) 191 

» 25. Dryobota jucundissima Zerny, ^T (Sao Paulo) 181 

» 26. Mamestra tolimae Zerny, 9 (Kolumbien) I7^> 

» 27. Erocha elaeitia Zerny, (^ (Bolivien) 187 



i3* 



Siebenrock F. Schildkröten vom nördl. Seengebiete und Belg. Kongo. Taf. I. 




Jos. Fleischmann, n. d. Nat. gez. 



Liclildruck v. Max Jaffe, Wien 



Annal. d. k. k. Naturhist. Hofmuseums, Band XXX. 1916. 



Siebenrock F. Schildkröten vom nördl. Seeno:ebiete und Bels:. Kongo. Taf. II 




Jos. Fleischmann, n. d. Nat. gez. 



Lichtdruck v Max Jaffe, Wien 



Annal. d. k. k. Natiirhist. Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



E. Kittl: Halorellenkalke vom Vorderen Gosansee. 



Taf. III. 





14 a 



14 b 




'J cl 



9 c 




f 



10 



ii 



Lichtdruck v. Max Jaffe, Wiea. 

Aanal, des k. k. Naturhist. Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



Rebel H.: Lepidopterenfauna Kretas. 
1 



Tafel IV. 



^Iff^ 



1 







r ^ 




12 

I 1 




14 






17 




20 






Ludwig Steiner ad nat. pinx. Chromolith u. Druck v. Th. Bannwarth, Wien Vli 

Annalen d. k. k. Naturhistor. Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



H. Zerny, Exotische Heteroceren. 



Tafel V. 





?'|t'^>. 20 ^ 








Lichtdruck Marken & Sohn, Dri-is.Jen-A. lU. 



Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» 

editae a Museo Palatino Vindobonensi. 

Auetore 

Dre. A. Zahlbruckncr. 

Centuria XXIV. 

unter Mitwirkung des Fräuleins M. Petra k, der Frau L. Rechinger und der 
Herren Frere Apollinaire, J. A. Bäumler, W. C. Barbour, J. Baumgartner 
(Musci), F. Blechschmidt, J. Blumrich, J. Bornmüller, Dr. Bouly de Lesdain, 
J. Bresadola, Dr. V. F. Brotherus, Dr. F. Bubäk, f A. Caldesi, f A. Carestia, 
Dr. J. C. Gonstantineanu, f ^V. Curnow, Dr. A. v. Degen, J.Dörfler, J. Fa- 
miller, Dr. K. Fritsch, P. L. Galbenegger, f A. Geheeb, Dr. J. Györffy, 
F. Hillmann, Dr. F. v. Höhnel, Dr. L. Hollos, f J- Jack, f Th. Jensen, W. Karl, 
t Dr. A. V. Kerner, Dr. K. v.- KeilBler (Fungi), R. Kmuncke, Dr. Th. Krumbach, 
t G. Läng, t H. Lojka, K. Loitlesberger, f Dr. J. LütkemüUer, B. Lynge, Dr. 
A. Mägocsv-Dietz, Marucci, Fr. Matouschek, f A. Metzler, Dr. G. Moesz, 
O. V. Müller, Dr. Fr. Peträk, L. Pfeiffer v. Wellheim, Dr. K. Preissecker, 
A. Progel, Dr. M. Raciborski, Dr. K. Rechinger (Algae), T. Reinbold, R. Ruthe, 
H. Sandstede, Dr. V. Schiffner, Dr. J. Schiller, Dr. H. Schinz, J. Schuler, 
Dr. B. Schussnigg, Dr. O. Stapf, Dr. J. Steiner, J. Stephani, P. P. Strasser, 
Dr. Z. Szabö, Dr. J. Tuzson, Dr. J. Wille, Dr. A. Zahlbruckner (Lichenes), Zay 

herausgegeben 

von der botanischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hoßnuseums 

in Wien. 



Fungi (Decades 89 — 91). 
2301. Tilletia controversa. 

Kühn in Rabenh., Fungi europaei, nr. 1896 (1874); Fisch, v. W^aldh., Apercu 
syst, Ustilag. (1877), p. 49; Wint. apud Rabenh., Krypttf. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, 
Abt. I (1884), p. iio; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), p. 483. 

Hungaria (comit. Pozsony): in ovariis Tritici repentis L. ad flumen Danubium 
prope Pozsony, aetate. leg. J. A. Bäum 1er. 

Annalen des k. k. uaturhistorischen Hofmiiseums, Bd. XXX, igiü. 14 



ig8 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 

2302. Sorosporium Saponariae. 

Rud. in Linnaea, vol. IV (1829), p. 116; Wint, apud Rahenh., Kryptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. i (1884), p. 104; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), 
p, 511. — Schizodenna Saponariae Fries, Syst. mycol., vol. III/2 (i832), p. 477. — 
Ustilago Riidolphii Tul. in Ann. Sc. Natur., Botan., ser. IV, T. II (1854), p. 99. — 
Thecaphora Tiinicae Auersw. in Ost. bot. Zeitschr., Bd. 38 (1868), p. 242. 

Bulgaria: in ovariis Saponariae ofßcinalis L. ad urbem Trojan, m. Aug. 

leg. F. Bubäk. 

2303. Urocystis Leimbachii. 

Oertel in Irmischia, vol. II (i883), p. 125; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), 

P- 519- 

Thuringia: in radicibus Adonidis aestivalis L prope \\'eimar, m. Jul. 

leg. J. Bornmüller. 

2304. Uromyces Astragali. 

Sacc, Mycol. Ven. Spec in Atti Soc Venet.-Trent. Sc. Natur., vol. II (1873), 
p. 208 p. p. et Syll. fung., vol. VII/2 (1888), p. 550 p. p.; Bubdk in Centralbl. f. 
Bakt., II. Abt., Bd. XII (1904), p. 422 et Annal. mycol., vol. V (1905), p. 217 et 
Pilze Böhm. I. Rostp., Ured. (1906), p. 39; Jordi in Centralbl. f. Bakt., II. Abt., 
Bd. XI (1904), p. 791; Sydow, Monogr. Ured., vol. II (1909), p. 67. — Uredo Astra- 
gali Opiz in Seznam Rostl. (1852), p. 151. — Uredo acuminata Kirchn. in Lotos 
(1856), p, 179. — Uromyces punctatus Schroet. in Abhandl. Schles Gesellsch. (1867), 
p. IG. — - Uromyces Oxytropidis J. Kze. in Rabenh., Fungi europ., nr. 1793 (1874). 
— Uromyces Eiiphorbiae-Astragali Jordi in Centralbl. f. Bakt., II. Abt., Bd. XI 
(1904), p. 790. 

Fungus teleutosporifer. 

Hungaria (comit. Bars): in foliis vivis Astragali glj'cjphj'lli L. prope Vihnye, 
m. Aug. leg. A. Mägocsy-Dietz. 

Jordi, 1. c, hat bekanntlich von dem auf verschiedenen yl^^r^jg-a/z^^- und Ox;^- 
tropis-Arttn vorkommenden Uromyces Astragali Sacc. den auf Astragalus exscapiis 
auftretenden Uromyces Astragali als eigene Art abgetrennt, welche Bubäk, 1. c, 
als U. Jordiamis bezeichnet. Keißler. 

2305. Uromyces ambiguus. 

Lev. in Ann. Sc. Natur., Botan., ser. III, T. VIII (1847), p. 375; Sacc, Syll. 
fung., vol. VII/2 (1888), p. 543; Bubäk, Rostpilze Böhm. (1906), p. 47; Sydow, 
Monogr. Ured., vol. II (1910), p. 262. — Uredo ambigua Lam. et De Cand., Flore 
franc, vol. VI (18 15), p. 64; \\'int. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., 
Bd. I, Abt. I (1884), p. 200. 

Fungus teleutosporifer. 

Hungaria (comit. Bars): in caulibus foliisque vivis et marcescentibus Alii 
oleracei L. ad oppidum Aranyosmarot, m. Jul. leg. et det. G. Moesz. 

Sydow, I. c, schreibt allerdings, daß er obigen Pilz bisher nur auf A. ro- 
tundum, Schoenoprasum, Scorodoprasum und sphaerocephahun nachweisen konnte, 
während die sonst noch in den Herbarien als U. ambiguus auf anderen Allium-hrXen 
bezeichneten Exemplare sich bis jetzt wenigstens stets als zu Puccinia Porri Wint. 
gehörig erwiesen. Da aber Moesz bezüglich des hier auf Alliiim oleraceum vor- 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. . 199 



liegenden Rostpilzes ausdrücklich bemerkt, daß er nur einzellige Teleutosporen ge- 
sehen habe, so kann ich ihm nur folgen und den Pilz nicht als Puccinia Porri 
Wint. bezeichnen. KeiÜler. 

2306. Puccinia Centaureae. 

Mart., Flora Mosqu. (18 12), p. 226; Sydow, Monogr. Ured., vol. I (1902), 
p. 39. - — Puccinia Centaureae-aspcrae Gast., Observ., nr. i (1842), p. 18 et Catal. 
pl. Marseille (1845), p. 198; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), p. 709. — Puccinia 
Jaceae Otth. in Mitteil. Naturforsch. Gesellsch., Bern 1865, p. 165. 

a) Hungaria (comit. Tolna): in foliis vivis Centaureae pannonicae Heutf. prope 
Szekszard, m. Sept. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. leg. L. Hollös. 

b) Hungaria (comit. Tolna): in foliis vivis Centaureae solstitialis L. prope 
Szekszard, m. Jun. 

Fungus uredosporifer. leg. L. Hollos. 

2307. Puccinia involvens. 

Sydow, Monogr. Ured., vol. I (igoS), p. 445. — Aecidium involvens Voss in 
Österr. bot. Zeitschr., Bd. 26 (1876), p. 362. — Puccinia Thuemeniana Voss in 
Österr. bot. Zeitschr., Bd. 27 (1877), p. 404; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. I, Abt. I (1884), p. 214; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), p. 618; 
Magnus apud Dalla Torre u. Sarnth., Fl. v. Tirol, Bd. III (1905), p. 82. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. 

Romania (distr. Suceava): in foliis ramulisque vivis Myricariae germayiicae 
Desv. in valle Barnar, m. Sept. leg. J. C. Constantineanu. 

Diese seltene Art war nach Sydow bisher nur vom Originalstandort im 
Ultental in Tirol (leg. Dr. Gruber) bekannt, wo sie am Falschauerbache bei Kuppel- 
wies in St. Nikolaus stellenweise an der genannten Nährpflanze reichlich vorkommt. 

Keißler. 

2308. Puccinia tinctoriicola. 

P.Magnus in Österr. bot. Zeitschr., Bd. 52 (1902), p. 491; Sydow, Monogr. 
Ured., vol. I (1904), p. 867. — Puccinia tinctoriae P. Magnus in Abhandl. Naturhist. 
Gesellsch. Nürnberg, Bd. XIII (1900), p. 37; Sydow, Monogr. Ured., vol. I (1902), 
p. 150, tab. VIII, flg. 127; Sacc, Syll. fung., vol. XVII (1905), P- 289. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. 

Romania (distr. Jasi): in foliis vivis Serratulae radiatae M. B. prope silvam 
«la Spanzuratu» ad Cirlig, m. Jun. leg. J. C. Constantineanu. 

230g. Puccinia Balsamitae. 

Rabenh., Deutschi. Kryptfl., Bd. I (1844), p. 24; Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 
(1888), p. 647; Sydow, Monogr. Ured., vol. I (1902), p. 162. — Uredo Balsamitae 
Strauß in Annal. Wetter., Bd. II (1812), p. 106. — Puccinia neglecta Magn. in Ber. 
deutsch, bot. Gesellsch., Bd. X (1892), p. 324; Sacc, Syll. fung., vol. XI (1895), 
p, 184. — Uromyces Balsamitae Pass. in herb. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. 

14* 



200 Botanische Abteilung des k. k. naturbistorischen Hofmuseums. 



Hungaria (comit. Tolna): in foliis caulibusque vivis Tanaceti Balsamitac L. 
prope Szekszärd. leg. L. Hollös. 

Sydow, 1. c, weist darauf hin, daß die Nährpflanze von Puccinia neglecta 
Magn. nicht Berberis, sondern Tanacetum Balsamita und die genannte Spezies 
einfach identisch mit P. Balsamitae Rabenh. sei. Keißler. 

2310. Coleosporium Telekiae. 

Thuem., Fungi austr. (1873), nr. S50 et in Österr. bot. Zeitschr., Bd. XXVI 
(1876), p. 21; Sydow, Monogr. üred., vol. III (1915), p. 623. — Coleosporium 
Telekiae Bub. in Növenyt. Közlem., vol. VI (1907), p. 102, Beibl. p. (20) et (27). — 
Coleosporium Sonchi var. Telekiae Sacc, Syll. fung., vol. VII/2 (1888), p, 753. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. 

Romania (distr. Neamt): in foliis vivis Telekiae speciosae Bgt. apud Brätes in 
valle Tarcau, m. Aug. leg. J. C. Constantineanu. 

23 11. Coleosporium Inulae. 

Rabenh. in Botan. Zeit., Bd. IX (1851), p. 455; Ed. Fisch, in Mitteil. Naturf. 
Gesellsch. Bern, 1894 (1895), p. XIV et in Bull. Soc. botan. France, t. XLI (1894), 
p. CLXIX et Beitr. Kryptfl. Schweiz, Bd. I, Heft I (1898), p. 95; Kleb, in Zeitschr. 
f. Pflanzenkr., Bd. XII (1902), p. 135; Bubäk, Pilze Böhm., I. Rostp., Üred. (1906), 
p. 178; Sacc, Syll. fung., vol. XXI (19 12), p. 721; Sydow, Monogr. Üred., vol. III 
(1915), p. 609. — Uredo Inulae Kze. in Klotzsch, Herb. Mycol., nr. 58g (1844). — 
Peridermium Klebahni Ed. Fisch, in Mitteil. Naturf. Gesellsch. Bern, 1894 (1895), 
p. XIV et Bull. Soc. botan. France, t. XLI (1894), p. CLXXI. 

Fungus uredo- et teleutosporifer. 

a) Hungaria (comit. Pest): ad folia Inulae hirtae L. in insula Csepel. 

leg. A. Mägocsy-Dietz et Z. Szabö. 

b) Romania (distr. Jasi): in foliis Inulae Helenium L. apud Bärnova, m. Sept. 

leg. J. C. Constantineanu. 
E. Fischer, 1. c, hat bekanntlich nachgewiesen, daß die Sporidien des auf 
Inula Vaillantii auftretenden Coleosporium auf Pinus silvestris übergehen, wo sich 
Pykniden und Aecidien bilden. Die ausgeführten Infektionsversuche mit den be- 
treffenden Aecidiosporen auf Inula Vaillantii und /. Helenium, Sonchus, Tussilago, 
Adenostyles, Senecio, Campanula, Buphthalmum und Pulicaria hatten nur bei den 
zwei Inula-Arten Erfolg. Keißler. 

2312. Uredo Chonemorphae. 

Racib., Paras. Algen u. Pilze Javas, fasc. I (1900), p. 29; Sacc, Syll. fung., 
vol. XVI (1902), p. 364. 

Insula Java: ad folia viva Ichnocarpi bantamensis Miqu. in horto Buiten- 
zorgensi. leg. M. Raciborski, 

2313. Cyphella laeta. 

Fries, Epicr. Syst. mycol. (i836 — 1838), p. 568; Patouill., Tab. anal. (i883), 
p. 164, nr. 262; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. i 
(1884), p. 323; Sacc, Syll. fung., vol. VI (1888), p. 675. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 



Austria inferior: ad petiolos putridos Cirsioriim in horto cultorum Vindo- 
bonae (Wien), m. Sept. leg. C. Rechinger. 

2314. Poria micans. 

Sacc, Syll. fung., vol. \\ (1888), p. 3 18. — Poljyonis micans Fries, Syst. 
mvcol., vol. I (1822), p. 383; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., 
Bd. I, Abt. I (1884), p. 411. 

Sensu Bresadolae. 

Austria inferior: ad truncos putridos Querciiuiu, in monte «Gelber Berg» 
prope Purkersdorf. leg. F. de Höhnel. 

2315. Hebeloma crustuliniformis. 

Sacc, Syll. fung., vol. V (1887), p. 799. — Agariciis crustiilimformis Bull, 
apud Fries, Syst, mycoL, vol. I (1821), p. 249; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. i (1884), p. 685. — Hylophila cnistulinifonnis Quel., 
Flore mvcol. (1888), p. 92. — Agariciis fastibilis Fries, Syst. mycol., vol. I (1821), 
p. 249 pr. p. — Agariciis circinans Pers. apud Fries, Syst. mycol., vol. I (182 1), 
p. 249. 

Stiria: in silvis prope Aussee, m. Sept. 

det. J. Bresadola, leg. C. et L. Rechinger. 

2316. Hygrophorus pudorinus. 

Fries, Epicr. system. mycol. (i836— 1838), p. 322; Wint. apud Rabenh., 
Kryptfl. V. Deutsch., 2. Aufl., Bd. I, Abt. i (1S84), p. 569; Sacc, Syll. fung., vol. V 
(1887), p. 391. — Agariciis pudorinus Fries, Syst. mycol., vol. I (1822), p. 33. 

Stiria: in silvis abietinis prope Aussee, m. Aug. 

det. J. Bresadola, leg. C. et L. Rechinger. 

2317. Armillaria aurantia. 

Gill., Las Champign. (1878), p. 76, Atlas, vol. II, pl. 51; Sacc, Syll. fung., 
vol. V (1887), p. 75. — Agariciis aiirantiiis Schaeff. apud Fries, Syst. mycol., vol. I 
(1822), p. 39; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. i 
(1884), p. 832. — Tricholoma aurantiinn Ricken, Blätterp., Bd. I (1915). P- 332, 
Bd. II (1915), Taf. 87, Fig. 2. 

Stiria: in silvis abietinis prope Aussee, m. Aug. 

det. ,1. Bresadola, leg. C. et L. Rechinger. 

2318. Leptosphaeria Coniothyrium. 

Sacc in Nuovo Giorn. Botan. Ital., vol. VII (1875), p. 3 17 et Syll. fung., vol. II 
(x883), p. 29; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 2 
(1887), p. 464. — Sphaeria Coniothyrium Fuck., Symb. mycol. (1869), p. 115. 

Moravia: in sarmentis siccis Riibi caesii L. ad Teplitz a. d. Becva prope 
Mährisch-Weißkirchen, m. Apr. leg. F. Petrak. 

231g. Diaporthe extensa. 

Sacc, Syll. fung., vol. II (1882), p. 618. — Sphaeria extensa Fries, Syst. mycol., 
vol. II/2 ii823), p. 38i. — Valsa extensa Fries, Summa veget. Scand., sect. poster. 



Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



(1849), p. 411. — Chorostate fibrosa Trav., in Flora ital. crypt., pars i, vol. II 
(1906), p. 193. — Sphaeria fibrosa Pers. apud Fries, Syst. mycol., vol. II/2 (i823), 
p. 38i. — Valsa fibrosa Fries, Summa veget. Scand., sect. poster. (1849), p. 411. 
— Diaporthe fibrosa Fuck., Symb. mycol. (i86g), p. 204; Sacc, Syll. fung., vol. II 
(1882), p. 618; Wint. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt, 2 
(1887), p. 653. 

Moravia: ad ramos siccos Rhamni catharticae L. prope Ribaf ad Mährisch- 
Weißkirchen, m. Mart. leg. M. Petra k. 

2320. Aglaospora anomia. 

Lamb., Flore mycol. Belg., vol. II (1880), p. 250. — Sphaeria anomia Fries, 
Syst. mycol., vol. II/2 (1823), p. 38i. — Valsa anomia Strauß apud Sturm, Deutschi. 
Flora, Heft XXXIV (1853), p. 3r, Taf. 4. — Pseudovalsa profusa Wint. apud 
Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 2 (1887), p. 785. — Sphaeria 
profusa Fries, Syst. mycol., vol. II/2 (1823), p. 3g2. — Valsa profusa Fries, Summa 
veget. Scand., sect. poster. (1849), p. 411. — Aglaospora profusa De Notar, in N. 
Giorn. Bot. Ital., vol. I (1844), p. 43, tab. II et Microm. ital., Dec. V (1845), p. 5; 
Trav. in Flora ital. crypt.. Pars I, vol. II (1906), p. 299. — Pseudovalsa irregularis 
Schroet. apud Cohn, Kryptfl. v. Schles., Bd. III, Pilze, Abt. II (1897), p. 445. — 
Sphaeria irregularis Lam. et De Cand., Flore franc., vol. VI (1815), p. 116. — 
Massaria seiridia Berk. et Cooke in Grevillea, vol. IV (1875), p. 155. 

Moravia: ad ramos siccos Robiniae Pseudacaciae L. prope Mährisch -Weiß- 
kirchen, m. Mart. leg. M. Petra k, comm. F. Petra k. 

In Fries, Svst. mycol. (bekanntlich jetzt der Ausgangspunkt für die Nomen- 
klatur der Pilze) findet sich obiger Pilz unter zwei Namen, Sphaeria anomia und 
Sph. profusa, von denen der letztere meist zur Bezeichnung der vorliegenden Pilz- 
art herangezogen wurde, was aber nicht richtig ist, da der erstgenannte Name 
einige Seiten früher publiziert ist und daher unbedingt die Priorität hat. Ich habe 
daher unter Einbeziehung des Pilzes in die Gattung Aglaospora, die ich mit Sac- 
cardo von Pseudovalsa abtrenne, die in Rede stehende Spezies nach dem Vorgange 
Lambottes als A. anomia bezeichnet. Keißler. 

2321. Helvella elastica. 

Bull, apud Fries, Svst. mycol., vol. II/'i (1822), p. 21; Sacc, Syll. fung., 
vol. VIII (1889), p. 24; Rehm apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, 
Abt. 3 (1896), p. ii83. — Leptopodia elastica Boud. in Bull. soc. mycol. de France, 
vol. I (1885), p. 99. 

Austria inferior: ad terram in fagetis prope Tullnerbach in silva «Wiener 
Wald», m. Sept. leg. C. de Keißler. 

2322. Phyllosticta Ebuli. 

Sacc, Syll. fung., vol. III (1884), p. 57; Allesch. apud Rabenh., Kryptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (1898), p. 118; Diedicke in Kryptfl. Brandenb., 
Bd. IX (1912), p. 47. — Ascochyta Ebuli Fuck., Symb. mycol. (1869), p. 386. 

Ad est Ramularia sambucina Sacc. 

Austria inferior: ad folia viva Sambuci Ebuli L. in monte Flösselberg prope 
Perchtoldsdorf, m. Aug. leg. C. de Keißler. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 2o3 

Phyllosticta sambucicola Kalchhr. , ausgegeben in Rabenh., Fungi europ., 
nr. 668, besitzt nach Kalchbrenner kugelige (3 — 4 [x) Sporen, während Allescher 
in diesem Exsikkat auch ovale oder fast eiförmige Sporen (4 — 5 X ^ i^-) fand. 
Bäumler endlich (vgl. Verhandl. zool.-bot. Gesellsch., Wien, Bd. 38 [1888], p. 708) 
sah an einem Exemplar des gleichen Exsikkats stäbchenförmige, sehr schmale 
Sporen (4X1 v)- Dieses letztgenannte Exemplar gehört wohl zu Phjdlosticta Ebuli 
Sacc, w^elche Spezies ja eben durch die außerordentlich schmalen Sporen aus- 
gezeichnet ist. Es scheint also, daß in der angegebenen Nummer des Rabenhorst- 
schen Exsikkates neben Ph. sambucicola Kalchbr. auch Ph. Ebuli Sacc. vorkomme. 
Auf der anderen Seite gehört nach Diedicke Ph. Ebuli Sacc, ausgegeben in 
Sydow, Mycotheca marchica, nr. 4078, zu Ph. Sambuci Desm. Petrak (vgl. Ann. 
mycol., Bd. XIII [1915], P- 46/7) berichtet über das reichliche Auftreten einer Phyllo- 
sticta an Sambucus Ebulus, die er nicht näher bestimmt hat, von der ich jedoch vermute, 
daß sie zu Ph. Ebuli Sacc. zu stellen sein dürfte, und bringt dieselbe in Zusammen- 
hang mit einer an den gleichen Blättern später sich bildenden Mycosphaerella, die 
er als M. ebulina nov. spec. beschreibt. Übrigens hatte schon Bäum 1er, 1. c, die 
Beobachtung gemacht, daß neben den Gehäusen der Phyllosticta Ebuli Sacc. Peri- 
thezien vom Bau einer Sphacrella vorkommen, doch konnte er in denselben keine 
Spur von Asci finden. Keißler. 

2323. Phyllosticta Rhamni. 

Westend., Not. V, p. 26, sec. Sacc, Syll. fung., vol. III (1884), p. 14; Allesch. 
apud Rabenh., Krvptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (1898), p. 76. — Phyllo- 
sticta Frangulae^X tötend., Exsicc, nr. 958 (anno ?); Kickx, Flore cryptom. Flandr., 
vol. I (1867), p. 41S; Sacc, Syll. fung., vol. III (1884), p. 15; Allesch. apud 
Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (1898), p. 77. — ? Phyllosticta 
Alaterni Pass. apud Brun. in Rev. mycol., vol. VIII (1886), p. 189; Sacc, Syll. fung., 
vol. X (1895), p. iii; Allesch. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, 
Abt. 6 (1898), p. 79. 

Salisburgia: in foliis Rhamni Franpilac L. ad Leopoldskron prope Salzburg, 
m Jul. ^^8- ^- ^^ Keißler. 

Phyllosticta Frangulae ^^'estend. ist wohl einfach synonym zu Ph. Rhamni 
Westend. Was die anderen auf Rhamnus angegebenen Ph.-Anen betrifft, so dürfte 
Ph. cinerea (Desm.) Sacc. identisch mit Ph. rhamnicola (Desm.) Sacc sein. Wenn 
dies nicht der Fall wäre, müßte Ph. cinerea Pass. auf Populus als später beschrie- 
benes Homonvm einen anderen Namen erhalten. Keißler. 

2324. Placosphaeria Urticae. 

Sacc, Fungi Ard. in Malpighia, vol. II (;i888), p. 19, nr. 153 et Syll. fung., 
vol. X (1892;), p. 236; Allesch. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, 
Abt. 6 (1899I, p. 545; Diedicke in Kryptfl. Brandenb., Bd. IX (1912), p. 305. — 
Xeilaria Urticae Libert, PL crypt. Ard., fasc. I (i83o), nr. 62. 

Bohemia: in caulibus siccis Urticae dioicae L. in silva «Werschetitzer ^^'ald» 
prope Luck, m. Apr. leg. O. de Müller. 

Bekanntlich die vermutliche Pyknidenform zu Rhytisma Urticae Fr. 

Keißler. 



204 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



2325. Septoria Saponariae. 

Savi et Becc. in Erb. crittog. ital., nr. S82 (1862); Sacc. in Nuovo Giorn. 
Botan. Ital., vol. VIII (1876), p. 205, nr. 338 et in Syll. fung., vol. III (1884), p. 516; 
AUesch. apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt, 6 (1900), p. 850. 
— • Sphaeria (Depazea) Dianthi Fries, Syst. mycoL, vol. II/2 (i823), p, 531. — 
Septoria Dianthi ß) Saponariae Desm. sec. Rabenh., Fungi europ. exsicc, nr. 3 60 
(1861) et Sacc, Syll. fung., vol. III (1884), p. 516. 

Hungaria (comit. Tolna): ad folia viva Saponariae officinalis L. prope 
Szekszärd, m. Jul. leg. L. Hollös. 

2326. Septoria Hepaticae. 

Desm. in Ann. Sc. Natur., Botan., ser. II, t. XIX (1843), p. 341; Kickx, Fl. 
crypt. Flandr., vol. I (1867), p. 434; Sacc, Syll. fung., vol. III (1884), p. 522; 
Allesch. apud Rabenh, Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (igoo), p. 792; 
Diedicke in Kryptfl. Brandenb., Bd. IX (19 14), p. 522. 

Moravia: in foliis vivis et languidis Hepaticae trilobae Gil. prope Mährisch- 
Weißkirchen, m. Martio, leg. M. Petrak, comm. F. Peträk. 

2327. Septoria Orchidearum. 

Westend,, Herb, cryptog, beige, nr, 638 (184g?); Kickx, Flore cryptog. Flandr., 
vol. I (1867), p, 423; Sacc, Syll, fung,, vol, III (1884), p, 575; Allesch, apud 
Rabenh., Krvptfl, v, Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 6 (1900), p. 808; Diedicke in 
Kryptfl, Brandenb,, Bd, IX (19 14), p. 481, — Septoria Winteri Kunze in Rabenh,, 
Fungi europ,, nr, 1755 (1874), — ? Septoria Listerae Allesch, in Hedwigia, 
Bd, XXXIV (1895), p. 272 et apud Rabenh,, Kryptfl, v. Deutschi,, 2, Aufl,, Bd, I, 
Abt, 6 (1900), p, 807; Sacc, Syll, fung,, vol, XIV (1899), p, 9S0, 

Austria inferior: ad folia viva Listerae ovatae L, prope Ybbsitz, m, Oct. 

leg. P. L. Galbenegger, comm. P, P, Strasser. 

Allescher, 1, c, gibt an, daß sich Septoria Listerae von S. Orchidearum 
unterscheide durch die größeren Fruchtgehäuse, die nie einander so stark ge- 
nähert sind und deshalb auch nie zusammenfließen, durch die viel dunklere 
Farbe der Flecken, sowie durch die gekrümmten, längeren und breiteren 
Sporen, Nun beschreibt Allescher, 1, c, selber Exemplare von S. Orchidearum 
aus dem Graswangtal bei Oberammergau mit geraden oder leicht gekrümmten 
Sporen, die an Länge schon jene von 5, Listerae erreichen, wobei er von «Ab- 
weichungen von der Originaldiagnose» spricht. Die mir hier vorliegenden Exem- 
plare besitzen zumeist die fast schwarzen Flecke und die voneinander entfernt 
stehenden Gehäuse der S. Listerae, dagegen die geraden, kürzeren und schmäleren 
Sporen der 5. Orchidearum. Von mir in Salzburg gesammelte Exemplare (auf 
Lister a ovata L,, Schleierfall bei Kuchl, Juni 191 3) weisen kleinere Gehäuse mit 
Neigung zum Zusammenfließen und schmale Sporen, wie S. Orchidearum auf, da- 
bei sind aber die Sporen zum Teil gekrümmt und erreichen bereits die Länge 
jener von S. Listerae, wie auch die Flecken die für die letztgenannte Art bezeich- 
nende schwarze Farbe besitzen. Daraus geht hervor, daß zwischen den beiden 
Arten Übergänge vorkommen, weshalb ich dieselben zusammenziehe, Keißler, 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 205 

2328. Diplodia Tiliae. 

Fuck., Symb. mycol. (i86g), p. 894; Sacc, SvlI. fung., vol. III (1884), p. 33o; 
Allesch. apud Rabenh., Kryptfi. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 7 (igoi), p. 167; 
Diedicke in Kryptfl. Brandenb., Bd. IX (1914), p. 636. 

Moravia: in ramis siccis Tiliae platjyhylli Scop. prope Mährisch-W'eißkirchen, 
m. Apr. leg. F". Peträk. 

2329. Aspergillus niger. 

Van Tiegh. in Ann, Sc. Natur., Botan., ser. V, T VIII (1867), p. 240; Lindau 
apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 8 (1904), p. 137. — 
Sterigmatocystis nigra Van Tiegh. in Bull. soc. Botan. France, t. XXIV (1877), 
p. 102; Sacc, Syll. fung., vol. IV (1886), p. 75. — Sterigmatocystis antacustica 
Gram, in Vierteljahrsschr. naturf. Ges. Zürich, Bd. IV (1859), p. 323, — Sceptromyccs 
Opizii Gerda in Sturm, Deutschi. Flora, Pilze, Heft III (i83i), p. 7, tab. IV; 
Sacc, Syll. fung., vol. IV (1886), p. 166. — Stachylidiiim sceptrum Fries, Syst. 
mvcol., vol. III/2 (1832), p, 390. — ? Botrytis pulla Fries, Syst. mycol, vol, III/2 
(i832), p. 395, 

Hungaria: in foliis fermentantibus Nicotianae Tabaci L. 

leg. G. Preissecker. 

Dr. K. Preissecker teilt bezüglich des oben ausgegebenen Pilzes folgendes 
mit: Der Pilz befällt den Tabak während der Fermentation und verursacht, da er 
ganze Blattbüschel quer durchlöchert, sehr großen Schaden. Seit 19 10 in Ungarn 
beobachtet, kommt er namentlich in den Tabakmagazinen des niederungarischen 
Tieflandes (Alföld) und des im Norden angrenzenden Hügellandes vor. Auf vielen 
von Aspergillus niger befallenen Blättern findet sich auch ein Cladosporium. 

Näheres über diese als «Rußfäule» bezeichnete Krankheit sowie die Literatur 
über dieselbe findet sich in einem Aufsatze von Dr, K, Preissecker, Die Rußfäule 
des Tabaks (Fachl. Mitteil. d. österr. Tabakregie, Bd. XV, 19 15, p. 11 3), Darin findet 
sich unter anderem auch die Angabe, daß in Ungarn Personen, die längere Zeit 
mit rußfaulem Tabak hantierten, unter den Fingernägeln gefährliche Hautentzün- 
dungen bekamen. 

In nomenklatorischer Beziehung könnte vielleicht für die Bezeichnung des 
in Rede stehenden Pilzes Stachylidiiini sceptrum Fries, 1, c, beziehungsweise Bo- 
trytis pulla ¥v\qs, 1. c, herangezogen werden; es können jedoch beide Namen nicht 
sicher gedeutet werden. Der nächstältere Name Sceptrontyces Opizii Gorda ist des- 
halb nicht verwertbar, da er sich qiuf abnorme Wuchsformen von Aspergillus niger 
bezieht. Was endlich den Namen Sterigmatocystis antacustica Gram, betrifft, so 
scheint es doch nicht ganz sicher, ob dieser bekanntlich Otomykosen hervorrufende 
Pilz wirklich mit Aspergillus niger Van Tiegh. identisch sei, so daß ich den letzt- 
genannten Namen beibehalte, womit zugleich einer ohnedies nicht angenehmen 
Namensabänderung aus dem Wege gegangen ist. Keißler, 

2330. Nematogonum aurantiacum. 

Desm. in Ann. Sc. Nat., Botan., ser. II, T. II (1834), p. 70, tab. II, fig, i; 
Sacc, Fungi ital. delin., nr. 870 (1881) et Syll. fung,, vol. IV (1886), p. 170; Lin- 
dau apud Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. I, Abt. 8 (1905), P- 358; 



2o6 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 

Ferraris in Flora ital. crypt., pars I (igiS), p. 742, fig. 192. — Sporotrichum 
aurantiacum Fries, Syst. mycoL, vol. III/2 (iSSa), p. 428. 

Austria inferior: ad corticem Fagi silvaticae L. in valle «Großer Steinbach- 
graben» prope Tullnerbach in silva «Wiener Wald», m. Dez. 

leg. C. de Keißler. 

Über die systematische Stellung von Nematogomim und der nahe verwandten 
Gattung Gonatoboirj's etc. vgl. Vuillemin in Bull. Soc. Botan. France, T. 58 (191 1), 
p_ 164. — Bezüglich einer in letzterer Zeit beschriebenen Nematogomim- Art^ N. 
albiim Bain. in Bull. Soc. Mycol. France 1905, p. 227, tab. XIII (vgl. auch Sacc, Syll. 
fung., vol. XX/2, p. i3o5), hat Hoehnel (vgl. Fragm. z. Mykol. II in Sitzungsber. 
d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien, math.-naturw. KL, Bd. 115, Abt. i [1906], p. 690 
u. Ost. bot. Zeitschr., Bd. 63 [igiS], p. 427, nr. 906 u. p. 500) nachgewiesen, daß 
dieselbe in die Gattung Physospora gehöre und mit der von ihm schon im Jahre 
1903 beschriebenen Ph. albida Hoehn. identisch sei. Keißler. 

A d d e 11 d a : 

107. Coleosporium Melampyri. 

Kleb. 

c) Hungaria (comit. Bars): ad folia Melamprri silvatici L. in silvis prope Bars. 

det. F. Bubäk, leg. J. Tuzson. 

617. Cucurbitaria elongata, 

Grev 

b) Hungaria (com. Pozsony): in ramulis emortuis Robiniae Pscudacaciae L. 
prope Szent-György, m. Mart. leg. A. Zahlbruckner. 

814. Uromyces Anthyllidis. 

Schrot. 

b) Graecia: ad folia et caules Hjnnenocaipi circinnatae Willd. in collibus 
prope Patras, m. Apr. leg. F. de Höhne 1. 

826. Ditopella ditopa. 

Schrot. 

b) Moravia: ad ramulos siccos Alni gliitinosae L. ad rivulum Ludinabach» 
prope Mährisch-Weißkirchen, m. Apr. leg. F. Peträk. 

1147. Microsphaera Bäumleri. 

Magn. 

b) Austria inferior: ad folia viva Astragali glycj'phj-lli L. in monte Sonntag- 
berg prope Rosenau, m. Oct. leg. P. P. Strasser. 

1713. Gyrocephalus rufus. 

Bref. 

b) Austria inferior: ad terram prope Purkersdorf in silva «Wiener Wald», 
m. Oct. leg. F. de Höhnel. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 207 



Ich habe nachgewiesen, daß obiger Pilz nach den Nomenklaturregeln G. hel- 
velloides (Fr.) Keißl. zu beißen hat (vgl. Beih. Botan. Centralbl., Bd. 3o/2 [19 14], 
p. 461). Keißler. 

1835. Ramularia variabilis. 

Fuck. 

b) Austria inferior: ad folia viva Verbasci Thapsiis L. in monte Brunnberg 
(Leithugebirge) prope Mannersdorf, m. Jun. leg. C. de Keißler. 

2102. Puccinia Buxi. 

De Cand. et Lam. 

b) Helvetia (Cant. Tessin): ad folia viva Biixi sempervirentis L. in monte 
San Bernardo prope Lugano leg. H. Schinz. 

Algae (Decas 35). 

2331. Phycopeltis irregularis. 

Schmidle in Hedwigia, Bd. 36 (1897), p. 2S1, tab. VI, tig. 6; tab. VIII, rig. 4, 6, 
9; tab. IX, hg. 7— 13; vgl. Wille in Engl. u. Prantl, Nat. Pflanzenfam., Nachtr. i 

zu I, 2 (1911), p. 95- 

Svn.: Ph. epiphyton Millardet in Mem. Soc. bist, natur. Straßburg, tom. VI, 2 
(1870)," p. 48, tig. 29—35; Schmidle, Algolog. Notiz X in Kneucker, Allgem. botan. 
Zeitschr., V (1899), p. 18; De Toni, Syll. Algar., vol. I (1889), p. 14. — Chromo- 
peltis irregularis Reinsch, Contrib. Algar. et Fungor. (1875), p. 73, tab. VII, hg. i. 

Stiria: in caldariis horti botanici Universitatis urbis «Graz» foliis vivis Philo- 
dendri pertiisi (TorneUae fragrantis) insidens. Cum gametangiis, m. Novemb. 

det. B. Schussnig, leg. K. Fritsch et K. Rechinger. 

2332. Enteromorpha marginata. 

J. Ag., Alg. mediter. et adriat. (1842), p, 17; Kuetzing, Spec. Algar (1849), 
p. 480; idem, Tab. Phycolog. (1849), Cent. I, tab. 41, hg. i; J. Ag., Till Algernes 
Systemat. VI. Ulvaceae in Lunds Univers. Aarskrift, tom. XIX (1882), p. 142; 
Hauck, Meeresalgen in Rabenborst, Kryptfl. Deutschi. u. Österr., Bd. III (1884), 
p. 432; De Toni, Syllog. Algar. (1889), vol. I, p. 127. — Syn. Ulva marginata Le 
JoL, Liste des Algues marines de Cherb. (i863), p. 53; Ardissone, Phycolog. Me- 
diterr., pars II in Memor. Soc. crittog. italian. (1887), vol. II, p. 202. 

Istria: in sinu maris «Saline» prope oppidum Rovigno haud procul ab ostio 
«Canale di Leme» ramis Salicorniae fruticosae insidens, m. mart. 

leg. T, Krumbach, det. et comm. V. Schiffner. 

2333. Mesotaenium macrococcum. 

Roy et Bissett, Scott. Desmidiac. (1894), p. 61; W. West et G. S. West, Alga- 
flor. Yorks (1900), p. 41; idem, Monogr. brit. Desmidiac. (1904), vol. I, p.51; De 
Toni, Svllog. Algar. (1889), vol. I, p. 811. — Syn.: M. Braimii De Bary. Über die 
Familie der Konfugaten (1858), p. 74, tab. VII A, hg. 1-8; Kirchner, Alg. Schlesiens 
(1878), p. 134; Walle, Desmidiac. Unit. Stat. Amer. (1884J, p. 3i, tab. 3, hg. 5—9. 



Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



var. micrococcum. 

W. West et G. S. West, Alga-flor Yorks (1900), p. 41; idem, Monogr. brit. 
Desmidiac. (1904), vol. I, p. 52. 

Carniolia: in rupibus irroratis valleculae «Rotweinklamm» prope «Dobrawa», 
m. Junio. det. B. Schussnig, leg. C. de Keißler. 

2334. Sphaerococcus coronopifolius. 

C. Ag., Synops. Algar. (1817), p. 29; idem, Spec. Algar. (1824), p. 291; Grev., 
Algae Britannicae (i83o), p. i38, tab. 15; Harvey, Phycolog. Britannica, vol. I 
(1849), tab. LXI; De Toni, Syllog. Algar. (1900), vol. IV, 2, p. 895. — Syn.: 
Fucus coronopifolius Gooden. et Woodward, Observ. on Brit. Fuci in Transact. Linn. 
societ. (1797), vol. III, p. 185. 

Dalmatia: in mari adriatico prope oppidum «Ragusa». 

leg. Zay, det. T. Reinbold. 

2335. Microcystis flos-aquae. 

Kirchner in Engler u. Prantl, Nat. Pflanzenfam., i. Teil, i. Abteil, a, p. 56, 
fig. 49 N.; De Toni, Syllog. Algar. (1907), vol. V, p. 86. — Polycistis flos-aquae 
Wittr. in Wittrock et Nordstedt, nr. 298; Hansgirg, Prodrom. Algenfl. Böhmen, 
II. Teil (1892), p. 144. 

Austria inferior: Vindobonae, in piscinis hortorum publicorum, m. Junio. 

det. B. Schussnig, leg. K. Rechinger. 

2336. Symploca thermalis. 

Rabenh., Flora Europ. Algar., 11(1865), p. i53; Gomont, Monograph. Nostoc. 
(i88i\ p. 114, tab. II, fig. 15—16; De Toni, Syllog. Algar. (1907), vol. V, p. 807. 

— Sjnnpliyothrix thermalis Kuetz., Phycolog. gener. (1843), p. 200; idem, Spec. 
Algar. (1849), p. 260; idem, Tabul. Phycolog., vol. I (1849), p. 37, tab. 53, fig. IL 

— S.fragilis Kuetz., Spec. Algar. (1849), p. 260. 

Bohemia: in parietibus aqua calidissima irroratis ad thermas «Sprudel» in 
urbe «Karlsbad», m. Septemb. det. B. Schussnig, leg. K. Rechinger. 

2337. Oscillatoria animalis. 

J. Agardh in Flora, Bd. X (1827), p. 632; Gomont in Journ. de Botan., vol. IV 
(1890), p. 356; idem, Monograph. Oscillat. (1893), p. 228, tab. VII, fig. i3; De Toni, 
Syllog. Algar. (1907), vol. V, p. 178. 

Austria inferior: Vindobonae, ad fossas viarum, m. Octob. 

det. B. Schussnig, leg. K. Rechinger. 

2338. Nostoc pruniforme. 

C. Agardh, Dispos. Algar. Suec. (18 10), p. 45; idem, Synopsis Algar. Scandinav. 
(1817), p. 134; idem, Systema Algar. (1824), p 45; Lyngbye H., Tentamen Hydro- 
phycol. Danicae (1819), p. 200, tab. 86, fig. A; De Toni, Syllog. Algar. (1907), 
vol. V, p. 418. — Syn.: Ulva primiformis Linne, Flora Suec. (1755), p. 433. — 
Nosioc coccymelon Kuetz., Tabul. Phycolog., II (185 1), p. 2, tab. 4, fig. III. — A^. 
pruniforme forma maxima et olivacea Rabenhorst, Flora europ. Algar., II (1865), 
p. 168. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 209 



Africa tropica: ditio Uganda, in lacubus inter «Mount Elgon et Nimule». 

det. B. Schussnig, leg. R. Kmuncke. 

Glaspräparate. 
233g. Scenedesmus quadricauda. 

Breb., Alg. Falaise in Mcmoir. de la Soc. Acad. de Falaise, vol. III (1S55), 
p. 66; Ralfs, Brit. Desmid. (1848), p. 190, tab. XXXI, fig. 12; Hansgirg, Prodrom. 
Algenfl. Böhm. (1886), p. 115, tig. 62; De Toni, Syllog. Algar., vol. I (1889), p. 565. 

var. genuinus. 

Kirchner, Algenfl. v. Schles. (1878), p. 98; Hansgirg, 1. c; De Toni, 1. c, 
p. 566. 

Austria inferior: Vindobonae (Meidling) in aquis stagnantibus, m. Junio. 

leg. et praep. J. Schüler. 

2340. Desmidium cylindricum. 

Greville, Scottish cryptogam. Fl., vol. V (1829), tab. 298; Kirchner, Algenfl. 
V. Schles. (1878), p. i3o; Cooke, Brit. Desmid. (1887), p. 10, tab. IV, fig. 2; Wolle, 
Desmids of Unit. Stat. (1889), p. 25, tab. III, fig. 1—4; Hansgirg, Prodr. Algenfl. 
Böhm. (1886), p. 172, nr. 3o2, fig. io3; De Toni, Syllog. Algar., vol. I (1889), 
p. 783. 

Carinthia: in fossis pratorum turfosorum prope oppidum «Millstatt», m. Aug. 

leg. J. Lütkemüller et Pfeiffer de Wellheim, 
praep, Pfeiffer de Wellheim. 
Präparation: Venetianischer Terpentin, Eisenkarmin und Magdalarot. 

Addenda. 
228b. Gloeocapsa alpina. 

Brand. 

Salisburgia: in cortice arborum aqua madefactis ad torrentes «GoUmger 
Wasserfall», m. Junio det. B. Schussnig, leg. C. de Keißler. 

741 f. Bangia atropurpurea. 

C. A. Agardh. 

Tirolia: lapidibus insidens in fluvio «Inn» prope urbem «Innsbruck». 

leg. A. de Kerner, comm. Institut, botan. Universitatis. 
Die hier angegebenen Exemplare sind Originalexemplare der Bangia ferru- 
ginea A. Kerner, 

Vgl, Rabenhorst, Algen Europas, Exsicc. Nr. 1797. 

i2iob. Trentepohlia lagenifera. 

Wille. 

Austria inferior: in foliis vivis Anthwii Warrocqiieani in caldariis horti bo- 
tanici Universitatis Vindobonensis culti. det. B. Schussnig, leg. K. Rechinger 



210 Botanische Abteilung des k. k. naturhislorischen Hofmuseums. 



1744b. Zygogonium ericetorum. 

Kütz. 

var. terrestre. 

Kirchner. 

Austria inferior: in terra madida argillacea in silvis caeduis prope «Preß- 
baum». det. J. Wille, leg. L. et K. Rechinger. 

Zygogonium ericetorum Kütz. wird jetzt zur Gattung Zj'gnema gestellt. Vgl. 
G. S. West und Starkey, C. B. in «New Phytologist», vol. XIV, p. 194 ff. 

Lichenes (Decades 59 — 61). 

2341. Polyblastiopsis acuminans. 

Lettau in Hedwigia, vol. LII, 19 12, p. io3; Sandst. in Abhandl. naturw. 
Verein. Bremen, vol. XXI, 1912, p. 26; Lindau, Die Flechten, I9i3, p. 28. — Verru- 
caria acuminans Nyl., Sertum Lieh. Tropic. Labuan et Singapore, 189 1, p. 45. — 
Polyblastia acuminans Hult. in Bihang. tili kgl. Svensk. Vetensk.-Akad. Handl., 
vol. XXVI, afd. III, nr. 3, 1900, p. 84. 

Carinthia: ad ramulos Pini sylvestris prope Gurlitsch ad lacum «Wörther 
See». leg. J. Steiner. 

2342. Coriscium viride. 

Wainio, Etud. Lieh. Bresil, vol. II, 1890, p. 188; A. Zahlbr. apud Engler u. 
Prantl, Natürl. Pflanzenfam., I. Teil, Abt. i*, 1903, p. 77; A. L. Smith, Monogr. 
Brit. Lieh., vol. II, 191 1, p. 264, tab. 35. — Endocarpon viride Ach., Lichenogr. 
Univers., 1810, p. 390 et Synops. Lieh., 1814, p. 100. — Endocarpon laetevirens 
Tayl. apud Mack., Flora Hibernica, vol. II, i836, p. loi; Leight., Brit. Spec. Angio- 
carp. Lieh., 185 1, p. 12 et 71. — Normandina viridis Nyl. in Memoir, Soc. Imp. 
Seiene. Nat. Cherbourg, vol. III, 1855, p. 191 et Expos. Synopt. Pyrenoearp., 1858, 
p. 11; Oliv., Expos. Lieh. Ouest France, vol. II, 1902, p. 228. — Lenormandia viridis 
Arn. in Flora, vol. XLII, 1861, p. 535; Stein apud Cohn, Kryptfl. von Schlesien, 
vol. II, 2. Hälfte, 1879, p, 97. ■ — Normandina laetevirens Nyl., Lieh, Scandin., 1861, 
p. 264; Hazsl., Magy. Birod. Zuzmo-FIor., 1884, p. 79. — Lenormandia laetevirens 
Jatta, Sylloge Lieh. Ital., 1900, p. 160 et in Flora Ital. Cryptog., pars. III, 191 1, 
p. 787. 

a) Germania (Oldenburg): ad terram paludosam in turfosis dictis «Ostermoor» 
prope Zwisehenahn. leg H. Sandstede. 

b) Suecia: Lapponia torneoensis, paroch. Karesunado, in turfosis aprieis infra 
montem Santso, ea. 620 m. s. m. leg. G. Läng. 

2343. Cyphelium tigillare. 

Ach. in Kgl. Vetens. Akad. Nya Handl., 18 15, p. 266; Th. Fr. in Nova Acta 
Reg. Soc. Scient. Upsal., ser. 3, vol. III, 1861, p. 345; Herre in Proeeed. W^ashington 
Acad. Scienc., vol. XII, 1910, p. 5g; Sandst. in Abhandl. naturw. Verein. Bremen, 
vol. XXI, 191 2, p. 38. — Liehen tigillaris Ach., Lichenogr. Suec. Prodrom., 1798, 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 211 

p. 67; Sm. et Sowerh., Engl. Botan., vol. XXII, 1906, tab. i83o. — Caliciiim tigil- 
lare Pers. in Annal. der Wetter. Gesellsch., vol. II, 181 1, p. 14; Ach., Synops. Lieh., 
1814, p. 55; Schaer., Enumer. Critic. Lieh. Europ., 1850, p. 165, tah. VI, fig. i; 
Fries, Lichenogr. Europ. Reform., i83i, p. 400; Hepp, Flecht. Eur., no. 15g; Linds. 
in Transact. Linn. Soc. London, vol. XXVIII, 1872, p. 3o2, tab. XV, tig. 36. — 
Acoliinn tigillare A. Grav, A Natur. Arrang. Brit. Plants, vol. I, 1821, p. 482; Mass., 
Memor. Lichenogr., 1853, p. 150, fig. 179; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 3o3 
et Parerg. Lieh., 1861, p. 286; Arn. in Flora, vol. LXMI, 1884, p. 664; Reinke in 
Pringsheim, Jahrbuch, f. wiss. Botan., vol. XXVIII, 1895, p. 77, tig. 12; Schneid., 
Texthook Gener. Lichenolog., 1897, p. 116, tab. VIII. — Trachylia tigillaris Fries, 
Corpus Florar. Provine. Suec, vol. I, 1835, p. 282; Nyl., Monogr. Calic, 1857, 
p. 29 et Synops. Lieh., vol. I, 1860, p. 165, tab. V, tig. 29; Cromb., Monogr. Lieh. 
Brit., vol. I, 1894, p. loi, tig. 27. 

Austria inferior: ad sepium asseres prope Dreistätten infra montem «Hohe 
Wand», ca. 500 m. s. m. leg. J. Baum gart ner. 

2344. Sphaerophorus fragilis. 

Pers. in Neue Annal. der Botan., i. Stück, 1794, p. 23; Ach., Method. Lieh., 
i8o3, p. i35 et Lichenogr. Univers., 1810, p. 585; Sm. et Sowerb., Engl. Botan., 
vol. XXX\', 1913, tab. 2474; Schaer., Enumerat. Critic. Lieh. Europ., 1850, p. 176; 
Dietrich, Deutsehl. Krvptog.-Gewächse, 4. Abt., 1846, p. 72, tab. 174; Mass., Memor. 
Lichenogr., 1853, p. 72; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 51; Nyl., Synops. 
Lieh., 1860, p. 172, tab. V, tig. 45; Linds. in Transact. Roy. Soc. Edinburgh, 
vol. XXII, 185g, p. 149, tab. VI, fig. 52; Schwend. in Naegeli, Beitr. z. wiss. Botan., 
2. Heft, 1860, tab. ^', fig. 14 et tab. M, fig. i; Stein apud Cohn, Kryptfl. v. 
Schlesien, vol. II, 2. Hälfte, 1879, p. 61; Cromb., Monogr. Lieh. Brit., vol. I, 1894, 
p. 106; Reinke in Pringsheim, Jahrbuch, f. wiss. Botan., vol. XXVIII, 1895, p. 82, 
fig. 18, II; Harm., Lieh, de France, fasc. 2, 1905, p. 166, tab. VIII, fig. g; Jatta in 
Flora Ital. Crvptog., pars III, 1909, p. 116. — Liehen fragilis Linn., Spee. Plant., 
1753, p. 1154; \\"ulf. apud Jaequin, Miscell. Austriaca, vol. II, 1781, p. 92, tab. X. 
— Liehen elatior Web., Spicil. Flor. Goetting., 1778, p. 206. — Sphaerophorum 
sterile Gärtner, Mever et Scherbius, Oekonom. -technisch. Flora derWetterau, vol. III, 
1801, p. 228. — Sphaerophorus caespitosus DC. apud Lam. et DC, Flor. Franc,, 
edit, 3., vol. II, 1805, p. 327. — Sphaerophoron coralloides var. caespitosiim Turn., 
Specim. Lichenogr. Brit., 1839, p. iii. — Sphaerophoron eoralloides \ar. fragile 
Mudd, Manual Brit. Lieh., 1861, p. 264. — Sphaerophoron fragile var. caespitosiim 
Branth et Rostr. in Botan. Tidsskrift, vol. III, i86g, p. 261. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Jukkasjärvi, supra saxa majora in alpe 
Nulja. . leg. G. Läng 

2345. Sphaerophorus globosus. 

Wainio in Result. Voyage S.V. Belgiea, Botan., igoS, p. 35; Herre in Proceed. 
Washingt. Acad. Scienc, vol. VII, igo6, p. 3g3 et vol. XII, igio, p. 63. — Liehen 
globosus Huds., Flora Anglica, 1762, p. 460. — Liehen globiferus Linn., Mantissa 
I, 1767, p. i33; Sm. et Sowerb., Engl. Botan., vol. II, i7g3, tab. 115. — Sphaero- 
phorus eoralloides Pers. in Neue Annal. der Botan., i. Stück, i7g4, p. 23; Ach., 
Lichenogr. Univers., iSio, p. 5S5, tab. XII, fig. 5; Hoppe apud Sturm, Deutsehl. 



Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



Flora, IL Abt., 8. Heft, 1805, p. 16, tab. XXIV, 7; Schaer., Enumer. Critic. Liehen. 
Europ., 1850, p. 177, tab. VI, tig. i; TuL in Annal. Scienc. Nat., Botan., ser. 3., 
voL XVII, 1852, p. 209, tab. XV, tig. 1—4; Hepp, Flecht. Europ., no. 217; Körb., 
Syst. Lieh. German., 1855, p. 52 et Parerg. Lieh., 1859, p. 22; Nyl., Synops. Lieh., 
vol. I, 1860, p. 171, tab. V, fig. 46; Sehwend. in Naegeli, Beitr. zur wiss. Botan., 
2. Heft, 1860, tab. V, tig. 15 — 16; Stein apud Cohn, Kryptfl. von Sehlesien, vol. II, 
2. Hälfte, 1879, p. 61; Oliv., Expos. Lieh. Ouest Franee, vol. II, igoS, p. 3oo; 
Reinke in Pringsheim, Jahrb. f. wiss. Botan., vol. XXVIII, 1895, p. 82, tig. 18, III et 
vol. XXIX, 1896, hg. 199; Harm., Lieh, de Franee, fase. 2, 1905, p. 165, tab. VIII, 
hg. I, a — e; Lynge in Bergens Museums Aarbog, 19 10, no. 9, p. 18, tab. VI, fig. 6. 
Sphaerophorus globiferus DG. apud Lam. et DG., Flor. Franc., edit. 3, vol. II, i8o5, 
p_ 327. — Sphaerophoriim coralloides var. laxiim Turn., Speeim. Liehenogr, Brit., 
1839, p. HO. — Sphaerophoron fragile var. coralloides Branth et Rostr. in Botan. 
Tidsskrift, vol. III, 1869, p. 261. 

Litorale austriacum: in ditione «Smreeje» silvae «Ternovaner Wald» prope 
Görz, ea. 1000 m. s. m., ad truneos Abietinn vetustos. leg. G. Loitlesberger. 

2346. Leptogium lichenoides var. pulvinatum. 

A. Zahlbr. — Collema pulvinatum Hotfm., Deutsehl. Flora, 1796, p. 104. — 
Pannelia lacera var. pulvinata Aeh., Method. Lieh., i8o3, p. 226. — Collema 
lacerum xd^v. pulvinatum Aeh., Liehenogr. Univers., 1810, p. 568 et Synops, Lieh., 
1814, p. 327. — Leptogium lacerum var. pulvinatum Mont. apud Webh, Hist. Natur, 
lies Ganar., vol. III, part. 2, 1840, p. 129; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 418; 
Nyl., Synops. Lieh., vol. I, 1858, p. 18; Th. Fr. in Nova Acta Reg. Soe. Scient. 
Upsal., ser. 3, vol. III, 186 1, p. 383; Leight., Lieh. Flora Great Brit., 1871, p. 33 
et edit. 3., 1879, p. 28; Stein apud Gohn, Kryptfl. von Schlesien, vol. II, 2. Hälfte, 
1879, p. 366; Hazsl., Magy. Birod. Zuzmö-Flor., 1884, p. 294; Harm, in Bull. Soe. 
Seiene. Nancy, ser. 2., vol. XXIX (1894), 1895, p. 107; Jatta in Flora Ital. Gryptog., 
pars III, 1909, p. 106; Fink in Gontrib. U. S. Nation. Herbarium, vol. XIV, 19 10, 
p. 140. — Collema atrocoeruleum v-dv. pulvinatum Rabh., Deutsehl. Kryptfl., vol. II, 
1845, p. 49. — Leptogium atrocoeruleum var. pulvinatum Beltram., Liehen. Bassan., 
1858, p. 3o; Arn. in Flora, vol. LXVIII, 1885, p. 212. — Leptogium pulvinatum 
Gromb., Monogr. Lieh. Brit., vol. I, 1894, p. 70. — Leptogium scotinum var. pul- 
vinatum Harm., Lieh, de France, fasc. i, 1905, p. 115. 

Austria superior: ad cortieem truneorum Mali prope Hallstatt. 

leg. O. Stapf. 

2347. Lobaria linita. 

Rabh., Deutsehl. Kryptfl., vol. II, 1845, p. 65; Wainio, Etud. Lieh. Bresil, 
vol. I, 1890, p. 194; A. Zahlbr. apud Engler u. Prantl, Natürl. Pflanzenfam. I. Teil, 
Abt. I*, 1906, p. 188, fig. 100, G— H; Jatta in Flora Ital. Gryptog., pars III, 190g, 
p. 196; Harm., Lieh, de France, fase. IV, 1910, p. 712, tab. XVIII, fig. 5; Lindau, 
Die Flechten, I9i3, p. 152. — Sticta linita Ach., Synops. Lieh., 1814, p. 234; 
Delise, Hist. Lieh., Sticta, 1822, p. 145, tab. XVIII, fig. 65; Schaer., Enum. Gritic. 
Lieh. Europ., 1850, p. 3o; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 67; Hepp, Flecht. 
Eur., no. 368; Nyl., Synops. Lieh., vol. I, 1860, p. 353; Th. Fr. in Nova Acta Reg. 
Soe. Seient. Upsal., ser. 3, vol. III, 1861, p. 150; Sehwend. in Naegeli, Beiträge zur 
wiss. Botan., 3. Heft, i863, p. 172; Stein apud Gohn, Kryptfl. von Sehlesien, vol. II, 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 21 3 

2. Hälfte, 1879, p. 67; Hazsl., Magy. Birod. Zuzmö-Flor., 1884, p. 60; Stitzbgr. 
in Flora, vol. LXXXI, 1895, p. ii3; Glück in Verhandl. naturhist.-medizin. ^'erein. 
Heidelberg, Neue Folge, vol. VI, 1899, p. 150 et 214, tab. II, rtg. 26 — 29 et tab. III, 
tig. 3i — 32. — Sticta pulmonacea var. linita Borv, Expedit. Scientif. Moree, vol. III, 
2. part., iS32, p, 3io. — Ricasolia linita Trevis., Lichenotheca Veneta, i86g, 
no. 75. — Sticta piilmonaria var. linita Tuck., Synops. North Americ. Lieh., vol. I, 
1882, p. 96. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Jukkasjärvi, in ripa tiuminis Torne alf, 
locis vere inundatis inter lacus Jakajärvi et Alajärvi, ca. 340 m. s. m. 

leg. G. Läng. 

2348. Peltigera scabrosa. 

Th. Fr. in Nova Acta Reg. Soc. Scient. Upsal., ser. 3, vol. III, 1861, p. 145; 
Linds. in Transact. Linn. Soc. London, vol. XXVII, 1869, p. 326, tab. XLVIII, 
hg. 25; Hue in Bull. Soc. Botan. France, vol. XXXV, 1888, p. 45 et in Nouv. Archiv, 
du Museum, ser. 3, vol. II, 1890, p. 3 11; Cromb., Monogr. Lieh. Brit., vol. I, 1894, 
p. 290; Wainio in Arkiv för Botan., vol. VIII, no. 4, 1909, p. 91; Jatta in Flora 
Ital. Cryptog., pars III, 1909, p. 189; Harm., Lieh, de France, fasc. 4, 1910, p. 671; 
Lynge in Bergens Museums Aarbog, 19 10, no. 9, p. 108; Elenk. in Acta Horti Pe- 
tropolit., vol. XXXI, 1912, p. 259; Lindau, Die Flechten, 1913, p. 158. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Jukkasjärvi, in betuleto infra montem 
Luossavaara, in regione subalpina, ca. 520 m. s. m. leg. G. Läng. 

2349. Lecidea arctica. 

Somrft., Suppl. Flor. Lappon., 1826, p. 156; Fries, Lichenogr. Europ. Reform., 
i83i, p. 342; Rabh., Deutschi. Kryptfl., vol. II, 1845, p. 77; Schaer., Enumer. Critic. 
Lieh. Europ., 1850, p. 135; Mass., Ricerch., Auton. Lieh., 1S52, p. 76, fig. 152; 
Mudd, Manual Brit. Lieh., 1861, p. 200; Nyl., Lieh. Scandin., i86i, p. 220; Th. 
Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 1874, p. 540; Jatta in Flora Ital., Cryptog., pars III, 
ig II, p. 616; Elenk., Lieh. Flor. Ross. Mediae, fasc. 3 — 4, 191 1, p. 4-i3; A. L. Smith, 
Monogr. Brit. Lieh., vol. II, 191 1, p. 61; Lindau, Die Flechten, 1913, p. 65. — 
Lecidea sabiiletoriim var. geochroa Wahlbg., Flora Lappon., 18 12, p. 470 (pr. 
min. p.). — Lecidea caesioatra Schaer. in Naturw. Anzeiger der allgem. Schweizer. 
Gesellsch. für die ges. Naturw., vol. II, 18 18, p. 10, not. — Lecidella arctica Körb., 
Syst. Lieh. German., 1855, p. 243 et Parerg. Lieh., 1861, p. 214; Stein apud Cohn, 
Kryptfl. von Schlesien, vol. II, 2. Hälfte, 1879, p. 246; HazsL, Magy. Birod. Zuzmö- 
Flor., 1884, p. 194; Sydow, Die Flecht. Deutschi., 1887, p. 214. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Karesuando, supra saxa in latere montis 
Harrivaara, ca. 750 m. s. m. leg. G. Läng. 

2350. Lecidea (sect. Biatora) albohyalina. 

Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 1874, p. 43 1; Nyl. in Bull. Soc. Linn. 
Normand., ser. 4, vol. I, 1887, p. 260; Oliv., Tabl. Analyt. et Dichotom., 1881, 
p. 33; Hue in Revue de Botan., vol. V, 1S86— 1887, p. loi; Hedl. in Bihang tili 
Kgl. Svensk. Vetensk.-Akad. Hand!., vol. XVIII, afd. III, no. 3, 1892, p. 68; Wainio 
in Termeszetr. Füzetek, vol. XXII, 1899, p. 32 1; A. L. Smith, Monogr. Brit. Lieh., 
vol. II, 191 1, p. 39. — Lecidea anomala var. albohyalina Nyl., Lieh. Scandin., 1861, 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, 191Ü. 15 



51^ Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 

p. 2o3. — Biatora albohyalina Bagl. et Gar. in Atti Soc. Crittogamolog. Ital., vol. II, 
1881, p. 3o6; Arn. in Flora, vol. LXVII, 1884, p. 429; Sydow, Die Flecht, Deutschi., 
1887, p. 172; Elenk., Lieh. Flor. Ross. Mediae, fasc. 3 — 4, p. 370; Jatta in Flora 
Ital. Cryptog., pars III, 191 1, p. 528. 

Fennia: Tavastia australis, supra ramulos desiccatos Juniperi communis in 
pineto juxta viam ad Evo. leg. G. Läng. 

2351. Lecidea (sect. Biatora) albohyalina f. roseola. 

Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 1874, p. 432. 

Fennia: Tavastia australis, ad corticem desiccatum Sorbi aucupariae prope 
Evo. leg. G. Läng. 

2352. Lecidea (sect. Biatora) cinnabarina. 

Somrft. in Kgl. Vetensk. Akad. Handl., 1823, p. 114 et Suppl. Flor. Lappon., 
1826, p. 170; Schaer., Enumer. Grit. Lieh. Europ., 1850, p. 142; Nyl., Lieh. Scandin., 
1861, p. 194; Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 1874, p. 422; Oliv., Tabl. Analyt. 
et Dichotom., 1881, p. 27. — Patellaria cinnabaj'ina Sprgl., Syst. Veget., vol. IV, 
pars I, 1827, p. 267. — Biatora cinnabarina Fries, Lichenogr. Europ. Reform., r83i, 
p. 266; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 206; Hepp, Flecht. Europ., no. 485; 
Stein apud Gohn, Kryptfl. von Schlesien, vol. II, 2. Hälfte, 1879, p. 201; HazsL, 
Magy. Birod. Zuzmö-Flor., 1884, p. 165; Sydow, Die Flecht. Deutschi., 1887, p. 169; 
Tuek., Synops. North Americ. Lieh., vol. II, 1888, p. 21; Boist., Nouv. Flore Lieh., 
2. part., igo3, p. 201; Jatta in Flora Ital., Crvpt., pars III, 1911, p. 525; Lindau, 
Die Flechten, igi3, p. 79 et 80. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Karesuando, supra corticem Juniperi com- 
munis in svivis minus densis ad montem Ponnikko, ca. 370 m. s. m. 

leg. G. Läng. 

2353. Bacidia atrosanguinea var. affinis. 

Bausch in Verhandl. naturw. Verein. Garlsruhe, vol. IV, iS6g, p. 102; Arn. in 
Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. Wien, vol. XXI, 1871, p. 11 28, 1140 et 1141, 
vol XXIII, 1873, p. 519, vol. XXVII, 1877, p. 544 et in Flora, vol. LXVII, 1884, 
p. 582; Lettau in Hedwigia, vol. LH, 1912, p. 129. — Secoliga atrosanguinea var. 
affinis Stzbgr. in Nova Acta Acad. Leopoldin.-Garolin., i863, no. III, p. 18, tab. I, 
hg. 3. — Bacidia affinis Kulh. apud Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 1874, 
p. 356 (non Hampe). — Lecidea atrosanguinea var. affinis Wainio in Meddel. Soc. 
Fauna et Flora Fennica, vol. X, i883, p. 17. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Karesuando, supra corticem desiccatum 
Populi tremulae in latere montis Luspavaara, in regione sylvatica. 

leg. G. Läng, 

2354- Cladonia rangiferina f. stygia. 

Fries; Wainio, Monogr. Ciadon. Univers., vol. I, 1887, p. 16. 
Germania (Thüringen): ad saxa porphyrica prope Oberhof. 

leg. F. Hillmann. 

2355- Cladonia rangiformis var. muricata. 

(Del.) Arn.; Wainio, Monogr. Ciadon. ünivers., vol. I, 1887, p. 369 et vol. III, 
1898, p. 236. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas>. Cent. XXIV. 215 

Hungaria: territorium urbis Fiume, prope Fiume, solo calcarea. 

leg. J. Schul er. 

2356. Cladonia alpicola. 

(Fw.) \\'ainio, Monogr. Ciadon. Univers., vol. II, 1894, p. 58 et vol. III, 
1898, p. 24g. 

Fennia: Tavastia australis, supra saxa erratica in svlva prope Evo. 

leg. G. Läng. 

2357. Cladonia gracilis f. pleurocarpa. 

Sandst. nov. f. 

In latere podetiorum et in superficia squamorum adsunt pycnides numerosae 
immixtis apotheciis increbris. 

Germania: Ostfriesland, in sylvis prope Hesel. leg. H. Sandstede. 

2358. Pertusaria panyrga. 

Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 187 1, p. 3o8 (ubi synon.); Oliv., Tabl. 
Analyt. et Dichotom., 1881, p. 21 et in Bull. Geogr. Botan., annee 22, 19 12, p. 195 
et ig8; Tuck., Synops. North Americ. Lieh., vol. I, 1882, p. 212. — Urceolaria 
panjn'ga Ach., Method. Lieh., i8o3, p. 146, tab. IV, fig. 2 et Lichenogr. Ünivers., 
1810, p. 335. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Karesuando, in terra aprica prope Nai- 
makka, ca. 475 m. s. m. leg. G. Läng. 

2359. Lecanora leptacina. 

Somrft., Suppl. Flor. Lappon., 1826, p. 96 et in Norske Vidensk. Skrifter, 
vol. II, 2. H., 1827, p. 59; Körb., Svst. Lieh. German., 1855, p. 148 et Parerg. Lieh., 
1859, p. 86; Stein apud Cohn, Cryptfl. von Schlesien, vol II, 2. Hälfte, 1879, 
p. i38; Sydow, Die Flechten Deutschi., 1887, p. ii3; Hedl. in Bihang tili Kgl. 
Svensk. Vetensk.-Akad. Handl., vol. XVIII, afd. III, no. 3, 1892, p. 35; Jatta in 
Flora Ital. Cryptog., pars III, 19 10, p. 315. — Pannelia varia var. leptacina Fries, 
Lichenogr. Europ. Reform., i83i, p. 157. ■ — Lecanora varia var. leptacina Th. Fr. 
in Acta Reg. Soc. Scient. UpsaL, ser. 3., vol. III, 1861, p. 109 et Lichenogr. Scandin., 
vol. I, 1871, p. 260. — Lecanora polytropa subspec. intricata var. leptacina Cromb., 
Monogr. Lieh. Brit., vol. I, 1894, p. 439. 

Suecia: Lapponia torneoensis, par. Jukkasjärvi, supra Andreas in rupe minus 
declivi, saepe irrigata in monte Kattarak, ca. 650 m. s. m. leg. G. Läng. 

2360. Parmelia centrifuga. 

Ach., Method. Lieh., i8o3, p. 206 et Lichenogr. Univers., 18 10, p. 71; Nyl., 
Synops. Lieh., vol. I, 1860, p. 393 et Lieh. Scandin., 1861, p. loi; Th. Fr., Li- 
chenogr. Scandin., vol. I, 1871, p. 128; Tuck., Synops. North Americ. Lieh., vol. 1, 
1882, p. 65; A. Zahlbr. apud Engler u. Prantl, Natürl. Pflanzenfam., I. Teil, Abt, I*, 
1906, p 211, fig. HO, A — B; Fink in Contrib. U S. Nation. Herbarium, vol. XIV, 
1910, p. 199; Harm., Lieh, de France, fasc. IV, 1910, p. 522; Lynge in Bergens Mu- 
seums Aarbog, 19 10, no. 9, 9. 94, tab. V, fig. i. — Liehen centrifiigiis Linn,, Spec. 
Plant., 1753, p. 1142. — Imbricaria centrifuga DG. apud Lam, et DG., Flor. Franc., 
edit. 3., vol. II, 1805, p. 188; Körb., Syst. Lieh. German., 1855, p. 82. 



2 1 6 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



a) Norvegia australis: Langen prope urbem Rorös, ad truncos Pini sylvestris, 
ca. 690 m. s. m. leg. B. Lynge. 

b) Fennia: Tavastia australis, supra saxa erratica loco aprico prope pagum 
Iso-Evo. leg. G. Läng. 

2361. Parmelia omphalodes. 

Ach., Method. Lieh., i8o3, p. 204 et Lichenogr. Univers., 18 10, p. 469; Cromb., 
Monogr. Lieh. Brit., vol. I, 1894, p. 248; NyL, Lieh. Envir. Paris, 1896, p. 37; 
Oliv., Expos. Lieh. Ouest France, vol. I, 1897, p. 125; Boist., Nouv. Flore Lieh., 
2. part., 1903, p. 68; Elenk., Lieh. Flor. Ross. Mediae, fase. I, 1906, p. iSg; Kosend, 
in Nova Acta Aead. Leopoldin.-Carolin., vol. LXXXVII, 1907, tab. XXVI, fig. i3; 
Lindau, Die Flechten, 191 3, p. 191. — Liehen omphalodes Linn., Spec. Plant., 
1753, p. 1143. 

Norvegia australis, ad rupes maritimas prope Lyngor. leg. B. Lynge. 

2362. Parmelia laciniatula. 

A. Zahlbr. — Pannelia exasperatula f. laevigatiila Nyl. apud Gasilien in Act. 
Soc. Linn. Bordeaux, vol. LIII, 1898, p. 63. — Pannelia laevigatiila Parrique in Act. 
Soe. Linn. Bordeaux, vol. LXI, 1906, p. 146 (non NyL); Harm., Lieh, de France, 
fasc. IV, 1909, p. 546, tab. XIII, fig. 15. — Parmelia exasperatula var. laciniatula 
Flagey apud Oliv, in Revue de Botan., vol. XII, 1894, p. 69; Oliv, in Memoir. Soc. 
Nation. Scienc. Natur. Cherbourg, vol. XXXVI, 1907, p. 195. 

Germania: Thüringen, prope Oberhof, ad truncos Acerum secus viam pu- 
blicam. leg. J. Hillmann. 

2363. Parmelia acetabulum. 

Duby, Botanie. Gallic, vol. II, i83o, p. 601; Fries, Lichenogr. Europ. Reform., 
i83i, p. 65; Rabh., Deutschi. Kryptfl., vol. II, 1845, p. 58; Dietrich, Deutsehl. 
Kryptog.-Gewächse, 4. Abt., 1846, p. 108, tab. 259; Sehaer., Enumer. Critic. Lieh. 
Europ., 1850, p. 35; Speerseh. in Botan. Zeitung, vol. XII, 1854, tab, XII; Linds. 
in Transact. Roy. Soe. Edinburgh, vol. XXII, 1859, p. 234, tab. XI, fig. 16—19; 
Nyl., Synops. Lieh., vol. I, 1860, p. 394; Th. Fr., Lichenogr. Scandin., vol. I, 187 1, 
p. 121; Leight, Lieh.-Flora Great Brit., 1871, p. i36; Sydow, Die Flechten Deutsehl., 
1887, p. 42; Reinke in Pringsheim, Jahrb. für wiss. Botan., vol. XXVIII, 1895, 
p. 383, fig. loi, I et fig. 104, I; Harm, in Bull. Soc. Scienc. Nancy, ser. 2, 
vol. XXXI (1896), 1897, p. 227, tab. XI, fig. 15 et Lieh, de France, fase. IV, 1910, 
p. 571; Oliv,, Expos. Lieh. Ouest, vol. I, 1897, p. 127; Glück in Verhandl. naturhist.- 
medizin. Verein. Heidelberg, neue Folge, vol. VI, 1899, p. 142, fig. 34 et tab. II, 
fig. 20 et 24; Elenk,, Lieh, Flor, Ross. Mediae, fasc. I, 1906, p. 146; Jatta in Flora 
Ital. Cryptog., pars III, 1909, p. 214; Sandst. in Abhandl. naturw. Verein. Bremen, 
vol. XXI, 1912, p. 198; Lindau, Die Flechten, i9i3, p. 191 et 194, fig. 241. — 
Liehen acetabulum Neck., Delie. Gallo-Belgie., vol. II, 1768, p, 506; Hotfm,, Enumer, 
Lieh., 1784, p. 92, tab. XVIII, fig, 2; Wulf apud Jaequin, Collect, Botan,, vol, III, 
1789, p, 151, tab. IX, fig. I. — Liehen corrugatus Sm. in Transact. Linn. Soe. 
London, vol. I, 1791, p. 83; Ach., Lichenogr. Suec. Prodrom., 1798, p. 122; Sm 
et Sowerb., Engl. Botan., vol, XXIII, 1806, tab. 1652. — Lobaria acetabulum Hoffm., 
Deutsehl. Flora, 1796, p. 147. — Imbricaria acetabulum DG. apud Lam. et DG., 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 217 



Flor. Franc., edit. 3, vol. II, 1805, p. 392; Hepp, Flecht. Europ., no. 865; Arn. in 
Flora, vol. LXVII, 1884, p. 164; Hazsl., iMagy. Birod. Zuzmö-Flor., 1884, p. 65. 
Italia superior: ad truncos arborum prope Valloinhroso. 

leg. A. Caldesi et Marrucci. 

2364. Cetraria islandica f. subtubulosa. 

Fries, Lichenogr. Europ. Reform., i83i, p. 37; Th. Fr., Lichenogr. Scandin., 
vol. I, 1874, p. 98. 

Planta robusta et pallida, congruens cum specimine a cl. Norrlin in Herbar. 
Lieh. Fennic. sub no. 106 edito. 

Columbia: La Vega prope Bogota, ca. 1200 m. s. m. 

leg. Frere Apollinaire, comm. B. de Lesdain. 

2365. Buellia hypopodioides. 

Arn. in Flora, vol. LIII, 1870, p. 479; Stnr. in Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. 
Wien, vol. LVII, 1907, p. 354; B. de Lesd. in Bull. Soc. Bot. France, vol. IV, 1908, 
p. 422. — Lecidea hypopodioides Nyl. in Flora, vol. L, 1871, p. 37.2; Hue in Revue 
de Botan., vol. VI, 1887 — 1888, p. 55. 

Fennia: Tavastia australis, in latere praerupto in monte Lapinkalko prope 
Evo; locus classicus. leg. G. Läng. 

2366. Physcia marina. 

Lynge nov. comb. — Liehen tenelhis Wahlng., Flora Lappon., 181 2, p. 435. 
— Physcia stellaris var. marina E. Nyl. in Notiser ur Sällsk. Faune et Flora Fen- 
nica Förhandl., vol. III, 1857, p. 86. — Physcia stellaris var. subobsciira Nyl. in 
Notiser ur Sällsk. Fauna et Flora Fennica Förhandl., vol. IV, 1858 — 185g, p. 239. 

Norvegia australis: ad saxa maritima prope Lyngör. leg. B. Lynge 

2367. Physcia pulverulenta f. argyphaea. 

Nyl., Lieh. Scandin., 1861, p. 109; Oliv, in Revue de Botan., vol. XII, 1894, 
p. 84 et Expos, Lieh. Ouest France, vol. I, 1897, p. 17g; Cromb., Monogr. Brit. 
Lieh., vol. I, 1894, p. 3o6; Harm, in Bull. Soc. Scienc. Nancy, ser. 2., vol. XXXI 
(1896), 1897, p. 257; Jatta in Flora Ital. Cryptog., pars III, 191 1, p. 911; Sandst. 
in Abhandl. naturw. Verein. Bremen, vol. XXI, 19 12, p. 237, — Parmelia pulveru- 
lenta f. argyphaea Ach., Lichenogr. Ünivers., 18 10, p. 474 et Synops. Lieh., 1814, 
p. 214; Arn. in Flora, vol. LXVII, 1884, p. 171. — Physcia pulverulenta subspec. 
pulverulenta var. argyphaea Boist., Nouv. Flore Lieh., 2. part., 1903, p. 72. 

Carinthia: ad pagum Lees prope Veldes, ad asseres. leg. J. Steiner. 

2368. Caloplaca (sect. Gyalolechia) lactea. 

A. Zahlbr. in Österr. Botan. Zeitschr., vol. LI, 1901, p. 347. — Callopisma 
luteoalbiim var. lacteum Mass., Sched. Critic, VII, 1856, p. i33; Hazsl., Magy. 
Birod. Zuzmö-Flor., 1884, p. io3. — Lecanora lactea Leight., Lieh. -Flora Great. 
Brit., edit. 31879, P- ^9^1 Harm, in Bull. Soc. Scienc. Nancy, ser. 2, vol. XXXII, 
(1897), 1898, p. 898, tab. XV, tig. 43 et Lieh, de France, fasc. V, 1913, p. 861, 
tab. XIX, tig. 4. — Gyalolechia lacta Arn. in Flora, vol. LXVII, 1884, p. 257 et 
Zur Lieh. -Flora München in Bericht. Bayr. Botan. Gesellsch., vol. I, Anhang, 1891, 



Botanische Abteilung des k. k. naturhistorisctien Hofmuseums. 



p. 46; Flagey in Revue Mycolog., vol. XIII, i8gi, p. 114; Stnr. apud Haläcsy in 
Denkschr. d. kais. Akad, d. Wissensch. in Wien, math.-naturw. Klasse, vol. LXI, 
1894, p. 523 et in Verhandl. zool.-bot. Gesellsch. in Wien, vol. LH, 1902, p. 473; 
Fünfst. in Beitr. z. wiss. Botan., vol. I, 1897, p. 171; B. de Lesd., Recherch. Lieh. 
Dunkerque, 1910, p. 137. — Caloplaca hiteoalba var. lactea Oliv., Expos. Lieh. 
Ouest France, vol. I, 1897, p. 244; Mong. in Bull. Acad. Intern. Geogr. Botan., 
vol. X, 1901, p. 119; Boist., Nouv. Flore Lieh., 2. part., igo3, p. 121. 

Hungaria: in ditione Plasse-St.-Nicolä prope Fiume, ca. 100 m. s. m., ad saxa 
calcarea. leg- F- Blechschmidt et J. Schuler. 

2369. Caloplaca (sect. Eucaloplaca) placida var. diffracta. 

Stnr. nov. comb. — Callopisma aiirantiaciim var. diffractum Mass. in Atti I. R. 
Istit. Venet., ser. 2, vol. III, 1852, appendix III, p. 73 in Flora, vol. XXXV, 1852, 
p. 570 et Sched. Critic, VII, 1856, p. i35; Beltram., Liehen. Bassan., 1858, p. 134; 
Arn. in Flora, vol. LXVII, 1884, p. 252. — Caloplaca aurantiaca var. diffracta Lojka 
in Mathem. es Termeszet. Közlem., vol. XII, 1874, p. 100; Jatta in Flora Ital. 
Cryptog., pars III, 1910, p. 379. 

Obige Nomenklatur wird von Steiner an einem anderen Orte begründet werden. 

Hungaria: ad saxa calcarea prope urbem Fiume. leg. J. Schuler. 

2370. Caloplaca (sect. Eucaloplaca) lobulata. 

Oliv,, Expos. Lieh. Ouest France, vol. I, 1897, p. 236 et in Bull. Acad. Intern. 
Geogr. Botan., vol. X, 1901, p. 39; Mong. in Bull. Acad. Intern. Geogr. Botan., 
vol. VIII, 1899, p. 314; Sandst. in Abhandl. naturw. Verein Bremen, vol. XXI, 1912, 
p. 221; Lindau, Die Flechten, 1913, p. 214, 215 et 216. — Lecanora lobulata Flk. 
apud Somrft., Suppl. Flor. Lappon., 1826, p. 87; Th. Fr., Lichenogr. Scandin., 
vol. I, 187 1, p. 171; Nyl., Lieh. Japon., 1890, p. 37; Hue in Journ. de Botan., 
vol. V, 1891, p. 202, in Bull. Soc. Botan. France, vol. XLI, 1894, p. 179 et in Bull. 
Soc. Linn. Normand., ser. 4, vol. VIII, 1894, p. 3i7; Harm, in Bull. Soc. Scienc. 
Nancy, ser. 2, vol. XXXII (1897), 1898, p. 898, tab. XVI, tig. 4 et Lieh, de France, 
fasc. V, 1913, p. 83i. — Gasparrinia murorum* lobulata Sydow, Die Flecht. 
Deutsehl., 1887, p. 75; Nils, in Arkiv för Botan., vol. I, 1903, p. 486. — Caloplaca 
lobulata var. lobulata Boist., Nouv. Flore Lieh., 2. part., 1903, p. 117. — Gaspar- 
rinnia lobulata Mereschk., Enumer. Lieh. Provinc. Baltic., i9i3, p. 21. 

Norvegia australis: ad Lyngör, supra saxa maritima. leg. B. Lynge. 

A d d e n d a : 

1660 b) Leptogium microphyllum. 

(Ach.) Harm. 

Austria superior: prope St. Agatha ad lacum «Hallstätter See», ad corticem 
truncorum Acerum. leg. J. Steiner. 

1958 b) Gyrophora leiocarpa. 

Steud. 

Norvegia australis: Fise prope Ülvik, ad rupes alpium ventosas, ca. 1440 m. s. m. 

leg. B. Lynge. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas>. Cent. XXIV. 2 ig 



Musci (Decades 51 — 53). 

2371. Blasia pusilla, 

Linne, Spec. pL, ed. I, vol. II (1753), p. ii3S; K. Müll, bei Rabenh., Kryptfl. 
V. Deutschi., 2. Aufl., Bd. VI, Abt. I (1908), p. 378. 

Hungaria occidentalis (comit. Poszonyensis): ad latera viae cavae cuiusdam 
in monte «Sauberg» supra Szent-György, solo granitico, ca. 200 m. s. m., m. Aug. 

leg. A. Zahlbruckner. 

2372. Lophozia ventricosa. 

Dum., Rev. Jungerm. (1835), p. 17; K. Müll, bei Rabenh., Krvptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. VI, Abt I (1910), p. 665. — Jungennannia ventricosa Dicks., PL 
Crypt. Brit., Fasz. II (1790), p. 14. 

Bohemia septentrionalis: montes «Elbesandsteingebirge», ad saxa arenaceo- 
lapidosa loci dicti «Edmundsklamm», ca. 150 m, s. m., m. Majo fruct. et cT. 

leg. V. Schiffner. 

2373. Lophocolea bidentata. 

Dum., Recueil. I (1835), p. 17; K. Müll, bei Rabenh., Krvptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. M, Abt. I (igri), p. 797. — Jungennannia bidentata Linne, Spec.pl., 
ed. II (1762), p. 1198. 

Var. ciliata. 

Warnst., Krvptfl. der M. Brandenb., I. (1903), p. 243; K. Müll., 1. c, p. 79g. 
Bavaria: in silva Hohengebrachingensi prope Regensburg, ad Picearum et 
Pinorum pedes et in truncis putridis, ca. 400 m. s. m., m. Majo. 

leg. Ig. Farn il 1er, comm. \. Schiffner. 

2374. Plagiochila ciliata. 

Gottsche in Ann. d. seien, nat., Ser. IV, Tom. VIII (1857), p. 334; Steph., 
Spec. Hep., vol. II (igo6), p. 2g4. 

Insulae Samoanae: Upolu, in rupe humida umbrosa quadam ad L'tumapu, 
sociis Plagiochila aiiriculata Mitt., Lopholejeimea laceriloba Steph., Lopholejeiinea 
pj'vißora Steph., Eiiosmolejeunea trifaria Spruce etc., m. Jun. 

leg. C. et L. Rechinger, det, F. Stephani. 

2375. Plagiochila auriculata. 

Mitt. in Seemann, Flora Vitiensis (1S71), p. 407; Steph., Spec. Hep., vol. II 
(igo6), p. 3g2. 

Insulae Samoanae: Upolu, in rupe humida umbrosa quadam ad Utumapu, 
ni. Jun. leg. C. et L. Rechinger, det. F. Stephani. 

2376. Mastigobryum Didrichsenii. 

Steph., Spec. Hep., vol. III (igo6— igog), p. 45g (nomen novum\ — Masti- 
gobryum Didericianum Gottsche b. Steph. in «Hedwigia», 24. Bd. (1885), p. 24g, 
sec. Steph., Spec. Hep., jedoch jedenfalls exclus. der var. emarginatum Steph. in 



220 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



Hedw., 1. c, welche in den Spec. Hep., vol. III, p. 485 als besondere Art {Masti- 
gobrjaim emarginatian [Steph.] Cook.) angeführt wird. 

Insulae Hawaienses: Mauna Loa, in silva sicca, ad arbores, ca. 1500 m. s. m. 

leg. I. Rock, det. F. Stephani. 

2377. Trichocolea australis. 

Steph., Spec. Hep., vol. IV (190g — 1912), p, 62. 

Insulae Samoanae: Upolu, in monte Lanutoo, ad arbores, m. Jun. 

leg. C. et L. Rechinger, det. F. Stephani. 

Hierher dürfte auch die Trichocolea tomentella in den Ergebn. einer For- 
schungsreise nach den Samoa-Inseln von Dr. K. Rechinger (Denkschr. d. kais. 
Akad. d. Wissensch. in Wien, Bd. LXXXI [1907], p, 292) gehören, wenigstens hat 
Stephani in litt, die dort bezogene Nr. 8205 nunmehr ausdrücklich auch als seine 
7\ australis erklärt. 

2378. Andreaea frigida. 

Hueb., Hepaticol. germ. (1834), p. 805; Limpr. bei Rabenh., Krvptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1885), p. 150; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. I 
(1904), p. 37. 

Hungaria: Magas - Tatra (Tatra Magna), in valle Kistarpataki völgy (KI. 
Kohlbachtal) ad saxa granitica, loco «Seewand» dicto copiose, 1920 m. s. m., 
m. Jul. fruct. leg. J. Györffy. 

2379. Hymenostylium curvirostre. 

Lindb., Europ. Trichost. (1864), p. 23o; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1886), p. 238; Paris, Ind. Briol., ed. 2, vol. II 
(1904), p. 362. — Pottia curvirostris Ehrh., PI. crypt., Nr. 93 et Beitr. I (1787), 
p. 188. — Gj'mnostomum curvirostre Hedw., Descr. musc, II (1789), p. 68, t. 24; 
Jur., Laubmfl. Öst.-Ung. (1882), p. 15. 

Hungaria: Magas-Tatra (Tatra Magna), Alpes Belaenses, in rupibus humidis 
calcareis montis Stierberg, loco «Faixblösse» nominato, 1550 — 1600 m. s. m., m. Jul. 

leg. J. Györffy. 

2380. Hymenostylium curvirostre. 

Lindb. 

Var. microcarpum. 

Bryol. eur., vol. I (1846), t. 36; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. II (1904), p. 363. 

— Gymnostommn microcarpon Bryol. germ., I (1823), p. 161, t. 10. 

a) Salisburgia: Laufen prope Salzburg, fruct. 

leg, A. Progel, comm. A. de Degen. 

b) Helvetia: ad saxa madida prope glaciem Gornergletscher ad Zermatt, 
ca. 1800 m. s. m., m. Jul. fruct. leg. A. Metz 1er, comm. A. de Degen. 

2381. Weisia crispata. 

Jur., Laubmfl. Öst.-Ung. (1882), p. 11; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1886), p. 254; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. V (1906), p. 126. 

— Hjnne?20stomiim crispatum Bryol. germ., I (i823), p. 204, t. 12. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 



Helvetia: Zürich, ad muros, m. Aug. fruct. 

leg. J. Jack, comm. A. de Degen. 

2382. Dicranella rufescens. 

Schimp., Coroll. (1856), p. i3; Limpr. hei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1886), p. 322; Jur., Laubmfl. Öst.-Ung. (1882), p. 35; Paris, 
hid. BryoL, ed. 2, vol. II (1904), p. 16. — Biyiim rufescens Dicks., fasc. III, p. 6, 

t. 8, hg. I (1795). 

Bohemia septentrionalis: ad viarum fossas prope Schluckenau, fruct. 

leg. W. Karl, comm. A. de Degen. 

2383. Dicranum Scottianum. 

Turn., Muse. hib. (1804), p. 75; Limpr. bei Rabenh., Krvptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1886), p. 368; Braithw., Brit. Moosfl., vol. I (1887), p. 157; 
Paris, Ind. BryoL, ed. 2, vol. II (1904), p. 5g. 

Hibernia: ad saxa umbrosa prope Killarnev, m. Jul. pro parte fruct. 

leg. ?, comm. A. de Degen. 

2384. Fissidens osmundoides. 

Hedw., Spec. musc. (1801), p. 153; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1887), p. 448; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. II (1904), 
p. 218. — Dicranum osmundoides Swartz in Act. Holm. (1795), p. 240. 

Italia superior: Locis humidis ad Rivam ^'alsesiae, vere fruct. 

leg. A. Carestia, comm. A. de Degen. 

2385. Trichodon cylindricus. 

Schimp., Coroll. (^1856), p. 36; Jur., Laubmfl. Öst.-L'ng. (1882), p. 86; Limpr. 
bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1887), p. 491; Paris, 
Ind. BrvoL, ed. 2, vol. V (1906), p. 70. — Trichostovnnn cj'lindricum Hedw., Spec 
musc. (1801), p. 107, t. 24. 

Tirolia: in silvarum caeduis montis Kienberg prope Hall, solo argilloso, 
ca. 550 m. s. m., m. Jul. fruct. leg. V. Schiffner. 

2386. Didymodon spadiceus. 

Limpr. bei Rabenhorst, Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. I (1888), 
p. 556; Paris, Ind. BryoL, ed. 2, vol. II (1904), p. 75. — Barbula spadicea Mitt. in 
Journ. of Bot. (1867), p. 326. — Barbula insidiosa Jur. et Milde in Hedw., VIII 
(1869), p. 97; Jur., Laubmfl. Öst.-L'ng. (1882), p. iii. 

Austria inferior: in valle «Helenental» prope Baden, in saxis calcareis, inter- 
dum inundatis ad rivum Schwechat, ca. 250 m. s m., m. Jan. fruct. 

leg. J. Baumgartner. 

2387. Orthotrichum patens. 

Bruch in Brid. BryoL univ., I (1826), p. 787; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. 
Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1890), p. 71; Paris, Ind. BryoL, ed. 2, vol. III 
(1905), p. 337; Warnst, in Kryptfl. Brandenb., II. Bd. (1906), p. 389. 



222 



Botanische Abteilung des k. k. naturhistorisclien Hofmuseums. 



Germania septentrionalis : Beigen prope Bärwalde Neomarchiae, ad Coryli 
corticem, fruct. leg. R. Ruthe, comm. A. de Degen. 

2388. Entosthodon ericetorum. 

Schimp., Coroll. (1856), p. 61; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1891), p. 187; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. II (1904), 
p. 142. — Gymnostomiim ericetorum Bals. et De Not., Pugill. (i832), no. 27. — 
Brjnim obtiisum Dicks., PI. crypt., fasc. II (1790), P- 5, t. 4, flg. 7, sec. Lindb. — 
Funaria obtiisa Lindb. in Not. ur Sälls. Fauna et Flora fenn. Förh. (1870), p. 65; 
Braithw., Brit. Mossfl., vol. 11 (1888— 1895), p. i3i. 

Anglia: Prope Penzance Cornwalliae, m. Jun. fruct. 

leg. W. Curnow, comm. A. de Degen. 

2389. Amblyodon dealbatus. 

P. Beauv., Prodr. (1805), p. 41; Th. Jensen, Bryol. danica (1856), p. 57; Limpr. 
bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1893), p. 5o3; Paris, 
Ind. Bryol., ed. 2, vol. I (1904), p. 14. — Brj'um dealbatiim Dicks., Crypt., fasc. II 
(1790), p. 8, t. 5, flg. 3. 

Dania: ad latera fossarum turfosarum prope Ranum Jütlandiae septentrionalis 
frequens, m. Jul. fruct. leg. Th. Jensen, comm. A. de Degen. 

2390. Antitrichia curtipendula. 

Brid., Mant. musc. (1819), p. i36; Limpr. in Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1894), p. 688; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. I (1904), 
p, cg. — Hjynum curtipcnduliim Linne, Spec. pl., ed. 2, II (1763), p. 1504, 

Albania septentrionalis: planities alta «Vermo§», ca. 1200 m. s. m., m. 

leg. I. Dörfler, det. V. Schiffner. 

2391. Leskea catenulata. 

Mitt., Musc. Ind. or. in Journ. Linn. Soc, III, Suppl. (1859), p. i3o; Limpr. 
bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1895), p. 758. — Pteri- 
gynandrum catenulatum Brid. Musc. rec, II, P. I iiT9^), p. 64, t. 5, flg. 4. — Pseudo- 
leskea catenulata Bryol eur., vol. V (1852), t. 478; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. IV 
(1905), p. 102. 

a) Austria inferior: ad saxa calcarea in pinetis prope Dreistätten infra mon- 
tem «Hohe Wand», ca. 500 m. s. m., m. Mart. leg. J. Baumgartner. 

b) Helvetia: «Geißfluh» et «Wasserfluh» Jurae Argoviensis, ad saxa calcarea 
umbrosa, 900—1000 m. s. m., m. Nov. leg. A. Geheeb, comm. A. de Degen. 

2392. Ptychodium plicatum. 

Schimp., Syn. mus., (1860), p. 527; Limpr. in Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. II (1895), p. 802; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. IV (1905), 
p. 127. — Hjynum plicatum Schleich., PI. crypt. (1805), Cent. IV, no. 27 et Catal., 
ed. III (1815). 

Austria inferior: in regione silvatica superiore montis «Schneeberg», ad saxa 
calcarea copiose, ca. 1500 m. s. m., m. Sept. leg. J. Baumgartner. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV. 223 

2393. Rhynchostegium murale. 

Bryol, eur., vol. V (1852), t. 514; Limpr. bei Rabenh., Krvpttil. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. III (1896), p. 227; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. IV (1905), 
p. 2i3. — Hj'pnum murale Neck., Del. gallo-belg. (1768), p. 479. 

Austria inferior: in valle «Helenental» prope Baden, ad saxa calcarea, 
ca. 250 m. s. m., m. Jan. fruct. leg. J Bauragartner. 

2394. Plagiothecium pulchellum. 

Bryol. eur., vol. V (185 1), t. 497; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl, v. Deutsch]., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. III (1897), p. 276; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. IV (1905), 
p. 28. — Hypniim pulchellum Dicks., Crypt., fasc. II (1790), p. i3, t. 5, flg. 6. 

Tirolia septentrionalis : in valle Isstal prope Hall, in viarum abruptis hu- 
mosis, solo calcareo, ca. i3oo m. s. m., pro parte aliis muscis immixtum, m. Aug. 
fruct. leg. V. Schiffner. 

2395. Drepanocladus pseudofluitans. 

Warnst., Beih. z. Bot. Zentralbl., Bd. XIII (1903), p. 399 u. 405, u. in 
Kryptfl. Brandenb., II. Bd. (igo6), p. 995. — Hypnum aduncum ß) pseudofluitans 
a) paternum Sanio, Comment. de Harpid. eur. (1880), p. 8. — Hypnum pseudo- 
fluitans Klinggr., Leber- und Laub. West- und Ostpr. (1893), p. 273. 

Istria: Insula Veglia, in stagno interdum fere sicco, dicto «Jezero Ponikva» 
valde copiose, 15 m. s. m., m. Mart. leg. C. Loitlesberger. 

2396. Drepanocladus aquaticus. 

\\'arnst. in Kryptfl. Brandenb., II. Bd. (1906), p. ioo3. — Hjynum aduncum 
a) Kneifßi c. aquaticum Sanio, Comment. de Harpid. eur. (1880), p. 7. — Hjpnum 
Kneifßi ß) aquaticum Klinggr., Leber- und Laubm. West- und Ostpr. (1893), p. 272. 

Tirolia septentrionalis: in fossis inter Hall et Rum, in aqua celere fluente, 
3o — 50 cm submersum, substrato calcareo, ca. 560 m. s. m., m. Sept. 

leg. V. Schiff ner. 

2397. Drepanocladus Kneiffii. 

Warnst., Beih. z. Bot. Zentralbl., XIII (1903), p. 39g und in Krvptfl. Brandenb., 
II. Bd. (1906), p. 997. — Amblystegium Kneiffii, Bryol. eur., vol. VI (1853), t. 573. 
— Hjynum Kneiffii Schimp, Coroll. (1856), p. 135. 

Tirolia (Vorarlberg): loco quodam paludoso, aestate inundato ad Mehrerau 
prope Bregenz, ca. 400 m. s. m., m. Mart. 

leg. J. Blumrich, comm. F. Matouschek. 

2398. Hylocomium brevirostre. 

Bryol. eur., vol. V (1852), t. 493; Limpr. bei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 
2. Aufl., Bd. IV, Abt. III (1901), p. 584; Paris, Ind. Bryol., ed. 2, vol. II (1904), 
p. 351. — Hypnum brevirostrum Ehrh., PI. crypt., Dec. IX (1788), Nr. 85. 

Bavaria meridionalis : in declivibus silvaticis ad Waging prope Traunstein, 
m. Mart. fruct. leg. A. Progel, comm. A. de Degen. 



224 Botanische Abteilung des k. k. naturhistorisciien Hofmuseums. 



2399. Hylocomium Schreberi. 

De Not., Epil. (1869), p. 92; Limpr. hei Rabenh., Kryptfl. v. Deutschi., 2. Aufl., 
Bd. IV, Abt. III (1901), p. 587. — Hj'pnum Schreberi Willd., Prodr. Flor. Berol. 
(1787), p. 325, no. 955; Paris, Ind. BryoL, ed. 2, vol. III (1905), P- 87. 

a) Austria inferior: in pinetis et ad eorum margines prope Dreistätten infra 
montem «Hohe Wand», substrato calcareo, ca. 500 m. s. m., m. Nov. 

leg. J. Baumgartner. 

b) America borealis (Civ. foed.): Pennsylvania, in silvaticis prope Sayre, m. 
Mart. fruct. leg- W. C. Barbour. 

2400. Homaliodendron dendroides. 

Fleisch, in Hedw., XLV (1906), p. 74. — Neckera dendroides Hook., Musci 
exot., vol. I (^1818), t LXIX. — Porotrichiun dendroides Mitt. in Seemann, Flora 
Vitiensis (1871), p. 897; Paris, Ind. BryoL, ed. 2, vol. IV (1905), p. 80. 

Insulae Samoanae: üpolu, in monte Lanutoo, m. Jul. 

leg. C. et L. Rechinger, det. V. F. Brotherus. 

A d d e n d a : 
784 c) Cinclidotus aquaticus. 

Bryol. eur. 

Hungaria: Comit. Hunyad, in saxis calcareis inundatis ad parvam cavernam 
prope Ponor Ohäba, m. Sept. leg. H. Lojka, comm. A. de Degen. 

886 b) Andreaea petrophila. 

Ehrh. 

Hungaria: Comit. Szepes, in saxosis graniticis inter lacum Csorbaensem et 
vicum Pod Bansko, ca. iioo m. s. m., m. Aug. fruct. leg. A. de Degen. 

1064 b) Lophocolea heterophylla. 

Dum. 

Germania (Thuringia): Bürgel, ad truncos putridos loci dicti «Waldecker 
Schloßgrund», m. Jun. p. p. fruct. leg. J. Bornmüller. 

1289 b) Hypnum sarmentosum. 

Wahlenb. 

Salisburgia: in turfosis dictis «Granitzlmoos» prope Tamsweg, ca. 1450 m. s. m., 
m. Aug. leg. F. Matouschek. 

1891 b) Pterygophyllum lucens. 

Brid. 

Austria inferior: locis silvaticis rivulosis prope Rekawinkel in tractu «Wiener 
Wald», solo arenaceo-lapidoso, ca. 500 m. s. ra., ubi detexit P. Fürst, m. Oct. fruct. 

leg. J. Baumgartner. 



Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Cent. XXIV, 225 



Corrio-endum. 



In Zenturie XXIII, Dec. 50 ist bei Nr. 2298 ein Versehen unterlaufen, inso- 
ferne als Nr. 2298 c, auf der kleinen Kapsel irrig als Nr. 2294 c bezeichnet, bei 
Nr. 2294 eingelegt wurde. Es wolle daher die betreffende Kapsel entnommen und 
nach Abänderung der Bezeichnung bei Nr. 2298 eingereiht werden. Die Schedae 
selbst bedürfen keiner Richtigstellung. 



Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? 

Von 

Dr. Otto Pesta. 

Mit einer Tafel (Nr. VIV 



Wer über die Dekapoden des Adriatischen Meeres zum Zwecke der Bestim- 
mung von Formen unterrichtet sein will oder sich über ihre Fundorte und Lebens- 
gewohnheiten zu orientieren sucht, wird annehmen, daß diese Fauna schon längst 
hinreichend untersucht und bekannt wäre, wie es den verhältnismäßig großen und 
ohne besondere Schwierigkeiten zu beobachtenden Crustaceen aus einem uns so nahe- 
liegenden Meeresbecken auch entsprechen würde. Und es hat tatsächlich den An- 
schein, als ob die Bearbeitung durch C, Heller, dessen im Jahre iS63 erschienenes 
Werk über die Crustaceen des südlichen Europa sich vornehmlich auf diese Fauna 
bezieht, noch vollkommen ausreiche, um der Erfüllung der genannten Zwecke ge- 
recht zu werden; immer wieder wird in neueren Arbeiten auf dieses Werk oder 
auf den im Jahre 1885 von Carus herausgegebenen Arthropodenband des Pro- 
dromus faunae mediterraneae, in welchem die Hell ersehen Angaben verwertet 
sind, zurückgegriffen. Der Grund hiefür liegt zweifellos im Mangel einer Neu- 
bearbeitung des Gegenstandes. Wer jedoch Gelegenheit hat, die über adriatische 
Dekapoden in den letzten 50 Jahren erschienene Literatur genauer zu durchsuchen, 
wird bereits eine Anzahl wertvoller Nachträge und Ergänzungen vorfinden, die 
nicht übergangen werden dürfen, w^enn die Kenntnisse nicht lückenhaft oder irr- 
tümlich bleiben sollen. Noch viel mehr des Neuen aber fördert die Unter- 
suchung am Materiale selbst zutage; eine solche beweist aufs deutlichste, wie 
dringend notwendig heute eine Revision aller seit Heller genannten adriatischen 
Dekapodenarten geworden ist. Es handelt sich nicht nur um den Nach- 
weis bisher unbekannter Formenelemente, sondern vor allem auch um 
die kritische Sichtung und Nachprüfung der angeblich «gut bekannten» 
Arten, um die Feststellung ihres Auftretens innerhalb der Adria selbst, 
um die Kenntnis ihrer Lebensgewohnheiten und nicht zuletzt auch 
ihrer außeradriatischen Verbreitung. Zu welchen gänzlich irrtümlichen Vor- 
stellungen die Nichtbeachtung der seit Hellers Angaben gewonnenen Ergebnisse 
über einen als bestbekannt geltenden Adria-Dekapoden führen kann, haben wir 
kürzlich an Nephrops norvegicus (Linne) anderen Ortes (Internat. Revue f. Hydro- 
biologie, Biolog. Supplement zu Bd. VI, Leipzig, 1914) darzustellen versucht. In einer 
Reihe weiterer Mitteilungen konnten wir einerseits die Resultate ähnlicher kritischer 
Untersuchungen, andererseits jene neuer Aufsammlungen bekanntgeben. Sie mögen 



Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? 227 

hier einschließlich einiger noch nicht publizierter Beobachtungen kurz Erwähnung 
linden; es wurden in der Adria nachgewiesen die Penaeiden Amalopenaeiis elegans 
Smith, Parapenaeiis longirostris (H. Lucas), ^) die Sergestiden Liicifer acestra Dana, 
Sergestes vigilax Stimpson, S. rubroguttatiis Wood-Mason, S. robustus Smith, S. 
arcticus Dana, die Eucyphiden Acanthephyra piirpurea A. Milne-Edwards und Pasi- 
phaea tarda Kröver, die Thalassiniden Calianassa (Chcramus) stebbingi Borradaile 
[=^ C. siibterranea autorum]^) und Calianassa (Cheramiis) subterranea var. minor 
Gourret;,^) die Galatheiden Miinida temiiniana G. O, Sars^) und Galathea intermedia 
Lilljeborg und endlich die Krabbe Hetorocrypta maltzani Miers; eine Revision der 
Gattung Pisa ergab die richtige Abgrenzung der Arten P. armata (Latreille) und 
P. nodipes Leach und eine Bearbeitung der Paguriden der Bucht von Rovigno ver- 
schiedene Aufschlüsse über den Aufenthalt und die Laichzeit der hierher gehörigen 
Spezies. 

Über das Vorkommen der Dekapodenarten innerhalb des adriatischen Beckens 
sind wir nur teilweise unterrichtet; sehr wenig bekannt ist diesbezüglich die ita- 
lienische Küste (mit Ausnahme von Venedig) und die ganze südliche Hälfte des 
Meeres mit ihren großen Tiefen, Am wenigsten wissen wir jedoch über die Öko- 
logie (Lebensgewohnheiten, Aufenthalt, Laichzeit etc.) der adriatischen Dekapoden; 
nur für den Golf von Triest ist durch Graeffe (1900) einiges bekannt geworden. 
So erscheint es vollkommsn gerechtfertigt, wenn wir die im Titel gestellte Frage 
mit «nein» beantworten. 

Die folgenden Zeilen sollen einen weiteren Beitrag zur Kenntnis des Gegen- 
standes bringen. 

In einer kurzen Notiz über die Paguridenfauna der Adria bei Rovigno (Zoolog. 
Anzeiger, Bd. 43, Nr. 2, p. 90, I9i3) haben wir unter anderem auch von dem Vor- 
kommen einer kleinen Wuchsform von Eiipaguriis prideaiixi (Leach) aus dem 
Canale di Leme, Arbe und Spalato berichtet. Als Vergleichsmaterial lag eine große 
Kollektion solcher Zwergwuchsformen (ca. 150— 200 Exemplare) aus den Aufsamm- 
lungen der «Pola» -Expedition in der Adria vor, die von Adensamer durchwegs 
als Eupagurus prideauxi (Leach) determiniert worden waren (publiziert in: Denk- 
schriften d. kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, Bd. 65, 1898). Da schon Gourret 
(1889) und später A. Milne-Edwards und Bouvier (1900) dieser kleinen In- 
dividuen Erwähnung tun, so hielten wir unsere Identifizierung für berechtigt. Eine 
neuerdings vorgenommene Untersuchung der Exemplare ergab jedoch, 
daß in allen Fällen eine gänzlich irrtümliche Bestimmung erfolgt war 
und das falsch determinierte Vergleichsmaterial der «Pola»-Expedition eine fehler- 
hafte Grundlage bildete. Zunächst wurde von uns an männlichen Individuen der 
von Adensamer als Eupagurus prideauxi (Leach) bezeichneten Kollektion das 
Vorhandensein eines kreisförmig eingerollten Fortsatzes an der Coxa des Imken 
5. Pereiopoden konstatiert, der nichts anderes als das verlängerte Vas deferens dar- 
stellt, wie es in dieser Ausbildung für die Gattung Anapagurus Henderson charak- 
teristisch ist. Mit dem Auffinden dieses Merkmales, das von Adensamer wohl infolge 
der geringen Größe und leichten Verletzlichkeit des konservierten Materiales voll- 
kommen übersehen wurde, waren die Angaben über eine vermeintliche Zwergwuchs- 
form von £'z^^ag-wrz<5 j?nWe^z/.v/ sofort als unrichtig erkannt: die kleinen eiertragen- 



1) Der von Stalio (1877) erwähnte Penaeus membvanacens Risso gehört zu Solenocera. 

2) Nicht publiziert. 



228 Dr. Otto Pesta. 



den Weibchen gehörten eben auch nicht jener Spezies, sondern einer noch näher 
zu bestimmenden Anapagiiriis-Art an. Auf Fig. i und 2 sind ein cf und ein eier- 
tragendes Q dieser Form (Kollektion «Pola») in natürlicher Größe abgebildet; 
Fig. 5 zeigt ein eiertragendes g in einem Gehäuse von Turitella aus dem Canale 
di Lerne bei Rovigno (Kollektion Pesta). Die Tiere variieren in der Größe; es 
liegen auch zahlreiche Exemplare (darunter eiertragende 5) vor, welche noch kleiner 
sind als die hier abgebildeten, andere sind etwas größer, jedoch erreichen diese 
niemals auch nur annähernd die Länge eines mittelgroßen Eiipagiiriis prideaiixi 
(Leach.). Die Untersuchung dieser kleinen Tiere mit freiem Auge oder mit einer 
schwachen Lupe läßt kaum irgendwelche Merkmale erkennen, die nicht auch auf 
die Diagnose von Eupagunis prideauxi zutreffen würden; die wenig wahrnehmbare 
Granulierung der Oberfläche und der Ränder der großen Schere, die etwas kürzeren 
und nach vorne zu ein wenig verdickten Augenstiele, sowie die gleichmäßig bleiche 
Körperfarbe würden nur die Annahme einer Zwergwuchsform jenes Einsiedler- 
krebses bestärken. Erst bei einer Vergrößerung, wie sie in Fig. 3 und 8 dargestellt 
ist, wird die Verschiedenheit der Scheren der beiden Paguriden deutlich erkennbar. 
Für die große Schere von Eupagunis prideauxi ist der auch schon bei ganz kleinen 
Exemplaren gezähnelte Oberrand der Palma und eine Reihe höckerförmiger Sta- 
cheln in 'der Mittellinie ihrer Außenfläche (Fig. 8), sowie die stark ausgeprägte 
Granulation und Behaarung der kleineren linken Schere, charakteristisch. Hingegen 
erscheinen beide Scheren der Anapagurus-Ari an den Rändern und auf der Ober- 
fläche nahezu vollkommen glatt (höchstens fein punktiert) und sind stets unbehaart 
(Fig. 3). Zur Unterscheidung der 5 kann außerdem noch ein anderes Merkmal 
benützt werden: der Antennaldorn eines kleinen Eupagunis prideauxi überragt den 
distalen Rand des vorletzten Stielgliedes (Fig. 7), während er bei unserer Anapagurus- 
Art kaum die Mitte desselben erreicht (Fig. 6). Die cf der letzteren sind durch 
die bereits erwähnte Verlängerung des Vas deferens an der Coxa des linken fünften 
Pereiopoden (siehe Fig. 4), die auch schon mit freiem Auge gut sichtbar ist, ohne- 
hin leicht kenntlich. 

Die vorliegende Anapagurus-?iipQ.z\Qs besitzt folgende Charakteristik: Augen- 
segment glatt (ohne zipfelartige Spitzen zwischen den Basalschuppen der Augen- 
stiele), Scheren fast ganz unbehaart, der Carpus der großen Schere deutlich kürzer 
als die Schere selbst, die Oberfläche der letzteren nur fein punktiert und ein 
schwach hervortretender Höcker an der oberen Außenecke nahe dem Gelenksrand 
sowie eine Reihe von Granula längs des Unterrandes der Palma kaum wahrnehm- 
bar oder gänzlich fehlend; sie muß daher mit Anapagurus laevis (Thomp- 
son) identifiziert werden und ist für die adriatische Dekapodenfauna 
als eine weitere neue Form anzuführen. 

Die synonymische Liste sei hier kurz zusammengestellt: 

1843. Pagiiriis laevis W. Thompson: Rep. Brit. Assoc Adr. Science, p. 267. 

1885. Eupagunis laevis Carus: Prodrom, faun. mediterr., I, p. 493. 

1894. Anapagurus laevis Milne-Edwards et Bouvier: Res. Camp. Sei. «Hirondelle», 

Fase. VII, p. 72, Taf. u, Fig. 16—28. 
1896. Anapagurus laevis Bouvier, E. L.: Feuille Jeun. Natur., 3. Ser., 26. ann., 

p. 152, Fig. 3i --32. 
11898. Eupagunis prideauxi Adensamer: Denkschr. d. kais. Akad. d. \\'iss. in Wien, 

Bd. 65, p. 619. 



Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? 22g 



1900. Anapaguriis laevis Milne-Edwards et Bouvier: Crust. Decap. Travailleur et 

Talisman, I, p. 217, Taf. 25, Fig. 12, i3; Taf. 28, Fig. 9 und 10. 
1902. Anapagunis laevis Senna: Boll. Soc. entom. italian. (Firenze), Vol. 84, p. 344. 
1905- » » Alcock: Catal. Indian Decap. Pagurid., p. 186. 

1908- » » Hansen: Crust. Malacostr. Ingolf-Exp., p. 29. 

!i9i3. Eupagiirus prideauxi {^ixYÜml), Pesta: Zoolog. Anzeig., Bd. 43, p. 92-93. 

Aus diesen hier angeführten Arbeiten können die weiteren Literaturzitate ent- 
nommen werden; ebenso ergibt sich aus ihnen die geographische Verbreitung und 
das Tiefenvorkommen dieses Einsiedlerkrebses. Für die Adria ist die Form neu. 
Bisher wurde sie (nach dem vorliegenden Materiale) an folgenden Punkten an- 
getroffen : 

Rovigno, Canale di Leme, auf Schlammgrund in 3o — 35 m Tiefe. 

Rovigno, auf Sandgrund in 5 — 10 m Tiefe. 

Spalato, Bucht von Castelli, in 20 — 25 m Tiefe. 

Spalato, Bucht von Castelli, auf Algengrund in 4 — 6 m Tiefe, 

Arbe, Canale Barbato, auf verschiedenen Gründen in 2 — 3o m Tiefe. 

Arbe, St. Eufemia-Bucht, in 10 — 3o m Tiefe. 

Ferner an mehreren Stellen in der südlichen Adria («Pola»-Expedition und 
<^ Na jade »-Kreuzungsfahrten). 



Tafel erklärung. 

Fig. I — 6. Anapagunis laevis (Thompson). 

Fig. I. rf in natürlicher Größe, Gephalothoraxlänge 4 mm. (Exemplar der «Pola»-Expedition, 
Kollektion aus der Adria, von Adensamer als Eiipagtirus prideauxi Leach deter- 
miniert!) 

Fig. 2. Eiertragendes 9 in natürlicher Größe, Gephalothoraxlänge 4 mm. (Exemplar der «Pola»- 
Expedition, Kollektion aus der Adria, von Adensamer als F.upagurus prideauxi de- 
terminiert!) 

Fig. 3. (^ (Exemplar der Fig. i), vergrößert. (Gezeichnet mit dem Zeißschen Stereobinokular- 
mikroskop.) 

Fig. 4. Das 5. Pereiopodenpaar desselben Exemplares von der Ventralseite gesehen, vergrößert. 
{pd = -pts dexter, /? 5 =: pes sinister, j'rf/"= vas deferens.) 

Fig. 5. Eiertragendes 9 in natürlicher Größe mit 7:<r;Ye//t?-Gehäuse. (l'^xemplar der Kollektion 
Pesta aus dem Canale di Leme bei Rovigno.) 

Fig. 6. Basale Stielglieder der II. Antenne eines 9 ^'on 4*5 mm Gephalothoraxlänge, von der 
Unterseite gesehen; vergrößert. (.^ tif ^ Antennaldorn, sc = Scaphozerit.) 

Fig. 7 und 8. Eupagui'us prideauxi Leiich. 

Fig. 7. Basale Stielglieder der II. Antenne eines 9 von 5 mm Gephalothoraxlänge, von der Unter- 
seite gesehen; vergrößert, (ii df = Antennaldorn, sc = Scaphozerit.) 
Fig. 8. Große Schere und 2. Pereiopode desselben 9 ^o" ^^^ Oberseite gesehen; vergrößert. 



Annalen des k. k. naturliistorischen Hofmnseums, Bd. XXX, 1916. 16 



Wlssenschaftliclie Ergebnisse der Expedition R. Grauer nach Zentralafril(a, 

Dezember 1909 bis Februar 1911. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 
VI. Cerambycidae. 



Bearbeitet von 

E. Hintz, 

Südende bei Berlin. 



Uer Afrikaforscher Rudolf Grauer hat zu verschiedenen Malen die weiten 
Gebiete Zentralafrikas westlich der zentralafrikanischen Seen bereist und neben 
anderem auch reichhaltige Sammlungen von Insekten zusammengebracht, die um 
so wertvoller sind, als sie mit genauen Fundortsangaben versehen sind und aus 
Gegenden stammen, die noch entomologisches Neuland sind. 

Aus einer umfangreichen Ausbeute Grauers, welche sich im k, k. natur- 
historischen Hofmuseum in Wien befindet, wurden mir freundlichst die Longi- 
cornier zur Durchsicht und Bestimmung anvertraut. Die vorliegende Ausbeute 
stammt aus der Zeit von Dezember 1909 bis Februar 191 1; sie ist zoogeographisch 
von großer Wichtigkeit und enthält eine Anzahl neuer Arten. 

Herr Grauer sammelte in dieser Zeit in den Urwaldgebieten von Beni und 
Moera westlich vom Ruwenzorigebirge und bei Ükaika und Mawambi am Ituri, 
ferner bei Bukoba am Viktoriasee, Üsumburu am Nordende des Tanganikasees 
sowie in dem Urwalde hinter den Randbergen des Nordwest-Tanganika in einer 
Höhe von 1800 — 2000 m; diese letztere Lokalität ist in dem folgenden Verzeichnis 
der Kürze halber mit «Nordwest-Tanganika» bezeichnet. 

Verzeichnis der Arten. 

Pr i o ni na e. 

Stenodontes Donniesi Hope. Mawambi. 
Macrotoma scrripes F. Beni. 
Jamivomis subcostahis Har. Ukaika. 
Nothophysis Johnstoni Lam. Nordwest-Tanganika 
Acanthophorus spinicornis F. Mawambi, Moera. 
— maculatus Haroldi Lam. Moera. 

Sobanis Poggei Har. Ukaika. 
Anoeme Gahani Jord. Mawambi. 
Stolidodere Aurivillii Hintz. Mawambi. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 23 I 



Cerambycinae, 

Saphanidus viridescens Jord, Ukaika. 
Paroeme semifemorata Chevr. Mawambi. 

— anniilipes Chevr. Mawambi. 
Xj'Strocera Liijae Hintz. Beni, Mawambi, Moera. 

— velutina Jord. Beni, Mawambi. 

— trivittata Quedf. Ukaika, Mawambi. 

— minuta Jord. Mawambi. 

— metallica Quedf. Ukaika. 

— abnipta Auriv, Mawambi. 
Plocaederus chloropteriis Chevr. Mawambi. 

— jiitidipcnnis Chevr. Beni. 
Pachydissus vicariiis Auriv. Ukaika, Mawambi. 

— Hector Kolbe. Mawambi. 

— congolensis Hintz. Mawambi. 
Derolus femorellus Chevr. Mawambi. 

— fidviis Jord. Mawambi. 
Hesperophanes fasciatus Billbg. Mawambi, Ukaika. 
Cerasphorus hirticornis Serv. Ukaika, Moera. 
Cordjdomera spinicornis F. Moera, Mawambi, Beni. 

— apicalis Thoms. Mawambi, Ukaika. 
Jonthodes callichromoides Hintz. Mawambi. 

— nodicollis Hintz. Mawambi. 
Dictator spec. [orientalis Hintz?). Mawambi, 
Mecosaspsis centralis nov. spec. Ukaika, Mawambi, Beni. 

— glabripennis Kolbe. Ukaika, Beni. 
Synaptola minor Jord. Beni. 

Callichroma tricolor Jord. Ukaika, Beni, Mawambi. 

— concentricale Jord. Beni, Mawambi. 

— notaticolle Hintz. Ukaika, Mawambi. 

— Cranchi White. Ukaika. 

— interruptum Hintz. Mawambi. 
Metallichroma excellens Auriv. Ukaika, Beni, Mawambi. 
Cloniophorus Mechowi Quedf. Mawambi. 

— elongatiis Hintz. Mawambi, 

Oxyprosopus angulicollis Bates, Mawambi. 
Rhopalizus coloratiis Quedf. Mawambi. 

— laevicollis nov. spec. Mawambi, 

— dorsalis Hintz. Mawambi, 

— nigripes Chevr, Ukaika, Mawambi, 
Euporus itimbirensis Duv, Mawambi. 

— chrjrsocoUis Hope. Ukaika, Mawambi. 
Phrosyne simplex Har, Mawambi. 

— hrevicornis F. Ukaika, Mawambi, Beni. 
Isophrosjnie nasiita Quedf, Mawambi, 
EuUtopus congolensis Hintz. Mawambi, Beni. 



i6* 



2 32 E. Hintz. 

Ptycholaemus lativittis Har. Mawambi. 

— strigicollis Boppe. Mawambi. 
Phjdlarthrius africanus Hope Mawambi. 
Amphidesmus platypterus Westw. Mawambi, Beni. 
Diastellopterus clavatiis Chevr. form. typ. Mawambi, Beni. 

— — subsp. iikaikensis Hintz. Ukaika, 
Pseiideros nigripes Jord. Ukaika. 

Lam i i 11 ae. 

Apomempsis nodosa nov. spec. Ukaika, Beni. 
Leprodera congoana Duv. Usumbura. 
Ditjdoderus declivus Hintz. Nordwest-Tanganika. 
Monohammiis ruspator F. Ukaika. 

— griseoplagiatus Thoms. Mawambi. 

— X-fiilviim Bates. Mawambi. 

— cincrascens Jord. Ukaika. 

— homoens Jord. Ukaika. 

— centralis Duv. Beni. 

— lunifer Auriv. Ukaika. 

— griphus Jord. Beni, Ukaika. 
Oxyhammus kondiiensis Hintz. Beni. 
Noserocera tiiberosa Bates. Mawambi. 
Melanopolia Graiieri nov. spec. Beni, Mawambi. 
Coptops aedißcator U. Mawambi. 
Ancjdonotus tribulus F. Beni. 

Latisternum macropiis Jord. Mawambi. 
Prosopocera insignis Jord. Mawambi, Ukaika. 

— ocellata Chevr. var. bioculata Hintz. Ukaika. 

— fiilva Jord. Mawambi. 

— aliena Har. Mawambi. 

— punctulata Jord. Mawambi, 
Alphitopola Pascoei Gab. Moera. 

Sternotomis Caillaiidi Uatr. var. carbonaria Auriv. Bukoba. 

— virescens Westw\ Nordwest-Tanganika. 

— ornata Westw. var. variabilis Quedf. Mawambi, Beni, Ukaika 

— piilchra Drury. Ukaika. 

— flavomaculata Hintz. Moera. 
Qiiinialanca regalis F. Beni, Mawambi, Ukaika. 
Pinacosterna Mechoipi Quedf. Beni, Mawambi, Ukaika. 

— Nachtigall Har. Mawambi. 
Pinacosternodes compta Jord. Ukaika. 
Tragocephala gorilla Thoms. Mawambi, Moera. 

— Mocquerisi Jord. Beni. 
Anatragus pulchelhis Westw. Beni. 
Poemcnesperus rubrosignatus Auriv. Ukaika. 
Annatosterna spinifera Jord. Ukaika. 
Proctocera vittata Auriv. Mawambi. 



Coleopteren aus Zentralafrika. 233 



Proctocera scalaris Chevr. Ukaika. 

— scnegalensis Thoms. Mawambi. 
Ceroplesis militaris Gerst. Nordwest-Tanganika. 

— fissa Har. Ukaika, Beni. 

— Poggei Har. Nordwest-Tanganika. 
Diastocera trifasciata F. Ukaika. 

Moecha adiista Har. Ukaika, Mawamhi. 

— riibrocincta Hintz. Nordwest-Tanganika. 
Gnathoenia congoana Belon. Mawambi. 

— albomaculata Quedf. Mawambi. 
Ph}yneta spinator F. Bukoba, Beni. 

— macularis Har. Mawambi, Beni, Moera, 

— unmaculata Hintz. Mawambi. 
Phrjnietopsis fusciconiis Chevr. Ukaika, Mawambi. 
Phrj'stola biilbifera Kolbe. Nordwest-Tanganika. 

■ — bülbosa nov. spec. Mawambi. 

— coeca Chevr. Mawambi, Beni. 

Pachystola mammillata Dalm. Mawambi, Ukaika, Moera. 

Temnoscelis taeniata Chevr. Ukaika. 

Parischnia spinosa Auriv. Beni. 

Acmocera albofasciata Hintz. Ukaika, Mawambi, Moera. 

Acridoschema iinifasciata Thoms. Beni. 

— ligata Quedf. Beni. 

Protonarthron diaboUcum Thoms. Mawambi. 
Phloeiis brevis Jord. Mawambi. 
Oeas lichenea Duv. Mawambi. 
Anauxesis lineata Jord. Mawambi. 
Frea grisea Jord. Mawambi. 

— malachitica Jord. Mawambi. 
Crossotofrca trilineata Hintz. Mawambi. 

— collaris Chevr. Mawambi. 
Dichostates flavopictus Qiiedf. Mawambi. 

— ßavomaculatiis Hintz. Ukaika 
Crossotus cristatiis Jord. Beni. 
Eumimetes Haroldi Quedf. Mawambi. 
Hecjn'ida tenebrioides Fährs. Nordwest-Tanganika. 

— Graneri nov. spec. Ukaika, Beni. 
Thcticiis biarcuatus Thoms. Mawambi, Ukaika. 
Sthenias Mioni Guer. Nordwest-Tanganika. 
Apomecj'na parumpunctata Chevr. Beni. 

— nigroapicata Auriv, Ukaika. 
Sophronica vestita Kolbe. Nordwest-Tanganika. 
Hippopsicon luteolum Quedf. Mawambi. 
Hjdlisia variegata Auriv. Beni, Moera. 
Eudiyoctenes corticarius Hintz. Mawambi. 
Acanthoderes gorilla Thoms. Mawambi. 
Smnelis occidentalis Chevr. Ukaika. 

Volumnia Westermanni Thoms. form. typ. Mawambi, Moera, Beni, Ukaika. 



234 E. Hintz. 

Volwnnia Westennanni subsp. guineensis Chevr Nordwest-Tanganika. 

— leucomelaena Bates. Ükaika, Mawambi. 
Glenea fasciata F. Mawambi. 

— qiiinqiielineata Chevr. Mawambi, Beni, Ukaika, Moera. 

— occidentalis Jord. Mawambi, Moera. 

— sjdvia Thoms. ükaika, Mawambi. 

— 22-maciilata Thoms. Mawambi. 

— mira Jord. Ukaika, Beni, Moera. 

— vittata Jord. Mawambi, Beni. 

— baia Jord. Nordwest-Tanganika. 

— ossifera Jord. Mawambi. 

— Tessmanni Hintz. Ukaika. 

— sexvittata Hintz. Beni, Moera. 

— rariabilis Hintz. Mawambi. 

— camerunensis Hintz. Nordwest-Tanganika. 

— albopiinctata Hintz. Ukaika. 

— insignis Auriv. Beni, Ukaika, Moera. 
Nitocris sciitellaris Gerst. Nordwest-Tanganika. 

— patricia Chevr. Mawambi. 

— Liicasi Thoms. Beni. 

— princeps Jord. Moera. 

- — angiistior Jord. Moera. 

— nigriceps nov. spec. Beni, Moera, Ukaika, Mawambi. 
Obereopsis linearis Auriv. Moera, Beni. 

— obscuritarsis Chevr, Mawambi, Beni, Ukaika, Moera. 

— sylvatica nov. spec. Mawambi, Beni, Moera. 
Synnupserha vitticollis Kolbe. Mawambi, Beni, Ukaika, Moera. 

— frontalis Jord. Mawambi, Beni, Moera. 

— variicornis Hintz. Beni. 

— bivittata Auriv. Ukaika. 

— larifuga Chevr. Beni, Ukaika. 

— rariabilis Hintz. Nordwest-Tanganika. 

— Hormej^eri Har. Mawambi, Beni, Ukaika, Moera, Nordwest- 

Tanganika. 
Nupserha deusta Dalm. Mawambi. 

— bisbioculata Quedf. Mawambi, Beni, Ukaika, Moera. 

— gracilis Hintz. Mawambi, Moera, Ukaika, Beni. 

— spinosa nov. spec. Mawambi, Moera. 
Ecphora latefasciata Jord. Mawambi. 
Chariesthcs antennata Jord. Ukaika. 

— bella Dalm. Mawambi, Ukaika. 

— elegans Jord. Mawambi. 

— bassamensis Chevr. Beni, Ukaika. 
Miirosterniim Dahnani Chevr. Beni. 
Graciella concinna Chevr. Ukaika, Moera. 



Coleopteren aus Zentralalrika. 285 



Neubeschreibungen. 

Mecosaspis centralis nov. spec. 

Nahe verwandt mit dualenäs m., jedoch von Gestalt schhinker und auf den 
ersten Blick zu unterscheiden an den roten Schenkeln der beiden vorderen Bein- 
paare. 

Grün, einige Stücke bläulich. Kopf mäßig punktiert, beiderseits der stark 
eingeschnittenen Mittellinie eingedrückt, Scheitel dicht punktiert. Halsschild fein 
und sehr dicht punktiert, anliegend schwarz behaart, vordere und hintere Quer- 
furche blank, letztere glatt, unpunktiert, Seitendorn spärlich punktiert, blank. 
Schildchen in der Mitte der Länge nach eingedrückt, beiderseits dicht punktiert, 
in der hinteren Hälfte mit Querfurchen besetzt. Flügeldecken sehr dicht und fein 
punktiert, ein Längsstreifen in der Mitte jeder Flügeldecke spärlich punktiert und 
glänzend, neben der Schulter, an der Naht und an den Seiten kurz anliegend, 
schwarz behaart. Unterseite mit kurzer silberweißer Behaarung. Beine schwarz, 
Füße oben silberweiß, unten goldgelb behaart, die Schenkel der vorderen beiden 
Beinpaare braunrot, an der Basis und am Ende schwarz. Fühler schwarz 

Länge 20 — 25 mm. 

L rwald L kaika und Mawambi, Beni, Dezember 19 10. 

Rhopalizus laevicollis nov. spec. 

Nahe verwandt mit Biichneri Quedf. und dorsalis m. 

Metallisch grün, Kopf blau, Scheitel und der breite Mittelteil des Halsschildes 
vom Vorder- bis zum Hinterrand purpurfarben, glänzend. Flügeldecken an der 
Seite und der Spitze violett. Beine und Fühler schwarz. Stirn dicht längsrissig, 
Scheitel zerstreut punktiert. Halsschild fast ^3 länger als breit, vorn wenig, hinten 
stärker zusammengeschnürt, Seiten schwach gerundet, im mittleren purpurfarbenen 
Teil sehr schwach punktiert, glatt, an den Seiten dichter und gröber punktiert, 
Unterseite mit regelmäßigen sehr dichten und feinen Querfalten. Schildchen un- 
punktiert, glatt. Flügeldecken gleichmäßig dicht und grob punktiert, an den Schultern 
goldglänzend, nach dem Ende zugespitzt, Spitzen abgerundet. Unterseite schwach 
weißlich behaart. Fühler beim cf' doppelt so lang, beim 9 etwa ^5 länger 
als der Körper. Beine glänzend, glatt, Hinterschenkel überragen das Flügel- 
deckenende. 

Länge 11 — 14 mm. 

Urwald Mawambi. 

Diastellopterus clavatus ukaikensis nov. subspec. 

Unterscheidet sich von der Stammform clavatus Chevr. durch die schwarze 
Färbung der Flügeldecken, außerdem haben die Fühlerglieder 3 — 7 eine gelbe 
Basis. 

Länge 14 mm. 

Ukaika, Dezember ig 10. 



236 E. Hintz. 
i 



Apotnempsis nodosa nov. spec. 

Verwandt mit A. biifo Chevr. , doch auf den ersten Blick zu unter- 
scheiden durch den längeren Halsschild, die stärkeren Seitendorne desselben und 
die längeren Beine. 

Dunkelbraun mit einzelnen rostbraunen Haarflecken. Beine und Fühler mit 
feiner rehbrauner Behaarung. Stirn sehr breit und stark gewölbt mit mäßig dichter 
Punktierung. Halsschild länger als breit, in der Mitte mit kräftigem Seitendorn, 
zerstreut unregelmäßig grob punktiert mit Ausnahme von zwei länglichen Wülsten 
beiderseits der Mitte und dem hinteren zusammengeschnürten Teile des Halsschildes. 
Flügeldecken mit je sechs in zwei Reihen stehenden knotenartigen Höckern, da- 
zwischen mit sehr großen grubenartigen Punkten. Flügeldecken an der Basis von 
der Breite des Halsschildes, zur Mitte sich verbreiternd und gegen die Spitze zu- 
sammengezogen, am Ende abgerundet. Die Fühler erreichen das Flügeldecken- 
ende, die Hinterschenkel überragen dasselbe. 

Länge lo mm. 

Urwald Beni, Ükaika, Dezember 19 lo. 

Melanopolia Grauer i nov. spec. 

Am meisten mit M. cincta Jord. verwandt, doch erheblich einfarbiger inso- 
fern, als die weißen Zeichnungen an den Backen, den Seiten des Halsschildes, der 
Basis der Flügeldecken und der Unterseite vollkommen fehlen. 

Schwarz, Ober- und Unterseite mit gleichmäßig verteilter fleckiger grauer 
Bestäubung. Skulptur wie bei cincta, auf den Flügeldecken vielleicht etwas gröber. 
Flügeldecken am Ende rechtwinklig abgestutzt. Beine einfarbig grau, Fühler rot- 
braun, die ersten drei Glieder schwarz, das vierte mit grauweißer Basis, das dritte 
Glied beim cf in der hinteren Hälfte mit dichtem, schwarzem Haarbüschel. 

Länge 15 mm. 

Urwald Beni und Mawambi, Oktober 19 10. 

Phrystola bulbosa nov. spec. 

Nahe verwandt mit Ph. coeca Chevr. und in der Färbung nicht von dieser 
Art zu unterscheiden. Von derselben jedoch stark verschieden durch die große 
halbkugelförmige Beule auf der Mitte des Halsschildes, an deren Stelle bei cocca 
nur eine viel kleinere flache längliche Beule steht, und ferner unterschieden durch 
die verschiedene Skulptur der Schultern. 

Während bei coeca die Schultergegend mit Reihen von kräftigen Punkten 
und Tuberkeln besetzt ist, fehlen diese bei bulbosa vollkommen. 

Länge 23 — 27 mm. 

Urwald Mawambi und Bukoba (Dr. Marshall, August igo8). 

Hecyrida Graueri nov. spec. 

Von kleiner, gedrungener Form. 

Grundfarbe schwarzbraun mit grauweißem Toment und rotbraunem, zum Teil 
fleckigem Haarfllz. Vorderkopf, ein Fleck am Hinterrande des Scheitels, ein qua- 
dratischer Fleck auf dem Halsschild, das Schildchen, je ein großer Fleck am 
Seitenrande der Flügeldecken, einige kleinere Flecke auf der Mitte und vor der 



Coleopteren aus Zentralafrika. 237 



Spitze und die Unterseite schwarzbraun befilzt, die Bauchringe am Hinterrande 
hellbraun behaart. Beine schwarzbraun und rostfarben gefleckt, FülJe schwarz- 
braun, die Wurzel der einzelnen Glieder weitigrau behaart. Stirn gewölbt, dicht 
und fein punktiert, zwischen den Augen einige größere Punkte. Halsschild mit 
zwei Höckern in der Mitte hinter dem Vorderrande, an den Seiten mit zwei 
Höckern, ein spitzer am Vorderrande und ein kleinerer mehr nach oben und hinten 
gelegener. Schildchen quadratisch. Flügeldecken mit rechteckiger Schulter, Ende 
gemeinsam abgerundet, neben dem Schildchen mit einer Höckerreihe und mit 
einigen schräg gestellten Höckern auf und hinter der Mitte, zerstreut, hinter der 
Schulter höckerig und auf den dunkeln Zeichnungen an den Seiten sehr grob und 
dicht punktiert. 

Länge 1 1 mm. 

Urwald Beni, Ukaika, Oktober igio. 

Nitocris nigriceps nov. spec. 

Am meisten mit N. Pascoei Thoms. verwandt, doch erheblich schlanker. 

Rot, Kopf mit Ausnahme der Mundteile schwarz, Halsschild rot, Flügeldecken 
schwarz, an der Basis ein herzförmiger Fleck, der sich von den Schulterecken bis 
hinter das Schildchen erstreckt, rot. Unterseite rot, die zwei ersten Bauchringe 
gelb seidenartig behaart, die drei letzten Ringe schwarz, in den Außenecken des 
vorletzten Ringes ein bräunlicher Fleck. Beine rot, die hinteren Schienen ganz, 
die Schienen der beiden vorderen Beinpaare in der unteren Hälfte schwarz, die 
Füße schwarz. Fühler schwarz, die letzten vier Glieder gelb. Kopf dicht und fein 
punktiert mit eingestreuten größeren Punkten. Halsschild glänzend mit fünf glatten 
runden Höckern, dazwischen runzelig punktiert. Schildchen glatt mit seiden- 
glänzender gelber Behaarung. Flügeldecken an der Schulter rechtwinklig, nach 
der Mitte zu verschmälert und kurz vor dem Ende wieder verbreitert, am Ende 
schwach ausgerandet, die Nahtspitze zahnartig vorgezogen, jede Flügeldecke mit 
einem schärferen Kiel, bis zum hinteren Ende grob reihenförmig, im letzten Viertel 
unregelmäßig und etwas weniger grob punktiert. 

Länge i8 — 19 mm. 

Urwald Beni, Moera, Ukaika, Mawambi. 

Obereopsis sylvatica nov. spec. 

Strohgelb, Augen, Mandibeln, Fühler, Beine, jederseits ein kleiner Fleck am 
Vorderrande des Mesosternums und die Seiten des Metasternums schwarz. Kopf 
und Halsschild mit glatter Mittellinie, mäßig punktiert. Halsschild zylindrisch, so 
lang als breit. Schildchen glatt, Flügeldecken bis zum hinteren Viertel grob rei- 
henförmig, im letzten \'iertel schwächer und unregelmäßig punktiert, an den 
Schultern rechteckig, am Ende rund ausgeschnitten, Nahtzahn schwach, Seitenzahn 
sehr stark hervorgezogen und spitz. 

Länge i3 mm. 

Urwald Moera, Beni, Mawambi. 

Nupserha spinosa nov. spec. 

Gelb, jederseits ein großer Fleck hinter den Augen und ein Mittelstreifen des 
Scheitels, letztes Viertel der Flügeldecken, jederseits ein schwarzer Fleck am Meta- 



238 E. Hintz. Coleopteren aus Zentralafrika. 

sternum, die Bauchglieder und die Beine mit Ausnahme der Schenkel, letztere mit 
schwarzer Oberseite, und die Fühler schwarz. Stirn dicht, Scheitel zerstreut 
punktiert. Halsschild sehr fein punktiert, fast glatt. Schildchen glatt, Flügeldecken 
grob reihenförmig, am Ende schwächer und unregelmäßig punktiert, jede Flügel- 
decke mit drei deutlichen Längskielen. 

Länge g mm. 

Mawambi, Moera. 



Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition R. Grauer nach Zentralafril(a, 

Dezember 1909 bis Februar 1911. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 

Von 

Dr. Moriz Sassi. 
(II. Teil.) 

Mit 2 Tafeln (Nr. VII und VIII). 



Bevor ich die Besprechung der Grauer-Kollektion fortsetze (vgl, Ann. d. k. k. 
naturhist. Hofmus., Bd. XXVI, 1912, p. 347), will ich eine Berichtigung vorausschicken. 

Der als Biiteo dcsertoriun Daud. (9 iuv.) bestimmte Vogel (Nr. 61) ist offen- 
bar ein Exemplar des neubeschriebenen Biiteo oreophilius Hart, et O. Neum. fOrnith. 
Monatsber., II, 19 14, p. 3i). 

Sowohl der Fundort (Urwald westlich vom Tanganjika-See III. 1910) als die 
Maße (Fl. 350, Schw. 210, Seh. v. d. W. 23, L. 66 mm) stimmen. Bemerkenswert 
ist, daß die Hosen keine Querflecke zeigen, sondern große braune Tropfenflecke; 
es ist das vorliegende Stück daher vielleicht als ein jüngeres Exemplar anzunehmen; 
auf denselben Umstand dürfte auch das Vorhandensein einer deutlichen Bänderung 
unterseits am Spitzenteil der Schwingen, die bei B. oreophilus fehlen soll, zurück- 
zuführen sein. 

Das Weiß der Unterseite, besonders an den Schenkeln, ist blaß rötlich-isabell- 
farben verwaschen. 

Ferner: 

ad Nr. 5: Die angeführten Stücke gehören nach O. Neumann zur Subspezies 
Giittera cristata seth-smithi Neum., da die Intensität des Blau ein kon- 
stantes Merkmal ist. 

ad Nr. 12: Prof. O. Neumann teilt mir mit, daß das Weiß am Hinterkopf kein 
Unterscheidungsmerkmal für Columba albimicha Sassi ist, da es einer- 
seits auch bei der echten C. arqitatrix Tem. et Knip. vorkommt, ander- 
seits bei manchen der seit meiner Beschreibung nach Tervueren ge- 
kommenen Stücken von Columba albimicha der Hinterkopf grau ist. 

ad Nr. 78 u. 79: Nach Angaben von O. Neumann haben verläßliche Geschlechts- 
bestimmungen ergeben, daß das cT immer einen graubräunlichen Ober- 
kopf, das g (eventuell ganz junge cT) Rot am Oberkopf zeigt. Es müßte 
demnach das als Poicephalus robustiis fuscicollis Kühl, bestimmte Stück 
ein 9 sein. 



240 



Dr. Moriz Sassi. 



ad Nr. gg: Mit Recht meint Neumann, daß in Anbetracht des Fundortes dieses 
Stück falsch bestimmt ist; es wird wohl, trotz der kaum merklichen 
Verwaschung am Hinterkopf, auch zu Halcyon torquatus forbesi Sharpe 
gehören. 

ad Nr. 154: Offenbar Centropus leiicogaster neumanni Alex (Bull. Br. Orn. CL, 
XXI, p. 178). 

In dieser zweiten Abteilung werden folgende Gruppen besprochen: Pittidae, 
Hirundinidae, Miiscicapidae, Campephagidae, Pj-cnonotidae und Sjdviidae. 

Als neu wurden beschrieben (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wiss. in ^^"ien, 
Nr. XIV, p. 3o8; Sitzung vom 12. VI. igi4): 

Hj'liota slatini nov. spec. 
Phjdlastrephus lorenzi nov. spec, 
Geocichla princei graueri nov. subsp. 
Geocichla gurneyi oberlaenderi nov. subsp. 
Geocichla gurneyi tanganjicae nov. subsp.? 
Cossypha bocagei albimcntalis nov. subsp. 

Ich will nicht verabsäumen, an dieser Stelle Herrn Geheimrat Prof. Dr. 
Anton Reichenow, sowie Herrn Prof. Oskar Neumann für ihre große Liebens- 
würdigkeit, mit der sie mir mit Rat und Tat behiltiich waren, herzlich zu danken. 

Wien, im Juli ig 14. 

Eine ausführlichere Beschreibung der obgenannten neuen Arten erschien 
später im J. f. Orn. ig 15, p. 112 — 118. 

Erst im März igi6 war es mir möglich, die auf meine Anfragen an Ernst 
Hartert eingelangten Mitteilungen, wofür auch ihm hier mein aufrichtigster Dank 
abgestattet sei, im folgenden kurz zu verwerten. 

Das Resultat des Vergleiches einiger fraglichen Arten mit dem Material in 
London, wohin diese kurz vor Kriegsbeginn abgingen, will ich nicht abwarten 

Wien, im März 16 16. 

ig4. Pitta reichenowi Mad. ( Taf. VII). 

cf Beni IX. ig 10. 

Q » X. ig 10. 

9 Mawambi XI. ig 10. 

Der Vergleich mit dem Typus von P. reichenowi ergab die Bestimmung der 
vorliegenden drei Bälge, obwohl das Q (?) von Mawambi einen i^/^ — 2 cm im 
Durchmesser messenden schwarzen Fleck am Kropf hat. Im übrigen stimmt 
aber das Stück so gut mit dem Typus überein, daß ich annehmen muß, jener 
schwarze Kropffleck ist entweder nur bei sehr alten Tieren oder, was wahrschein- 
licher ist, nur zur Brutzeit vorhanden; bisher wurde von keiner der afrikanischen 
Pitta-KvlQn so ein Kropffleck beschrieben. 

Bei genauer Untersuchung des Typus finden sich am Kropf einige grünliche 
Federn, die an der Basis schwärzliche Bänder zeigen, ähnlich wie die Federn (des 
Grauer-Balges) am unteren Rand des schwarzen Kropffleckes gegen die grünliche 
Brust hin, wo auch die grünen Federn mehrere schwarze Innenbänder aufweisen 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



241 



Auch bei dem Stück vom September (Beni) finden sich am oberen Rand der 
bräunlichgrünen Kroptfarbe einige Federn mit schwärzlicher Basis, 

Die beiden Stücke von Beni zeigen schön den Übergang von einer braunen, 
olivgrünlich verwaschenen Unterseite (viele Federn zeigen eine schwache Quer- 
bänderung) zur ausgesprochen grünen Unterseite mit licht bräunlichen Feder- 
rändern. 

Bei den beiden otfenbar jüngeren Stücken aus Beni ist der untere Rand des 
Augenbrauenstreifens weißlich, so daß man hier von einem doppelten Streifen 
sprechen könnte, doch scheint es, daß sich diese Zweifärbung nach und nach aus- 
gleicht. 

Die mittleren der großen Flügeldecken haben beim Stück aus Mawambi 
deutlich dunkler blaue Spitzen als die übrigen Federn, bei den jüngeren Tieren 
sind gerade diese dunkler blauen Spitzen noch gar nicht ausgebildet. 

FL: III, 116, 119 mm (Type: iigmm). 

Auf Tafel IV, «Ibis», igoS, ist der Schnabel falsch, nämlich schwarz ab- 
gebildet, er ist aber sowohl beim Typus als bei den anderen Bälgen an der Firste 
(hier bei jüngeren in geringerem Maße) und an der Wurzel des Unterschnabels 

licht. 

Pitta reichenom Mad. wurde bisher außer vom Mittleren Congo von Dr. 
Christy in Bull. Brit. Orn. Club, XXIlI, 1908—1909, p. 49 vom Chagwe Forest, 
nordwestlich vom Victoria-See beschrieben, ferner im «Ibis», 1904, p. 621, 1905, 
p. 467 und 191 1, p. 518 von Kamerun. 

195. Riparia cincta Bodd. 

g Russissi-Tal V. 19 10. 

cT Rutschuru-Ebene VI. 1910. 
cf Kasindi VII 19 10 

196. Riparia congica Reichw. 

cf Mawambi-Irumu IL 191 1. 

197. Riparia paludicola minor Gab. 

cf Provinz Bukoba 26. XII. 1909. 
Q » » 25. XII. 1909. 

Fl. 100, io3; Schw. 50, 53. 

Die beiden Stücke wurden in Berlin mit R. p. ducis Rchw. (Orn. Monatsber., 
1908, p. 81) verglichen; R. p. ducis Rchw. ist entschieden dunkler. 

'oie Länge des Schwanzes ist in Reichenows V. A. wohl zu klein angegeben 
(45 mm), da die beiden Stücke von Grauer 50, respektive 58 mm und ein Stück 
in Berlin von Emin, auch von Bukoba, 52 mm Schwanzlänge haben. 



198. Hirundo rustica L. 

cf Bukoba 26. XII. 1909. 

cf Provinz Urundi I. 19 10. 
cfg Baraka IL 1910. 

2 cf Beni X. 1910. 

Q » X. 1910 



4 9 med. Beni X. 1910. 

d" Beni-Mawambi X. 19 10. 
3 cf Ukaika XII. 1910. 

g iuv, Ukaika XII. 1910. 

d*' iuv. » I. 1911. 



242 Dr. Moriz Sassi. 



199. Hirundo angolensis Boc. 

cT Provinz Bukoba 26. XII. igog. 

cf" » Urundi I. 1910. 

2 5 Ishangi (Kiwu-See) V. 19 10. 

200. Hirundo stnithi Leach, 

2 cf Üvira IL 19 10. 
20 r. Hirundo puella Tem. Schi. 



2 cf Bukoba 22. XII. igog. 

(j) iuv. Provinz Bukoba I. ig 10. 

2 cf Baraka IV. ig 10. 



cT Kissenji VI. ig 10. 
0^9 Moera VIII. igio. 



Das junge Exemplar hat einen schwarzbraunen Oberkopf mit nur sehr schmalen 
rostbraunen Federsäumen. Die Strichelung ist besonders am ganzen Vorderhals 
sehr eng, die ganze Unterseite stärker röstlich verwaschen. 

202. Hirundo emini Rchw. 

c? Provinz Bukoba 26. XII. igog. 
9 med. Kasindi-Beni VII. igio. 

Das jüngere Exemplar hat am Vorderhals deutliche braune Schaftstriche; die 
Brust- und Bauchmitte ist rahmfarben, doch sind Halsseiten, Kropf, Flanken und 
die untere Bauchpartie deutlich rostfarben, wie bei dem erwachsenen Stück. Die 
Oberseite ist nur wenig glänzend, der Bürzel lichter, ebenso das Nackenband. Die 
inneren Armschwingen haben braune Säume. 

20 3. Hirundo gordoni Jard. 

cf iuv. Beni IX. igio. 

Die Oberseite nur mit einzelnen glänzenden Federn, sonst braunschwarz; die 
Unterseite rostfarben mit hellrotbraun gemischt; die weißen Flecke auf den Schwanz- 
federn, besonders auf der äußersten röstlich verwaschen. Fl. 117 mm. 

204. Hirundo senegalensis L. 

9 Mawambi-lrumu II. igii. 

205. Hirundo monteiri Hartl. 

4 cf Urwaldrand westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. igio. 

Das Rotbraun der Unterseite der vier vorliegenden Stücke ist dunkler als das 
bei den vier verglichenen Exemplaren von H. senegalensis L. 

206. Psalidoprocne holomelaena Sund. 

4 cT Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. igio. 

207. Psalidoprocne albiceps Sei. 



cT iuv. Bukoba 24. XII. igog. 

cT iuv. Provinz Bukoba 26. XII. igog. 

cf Russissi-Tal V. ig 10. 

3 cT Kasindi VII. igio. 

Die drei jungen Exemplare zeigen keine Spur von Weiß am Kopf. 



9 Kasindi VII. 

9 iuv. Kasindi VII. 
2 c? Beni VII u. IX. igio. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 248 



208. Alseonax infulatus Hartl. 
5 cf Ishangi (Kiwu-See) V. 19 10. j 3 cf Kissen ji (Kiwu-See) V. 19 10. 
^ 5 ' - V. 1910. I 3 9 ^ y> N. 1910. 

2 c/ luv. » » V. 19 10. ! g iuv. » » VI. 19 10. 

9 iuv. » » V. 1910. i 2 9 Beni IX. 1910. 

Die jungen Stücke haben an Kopf, Rücken und Schultern licht drappfarbene 
pfeilspitzenförmige subterminale Binden an den braunen Federn. Der Bürzel ist 
röstlichdrapp, braun quergebändert; Armdecken und hintere Schwingen rostfarben 
gesäumt, vordere Schwingen mit drappfarbenem Endsaum; Schwanzfedern mit 
röstlichem Endsaum; Kropf- und Brustfedern braun gesäumt und röstlich verwaschen. 

2og. Alseonax murinus pumilus Rchw. 

cT Bukoba 17. XII. igog. 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

Q iuv » » » » » II. 19 10. 

4 cf » » » » » III. ig 10. 

$ » » » » » III. ig 10. 

9 » » » » » IV. 1910. 

Das Vorkommen am Westufer des Tanganjika scheint noch nicht erwähnt 
zu sein. 

Das junge Exemplar hat auf Kopf und Rücken, am Ünterrücken und Bürzel 
röstliche Flecke mit dunkler Umsäumung; Flügeldecken und Armschwingen mit 
röstlichem Endsaum; Brustfedern mit bräunlichem Saum. 

210. Alseonax sylvia Rchw. 

9 Moera VII. 1910. 

9 Ukaika XII. ig 10. 

9 Mawambi-Irumu II. ig 11. 

Fl. 76, 72, 6g; Schw. 65, 58, 55; Sehn. 12, io'5, 10*5; U, 18, 16, 16 mm. 

Von ^4. riifiilatiis Hartl., dem diese Art sonst recht ähnlich sieht, vor allem 
durch die weißen Unterflügeldecken, den ganz lichten Unterschnabel und den 
graueren Ton von Kopf- und Halsseiten und Kropf unterschieden. 

Von Prof. O. Neumann aufmerksam gemacht, kann ich die vorliegenden 
Exemplare, die ich erst nur als eine A. gambagae Alex, nahestehende Art be- 
zeichnen konnte, nun als A. Sylvia Rchw. bestimmen, welche Art als Bradornis 
Sylvia in den Orn. Monatsber., igog, p 42 mit den Grauer-Exemplaren völlig über- 
einstimmend beschrieben ist. Ferner machte mich O. Neumann aufmerksam, daß 
diese Art vielleicht identisch mit Alseonax olivascens Cass. [Apatema olivascens 
Cass. in V. A.) ist; im J. f. O., igi4, p. 156 schreibt O. Neumann allerdings bei 
dieser Art: «Schwingen . . . innen im oberen Teil . . . rötlichweiß gesäumt», bei den 
drei hiesigen Stücken sind die Innensäume aber weiß, nur bei einem mit einem röst- 
lichen Anflug; Kehle und Bauch muß man bei A. Sylvia direkt als weiß bezeichnen, 
Neumann gibt grauweiß an; abgesehen davon sind Beschreibung und Maße von 
A. olivascens Cass. mit Alseonax sylvia Rchw. sehr übereinstimmend. Ebenso paßt 
die Beschreibung von «■ Apatema olivascens Cass.» in V. A. recht gut, bis auf die 
«grünlichgraue» Brust, was wohl auf eine Ungenauigkeit der Beschreibung oder 
Übersetzung zurückzuführen ist. 



244 ^''' Moriz Sassi. 



§ 


VII. 


1910. 


(Unterschnabel 


cT 


MII. 


1910. 






39 » 


VIII. 


1910. 




» 


cf^i Ukaika 


XII. 


1910. 




» 


d^ » 


I. 


191 1. 




» 


39 » 


I. 


191 1. 




» 



211. Alseonax flavipes Bates (= A. epulatus Cass. in Rchw,, V. A., II, 

455)- 

cf luv. Moera VII. 1910. (ünterschnabelwurzel licht, Füße «grau».) 

-> ■'-• «gelb».) 

» » » ) 

» » » ) 

» » » ) 

» » «hellbraun».) 

» » » ) 

9 med. Ukaika I. 1911. (Ünterschnabelwurzel » » «braun».) 

^Me aus obigen Angaben ersichtlich, ist der Unterschnabel beim jungen Tier 
nur an der Wurzel licht, und zwar lichtbräunlich, beim etwas älteren Exemplar 
ist die Ünterschnabelwurzel viel lichter und nur eine kleinere Partie der Spitze 
dunkel; bei den erwachsenen 11 Stücken ist der ganze Unterschnabel licht (gelb- 
lichweilB), nur in 9 Fällen ist die äußerste Spitze dunkel. 

In Rchw., V. A. (.4. epulatus Cass.) müßte es heißen: Unterkiefer blaß, nicht 
«Wurzel des Unterkiefers blaß». 

In der Fußfarbe ergibt sich nach den Angaben Grauers folgende Abstufung: 
iuY.: «grau», med.: «braun», ad.: «hellbraun» (4 Stücke), «gelb» (9 Stücke). 

Das 9 med. ist im ganzen bräunlicher, besonders auf Schwanz und Flügeln, 
so gefärbt wie das cf iuv., nur ohne lichte Flecke und Säume. 

Das Grau der Oberseite ist bei den Stücken mit «hellbraunen» Füßen gar 
nicht von dem der Stücke mit «gelben» Füßen unterschieden. 

Nach Bates («Ibis», 191 1, p. 521 — 522) hat Cassin zuerst (Proc. Acad. Sc. 
Philad., 1855, p. 326) Butalis epulatus mit «bill and feet dark» beschrieben, so 
daß die später von Sharpe als ^4. e. fantiensis aufgestellte Unterart richtig Alseonax 
epulatus Cass. zu heißen hat. 

Das spätere Zitat von Cassin (Proc. Acad. Sc. Philad., 1859, p. 51), das auch 
Rchw'., V. A. anführt, bezieht sich eben teils schon auf die hellfüßigen Exemplare, die 
Cassin als ältere Stücke ansah. Für diese nun namenlose hellfüßige Form stellt 
Bates den Namen A. flavipes auf. 

Vor 1910 (Reichenow, I. Mecklenburg-Expedition und Grant, Trans. Zool. 
Soc. London, XIX, p. 392, «epulatus Cass.») nur aus Kamerun und Gabun bekannt. 

212. Alseonax tornensis Hart. 

9 Provinz Urundi I. 19 10. 
4 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See 

9 » » » » 

100» » » » 

cT iuv. » » » » 

99 ^^ ^ ^■^ ^^ 

9 » » » » 

9 » » von Baraka (2000 m) III. 1910. 

Von 15 gemessenen Stücken haben die Fl. 77 — 82 mm, der Schw. 67 — 73 mm, 
der Sehn. i3 — 14 mm; der Schwanz ist also etwas länger, der Schnabel kürzer als 
dies bei Reichenow, V. A., angegeben ist; dagegen stimmen die Maße mit den 
für Dioptrornis kiwuensis Rchw. (V. A., III, p. 83o und Vogelfauna d. Mittelafr. 



2000 m 


) II. 


1910, 




II. 


igio, 


» 


III. 


igio, 


» 


III. 


1910, 


» 


III. 


19 10, 


» 


IV. 


igio, 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 245 



Seengehietes, p. 29g) angegebenen gut überein, welche Art ja, wie Reichenow 
selbst annimmt, mit .4. toruensis Hart, zusammenfällt. 

Das Stück von Urundi ist im ganzen bräunlicher als alle übrigen, doch zeigte 
es sich auch hier, wie so oft, daß diese rostbräunliche Verwaschung auf äußere 
Einflüsse zurückzuführen ist und sich leicht mit Wasser entfernen läßt. 

Der junge Vogel ist an Bauch und Brust, weniger am Vorderhals röstlich- 
braun verwaschen und hat noch einige Federn mit schwarzbraunem Endsaum, ein- 
zelne Federn am Hinterkopf, Rücken und (zahlreicher) am Bürzel, dann Flügel- 
decken und manche Schwingen zeigen weiße bis ockergelbliche Endflecken. 



21 



3. Alseonax ansorgei Hart. 



3 cf Beni X. 1910. 

2 9 Beni-Mawambi X. 19 10. 

cT Maw^ambi XI. 1910. 

Q » 1910, 



9 östliche Randberge der Rutschuru- 
ebene (Urwald, 1600 m) VI. 1910. 
cf Moera VIII. 19 10. 
d Beni IX. 19 10. 

2 Q » IX. I9IO. 

Fl. 61—66, Schw. 50—58, Sehn. 11-5- 13-5, L. 17— 17-5 mm. 

Die vorliegende Serie stimmt sehr gut mit der Originalbeschreibung (Bull. 
Brit. Orn. Gl., XXV, p. 95) überein; als Fundort ist dort Gaboon angegeben, es 
verbreitet sich also auch diese Art von der Westküste durch das ganze Ürwald- 
gebiet bis zum Seengebiet. Es scheint übrigens nicht unmöglich, daß die einige 
Seiten früher (Bull. Brit. Orn. GL, XXV, p. 27) von Bates beschriebene Art Parisoma 
halospodhun Bates mit Alseonax ansorgei Hart, zusammenfällt. Die Beschreibung 
paßt auch sehr gut auf die Grauer-Serie; Bates vergleicht diese Art selbst mit 
einigen Muscicapa-, respektive Alseonax- XvlQn, so daß die Zurechnung zu Parisoma 
vielleicht gar nicht richtig ist. {Parisoma soll nach Rchw., V. A. einen stark ge- 
rundeten Schwanz haben.) 

Erst ein Vergleich meiner Exemplare mit beiden Typen ließe eine Entschei- 
dung hierüber zu. Wäre meine Vermutung richtig, so müßte allerdings diese Art 
Alseonax holospodiiim Bates heißen. 

Nachtrag März 1916: Nach schriftlicher Mitteilung Harterts sind obige Stücke 
von .4. ansorgei nicht trennbar; es liegt in Tring allerdings nur ein Exemplar vor. 
Der Schnabel der Wiener Stücke ist teilweise dünner und schlanker als der des 
Tringer Stückes, bei einigen Exemplaren jedoch stimmt er überein. Parisoma 
holospodiiim Bates ist Hartert nicht bekannt. 

214. Alseonax cinereus Gass. 

{Alseonax lugens Hartl. = Hypodes cinereus Gass.) 

9 Beni IX. 1910. 
g » X. 1910. 
Fl. 69—71, Schw. 56 — 58, Sehn. 12, L. 16 — 17 mm. 

Alseonax caerulescens Hartl., wofür ich die beiden Stücke ursprünglich hielt, 
ist, wie der Vergleich in Berlin ergab, lichter. Die Ünterflügeldecken, die bei A. 
caerulescens weiß, bei A. lugens grau sein sollen (V. A.), sind hier grau mit weißem 
Saum, die Achselfedern rein weiß, nur an der Basis grau. 

Die anscheinend sehr ähnliche Art A. itiiriensis Rchw. (Orn. Monatsber., 1908, 
p. 191) ist nur nach einem noch dazu sehr ungünstigen, in der Mauser befindlichen 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, igiO. IJ 



246 



Dr. Moriz Sassi. 



Exemplar (Schw. 48mm) aufgestellt; ich glaube kaum, daß sie berechtigt ist; ebenso 
dürfte A. brevicauda Grant (Bull. Br. Orn. GL, XIX, p. 107), Schw. 46 mm, zweifel- 
haft sein; die angeführten Unterscheidungsmerkmale von A. lugens sind nicht ein- 
wandfrei, da z. B. A. liigens auch einen weißen Zügelstrich hat (V. A.) 

Die w-eißlichen Säume an den Sekundärschwingen sind bei frisch vermauserten 
Stücken otfenbar deutlicher. 

Nach O. Neumann (J. f. O., 1914, p. 156—157) ist Alseojiax lugens Hartl. 
nichts anderes als Hypodes cinereus Gass. (= Muscicapa Cassini Heine, J. f. O., 

1859)- 

Nachtrag März 1916: Nach brieflicher Mitteilung Harterts haben die Exem- 
plare von A. lugens graue Ünterflügeldecken und unterscheiden sich auch sonst 
von den vorliegenden Stücken; dagegen sollen diese gut mit .4. brevicauda Grant 
stimmen, (In der Schwanzlänge scheint jedoch ein großer Unterschied vorhanden 
zu sein.) 

215. Melaeornis pammelaina Stanl. 

4 9 Kasindi VII. 19 10. 

9 iuv. Kasindi VII. 19 10. 
cT Kasindi-Beni VII. 1910. 
Das 9 von Kasindi-Beni hat noch einige wenige lichte Flecke des Jugend- 
gefieders. 

216. Melaeornis ater tropicalis Gab. 

cT Provinz Bukoba XII. 1909. 

217. Bradornis pallidus murinus Finsch et Hartl. 

3 9 Baraka 

c/ » 
29 » 

cf Russissi-Tal 
29 » 

cf Kissenji (Kiwu-See) V. 19 10. 

Vgl. «Ibis», 1913 (Oktober), p. 687 und Bull. Brit. Orn. GL, XXXIII, p. 65. 

218. Stizorhina vulpina Rchw. 



9 Kasindi-Beni VII. 19 10. 

3 9 iuv. Kasindi-Beni VII. 19 10. 



9 Provinz Bukoba 


XII. 


1909. 


cT 


I. 


19 10. 


29 » » 


1- 


19 10. 


9 iuv. » » 




1910. 


9 Sultanat Kissaka 


I. 


1910. 


9 Provinz Urundi 




ig 10. 


6 cf Baraka 


IL 


1910. 



IL 


1910. 


IV. 


1910. 


IV. 


1910. 


V. 


1910. 


V. 


19 10. 



cf Beni 

cT Moera 

29 » 

5 cf » 
8 9 

29 » 

4 cT Beni 

29 » 



VII. 1910. 

VII. 1910. 

VII. 1910. 

VIII. 1910. 

VIII. 1910. 

IX. 1910. 



IX. 
IX. 



I9I0 
I9I0. 



X. igio. 



Q Beni-Mawambi XL 19 10. 





cf 


Mawambi 


XL 


1910. 


2 


9 


» 


XL 


igio. 


2 


cf 


Ukaika 


XII. 


19 10. 


2 


9 


» 


XII. 


1 910. 


5 


cf 


» 


I. 


1911. 


2 


9 


» 


I. 


191 1. 


2 


d' 


Mawambi 


IL 


1911. 




9 


» 


IL 


1911. 



2 cT Beni-Mawambi X. 1910. 

Stizorhina grandis Grant (Bull. Br. Orn, GL, XXVII, p. 3o) kommt wegen der 
viel größeren Maße dieser neuen Art für die Grauer- Bälge nicht in Betracht; 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. -^47 



auch ist diese östliche Art dem Fundort nach (Gazi, Shimba Hills, near Mombasa) 
kein Urwaldbewohner, was St. vulpina nach den obengenannten Fundorten wohl 
sein mulj. 

Im Bull. Br. Orn. Gl., XXXI, p. 107—108 wird von Glarke auf Grund von 
zwei Exemplaren eine neue Subspezies St. vulpina intermedia aufgestellt, die sich 
nur durch die Maße — sie steht zwischen St. vulpina und St. grandis Grant — 
von St. vulpina unterscheiden soll. Es sind von Glarke für St. vulpina FI. 92—96, 
Schw. 76— 80 mm, inv St. V. intermedia Fl. 103-105, Schw. 90-91, für St. grandis 
Fl. 120, Schw. 106 mm angegeben. 

Ich habe nun 29 Stücke der Grauer-Kollektion gemessen und für die Flügel 
die Made von 92 -108 mm (i St. 92, 3 Stück 98, 4 St. 94, 3 St. 95, i St. 96, 
3 St. 97, 4 St. 98, 6 St. 99, je I St. 100, loi, 104, 108 mm), für den Schwanz 
82—97 mm (3 St. 82, I St. 84, 6 St. 85, 4 St. 86, 2 St. 87, 2 St. 88, i St. 89, 
5 Stück 90, je I St. 91, 92, 94, 95, 97 mm) gefunden. Es ist also evident, daß diese 
neue Subspezies einzuziehen ist und zeigt dieser Fall besonders deutlich, wie wichtig 
größere Serien sind und wie unrichtig es ist, nach zwei Exemplaren wegen ge- 
ringer Größenunterschiede eine neue Subspezies aufzustellen. 

219. Muscicapa grisola L. 
5 ^ Baraka II. 1910. | 2 Q Beni X. 1910. 

3 g » IL 19 IG. 9 Beni-Mawambi X. 19 10. 

Q Urwald westlich vom Tanganjika- j 
See ('2000111) III. 1910. j 



220, Pedilorhynchus comitatus Cass 

cT Moera VII. 1910 

Q » VII. 19 10 

29 » \'1II. 1910 



2 g Ukaika XII. 19 10. 
2 cT » I. igi I. 

g » I. 1911. 



9 Beni X. 1910. 1 cf' Irumu II. 19 11. 

Mawambi XI. 19 10. ' 9 ^' ^^- '9'i- 

Nach Reichenow (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes) ist P. stuhlmanni 
camerunensis Rchw. identisch mit P. comitatus Gass. Sharpe («Ibis», 1904, p. 624) 
und Grant (Trans. Zool. Soc. Ed., XIX, p. 392) ziehen auch P. stuhlmanni Rchw. 
ein, so daß nur P. comitatus Cass. bestehen bliebe. 

221. Pedilorhynchus tessmanni Rchw. 

d' Mawambi XI. 19 10. 

Q » XI. I9IO. 

Der Vergleich mit dem Berliner Material ergab obige Bestimmung. P. tess- 
manni Rchw. hat keinen weißen Zügelstrich, wie dies aus dem Vergleich mit P. 
camerunensis in der Originalbeschreibung (Orn. Monatsber., 1907, p. 147) zu schließen 
w^äre. Es ist daher auch möglich, daß P. brevirostis Bates (wie ich obige zwei 
Stücke ursprünglich bestimmt hatte) mit P. tessmanni Rchw. identisch ist und daher 
einzuziehen wäre (Bull. Br Orn. GL, XXV, p. 28'. Fl. 70, 76; Schw. 55, 60; 
Sehn. 11; L. 17 mm. 

222. Pedilorhynchus stuhlmanni Rchw.? 

9 Moera VII 1910. 

17* 



248 Dr. Moriz Sassi. 



Das Stück ist am ähnlichsten der Art P. stiihlmanni Rchw., die (s. o.) Sharpe 
und Grant mit P. comitatus Cass. vereinigen. Der Zügelstrich ist hier kaum merk- 
lich, die Kehle blaß bräunlichgrau, die Bauchmitte kaum lichter; dies sind die Ab- 
weichungen von der typischen Färbung; andererseits finden sich im Berliner Mu- 
seum zvfti ganz ähnliche Stücke, die als P. stiihlmanni Rchw. bestimmt sind. Fl, 62, 
Schw. 55, Sehn. 11, L. 15 mm. 

Nachtrag März 1916: Nach schriftlicher Mitteilung Harterts sind sechs 
Exemplare von P. stiihlmanni größer und haben weiße Kehlen; er hält jedoch 
unseren fraglichen Vogel für einen jüngeren. 

223. Pedilorhynchus spec? 

Q iuv. Ukaika XII. 1910. 

Fl. 71, Schw. 56, Sehn. 10, L. 16 mm. 

«Auge schwarz, Füße grau, Schnabel braun» (nach der Etikette); am Balg ist 
der Oberschnabel braun, der Unterschnabel licht hornfarben, nur an der Spitze 
bräunlich. 

Den Maßen nach vielleicht ein junger P. tessmanni Rchw.? 

Die Federn der Oberseite sind lichtdrapp mit dunkelbraunen Säumen, die 
Basis der Federn ebenfalls braun; dazwischen auf Rücken und Schultern einige 
schiefergraue Federn; Schwingen graubraun. Die großen Flügeldecken graubraun, 
vor dem sehr schmalen dunklen Endsaum ein breites drappfarbenes Band; ähnlich 
die letzten Sekundärschwingen. Schwanz grau (etwas bräunlich) mit kleinen licht 
drappfärbigen Endflecken. 

Unterseite weiß, jede Feder mit schmalem braunen Saum. Unterflügeldecken 
grau mit weißem Saum, Achselfedern weißlich, ebenso die Unterschwanzdecken. 

Nachtrag März 1916: Hartert meint, daß obiges Stück zu der unter Nr. 214 
beschriebenen Alseonax-KvX. gehört. 

224. Hyliota slatini Sassi (Taf. VIII). 

cf Beni X. igio. 

Fl. 65, Schw. 42, Sehn. 12, L. 18 mm. 

Ich will hier vorerst der Vollständigkeit halber die Originalbeschreibung 
(Sitzungsber. der kais. Akad. d. Wiss. in Wien, 1914, 12. VI.), respektive den etwas 
ausführlicheren Text im J. f. O., 1915, p. 112 wiederholen. Ganze Oberseite samt- 
schwarz mit nur sehr schwachem veilchenblauen Glanz; die weißgraue Basis der 
Bürzelfedern ist durch die schwarzen Spitzen derselben ganz verdeckt, so daß 
man bei dem vorliegenden Exemplar keine weißgraue Fleckung oder Bänderung 
des Bürzels sieht; Schwanzfedern ganz schwarz. Alle kleine Flügeldecken schwarz, 
ebenso die vorderen mittleren und großen Decken, die folgenden weiß mit mehr 
oder weniger schwarz an der Außenfahne und Spitze, die hinteren ganz weiß, 
ebenso die Basis der hinteren Sekundärschwingen; im übrigen sind die Schwingen 
schwarz mit schmalem weißen Innensaum; Unterflügeldecken weiß, am Flügelrand 
etwas mit schwarz gemischt. 

Unterseite röstlich weiß, Bauch und Flanken blasser, Unterschwanzdecken 
reinweiß. Schenkel vorn weiß, hinten schwarz. Iris «schwarz», Fuß «grau», 
Schnabel «schwarz» (n. d. Etikette). 

Typus: c? Beni X. 19 10, coli. Grauer, k. k. naturhistor. Hofmuseum in Wien. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 249 



In der Farbe des Glanzes nähert sich diese Art der H. violacea Verr.; in der 
Schwäche des Glanzes der H. aiistralis Shell. 

Von H.flavigasta barbozae Hartl. vor allem durch den geringen und violetten 
(nicht blauen) Glanz unterschieden. 

Von H. i'iolacea Verr. durch geringere Größe, durch die weißen Unterflügel- 
decken, die weiße Basis der Sekundärschwingen, die vorn weißen Schenkel und 
den schwachen Glanz (und durch den äußerlich einfarbigen Bürzel) unterschieden. 
In der Originalbeschreibung von H. violacea Yerr. (Rev. Mag. Zool., 1851, p. 3o8) 
sind nur schwarze Schenkel genannt, von der Farbe der Unterflügeldecken und 
des Bürzels jedoch nichts erwähnt, von den Schwingen heißt es, daß sie schwarz 
sind (also ohne weißer Basis der Sekundärschwingen), und von den mittleren 
Decken, daß sie einen großen weißen Fleck haben (also nichts von den großen 
Decken). Genauer jedoch ist die Beschreibung des Typus in der Arbeit Hartlaubs 
(J. f. O., i883, p. 327—329) auf Grund von im Auftrag der Akademy of Nat. 
Sciences durch Fräulein Grace Anna Lewis gemachten Angaben enthalten; hier 
heißt es: Innenseite des Flügels schwärzlich dunkel, Armschwingen tiefschwarz, 
Schenkelfedern schwarz, Scheitel, Hinterhals und Oberrücken sehr schön metallisch 
violett glänzend; ob man die grauen, respektive weißen Teile der Bürzelfedern 
sieht oder nicht, ist nicht gesagt, doch kann dies auch von der Präparation ab- 
hängen (auf der Tafel von H. aiistralis Shell. [«Ibis», 1882, "p. 258, Taf. VII] sieht 
man die lichten Basalteile sehr deutlich). Von den Flügeldecken heißt es, daß 
scheinbar nur eine einzige den weißen Fleck bildet, und zwar eine der inneren 
großen Decken, bei einigen anderen ist das Weiß verdeckt. Die Maße des Typus 
(Philadelphia, coli. Wilson) sind: Fl. 78, Schw. 45, L. 20 mm. 

Von H. aiistralis Shell, ist H. slatini vornehmlich durch den ganz schwarzen 
Schwanz unterschieden; die Federn (mit Ausnahme der mittelsten) zeigen bei 
H. aiistralis Shell, deutlich weiße Außensäume bis zu ^/^ der Länge i^Ibis», 1882, 
p, 258—259, Taf. VII). Auch scheint H. aiistralis Shell, etwas größer als H. slatini 
zu sein (//. aiistralis: Fl. 71-12, Schw. 50-80, Sehn. io-i6, L. 19-05 mm). 

225. Chloropeta natalensis massaica Fschr. Rchw. 

cf Bukoba 22. Xll. 1909. 
Q » 22. XII. 1909. 

(^ Irumu IL 191 1. 

226. Chloropeta similis Richm. 

ö Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. 1910. 

g » » » » » III. I9IO. 

^ » » » » » IV. 19 10. 

g » » » y> » IV. ig 10. 

Reichenow (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes) zieht, wie Oberholzer 
(Proc. U. St. St. M., 28, 1905, p. 912), Ch. n. kcnjra Sharpe ein, ebenso wie Ch. 
schubotzi Rchw. (O. M., igoS, p. 119). 

Die Grauer-Exemplare stimmen mit einem von der Terra typica (Masangu, 
Kilimandjaro) stammenden Stück im Berliner Museum genau überein. 

Fl. 58 — 60 mm. 

Der Fundort scheint neu zu sein. 



250 



Dr. Moriz Sassi. 



227. Batis minor congoensis Xeum. 

2 ö' Kasindi MI. 1910. 

Q -> Vll. 19 10. 

Fl. 62 mm. 

Nach O. Neumann, Revision des Genus Batis (J. f. O., 1907, p. 348), glaube 
ich die drei vorliegenden Stücke zur Subspezies B. m. congoensis Neum., die nach 
den Worten des Autors vorläufig alle westafrikanischen Exemplare umfaßt, zählen 
zu müssen. 

Die Form B. m. nyansae Neum. würde des Fundortes halber wohl besser 
passen, nur ist bei dem vorliegenden Q von einem olivbraunen Ton am Rücken 
absolut nichts zu sehen. B. m. siiahelicus Neum. ist wieder zu klein (55 — 58 mm 
Flügellänge). 

Abgesehen von Neu mann (1. c.) wird auch von O. Graf Zedlitz (J. f. O., 
ig IG, p. 791) betont, daß bei B. senegalensis L. und bei B. minor mit den dazu- 
gehörigen Subspezies die Kopfplatte schwarz ist, bei B. orientalis Heugl. (u. Subsp.) 
aber grau, also nicht wie Rchw., V. A. angibt: «cf (von B. orientalis Heugl.) von 
dem cf der B. senegalensis nicht unterschieden; — cf und 9 (von Batis orientalis 
minor Erl.) ganz mit B. orientalis übereinstimmend». 

Unterflügeldecken größtenteils schwarz, die größten jedoch weiß, der Flügel- 
rand teils weiß. 

228. Batis molitor puella Rchw. 

Q Provinz Bukoba XII. igog. 

Q iuv. » » XII. igog. 

g iuv. ^ » I. ig 10. 

2 cT Urwald westlich von Tanganjika (2000m) III. ig 10. 

Q » » » » » II. IQ IG. 

Die Subspezies Batis molitor niontana Sjöstedt (Kilimandjaro-Expedition) halte 
ich nach den angeführten Unterscheidungsmerkmalen für zweifelhaft. 
(Vgl. Neumann, J. f. O., igo7, p. 355.) 

22g. Batis diops Jacks. (Bull. Brit. Orn. Club, XV, igo5, p. 38). 

IG cf Urwald we«;tlich vom Tanganjika-See (200G m) II. igio. 
8 cf » » » » » III. ig 10. 

Sowohl Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, ig ig, p. 3g8, PI. XVIII) als 
Sharpe (Jackson, «libis», igo6, p. 535) erwähnen, daß die Q dieser Spezies an- 
scheinend sich nicht von den cf unterscheiden, was allerdings sehr autfallend wäre. 

Nach der Originalbeschreibung wäre B. diops ähnlich B. mixta Shell., hat aber 
nach dem vorliegenden Material keinen weißen Genickfleck, wie dies für B. mixta 
angegeben ist. 

Nach Reichenow (I. Mecklenburg-Exped.") im westlichen Urwald des Tan- 
ganjika-Sees zuerst igo8 von Grauer gesammelt, vorher nur vom Ruwenzori bekannt. 



23o. Diaphorophyia castanea Fräs. 
5 cf Beni MI. ig 10. 



2 cf iuv. » 


VII. 


igio. 


3 9 


VII. 


igio. 


cf Moera 


VII. 


igio. 



g cf Moera MII. 19 10. 

ö' iuv. » MII. 1910. 

i3 9 » VIII. igio. 

3 cf » IX. ig 10. 



Beitras zur Ornis Zentralafrikas. 



251 



d' iuv. 


Moera 


IX. 


igio. 


cf 


iuv. 


Beni-Mawambi 


X. 


1910. 


9 


» 


IX. 


1910. 


9 




» 




X. 


1910. 


8cf 


Beni 


IX. 


1910. 


cT 




Mawambi 




XI. 


1910. 


3 cT iuv 


» 


IX. 


igio. 


cf 


iuv. 






XL 


1910. 


89 


» 


IX. 


1910. 


Q 




» 




XI. 


1910. 


3 cf 


» 


X. 


19 10. 


9 




Ükaika 




XII. 


1910. 


5 cT iuv. 


» 


X. 


igio. 


2 9 




» 




I. 


igi I. 


4 '^ 


» 


X. 


1910. 


71 

c 


iuv. 


Mawambi 


-Irumu II. 


191 1. 


cf Beni-Mawambi X. 


1910. 


cf 




Irumu 




IL 


191 1. 



Die jungen Stücke sind alle als cf' bezeichnet; die Brust ist weißlich und 
graubraun gewellt, mehr oder weniger mit rotbraun gemischt; die Kehle weißgrau 
mit rotbraun gemischt oder rein weiß (auch oft mit etwas rotbraun). 

Wie Sharpe ( Jbis», 1904, p. 625) richtig erwähnt, ist diese Spezies oft nicht 
leicht von der westlichen Form D. honnophora Rchw. zu unterscheiden, da die 
weißen Halsseiten von D. castanea manchmal (infolge der Präparation) sich weit 
i?egen den Nacken ziehen und den Eindruck eines weißen Nackenbandes machen 
können. 

23 1. Diaphorophyia tonsa Bates (Bull. Brit. Orn. Club London, XXVII, 

^' ^' 39 Moera VIII. 1910. 

Diese bisher nur von Südkamerun bekannte Art liegt in drei erwachsenen 
weiblichen Exemplaren vor. 

Das Hauptmerkmal liegt in dem schwarz glänzenden Oberkopf beim 
Weibchen; das Männchen soll dem von D. castanea Fräs, fast gleichen; jedenfalls 
ist unter den vorliegenden Männchen von D. castanea Fräs, keines, das ich mit 
einiger Berechtigung hievon ausscheiden könnte, um es zu jD. tonsa Bates zu stellen. 

Zur Urbeschreibung wäre noch zu ergänzen, daß der Augenbrauenstreif sich 
noch ein Stück hinter das Auge auf die Schläfe erstreckt, weshalb er trotz des 
Augenlappens sichtbar ist; auch ist er teilweise rostbräunlich verwaschen. 

Ob in der Entwicklung des Augenlappens selbst ein Unterschied von D. 
castanea Fräs, liegt, möchte ich, soweit dies nach den trockenen Stücken möglich 
ist, bezweifeln, höchstens, daß er weniger weit nach hinten reicht, schmäler ist er 
aber nicht. 

Das Rotbraun der Ober- und Unterseite stimmt mit dem von D. castanea 

Fräs, überein. 

Fl. 58 mm. 

Die anfangs naheliegende Vermutung, daß unausgefärbte cT von D. castanea Fräs, 
vorliegen, wird durch den L'mstand entkräftet, daß bei jungen cf von D. castanea 
Fräs., sobald sich am Kopf die schwarzen Federn zeigen, solche auch schon am 
Rücken oder an der Brust auftreten, während bei unseren Exemplaren die Kopfplatte 
völlig schwarz ist, sich aber weder am Rücken noch an der Brust schwarze Federn finden. 



232. Diaphorophyia jamesoni Sharpe. 
2 cT Beni VII. 1910. 

4 cf Moera VIII. 1910. 

2 cT iuv, » MII. 19 IG. 

49 » MII. 19 IG. 

2 9 iuv. » MII. 19 IG. 



cf 
9 
9 
9 



Beni IX. 1910. 

» IX. 1910. 

iuv. » IX. 191G. 

» X. 1910. 



252 Dr, Moriz Sassi. 



Die Färbung der jungen Tiere (brauner \^orderhals) ist von Grant (Trans. 
Zool. Soc. London, XIX, p. Sgg) sehr richtig beschrieben, in Reichenows V. A. 
dagegen noch nicht angeführt. Die mehr graue Oberseite ist jedenfalls eine Eigen- 
tümlichkeit des Jugendgefieders; ob auch die Weibchen oben grauer sind, wie das 
angegeben wird, muß ich nach dem vorliegenden Material bezweifeln, da sich hier 
5 Q mit ebenso glänzender Oberseite rinden, wie die cT, dagegen 2 cf wieder 
weniger Glanz und einen graueren Ton zeigen. 

233. Diaphorophyia grauen Hart. (Bull. Brit. Orn. Club, XXIII, p. 7). 



cf Mawambi XI. igio. 

cf Ukaika XII. igio. 

cf iuv. » XII. igio. 

c/ » I. 1911. 

cf Mawambi-Irumu II. igii. 



cf Moera VII. igio. 

7 cf » VIII. igio. 

cf (?) iuv, » VIII. ig IG. 

5 (^ Moera VIII. igio. 

Q med. » VIII. ig IG. 

cf^ » IX. ig IG. 

Dem Fundort nach und nach den im großen und ganzen als grün zu be- 
zeichnenden Außensäumen der Primärschwingen muß ich diese Serie als D. graueri 
Hart, bestimmen. 

Ich muß jedoch bemerken, daß, soweit man nach Beschreibungen und Tafeln 
urteilen kann, die Versuchung sehr nahe liegt, die Formen D. graueri Hart, und 
D. ansorgei Hart. (Bull. Br. Orn. Gl., XV, p. 74), zu vereinen, falls sich auch noch 
Material aus dem zwischen den beiden jetzigen Fundorten gelegenen Gebiet 
rindet. Denn das einzige Unterscheidungsmerkmal scheint ja die graue Farbe 
der Schwingensäume bei D. ansorgei Hart, gegenüber der grünen bei D. graueri 
Hart, zu sein und auch jene muß nicht sehr hervortreten, denn in der Original- 
beschreibung von D. ansorgei heißt es: «outer edges of the quills like the back», 
und erst in der Originalbeschreibung von D. graueri wird für D. ansorgei erwähnt 
«edges of the primaris grevish». Auch kann man bei einigen Stücken der Grauer- 
Kollektion sehr gut die Außensäume der Primärschwingen, besonders in der ter- 
minalen Hälfte «greyish» nennen. Ebenso würden manche der Sekundärschwin- 
gen oft richtiger mit grau als mit grün gesäumt zu bezeichnen sein. 

Die übrigen Unterscheidungsmerkmale sind auch nicht stichhaltig. 

Die für D. ansorgei angeführten weißen Spitzen der Sekundärschwingen sind 
ein Jugendmerkmal, das übrigens auch bei der Abbildung von D. ansorgei («Ibis», 
igo7, p. 44g, PI. X) gar nicht angedeutet ist. 

Ein anderer aus den ersten Beschreibungen anscheinend hervorgehender Unter- 
schied beim 5, nämlich die größere Ausbreitung der kastanienroten Kehlfärbung 
auch auf die Körperseiten bei D. graueri ist auch hinfällig, da die 7 5, die ich hier 
untersucht habe, zeigen, daß dies ganz individuell ist. Abgesehen von der hiesigen 
Kollektion sind mir nach der Literatur von D. ansorgei Hart, ein 9 aus Benguella 
und ein 9 aus Kamerun, von D. graueri Hart. 2 o" und 2 9 vom Urwald go km 
westlich vom Albert Eduard-See bekannt. 

Sollte es sich herausstellen, daß D. graueri gleich D. ansorgei ist, so ist hie- 
durch auch das bisher unbekannte c? von D. ansorgei gefunden. 

Für das eine 9 von D. ansorgei von Benguella sind folgende Maße angeführt: 
I^l- 55'5 mm, Schw. 26-5 mm, L. zirka 15 mm, Sehn. 14 mm; für die vier Stücke 
von D. graueri: Fl. 64-5 — 65 (9 61—62), Schw. 28— 3o, L. 18—18-5, Sehn. 14— 
14-5 mm. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 2 53 



Die vorliegenden Stücke messen : 

cf: FL: 6i, 60, 62, 61, 61, 60, 5g (med.), 63, 60-5, 6o"5, 62 (iuv.), 60, 62'5, 
61 "5, 60 mm; 

5: FL: 61, 6o"5, 58, 62 (med.), 62, 59, 6i-5, 62-5 mm; 

cf: Schw.: 26, 2g, 3o, 3o, 27, 27, 2g (med.), 2g, 32, 2g, 3i (iuv.), 28, 3i, 
2g, 2g mm; 

g: Schw.: 26-5, 2g, 28, 30-5 (med.), 28, 2g, 27, 29 mm; 

cf: L.: 17, 16-5, 16-5, 16-5, iS, 17, 17 (med.), 17, 16-5, 15-5 17 (iuv.), 17, 
17, 16-5, 17 mm; 

9: L.: 16-5, 17-5, 17, 16 (med.), 17, 16, 17-5, 17. 

cf: Sehn.: 12 — 13'5 mm; 

g: Sehn.: ii'5 — 14mm. 

Die 23 Stücke der Grauer-Kollektion sind im ganzen eine Spur kleiner als 
die 4 Stücke von D. graueri Hart, und im ganzen eine Wenigkeit größer als das 
eine Stück von D. ansorgei Hart. 

Das Kleid des jüngsten Tieres der Serie, das bisher noch nicht erwähnt wurde, 
zeichnet sich durch einen gelblichgrünen, nicht gelben Stirn- und Zügelstrich aus, 
die Oberseite des Schwanzes ist etwas weniger metallisch glänzend, die Flügel- 
decken haben röstliche Spitzen, die letzten Armschwingen weißliche, teils etwas 
röstlich verwaschene Endsäume. Die ganze Unterseite ist grünlich, mit undeut- 
lichen gelben Längsstrichen, die Bauchmitte bereits gelb (in einem noch früheren 
Stadium wohl auch grünlich). 

Nachtrag März igi6: Nach brieflicher Mitteilung Harterts vom Juli 1914 ist 
D. ansorgei «viel kleiner und die ganze Oberseite blasser und graulich. Zweifellos 
sanz verschieden.» ' 



;34. Platysteira cyanea nyansae O. Neum. 



2 cT Beni IX. igio. 

5 » IX. ig 10 

2 cf » X. ig IG. 

g iuv. Ukaika XII. ig 10. 

cf Mawamhi II. igii. 

g Irumu IL ig 11. 



2 d' Bukoba iS. u. 22. XII. igog 

3 g » 19., 22., 24. XII. igog 
g iuv. » 18. XII. 190g 

2 g Kasindi VII. 19 10 

g Kasindi-Beni VII. 19 10 

2 cf Moera VIII. ig 10 

g » \'11I. igio 

Nach Neu mann muß die vorliegende Serie zur Subspezies P. cyanea nyansae 
Neum. gerechnet werden (J. f O., igo5, p. 210), die allerdings von Reichenow 
(I. Mecklenburg-Exped.) und O. Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. Sgg) ein- 
gezogen wird; hier haben alle Stücke wenigstens einen weißen Zügelstrich oder 
einige weiß gesäumte Stirnfedern, die Mehrzahl eine weiße Stirnbinde. 

235, Platysteira jacksoni Sharpe. 

g Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. igio. 

g (?) iuv, » » » » » IV. ig IG. 

Das erwachsene Exemplar ist auf der Etikette als cf bestimmt, ist aber in An- 
betracht des schwarzen ^'orderhalses sicher ein g. 

Angeführt wird zwar schon von Jackson in «Ibis», igoi, p. go, ein g, be- 
schrieben wird es aber zuerst von Neave in Memoirs and Proceedings of the 
Manchester Literarv and Philosophical Society, Vol. 51, p. 55; dort wird gesagt, daß 



254 Dr. Moriz Sassi. 



Kehle und Vorderhals schwarz sind und ein kleiner weilJer Kinnfleck vorhanden ist; 
Fundort N.-O.-Rhodesia, 

Weitere c werden von Neave im «Ibis», igio, p, 129, erwähnt. 

Das Jugendkleid scheint bisher noch nicht beschrieben zu sein; nur für die 
nahestehende Art P. peltata Sund, gibt O. Neumann im J. f. O., 1900, p. 255, an, 
daß die Kehle schwarz und weiß meliert sei, und von der nämlichen Art gibt 
Reichenow in V. A. eine genauere Beschreibung des jungen Vogels. 

Das vorliegende junge Tier nun stimmt mit diesen Angaben Reichenows 
recht gut überein, es wäre nur noch (für P. jacksoiii Sharpe) hinzuzufügen, daß die 
Schwanzfedern außen und innen bräunlichweiß gesäumt sind, die äußersten breiter 
und fast rein weiß, daß der Rücken olivbräunlich verwaschen ist, daß die Unter- 
seite teilweise röstlich überflogen ist und daß die Kehle mit schwarzen Federn 
gemischt ist, weshalb ich glaube, daß das Stück ein junges g ist und nicht ein 
junges cT, als welches es auf der Etikette bezeichnet wird. 



2 36. Smithornis rufolateralis G. R. Grav, 



3 cf Moera Vlll. 19 10, 

29 » VIII. igio. 

9 med. » IX. 1910. 

9 iuv. » IX. 1910. 

cT • Beni X. 1910. 



cT Beni-Mawambi XI. 19 10. 

cf Mawambi XI. 19 10. 

cf med. Ukaika XII igio. 

d'g Mawambi-Irumu II. 191 1. 



Einige Stücke mit schwarzem Kopf sind irrtümlicherweise als 9 bezeichnet. 

Die Beschreibung der Rückenfedernfärbung in Reichenows V. A. trifft nicht 
ganz zu; richtiger müßte es heißen: Schulterfedern olivfarben. Rückenfedern an der 
Basis weiß, an der Spitze schw^arz; am Rücken vorkommendes Braun ist als Rest 
des Jugendkleides anzusehen. 

Bei den nicht ganz ausgefärbten 9 sind die weißen Spitzenflecke der Flügel- 
decken rötlich verwaschen oder direkt rostgelb. Hier sind die Rückenfedern an 
der Basis weiß, an der Spitze olivfarben, in der Mitte mehr oder weniger schwarz. 

Beim jüngsten 9 ist der Oberkopf röstlichbraun wie der Rücken, später ist er 
mit Grau gemischt; die Stirn ist bei jüngeren 9 ebenfalls röstlich (auch wenn der 
Oberkopf schon grau ist). 

Von einer dunklen Strichelung des Oberkopfes bei jungen Tieren, wie sie 
Reichenow' (Y. A.) anführt, kann ich nichts bemerken; es haben eher die erwach- 
senen 9 undeutliche dunklere Schaftstriche und F.ndsäume. 

237. Smithornis sharpei Alex. (= S. zenkeri Rchw., s. Rchw., V. A., III, 

p. 83i). 

4 cf Moera \\\\. 1910. 
29 » M 11. ig IG. 

Die vorliegenden Exemplare stimmen gut mit der Abbildung im «Ibis» (igoS, 
Taf. VII, p. 384) überein. Die beiden 9 (eines wohl irrtümlich als cf bezeichnet) haben 
die Hals- und Brustseiten statt kräftig rotbraun, rostfarben mit olivbraun gemischt. 

Das seinerzeit angeführte Unterscheidungsmerkmal für S. zenkeri Rchw. («Ibis», 
1903, p. 385: «a brownish olive shade on the upper parts instead of a clear olive» und 
«Ibis», 1905, p. 46g: «more ruddy») ist nur ein Zeichen für ein jüngeres Stadium, 
wie dies ein cf der Grauer-KoUektion mit größeren röstlichen Spitzenflecken an 
den großen Flügeldecken zeigt. 



Beitrae zur Ornls Zentralafrikas. 



255 



238. Smithornis capensis A. Sm. (Subsp.?). 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000m) II. igio. 

9 » der östlichen Randberge der Rutschuru-Ebene (1600 m) VI. ig 10. 

cT med. » » » » » ■» » VI. 19 10. 

Das (/ vom Tanganjika-See hat einen ganz schwarzen Oberkopf, das g hat 
stark abgeriebene graue, röstlicholiv verwaschene Säume an den schwarzen Ober- 
kopffedern, das cf med. hat deutliche, röstlich-olivfarbene Säume, wodurch der Kopf 
schwarz gestrichelt erscheint. Die Rückenfedern an der Basis weilj, an der Spitzen- 
hälfte olivfarben mit breitem schwarzen Schaftstrich (Rchw., V. A.: Basis weiß, 
Ende schwarz, olivbrauner Endsaum); Ohrdecken graulich, oliv verwaschen, weiß- 
liche Schäfte (Rchw., V. A.: Ohrfedern weiß mit schwarzen Spitzen); sowohl die 
Rücken- als die Ohrfederzeichnung stimmt mit der diesbezüglichen Beschreibung 
in «The birds of South Africa» von A. Stark (Bd. II, p. 248) überein. S. camerunensis 
Sharpe («Ibis», 1905, p. 469 u. 1907, p. 451) soll schwarze Oberdecken haben. 
Fl. 74—75, Schw. 53—55, Sehn. 16—17, L. 16— 16-5 mm. 
Nachtrag März 1916: Wie oben bemerkt, stimmen die vorliegenden Stücke 
nicht ganz mit Reichenows Beschreibung überein. Hartert, dem die Exemplare 
vorgelegt wurden, schreibt, daß diese Form sich von S. capensis durch eine viel 
braunere Oberseite unterscheidet, von ihm bereits längst als neue Form erkannt, 
jedoch noch nicht beschrieben sei. Seiner Erlaubnis, dies zu tun, kann ich unter 
den gegenwärtigen Umständen jedoch nicht nachkommen, so daß die Neubeschrei- 
bung und Benennung einer späteren Zeit überlassen bleiben muß. 

239. Artomyias fuliginosa Verr. 

4 cf Ukaika XII. 1910. 

cf iuv. » XII. 19 10. 

4 ^ » XII. 1910. 

g iuv. » XII. 19 IG. 

2 cf » I. 19 II. 

cf iuv. » I. 191 1. 

29 » I. 19 II. 

2 cf Mawambi 11. 191 1. 

39 » 11. igii. 

2 cf Mawambi-Irumu II. 191 1. 

20 » II. 19 II. 

Der Farbton und der Grad der Strichelung der Bauchseite ist sehr variabel, 
meist fahlbraun, oft rotbräunlich verw^aschen, meist mit deutlichen dunklen Feder- 
mitten oder Schaftstrichen, manchmal aber fast einfarbig (ganz alte Stücke). 

Die vier Exemplare im Jugendkleid haben an der Oberseite kurze Endsäume 
oder nur Endpunkte, an den Schwingen und großen Flügeldecken deutliche End- 
säume von weißer oder bräunlichweißer Farbe, am Schwanz kleine weiße Spitzen- 
flecke; drei Exemplare von den genannten vier haben an Brust und Bauch weiße 
Federspitzen. 

240. Erythrocercus maccalli congicus Grant (Bull. Br. Orn. Gl., XIX, 
1907, p. 41). 



2 


(f 


Beni 


VII. 


1910. 




9 


» 


VII. 


igio. 




^ 


Moera 


VII. 


1910. 


3 


cf 


» 


VIII. 


1910. 


8 


9 


» 


VIII. 


igio. 




d" 


Beni 


IX. 


1910. 




d 


» 


X. 


igio. 


3 


2 


» 


X. 


igio 




cf 


M 


awambi XI. 


1910. 




Q 




XI. 


1910. 




$ 


iuv. 


XI. 


igio. 



6 cf Moera VIII. ig 10. 
9 » Vlll. igio. 



2 9 Beni-Mawambi X. ig 10. 
cf 9 Ukaika I. ig 11. 



256 



Dr. Moriz Sassi. 



Außer der Tvpe (cf) scheint noch kein Exemplar erwähnt worden zu sein; 
Reichenow (I. Mecklenburg-Expedition) führt anscheinend auch nur diese an. 

Nach der Ürbeschreibung liegt der Unterschied von E. maccalli Cass. nur in 
der Koptfarbe, hier «deep maroon», bei E. maccalli Cass. «bright chestnut-red». 

An den beiden Tafeln nun (Brit. Cat., IV, PL IX und Trans. Zool. Soc. Lon- 
don, XIX, PL XIV) ist gerade dieser Unterschied eigentlich nicht zu sehen, da- 
gegen zeigt der Vogel auf der Tafel von E. congiciis Grant einen rostfarbenen, 
der auf der Tafel von E. maccalli Cass, einen isabellfarbenen Vorderhals, auch 
heißt es im Brit. Cat. für E. maccalli «cheeks, troat and fore neek fawn-buff». 
Der Unterschied scheint also hier zu liegen. Auch die Berliner Stücke zeigen am 
Oberkopf keinen ausschlaggebenden Unterschied, die Kehle von E. maccalli scheint 
blasser als die von E. m. congiciis zu sein. 

Die elf Stücke der Grauer-KoUektion haben alle einen ausgesprochen rost- 
farbenen Vorderhals (wie auf Tafel f. E. congiciis). 

241. Trochocercus nitens Cass. 
2 d" Beni IX. 1910. Beni-Mawambi XL 1910. 



d" med. » IX. 19 10. 

Q » IX. I9IO. 



2 cf Mawambi XL 1910. 

o » XL 19 10. 



4 cT » X. 1910. j cTq Ukaika XII. 1910. 

n » X. 19 10. I cT Mawambi-Irurau IL 191 1. 

cf Beni-Mawambi X. 19 10. 
Das weißliche Kropfband, das bei T. nitens reichenowi Sharpe fehlen soll, ist 
hier sehr deutlich. 

242. Trochocercus nigromitratus Rchw. 

cT Moera Vll. 1910. cT Beni X. 19 10. 

cf9 » VIIl. 1910. I Q Mawambi XL 1910. 

9 Beni IX. 1910. j Q Ukaika XII. 1910. 

Von Reichenow (I. Mecklenburg-Expedition) zuerst von Beni nachgewiesen, 
früher nur von Kamerun bekannt. 

T. kibaliensis Alex. (Bull. Brit. Orn. Club, 19, 1907, 88) und T. toroensis }^ck?.. 
(Bull. Brit. Orn. Club, 19, 1906, 20), letztere Art allerdings nicht mit Sicherheit, 
werden von Reichenow in genannter Arbeit eingezogen. 

r. toroensis Jacks, kommt sowohl wegen der Färbung der Unterseite, als wegen 
der Maße für das Grauer-Material nicht in Betracht. 

Nach mündlicher Mitteilung ProL Neumanns soll T. kibaliensis Alex, einen 
längeren Schopf als T. nigromitratus Rchw\ haben. 

243. Trochocercus albonotatus Sharpe. 

6 d" Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II 1910. 

29» » » » » IL 1910. 

3 5" » » » » » III. 1910. 

4 Q » » » » » IIL 19 10. 

Die in Reichenows V. A. angegebenen Flügelmaße (59 — 63 mm) dürften 
etwas zu eng begrenzt sein; zwölf der vorliegenden Stücke messen 66 — 68 mm, 
zwei 64 mm und eines 60 mm. Die drei kleineren Exemplare (2 d' IL, i 9 HL) 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 257 



haben keine schwarze, sondern eine graue Kehle, wie dies für die Subspezies T. a. 
sifj-nnertoni Neum. (Bull. ßrit. Orn. GL, XXIII, p. 46) aus Portugiesisch-Ost-Afrika 
(Gaza-Land) angeführt ist; doch trifft der für diese Unterart angegebene Mangel 
von verlängerten Schopffedern, sowie die Schw^anzfärbung nicht zu, so daß ich 
die genannten drei Stücke nur für jüngere Tiere Yon T. albonotatus Sharps halte. 

244. Trochocercus bedfordi Grant (Bull. Brit. Orn. Gl., XIX, p. 40) 

2 d' Mawambi-Irumu II. 19 10. 

3 Q » II. ig IG 

FL: cf: 74, 80 mm; 9: 76, 80, 74mm. 

Schw.: (f: 91, 105 mm; 5: 95, io3, 80 mm 

Sehn.: cT: 14, 15 mm; 5: 15, 15, i3 mm. 

L.: d": 14, 15 mm; g: 14, i5, 15 mm. 

Die iMaße der Tvpen entsprechen den kleineren der vorliegenden Stücke; der 
Fundort ist derselbe. 

Das kleinste 9 dürfte ein jüngeres Tier sein, die Farbe ist matter, das Schwarz 
des Kopfes sowie der Glanz ebendort schwächer entwickelt. 

Die Farbe auf Taf. XVIII in Trans. Zool Soc. XIX (p. 4o3) ist ein wenig blau. 

Auch Grants Urbeschreihung ist irreführend; wenn gesagt wird, «most nearly 
allied to T. nitetis», so muß man glauben, daß auch der Rücken und Vorderhals 
stahlglänzend sind, und nicht wie bei T. bedfordi nur Oberkopf und Kopfseiten, 
was teils auch aus der Tafel zu ersehen ist. 



c? Russissi-Tal \. 19 10. 
9 Kissenji V. 19 10. 



c^ 


iuv. Beni 


VII. 


19 10. 


9 


y 


VII. 


I9I0. 


c^ 


iuv. » 


IX. 


I9I0. 


i-' 


» 


X. 


I9IO. 



245. Tchitrea viridis St. Müll. 

c? Provinz Urundi I. ig 10. 

cf Urwald westlich vom Tanganjika- 

See II. igio. 
cf iuv. Urwald westlich vomTanganjika- 

See II igio. 
2 cf Baraka I\'. ig 10. 

Mit Ausnahme von weißen Flügeldeckensäumen bei einem der Exemplare, 
nirgends weiße Abzeichen. 

245 a. Tchitrea speciosa Cass. = T. viridis St Müll 

d" Beni VII. igio. cf Ukaika XII 19 10. 

(f Moera IX. 1910. | cf » I. ign. 

cf Beni X. igio. ' 3 cf Mawambi II. igii. 

2 cf Mawambi XI. ig 10. 
Bei Erlanger (J. f. O., 1905, p. 687— 688) findet man die Ansicht, daß T. 
melamira Rchw. nur eine schwarze Phase von T. viridis St. Müll, sei; später meint 
Reichenow (Mitteilungen a d. Zoolog. Mus. Berlin, V, 1910, p. 71— 87), daß auch 
T. speciosa Gass. (V. A., II, p. 724) nur ein Stadium von T. viridis ist. Endlich 
nimmt Bates («Ibis», 191 1, p. 532) auch an, daß T. viridis St. Müll., T. melamira 
Rchw. und T. speciosa Gass. eine Art sind. (Vgl. Boll. Mus. zool. ed anat. comp. 
Torino, Vol. XXVII, Nr. 654!) Auch die Tafeln in Rchw., V. A. (Taf. VIII [mela- 
mira] ) und in Ann. du Mus. du Gongo (Tome i, Fase, i, PI. VII [melamira und 
speciosa]) sowie die entsprechenden Beschreibungen (Rchw., \\ A., II, p 5o3 und 



258 



Dr. Moriz Sassi. 



724, Dubois, Ann. du Mus. du Congo, Tome i, Fase, i, p. 11 und 12) bringen 
keine bei dem Farbenwechsel von Tchiirea stichhaltigen Unterschiede, so daß ich mich 
auch den obengenannten Ansichten gern anschließen möchte. 

Bei der vorliegenden Serie von Tchitrea i-speciosa-» ist der Rücken kastanien- 
braun, doch bei den zwei am meisten Weiß zeigenden Stücken in seinem oberen 
Teil in dem einen Fall weiß mit etwas schwarz gemischt, im anderen Fall glän- 
zend schwarz, der Ünterrücken hier etwas mit schwärzlichgrau gemischt, viele 
Federn mit kleinen weißen Spitzen. Die langen Oberschwanzdecken sind schwarz, 
meist mit weißen Spitzen oder schon ganz weiß, die kürzeren rotbraun oder rot- 
braun und schwarz, schwarz und weiß oder rotbraun, schwarz und weiß gemischt. 
Auch bei der Färbung des Schwanzes sind verschiedene Kombinationen vorhanden, 
ein Stück hat eine der verlängerten Federn ganz weiß mit schwarzgrauem Basal- 
teil, die andere ganz schwarz mit braungemischter Basis. 

246 Tchitrea perspicillata mahelica Rchw. 

cf^ Provinz Urundi I. ig 10. 
cfg Baraka II. 1910. 

cfg Kasindi VII. 1910. 

Die Stücke mit ausgesprochen lichtem Steiß und ebensolchen Unterschwanz- 
decken habe ich als T. p. mahelica Rchw. bezeichnet, jene mit rostfarbenen Unter- 
schwanzdecken als T. viridis St, Müll. Die Farbe der Unterschwanzdecken ist 
aber auch sehr variabel, so daß obige Bestimmungen noch fraglich sind; Zwischen- 
formen kommen sicher auch vor. 

Weiße Farbe zeigt das d" von Kasindi an Flügeldecken und Schwingen, das 
9 von Kasindi nur an den Flügeldecken. 

247. Tchitrea plumbeiceps Rchw. 

cf Beni X. 1910. 

Viel mehr ähnlich der T. rufocinerea Gab. als der T. perspicillata Sw. (V. A.), 
doch mit lichten, fast weißen Unterschwanzdecken; die Oberseite ist weniger feurig 
rotbraun, die Unterseite etwas lichter grau als bei T. rufocinerea Gab. 

Der Fundort ist auffallend nördlich 



c? Ukaika XII. 19 10. 

cT Mawambi-Irumu II. 191 1. 



248. Tchitrea rufocinerea Gab. 

2 cf (med.) Mawambi XI. ig 10. 
g » XI. igio. 

Von T. plumbeiceps vor allem durch die so wie die Oberseite rotbraunen 
Unterschwanzdecken unterschieden; im übrigen feuriger rotbraun oben und etwas 
dunkler grau unten. Der Kopf ist ausgesprochen dunkel blaugrau (Rchw., V, A. : 
«schwarzgrau bis grauschwarz^). Die hiesige Serie stimmt mit den Stücken in 
Berlin überein. Interessant ist das Zusammentreffen dieser beiden Arten in der 
genannten Gegend. 



249, Tchitrea ignea Rchw. 

* cT Beni VII. ig 10. 
3 cf » VII. 1910. 
29 » VII. ig IG. 



* cf Moera VII. igio. 
3 cf » VII. igio. 

* d" - \n\. igio. 



Beitras zur Ornis Zentralafrikas. 



259 



20 cf 




Moera 


YIII. 


I9I0. 


4 9 




» 


VIII. 


I9I0. 


cfÖ 


iuv. 


» 


VIII. 


I9I0. 


* cT 




» 


IX. 


igio. 


2 cf 




» 


IX. 


1910. 


Q 




» 


IX. 


igio. 


*4 cf 




Beni 


IX. 


igio. 


3 cf 




» 


IX. 


1910. 


7 9 




» 


IX. 


igio. 


2 9 


iuv. 


» 


IX. 


1910. 


* 2 d" 




» 


X. 


igio. 


3 cf 




» 


X. 


1910. 


9 




» 


X. 


1910 


3 Q 


iuv 


» 


X. 


1910. 





cf Beni-Mawambi 


X. 


1910. 




cf 


iuv. 


^> 


X. 


1910. 


2 


9 




» 


X. 


igio. 




9 




» 


XL 


1910. 


7 


ci^ 




Mawambi 


XL 


1910 


2 


9 




» 


XL 


1910. 


2 


9 


iuv. 


» 


XL 


1910. 


2 


cf 




Lkaika 


XII. 


1910, 




ö^ 


iuv 


» 


XII. 


1910. 


2 


9 




» 


XII. 


1910. 


5 


c^ 




» 


I. 


1911. 




9 




» 


I. 


1911. 




9 


iuv. 


» 


I. 


IQII. 



2 Q Mawambi-Irumu IL 191 1. 

Die mit * bezeichneten 10 Stücke haben gar kein oder fast kein Schwärz- 
lichbraun an den Schwanzfederenden; es finden sich aber alle Übergänge vom 
höchstens an der Basis rotbraunen Schwanz bis zum ganz rotbraunen Schwanz; 
es dürften wohl nur die ältesten cf sein, die einen ganz rotbraunen Schwanz 
haben, da es auch ganz ausgewachsene cf mit verlängerten Mittelschwanzfedern 
gibt, die braunschwarze Spitzen haben. 

Diejenigen Exemplare, denen diese dunkle Spitzenfärbung des Schwanzes 
fehlt, unterscheiden sich trotzdem durch das viel feurigere Rotbraun des Körpers 
von der Art Tchitrea emini Rchw.; außerdem scheint T. ignea ein Urwaldvogel, 
T. emini ein Steppenvogel zu sein. 

Tchitrea nigriceps Hartl. ist nach Vergleich mit dem Berliner Material blaßer, 
auch blaßer als T. emini Rchw. (vgl. Dubois, Ann. du Musee du Congo, Tome i, 
Fase. I, p. i3, PL VI). Die jungen Tiere haben einen mattschwarzen Kopf, eine 
graue oder auch olivbraune Kehle, die Oberseite ist braun, dunkler als bei den 
erwachsenen Stücken, mehr oder weniger schwach rotbraun oder olivfarben über- 
flogen; der Schwanz schwarzbraun, rotbraun verwaschen; die jungen T. emini Rchw. 
sind dagegen viel lichter und mehr gelblichbraun (auch lichter als die erwachsenen 
T. ignea). 



250. Tchitrea emini Rchw 

2 g Bukoba 18. XII 1909. 
2 cf » 20. XII. 1909. 
2 cf ■> 22. XII. 1909. 



cf Bukoba 23. XII. 1909 

9 iuv. » 24. XII. 1909. 

39(1 iuv.) Prov. Bukoba 26. XII. 1909. 



Je ein d" vom 22., 23. und 26. XII. hat die Bauchseite ebenso kräftig und 
dunkel rotbraun gefärbt wie die Rückenseite; bei den übrigen Stücken ist die Unter- 
seite viel lichter als der Rücken, licht gelbbraun; die Bauchmitte ist bei erwach- 
senen Exemplaren sogar weißlich; eine ähnliche Variation wird von Oskar \eu- 
mann (J. f. O., 1900, p. 227) angegeben. 

Ein cf vom 20. XII. hat an den großen Armdecken weiße Säume, ein cf vom 
26. XII. diese noch etwas stärker ausgebildet und auch schon schwache weißliche 
Säume an den Armschwingen. 

Die jungen Tiere haben einen mattschwarzen, rotbraun gemischten Oberkopf, 
die Kehle ist gelblich rotbraun wie die L'nterseite und wird dann beim 9 grau. 



2 00 Dr. Moriz Sassi. 



Die Schwanzfedern sind in ihrer ganzen Länge rein rtobraun (vgl. Nr. 245, 
T. ignea Rchw.). 

251. Elminia longicauda Sw. 

d' Bukoba 22. XII. 190g. cf med. Beni IX. 1910. 

5 med. » 18. XII. 1909. d Ükaika XII. 19 10. 

5' Kasindi-Beni VII. 1910. 2 9 » XII. 1910. 
cf Moera VIII. 1910. 

Flügel: bis 70-5 mm (Rchw., V. A., 65 — 69 mm). 

Nach der in neuester Zeit von Grant vertretenen Ansicht (Bull. Br. Orn. Gl., 
XXXIII, p. 135) wäre E. teresita Antinori von E. longicauda Sw% zu trennen; die 
vorliegenden Stücke müßten dann auch als E. teresita Antinori bezeichnet werden. 

252. Elminia albicauda Boc. 

2 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IL 1910. 

3 cf » » » » » III. ig 10. 
cT » >> » » » IV. 19 10. 
g Kissen ji-Rutschuru VI. ig 10. 

Flügel: bis 69 mm lang (Rchw\, V. A., 62 — 63 mm). 

253. Cryptolopha laeta Sharpe (Bull. Brit. Orn. GL, XIII, p. 9). 

9 Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. igio. 

2 cf » » » » » III. 19 10. 
Q » » » » » HL 19 10. 

Fl-: 59 (c^''), 53-5—55(9); Schw.: 44— 46 (d"), 39-42(9); Sehn.: 11 — 11-5 
(cT), 10 (9); L.: 21 (d"), 19— 20mm (9). 

Reichenow, V. A., II, p. 723: Fl. 60, Schw. 40, Sehn. 12, L. 23 mm. 
Schenkel meist grünlich verwaschen, Unterflügeldecken gelb. 

254. Coracina caesia Lcht. 

7 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000m) IL igio. 

^ Q » » » » » IL 19 10. 

4 cf » » » » » III. 1910. 
69» » » » » III. ig 10. 
4 cf » » » » » IV. ig 10. 

3 c » » » » » IV. 1910. 

Flügel: 117 — 127 mm (Rchw., V. A., f. Coracina caesia Lcht.: 125 — 133 mm, 
[. Coracina piira Sharpe: ii3 — 120 mm); die Maße der vorliegenden Serie liegen 
also gerade zwischen den Maßangaben Reichenows für C. caesia und C. piira. 

O. Grant zieht wohl mit Recht die Spezies C. pura Sharpe ein (Trans. Zool. 
Soc. London, XIX, 1910, p. 389). 

Bei jüngeren Tieren, die auch noch weiße Säume an den großen Armdecken 
und den Armschwingen mehr oder weniger zeigen, sind die Unterschwanzdecken 
grau mit einem schwarzen Spitzenfleck, davor einer weißlichen Querbinde und 
einem ebensolchen Endsaum. Etwas Ähnliches ist in Reichenows V. A. nur tür 
das Jugendkleid von C. preussi Rchw. angeführt. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 201 



Die Kehle ist bei i3 Exemplaren eher lichter als die übrige Unterseite, zum 
mindesten lichter als der Oberkopf, es sind dies jüngere Tiere; hei i6 Stücken ist 
die Kehle etwas dunkler als die übrige Unterseite, aber nur bei zwei Stücken ist 
dies sehr deutlich, es sind dies ältere Tiere; mit dem Geschlecht scheint nach den 
Etiketten die Kehlfärbung nichts zu tun zu haben. Ebenso ist der Zügel nur bei 
den älteren Stücken schieferschwarz, bei den jüngeren grau wie die übrige Kopf- 
seite; bei den jüngeren Exemplaren ist auch die ganze Unterseite lichter als bei 
den älteren. 



255. Coracina azurea Cass. 

9 Beni-Mawambi X. 19 10. 
cf Mawambi XI. ig 10. 

256. Campephaga nigra Vieill. 
Q Ishangi (Kiwu-See) V. 19 10. 



cf^ Ukaika XII. iqio. 

0^9 Mawambi-Irumu IL igii. 



2 d 




B 


eni 


VII. 


I9I0. 


cf 


iuv. 




» 


VII. 


igio. 


9 








VII. 


1910. 


Q 






» 


X. 


1910. 



I 



cT iuv. Rutschuru-Ebene VI. 1910. 

4 c? Kasindi VII. 1910. 

3 cT iuv. » VII. 19 10. 

Q » VII. 19 10. 

Von den 6 ad. cf haben 2 noch einige Federn des Jugendgetieders; die übri- 
gen 9 Exemplare sind teils als g, teils als cf bezeichnet; ist die Geschlechts- 
bestimmung richtig, so können die letzteren nur junge c? sein; in der Färbung 
lassen sie sich nicht von den 9 unterscheiden. 

257. Campephaga quisqualina martini Jackson? (Bull. Brit. Orn. Gl, 

XXXI, p. 18, 1912). 

cT Moera VIII. 19 10. 

ö" iuv. » VIII. 19 10. 

9 Ukaika I. 191 1. 

Nach der Beschreibung von Jackson muß ich wohl die drei Stücke als C. 
qu. viartini bestimmen; die Flügel sind nur unbedeutend kürzer (96 mm statt 
100 mm), aber der Fundort stimmt nicht überein; C qu. martini Jackson ist von 
der östlichen Seite des Victoria-Sees, die vorliegenden Stücke sind westlich vom 
Ruwenzori aus dem Urwald. 

Die für diesen Fundort sehr gut passende jüngst aufgestellte Art Campephaga 
quisqualina theliei Schouteden (Revue zoologique africaine, Tom. III, Fase. 2, p. 266, 
1914), von der nur ein Weibchen beschrieben ist, paßt wieder in manchen 
Punkten nicht zu den hiesigen Stücken. Es heißt da z. B. «tete . . . lateralement 
d'un gris fonce . . .», das vorliegende 9 aber hat die Kopfseiten so gefärbt, wie 
es für C. quisqualina Finsch (V. A.) angegeben ist, mit deutlich weiß gestri- 
chelter Ohrgegend; ferner sollen bei C. qu. theliei die äußeren Schwanzfedern 
an der Unterseite schwärzlich gebändert sein, was bei dem hiesigen 9 absolut nicht 
der Fall ist. 

Das d" iuv. (auf der Etikette als 9 bezeichnet) ist wie das 9 gefärbt, hat 
aber bereits stahlblaugrün glänzenden Bürzel und viele der grünen Rückenfedern 
und Oberflügeldecken haben stahlglänzende Spitzen. Kehle und Brust sind dunkel- 
grau quergebändert; die Kehle ist graulichweiß mit einigen gelben Federn, die 
übrige Unterseite schön gelb, 

Annalen des k. k. naturliistorischen Hofmuscums, Bd. XXX, 1916. 18 



262 



Dr. Moriz Sassi. 



Daß das vorliegende 9 erwachsen ist, beweist der völlige Mangel einer Bän- 
derung an der Oberseite. 

Eine auf die Gattung Campephaga bezügliche Arbeit O. Neumanns soll dem- 
nächst erscheinen 

258. Campephaga petiti Oust. 

9 Beni-Mawambi XL ig 10. 

Auf der Oberseite sind nur mehr Reste einer dunklen Bänderung zu sehen; 
ausgefärbte g dürften ungebändert sein; ebenso sieht man auf der Brust noch 
mehrere schwarze Binden. Das in Reichenow^s V. A. beschriebene g scheint am 
Rücken noch eine vollständige Bänderung zu zeigen, auf der Unterseite aber schon 
einfarbig gelb zu sein. 



25g. Criniger chloronotus Cass. 

4 ö^ Moera VIII. igio. 

39 » VIII. igio. 

cT iuv. » VIII. igio. 

cT » IX. ig 10. 

2 cT Mawambi XL ig 10. 

3 d" Ukaika XII. ig 10. 
2 cf iuv. » XII. ig 10 



2 9 
9 iuv. 

9 



Ukaika 



XII. igio. 
XII. igio. 

I. igi i. 

I. igii. 



2 cT Mawambi-Irumu IL igii, 
9 » IL ig i I 



Von den jüngeren Stücken haben zwxi den Vorderkopf, eines den ganzen 
Oberkopf und eines nur die Stirn olivgrün (wäe der Rücken) gefärbt, Flügeldecken 
und Armschwingen sind an ihren Spitzen rostfarben verwaschen. 

Angaben über das Jugendgefieder fand ich noch nirgends angeführt. 

Von Reichenow (I. Mecklenburg-Expedition) ist diese Spezies nicht er- 
M'ähnt. 

260. Criniger calurus Cass. 
2 9 östliche Randberge der Rutschuru-Ebene (Urwald, 1600 m) VI. igio. 



6 cT Beni VII. igio 
39 » VII. ig 10. 
4 cf Moera VII. ig 10. 

VII. igio. 
VIII. igio. 
VIII. igio. 
IX. igio. 
79 » IX. ig 10. 

7 cT Beni IX. igio. 
89 » IX. ig IG. 



2 
i3 cf 

10 9 

3 d^ 



6 cT Beni X. igio. 

49 » X. ig IG. 

cf Beni-Mawambi XL ig ig. 



2 cT Mawambi 

7 9 

cf Ukaika 

29 » 

69 » 

2 9 Mawambi 



XL igiG. 

XL igio. 

XII. igiG. 

XII. igiG. 

I. igii. 

IL igi I. 



2 9 Mawambi-Irumu IL igii. 



Die Oberschwanzdecken variieren zwischen einem vom Rücken deutlich sich 
abhebenden rotbraun bis zu einem bräunlichen Olivgrün, ebenso sind die Schwanz- 
federn teils Rotbraun, teils mehr oder weniger oliv verwaschen. Es ist daher sehr 
fraglich, ob die Subspezies Criniger calurus udussumensis Rchw. wirklich berechtigt 
ist, zu welcher die Stücke mit stärker olivfarben verwaschenen Oberschwanzdecken 
und Schwanzfedern zu rechnen wären; auch die Innensäume der Schwanzfedern 
sind teils mehr gelblich, teils mehr rostfarbig. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



$63 



Am deutlichsten ist diese Variabilität bei zwei Stücken von Mawambi-Irumu 
(q II.) zu beobachten, von denen das eine zu Cr. caliiriis Cass., das andere zu 
Cr. c. ndussurnensis Rchw. gerechnet werden müßte. 

Ein Exemplar von Cr. calurus Cass. des Wiener Museums vom Cameroon- 
Gebirge gleicht völlig den Grauer-Bälgen mit mehr rotbraunen Oberschwanzdecken 
und Schwanzfedern, während das ebenfalls einzige Stück von Cr. verreauxi Sharpe 
der hiesigen Sammlung von Fautre nur wenig grüner an den genannten Gefieder- 
teilen ist, als die stärker grau verwaschenen Exemplare der Grauer-Kollektion. 
Jedenfalls aber zeigt die große vorliegende Serie, daß Cr. calurus diesbezüglich 
sehr variabel und die Subspezies Cr. calurus udussumensis Rchw. wohl einzu- 
ziehen ist. 



261. Bleda syndactyla Sw (Bl. s. ji'oosnami Grant., Bull. Er. O. GL, XIX, 



p. 87). 



g östliche Randberge der Rutschuru-Ebene (Urwald, 1600 m) VI. 19 10. 
cT Beni VII. igio. 

9 » VII, ig IG. 

cT luv. » VII. ig 10. 
cf iuv. Moera VII. ig 10. 



n 

5 



VIII. ig 10. 
IX. igio. 
IX. 1910. 
IX. igio. 

X. igio. 

X. igio. 

X. igio. 





0" 


Beni-Mawambi 


X. 


igio 


2 


d 


Mawambi 


XI. 


igio 




Q 


» 


XI. 


igio 




9 


iuv. Ukaika 


XI. 


igio 


2 


9 


» 


XII. 


igio 


2 


9 


» 


I. 


igii. 




9 


luv. » 


I. 


191 1 



cf Mawambi-Irumu II. igii. 
Q » II. 1 gi i. 

g iuv. » IL igi i. 



Meiner Ansicht nach ist es fraglich, ob die Subspezies BL s. ji'oosnami Grant, 
die für die hier in Betracht kommende Gegend aufgestellt wurde, berechtigt ist. 
Diese soll sich nach der Originalbeschreibung fürs erste durch kürzeren Schnabel 
unterscheiden; da Grant aber keine Schnabelmaße angibt, so kann ich mich nur 
nach den in Reichenows «Vögel Afrikas» für Bl. syndactyla angegebenen richten, 
d.i. 20 — 24mm. \'on den vorliegenden 36 Stücken haben nun nur vier junge 
Tiere einen Schnabel von weniger als 20 mm. Der zweite Unterschied soll ein 
viel lebhafteres Gelb der Unterseite sein, was ich in Berlin nur in sehr ge- 
ringem Maße beobachten konnte. 

Reichenow^ (I. Mecklenburg-Expedition) erwähnt ein Stück von Bl. s. woosnami 
Grant von den Stanlevfällen und hebt hervor, daß diese (östliche) Subspezies offen- 
bar schon sehr w^eit westlich beginnt 

Junge Exemplare haben eine rotbräunliche Färbung an den Kropfseiten, an 
den Spitzen der Unterschwanzdecken, am Rücken und (anscheinend am längsten 
sich erhaltend) an den Flügeldecken und Schwängen, die besonders an der Außen- 
fahne stark rotbraun gefärbt sind; ferner ist die Schnabelspitze licht korngelb. 



262. Bleda notata Cass. 

9 iuv. Moera MI. ig 10. 

2 Q » N'III. igio. 

3 o Beni IX. igio. 
5 » IX. igio. 



cT Mawambi XI. 19 10. 
cT Ukaika XII. ig 10. 
cT » I. igi I. 

cf' iuv. » 1. igi I. 

18* 



264 Dr. Moriz Sassi. 



Zwei jüngere Exemplare haben die Spitzen der Flügeldecken rotbraun, eines 
davon auch den Schnabel teilweise blaßer. Abgesehen vom Fundort ist sowohl 
nach dem Schnabelmaß als nach der Ausdehnung des Gelb an der äußersten 
Schwanzfeder diese Art als Bleda notata Cass. und nicht als Bl. eximia Hartl. zu 
bestimmen, obwohl der Zügelfleck häufig nicht gelb, sondern gelblich olivgrün ist, 
wie dies für Bl. eximia zum Unterschied von Bl. notata von Reichenow («Vögel 
Afrikas») angeführt wird. 

Die Flügelmaße gehen bis 102 mm (Rchw., V. A. : Bl. notata: Fl. 85 — 100; 
Bl. eximia: Fl. io3 — 105). 

Diese Art ist von Reichenow (I. Mecklenburg-Expedition) nicht erwähnt. 

263. Phyllastrephus icterinus Bp. 

(Ph. i. sethsmithi Hart. Neum., Orn. Monatsber., 1910, p. 81.) 



^ Moera IX. 19 10. 

c? Beni IX. 1910. 

3 5 » IX. 19 10. 

4 Q » X. 1910. 
2 5 Mawambi XI. 1910. 

cT Ukaika XII. 1910. 



g Beni VII. 19 10. 

cf Moera VII. 19 10. 

69 » VII. 19 10. 

cf » ? 19 10, 

8 c^ ^. VIII. 1910 

69 » VIII. 1910. 

cf » IX. 1910. 

Bei jüngeren Tieren sind die Flügel anscheinend brauner. 

Spitze und Schneide des Oberschnabels, Dille, Unterkieferäste und Schneide 
des Unterschnabels sind lichter gefärbt als die übrigen Schnabelteile. 

Die oben angeführte Subspezies (nach zwei Stücken, cT und g, aufgestellt), die 
auch von Reichenow (I. Mecklenburg-Expedition) angeführt wird (aber auch hier 
mit Sicherheit nur die beiden Typen), dürfte wohl einzuziehen sein. Sie soll sich 
durch blaßere Unterseite und größere Dimensionen unterscheiden. 

Die vorliegenden 36 Stücke haben nun folgende Maße: 

i3 Stück: FL: 70 — 75 mm; Sehn.: 15 — 17mm 

1 » » 76 > » 18 » 
5 » » 76 — 77 » » 16 — 17 » 

2 » » 78 — 79 » 3> 17 » 
9 » » 80 — 85 » » 17 — 19 » 

3 » » 86 » 5 18 — 19 » 

1 » » 87 » » 18 — 19 » 

2 » » 88 » » 18 — 19» 

Die Schwanzmaße schwanken zwischen 68 und 92 mm; über 90 mm nur bei 
zwei Stücken, die Mehrzahl zwischen 70 und 85 mm 

Von den Typen von Ph. i. sethsmithi mißt das o^: Fl. 90 mm, Schw. 83-5 mm; 
das 9: Fl. 75 mm (stark abgenützt), Schw. reichlich 71 mm. 

Reichenow (V. A.) gibt für 77/. icterinus an: Fl. 68—78 mm, Schw. 65 — 75 mm. 
Sehn. 15 — 18 mm. 

Da nun von der vorliegenden großen Serie sich die kleineren Stücke von 
den größeren bezüglich der Färbung der Unterseite gar nicht unterscheiden, alle 
aber aus derselben Gegend stammen, so glaube ich, daß es nicht berechtigt ist, 
für Ph. icterinus mehr oder weniger willkürliche eine Maximalgröße anzunehmen 
und alles, was größer ist, als Ph. i. sethsmithi zu benennen; es ist wahrscheinlich. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 265 



daß die größeren Stücke die cf, die kleineren die 9 sind, wenn auch die Ge- 
schlechtsbestimmung nicht immer stimmt. 

Der echte Ph. icterinus Bp. ist von Reich enow (Vogelfauna d. mittelafr. 
Seengebietes) nicht angeführt. 

264. Phyllastrephus cabanisi sucosus Rchw. 

cT Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) 11. 1910. 

n » » » » » IL igio. 

Q » » » » » III. 1910. 

Q » » » » » IV. ig 10. 

cf Urwald der östlichen Randberge der Rutschuru-Ebene (1600 nij VI. igio. 
g » » » » » » » VI. ig 10. 

Der Unterschied zwischen Ph. c. sucosus Rchw. und Ph. cabanisi Sharpe ist 
ein äußerst geringer. 

Zwischen den Stücken vom Tanganjika-See und jenen von den Randbergen 
der Rutschuru-Ebene ist kein Unterschied. 

Die südliche Form «Criniger» sjdvicultor Neave («Ibis», igio, p. i33) hat 
einen viel stärkeren Schnabel. 

265. Phyllastrephus kagerensis Rchw. (Orn. Monatsber., igo8, p. 47: 
«Andropadus»). 

d" Beni VII. ig 10. cf Beni X. ig 10. 

cT » IX. igio. 9 Beni-Mawambi X. ig 10. 

3 g » IX. 19 10. 

Auf der Oberseite von Ph. cabanisi sucosus Rchw\ (nach den obigen Exem- 
plaren) nicht zu unterscheiden, unten jedoch graugrün, die Kehle grauer, am 
Bauch gelb verwaschen (gelbe Seitensäume). Fl. 6g — 78 mm. 

Ph. kilimandjaricus Sjöstedt (Kilimandjaro -Expedition, p. 140) ist größer 
(Fl. 88 mm). Eine genauere Untersuchung der Typen müßte zeigen, ob nicht die 
Art Stelgidillas hjyochloris Jackson (Bull. Brit. Orn. GL, p. 20) auch zu der «Ca- 
^an/.s7>> -Gruppe von Phyllastrephus gehört (wie viel Zähne sind am Oberschnabel ?), 
ja ob sie nicht vielleicht sogar mit Ph. kagerensis Rchw. identisch ist, in welchem 
Falle dann die Art Phyllastrephus hypochloris Jackson heißen müßte. 



2 cf Uvira V. igio. 

g » V. ig 10. 

cT Rutschuru-Ebene VI. ig 10. 

cf Beni IX. igio. 



266. Phyllastrephus flavigula Gab. 

c? Bukoba 22. XII. igog. 
cf Usumbura II. ig 10. 
3g» II. igio. 

g Uvira II. 19 10. 

g » \\. ig 10. 

Fl. gg— 1 13 mm. 

Ein g (Usumbura II.) ist oben kaum grün verwaschen, hat die Kehle weiß- 
lich, nur sehr wenig gelb überflogen; auch die Unterseite hat wenig gelbe und 
grüne Töne; es ähnelt äußerlich der Xenocichla flavicolles soror Neum. (Orn. 
Monatsber., igi4, Nr. i, p. 9), doch hat H. ß. soror lichte, weißliche Unter- 
schwanzdecken. 



206 Dr. Moriz Sassi. 



267. Phyllastrephus tephrolaemus schubotzi Rchw. 

4 c? Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000m) II. igio. 

20 » » » » » II. ig 10. 

3 cf » » » » » III. 19 10. 

3 Q » » » » » III. ig 10. 

cT » » » » » IV. 19 10. 

cf Kissenji-Rutschuru VI. ig 10. 

Ein jüngeres Exemplar hat den Oberkopf grün verwaschen. 

Das Exemplar von Kissenji-Rutschuru gleicht ganz den übrigen. 

Von den Unterscheidungsmerkmalen für Ph. th. schubotzi Rchw. von Ph. 
kikiijuensis Sharpe (Orn. Monatsber., igo8, p. 47; Rchw., Vogelfauna d. mittelafr. 
Seengebietes, p. 342) fällt der «stärkere Schnabel» (für Ph. th. schubotzi) vielleicht 
weg; die vorliegenden Stücke haben einen Schnabel von i3-5 — 15 mm, Ph. th. 
schubotzi 14 — 15 mm, Ph. kikujuensis (nach der Originalbeschreibung) 0*7 inch = 
17*78 mm, nach Reichenow, V. A., i3 — 14 mm. 

Es bliebe dann nur der kräftigere Ton sowohl des Grau am Kopf, als des 
Grün der Ober- und Unterseite. 

Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, Ruwenzori-Expedition) nimmt den 
echten Ph. kikujuensis Shfirpe für den Ruwenzori an. 

L. 23 — 24-5 mm (Rchw., O. M., igoS, p. 47: 21 — 23 mm, Ph. kikujuensis 
Rchw., V. A. : 24 — 25 mm). 

Schw. 85 — 100 mm (Rchw., O. M., igoS, p. 47: 85 — 90 mm, Ph. kikujuensis 
Rchw., V. A. : 85 — 87 mm). 

Fl. 85 — g4mm (Rchw., O. M., igoS, p. 47: 85 — 90mm, Ph. kikujuensis 
Rchw\, V. A.: 85 — 90 mm). 

26S. Phyllastrephus thephrolaemus kakamegae Sharpe. 

cT Moera VIII. ig 10. 
9 » VIII. igio. 
g » IX. igio. 

Die Innensäume der Schwingen sind hier blafigelblich, nicht wie in Rei- 
chenows V. A. angegeben grau. 

Die bei Reichenow angegebenen Maße sind: Fl. 84; Schw'. 75; Sehn. 14; 
L. ig mm; die der vorliegenden Stücke: Fl. 73, 78, 80; Schw. 75, 85, 82; Sehn. 
II, i2'5, i2"5; L. ig, 20, 20mm; es ist also besonders der kurze Schnabel auf- 
fallend. 

26g. Phyllastrephus simplex Hartl. 

cf Beni VII. 1910. 
cf » IX. igio. 
Eine so weit nach Osten reichende \'erbreitung ist für diese Art, wie es 
scheint, noch nicht bekannt. 

Von Reichenow (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes) für das Seengebiet nicht 
angeführt. 

270. Phyllastrephus olivaceogriseus Rchw. (Orn. Monatsber., igoS, p. 47). 
>4 cf Provinz Urundi (Urwald) I. 1910. 
Q » >■> » I. ig IG. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



267 



14 d^ Urwald westlich vom Tanganjika 

i3 5 » » » 

3 cT » » » 

Q » » » 

o » » » 

20» » » 

Die Maße sind folgende: 
(j von Lrundi: 



9 von ürundi: 

cf vom Tanganjika (Februar): 



9 vom Tanganjika (Februar); 



cf vom Tanganjika (März): 



9 vom Tanganjika (März) 
cT vom Tanganjika (April) 
Q vom Tanganjika (April) 



anjika-See (2000 mj II. 19 


10 




» 


» 


IL ig 


10 




» 


» 


IIL ig 


10 




» 


t> 


III. 19 


10 




» 


» 


IV. 19 


10 




» 


» 


IV. 19 


10 




Fl. 


Schw. 


Sehn. 




L. 


83 


80 


16 




22'5 


87 


88 


17 




22'5 


go 


go 


18 




25 


io3 


io3 


18 




25 


82 


86 


18 




23 


80 


83 


16 




22 


81 


86 


15 




23 


81 


85 


17 




23 


84 


86 


16 




24 


84 


87 


17 




24 


85 


90 


17 




24 


85 


91 


18 




23 


89 


89 


18 




24 


go 


95 


18 




24 


go 


93 


16 




22 


92 


92 


18 




25 


96 


94 


20 




25 


98 


104 


19 




25 


lOI 


104 


19 




25-5 


82 


81 


16 




21 


82 


80 


17 




22 


83 


84 


17 




22*5 


84 


85 


17 




24 


84 


90 


16 




23 


84 


86 


16 




22 


85 


87 


17 




23 


85 


89 


18 




22-5 


87 


87 


18 




22 


87 


93 


17 




23 


lOI 


104 


20 




25 


102 


98 


20 




25 


102 


104 


22 




24 


95 


90 


20 




24 


96 


97 


20 




24 


102 


105 


19 




25 


99 


100 


19 




24 


93 


90 


18 




25 


85 


go 


17 




23 


95 


97 


i8-5 




26-5 



208 Dr. iMoriz Sassi. 



Sehn.: 


15 mm 


L.: 


21 » 


Sehn.: 


15 — 16 mm 


L.: 


21 — 22 » 



Die Maße schwanken also für die FL: 80 — io3 mm Sehn.: 15—22 mm 

Schw.: 80 — 105 » L. : 21 — 26'5 » 

In der Originalheschreibung dieser Art gibt Reiehenow (Orn. Monatsber., 
1908, p. 47) an: FL: 74 mm 

Sehw.: 70 » 

In «\'ogelfauna d. mittelafr. Seengebietes»: 

FL: 74—75 mm 
Schw.: 70 » 

Hier führt nun Reichenow auch ein Stück (Grauer colL) vom Westen des 
Tanganjika (8. VI. 1908) an, das seiner Ansicht nach auch zu dieser Art gehört, 
aber folgende Mal3e hat: FL: 100 mm Sehn.: 19 mm 

Schw.: g3 5 L. : 25 » 

Die Tvpen stammen vom Rugege-Waki, also ein ähnlicher Fundort wie die 
Provinz Urundi (L'rwald). 

Trotz der großen Schwankungen der Maße ist es nun doch autfallend, daß in 
der großen Serie von 89 Stücken kein Exemplar sieh findet, das die um 5 — 6 mm 
kleineren Flügel-, respektive 10 mm kleineren Sehwanzmaße der Typen zeigt. 

Zur Besehreibung wäre hinzuzufügen, daß die gelben Säume nicht nur in der 
Mitte des Unterkörpers, sondern meist schon am Kropf, oft sogar an Kehle und 
Vorderhals auftreten. 

\'on den nahe verwandten Spezies unterscheidet sieh die vorliegende in fol- 
genden Hauptpunkten: 

von Ph.ßavostriatus Sharpe durch einen ausgesprochen grünen Schwanz und eben- 
solche hintere Armschwingen (nicht fahl olivbraun, gelbgrünlich verwaschen), 
Oberkopf rein grau (nicht bräunliehgrau), Rücken stark grau verwaschen; 
die Maße würden nach Reichenow (V. A.) ganz gut passen; 

von Ph. graueri Neum. (Bull. Br. O. GL, XXI 11, i3) durch den grünen (nicht röst- 
liehen) Schwanz; 

von Ph. ugandae Rchw. (Orn. Monatsber., 1907, p. 200) durch die matt graubraune, 
grünlieh überflogene Oberseite (nicht grün) und den grauen Kopf (nicht 
«Oberkopf kaum grauer als Rücken»). 

von Ph. debilis W. Sei. ebenfalls durch die Rüekenfärbung (nicht grün). 



271. Phyllastrephus albigularis Sharpe. 



2 d' Beni X. ig 10. 

4g» X. 19 IG. 

g Beni-Mawambi X. 19 10. 



2 d' Beni \'I1. igio. 
7 cf » IX. 1910. 
9 g » IX. 1910. 

Die Maße sind auch hier recht variabel: 
FL cf: 6g— 86mm; Schw. cT: 6g — gomm; Sehn, cf: 16— 21mm; L. cf: ig — 22mm 

» g: 69 — 86 >- » g: 68 — 88 » » g: 16—20 » » g: 19 — 21 » 

Es dürften aber die Geschlechtsbestimmungen nicht ganz richtig sein, so daß 
die kleineren Maße den i , die größeren den c^ zuzusehreiben wären. 

Der Typus dieser Art mißt Fl. 68-58, Schw. 60*96, L. 19-05 mm, es ist also 
der Schwanz auffallend kurz. 

Die Art Ph. graueri Neum. (Bull. Br. O. GL, XXIII, p. i3) kommt nicht in Be- 
tracht, da sie den Kopf «pure grey» haben soll; dagegen ist die auf ein Exemplar 



Beitras zur Ornis Zentralafrikas. 26g 



aus Entehbe (Ntebbi) begründete Spezies Ph. ugandae Rchw. (Orn. Monatsber., 1907, 
p. 200) wohl einzuziehen; die grünliche Verwaschung des Oberkopfes variiert und 
damit auch der Unterschied zwischen Rücken- und Kopffärbung. 

272. Phyllastrephus indicator Verr. 

5 Moera VIII. 1910. j 3 cf Beni IX. 1910. 

d^ » IX. 1910. (Iris weiß.) 1 2 9 Ukaika I. 191 1. 

Drei Stücke haben am Unterrücken ein paar gelbe Federspitzen. 

Die Iris ist nur bei einem cf weiß, bei den anderen rot (vgl. «Ibis», 1906, 
p. 539). 

Die braunen Endflecke an den äußeren Schwanzfedern variieren stark in ihrer 
Ausdehnung, manchmal fehlen sie ganz (letzteres hier nur bei einem Stück [9], 
und zwar links an den zwei äußersten Federn, rechts nur an der äußersten Feder); 
nach Grant (Ruwenzori-Expedition, p. 384) ist das Fehlen des Endfleckes ein 
Zeichen eines jüngeren Stadiums. 

Fl. 97— io6mm, Schw. 77—85 mm (Rchw., V. A.: Fl. gS — 100, Schw. 70 — 
75 mm). 

273. Phyllastrephus leucopleurus Cass. 

Q Moera VIII. 1910. 
g Beni IX. 1910. 
2 Q » X. ig 10. 

Von Reichenow (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes) für das Seengebiet 
nicht angeführt, anscheinend überhaupt noch nicht von einem so weit östlich ge- 
legenen Fundorte erwähnt. 

274. Phyllastrephus lorenzi Sassi (Taf. VII). 

Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, 12. VI. 19 14. 

cf Moera VIII. 19 10. 
9 Ukaika I. 191 1. 

Fl. cf 78, o 76; Schw. cT 71, Q 73; Sehn. 16; L. 20 mm. 

Der Vollständigkeit halber wiederhole ich hier den im J. f. O., 1915, p. 112 
erschienenen Text: 

Oberseite olivgrün, Bürzel etwas mehr olivbräunlich vervv-aschen, Oberkopf 
schw^arz (nicht tiefschwarz, eher sehr dunkel braunschwarz); die vordersten Stirn- 
federn grün mit sehr schmalem schwärzlichen Saum, die folgenden auch mit 
schwärzlicher Federmitte; Augenbrauenstreif grün, die angrenzenden Oberkopf- 
federn mit grünem Außensaum, Hinterkoptfedern mit grünem Endsaum; beim 9 
ist die Kopffärbung im Charakter ebenso, nur tritt das Grün überall mehr hervor, 
so daß nur der hintere Teil des Opferkopfes schwarz erscheint, und auch hier 
sieht man deutliche grüne Endsäume. 

Kopfseiten olivgrün, Kehle licht gelbgrün, übrige Unterseite dunkler grün 
(ohne bräunlichen Ton wie oben), an der Bauchmitte lichter und gelber, aber 
nicht ganz so licht wie die Kehle; Schenkel wie die Bauchmitte. Unterschwanz- 
decken bräunlicholiv (beim 9 brauner) mit gelblichgrünen Säumen. 

Flügeldecken wie der Rücken, letzte Sekundärschwingen wie der Bürzel; die 
übrigen Schwingen braunschwarz, Außensäume wie der Bürzel, Innensäume sehr 
blaß grünlichgelb; Unterflügeldecken grün. 



270 Dr. Moriz Sassi. 



Schwanz olivrotbraun, grünliche Außensäume; von unten olivgrün mit lichten 
Schäften. 

Iris «braun»; Schnabel «cf dunkelbraun, g braun» (am trockenen Balg die 
Spitzen und die Schneiden lichter); Füße «grau» (am trockenen Balg besonders 
beim 9 mit lichteren Krallen). 

Typus: <S Moera VIII. 1910, coli. Grauer, k. k. naturhistorisches Hofmuseum 
in Wien. 

Außer Phjdlastrephus nigriceps Shell, ist dies die einzige schwarzköpfige Phjd- 
lastrephus-An (in Afrika); während aber Ph. nigriceps Shell, zu der Untergattung 
Pyrrhiiriis (mit mehr gebogenem, kräftigerem Schnabel) gehört (Reichenow, V. A.), 
ist die vorliegende Art als echter Phyllastrephus (mit geradem, schlankerem 
Schnabel) anzusehen. 

275. Andropadus serinus A'err. 

9 Moera VIII. igio. 
cf Mawambi XI. 19 10. 

cT: Fl. 92, Schw. 88, Sehn. 17, L. 22 mm; 
9 : »91, » 86, » 18, » 21 » 

So weit östlich anscheinend noch nicht bekannt; von Reichenow (Vogel- 
fauna des mittelafr. Seengebietes) nicht angeführt. 

276. Andropadus laetissimus Sharpe. 

9 Beni-Mawambi X. ig 10. 

Fl. iio, Schw. 110, Sehn. 19, L. 24 mm. 

Die Maße stimmen ziemlich gut mit jenen von O. Grant (Trans. Zool. Soc. 
Ld., XIX, p. 383) angeführten. 

277. Andropadus virens Cass. 

4 d' Bukoba XII. 1909. 

cf Rutschuru-Ebene VI. 19 10. 
49 » VI. 19 10. 

9 Urwald der östlichen Randberge 
der Rutschuru-Ebene VI. 19 10. 

9 Beni VII. 19 10. 

2 9 Moera VIII. 1910. 

Die Länge des Schwanzes beträgt oft bis So mm. 

O. Grant sagt (Trans. Zool. Soc. Ld., XIX, p. 385) für A. virens: «The 
throat too is yellow like the middle of the breast», was wohl ein Irrtum ist, 
denn die Kehle und der Vorderhals sind olivgraugrün (bei A. gracilis und A. 
curvirostris Cass, fast rein grau). 

278. Andropadus latirostris Strickl. 

cf Bukoba XII. 1909. 

9 » XII. 1909. 

2 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

49» » » » » II. 19 10. 

i3 o » » » » » III. 19 10. 



9 


Beni 


IX. 


I9I0. 


d" 


» 


X. 


I9I0. 


9 


» 


X. 


I9IO. 



3 9 Mawambi XI. 19 10. 
3 (d Ukaika XII. 19 10. 

9 » XII. 1910. 

cT Irumu IL 19 11. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



271 



cf iuv. Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 mj III. 1910. 

» » III. ig 10. 

» » IV. ig 10. 

» » IV. ig 10. 



4 9 


'> 




» 


3 cf 


» 




» 


9 


» 




» 


<^ 


Beni 


VII. 


igio. 


cf' iuv 


Moera 


VIII. 


igio. 


9 


» 


VIII. 


1910. 


d^ 


» 


IX. 


igio. 


9 


» 


IX. 


1910. 


cf 


Beni 


IX. 


1910. 



9 Beni 

d" » 

9 ^^ 

g iuv. Mawambi 

cT iuv. Ükaika 



IX. igio. 

X. igio. 

X. igio. 

XI. igio. 

I. igi i. 



c? iuv. Mawambi-lrumu II. 191 1. 

Sechs jüngere Stücke haben (nebst lichten Schnabelwurzeln und teils besonders 
lichten Füßen [vgl. Reichenow, Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes]) keine oder 
nur Anzeichen von den gelben Bartstreifen, und zwar scheint zuerst von diesen das 
tiefer am Hals gelegene Ende aufzutreten, so daß der am Kinn gelegene Teil zuletzt 
sich zeigt; darum ist auch das von Reichenow (V. A.) als Trennungsmerkmal für 
die Subspezies ■ A. l. eil genhis Rchw. angegebene Kennzeichen (Zusammenfließen des 
Bartstreifens am Kinn) nicht sehr maßgebend, wird übrigens von Reichenow 
selbst später (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes) nicht mehr angeführt, sondern 
nur, daß A. l. eiigenhis namentHch eine dunklere Unterseite hat. Auch dieser 
Unterscheidungsgrund scheint aber nicht stichhältig zu sein, denn im «Ibis», igo8 
(p. 304) zieht O. Grant diese Subspezies ein. O. Neumann dagegen ist der An- 
sicht, daß bei den östlichen Stücken die Bartstreifen mehr zusammenfließen, daß 
daher Ph. l. eugenius Rchw. berechtigt ist. 

Die Bälge der großen vorliegenden Serie haben das Kinn manchmal gelb, 
allerdings nicht so rein gelb wie der Bartstreif; bezüglich der Unterseite zeigen 
viele weniger Gelb am Bauch als andere, doch hängt dies oft auch von der Prä- 
paration ab, da gerade hier der Schnitt gemacht wird. 

Die Bälge vom Tanganjika-Urwald unterscheiden sich nicht von jenen aus 
dem Urwald bei Beni etc. 

Die Subspezies .4. /. esulensis {Eiirillas esiilensis Sharpe, «Ibis», 1904, p. 636) 
zieht Grant (Transact. Zool. Soc. Ld., XIX, p. 386) als auf ein jüngeres Stück sich 
beziehend ein (vgl. «Ibis», 1907, p. 461!). 

Die Vermutung Bannermanns, daß bei den cf der Bartstreif schöner gelb ist 
als bei § («Ibis», 1910, p. 698), ist nach der Geschlechtsbestimmung der vorliegen- 
den Serie nicht richtig. 

Stelgidocichla latirostris pallida Mearns (Smith, Mise. Coli., Vol. 61, Nr. 25) 
ist oberseits offenbar blasser; die ebenda aufgestellte neue Form St. latirostris 
satiirata Mearns müßte direkt verglichen werden; sie soll größer als Andropadus 
latirostris eugenius Rchw. sein, die angegebenen Maße stimmen aber fast genau 
mit den von Reichenow für A. l. eugenius angegebenen. 

279. Andropadus gracilirostris Strickl. 

cf Urwald der östlichen Randberge der Rutschuruebene (1600 m) VI. 1910. 



2 cf Beni 
cf Moera 
2 cf » 
2 cf Beni 

4 9 



VII. 1910. 

VIII. igio. 

IX. igio. 

IX. igio. 

IX. 1910. 



3 cf Beni 

4 9 

cf Ukaika 



X. 1910. 

X. igio. 
XII. igio. 
XII. igio. 



272 



Dr. Moriz Sassi. 



280. Andropadus curvirostris Cass 

2 cT Beni MI. igio. 

g » VII. igio. 

2 c? Moera VII. igio. 

VII. igio. 



lO 


g Beni X. igio ( 


I St. 


iuv.?). 




(^ Beni-Mawambi 


X. 


igio. 


2 


9 


X. 


igio. 




cf 


XI. 


igio. 




cf Mawambi 


XI. 


igio. 


4 


9 


XL 


igio. 




cT Ükaika 


XII. 


igio. 




9 - 


XII. 


igio. 




9 >^ 


I. 


igi I. 



9 

5 cf » VIII. ig 10. 

29 » MII. 1910. 

cf » IX. 1910. 

6 cT Beni IX. igio. 
5 Q » IX. 1910. 
3 cT » X. ig 10. 

Ich habe Flügel, Schwanz und Schnabel bei allen 50 Stücken gemessen. 

Fl.: 67 — 82 mm; Schw.: 66 — 84 mm; Sehn.: i3 — 14 (zweimal 12, einmal 
12*5, einmal I4'5, zweimal 15 mm). 

Diese große Serie zeigt viele Nuancierungen in dem Farbenton der Ober- sowie 
der Unterseite; die Oberseite ist in verschiedenem Grade braun überflogen, das 
Gelb des Bauches manchmal stärker hervortretend, das Grau der Kehle teils reiner, 
teils grünlich verwaschen. 

x\ll dies sowie die Maße machen eine deutliche Trennung dieser Art von 
.4. gracilis Gab. sehr schwer. Beide Arten haben nach Reichenow, V. A., auch 
fast das gleiche Verbreitungsgebiet. 

Die Schwanzmaße lassen bei den Exemplaren der Grauer-Kollektion einen 
ziemlich sicheren Schluß auf .4. curvirostris Cass. zu, in allem Übrigen finden sich 
viele Punkte, die ebensogut sich auf .4. gracilis Gab. beziehen könnten (vgl. Grant, 
«Ibis», igo8, p. 3o3). 

Hervorheben möchte ich folgende Stücke: 

5 Stücke (2 cf von Moera, i 9 von Mawambi und i 9 und i cT von Beni- 
Mawambi) zeigen an der Unterseite keine oder fast keine gelblichen oder grün- 
lichen Töne, sondern haben einen grauen Vorderhals, Brust und besonders die 
Körperseiten bräunlich, die Bauchmitte bräunlichweiß; nur an den Seiten findet 
sich ein olivfarbener Anflug; diese Exemplare scheinen dem von Grant (Trans. 
Zool. Soc. Ld., XIX, p. 385) erwähnten «g imm., specimen c* ähnlich zu sein. 

Drei weitere Exemplare (i cf und 2 9 von Beni) sind auf der Rückenseite 
besonders stark braun, auch die Unterseite, sogar die graue Kehle ist stark bräun- 
lich verwaschen. 

Endlich möchte ich noch ein 9 von Beni erwähnen, das ich für ein unaus- 
gefärbtes Stück halte; die Flügeldecken und hinteren Sekundärschwingen sind mehr 
oder weniger rostbraun, der Vorderhals stark grünlich verwaschen, am Rücken 
finden sich einige rostbraune Federn, die Wurzel des Unterschnabels ist licht. 

Die Art Andropadus ansorgei Hart. (Bull. Brit. Orn. GL, XXI, p. 10) scheint 
kürzeren Schwanz und längeren Schnabel zu haben (Schw, 62 — 64, Sehn. 15-5 bis 
16 mm), ist aber den brauneren Stücken der vorliegenden Serie sehr ähnlich, 
nur ist die Kehle bei A. ansorgei Hart, mehr grau. 



281. Ixonotus guttatus Verr. 

cf Moera VII. 1910. 

9 » VII. ig IG. 

7 cT » VIII. igio. 



8 9 Moera VIII. 19 10. 

cf ^> IX. ig IG. 

2 g » IX. ig IG 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



273 



5 c? Beni IX. 1910. 

69 » IX. 19 10. 

2 cf » X. 1910. 

4 Q » X. I9IO. 

4 cT Mawambi XL 1910. 



g Mawambi XI. ig 10. 

c? Ukaika XII. 1910. 

3 d' » I. 19 II. 

Q » I. I9II. 



Wie in Reichenows V. A. zwar nicht, aber im Brit. Cat., VI, p. 119 sehr 
richtig erwähnt, sind die Oberdecken und Halsseiten meist sogar sehr deutlich rost- 
bräunlich verwaschen, ferner sind die Kropfseiten, oft auch die Kropfmitte mehr 
oder weniger stark graulich olivfarben überflogen. 

Beiden Beschreibungen wäre hinzuzufügen, daß die weißen Schwanzfedern 
meist einen schmalen gelben Außensaum haben. 

In den östlichen Teilen des Kongourwaldes wurde diese Art (i Stück) erst 
anläßlich der Ruwenzori-Expedition in Mawambi (Grant, Trans. Zool. Soc. Ld., 
XIX, p. 387) und dann von Carruthers (3 Stück) bei Pothierville, Upper Congo, 
1907 (Grant, «Ibis», igo8, p. 3o2) konstatiert. 

Reichenow erwähnt diese Art für das Seengebiet (Vogelfauna d. mittelafr. 
Seengebietes) nicht. 



282. Pycnonotus tricolor tanganjicae Rchw. 

■5 Bukoba 



XII. 1909 

3 g » XII. 1909 
g Provinz Bukoba XII. 1909 
cf » » I. 19 10 

2 g Sultanat Kissaka I. 19 10 

4 cf Baraka IL 1910 
20 » IL 1910 

cf Urwald westlich vom Tanganjika 
See (2000 m) III. 1910. 



g Urwald westlich vom Tanganjika- 
See (2000 m) III. 1910. 



g Beni 

g Moera 

cf Beni 

cf Beni-Mawamhi 

g Mawambi 

g Ukaika 



VII. 19 10. 

VIII. 1910. 

X. 1910. 

X. 1910. 

XL 1910. 

I. 1911. 



Die Exemplare von Bukoba und vom Kongo-Urwald (Beni etc.) unterscheiden 
sich gar nicht von jenen vom Tanganjika-See (Baraka), 

Die Flügel messen bei acht Stücken von Bukoba und Provinz Bukoba 
9 1—99 mm, bei sechs Stücken von Beni, Mawambi, Moera und Ukaika 85—96 mm, 
bei zwei Stücken vom Sultanat Kissaka 93—99 mm, bei zwei Stücken vom Urwald- 
rand des Tanganjika-Sees 92—97 mm und bei sechs Stücken von Baraka (am 
Tanganjika-See) 90—99 mm. (Das Stück mit 85 mm Flügellänge hat ein sehr ab- 
genütztes Getieder.) 

Die Schnabelmaße sind bei Bukoba-Bälgen 16-5— 17-5 mm (ein Stück 15-5, 
aber lädiert), bei Tanganjika- und Kissaka-Bälgen 16—17 mm. 

Reichenow (V. A.) gibt für P. tricolor HartL Fl. 90—100, Sehn 15 bis 
17 mm an. 

Da der echte P. tricolor HartL, wie der Vergleich in Berlin zeigte, die 
Unterflügeldecken mehr weiß hat, andererseits die Maße der vorliegenden Serie mit 
denen für P. tricolor HartL angegebenen (Reichenow, V. A.) stimmen, so be- 
nenne ich die Bälge als P. tricolor tanganjicae Rchw. (Vogelfauna d. mittelafr. 
Seengebietes, p. 346), will jedoch bemerken, daß der Unterschied von P. tr. minor 
Heugl. anscheinend nur auf einem geringen Größenunterschied beruht und daß das 
nördliche Verbreitungsgebiet der Stücke der Grauer-KoUektion scharf an jenes von 



274 



Dr. Moriz Sassi. 



P. tr. minor Heugl. angrenzt. Hartert führt (Nov. Zool., 1900, p. 47) P. tr. minor 
Heugl. aus der Gegend von Beni und vom Ituri (also aus demselben Gebiet 
aus dem ein Teil der Grauer-Kollektion stammt) an. Ich glaube, daß sich voraussicht- 
lich P. tr. tanganjicae Rchw. als identisch mit P. tr. minor Heugl. herausstellen wird. 
Ein Stück von Kissaka hat den Bauch stark rostfarben verwaschen, eine 
Färbung, die sich mit Wasser abwaschen läßt und auf äußere Einflüsse zurück- 
zuführen ist. 

283. Crateropus melanops sharpei Rchw. 

7 d" Provinz Bukoba XII. 1909. | 2 c^ Sultanat Kissaka I. 19 10. 

29» » XII. 1909. I 5 9 * =■> I- 1910- 

cf » » I. 19 IG. j Q Kissenji-Rutschuru VI. 19 10. 

Nach dem Vergleich mit dem Berliner Material als C m. sharpei Rchw. zu 
bestimmen, nur kann von einer hellen Stirn, wie dies Neumann (J. f. O., 1904, 
p. 548 ff.) angibt, nicht die Rede sein. Die Stirnfedern sind bräunlichgrau wie 
die übrige Oberseite, mit einem dunklen Schaftstrich und einem bräunlichweißen 
Außensaum, mit einem Wort nicht anders gefärbt wie die Federn des Oberkopfes, 
Oberrückens und Vorderhalses (inkl. Kehle); ebenso sind die Berliner Stücke 
gefärbt. 

Bei sehr vielen Stücken zeigt sich eine starke Untermischung der wie oben 
beschriebenen Federn mit deutlich rostfarbenen, bei denen die lichten Säume, oft 
auch die dunklen Schaftstriche, nur schwach oder gar nicht bemerkbar sind, dabei 
machen diese Federn einen stark abgenützten Eindruck. Dieser rostfarbene Ton an 
abgenützten Federn zeigt sich auch sonst am Rücken, Bauch und an den Flügeln. 
Die Exemplare mit frischerem Gefieder machen daher auch einen mehr grauen 
Eindruck, weshalb die neue Subspezies Cr. m. grisescens Rchw. (O. M , 1908, p. 47; 
Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes, p. 366) wohl fraglich sein dürfte, wie dies 
auch schon Reichenow selbst anführt. 

284. Crateropus plebeius emini Neum. 

cf Provinz Bukoba XII. 1909. 3 cf Provinz Urundi I. 191 o. 

2 Q » » XII. 1909. 9 » » I. 19 10. 

cT Sultanat Kissaka I. 19 10. 

Nach Neumanns Arbeit «Über Crateropus» (J. f. O., 1904, p. 5 48 ff.) als 
C. plebeius emini Neum. zu bestimmen. 

Der sehr ähnliche C p. hypostictus Gab., Rchw. von Angola scheint einen 
kürzeren Schwanz als C. p. emini zu haben. 

Fl. 98 — 106, Schw. 107 — 114 mm. 

285. Crateropus tanganjicae Rchw. 

cf' Uvira II. 19 10. 

cf Baraka II. 1910. 

3 g » II. 1910. 

Wie dies Neave («Ibis», igio, p. i36) zu vermuten scheint, so glaube ich 
auch, daß die Spezies C. carruthersi Grant (Bull. Brit. Orn. Club, 1907, XIX, 
p. 106) einzuziehen ist. 

Von den fünf Exemplaren haben nur zwei (g, Baraka) einen ganz schwarzen 
Oberkopf (die anderen haben die Kopffedern schwarz mit schmalem braunen 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. ^75 



Saum) und von diesen zwei Stücken fehlen dem einen die dunklen Querbänder 
der Rückenfedern gänzlich, ebenso wie die dunklen Federmitten; diese beiden 
Merkmale sind aber bei den analogen vier Stücken, die offenbar jünger sind, mehr 
oder weniger deutlich ausgebildet. Die Kehle ist lichter oder dunkler grau, nur 
bei dem einen Stück mit ganz schwarzem Oberkopf (aber noch Querbänderung am 
Rücken) schwarz. Die Unterscheidungsmerkmale von C. carruthersi Grant scheinen 
also auf Altersunterschieden zu beruhen. 



286. Crateropus hartlaubi Boc. 

g Baraka II. 1910. 
(f Usumbura II. 1910. 



Q Usumbura II. 1910. 
g Russissi-Tal V. 1910. 



Nach Reichenow (V. A.) und O. Neumann (J. f. O., 1904, p. 553) hat diese 
Form am Oberkopf keine lichten Federsäume; nichtsdestoweniger glaube ich die 
vorliegenden Bälge, welche solche helle Säume besitzen, als C. hartlaubi Boc. be- 
stimmen zu müssen, da O. Grant («Ibis», 1908, p. 3o2) erwähnt, daß frisch ver- 
mauserte Tiere am Kopf und Mantel deutliche weißgraue Säume zeigen, und weil 
frisch vermauserte Stücke im Berliner Museum ebenso gefärbt sind. Der Bürzel ist 
mehr bräunlichweiß mit breiten braunen Schaftstrichen. 

Von Reichenow (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes) zuerst für die Tan- 
ganjika-Gegend, hier auch noch für das gegen den Kiwu-See ziehende Russissi-Tal 
nachgewiesen. 

287. Phyilanthus czarnikowi Grant (Bull. Brit Orn. GL, XIX, p. 40). 

12 cT Beni IX. 1910. 

2 g » IX. 19 10. 

g Beni-Mawambi X. 19 10. 

In Trans. Zool. Soc. London, XIX (p. SyS, Taf. XVII, Fig. i) ist erwähnt, daß 
außer dem einen Stück von der Ruwenzori-Expedition noch drei Exemplare von 
Alexander vom Welle-River bekannt sind. 

Bei Reichenow (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes) nicht angeführt. 

288. Macrosphenus üavicans Cass. 

3 cT Moera VIII. 1910. 9 iuv. Beni X. 1910. 
g » VIII. 1910. cT Ukaika I. 1911- 

4 d" Beni (i St. iuv.) IX. 1910. 2 g Mawambi (i St. iuv.) IL 191 1. 
Q » IX. 1910. $ iuv. Mawambi-Irumu IL 191 1. 
cT » X. 1910. 

Die jüngeren Stücke haben einen dem Rücken gleich gefärbten Oberkopf, 
eine Färbung, die natürlich allmählich in das Graubraun der erwachsenen Vögel 
übergeht, die Kehle ist mehr oder weniger gelblichgrün verwaschen, an den 
Flügeldecken zeigt sich je ein weißlicher, dreieckiger Spitzenfleck, der Bauch ist 
lebhaft gelbgrün, nicht ins Goldbräunliche ziehend. 

289. Macrosphenus concolor Hartl. {===M. zenkeri Rchw.). 



cf Moera IX. ig 10. 

4 cf Beni IX. 19 10. 

3 g » IX. 1910. 

3 cf » X. 1910. 



3 g Beni X. 1910. 

g Beni-Maw^ambi X. 19 10. 

g Ukaika I. 1911- 

g Mawambi-Irumu IL 191 1. 



276 



Dr. Moriz Sassi. 



Diese Art war der Literatur nach bisher nur von Westafrika bekannt; im Ber- 
liner Museum befindet sich ein Stück von Mawambi (IV. igo8). Sharpe («Ibis», 
igo8, p. 117) vermutet und O. Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 378) 
nimmt als feststehend an, daß «M. zenkeri Rchw.» nur die Jugendform von M. 
flavicans Cass. sei. Abgesehen von den schon von Reichenow (Vogelfauna des 
mittelafr. Seengebietes) erwähnten lichten Füßen (dunkel bei M. flavicans) findet 
sich bei keinem der 17 Stücke der Grauer-Kollektion eines, das der oben beschrie- 
benen Jugendfärbung von M. flavicans entsprechen würde; von oben allerdings 
sind sie kaum unterscheidbar, aber M. concolor hat einen matt grünlichgrauen 
Bauch (s, oben) und nirgends finden sich die lichten Spitzenflecke der Flügeldecken; 
mit Recht leugnet also Reichenow die Behauptung, daß M. zenkeri die Jugend- 
forni von M. flavicans sei (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes, p. 363). 

In derselben Arbeit sagt Reichenow, daß O. Neumann festgestellt habe, daß 
M. zenkeri Rchw. mit CajJiosoptera concolor Uarü. identisch sei; ferner sagt O. Neu- 
mann (Bull. Brit. Orn. Club, XXIII, p. 47), daß Camosoptera concolor richtig 
Macrosphemis concolor heißen muß, da diese Art einen deutlichen Schnabelhaken 
besitzt. 

290. Graueria vittata Hart. (Bull. Brit. Orn. Club, XXIII, p. 8). 
4 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. igio. 

Q » » » T> » III. I9IO. 

Q ■» » » » » IV 19 10. 

Bezüglich der in der Urbeschreibung angeführten Laufmaße («about 28*5 — 
29-5 mm») scheint ein Irrtum oder Druckfehler unterlaufen zu sein, denn die 
sechs vorliegenden Stücke messen nur 19 — 19-5 mm (vgl. Nov. Zool., 1909, p. 353, 
Tafel !). 



291. Turdinus fulvescens Cass. 



5 ö 

7 9 

9 
2 d^ 

2 d^ 

9 

4 Ö^ 

2 9 



Beni VII. 19 10. 

Moera VIII. 1910. 

» VIII. 1910. 

VIH. 1910. 

> IX. 1910. 

Beni IX. 19 10. 

» IX. 1910. 

» X. 19 10, 

» X. 19 10. 



4 rf Beni-Mawambi X. 19 10. 
9 iuv. » X. 19 10. 



c? Beni-Mawambi XI. 1910. 



2 
9 



Mawambi 

» 
Ukaika 



6 9 
3 o" 

2 cf iuv. 

3 9 _ 

o iuv. 



XI. 1910. 

XI. 1910. 

XL 1910. 

XII. 1910. 

XII. 1910. 

I. 1911. 

1. 1911. 

1. 191 1. 

I. IQII. 



Grant identifiziert (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 379) T. albipecttis Rchw , 
T. bocagei Salv. und T. barakae Jackson mit T. fulvescens Cass. 

Von den fünf jüngeren Stücken (mit dunklen Säumen am Kropf und Vorder- 
hals) zeichnen sich namentlich drei Stücke durch stark rotbraunen Ton (besonders 
auffallend am Augenring und Zügel) aus. 

Von der folgenden Art unterscheidet sich diese, abgesehen von dem deut- 
lichen Weiß der Bauchmitte und den dunkleren Unterflügeldecken (licht- 
braun), dadurch, daß an der Unterseite der Schwingen ein lichterer Innensaum 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 277 



sich nur schwach abhebt und durch die meist grünlich verwaschene Kehle. Die 
Flügelformel (s. Reich enow, V. A.) ist oft von der der Gattung Alethe nicht 
unterschieden. 

292. Turdinus reichenowi Sharpe (T. cerviniventris Sharpe). 



2 g Beni-Mawambi X. 19 10. 

Ö' » XI. 19 IG. 

cT Ukaika I. 191 1 

2 g » I. 1911. 

cT Mawambi-Irumu II. 191 1. 



cf Beni VII. ig 10. 

cf Moera VII. 19 10. 

cT » M II. ig 10. 

cf Beni IX. 1910. 

5 9 » IX. igio. 

Diese sowie die vorige Art scheinen erst durch die Ruwenzori-Expedition aus 
dem östlichen Congo-Ürwald bekannt geworden zu sein (Grant, Trans. Zool. 
Soc. London, XIX, p. 38o). 

Die Bauchmitte ist nicht weiß, sie ist nur etwas lichter; der Schnabel ist, 
wie mir scheint, etwas größer als bei T. fiilvescens Cass. und die Unterflügeldecken 
sind lichter als bei der vorigen Art (eher bräunlichweiß), die Innensäume der 
Schwinge (von unten gesehen) sich deutlich lichter abhebend und die Kehle rein 
weiß. 

Auch ist ein dunkler Bartstrich meist recht deutlich 

2g3. Turdinus poliothorax Rchw. 

c? Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. ig 10. 

o ■■■ >^ ^> » » III. 19 10. 

Reich enow stellt die Form jetzt (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes, 
1. Mecklenburger Expedition, p. 3jo) nicht mehr zur Gattung Alethe, sondern zur 
Gattung Turdinus. Von Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 373) zuerst 
vom Osten nachgewiesen (Mubuku Valley, E. Ruwenzori), verbreitet sich offenbar 
auch von Kamerun durch den ganzen Congo-Urwald, darum ist auch der obige 
Fundort gut erklärlich. Auf der Tafel in Rchw., V. A., ist das Grau der Unter- 
seite zu stark blau grau und die Schnabelfärbung auch nicht ganz richtig wieder- 
gegeben, der Unterschnabel ist lichter (s. auch Grant, Trans. Zool. Soc). 

2g4. Turdinus atriceps Sharpe. 

3 cf Urwald westlich vom Tangan;ika-See (2000 m) II. 1910. 

^ Cj » » » » » III. 19 10. 

40» » » » » III. ig 10 

20» » » » » ly ig IG. 

9 Kissen ji-Rutschuru VI. igio. 

Die Schnabellänge beträgt 12 — 13 mn-;, ist also geringer als die in Reich enows 
\' A. (nach der Urbeschreibung) angegebene von 15 mm. 

Da das Genus Alcippe sich (nach V. A.) nur durch schwächeren Schnabel 
vom Genus Turdmus unterscheiden soll, so hat Jackson («Ibis», igo6, p. 541 — 542) 
vielleicht nicht so Unrecht, wenn er meint, diese Art wäre besser zum Genus 
Alcippe zu stellen. 

2g5. Turdinus pyrrhopterus Rchw., Neum. 

cT Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) 11. ig 10 
r) x> » » » II. ig IG. 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, lyiO. 19 



2^8 Dr. Moriz Sassi. 



3 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) 111, 1910. 
20» » » » » III- 1910. 

cf » » » » » IV. 19 10. 

n » » » » » IV. ig 10. 

Die Subspezies T. p. kivuensis Neiim. (Bull. Brit Orn. Cl., XXI, p. 55) ist mit 
Recht von Grant auf Seite 60 wieder eingezogen (vgl. auch Trans. Zool. Soc. Lon- 
don, XIX, p. 38o und Reichenow, Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes). Der 
Typus von T. pyrrhopterus Rchw., Neum. war offenbar ein jüngeres Tier, der von 
T. p. kivuensis Neum. ein altes Exemplar, denn wie schon die vorliegende kleine 
Serie zeigt, geht der stärker olivbraune Oberkopf allmählich in den reiner grauen 
über und ebenso sind die älteren Tiere am (Hinter-)Rücken, viel weniger, ja fast 
gar nicht rostrotbraun, während dies bei den jüngeren der Fall ist. Ferner sind die 
Ünterschwanzdecken, die in Reiche nows V. A. als rotbraun angegeben sind, nur 
bei den jüngsten Stücken der Serie so gefärbt, sie gehen dann in ein röstliches 
Olivbraun über. 

Fl.bisySmm, Schw.56 — 60 mm, Sehn. i3 — 15mm, L. 24 — 26 mm(Reichenow, 
V. A.: Fl. 67 — 70 mm, Schw. 53 mm, Sehn. 15 mm, L. 24 mm), 

296. Bathmedonia rufa vulpina Rchw. 

cf Moera VII, 1910, 2 cf Beni X. 1910, 

(nach Etikette 9.) 
cf Beni-Mawambi X. ig 10. 

(nach Etikette 9.) 
5 Ükaika XII. igio. 

9 iuv. Mawambi II. igii. 
cf Beni X. 1910. 

Nach mündlicher Mitteilung des Herrn Prof. O. Neu mann ist die als Bath- 
medonia miirina Rchw. beschriebene Art nichts anderes als das Q von B. rufa vulpina 
Rchw, Einige der braunen Stücke der Grauer-KoUektion sind offenbar irrtümlich 
als 9 bezeichnet und müssen nunmehr als cf angesehen werden. 

Die vorliegenden Stücke zeigen alle mehr oder weniger deutlich (manchmal 
nur angedeutet) eine licht gelbbräunliche Zone zwischen dem Schwarz des Kropfes 
und dem Rotbraun, respektive Grau der übrigen Körperfarbe; die westliche Form 
B. rufa Rchw. hat, wie die Exemplare in Berlin zeigten, keine Spur dieser lichten Zone. 

Die 9 entsprechen der Beschreibung des 9 von B. rufa Rchw. im «Ibis», 
1908, p. 122, nur daß man hier die Oberseite nicht «blackish with an olive wash» 
nennen kann, sondern besser grau mit olivgrüner Verwaschung, und daß um das 
Schwarz der Kehle ein sehr deutliches schmutzig cremefarbiges Band verläuft. 

Durch Prof. Neu mann aufmerksam gemacht, konnte ich den jungen Vogel 
von Mawambi als junges Weibchen von .ß. r, vulpina Rchw. bestimmen. Es unter- 
scheidet sich von dem erwachsenen 5 durch den völligen Mangel des Schwarz 
(der Oberkopf ist wie der Rücken, Kopfseiten, Kehle und Vorderhals wie der Bauch, 
nur grauer gefärbt) und Fehlen des lichten Bandes am Vorderhals. Der Oberschnabel 
ist dunkelbraun, der Unterschnabel licht tonbraun. 

Fl. 55 — 60, Schw. 48 — 61, Sehn, 12 — 13"5, L, 23 — 25 mm, 

B. talboti Alex. (Bull. Brit. Orn. Gl., XIX, p. 46) vom Welle-River ist wohl 
nichts anderes als B. rufa vulpina Rchw. 



2 cT 


» VIII. igio. 


2 d^ 


» VIII. 1910. 




(nach Etikette 9. 


4 9 


» VIII. 1910. 


c^ 


» IX. igio. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 27g 



B. jacksoni Sharpe (ßuU. Br. Orn. GL, XIII, p. 10; «Ibis», 1906, p. 542) ist 
sicher einzuziehen, wie dies schon Reichenow [V . A.) tut (Grant in Trans. Zool. 
Soc. London, XIX, p. 38i, hält diese Art dagegen für berechtigt); nur ist sie, wie 
Prof. Neumann mit Recht bemerkte, mit. B. riifa vidpina Rchw. und nicht mit 
B. rufa Rchw. zu identifizieren, da offenbar ein lichter Streif um das Schwarz der 
Kehle vorhanden ist («Ibis», igo6, p. 542), der allerdings in der Ürbeschreibung 
nicht erwähnt wird. Die Ausdehnung des Schwarz am Oberkopf und am Vorder- 
hals variiert sehr, ein ^ der Grauer-Serie hat z. B. den ganzen Oberkopf und ein 
cf die ganze Bauchmitte schwarz. 

297. Geocichla princei graueri Sassi (Taf. VIII). 
Sitzungsber. der kais. Akad. d. \\'iss. in ^^"ien, 12. VI. 19 14. 

cf Moera MII. 19 10. 
Fl. 100, Schw. 65, Sehn. 18, L. 29 mm. 

Der Vollständigkeit halber wiederhole ich hier den Text vom J. f. O., 19 15, 
p. ii3: 

Das vorliegende Stück steht offenbar der G. princei Sharpe sehr nahe und 
behält wie diese auch im erwachsenen Stadium die zwei dunklen Ohrbinden und 
den Bartstreifen. 

Nach Taf. XI (Vol. I) in Seebohms Monographie der Turdiden unterscheidet 
sich G. p. graueri von G. princei vor allem dadurch, daß alle lichten (rahmfarbenen, 
gelb- oder graubräunlichen) Partien an Kopf und Unterseite von G. princei bei G. 
p. graueri deutlich rostfarben sind und daß der Schw^anz keine weißen Feder- 
enden hat. Ferner ist G. princei Sharpe anscheinend größer (Fl. 105 —115, Schw. 80, 
Sehn. 21, L. 36 mm). 

Wenn auch, wie im folgenden erwähnt werden wird, sich noch einige wenige 
Federn des Jugendgeheders vorfinden, so ist das Exemplar doch im übrigen als 
ausgefärbt zu betrachten (es fehlen z. B. die dunklen Flecke an der Unterseite 
vollkommen); ich will das nur deshalb hervorheben, weil bei einer weiter unten zu 
besprechenden Geocichla Ohrflecken und Baststreif nur im Jugend kleid zu sehen sind. 

Oberkopf und Rücken olivbraun, am Bürzel in olivrotbraun übergehend; 
Zügel, Kopfseiten, Kinn und Kehle rostfarben, stellenweise blaßer; zwei schwarze, 
scharf sich abhebende, 5 mm breite Binden über die Ohrdecken, ein i mm breiter, 
manchmal unterbrochener, aber sehr deutlicher schwarzer Bartstrich, bis zum 
unteren Ende der vorderen Ohrbinde reichend. Kropf, Brust und Körperseiten 
kräftiger rostfarben; Bauchmitte weiß, Unterschwanzdecken weiß mit röstlicher 
Außenfahne. Hinter den Augen und Ohren, im Nacken und an den Schultern 
linden sich noch einige rotbraun verwaschene Federn mit blaßem Schaftstrich, also 
Jugendfedern. 

Kleine Flügeldecken braun, olivfarben an der Außenfahne, manche mit einem 
rostroten Spitzenfleck; die mittleren und großen Flügeldecken schwarzbraun, mit 
großen, am Schaft über 5 mm breiten, weißen, etwas röstlich verwaschenen Spitzen- 
flecken. 

Primärdecken einfarbig schwarzbraun. Schwingen schwarzbraun, lichtbraune 
Außensäume; Sekundärschwingen mehr olivbraun, außen rotbräunlich verwaschen; 
Innenfahne der Schwingenbasis (mit Ausnahme der zwei ersten) weiß. Manche rost- 
ig* 



28o Dr. Moriz Sassi. 



braunen Verwaschungen an den Flügeln sind vielleicht noch als Reste der Jugend- 
färbung anzusehen. 

Schwanz olivrotbraun, dunkler und weniger rotbraun als der Bürzel; die 
Federn ohne weiße Enden. 

Kleine Unterflügeldecken weiß, die mittleren braun, die großen braun mit 
breiter weißer Spitze, die Achselfedern weiß mit breiter brauner Spitze. 

Iris «dunkelbraun», Füße «hellbraun» (am trockenen Balg blaß gelbbraun), 
Schnabel «dunkelbraun» (nach der Etikette). 

Typus: cT Moera VIII. 19 lo, Coli. Grauer, k. k. naturhistor. Hofmuseum in 
Wien. 

Die ähnliche Art Geocichla camaronensis Sharpe («Ibis», 1905, p. 472) von 
Efulen hat die ganze Unterseite «orangechestnut». (Fl. 96*52, Schw. 59*69, 
Sehn. i9"05, L. 26*67 mm.) 

Auch G. giiniej'i otomitra Rchw. ist ähnlich; doch hat diese Art die Ohr- 
flecke mehr grau, die Unterseite rotbraun (und nur die Spur eines Bartstriches); 
auch diese Form scheint größer zu sein (L. 34 — 85 mm). 

G. giirneyi raineja Mearns (Smith, Mise. Coli., Vol. 61, Nr. 10) ist größer 
(Fl. 105, Schw. 87, Sehn. 21, L. [«about»] 35 mm), hat dunkel graubraune Ohr- 
flecke und ist dem Fundort nach rein ostafrikanisch (Mt. Mbololo, östlich von 
Kilimandjaro). 

Die zur selben Gruppe gehörige Form G. princei batesi Sharpe («Ibis», 1908, 
p. 123, PI. III, Efulen) ist unten absolut nicht rostrot, sondern graubräunlich (ähn- 
lich wie G. princei Sharpe). 

298. Geocichla gurneyi oberländeri Sassi (Taf. VIII). 

Sitzungsber. der kais. Akad. d. Wiss. in Wien, 12. \l. 19 14. 

Q Beni-Mawambi X. 19 10. 
9 iuv. » XI. 19 IG. 

9: Fl. 95, Schw. 68, Sehn. 18, L. 28 mm; g iuv.: Fl. 97, Schw. 70, Sehn. 19, 
L. 26 mm. 

Der Vollständigkeit halber wiederhole ich den Text aus J. f. O., 1915, p. 115: 

Am ähnlichsten vielleicht der Geocichla giiniejn piaggiae Bouv., jedoch nach 
den Abbildungen (Brit. Cat., V, Taf. XI und Seebohm, Monogr. d. Turd., I, 
PI. XIII) oben viel mehr rotbraunoliv und der Oberkopf bis zum Nacken 
feurig rotbraun. 

G. g. piaggiae Bouv. (von O. Grant auch vom Ruwenzori angeführt, Trans. 
Zool. Soc. London, XIX, p. 368; ebenso von Jackson, «Ibis», 1906, p. 543) ist 
außerdem größer (Fl. 100 — 107, Schw. 80 — 90, Sehn. 18 — 20, L. 32 — 34 mm). 

g ad.: Oberkopf feurig rotbraun von der Stirn bis zum Nacken; Rücken 
und Bürzel olivrotbraun, letzterer reiner rotbraun. Zügel weißlich; Kopfseiten, 
Kinn, Kehle, Vorderhals und der Kropf lichter und leuchtender rotbraun als der 
Oberkopf; Kinn und Mitte der Kehle etwas lichter; Reste eines schwärzlichen Bart- 
streifens; Ohrdecken mit etwas dunkleren Säumen; Brust rostfarben, ganzer Bauch 
und Unterschwanzdecken rein weiß; Flanken rostfarben. Schultern wie der Rücken; 
kleine Flügeldecken braun, außen wie der Rücken, mittlere Flügeldecken schwarz- 
braun mit rein weißen, am Schaft unter 5 mm breiten Spitzenfleeken; große Flügel- 
decken schwärzliehbraun, die hinteren mit olivfarbiger Außenfahne, alle mit einem 



Beilrag zur Ornis Zentralafrikas. 281 

Spitzenfleck wie die mittleren; Handdecken einfarbig schwarzbraun; Schwingen 
schwarzbraun, Außenfahne lichtbraun, Basis an der Innenfahne (mit Ausnahme der 
drei ersten Schwingen) weiß. Sekundärschwingen sich dem Ton der Schultern 
nähernd. Schwanzfedern olivrotbraun, doch dunkler und weniger rotbraun als 
der Bürzel, die äußerste mit kleinem weißen Spitzenfleck, an der nächsten ist 
dieser nur stecknadelkopfgroß, ünterflügeldecken wie bei G. princei graiieri Sassi 
(s. oben). ' 

Iris «braun», Füße «hellrosa» (am Balg blaß gelbbraun), Schnabel «schwarz» 
(nach der Etikette). 

Typus: g ad. Beni-Mawambi, X. 19 10. Coli. Grauer, k. k. naturhist. Hof- 
museum, Wien. 

Q iuv.: Oberseite wie das 5 ad., doch an Kopf und Nacken lichte Schaft- 
striche. Zügel weißlich; Unterseite auch wie beim g ad., nur weniger feurig, 
Kehle sehr blaß (röstlich weiß); zwei nicht sehr scharf begrenzte braunschwarze 
Ohrbinden (nicht so deutlich und schwarz wie bei G. princei graiieri Sassi, s. o.), 
ein unterbrochener schwärzlicher Bartstreif, bis zum unteren Ende der vorderen 
Ohrbinde reichend; Kopf und Brust braun gefleckt (braune Endsäume). Schultern 
mit lichten Schaftstrichen; Flügel oben und unten wie beim g ad., ebenso der 
Schwanz, doch ohne weißen Spitzenfleck, nur kaum merkbare Andeutungen davon. 

Iris «rotbraun», Fuß «rötlichweiß» (am Balg blaß gelbbraun), Schnabel 
«schwarz» (am Balg Unterkieferäste in der Mitte lichter). 

Bei dieser Form sind Ohrbinden und Bartstreif nur im Jugendstadium vor- 
handen, wie dies z. B. auch auf Taf. XXII in Seebohms Monographie der Tur- 
diden (I.) für G. aiirata Sharpe (Borneo) schön zu sehen ist. 

Geocichla camaronensis Sharpe («Ibis», 1905, p. 472 und 1908, p. i23) unter- 
scheidet sich vor allem dadurch, daß der ganze Unterkörper («gastraeo toto») 
kastaniengoldbraun ist, daß ferner auch das erwachsene Tier einen Ohrfleck 
haben soll. 

Geocichla piaggiae keniensis Mearns (Smith, Mise. Coli., Vol. 61, Nr. 10) 
kommt, abgesehen vom Fundort, schon wegen des schwarzen Zügels, der langen 
Läufe (35 mm) etc. nicht in Betracht. 

299. Geocichla gurneyi tanganjicae Sassi. 
Sitzungsber. der kais. Akad. d. Wiss. in ^^'ien, 12. \l. 19 14. 

g iuv. Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

Fl. 105, Schw. 78, Sehn. 21, L. 38 mm. 

Auch hier will ich der Vollständigkeit halber den Text aus dem Journal für 
Ornithologie, 1915, p. 116, wiederholen: 

' Das vorliegende Stück läßt sich auf keine der bisher beschriebenen Arten gut 
beziehen ; es scheint im ausgefärbten Zustand so wie die vorige Art einen bis zum 
Nacken rotbraunen Kopf zu haben; es steht vielleicht der G. crosleyi Sharpe von 
Kamerun am nächsten; von den drei Arten der Kollektion Grauer ist es jedenfalls 
die größte Form. 

(Nachtrag März 19 16: Die Beschreibung der jungen Geocichla giirnejn kili- 
inensis Neum. in Sjöstedts Kilimandscharo-Expedition (p. 157) würde ganz gut 
auf vorliegendes Stück passen, nur ist dieses auf der Oberseite stärker rostrot; 
außerdem wäre auch das \'orkommen einer Kilimandscharo-Form im Urwald west- 



282 Dr. Moriz Sassi. 



lieh des Tanganjika-Sees sehr merkwürdig. Nichtsdestoweniger dürfte es sich viel- 
leicht hier um ein junges Exemplar von G. g. kilimensis Neum. handeln, da Har- 
tert mir mitteilte (11. VII. 1914), daß ein alter Vogel von derselben Gegend dem 
Typus von G. g. kilimensis gleicht.) 

Oberkopf und Kopfseiten rotbraun, Federränder dunkler. Schaftstriche lichter; 
Zügel mehr grau; Rücken olivbraun (am Oberrücken lichte Schaftstriche), all- 
mählich in den rotbraunen, etwas oliv verwaschenen Bürzel übergehend; Ober- 
schwanzdecken noch reiner rotbraun als der Bürzel. Schwanzfedern olivbraun, 
rotbräunlich verwaschen, besonders an den Vußensäumen. Die äuiSersten Feder- 
spitzen ganz wenig weißlich. 

Schultern wie der Oberrücken, mit lichten Schaftstrichen; die vorderen kleinen 
Flügeldecken schwarzbraun mit rotbraunen Spitzenflecken, die hinteren olivbraun 
wie der Rücken; die mittleren und großen Flügeldecken schwarzbraun, die hinteren 
mehr oliv verwaschen, mit großen (bei den mittleren Decken am Schaft bis 8 mm 
breiten) weißen Spitzenflecken, die nach hinten zu etwas röstlich verwaschen sind. 
Primärdecken schwarzbraun; Schwingen schwarzbraun, außen lichtbraun, an der 
Basis mit Ausnahme der ersten vier Schwingen auf der Innenfahne weiß. Achsel- 
federn weiß mit breitem braunen Ende. Die kleinen unteren Flügeldecken weiß 
mit brauner Basis, die mittleren braun, oliv verwaschen, die großen braun mit 
breitem weißen Ende. Kinn rechts und links längs der Unterkieferäste schwärzlich, 
in der Mitte röstlich, obere Kehle rötlichweiß; die übrige Unterseite schön rostrot, 
an Kehle, Kropf und Brust mit schwarzbraunen Endflecken. Bauchmitte weiß, 
Unterschwanzdecken ebenso, beide Partien teils röstlich verwaschen. Körperseiten 
rostfarben mit braunen Endsäumen, etwas oliv verwaschen. 

Iris «grau», Fuß «rötlichweiß» (am Balg licht hornbraun), Schnabel «dunkel- 
grau» (am Balg schwarz, die Unterkieferäste in der Mitte lichter). 

Tvpus: n iuv. Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m), IL igio. Coli. 
Grauer, k. k. naturhist. Hofmuseum, Wien. 

3oo. Turdus graueri Neum. (Bull. Brit. Orn. Club, XXI, p. 56). 



3 d' Bukoba XII. 1909. 

g » XII. 1909. 

Q Provinz Bukoba I. 19 10. 

g Sultanat Kissaka 1. 19 10. 

cT Provinz Urundi 1. 19 10. 



3 g Provinz Urundi I. 19 10. 

g Uvira IV. 19 10. 

5 Usumbura V. 19 10 

g Kissenji (Kiwu-See) V. 19 10. 
g » » VI. 19 IG. 



Prof. Neumann teilt mir mit, daß er diese Form mit einer Serie von T. 
p. bücagei Gab. von Angola verglich und daß sie nicht, wie Reichenow (Vogel- 
fauna des mittelafr. Seengebietes) annimmt, mit T. b. bocagei Gab. identisch ist; 
dagegen vermutet er, daß T. stonnsi Hartl. mit T. p. graueri Neum. zusammenfällt 
(Tvpus in Brüssel; Unicum; kahler Augenring vielleicht durch Präparation ver- 
ursacht). 

Bei Grauers Exemplaren ist der Kopf rostgelblich verwaschen, in einem Falle 
auch der Kropf dunkel gestrichelt wie die Kehle (vgl. Reichenow, V. A.: Turdus 
pelios Bp.), das Rostrot von Brust und Bauch weit ausgedehnt, nur die Bauch- 
mitte, manchmal auch die Brustmitte w^eiß. 

3oi. Turdus pelios centralis Rchw. 



cf Bukoba XII. igog. 

cT Kissenji (Kiwu-See) V. 1910. 



2 cT Kissenji (Kiwu-See) VI. ig 10. 
g (?) » » VI.(?) 19 10. 



Beitra" zur Ornis Zentralafrikas. 2ö3 



g Rutschuru-Ebene VI. igio. 

9 Moera VIII. 1910. 

cT Beni IX. 1910. 

3 g » IX. igio. 



cf Mawambi XI. 19 10. 

9 iuv. Rutschuru-Ebene VI. 19 10. 
9 iuv. Moera VIII. 19 10. 

cf iuv. Beni IX. 19 10. 



Der Kropf ist hier zwar grauer als bei der vorhergehenden Art, aber doch 
deutUch röstlich verwaschen, die Unterseite hat bedeutend mehr Weiß, dieses er- 
streckt sich bis zur graubräunlichen Kropffärbung. 

Einige Stücke haben ein sehr abgeriebenes Gefieder, so daß die Strichelung 
der Kehle undeutlich ist. 

Die Bestimmung der jungen Exemplare ist natürlich sehr unsicher. 

Tiirdiis albipectus Rchw. (Orn. Monatsber., 1908, p. 191) hat einen reiner 
grauen Kropf. 

3o2. Turdus olivaceus bambusicola Neum. (Bull. Br. Orn, GL, XXI, p. 56). 

cT Provinz Bukoba XII. 1909. 

cT Usumbura I. 19 10. 

2 Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. 1910. 

9 Kissenji (Kiwu-See) VI. 19 10. 

cT » » VI. 19 10. 

cT iuv. » » VI. 19 IG. 

Hier ist das Rostrot der Bauchseite dunkler und kräftiger als bei den obigen 
Arten und das Weiß ist höchstens an der Steißmitte zu sehen (infolge der Prä- 
paration ist die Färbung gerade dieser Partie oft nur schwer kenntlich). Die Ober- 
seite ist dunkel olivgraubraun, deutlich dunkler als bei den oben genannten Formen. 

Bezüglich der Kropifärbung unterscheiden sich die zwei Exemplare vom 
Tanganjika-See von den Stücken von Bukoba, Usumbura und Kissenji (9); der 
Kropf ist bei ihnen blaß oliv, während er bei den drei anderen stark mit rostgelb 
verwaschen ist, ganz besonders bei dem Balg von Bukoba, der überhaupt vielleicht 
einen Übergang zu T. grauen Neum. darstellt; er unterscheidet sich kaum von 
dieser Form, nur ist das Weiß der Unterseite auf die Steißmitte beschränkt. 

Das junge Stück gehört mit ziemlicher Sicherheit hierher, da Brust- und 
Körperseiten, Achselfedern und Unterflügeldecken viel tiefer rostrot sind als bei 
den anderen jungen Tieren und mit dem Ton der erwachsenen Stücke von T. o. 
bambusicola Neum. übereinstimmen. 

Das d' von Kissenji (Kiwu-See) muß ich besonders hervorheben; auf der 
Unterseite gleicht es bis auf die reiner weiße Kehle und den etwas graueren Kropf 
den zwei Exemplaren vom Tanganjika-See, die Oberseite ist aber auffallend 
dunkler als die aller anderen Stücke. 

Die Schwingen haben nur an der Wurzel eine Andeutung eines rostfarbenen 
Innensaumes. Der Zügel ist schwarz, bei den anderen schwärzlichbraun. 

Ob dieses Stück wirklich zu T. o. bambusicola Neum. gehört, ist noch fraglich. 

Ähnlich scheint T. o. polius Mearns (Smith, Mise. GolL, Vol. 61, Nr. 10, igiS) 
aus dem Nordosten von Britisch-Ostafrika auszusehen, nur daß der Bauch hier 
mehr «olivaceous orange» sein soll. 

Es ist wahrscheinlich, daß T. sylvestris Rchw., wie das Reich enow selbst 
vermutet (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes, p. 368), mit T. o. bambusicola 
Neum. identisch ist. 



Dr. Moriz Sassi. 



303. Phoenicurus familiaris falkensteini Gab. 

4 c? Bukoba XII. 1909. 5 Sultanat Kissaka I. 1910, 

cf Provinz Bukoba XII. 1909. cf Uvira II. 1910. 

Die Ohrgegend hebt sich deutlich rötlichbraun von der viel graueren übrigen 
Kopftarbe ab, wie dies auch auf der Tafel in Reichenows Vögel Afrikas ersicht- 
lich ist, doch im übrigen ist die Abbildung nicht sehr übereinstimmend; es sollten die 
Ober- und Unterseite grauer, die Kopfplatte nicht so dunkel und ein lichter Augen- 
brauenstreif, der auch in der Beschreibung gar nicht erwähnt ist, kaum ange- 
deutet sein. 

304. Cossypha bocagei alhimentalis Sassi (Taf. VII). 

cT Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IV. 1910. 
20» » » » » IV. 1910. 

Der ^'ollständigkeit halber wiederhole ich den Text aus dem Journal für Orni- 
thologie, 1915, p. 1 17: 

Fl. 70 — 71, Schw. 57 — 58, Sehn. i3 — 13-5, L. 3o— 31-5 mm. 

Nach dem Vergleich mit dem Berliner Material liegt hier eine neue Unterart 
von C. bocagei Finsch, Hartl. vor, die der C. bocagei archeri Sharpe (vom Ruwen- 
zori) am nächsten steht. 

\'on C. bocagei Finsch, Hartl. unterscheidet sich diese neue Art durch den 
nicht schiefergrauen, sondern gleich dem Rücken, nur düsterer gefärbten Oberkopf, 
ferner sind nicht die ganzen Kopfseiten, sondern nur die unteren Wangen rot- 
braun. 

Von C polioptera Rchw. ist sie ebenfalls durch die Färbung des Oberkopfes 
(bei C. polioptera Rchw. schiefergrau, etwas oliv verwaschen) und weiter durch den 
Mangel einer schwarzen Binde oberhalb des weißen Augenbrauenstreifens unter- 
schieden. 

Von der, wie gesagt, am nächsten stehenden Form C. b. archeri Sharpe unter- 
scheidet sich C. b. albimentalis dadurch, daß bei C. b. archeri das Kinn so dunkel 
wie die Kehle gefärbt ist, bei den drei vorliegenden Stücken und bei einem eben- 
falls von Grauer am selben Fundort gesammelten Exemplar im Berliner Museum 
ist aber das Kinn deutlich weiß, die Federn mit rostfarbenem Endsaum. Der Bauch 
ist bei G. b. archeri kaum lichter als die Brust, hier dagegen deutlich lichter, be- 
sonders die Bauchmitte, die beim o sogar weiß ist. 

Oberseite rein olivbraun, am Oberkopf dunkler und düsterer, am Bürzel 
lichter und rötlicher, die Oberschwanzdecken rein rotbraun; ein weißer Augen- 
brauen- und Schläfenstrich; Zügel und vordere Wangen düster grau, letztere etwas 
oliv verwaschen, die Kopfseiten im übrigen olivbraun, nach unten rostbraun ver- 
waschen. 

Die Mitte des Kinnes weiß, die Federn mit rostfarbenem Endsaum, rechts 
und links hievon zieht sich die grauliche Färbung der vorderen Wangen in zwei 
Streifen bis zum Schnabelwinkel; Kehle rostrot, Kropf dunkler und satter (rost- 
braun), Bauch lichter, Bauchmitte beim cf weiß, beim g rötlichweiß; Unterschwanz- 
decken rostfarben. Schwanz düster rotbraun, Außenfahnen reiner rotbraun; Flügel- 
decken und Schwingen braun, wie der Rücken (olivbraun) gesäumt; Achselfedern 
rostfarben (lichter als der Kropf), die inneren Unterflügeldecken ebenso, die äußeren 
graubraun, der Flügelrand weiß. Schenkelfedern graubraun, röstlich gesäumt. 



Beitrat zur Ornis Zentralafrikas. 205 



Iris «dunkelbraun», Füße «braun, respektive hellbraun», Schnabel cdunkel- 
braun> (nach der Etikette). 

Typus: ö^ Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IV. 1910. Coli. 
Grauer, k. k. naturhist. Hofmuseum, Wien. 

305. Cossypha caffra L. 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

cf » » » » » III. ig 10. 

cf iuv. » » » » » III. ig 10. 

Q » » .-> » » » III. ig 10. 

Der Fundort liegt zwischen dem tvpischen von C. caffra L. und dem der 
Subspezies C. caffra iolaema Rchw. Mit einem gestopften Exemplar vom Kap ver- 
glichen, stimmen die Grauer-Bälge überein; dagegen sind einige andere Bälge vom 
Kap oben brauner und haben das Rostgelb der Kehle viel lichter und blasser; diese 
Stücke sind jedoch sehr verschossen (aus den Jahren 1806, iSSg und i86g, letz- 
teres schon lebhafter in der Farbe). Mit Rücksicht auf die sehr gute Überein- 
stimmung mit dem gestopften Exemplar (das übrigens auch von i86g datiert ist) 
glaube ich die Grauer-Bälge als echte C. caffra L. bestimmen zu müssen. 

Die Subspezies C. caffra namaquensis Sclater («Ibis», ig 11, p. 415) hat, falls 
sie überhaupt berechtigt ist, den Angaben nach einen kleineren Schnabel und 
kürzere Läufe als die vorliegenden Stücke. 

Von Reichenow in «Vogelfauna des mittelafrikanischen Seengebietes» nicht 
angeführt. 

306. Cossypha cyanocampter bartteloti Shell. 

2 cT Moera VIII. ig 10. o^ iuv. Beni X. ig 10. 

o » VIII. igio. Q Ukaika XII. igio. 

9 Beni IX. igio. cf » I. igii. 

Nach Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. Syi) ist C. c. bartteloti Shell, 
eigentlich nur durch die «geringere Größe» von C cyanocampter Bp. (aus Ober- 
guinea) unterscheidbar; nun ist aber nach der Urbeschreibung («Ibis», iSgo, p. 15g) 
diese Subspezies gar nicht kleiner, wie auch aus den von Reichenow (V. A.) an- 
gegebenen Maßen ersichtlich; der Schwanz ist im Gegenteil auffallend lang. Die 
Subspezies C. c. periculosa Sharpe wird sowohl von Grant (s. o.) als von Rei- 
chenow (Mitt. Zool. Mus. Berlin, ig 10 — ig 11, p. 288) angezweifelt; nach Vergleich 
jedoch mit dem Berliner Material scheint C. c. periculosa Sharpe unten dunkler zu sein. 

Zu den in «Ibis», igoS (p. 125) angeführten Jugendmerkmalen ist für ein 
noch früheres Stadium hinzuzufügen, daß die Kropft'edern dunkel gesäumt sind, 
die Grundfarbe des Oberkopfes und der Kopfseiten dunkel schwarzbraun ist und 
der weiße Augenbrauenstrich hier erst als w^eißer Fleck, der dem hintersten Ende 
entspricht, angedeutet ist; die Kehle ist blasser, der Schnabel hornbraun. 



307. Cossypha heuglini Hartl. 

9 Provinz Bukoha Xll. igog. 

cT » » I. ig 10. 

g iuv. » » I. ig 10. 

cT Sultanat Kissaka I. 19 10. 

3 cT Provinz Urundi I. ig 10. 



5 5 Provinz L^rundi I. ig 10. 

^ Usumbura 1. ig 10. 

Q ■' 11. ig 10. 

Q iuv. » II. ig 10. 

2 cf Uvira IV. igio. 



286 Dr. Moriz Sassi. 



Q Uvira IV. igio. 

Q iuv. » V. igio. 

3 cf Usumhura V. igio. 

.39 >' V. 1910. 



9 med. Usumbura V. ig 10. 

cT iuv, » V. 19 10. 

9 Russisi-Tal V. ig 10. 

9 Kissenji (Kiwu-See) V. 1910. 

Bei den jungen Vögeln ist die Unterseite blalj ockerfarben, die einzelnen Federn 
mit schwarzbraunen Säumen. Der Oberkopf schwarzbraun mit rostfarbenen Schaft- 
flecken. Rücken und Schultern olivfarben mit schwarzem Endsaum, vor diesem 
ein rostfarbener Spitzenfleck, der Unterrücken rostgelb und schwarzbraun quer- 
gebändert, die Flügeldecken olivfarben mit tropfenförmigem rostfarbenen Spitzenfleck. 

Die von Hartert (Nov. Zool., igoo, p. 52) erwähnte Abweichung, dal3 näm- 
lich ein Stück ein 3 — 4 mm breites weißes Stirnband hat, kommt auch hier ein 
paarmal vor, da eben die weif3en Augenbrauenstreifen manchmal durch das Schwarz 
des Oberkopfes auf der Stirn voneinander getrennt sind, manchmal in verschieden 
starkem Grade sich an der Stirn vereinigen, 

Reich enow (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes) meint, daß die in V, A, 
mit C. hengUni vereinigte Subspezies C. //. intermedia Gab. doch als ostafrikanische 
Abart, die eine viel weniger graue Oberseite hat, zu trennen ist. 

Doch führt er selbst aus Kissenji beide Arten und von Usumbura am Tan- 
ganjika ebenfalls C. h. intermedia an; in der vorliegenden Serie flnden sich gleich- 
falls solche mit reiner olivfarbenen Rücken neben solchen mit grauerem Rücken; 
das graueste Stück ist aber gerade eines von Bukoba, also das östlichste. 

Nach all' dem bin ich für die in V. A. vorgenommene Einziehung von C. h. 
intermedia Gab, 

Ebenso scheint die im J. f, O., igog, p. 108 von Reichenow aufgestellte 
Unterart C. h. occidentalis Rchw. (Lufuku, westlich des Tanganjika), die sich auch 
wieder nur durch mehr olivrostgelbe Färbung (also ähnlich wie C. h. intermedia 
Gab,!!) unterscheiden soll, sehr fraglich zu sein. 

Das stärkere oder geringere Grau der Oberseite ist wohl nur eine Folge der 
stärkeren oder schwächeren Abnützung des Gefieders, jedenfalls kein subspezifisches 
Merkmal, wenn beide Färbungen am selben Fundort vorkommen. 

3o8. Cichladusa arquata Ptrs, 

9 iuv, Russissi-Tal V, igio. 

Ein junges Tier, das mit Rücksicht auf den Fundort und ein allerdings nur 
angedeutetes Kehlband wohl als C. arquata Ptrs. zu bestimmen ist. Die ganze 
Unterseite ist ockergelb verwaschen, die Brust röstlich überflogen, der Kropf mit 
schwärzlichen Federsäumen, die mit zwei schmalen Kehlstreifen das schwarze Band 
des erwachsenen Vogels andeuten. 

Sog. Neocossyphus rufus gabunensis Neum. 



cT Moera \\\. igio, 

cf » Vlll. igio, 

9 » VIII. ig 10. 

cf Beni X, igio. 



cT Beni-Mawambi X, ig 10, 

9 Ukaika XII. igio. 

39 » I. igi i. 



Schon Sharp e erwähnt («Ibis», igo8, p. 125) eine Abweichung des A^. rufus 
Fschr., Rchw, aus Kamerun von der Beschreibung und der Abbildung in Rei- 
chenows V. A, O. Neumann beschreibt dann (Bull, Brit, Orn, Glub London, 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



287 



XXI, p. 77) die westafrikanische Form als A^. r. gabunensis, führt aber als einzigen 
Unterschied nur die geringe Größe an, und zwar Fl. 107 — 116 mm, Schw. 92 — 
102 mm, L. 26—27 mm (Rchw., V. A., für N. riifiis Tschr, Rchw, Fl. 125 — i3o mm, 
Schw. 100^ 110, L. 2g — 3i mm). 

Die vorliegende Serie aus dem östlichen Kongourwald hat Fl. 105 — 118, 
Schw. 95 — 107, L. 26'5 — 3omm; es passen also die Maße recht gut auf die für 
I\\ r. gabunensis Neum. angegebenen. 

Ferner liegt ein F^xemplar aus Südost-Kamerun (Coli. Haberer) vor, das voll- 
kommen den Stücken aus dem östlichen Kongo-Urwald gleicht (Fl. 114, Schw. 105, 
L. 3o mm). 

Endlich ist N. rufiis nach der Abbildung in Rchw., V. A., und nach einem 
Stück in Berlin am Vorderhals blaßr östlich (Text: blasser trüb olivbraun!), die 
Grauer-Bälge olivbraun, blasser als der Oberkopf. 

Unsere Art ist in Reiche nows Yogelfauna des mittelafr. Seengebietes nicht 
angeführt. 

Bio. Neocossyphus poensis praepectoralis Jackson. 



(^) Beni ^^I1. 19 10. 

Q » IX. 19 IG. 

cf » X. 1910. 



cT Beni-Mawambi X. 19 10. 
cf Ukaika I. 191 1. 



Diese neuere Form wurde von Jackson (Bull. Brit. Orn. Club, 1906, XVI, 
p 90) beschrieben, und zwar lag hier anscheinend nur ein Exemplar (ö ) vor 
(Kibera, Toro); ferner brachte die Ruwenzori-Expedition ein Weibchen (Mpanga 
Forest) mit (Trans. Zool. Soc. Uondon, XIX, p. 872). In «Ibis», 1908 (p. Sog) er- 
wähnt Grant ein Weibchen von Kasongo, Upperkongo (nordwestlich vom Tan- 
ganjika-See), das, wie er erwähnt, etwas kleiner als das 9 vom Mpanga Forest 
ist und kürzere weiße Schwanzfederspitzen hat. Auf Grund dieses (3.) Stückes 
und eines Weibchens vom River Welle (Beritio) begründet Boyd Alexander eine 
neue Art A^. granti ((Bull. Brit. Orn. Cl., XXIII, p. 15). 

Diese Art (N. granti) soll messen: Fl. 100, Schw. 95 mm (Welle), respektive 
Fl. IOO-33, Schw. 85-09 mm (Kasongo); das typische Stück von N. praepectoralis 
Jackson (Kibera) mißt Fl. 11176, Schw. 9i'44, Sehn. 20-32, L. 30-48 mm. Das 
Weiß der Innenfahnen der äußersten Schwanzfeder beim Weibchen vom Kasongo 
^A^. granti) mißt 22-86 mm, beim Weibchen vom Mpanga Forest (N. praepectoralis) 
35-56 mm und beim Männchen von Kibera (N. praepectoralis) 36*83 mm. 

Die mir vorliegenden fünf Exemplare weisen die folgenden Maße auf, neben 
welche ich die oben angeführten zum übersichtlichen Vergleich setzen will: 





Fl. 


Schw. 


Sehn. 




^ 9 


c? 2 


^ Q 


in Millimetern 


in Millimetern 


in Millimetern 


Grauer-Koll. . . 


IGO — log, 99 — 104 


90 — 92, 85— 94 


16—16-5, 16 


A^. srranti .... 


100 — iGO-33 


85'09-95 




N. praepectoralis 

1 


I 11-76 


91-44 


20-32 



288 



Dr. Moriz Sassi. 





L. 


Weiße P'ederspitze 

d- 9 


in Millimetern 


in Millimetern 


Grauer-KoUektion . 

iV. granti 

N. praepectoralis . 


26 — 2g, 27 — 28 
30-48 


26-5—33 (2 St.) 28 (i St.) 

22-86 

36-83 35-56 



2 


9 




» 




cf 


iuv. 


» 


6 


J' 




» 


s 


Q 




» 


4 


d' 


iuv. 


» 




d 




» 



Wie diese Tabellen zeigen, sind die angeführten Unterschiede zwischen A^. 
praepectoralis Jackson und N. granti Alex, kaum stichhältig, nur die Schnabellänge 
des Stückes von Kibera ist auflallend. Ich glaube daher A^. granti Alex, einziehen 
zu müssen. 

Der von Alexander für A^. granti angeführte kastanienbraune Flügelspiegel 
variiert, zwei der vorliegenden cT haben ihn sehr deutlich, die anderen Stücke nur 
angedeutet. 

3 11. Tarsiger ruwenzorii Grant. (Ikill. ßrit. Orn. GL, XIX, p. 33 und Trans. 
Zool. Soc. London, XIX, p. 394, Taf. 18). 

cT Provinz Urundi I. ig 10. 

4 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) !I. igio. 

» » » » II. ig 10. 

» » » » II. ig 10. 

» » » » III. ig 10. 

» » » » III. ig 10. 

» » » > III. ig IG. 

» » » » IV. ig 10. 

2 ^ » » » » »" IV. ig 10. 

cf iuv. » » ■» ^ » IV. 1910. 

rf iuv. Kissen ji-Rutschuru VI. ig 10. 

Bezüglich der Bemerkung Reichenows (Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes, 
p. 374), daß hei T. riin'enzorii Grant «nur die Oberschwanzdecken, nicht auch der 
Bürzel, orangegelb» sind, muß ich hervorheben, daß bei der Grauer-Serie auch der 
untere Teil des Bürzels gelb ist, so wie es auch Grant in der Originalbeschrei- 
bung anführt; T. johnstoni Shell, hat offenbar olivfarbene Oberschwanzdecken und 
ebensolchen Bürzel. 

Der Balg von Urundi ist von den übrigen nicht zu unterscheiden. 

Die jungen Tiere haben die charakteristische schwärzlichbraune und gelb ge- 
fleckte Färbung, manche sind schon teilweise grün an der Oberseite; an der Kehle 
bei drei Exemplaren ein rein gelber Fleck. Von den fast ausgefärbten Tieren haben 
manche noch olivgrüne Federsäume auf der Brust. 

3 12. Erythropygia brunneiceps soror Rchw. 

G Provinz Bukoba XII. igog. 
^ Provinz Urundi I. ig 10. 

3i3. Erythropygia hartlaubi Rchw. 

9 Rutschuru-Ebene VI. igio. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



289 



9 Berti VII. igio. 4 5 Beni IX. 1910. 

9 Moera IX. 1910. g » X. 1910. 

2 9 Beni IX. 1910. g Irumu II. 191 1. 

314. Erythropygia reichenowi Hart. (Bull. Brit. Orn Gl., XIX, p. 95). 

cT Beni IX. 19 10. 

Fl. 73, Schw. 61, Sehn. 14, L. 26 mm 

Die Beschreibung dieser Art paßt sehr gut auf das vorliegende Stück; der 
Fundort ist zwar weit ab von dem des Typus gelegen, doch verbreiten sich ja sehr 
viele Arten von Westafrika durch den Urwald bis an das Seengebiet; die Maße 
sind hier allerdings viel kleiner. 

Die Art Erythropygia collsi Alexander (Bull. Brit. Orn. GL, XIX, p. 46) ist 
leider nur sehr kurz beschrieben; die graue Kropffarbe (als Unterschied von E. 
leucosticta Sharpe und.iT. quadrivirgata Rchw.) stimmt auch mit dem Grauer-Balg, 
doch scheint E. leucosticta und — da keine Abweichung angeführt ist — auch E. 
collsi die Oberschwanzdecken und den Bürzel rotbraun zu haben, während der 
Grauer-Balg hier besser mit der für E. reichenoym angegebenen Färbung «duU 
ochraceous brown», resp. «tawnv-olive» übereinstimmt. Der Fundort von E. collsi 
Alexander würde dem des von Grauer gesammelten Stückes viel näher liegen. Flügel- 
und Schnabelmaße von E. collsi aber stimmen mit den für E. reichenowi Hart, an- 
gegebenen, Schv;anz- und Laufmaße mit denen des Grauer-Exemplares. Falls also 
die Definition von E. collsi nur unvollständig ist, wenn kein so scharfer Unter- 
schied zwischen Rücken- und Bürzelfarbe, wie dies im Brit. Gat. für E. leucosticta 
Sharpe abgebildet ist, sondern ein allmählicher Übergang hier besteht, wie bei E. 
reichenowi Hart., so wäre der Grauer-Balg als E. collsi Alexander zu bestimmen; 
dann wäre aber auch E. reichenowi Hart, identisch mit E. collsi Alexander. 

315. Alethe castanea woosnami Grant (Bull. Brit. Orn. GL, XIX, p. 24 
und Trans. Zool Soc. London, XIX, p. 375, Taf. XV). 



2 9 Beni X. 1910 

3 9 Mawambi XI. 19 10. 
9 iuv. » XI. 19 IG. 

2 (f Ukaika XII. 1910. 





9 


» 


XII. 


1910. 




cf 


» 




191 1. 


3 


cf iuv. 


» 




1911. 




9 


» 




1911. 




9 mv. 


» 




1911 



cf Beni VII. 19 10. 

9 » VII. 1910. 

9 Moera VII. 1910. 

cf « VIII. 1910. 
29 » VIII. 1910. 

c? Beni IX. 1910. 
2 cf iuv. » IX. 19 IG. 

9 y> IX. 191G. 

5 9 iuv. » IX. ig IG. 

C^ » X. 19 IG. 

Diese Form scheint — da ihr das Weiß in den Schwanzfedern fehlt — nicht 
nur, wie Grant angibt, der Art A. diademata Bp. ähnlich zu sein, sondern mehr 
noch der yl. castanea Cass., von der sie sich durch die mehr olivrotbraune (nicht 
kastanien rotbraune) Oberseite und die grauen, weißgesäumten Unterfiügeldecken 
(nicht reinweiß bei erwachsenen Stücken [Rchw., V. A.]) unterscheidet. 

Alle 19 erwachsenen Exemplare haben graue, w^eißgesäumte Unterflügel- 
decken, weshalb dies hier wohl für die erwachsenen Stücke wirklich als definitiv 
anzunehmen ist und nicht, wie es nach Reichenow bei A. castanea der Fall sein 
soll, ein Jugendmerkmal darstellt. 



2go 



Dr. Moriz Sassi. 



Sehr viele, auch erwachsene Stücke haben an Kropf und Brust die weißen 
Federn grau gesäumt — ein Zeichen eines jüngeren Stadiums; noch früher ist die 
ganze Unterseite schön rostrot, die Kehlfedern mit schmalen schwarzen Endsäumen, 
die Kropftedern beiderseits und am Ende breit schwarz gesäumt, die Brustfedern 
schmäler und undeutlicher schwarz gerandet; einer der 12 jungen Vögel hat schon 
einen weißen Kehlfleck mit den vorhin erwähnten grauen schmalen Endsäumen; 
die Oberseite ist, so wie dies schon für die nahestehenden Arten beschrieben wurde, 
schwarz mit großen rundlichen, rostroten Endflecken, die am Oberkopf in Schaft- 
striche übergehen; die weißen Säume der Unterflügeldecken sind meist zart röstlich 
verwaschen. 

Der Fundort des Typus — Irumu — entspricht den Fundorten der vorliegen- 
den Serie. 

3 16. Alethe poliocephala carruthersi Grant (Bull. Br. Orn. GL, XIX, 
p. 25 und Trans. Zool. Soc. London, XIX, p 874, Taf. XV). 
c? iuv. Beni VII. 1910. 
2 Q » VII. ig IG. 

7 cf Moera VIII. 1910. 



8 


9 


» 




VIII. 


I9IO. 




cf 




Beni 


IX. 


19 IG. 




c^ 


iuv. 


» 


IX. 


I9I0. 


2 


9 




» 


IX. 


I9I0. 




9 


iuv. 


» 


IX. 


I9IG. 




cf 




» 


X. 


19 10. 




cf 


iuv. 


» 


X. 


igiG. 


3 


9 




» 


X. 


1910. 





9 


iuv. 


Beni 




X. 


I9I0 




cf 




Maw 


ambi 


XI. 


I9IG 




cf 




Ukai 


ka 


XII. 


igio 




9 




V 




XII. 


igio 


2 


cf 




» 




I. 


191 1 


3 


cf 


iuv. 


» 




I. 


191 1 


2 


9 




» 




I. 


igii 


2 


9 


iuv. 


» 




I. 


1911 



2 cT Mawambi-lrumu II. 191 1. 
25 » II. 191 1. 



Bei der Art A. poliocephala (Tem.) Bp. (Reichenow, V. A.) von Westafrika 
(durch Reichenow neuestens für den Urwald bei Beni [Vogelfauna des mittelafr 
Seengebietes, p. 371] — allerdings fraglich — angeführt) scheinen die Ohrdecken 
die Farbe des Oberkopfes zu haben, bei der Subspezies .4. p. castanonota Sharpe 
von der Goldküste sind sie durch eine olivbräunliche Verwaschung vom Oberkopf 
verschieden. 

Für den Osten sind nun in letzter Zeit vier Arten aufgestellt worden: Von 
Dearnbom in «Field Museum of Natural History, Publication 135, Vol. I, Nr. 4, 
Ornithological Series, igog» Alethe akelej^ae von Mt. Kenia. Diese Art dürfte 
aus folgenden Gründen nicht für die Grauer-KoUektion in Betracht kommen. Die 
Kehle soll «buffy-white» sein (hier rein weiß), die Unterflügeldecken und Achsel- 
federn weiß (hier grünlich cremefarben). Die Ohrdecken sind mit «hair-brown» 
(was stimmen würde), der Oberkopf dagegen mit «slate color» (hier entschieden 
grau und bräunlich bis olivbräunlich verwaschen) angeführt. 

Leider hebt Dearnbom nicht entsprechend hervor, wodurch sich A. akeleyae 
von A. poliocephala unterscheidet, ebensowenig tut das Lönnberg (Kunigl. Sven. 
Vet. Handl., Vol. 47, Nr. 5, p. 128), der die zweite zu besprechende Art -4. ki- 
kiiyuensis Jackson (Bull. Brit. Orn. GL, XXVII, p. 7) für identisch mit A. akeleyae 
Dearnbom hält, obwohl es für A. kikiiyiiensis heißt: «earcoverts grey like the crown, 
not washed with olive, as in A. carruthersi. y> Dem Fundort nach (Kikuyu-Forest) 
dürfte er aber wohl Recht haben (derselben Ansicht ist O. Neumann). Jedenfalls 
aber kommt auch ,4. kikiij-iiensis für die Grauer-Kollektion nicht in Betracht, da 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 2g I 



hier die Ohrgegend sich entschieden bräunlicher von dem graueren Oberkopf 
abhebt. 

Nun die dritte östliche (hier ausschlaggebende) Art, die auch dem Fundort 
nach mit den vorliegenden Bälgen gut übereinstimmt, nämlich A. carruthersi Grant 
(Bull. Brit. Orn. GL, XIX, p. 25), nach Trans. Zool. Soc. London (XIX, p. 874) 
<a5o miles W. of Entebbe», bei Fort Portal und in Toro gefunden 

Diese Art soll A. poliocephala castanotiota Sharpe am ähnlichsten sein, was 
bezüglich der Wangen- und Ohrdeckenfärbung stimmt, die Kehle ist, so wie hier, 
rein weiß, Brust und Seiten «brownish-buff» (hier bräunlichgrau, oft zart isabell- 
farben überflogen); auch daß die Oberseite mehr «reddish-brown» statt «bright 
chestnut» ist, stimmt. 

Die Tafel allerdings (Trans. Zool. Soc, s. oben) scheint nicht sehr gut aus- 
gefallen zu sein, denn auf dieser sind die Ohrdecken und Kopfseiten rotbraun wie 
der Rücken und die Brust ist ausgesprochen rostfarben (nicht «brownish-bulf»). 

Im J. f. O. (igi^, p. 321) endlich beschreibt Reichenow noch eine neue, der 
A. kikiiyuensis Jackson nahe Art, Alethe uellensis Rchw., die jedoch nach Vergleich 
des Typus mit A. carruthersi Grant wohl als identisch mit dieser Art anzu- 
sehen ist. 

Was ich für A. carruthersi Grant nicht erwähnt finde, ist eine meist recht 
deutliche zarte Querwellenzeichnung an Brust und Körperseiten. Bei den jungen 
Stücken ist noch kein Hchter Augenbrauenstreif sichtbar; die Kehle ist blasser 
rostfarben als die Brust und die Federn hier nur schmal braun, an der Brust breit 
schwärzlich gesäumt, die lichten Flecke der Oberseite sind recht deutlich rostrot. 

317. Alethe poliophrys Sharpe. 

g Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IL igio. 

cf » » » » » lll. ig 10. 

3g» » » » » lll. 19 10. 

2 cT iuv, » » » » » lll. ig IG. 

Q iuv. » » » » ' » lll- 1910. 

d östliche Randberge der Rutschuru-Ebene (1600 m, Urwald) VI. igio. 

Genau übereinstimmend mit den im Berliner Museum befindlichen Exemplaren. 

Das Rotbraun des oberen Kropfes geht nach unten in ein röstlich verwaschenes 
Grau über, das an den Brustseiten rein grau ist. Die übrige Unterseite ist nicht 
rein weiß, sondern zart rostbräunlich überflogen mit feiner Wellenzeichnung, die 
Bauchseiten und Unterflügeldecken etw^as dunkler, letztere manchmal rostgelb ver- 
waschen. Die Färbung der Jungen entspricht der im «Ibis», igo6, p. 544, an- 
geführten; bei zwei Jungen ist die Wurzel des Unterschnabels licht. 

Die Maße stimmen nicht ganz mit den in der Originalbeschreihung angege- 
benen (ebenso V. A.): Fl. g3— 100 (Rchw. go), Schw. 70—75 (65), Sehn. 15—17 
(ig), L. 2g — 3o (2g — 3o) mm. 

Früher nur vom Ruwenzori bekannt, von Reichenow jedoch (Vogelfauna 
des mittelafr. Seengebietes, p. 371) auch für die Westseite des Tanganjika-Sees 
nachgewiesen ( Grauer- CoUektion). 

3 18. Alethe (Callene) cyornithopsis aequatorialis iackson (Bull. Brit. Orn. 
Gl., XVI, p. 46). 

9 Urwald der östlichen Randberge der Rutschuru-Ebene (1600 m) VI. ig 10. 



2g2 Dr. Moriz Sassi. 



2 cf Moera 


VIII. 


ig 10. 


25 » 


VIII. 


1910. 


g iuv. :> 


IX. 


1910. 


9 Beni 


IX. 


1910. 



Die oberen Randfedern des grauen Augenbrauenstriches, und zwar vom 
Zügel bis zur Augenmitte sind an der Basis weiß (vgl. Grant, Trans. Zool. Soc. 
London, XIX, p. 36g). — Reichenow (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes) er- 
wähnt diese Art nicht. 

3 ig. Alethe (CalleneJ cyornithopis lopezi Alexander (Bull. Brit. Orn. GL, 
XIX, p. 46). 

9 Mawambi XII. ig 10. 

9 Ukaika XII. igio. 

cf » I. 191 1. 

9 » I. 19 II, 

Die Basis der vorderen Augenbrauenfedern ist weißlich. 

Fl. 71 — 75, Schw. 50 — 63, Sehn. 12 — x3, L. 22 — 24 mm; ein Stück, das noch 
ein paar einzelne Jugendfedern hat, mißt Fl. 63, Schw. 45, Sehn. 12*5, L. 23-5 mm; 
bei dem jüngeren Vogel Fl. 69, Schw. 54, Sehn. 12, L. 23 mm. Dieser ist wie 
folgt gefärbt: 

Oberkopf schwarzbraun mit rostfarbenen Schaftstrichen; Oberseite olivfarben, 
am Bürzel röstlich verwaschen, Oberschwanzdecken rostrot; am Rücken einige 
Federn noch rostfarben mit schwarzbraunem Rand; Flügeldecken braun mit oliv- 
braunen Säumen, teils noch schw^arzbraun mit rostfarbenem Endfleck, die großen 
auch mit rostfarbenem Außensaum; die Schwingen braun mit lichtbraunem Außen- 
saum, die inneren mit rostbraunem Außensaum; Schwanzfedern braun mit rost- 
braunen Außensäumen. 

Kehle rostgelb, Oberbrust ebenso mit braunen Federrändern, Unterbrust und 
Bauch weißlich, Brustseiten schwärzlich mit rostgelben Federmitten (nur rechts 
deutlich), sonst sind die Körperseiten olivbräunlich; Unterschwanzdecken licht oliv- 
röstlich, Unterflügeldecken rostgelb; Iris: «braun», Füße: «hellbraun», Schnabel: 
«dunkelbraun», Basis des Unterkiefers lichter. 

In Reichenows Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes nicht angeführt. 

320. Thamnolaea subrutipennis Rchw. 

cf Bukoba 23. XII. igog. 
9 » 23. XII. 1909. 

Die lichte (weißliche) Zone zwischen dem Schwarz und Rotbraun der Unter- 
seite ist zw-ar deutlich kenntlich, aber doch nur schwach ausgebildet. 

Bei Th. cinnamomeiventris iisambarae Neum. (Orn. Monatsber., 1914, p. 11) 
(von der Küstenregion) soll absolut keine lichtere Zone sichtbar sein. 



32 1. Pratincola rubetra L. 

cf iuv.? Provinz Bukoba I. ig 10. 
9 Sultanat Kissaka I. ig 10. 

9 Usumbura II. ig 10. 



2 cT Irumu II. igi I. 
39? » II. igii. 
49 » II. igi I. 



Die Geschlechtsbestimmung scheint nicht immer richtig zu sein; sechs Stücke 
sind auf Kehle, Kropf und Brust schön ockerfarben (zwei davon mit wenigen 
schwarzen Fleckchen); sechs Exemplare haben diese Teile schmutzig rahmfarben, 
am Kropf mehr ockerfarben verwaschen, zwei mit kleinen schwarzen Flecken. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 2g3 



322. Pratincola rubicola L. 

cf Provinz Bukoba XII. 1909. 
5 cf » Ürundi I. 19 10. 

20 » » I. 19 10. 

2 c? Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

o » » » » » IV. ig 10. 

cf Russissi-Tal V. 1910. 

2 cf Rutschuru-Ebene VI. 19 10, 

Auch hier scheinen die Geschlechtsbestimmungen nicht richtig zu sein. 

Da nach Hartert (Vögel der paläarktischen Fauna) die Weibchen kein 
Weiß an den Oberschwanzdecken haben, so habe ich alle jene Stücke, die zwar 
als Weibchen bezeichnet sind, aber deutlich eine weiße Färbung an den Ober- 
schwanzdecken zeigen, als Männchen angenommen. Keines der Männchen ist ganz 
ausgefärbt. 

Die Oberschwanzdecken haben überall (mit Ausnahme eines Stückes, wo diese 
Federn teilweise fehlen) mehr oder weniger dunkle Schaftstriche, was nach Hartert 
(J. f. O., 1910, p. 175) bei den nur in Afrika heimischen Formen nie vorkommt. 



323. Pratincola salax Verr. 



cf Provinz Bukoba XII. 1909. 

cT iuv. » » XII. 190g. 

cJ" Sultanat Kissaka I. 19 10. 



2 cf Provinz Urundi I. 1910. 

cf med. » » I. ig 10. 

cf Usumbura I. igio. 

2 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. ig 10. 

2 cf med. » » » » * III. igio. 

cf » » » » » IV. ig 10. 

cf Russissi-Tal V. ig 10. 

cf Kissen ji-Rutschuru VI. ig 10. 
4 cf Rutschuru-Ebene VI. ig 10. 

Sowohl Reichenow (V. A. und Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes, p. 369) 
als Grant (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 375) ziehen P. s. axillaris Shell, ein; 
auch die vorliegende Serie beweist, daß (wie Reichenow schon bemerkt) die von 
Hartert (J. f. O., igio, p. 176) angeführten Unterschiede nicht stichhältig sind: 
die Innensäume der Schwingen sind variabel (oft weiß, oft bräunlich), die Breite 
des braunen Kropfbandes ebenso (abgesehen von den durch die Präparation ver- 
ursachten scheinbaren Breitenunterschieden), ja letzteres kann oft, wie es hier bei 
einem Stück von der Rutschuru-Ebene der Fall ist, ganz verschwinden, nur einige 
bräunliche Säume an den untersten schwarzen Kroptfedern sind noch geblieben. 

Dieses Stück ist von P. albofasciatus Rüpp. von Nordostafrika nicht zu unter- 
scheiden, ein Fall, der ebenso von Hartert (J. f. O., igio, p. 178) als von Grant 
(Trans. Zool. Soc. etc.) erwähnt wird; es sind dies offenbar sehr alte Tiere. 

Die Grauer-Serie besteht ausschließlich — mit Ausnahme des jungen Exem- 
plares — aus Stücken mit schwarzer Kehle, also Männchen 



324. Myrmecocichla nigra Vieill. 

7 cf Provinz Bukoba XII. igog. 

cf iuv, » » XII. igog. 

4 g » » XII. igog. 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmusenms, Bd. XXX, igio. 



3 cf' Provinz Bukoba I. ig 10. 

2 Q » » I. ig 10. 

3 cf Sultanat Kissaka I. igio. 



294 ^^' ^°"^ Sassi. 



cT iuv. Sultanat Kissaka I. 19 lo. 
g » » I. 1910. 

cf Ishangi (Kiwu-See) V. 19 10. 



3 cf Rutschuru-Ebene VI. ig 10. 

Q » VI. ig 10. 

9 Kasindi-Beni VII. 1910. 



Zwei jüngere Männchen haben zwar schon den weißen Flügelspiegel, sind 
aber sonst braunschwarz. 

Bei Reichenow (V. A.) ist es nicht klar ersichtlich, wie die Weibchen ge- 
färbt sind; er sagt nur, daß die Jungen braun wären, von den Weibchen wird nichts 
erwähnt; im «Ibis», 1908 (p. 299), aber hebt Grant hervor, daß die Weibchen braun 
seien; dagegen sagt Neave («Ibis», 1910, p. 141), daß die Weibchen gleich den 
Männchen gefärbt sind (Rhodesia und Katanga). 

Bei der vorliegenden Serie sind die braunen Stücke alle als Weibchen be- 
zeichnet; es hat also Grant für die im Seengebiet vorkommende Form jedenfalls 
recht. Die Jungen sind offenbar ähnlich wie die Weibchen gefärbt. 

325. Myrmecocichla nigra var. shelleyi Sharpe {M. arnotti Tristr.). 
d^ Provinz Bukoba I. 19 10. 

Nach Reichenow (V. A.) ist dies nur eine der verschiedenen Varietäten von 
M. nigra ^\Q\\\. Neave nimmt diese Form als selbständige Art M. arnotti TnsXr. 
und identifiziert mit ihr M. shellejH Sharpe («Ibis», 19 10, p. 141). 

Grant («Ibis», 1908, p. 299) trennt auch M. 7iigra\'it\\\. von M. arnotti Tristr. 
und nimmt die bei Reichenow (V. A.) als Varietäten angeführten Formen als 
synonym mit M. arnotti an, das sind M. shellejä Sharpe, leiicolaema Rchw. und 
collaris Rchw. 

Wenn die von Grant und Neave angegebene Färbung des Weibchens von 
M. a7~notti Tristr. richtig ist, dann dürften sie wohl im Recht sein und das vor- 
liegende Stück müßte auch als M. arnotti Tristr. bezeichnet werden. 

Von Schuster wird in den Orn. Monatsber. (igiS, Nr. 10, p. 160) ein Stück 
mit rostfarbener Kopfplatte besonders erwähnt, es ist dies aber sicher nichts als 
eine durch äußere Einflüsse (Wasser) hervorgerufene Färbung; der Balg der Grauer- 
Kollektion hat ebenfalls eine rostgelb verwaschene Kopfplatte, doch läßt sich diese 
Färbung leicht mit Wasser entfernen. Ein anderes Stück aus dem Tabora-Bezirk 
(Ostafrika, Koll. Hörn) hat eine reinweiße Kopfplatte. 

Die Bestimmung des von Schuster erwähnten Stückes als Weibchen ist 
wohl ein Irrtum; Grant und Neave geben für die Weibchen weiße Kehle und 
schwarzen Oberkopf an. 

826. Acrocephalus schoenobaenus L. 

9 Ukaika XII. igio. 

827. Acrocephalus arundinaceus L. 

9 Bukoba Xll. 1909. 

328. Melocichla mentalis amauroura Pelz. {M. m. atricauda Rchw.). 



cf Provinz Bukoba XII. igog. 

9 » » XII. igog. 

9 Sultanat Kissaka l. igio. 

9 Baraka II. igio. 

9 » IV. ig IG. 

2 cT Russissi V. igio. 



2 cf Rutschuru-Ebene VI. ig 10 

3 9 » VI. 1910. 
3 o^ Kasindi VII. 1910. 
39 » VII. ig 10. 

cT Beni X. igio. 

9 » X. ig 10, 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 295 



Ein Stück hat gar kein, eines fast kein Rotbraun an der Stirn, der Unter- 
schnabel ist größtenteils so dunkel wie der Oberschnabel; es sind dies offenbar 
jüngere Tiere. Grant gibt für junge Tiere lichtere Federsäume an der Oberseite 
an, die hier nur an den Sekundärschwingen zu bemerken sind, und erwähnt 
nichts vom Fehlen des Rotbraun an der Stirne (Trans. Zool. Soc. London, XIX, 
p. 346). 

Ich bestimme die vorliegende Serie als M. inentalis amaiiroura Pelz.; es sind 
zwar manche Stücke oben mehr grau, andere mehr braun, manche haben den Bürzel 
und die Oberschwanzdecken mehr rostrot, andere mehr reiner braun, manche haben 
einen schwärzeren Schwanz, andere, und zwar meist solche mit mehr abgenütztem 
Gefieder, einen brauneren Schwanz; die Unterschiede sind gering und durch Über- 
gänge verbunden. Je ein Stück von Bukoba, von Beni und von Baraka gleichen ein- 
ander. Manche sind vielleicht Übergänge zu den anderen Subspezies (vgl. J. f. O., igo6, 
p. 263 [M. mentalis Fräs., M. m. orientalis Sharpe, M. m. amaiiroura Pelz. = M. m. 
atricauda Rchw.], «Ibis», 1907, p. 594 \_M. mentalis Fräs. == M. m. amaiiroura Pelz. 
= M. m. atricauda Rchw. und M. m. orientalis Sharpe], «Ibis», igo8, p. 298). 

Die von Reiche now (Orn. Monatsber., 19 10, p. 175) von Adamaua auf- 
gestellte neue Unterart M. m. adamauae Rchw hat (nach dem Vergleich in Berlin) 
kein Weiß am Bauch. 

M. m. orientalis Sharpe ist oben lichter und mehr braun als es die vorliegen- 
den Bälge zeigen. Die typische M. mentalis Fräs, hat auf der Unterseite weniger 
Weiß und oben ist sie sehr ähnlich den brauneren Stücken der Grauer-Kollektion 

329. Cisticola rufopileata Rchw. 

Q Provinz Bukoba I. 1910. 9 Mawambi XI. igio. 

cT » Urundi I. 1910. cT » IL 1911. 

9 Rutschuru-Ebene VI. 1910. cf Mawambi-Irumu II. 191 1. 
cT Mawambi XI. 19 10. 

Fl. 59 — 67 mm, Schw. 54 — 60 mm, Sehn. i2"5 — 14'5 mm, L. 23 — 24 mm. 

Die drei Männchen von Mawambi, respektive von Mawambi-Irumu lassen 
vermuten, daß die Subspezies C. r. emini Reh. vielleicht nicht zu recht bestehen 
bleiben kann; das eine dieser Stücke (Mawambi, II. 1911) hat den Nacken deritlich 
rostrotbraun und gleicht ganz der in Berlin verglichenen Type von C. r. emini 
Rchw. (die lichte Färbung des Unterschnabels der genannten Type ist auch bei 
vorliegender Serie in größerem oder geringerem Ausmaß zu beobachten), bei dem 
anderen ist dies weniger der Fall, das dritte hat nur den Oberkopf düster rost- 
rotbraun. 

Die in den Orn. Monatsber., 19 12, p. 175 aufgestellte Art Cisticola kmunkei 
Mad. bedarf wohl sehr der Bestätigung; sie soll «im allgemeinen durch dunkleren 
Ton der Oberseite und geringere Größe» unterschieden sein. Da hievon nur zwei 
Exemplare vorliegen, so können diese Merkmale gerade bei dieser Gruppe nicht 
ausschlaggebend sein. 

330. Cisticola sylvia Rchw. 

cf Kasindi-Beni VII. 19 10. 

Mit der Beschreibung in V. A. gut übereinstimmend; nach Reiche now (Vogel- 
fauna des mittelafr. Seengebietes) war bisher nur ein Exemplar bekannt. 



2g6 Dr. Moriz Sassi. 



Die in Bull. Brit. Orn. GL, XXI, p. 17 von Grant beschriebenen, der C. sylvia 
Rchw. nahestehenden zwei Arten C. biitleri und C. n'ellsi haben nichts mit dem 
vorliegenden Stück zu tun. 

33 1. Cisticola chuhhi Sharpe. 

2 cT Provinz Urundi I. 19 10. 

cT Usumbura I. 19 10. 

4 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910, 

7 cf » » » » » III. 19 10. 

3 Q » » » » » III. 1919. 

? » » » » » III. 19 IG 

Diese Serie hat folgende Maße: 

cT: Fl. 60 — 66, Schw^ 63 — 73, Sehn. i3 — 14, L. 25 — 28 mm, 
q: » 60 — 65, » 63 — 65, » 14 — 14'5, » 26 » 

Ein besonders kleines Stück (cf) mißt: Fl. 57, Schw. 65, Sehn. 14, L. 24*5 mm. 

Diese Art hat also keine kürzeren Läufe als C. nigriloris Shell. (Reichenow, 
V. A.), doch ist letztgenannte Art nach der Beschreibung entschieden oben und 
unten dunkler als die Stücke der vorliegenden Serie; auch der Vergleich mit dem 
Berliner Material ergab für C. nigriloris Shell, einen dunkler braunen Oberkopf 
und einen etwas dunkleren Rücken, 

Die ähnliche Art Cisticola belli Grant (Bull. Brit. Orn. GL, XXI, p. 71) soll 
vor allem einen viel kürzeren Schwanz haben (54 mm) und die Spitzen der äußeren 
Schwanzfedern sollen grau, respektive weiß sein (nicht bräunlich). 

C. adamauae Rchw. (Orn. Monatsber., 19 10, p. 175) soll einen hellen Strich 
über dem schwarzen Zügel haben, von dem hier keine Spur zu sehen ist, und die 
ebenda beschriebene Art C. adametzi Rchw. (Kamerun) soll der C nigriloris Shell, 
am ähnlichsten sein, also offenbar auch oben und unten dunkler. 

332. Cisticola erythrops Hartl. 

3 Q Bukoba XII. 190g. cf Uvira II. 1910. 

cf Provinz Urundi I. 19 10. cf Beni IX. 19 10. 

cT Usumbura I. 1910. cf Irumu II. 191 1. 

Q » I. 19 10. 

Das eine Weibchen von Bukoba hat auf der Oberseite viele weiße Federn 
(albinotisch). 

333. Cisticola rufa Fräs. 

cf Uvira II. 19 10. 

9 Usumbura II. 19 10. 

Fl. 50, Schw. 41, Sehn. 10, L. 18 — 20 mm. 

Das Weibchen ist am Kopf und Rücken verhältnismäßig deutlieh breit 
dunkler gestrichelt, das Männchen nicht. 

Drei Stücke, die von Klaptocz (J. f. O., 1913, p. 454) als C. rufa Fräs, be- 
stimmt sind, sind oben dunkler und brauner (September), die vorliegenden lichter 
und röstlicher (Februar). 

334. Cisticola terrestris A. Sm. 

cT Kasindi VII. 1910. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. ^97 



Fl. 48, Schw. 44, Sehn. 10, L. 17 mm. 

Die Strichelung der Kropfseiten ist nicht gut sichtbar, aber immerhin bei 
genauer Untersuchung deutlich zu erkennen, 

335. Cisticola katonae Mad. 

cf Irumu II. ig II. 
4 5 y^ II. 1911. 

Fl. 45—52, Schw. 38 — 44, Sehn. 11, L. 18 — 19 mm. 

Die Länge der ersten Schwinge im Verhältnis zur zweiten ist, scheint es mir, 
nicht stets konstant, hier ist die erste bei zwei Stücken gleich, bei einem kürzer, 
bei zweien länger als die halbe zweite Schwinge. 

Die Art C. calamoherpe Rchw. ist, wie Neumann festgestellt hat (J. f. O., 
1906, p. 276), nichts anderes als C. hj^poxantha Hartl., von der, wie er mir münd- 
lich (Mai 1914) mitteilte, der Typus inzwischen gefunden wurde; charakteristisch 
scheint die gelbliche Unterseite zu sein. 

Die zwei Stücke von «C. calamoherpe Rchw.» in Berlin sind am Rücken 
brauner als die oben mehr graue C. catonae Mad. 

Die beiden in Smith, Mise. Coli., Bd. 56, Nr. 25 (23. XI. 191 1) von Mearns 
aufgestellten Subspezies C siibriificapilla aequatorialis Mearns und C s. borea Mearns 
sind den angegebenen Mal3en nach gröiSer (C s. aequatorialis: Fl. 57 — 66-i mm etc.; 
C. s. borea: Fl. 62 — 64 mm etc.; letztere soll dem Text nach kleiner als C .v. aequa- 
torialis seini). 

336. Cisticola robusta nuchalis Rchw. 

cf Provinz Bukoba I. 19 10. 3 cf Usumbura I. 1910. 

3 9 Sultanat Kissaka I. 1910. 29» I. 1910. 

9 cf Provinz Urundi I. 1910. 
60 » » I. 19 10. 

Fl. 57—70, Schw. 43—55, Sehn. 13—14-5, L. 24— 2g mm. 

Die kleineren Stücke sind nach Neu mann (J. f. O., igo6, p. 274) die Weib- 
chen und es würde demnach die Gesehlechtsbestimmung der vorliegenden Serie 
nicht durchwegs richtig sein, weshalb ich die Maße nicht gesondert angebe. 
(Siehe auch J. f. O., igo6, p. 265 — 266.) 

In Reichenows V. A. heißt es für C. robusta Rüpp.: «Bürzel und Ober- 
schwanzdecken fahl graubraun»; ich finde, daß hoi C. robusta nuchalis Kchw. 
die Oberschwanzdecken wie der Rücken schwarzbraun mit lichten (graulichen) 
Säumen sind. 



cf Rutsehuru-Ebene VI. ig 10. 



337. Cisticola strangei Fräs. 

cT Provinz Bukoba XII. igog. 
cT » » I. ig 10. 

cf Usumbura I. ig 10. 



cf Usumbura II. ig 10. 
cT Kasindi VII. ig 10. 
cf Irumu II. 191 1. 



Fl. 67 — 70, Sehw\ 48—58, Sehn. 12-5 — 14, L. 26— 27-5 mm. 

Cisticola strangei kapitensis Mearns (Smith, Mise. Coli., Bd. 56, Nr. 25) kommt 
mir zweifelhaft vor; ein Stück der vorliegenden Serie (Irumu) hat auch im Nacken 
lichtere, röstlichere Federsäume, ein Stück von Usumbura und das von Kasindi 
haben einen beinahe einfarbigen Oberkopf; ähnliches erwähnt ja auch O. Neumann 
(J. f. O., 1906, p. 266). 



298 



Dr. Moriz Sassi. 



Die vorliegenden Stücke stimmen auch gut mit einem von Franz.-Guinea 
(Coli. Klaptocz) überein; die Type der «DiytJioica holubi Pelz.» (richtig Cw^zco/a 
strangei holubi Pelz.) zeigt die von Neumann (J. f. O., 1906, p. 267) angeführten 
subspezifischen Unterschiede von den vorliegenden Stücken. 

338. Cisticola natalensis malzacii Heugl. 

Q Irumu II. 191 1. 

Fl. 56, Schw. 53, Sehn. 12, L. 24 mm. 

Type von Drymoica malzacii Heugl. (Männchen): Fl. 67, Schw. 60, Sehn, 
ca. 12, L. 24-5 mm. 

In der Färbung mit dem Typus von «.Drymoica malzacii Heugl.» (Inner- 
Afrika) bis auf die beim Grauer-Balg weniger deutliche Schwanzbinde gut über- 
einstimmend, auch Schnabel und Laufmaße passen; die geringere Größe der Flügel 
und des Schwanzes beruht auf der Geschlechtsdifferenz. Reich enow erwähnt in 
«Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes» ein Exemplar, von dem er es als mög- 
lich annimmt, daß es sich auf die kleinere Form C. n. inexpectata Neum. (J. f. O., 
1906, p. 268) bezieht und diese wieder mit C. malzacii Heugl. identisch ist. Bei 
C. n. inexpectata sollen aber die Schwanzfedern so dunkel sein, daß sich die 
schwarze Endbinde nicht abhebt, der vorliegende Typus von C. malzacii zeigt dagegen 
diese Binde deutlich, ebenso das Stück der Grauer-KoUektion, wenn auch weniger 
scharf; ist dies wirklich ein sicheres Unterscheidungsmerkmal, so kommt C. n. in- 
expectata Neum. weder für C. malzacii Heugl. noch für den Grauer-Balg in 
Betracht; ist dies jedoch ein variables Merkmal, so ist vielleicht C. n. inepectata 
überhaupt zweifelhaft. 

C. camerunensis Rchw. (Orn. Monatsber., 19 10, p. 191) soll C. natalensis A. Sm. 
ähnlich, jedoch kleiner sein und einen rostbräunlichen Bürzel haben; unser vor- 
liegendes Stück ist am Bürzel ebenso isabellrostgelb wie die Säume der Rücken- 
federn. 

Auch die neue Subspezies von Mearns (Smith, Mise. Coli., Vol. 61, Nr. 11), 
C. natalensis nilotica Mearns (1 9 ad.), scheint mir noch einer Bestätigung zu be- 
dürfen; ihre Maße würden sehr gut mit den oben genannten übereinstimmen 
(Fl. 55, Schw. 54, Sehn. ir2, L. 24 mm), sie soll aber der Subspezies C. n. inex- 
pectata Neum. nahestehen, dürfte dann also auch keine von der übrigen Schwanz- 
färbung sich abhebende schwarze Endbinde haben. 

Echte C. nataleyisis A. Sm. in Berlin haben eine viel deutlichere Endbinde 
am Schwanz als der Grauer-Balg. 

339. Cisticola lugubris nyansae Neum. 

cf Bukoba XII. 1909. 

Fl. 55, Schw. 49, Sehn. i3, L. 22-5 mm. 

Nach O. Neu mann (J. f. O., 1906, p. 271) der Färbung und dem Fundorte 
nach zur Subspezies C. /. nyansae Neum. gehörig; die Differenz in den Maßen rührt 
vielleicht von einer falschen Geschlechtsbestimmung des Grauer-Balges her. 

Die Form C. carruthersi Grant (Bull. Br. Orn. Cl. XXIII, p. 94) soll braune, 
nicht röstliche Außensäume an den Schwingen haben und die Schwanzfedern 
sollen oben ganz schwarz, die schwarze Endbinde nur von unten, und auch hier 
nur schwach merklich sein, weshalb diese Form für das vorliegende Stück nicht 
in Betracht kommt. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 299 



Reichenow zieht (V. A., Anhang) sowohl C. l. ny ansäe Neum. als C. l. siia- 
helica Neum. ein (für letztere Subspezies vgl. Field, Mus. Nat. Hist. Orn.-Series, 
Vol. I, Nr. 4, p. 172). 

340. Schoenicola apicalis Gab. 

cT Irumu II. igio. 

Bei Seh. briinneiceps Rchw. (Orn. Monatsber., 1907, p. 172) soll sich der Kopf 
durch graubräunlichen Ton deutlich vom rostbraunen Rücken unterscheiden, der 
Kropf soll matt graugefleckt sein, die Körperseiten mattbräunlich, nicht rostbräun- 
lich verwaschen; es scheint nur ein Stück vorzuliegen und von dem sagt Rei- 
chenow selbst, daß es vielleicht ein jüngeres Tier ist. Jedenfalls passen diese 
Merkmale nicht für das Stück der Grauer-KoUektion. 

341. Bradypterus rufescens Sharpe [barakae Sharpe). 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. ig 10. 

Fl. 57, Schw\ 62, Sehn. i3, L. 23 mm. 

Das vorliegende Stück paßt recht gut zu der Abbildung (Taf. XVI) von Br. 
barakae Sharpe (= rufescens Sharpe, vgl. «Ibis», 1906, p. 546 und Reichenow, 
Vogelfauna d. mittelafr. Seengebietes, p. 359) in Grant, Trans. Zool. Soc. London, XIX. 

In der Beschreibung (V. A.) heißt es «Unterkörper weißlich», bei unserem Exem- 
plare ist die Mitte des Bauches blaß isabellfarben. Die Maße sind etwas geringer 
als die von Reichenow (V. A.) angegebenen und sind ähnlich denen von B. lopesi 
Alex. (Fernando Po). 

342. Bradypterus cinnamomeus pallidior Neum. (Orn. Monatsber., 19 14, 

d Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 
g » » » » :^ IV. 19 10. 

Die beiden Stücke haben denselben Fundort wie der Typus obiger Subspezies; 
das Kropf band ist allerdings sehr deutlich (nicht «nur matt angedeutet»); das 
Braun oben ist röter («blasser»), das Weiß unten mehr ausgedehnt als bei tvpi- 
schen Exemplaren von B. cinnamomeus Rüpp., die ich in Berlin verglich. 

Die nach einem einzigen und noch dazu schwanzlosen (!) Stück neu auf- 
gestellte Art Br. elgonensis Mad. bedarf wohl noch der Bestätigung (Orn. Monatsber., 
1912, p. 175, Coli. Kmunke). 

343. Hippolais hippolais L. 

cf Baraka II. 1910. 
5 » II. igio. 

344. Hippolais polyglotta Vieill. 

9 Bukoba XI. 1909. 

345. Sylvia Sylvia L. 

cf Baraka IV. 19 10. 

346. Sylvia simplex Lath. 

d" Bukoba XII. 1909. cf Ukaika XII. 1910. 

Q » XII. 1909. 9 » XII. 1910. 

9 Mawambi XI. 19 10. 



3oo Dr. Moriz Sassi. 



347. Phylloscopus sibilator Bebst. 

5 Ükaika XII. 1910. 

348. Phylloscopus trochilus L. 

cf Provinz Bukoba I. 19 10. 
3 cT Baraka IL 1910. 

Q » IV. 19 10. 



cf Beni IX. 1910 

cT Ukaika XII. 1910. 
Q Irumu II. 191 1. 



349. Apalis jacksoni Sharpe. 

2 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IV. 1910. 
g » » » » » IV. 19 10. 

3 cf Moera VIII. 19 10. 
g » VIII. igio. 

Flügellänge bis 56 mm. Das eine cf vom Tanganjika-See hat bei sonst völlig 
gleichem Aussehen einen grauschwarzen Oberkopf, kaum blasser als die Kehle. Es 
ist dies wohl nur ein individuell variierendes, oder ein besonders altes Stück (?). 

350. Apalis personata Sharpe. 

Q Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) IL 1910. 
7 cT » » » » » IIL igio. 

7 o » » » » » IIL 19 10. 

Nach der Urbeschreibung (vgl. Rchw., V. A.) müßte man irrtümlicherweise 
annehmen, daß bei A. personata Sharpe der Oberkopf grau ist. 

Bei der vorliegenden Serie ist der Oberkopf meist nicht so tiefschwarz wie 
die Kehle, sondern tief braunschwarz, der Hinterkopf ist immer etwas grün ver- 
waschen (Rchw., V. A. und Grant, Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 359); die 
Grauer- Serie stimmt genau mit den Berliner Stücken überein. Apalis adolphi- 
friederici Rchw. (Orn. Monatsber., 1908, p. 46) zieht Reichenow in «Vogelfauna 
des mittelafr. Seengebietes» (p. 362) wieder ein. 

351. Apalis rufogularis denti Grant (Bull. Brit. Orn. GL, XIX, p. 86). 

g Moera VII. 191 o. d iuv. Beni X. 19 10. 

2 cT Beni IX. 19 10. g iuv. » X. 19 10. 

cf med. ^> X. 19 10. 
Nach den Schnabelmaßen (11 — 12 mm, A. rnfogiilaris Fräs. 15 mm), sowie 
dem Fundort nach sind die Stücke sicher zu Apalis denti Grant zu rechnen Bei 
den erwachsenen Exemplaren ist der Unterschnabel, wie es Grant angibt, schwarz, 
bei dem halberw^achsenen Stück ist die Basis des Unterschnabels licht und bei den 
jungen Tieren fast der ganze Unterschnabel hell. Das halberwachsene Stück zeigt 
noch etwas Gelb an der Kehle und am Bauch; das eine der jungen Tiere hat die ganze 
Unterseite gelb, nur auf der Kehle und besonders deutlich am Kropf sieht man schon 
die rostrote Farbe des ausgefärbten Tieres; das junge Weibchen ist auf der ganzen 
Unterseite gelblich ohne jede Spur von Rostrot; dieses Stück hielt ich anfangs für A. 
olivacea Strickl.; die Bemerkung Sharpes («Ibis», 1908, p. 32o — 32i), daß A. oli- 
vacea Strickl. der junge Vogel von A. riifigularis Fräs, sei, bestärkt mich in meiner 
Ansicht, daß das besprochene Stück ein Junges von A. denti Grant ist. Auch 
die Abbildung auf Tafel XIV (Fig. 3 in Trans. Zool. Soc, XIX) stimmt gut, nur 
ist der bei dieser sichtbare lichtere Augenbrauenstreif weder im Text erwähnt, 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. ^Ol 



noch bei unserem Material zu sehen. Die Unterflügeldecken sind hier etwas gelb 
verwaschen. Von den Schwanzfedern wird auch noch die vierte von außen weiß, 
zeigt aber oft außen und innen noch braune Säume. Nach der Literatur ist an- 
scheinend nur ein Stück (Typus) bekannt. 

352. Apalis cinerea Sharpe. 

2 cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 
cT > » » » » III. 1910. 

g » » » » » I\ . ig 10. 

Wie viel Weiß sich iederseits an den vier äußeren Schwanzfedern flndet, 
hängt, scheint es mir, sehr vom Alter ab; bei ausgefärbten Stücken dürften die 
2—3 äußersten Federn ganz weiß, die nächsten weiß mit braunem Außensaum, 
wieder die nächsten braun mit weißem Ende der Innenfahne sein. 

353. Apalis rzig-rescens Jackson (Bull. Rrit. Orn. GL, XVI, p. 90 und «Ibis», 

1906, p. 547—548). 

o Beni IX. 1910. 

2 cf » X. 19 IG. 

29 » X. 1910. 

Der ausschlaggebende Unterschied von A. cinerea Sharpe ist die einheitliche 
satt schwarzbraune Farbe der Oberseite, während die bräunlichen Basalteile der 
äußeren Schwanzfedern von .4. cinerea Sharpe auch nicht immer deutlich sind und 
meiner Ansicht nach vom Entwicklungsstadium des Vogels abhängen. 

Die südliche Art Apalis chirindensis Shell. (Bull. Brit. Orn. Gl., XVI, p. 126) 
scheint der A. nigrescens Jackson sehr ähnlich zu sein, doch haben die vier äußeren 
Schwanzfedernpaare nur «rather narrow white ends». 

354. Apalis golzi Fschr. Rchw. 

cT Sultanat Kissaka I. 1910. 

Fl. 57, Schw. 49, Sehn. 12, L. ca. 20 mm. 

Das Stück war zwar auf der Etikette als Weibchen bezeichnet, hat aber am Kropf 
einen deutlichen schwarzen Fleck, wie dies nach Reichenow (V. A.) nur die 
Männchen haben; das Gelb des Vorderhalses und Kropfes ist olivgrün verwaschen. 

Bannermann («Ibis», 1910, p. 692) zieht A. golzi Fschr. Rchw. mit A.flavo- 
cincta Sharpe zusammen; letztere Art scheint jedoch (nach V. A.) kein Schwarz 
am Kropf zu zeigen. 

355. Apalis ruwenzorii Jackson. 

d" Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. 1910. 

Q » » » » » II. 19 10. 

2 cT » » » » » III. 1910. 
Q » » » » » ni. igio. 

3 Q » » » » » IV. 19 10. 

Wie Reichenow (Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes, p. 362) sagt, ist 
durch die Tafel von Gran t (Trans. Zool. Soc. London, XIX, Taf. XIV), festgestellt, 
daß die Urbeschreibung Jacksons (Bull. Brit. Orn. Gl., XV, p. 11) äußerst mangel- 
haft ist, indem diese Art mit A. piilchra Sharpe verglichen wird, ohne aber an- 
zuführen, daß der Schwanz ganz im Gegensatz zu A. pulchra einfarbig grau ist. 



3o2 Dr. Moriz Sassi. 



Hiedurch fällt die Art A. catiodes Rchw. (J. f. O., 1908, p. 627, Taf. II), wie Rei- 
ch enow selbst angibt, mit A. rinuenzorii Jackson zusammen. 

356. Apalis nigriceps Shell. 

cf Moera IX. 19 10. 

2 cf Ukaika I 191 1. 

Q » I. 19 II. 

Das eine cf von Ukaika ist auf der Originaletikette offenbar irrtümlich als 5 
bezeichnet. 

Das Q stimmt gut mit der Abbildung im «Ibis», 1902 (Taf. VII), nur daß 
beim vorliegenden Stück der schiefergraue Oberkopf grünlich verwaschen ist, was 
ein Zeichen von Jugend sein mag. Die genannte Abbildung ist anscheinend 
besser als der Text (p. 320— 32i), denn der Oberkopf ist schiefergrau (nicht 
schwärzlich schiefergrau), das Kropfband nicht schwarz, sondern grau. 

357. Eminia lepida Hartl. 



Q Kissenji (Kiwu-See) VI. 1910. 
d^ iuv. Kasindi VII. 1910. 



9 Sultanat Kissaka I. 19 10. 

3 cT Kissenji (Kiwu-See) VI. 1910. 

(f iuv. » » VI. 1910. 

Beim jungen Stück von Kasindi ist der braune Kehlfleck blasser, aber nicht 
kleiner, als bei den erwachsenen, beim jungen Vogel von Kissenji ist er nicht nur 
blasser sondern auch bedeutend kleiner, nur auf die obere Kehle beschränkt (vgl. 
Grant, Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 36i). 

358. Sylvietta jacksoni Sharpe. 

cf Provinz Bukoba XII. 1909. 
n > » XII. 1990. 

Fl. 60, Sehn. 12— 13, L. 18 — 19-5 mm. 

Der Oberkopf ist etwas lehmfarben verwaschen gegenüber dem reingrauen 

Rücken. 

S. oliviae Alex. (Bull. Brit. Orn. GL, XXIII, p. 16) soll am Rücken oliv ver- 
waschen sein; scheint auch kleiner zu sein (Fl. 52, Sehn. 10 mm). 

S. distinguenda Mad. (Archivum zoologicum. Vol. I, Nr. 11, 19 10, p. 177) soll 
ebenso die Oberseite «etwas grünlich angeflogen» haben (Fl. 61, Sehn. 12 mm). 

359. Sylvietta pallida Alexander. 

5 cf Baraka II. 1910. 

g » II. 1910. 

g Russissi-Tal V. 1910. 

Nach Vergleich mit den Berliner Stücken (Goll. Fromm), die von Kothe erst 

als S. jacksoni Sharpe, dann von O. Neumann und O. Graf Zedlitz als S. pallida 

Alex, bestimmt wurden, sind auch die vorliegenden Exemplare zu S. pallida Alex. 

zu rechnen. 

Der Fundort ist auffallend nördlich, die genannten Berliner Stücke stammen 
vom Südende des Tanganjika-Sees (Rikwa-See). 

Oberseite licht silbergrau, leicht bräunlich überflogen. Augenbrauenstreif und 
vordere Kehle sehr blaß gelbbräunlich, die übrige Unterseite dunkler gelbbräun- 
lich (rostfarben). Fl. 54 — 61, Sehn. i3 mm. 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 3o3 



Der Schnabel ist oben dunkler, unten lichter braun, nicht schwarz, wie bei 
Reichenow, V. A. und im «Ibis», igoo, p, 75, angegeben wird, sondern so wie er 
auf der im «Ibis», igoo befindlichen Tafel dargestellt ist. 

3 60. Sylvietta leucophrys Sharpe. 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. 1910. 
3 Q » » » » » III. igio. 

cf Kissenji-Rutschuru VI. 1910. 

Wenn die neue Subspezies S. l. keniensis Mearns (Smith, Mise. Coli., Vol. 61, 
Nr. 20, p. 5) überhaupt berechtigt ist, so kommt sie jedenfalls für die vorliegende 
Serie nicht in Betracht, da die Stücke der Grauer-Kollektion zwar den Rücken 
ziemlich rein olivgrün haben, ihre weil3en Augenbrauenstreifen jedoch auch noch 
hinter dem Auge sehr deutlich sind und nicht «obsolete behind the orbit», wie 
es für S. l. keniensis Mearns heißt. 

36i. Sylvietta virens barakae Sharpe («Ibis«, 1898, p. 146 [Bull. Brit. 
Orn. GL, XLVII, Oktober 1897]). 

Q Beni IX. 1910. 
Q Ukaika XII. 1910. 

In «Vögel Afrikas» zieht Reichenow diese Form mit S. virens Cass. vom 
Westen zusammen und führt sie in «Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes» (p 365) 
als zweifelhaft an. Nach den von Grant (Trans. Zool. Soc. Lo'ndon, XIX, p. 362) 
genannten Merkmalen sind unsere beiden Stücke zu S. barakae Sharpe zu ziehen; 
sehr auffallend ist allerdings ein Stück aus Bukoba im Berliner Museum, das ganz 
wie S. virens Cass. aussieht. 

Die Art 5. toroensis Jackson (Bull. Brit. Orn. GL, XV, p. 38) soll röst liehe, 
kaum gelbliche Unterflügeldecken haben, während die vorliegenden zwei Stücke 
deutlich gelbe Unterflügeldecken zeigen. 

362. Sylvietta neumanni Rothsch. (Bull. Brit. Orn. Gl., XXIII, p. 42). 

cf Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) II. igio. 
Q » » » » » II. 19 10. 

cf » » » » » III. 1910. 

Fl. 60 — 61, Schw. 3o — 32, Sehn. ir5 — 12, L. 24mm. 



363. Eremomela badiceps Fräs. 

Q Moera VII. igio. 

5 d" » VIII. 1910. 

Q » VIII. I9IO. 

d^ iuv. Beni IX. 1910. 

cf Mawambi XI. 19 10. 

29 » XI. 1910. 

Die drei jüngeren Tiere sind oben olivgrau, am Oberkopf etwas grüner, einige 
der rotbraunen Oberkopftedern sind schon sichtbar; die Unterseite ist blaßgelb, das 
Kropfband dunkelgrau, schon mit einigen schwarzen Federn untermischt; der 
Schnabel ist oben dunkler, unten lichter braun. 



9 iuv. Mawambi XI. 19 10. 
d" Ukaika XII. 1910. 

Q » XII. I91O. 

9 iuv. » XII. 191 o. 

9 Mawambi II. igii. 



3o4 Dr. Moriz Sassi. 



c? Moera 


VIII. 1910 


2 Q Beni 


IX. igio 


^ iuv. » 


X. igio 


^ Ukaika 


XII. 1910 


2 d^ Mawamhi 


II. 1911 



Es stimmt dies nicht ganz mit der Beschreibung eines jüngeren Tieres von 
Grant («Ibis», 1908, p. 294). 

Von Reichenow in «Vogelfauna des mittelafr. Seengebietes» nicht angeführt. 

364. Camaroptera griseoviridis griseigula Sharpe. 

g Bukoba XII. 190g. 

g Kissenji (Kiwu-See) V. 19 10. 
5 cT » » VI. igio. 

3g» » VI. 1910. 

g iuv. Rutschuru-Ebene VI. 19 10. 

Nach der Arbeit des Grafen O. Zedlitz (J. f. O., 191 1, p. 341) gehört die 
vorliegende Serie zur Subspezies C. gr. griseigula Sharpe; zu bemerken wäre nur, 
daß die Unterseite unserer Bälge sehr rein grau ist und nur wenig von der bräun- 
lichen Verwaschung am Bauch zu merken ist. 

Die Vögel vom September bis Februar haben deutlich reinweißen Unterleib, 
während die übrigen auch den Bauch fast ganz grau haben; es stimmt dies sehr 
gut mit den Bemerkungen Zedlitz' über die durch die Abnützung des Gefieders 
hervorgerufenen Färbungsveränderungen beim Genus Camaroptera überein. 

Auch die Färbung der beiden jungen Vögel bestätigt die Beobachtungen von 
Zedlitz (1. c, p. 341 und p. 343) sowie die von Reichenow (V. A.). 

365. Camaroptera toroensis Jacks. [Sylvietta toroensis Jack., Bull. Brit. Orn. 
Gl., XV, p. 38 und Reichenow, V. A., III, p. 632). 

2 cf Moera VIII. 19 10. 

2 Q » VIII. 1910. 



2 g Ukaika XII. 1910. 

g » 1 . 1 9 1 1 . 

g iuv. » I. igii. 



cT iuv. Beni IX. igio. 

g iuv. " IX. 19 10. 

Fl. 49 — 57, Schw. 29 — 40, Sehn. 11*5 — 13, L 19 — 21 mm. 

Die drei jüngeren Tiere sind auf der Unterseite nicht oder nur noch wenig 
rostbraun verwaschen, sondern grünlichgelb, stellenweise reiner gelb, wie dies ja 
für junge C<7?naro/'to'a-Exemplare bekannt ist. 

Die Unterflügeldecken sind im ganzen blaß rostfarben, doch kommt oft, be- 
sonders bei den jüngeren Tieren eine gelbe Verwaschung vor. 

Die beiden in den Ann. Transvaal Mus. (Vol. III, Nr. 2, p. 117) aufgestellten 
neuen Camaroptera- KvXen kommen hier nicht in Betracht. 

Nach dem Text, den Maßen und dem Fundort sind die vorliegenden Tiere 
sicher als C. toroensis zu bestimmen, und zwar bin ich der Ansicht von Zedlitz 
(J. f. O., 191 1, p. 343), daß diese Art zur Gattung Camaroptera und nicht zu 
Sylvietta zu stellen ist (Schwanzlänge! bräunliche Farbe der Schenkel), wie dies 
Jackson in der Urbeschreibung (s. oben) tut. 

366. Stiphrornis xanthogaster Sharpe. 

cT iuv. Ukaika I. igii. 

Grant führt diese sonst von Kamerun bekannte Form gleichfalls vom öst- 
lichen Kongo-Urwald (Mawambi) an (Trans. Zool. Soc. London, XIX, p. 365). 

Jackson stellt eine neue (ostafrikanische) Form auf: Stiphrornis mabir ae iackson 
(Bull. Brit. Orn. Gl., XXV, p. 85), doch macht mir dieselbe vorläufig einen etwas 



Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



3o5 



zweifelhaften Eindruck; da aber das Grauer-Exemplar jung ist, so ist es vorläutig 
nicht möglich, diesbezüglich eine Entscheidung zu fällen. Jedenfalls mulj noch 
mehr Material abgewartet werden. Die Oberseite von St. mabirae soll mehr oliv- 
farben, weniger grau als bei St. xanthogaster Sharpe sein und die Brust soll ebenso 
orangefarben sein wie Kinn und Kehle. 



367. Hylia prasina Cass. 
5 cT Moera VIII. 19 10. 



9 >> 

9 '' 

cT Beni 

9 '> 

cf » 

9 '' 



VIII. 1910. 
IX. 1910. 
IX. 1910. 
IX. igio. 

X. 1910. 

X. 1910. 



cf Mawambi XI. 19 10. 



3 


9 

d" Ukaika 


XI. 
XII. 


I9IO. 
I9IO. 


4 


9 

d^ >> 


XII. 

I. 


I9I0. 
I9II. 


4 


9 ^ 


I. 


191 1. 



g Mawambi II. 1911. 



9 Beni-Mawambi X. 19 10. 
Nach Grants Angaben («Ibis», 1908, p. 292 — 293) wäre eines unserer Stücke 
((f Beni IX.) sehr jung, denn der ganze Kopf ist grau, nur wenig oliv überflogen, 
der Schläfenstrich weißlich; in einem späteren Stadium wird nach Grant der Ober- 
kopf reiner grün als bei Erwachsenen; es entspricht dieses Stadium otfenbar dem 
von Sharpe («Ibis», 1908, p. 325 — 326) angeführten. 



368. Prinia mystacea Rüpp. 
5 Bukoba XII. 1909. 



ö^ Beni 



X. 1910. 
g » X. 19 10. 
cT Irumu II. 191 1. 



Q Provinz Bukoba I. 19 10. 

20 » Urundi I. 1910. 

g Baraka II. 1910. 

Fl. 49—53 mm. 

Die von Jackson (Bull. Brit. Orn. GL, XXVII, p. 7) aufgestellte ostafrikanische 
Priiüa intermedia Jackson dürfte noch der Bestätigung durch größeres Material be- 
dürfen. 

Vgl. J. f. O., 1906, p. 276 und 191 1, p. 65 — 67. 

36g. Prinia leucopogon Gab. 

cf Baraka II. 1910. 

Nach der Färbung der Unterseite, die sich sehr deutUch von jener der sämt- 
Uchen Stücke der nachfolgenden Subspezies unterscheidet, muß ich dieses einzige 
Stück vom Tanganjika-See als typische P. leucopogon Gab. ansehen. 

370 Prinia leucopogon reichenowi Hartl. 



cf 



Bukoba 



XII. 1909. 
g iuv. » XII. 1909. 

g Rutschuru-Ebene VI. 19 10. 
cT Moera VII. 1910. 

g » VII. igio. 

2 cT ^ VIII. igio. 

Manche Stücke haben die dunklen Mittelteile der Oberkopffedern weniger 
deutlich, i Stück (g Bukoba) hat den Oberkopf einfarbig grau und ist oben bräun- 
lich überflogen; es ist dies ein junges Tier. 



3 g Moera VIII. ig 10. 

g Beni IX. igio. 

c? Ukaika XII. ig 10. 
2. g » XII. ig IG. 

cf Irumu II. igi i. 



3o6 Dr. Moriz Sassi. Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. 



371. Prinia bairdi Cass. 

c? Mawambi XI. 

3 9 » XI. 

g Ukaika XII. 

372. Prinia bairdi obscura Neum, (Bull. Brit. Orn. GL, XXIII, p. i3). 

2 c? Urwald westlich vom Tanganjika-See (2000 m) III. 1910. 
Q » » » » » III. 19 10. 

? » » » » » IV. 19 10. 

In der Originalbeschreibung von Prinia melanops Rchw., Neum. heißt es, daß 
das Kinn schwarz ist und der Schnabel 12 mm mißt; bei Pr. b. obscura Neum, 
soll der Schnabel größer und das Schwarz auf dem Kopf und der Kehle weiter 
ausgebreitet sein; da nun die zu bestimmenden Stücke einerseits i3 — 14 mm 
Schnabellänge haben, andererseits auch die Kehle schwarz ist, so sind sie offenbar 
zu P. b. obscura Neum. zu rechnen. 

Von den vorliegenden Exemplaren hat eines deutlich, die anderen sehr un- 
deutlich vereinzelte weiße Binden auch auf der Kehle. 

Ein Stück hat am Oberkopf einige weiße (albinotische) Federn. 

Obiger Fundort ist anscheinend in der Literatur noch nicht angeführt. 



Pesta: Decapoden der Adria 



Taf. VI. 




Dr. O Pesta n. d Nat. gez. 

Fig. 1-6. Anapaguriis laevis (Thompson), 7. und 8. Eupagiirus prideauxi (Leach). 



Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



Dr. Moriz Sassi: Zur Ornis Centralafrikas. 



Tafel VII. 




Phyllastrephus 
lorenzi Sassi. 



Cossypha bocagei 
albimentalis Sassi. 



Pitta reichenowi Madarasz. 



Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



Vierfarbenätzung von Max ]aili, Wien. 



Druck von Friedrich Jasper in Wien. 



Dr. Moriz Sassi: Zur Ornis Centralafrikas. 



Tafel VIII. 




Hyliota 



slatini Sassi. 




Geocichla princei 
grauen' Sassi. 



Geocichla gurnei oberlaenderi Sassi. 



Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Band XXX, 1916. 



Vierfarbenätzung von Max ]alii, Wien. 



Druck von Friedrich Jasper in Wien. 



igiG. 



Bd. XXX. 



Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 



Notizen. 



Jahresbericht für 1915 

von 

Dr. Franz Steindachner. 



Einleitung. 

Se. k. u. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 
20. November 1915 dem ad personam in die VI. Rangsklasse eingereihten Kustos 
I. Klasse am naturhistorischen Hofmuseum Franz Friedrich Kohl aus Anlaß der 
von ihm erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand den Titel eines Re- 
gierungsrates mit Nachsicht der Taxe allergnädigst zu verleihen geruht. 

Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät Oberstkämmerer, Se. Exzellenz Karl Graf 
Brzezie-Lanckororiski hat sich sohin bestimmt gefunden, mit Erlaß Z. 4195 
vom 4. November 19 15 den Genannten über seine diesbezügliche Bitte in den 
dauernden Ruhestand zu versetzen und ihn mit Ende November 1, J. seines bis- 
herigen Dienstes am naturhistorischen Hofmuseum zu entheben. 

Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät Oberstkämmerer, Se. Exzellenz Karl Graf 
Brzezie-Lanckoroiiski hat ferner laut Erlaß vom 4. November 1915, Z. 4195, 
die Kustoden II. Klasse Dr. Rudolf Sturany und Dr. Hans Rebel zu Kustoden 
I. Klasse, die Kustos-Adjunkten Dr. Karl Toldt und Dr. Franz Schaffer zu Ku- 
stoden II. Klasse, und zwar die in zweiter Stelle Genannten extra statum, den 
Assistenten Dr. Josef Bayer zum Kustos-Adjunkten und den Aspiranten Dr. Hans 
Zerny zum Assistenten ernannt. 

Ferner wurde die Intendanz ermächtigt, für die Dauer des Krieges den Kustos 
des Ruhestandes, Regierungsrat Franz Friedrich Kohl, zur Versehung des von ihm 
bisher vertretenen Spezialfaches an der zoologischen Abteilung in Verwendung zu 
behalten und Dr. Franz Mai dl als Aspiranten in den Stand der wissenschaftlichen 
Beamten aufzunehmen. 

Am 3o. Oktober 1915 erschien Se. Exzellenz der Herr Oberstkämmerer Karl 
Graf Lanckoronski in Begleitung des Herrn Sektionschefs und Kanzleidirektors 
Wilhelm Freiherrn von Weckbecker bei dem Intendanten Hofrat Steindachner 
und überreichte demselben anläßlich seines am gleichen Tage vor Jahresfrist ge- 
feierten 80. Geburtstages ein auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Kaisers von 
dem k. u. k. Kammermedailleur Prof. R. Marschall meisterhaft angefertigtes Porträt 
des Jubilars in Bronzeguß und monumentaler Ausstattung. 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseunis, 15d. XXX, 191Ö. a 



2 Notizen. 

Dank der Munifizenz des Herrn Oberstkämmerers wurde auch jeder Beamte des 
Hofmuseums mit einer verkleinerten Wiedergabe des Porträts in Plaketteform bedacht. 



Die Schausammlungen des Museums wurden in diesem Jahre vom 17. März 
ab dem Besuche des Publikums wieder geötifnet, und zwar wegen Mangel an Auf- 
sichts- und Reinigungspersonal nicht gleichzeitig, sondern an Mittwochen nur 
die zoologischen Sammlungen und an Samstagen die mineralogischen, die geo- 
lügisch-paläontologischen und die prähistorischen Sammlungen. Die Schausäle der 
ethnographischen Sammlungen sowie der entomologische Schausaal blieben wegen 
vollständiger Neuaufstellung der Objekte geschlossen. 

Die Zahl der Besucher an 67 Einlaßtagen betrug von Mitte März ab bis 
zum Jahresschlüsse 60.698; von diesen entfallen 11.497 auf den Monat März an 
5 EinlatJtagen und 2858 auf den Monat Dezember an 7 Einlaßtagen. 

Größere korporative Besuche fanden statt im Jänner von den Lehrkräften 
und Schülern des Gymnasiums zu Lemberg (119 Personen), im Februar von den 
Zöglingen der Handelsschule in Preßburg (64 Personen), von den Lehrkräften und 
Schülern der Gymnasien zu Hörn und Lemberg (194 Personen) und im März von 
den Mitgliedern des Richterstandes aus Westgalizien (60 Personen), 



In den Schausälen des Museums wurden im Laufe dieses Jahres bedeutende 
LImstellungen und einige Veränderungen durch Einschiebung neu erworbener Prä- 
parate vorgenommen. Schon gegen Ende des Jahres 19 14 wurde der Plan gefaßt, 
den größten Teil der ethnographischen Sammlung ganz neu aufzustellen, den Rest 
einer genauen Revision zu unterziehen, womit zugleich ein vollständiges Durch- 
gehen der ganzen, heute gegen 92.000 Nummern umfassenden Sammlungsgegenstände 
verbunden ist. Zur Durchführung dieser Neuaufstellung blieben die Schausäle der 
ethnographischen Sammlung das ganze Jahr für den Besuch des Publikums ge- 
schlossen. An der Neuaufstellung der Sammlung wurde das ganze Jahr unentwegt 
gearbeitet. Hier stellten sich einer vollkommen systematischen Durchführung aller 
Arbeiten manche Hindernisse und Verzögerungen entgegen, so der Mangel an ge- 
nügenden Arbeitskräften durch Einberufung von Beamten, Präparatoren und Dienern 
zum Kriegsdienste und die LInmöglichkeit der rechtzeitigen Durchführung der un- 
umgänglich notwendigen Etikettierungs-, Tischler-, Schlosser-, Glaserarbeiten etc. 

Im Schausale XXXIX der Säugetiersammlung wurden in einer eigenen Vitrine 
fünf montierte Skelette von anthropoiden Aflfen, ferner zehn gestopfte, meist größere 
Säugetiere, darunter ein weiblicher Gorilla graueri Matsch, und ein Pärchen der 
Gazella rufifrons Gray, aufgestellt. 

In der mineralogisch-petrographischen Abteilung wurde der von Sr. Majestät 
an die Abteilung übergebene große, als Talisman gefaßte Türkis aus Mesched in 
Persien im Säle III zur Aufstellung gebracht. 



Die zoologischen Sammlungen vermehrten sich im Laufe des Jahres 19 15 um 
15.786 Arten in 37.084 Exemplaren, von denen 334 Arten in 2241 Exemplaren 
auf die Wirbeltiere entfallen. 

Von den durch Ankauf erworbenen Sammlungen der zoologischen Abteilung 
sind als die wissenschaftlich wie auch numerisch bedeutendsten hervorzuheben: 



Jahresbericht. — Einleitung. 



a) Die umfangreiche Konchvliensammlung des am 25. März 1914 in Wien 
verstorbenen Hofrates Kamillo Gerstenbrandt.^) 

Diese durch mehr als vier Dezennien mit aul3erordentlicher Sorgfalt und unter 
Ausnützung der besten Einkaufsquellen zusammengebrachte Kollektion, der ein 
genau geführtes Einlaufsjournal und ein ebenso gewissenhaft angelegter Zettelkatalog 
beigegeben war, ist sofort nach ihrer Erwerbung zur Einreihung in die hiesige 
Hauptsammlung gelangt. Sie enthielt in 15.295 durchwegs schönen und tadellos 
erhaltenen Exemplaren nicht weniger als 9686 Arten, von denen 2844 (also ein 
relativ hoher Perzentsatz!) für unsere Sammlung neu waren. Alle Klassen der 
Mollusken und ebenso die mitgezählten Brachiopoden erschienen gleichmäßig gut 
vertreten, insgesamt mit 859 Gattungen (darunter 56 für unsere Sammlung neuen). 
Außergewöhnlich schöne oder wertvollere Stücke enthielten unter den Bivalven die 
Gattungen Chama, Pecten und Spondyliis, unter den Gastropoden die Gattungen 
Astralhim, Birostra, Biiccimmi, Cancellaria, Coralliophila, Cj-mbiian, Delphimila, 
Eiilbna, Latiaxis, Neptiinea, Paramelania, Pleurotomaria, Porphjn-obaphe, Rapella, 
Raphitoma, Siphonalia, Stj-lifer, Terebra, Trochus, Vennetiis, Voliita und Xenophora. 

b) Die im Nachlasse Egyd Schreibers befindliche Sammlung europäischer 
Amphibien und Reptilien, den größten Teil der Typen zu Schreibers «Her- 
petologia Europaea» enthaltend. Die Erwerbung dieser Sammlung verdankt die 
zoologische Abteilung der gnädigen Bewilligung eines Extraordinariums vonseiten 
des hohen vorgesetzten Amtes. 

Der normale Zuwachs in der botanischen Abteilung betrug 1 3.3 11 Spann- 
bogen, von denen 8746 durch Geschenk, 966 durch Tausch und 3599 durch Kauf 
erworben wurden. 

In der mineralogisch-petrographischen Abteilung wurde die Meteoritensamm- 
lung um I Stück Meteoreisen neuen Falles im Gewichte von 63 Gramm, die 
Sammlung der Minerale um 178, jene der Gesteine um 11 Stücke vermehrt. 

Das Einlaufjournal der geologisch-paläontologischen Abteilung verzeichnete 
27 Nummern neuer Erwerbungen, von denen g durch Kauf, 2 durch Autsamm- 
lungen der Musealbeamten, die übrigen als Geschenke einliefen. 

Der auf dem Felde der Ehre am 25. April 191 5 bei Rudno am San in Galizien 
gefallene k. u. k. Reserveleutnant und Privatdozent der Universität Dr. Rudolf 
Görgev von Görgö und Toporcz hat laut letztwilliger Verfügung seine an- 
sehnliche Mineralsammlung der mineralogisch-petrographischen Abteilung vermacht 
und sich damit in der Geschichte der mineralogischen Sammlung ein bleibendes 
Andenken gesichert. 

Die anthropologischen, prähistorischen und ethnographischen Sammlungen 
vermehrten sich um 19 Posten, von denen 10 durch Kauf erworben wurden. Unter 
den Geschenken wäre hervorzuheben ein Legat des verstorbenen akademischen 
Malers Ludwig Hans Fischer, bestehend aus einer Sammlung ethnographischer 
Gegenstände, welche zum größten Teile von seinen Reisen in Ägypten, Vorderasien 
und Britisch-Indien herrühren. 



') Kamillo Gerstenbrandt, geboren in Agram am 25. November 1826, begann seine militäri- 
sche Laufbahn im Jahre 1845 als Unterleutnant II. Klasse, machte die Feldzüge 1848 und 1849 gegen 
halien mit, wurde im Alter von kaum 23 Jahren für die Erstürmung des Brückenkopfes von Gasale mit 
dem Orden der Eisernen Krone III. Klasse ausgezeichnet und avancierte bis zum Hauptmann I. Klasse. 
— Vom Jahre 1857 an war er im Zivilstaatsdienste tätig, bis er als Hofrat des Eisenbahnministeriums 
in den Ruhestand trat (1896). 



Notizen. 



Der Zuwachs der Bibliothek der zoologischen Abteilung beträgt an Einzel- 
werken und Separatabdrücken 680 Nummern in 714 Teilen, von denen durch An- 
kauf 23 Nummern in 28 Teilen, als Geschenk 621 Nummern in 685 Teilen und 
im Tausche 36 Nummern in 51 Teilen erworben wurden. An Zeit- und Gesell- 
schaftsschriften liefen ein 171 Nummern in 222 Teilen, davon 52 Nummern in 
92 Teilen (eine Nummer neu) durch Ankauf und 119 Nummern in i3o Teilen im 
Tausche gegen die «Annalen». 

Der Zuwachs der Bibliothek der botanischen Abteilung betrug an Einzel- 
werken und Separatabdrücken i36 Nummern in 211 Teilen, von denen 117 Nummern 
in 124 Teilen als Geschenk, 9 Nummern in 26 Teilen durch Kauf und 10 Nummern 
in 21 Teilen durch Tausch erworben wurden. An Zeit- und Gesellschaftsschriften 
liefen ein durch Kauf 32 Nummern in 37 Teilen, durch Tausch 24 Nummern in 
3o Teilen. 

Die Bibliothek der mineralogisch-petrographischen Abteilung erhielt an Einzel- 
werken und Sonderabdrücken durch Kauf 14 Nummern in 17 Teilen, im Tausche 
I Nummer in i Teile, als Geschenk 19 Nummern in 19 Teilen, an Zeit- und Ge- 
sellschaftsschriften durch Kauf 26 Nummern in 36 Teilen, im Tausche 12 Nummern 
in i3 Teilen, als Geschenk 12 Nummern in 12 Teilen. 

Die Bibliothek der geologisch-paläontologischen Abteilung vermehrte sich an 
Einzelwerken und Sonderabdrücken durch Kauf um 17 Nummern in 
21 Teilen, durch Tausch um 3 Nummern in 3 Teilen, durch Geschenk um 
150 Nummern in 150 Teilen, an Zeit- und Gesellschaftsschriften durch Kauf 
um 27 Nummern in 62 Bänden, durch Tausch um 64 Nummern in 182 Bänden, 
durch Geschenk um 8 Nummern in 16 Bänden. Die Kartensammlung vermehrte 
sich durch Tausch um 4 Nummern in 12 Blättern, durch Kauf um i Nummer in 
9 Blättern. 

Die Bibliothek der anthropologisch-prähistorischen Sammlung erhielt a) an 
periodischen Schriften durch Ankauf 25 Nummern in 35 Teilen, als Geschenk 
5 Nummern in 5 Teilen, im Tauschwege 69 Nummern in 73 Teilen; b) an Ein- 
zelwerken 46 Nummern in 53 Teilen, davon als Geschenk 9 Nummern in 9 Teilen, 
von der Anthropologischen Gesellschaft 16 Nummern in 16 Teilen, durch die In- 
tendanz I Nummer in i Teile und durch Ankauf 20 Nummern in 26 Teilen. 

An laufenden Zeitschriften bezog die Bibliothek der ethnographischen Samm- 
lung 22 Nummern in 22 Teilen im Tausche gegen die «Annalen» durch die In- 
tendanz, 17 Nummern in 17 Teilen durch die Anthropologische Gesellschaft gegen 
Kostenersatz der von ihr publizierten «Mitteilungen», i3 Nummern in 15 Teilen 
durch Ankauf und 5 Nummern in 5 Teilen als Geschenk. Zusammen 57 Nummern 
in 59 Teilen, An Einzelwerken erhielt die Bibliothek 3 Nummern in 3 Teilen als 
direkte Geschenke, 6 Nummern in 6 Teilen durch die Intendanz, 16 Nummern in 
18 Teilen durch die Anthropologische Gesellschaft und 14 Nummern in 15 Teilen 
durch Ankauf. Zusammen 39 Nummern in 42 Teilen. 

Zuwachs an Photographien: 143. 



Jahresbericht. — Das Personale. 



Übersicht des Gesamtstandes der fünf Fachbibliotheken 
des k. k. naturhistorischen Hofmuseums am Schlüsse des Jahres 19 15. 





Einzelwerke 
und Separatabdrücke 


Zeitsch 


riften 


Karten 


Photo- 
graphien 
und 
Bilder 


Nummern 


Teile 


Nummern 


Teile 


Nummern 


Teile 


Zoologische Ab- 
















teilung 


33128 


37638 


854 


i3884 


— 


— 


— 


Botanische Ab- 
















teilung ....'. 


13753 


17719 


372 


5333 


— 


— 


— 


Mineralogisch - 
















petrographische 
















Abteilung . . 


15720 


16764 


246 


7729 


— 


— ■ 


— 


Geologisch -palä- 
















ontologische 
















Abteilung . . . 


15193 


16696 


83 1 


1 1040 


852 


9278 


3867 


Anthropologisch- 
















ethnographische 
















Abteilung: 
















a) Anthropologisch- 
















prähistorische 
















Sammlung . . 


4410 


6898 


23o 


4901 


— 


776 


I161 


b) Ethnographische 
















Sammlung . . 


5937 


6475 


493 


6953 


71 


723 


I2302 


Zusammen . . . 


88141 


102190 


3026 


49840 


923 


10777 


17330 



I. Das Personale. 

;Stand mit Ende Dezember 1915., 



K. u. k. Intendanz. 

Intendant: 
Steindachner Dr. Franz, k. u. k. Hofrat. 

Zugeteilt: 

Pultar Dr. Josef, k. u. k, Hofkonzipist 
I. Klasse. 

Hofmuseiims-Aufseher: 

Exner Johann. 

Kolafik Anton. 

5 Hofmuseumsdiener I. Klasse, 7 Hof- 
museumsdiener II. Klasse, i Portier, 
18 Hausdiener. 



Zoologische Abteilung. 

Direktor: 

LorenzRitterv.Liburnau Dr. Ludwig, 

Privat- und Honorardozent für Zoologie 

an der k. k. Hochschule für Bodenkultur 

mit dem Titel eines a. o. Professors. 

Kustoden I. Klasse: 

Siebenrock Friedrich. 

Handlirsch Anton. 

Sturany Dr. Rudolf. 

Rebel Dr. Hans, Privatdozent für Zoolo- 
gie an der k. k. Hochschule für Boden- 
kultur mit dem Titel eines a. o. Pro- 
fessors. (Kustos I. Klasse extra statum.) 



Notizen. 



Kustos IL Klasse: 

Penther Dr. Arnold. 
Toldt Dr. Karl. 

Kustos- Adjunkten : 

Attems Dr. Karl Graf. 
Holdhaus Dr. Karl. 
Pietschmann Dr. Viktor. 

Assistenten: 

Pesta Dr. Otto. 
Zerny Dr. Hans. 

Aspirant: 
Maidl Dr. Franz. 

Präparatoren : 

Kolaf Peter. 
Wald Franz. 
Sarg Emil. 
Kolaf Jaroslav. 

.4 ushilfspräparator : 
Irmler Rudolf. 

Botanische Abteilung. 

Kustos I. Klasse und Leiter 
Zahlbr uckner Dr. Alexander. 

Kustos IL. Klasse: 
Keissler Dr. Karl Ritter v. 

Kustos-Adjunkt : 
Rechinger Dr. Karl. 

Präparator: 
Buch mann Ferdinand. 



Mineralogisch-petrographische 
Abteilung. 

Direktor: 

Berwerth Dr. Friedrich (mit dem Titel 
und Charakter eines Regierungsrates), 
o. ö. Universitätsprofessor. 



Kustos L. Klasse: 
Köchlin Dr. Rudolf. 

Kustos LI. Klasse: 
Wächter Dr. Ferdinand. 

Präparator: 
Nimmerrichter Johann. 

Geologisch-paläontologische Abteilung. 

Kustos LI. L^lasse (extra statum) 
und Leiter: 

Schaffer Dr. Franz Xaver, a. o. Pro- 
fessor an der k. k. Universität. 

Assistent : 

Trauth Dr. Friedrich. 
Pia Dr. Julius Edler v. 

Aush ilfspräparator : 
Weichbold Matthias. 

Anthropologisch-ethnographische 
Abteilung. 

Direktor : 

Heger Franz (mit Titel und Charakter 
eines Regierungsrates). 

Kustos L. Klasse: 

Szombathy Josef (mit Titel und Cha- 
rakter eines Regierungsrates). 

Kustos- Adjunkt: 
Bayer Dr. Josef, Privatdozent an der 
k. k. Universität. 

Assistent : 
Christian Dr. Viktor. 

Zu Konservierungsarbeiten in Verwendung: 
Frau Marie Hein. 

Präparatoren : 

Brattina Franz. 
Ziskal Johann. 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 



Der Kustos des Ruhestandes, Regierungsrat Franz Friedrich Kohl, steht 
für die Dauer des Krieges zur Versehung des von ihm bisher vertretenen Spezial- 
faches an der zoologischen Abteilung in Verwendung. 

Zum Kriegsdienste wurden einberufen von den Beamten des k. k. naturhistori- 
schen Hofmuseums die Kustos-Adjunkten Dr. Karl Graf Attems, Dr. Viktor 
Pietschmann, Dr. Josef Bayer, Assistent Dr. Viktor Christian, die Aspiranten 
Dr. Julius Edler von Pia und Dr. Franz Mai dl, von den Präparatoren Nimmer- 
richter Johann, Wald Franz, Kolaf Jaroslav, Irmler Rudolf und ^^"eich- 
bold Matthias, ferner 7 Hofhausdiener und 5 provisorische Hausdiener. Der 
Präparator Matthias Weichbold ist seit Beginn des Krieges verschollen. 



IL Musealarbeiten. 



a) Zoologische Abteilung. 

Direktor: Prof. Dr. Ludwig v. Lorenz. 

aj Gruppe der Poriferen, Coelenteraten, Echinodermen und Würmer 
(Kustos-Adjunkt Dr. Karl Graf Attems). 

Die Neuaufstellung in der Schausammlung sowie das Neuordnen der Korallen- 
Hauptsammlung nahm die Tätigkeit des Grafen Attems bis zum Mai sehr in An- 
spruch. Ende dieses Monats wurde er zum Kriegsdienste einberufen, von wo er 
bisher noch nicht zurückgekehrt ist. 

jS) Gruppe der Crustaceen, Pantopoden, Arachnoideen, Myriopoden 
und Onvchophoren (Kustos Dr. A. Penther, Assistent Dr. O. Pesta). 

Kustos Dr. A. Penther setzte seine vorbereitenden Arbeiten für den großen 
Arachnoideen-Katalog fort. Nebenbei wurden gelegentliche Bestimmungen in der 
Sammlung ausgeführt, Materiale eingereiht und katalogisiert und eine Revision der 
Hauptsammlung begonnen. 

Vom Assistenten Dr. Otto Pesta wurden die im Vorjahre begonnenen Re- 
visionen in den Crustaceensammlungen und die Bestimmungen des vorhandenen 
Einlaufsmateriales fortgesetzt; im Anschlüsse an die Revision der Palinuriden 
(Langusten) erfolgte die Bearbeitung der Scyllariden, Thalassiniden und des 
Genus Callianassa; in der Sammlung der Entomostraken wurde die noch ausstän- 
dige Inventarisierung und Neuaufstellung der Ostracoden und Cladoceren durch- 
geführt. Seine Hauptaufgabe entfiel jedoch auf die Untersuchungen größerer 
Planktonkollektionen: so auf jene der während der Terminfahrten S. M. S. «Najade» 
gesammelten adriatischen Copepoden und auf einige Proben aus einem Tiroler 
Hochgebirgssee, wovon die ersteren den Bestand der Sammlung um zahlreiche, 
zum großen Teil auch für das Gebiet neue Spezies vermehrten; außerdem wurde 
von ihm die Bearbeitung des schon vor rund 20 Jahren durch S. M. S. «Pola^» ge- 
sammelten, umfangreichen Copepodenplan ktons aus dem Roten Meere in 
Angriff genommen. 

Material aus den Crustaceensammlungen entlieh zu systematischen Studien 
Herr Prof. Dr. V. Brehm (Eger) und Herr Prof Dr. A. Steuer (Innsbruck). 

Herr Dr. H. Balss (München) retournierte weitere 157 Gläser determinierter 
Decapoden von dem seinerzeit entliehenen Materiale der Sammlung S. M. S. «Pola» 
aus dem Roten Meere. 



8 Notizen. 

Aus der Arachnoideensammlung wurde zu Studienzwecken Material entlehnt 
von den Herren Adolf Müller (Frankfurt) und Eduard Reimoser (Aspang). 

Die Fachbibliothek benützten unter anderen die Herren Landesgerichtsrat 
K. Aust (Wien), Hofrat Prof. Grobben (Wien), Dr. Fr. Poche (Wien), Eduard 
Reimoser (Aspang) und Prof. Fr. Werner (Wien). 

In mündlichen oder schriftlichen Verkehr mit der Abteilung traten außer Ob- 
genannten noch das Senckenbergische Museum in Frankfurt am Main und 
Herr A. Hörn (Wien). 

y) Gruppe der Orthopteren und Coleopteren (Kustos-Adjunkt Dr. 
K. Holdhaus). 

aj Orthopteren. An der Orthopterensammlung wurden nur die laufenden 
Arbeiten erledigt. Zu Studienzwecken benützten die Sammlung die Herren Prof. 
R. Ebner (Prag) und Prof. F. Werner (Wien). 

b) Coleopteren. In der wissenschaftlichen Coleopterensammlung gelangten 
zur Neuaufstellung die Gattungen Morphocarabus, Laena, Cerambyx, Aromia, Piir- 
puricenus, Glenea, Stenostola etc. Im übrigen wurde der gröl3te Teil der Arbeits- 
zeit durch die geplante Neuaufstellung der coleopterologischen Schausammlung 
in Anspruch genommen. Die Auswahl des auszustellenden Materials sowie die 
Ausarbeitung der geographischen und biologischen Texte waren bis zum Schluß 
des Jahres nahezu beendet. 

Mehreren Spezialisten ist das naturhistorische Hofmuseum für kritische Re- 
visionen einzelner Teile der Coleopterensammlung zu Dank verpflichtet. Herr 
Kustos E. Csiki (Budapest) bearbeitete ein Carabidenmaterial von den Samoa- 
Inseln, Herr Prof. Dr. J. Müller (Triest) revidierte die Gattung Stenostola und be- 
stimmte eine größere Anzahl von exotischen Histeriden, Herr Hofrat R. Formänek 
(Brunn) bearbeitete Material aus der Gattung Nanophyes, kais. Rat E. Reitter 
(Paskau) revidierte die Gattung Adesmia, Herr Prof. A. Schuster (Wien) die 
Gattung Laena. Herr Ingenieur E. Hintz (Berlin) bearbeitete das umfangreiche 
Cerambycidenmaterial der Ausbeute Grauers aus Zentralafrika, Herr Dr. F. Ohaus 
(Berlin) bestimmte exotische Rutelinen, Herr Direktor Dr. F. Spaeth (Wien) 
exotische Cassidinen. 

Die Coleopterensammlung und die Fachbibliothek wurden wie alljährlich von 
zahlreichen Coleopterologen bei ihren wissenschaftlichen Untersuchungen zu Rate 
gezogen. 

d) Gruppe der Apterygoten, Thysanopteren, Isopteren, Embiodeen, 
Corrodentien, Mallophagen, Siphuncul aten, Rhynchoten und Suktorien 
(Kustos I. Klasse A. Handlirsch). 

Es wurden viele Tausende von Inserenden bestimmt und eingereiht, was mit 
• einer erweiterten Neuaufstellung einzelner Gruppen verbunden war. 

Material unseres Museums wurde von folgenden auswärtigen Fachleuten be- 
nutzt: G. Horväth (Budapest), Dr. L. Melichar (Brunn), .1. Poppius (Helsingfors), 
H. Schouteden (Brüssel), Dr. Schumacher (Berlin), Dr. K. §ulc (Michalkowitz). 

s) Gruppe der Odonaten, Perlarien, Plectopteren, Neuropteren, 
Trichopteren, Panorpaten und Dipteren (Assistent Dr. H. Zerny). 

In der Dipterensammlung wurde die Neuaufstellung der umfangreichen Fa- 
milie Bombylndae in 50 Laden zum Abschluß gebracht. Ferner wurden einige 
kleinere Familien und ünterfamilien, nämlich Eriopterinae (5 Laden), Acroceridac 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 



(3 Laden), Apioceridae (i Lade), Mj-daidae (3 Laden) und Cordyhirinae (6 Laden) 
revidiert und neu aufgestellt. 

In der Odonatensammlung wurden die schon früher revidierten Gomphinen 
in 23 Laden zur Aufstellung gebracht und die Familie Calopterygidae revidiert 
und zur Aufstellung vorbereitet. 

Für die neue Schausammlung wurde das auszustellende Material an Odonaten, 
Perlarien, Plectopteren, Neuropteren, Trichopteren und Panorpaten zusammen- 
gestellt. 

Von folgenden auswärtigen Fachleuten wurde Material aus unseren Samm- 
lungen benützt: Prof. M. Bezzi (Turin), E. O, Engel (München), Prof. F. Her- 
mann (Erlangen), Prof. F. Klapalek (Karolinental), O. Kröber (Hamburg), Prof. 
L. Krüger (Stettin). Prof. P. Sack (Frankfurt a. M.), Dr. P. Speiser (Labes i. P.), 
Prof P. Stein (Treptow a. R.), Dr. Z. Szilädy (Straßburg in Ungarn), Dr. G. Ul- 
mer (Hamburg) und Dr. J. Villeneuve (Rambouillet). 

t) Gruppe der Lepidopteren (Kustos Prof. Dr. H. Rebel). 

Revisionsarbeiten und Neuaufstellungen in der wissenschaftlichen Haupt- 
sammlung haben im abgelaufenen Jahre wieder bedeutende Fortschritte gemacht. 

Dr. H. Zerny führte die vorbereitete Neuaufstellung der paläarktischen Geo- 
metriden in 84 Laden, ferner die Aufstellung einiger umfangreicher Noctuiden- 
gruppen, der Limacodiden und Drepaniden, zusammen in mehr als 160 Laden 
in gewohnter mustergültiger Weise durch. 

Zahlreiche andere Gruppen erfuhren anläßlich der Einreihung reicher Material- 
einläufe, unter welchen nur die Celebes-Kollektion von Hofrat Martin und die 
Kreta- Ausbeute von Prof. Rebel hervorgehoben seien, eine LImordnung und Er- 
weiterung. Auch die Katalogisierung der im Museum vorhandenen Arten wurde 
in vielen Gruppen durchgeführt. 

Als eine besonders mühevolle Arbeit stellte sich die in Angriff genommene 
Neuaufstellung der Schausammlung dar, wxlche 84 Laden, die Hälfte der Mittel- 
schränke des Schausaales, beanspruchen wird. Schon die Auflösung der alten Schau- 
sammlung, die Sichtung des noch brauchbaren Materiales, die Anschaffung der 
notwendigen Ergänzungen und Erweiterungen machten zeitraubende Vorarbeiten 
notwendig, bevor zur provisorischen Neuaufstellung nach den gegenwärtig herr- 
schenden Gesichtspunkten der Systematik geschritten werden konnte, welche mit 
Ende des Jahres vollendet war. Der Entwurf der Legenden, die Drucklegung der 
Etiketten und die definitive Einreihung des Materiales in die Schaukästen dürfte 
noch einige Zeit in Anspruch nehmen. 

Die Ordnung der umfangreichen Dublettenvorräte hat Herr Josef Nitsche 
freundlichst übernommen. 

Die administrativen Agenden und Determinationsarbeiten wurden von Kustos 
Rebel besorgt. Letztere zeigten trotz des andauernden Kriegszustandes wieder 
eine Vermehrung, ohne jedoch bisher den früheren Umfang zu erreichen. 

Umfangreichere Bestimmungen wurden für nachstehende Personen und In- 
stitute ausgeführt: Fürst A. Gar ad ja (Bukarest), Dr. D. Czekelius (Hermannstadt), 
J. Hafner (Laibach), Fr. Hau der (Linz), Fr. Hoff mann (Krieglach), A. Naufock 
(Triest), Dr. E. Pazsiczky (Trencsen), E. Pillich (Simontornya), Major A. Prall 
(Hermannstadt), Prof. K. Prohaska (Graz), E. Ragusa (Palermo), Dr. K. Scha- 
werda (Wien), Prof. G. Stange (Friedland), H. St au der (Wels), Prof. A, Steuer 



lO Notizen. 

(Innsbruck), Ungarisches Nationalmuseum (Budapest), Forstliche Versuchs- 
anstalt in Mariabrunn u. a. 

Ti) Gruppe der Hvmenopteren fKustos I. Klasse Regierungsrat Franz 

Fr. Kohl). 

Zur Neuaufstellung kamen die paläarktischen, von Fr. Fr. Kohl bearbeiteten 
Crabronen (8 Laden) und die paläarktischen Arten der Gattung Cerceris (6 Laden). 
Ein großer Teil der Artzettel wurde ausgewechselt, die Laden zum Schutze vor 
Insektenfraß mit Globolgläsern versehen. Bestimmungsarbeiten und Einreihung in 

die Sammlung. 

Benützt wurde die Sammlung von Herrn Prof. Jaroslav Lomnicki. Vor- 
arbeiten zur Neuaufstellung der hymenopterologischen Schausammlung. 

d^) Gruppe der Mollusken, MoUuskoideen und Tunikaten (Kustos Dr. 
R. Sturanv). 

Neu aufgestellt wurden die trocken konservierten Brachiopoden (3 Laden) und 
zahlreiche Gattungen von Landkonchylien (66 Laden) 

An der Adjustierung von durchgearbeitetem Material aus den Okkupations- 
ländern und Balkanstaaten beteiligte sich Herr Friedrich Matzka durch Bei- 
stellung von kalligraphierten Etiketten. 

Viel Zeit erforderte auch die erste Revision und Zählung der angekauften 
umfangreichen Coli. Gerstenbrandt. 

Briefliche Auskünfte erhielten die Herren Kustos Dr. K. Absolon (Brunn), 
Z. Frankenberger (Prag), Karl Natermann (Hannov.-Münden), Jar. Petrbok 
(Kojetitz), Prof. Dr. Johannes Thiele (Berlin) und Otto Wohlberedt (Triebes). 

Die Sammlung und Fachbibliothek wurden benützt von den Herren Prof. 
Dr. O. Abel, Dr. J. Fl. Babor (Prag), Karl Dietrich, Ämilian Edlauer (Weid- 
ling), Hofrat Prof. Dr. C. Grobben, Supplent L. Kuscer, Dr. A. Oberwimmer, 
G. Paganetti-Hummler (Vöslau), Hofrat Prof. F. Toula und Oberstabsarzt Dr. 
A. J. Wagner (Diemlach), 

i) Gruppe der Fische, Reptilien und Amphibien (Hofrat Dr. Stein- 
dachner, Kustos I. Klasse Friedrich Siebenrock und Kustos-Adjunkt Dr. 
V. Pietschmann). 

Die laufenden Musealarbeiten wurden von Hofrat Steindachner und Kustos 
Siebenrock besorgt. 

Von ersterem wurde eine kritische Neubestimmung und Neuaufstellung der 
Hauptsammlungen der südamerikanischen Characinen und Siluroiden, die in vielen 
Tausenden von Gläsern aufbewahrt sind, anläßlich deren Übertragung in die neu 
adaptierten ebenerdigen Lokalitäten des Museums begonnen. Diese Arbeit wird 
bis zu ihrer Vollendung mehrere Jahre in Anspruch nehmen. 

Eine Abhandlung über die Schildkrötengattung Chelodina Fitz, machte eine 
neuerliche genaue Durchsicht der einzelnen Arten dieser Gattung durch Kustos 
Siebenrock notwendig, von dem auch die wenigen Einlaufe an Schildkröten be- 
stimmt, etikettiert und katalogisiert wurden. 

Die vom hohen Oberstkämmereramte angekaufte Schreibersche Reptiliensamm- 
lung Europas, aus 26 Arten Schlangen in 524 Exemplaren, 46 Arten Eidechsen in 
858 Exemplaren nebst zahlreichen Schwanz- und Froschlurchen bestehend, wurde 
von Kustos Sieben rock ausgepackt und systematisch geordnet. 

Von Fischen, Amphibien und Reptilien hat Präparator Peter Kolaf 57 osteo- 
logische Präparate und 7 Eingeweidepräparate angefertigt. 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 1 1 



Auskünfte und Gutachten wurden von Steindach n er erteilt der Landesfinanz- 
direktion in Wien über eingesendete Heringsproben. 

x) Gruppe der Vögel und Säugetiere (Direktor Prof. L. v. Lorenz und 
Kustos Dr. K. Toldt). 

In die Schausammlung wurden an Stopfpräparaten neu eingereiht: 28 Vögel, 
darunter: i Lobivanellus lateralis Smith, i Ardea goliath Crtzsch., i Pternistes 
cranchi Leach, i Tetrao parrirostris Bp., 2 Caccabis petrosa Gmel., i Dendro- 
copus numidiis Malh., i Rhamphastos dicolorus L., i Garnilus cervicalis Bp., 
I Dacelo gigantea Lath. und i Cerchneis vespertina L.; weiters 10 Säugetiere, und 
zwar I weiblicher Gorilla graueri Matschie, i Canis aureus dalmatinus Wagn., 
I Zaglossus bartoni Thos., ein Pärchen der Gazella rußfrons Gray, i Cobus maria 
Gray, 3 Magots und i Mona-Meerkatze. Außerdem wurden im Saale XXXIX in 
einer eigenen Vitrine fünf montierte Skelette von Anthropoiden aufgestellt sowie 
in einer Anzahl von Schauschränken größere Umgruppierungen vorgenommen. 

Außer den laufenden Arbeiten wurden vornehmlich von Frl. E. Adametz 
die umfangreiche Sammlung von Tierbildern, vorwiegend Photographien, syste- 
matisch zusammengestellt und inventarisiert, die Separatasammlung neu aufgestellt, 
das Akten- und Briefmaterial geordnet sowie die alten Akquisitionsbögen gesichtet 
und zum Einbinden vorbereitet. Der vorübergehend für einzelne Tage der Woche 
zugeteilte Kassier Herr M. Tichy numerierte hauptsächlich zerlegte Säugetier- 
skelette. 

Die Bibliothek, beziehungsweise die Sammlungen wurden in Anspruch ge- 
nommen von den Herren: Geheimrat v. Bardeleben (Jena), Direktor Prof. 
A. Brauer (Berlin), J. Fleischmann, Dr. Fulmek, C. E. Hellmayr (München), 
Oberstudienrat Dr. Lampert (Stuttgart), Prof. P. Matschie (Berlin), cand. jur. 
Mintus, Dr. Poche, Prof. Redlich (Prag), cand. med. vet. L. Reisinger, Prof. 
S. V. Schumacher (Innsbruck), Prof. Stauffer, Hofrat Prof. Toldt und Exzellenz 
Graf Hans Wilczek; ferner von einigen Damen und Herren zu künstlerischen 
Zwecken. 

Außerdem arbeitete in den wissenschaftlichen Sammlungen regelmäßig Herr 
Dr. O. R. V. Wettstein. 

Auskünfte erteilt wurden u. a. dem k. k. Bezirksgericht Josefstadt in 
Strafsachen und Herrn Prof. A. Hase (Jena). Für Herrn Geheimrat G. Schwalbe 
(Straßburg) wurde die Anfertigung von drei Gipsabgüssen von Unterkiefern von 
Hadropithecus stenognathus Lz. besorgt. 

Präparator J. Kolaf ist am 15. Jänner, Präparator F. Wald am 15. Februar 
zum Militärdienst eingerückt; somit verblieb im Laboratorium nur mehr Hilfs- 
präparator R. Irmler und aushilfsweise arbeitete daselbst vom 15. September bis 
16. November mit Zustimmung seiner vorgesetzten Behörde Präparator E. Zelebor 
vom Landesmuseum in Sarajevo. 

Im ganzen wurden von Vögeln 15 Stopfpräparate, 5 Bälge, i Spirituspräparat 
und 3 osteologische Präparate, von Säugetieren 17 Felle, 2 Alkoholpräparate und 
25 osteologische Präparate ausgeführt. Auch wurde für die Schloßverwaltung in 
Miramar eine biologische Tiergruppe neu hergerichtet. 



Notizen. 



b) Botanische Abteilung. 

Leiter: Kustos I. Klasse Dr. A. Zahlhruckner, zugeteilt Kustos II. Klasse 
Dr. K. V. Keißler und Kustos -Adjunkt Dr. K. Rech inge r. 

Kustos Dr. A. Zahlhruckner besorgte die Revision und das Einordnen der 
Zuwächse an Lichenen und Euphorbiaceen; ferner ordnete er einige kleinere 
Gattungen der Phanerogamen nach neueren Monographien und führte die wissen- 
schaftliche Bearbeitung der von den Herren J. Baumgar tner und Dr. A. Latzel 
in Dalmatien aufgesammelten, für das Herbar der Abteilung bestimmten Flechten 
weiter. Auch besorgte er die Redaktion der «Schedae» zu den «Cryptogamae 
exsiccatae», für welche er die Flechten bearbeitete. 

Kustos Dr. K, v. Keißler widmete die nach Fertigstellung der Bibliotheks- 
geschäfte freibleibende Zeit den Arbeiten im Herbar. Zu Beginn des Berichtsjahres 
beschäftigte sich derselbe längere Zeit mit der Aufpräparierung des Reichenbach- 
schen Orchideenherbars, welche im Mai des Vorjahres begonnen, aber infolge der 
Fülle des Materials nicht abgeschlossen werden konnte. Nach Abschluß dieser 
Arbeit ordnete derselbe die Nachträge bei der von ihm seinerzeit revidierten Fa- 
milie der Polemoniaceen ein, worauf er die Fungi für die Centurie XXIII der 
«Cryptogamae exsiccatae» zusammenstellte. Da sich im Kryptogamenherbar infolge 
Abwesenheit der mit der Einreihung des Kryptogameneinlaufes betrauten Hilfs- 
kraft, die zum Militärdienst einberufen wurde, bereits eine ziemliche Menge un- 
geordneter Nachträge seit Beginn des Krieges angesammelt hatte, begann der- 
selbe zunächst mit dem alphabetischen Ordnen der Einlaufe im Pilzherbar. Weiters 
bestimmte derselbe den Rest der von ihm in früherer Zeit in Steiermark gesam- 
melten, noch indeterminierten Pilze sowie die im Berichtsjahre aufgesammelten 
Pilze aus Niederösterreich. 

Kustos-Adjunkt Dr. K. Rechinger widmete die ersten Wochen des Jahres 
noch der Aufpräparierung und Durchsicht der Reichenbachschen Orchideen und 
revidierte eine große Zahl von bezüglich ihrer Einreihung zweifelhaften Orchideen 
dieser Kollektion. Dank dieser zeitraubenden Tätigkeit war es möglich, die ge- 
samte Orchideensammlung dem Hauptherbare einzuverleiben. Er besorgte ferner 
die Bearbeitung der Algen für die «Cryptogamae exsiccatae». Dann führte er die 
Etikettierung der von ihm in Neu-Guinea und auf den Salomonsinseln gesammelten 
Pflanzen durch und somit konnte auch diese wertvolle Kollektion in das Herbare 
eingereiht werden. Im letzten Viertel des Jahres begann er dann gemeinsam mit 
Dr. F. Ostermeyer die Umordnung der Farne nach Engler-Prantls Anordnung, 
verbunden mit der Insertion der Arten und Bestimmung des indeterminierten 
Materials. 

In seiner unermüdlichen Art leistete auch im Berichtsjahre Herr Dr. Fr. Oster- 
mever wertvolle Dienste. Er besorgte die Determination älterer Bestände, so die 
der von S. M. S. «Saida» mitgebrachten, von Dr. Brillant gesammelten exotischen 
Pflanzen, dann australischer und südafrikanischer Aufsammlungen. Im Phanero- 
gamenherbare ordnete er die großen Gattungen der Caryophyllaceen, und zwar 
die Gattungen: Dianthns, Silenc, Cerastium, Moehringia, Alsine und Arenaria. Mit 
Ende des Jahres begann er dann die Neuordnung des umfangreichen Farnmaterials. 

Das Numerieren und Einordnen des Herbarzuwachses führte Präparator 
F. Buch mann, das Aufspannen desselben Musealaufseher F. Exner restlos zu Ende. 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. ^^ 



Hingegen mußte das Einordnen der Zuwächse des «American Index» unterbleiben, 
da die damit betraute Hilfskraft W. Engl zum Militärdienst eingezogen wurde. 

Im Laufe des Berichtsjahres erschien die XXlll. Centurie der «Cryptogamae 
exsiccatae», die trotz der durch die Kriegslage bedingten Schwierigkeiten zur Aus- 
gabe gelangen konnte. An dem Aufsammeln des dazu notwendigen Materials be- 
teiligten sich: Frau L. Rechinger und die Herren Frere Apollinaire, Dr. 

E. Bachmann, J. A. Bäumler, C. F. Baker, W. C. Barbour, Dr. E. Bauer, 
J. Baumgar tner (der auch die Revision der ausgegebenen Moose besorgte), 
Dr. E, Bayer, H. Becker, Dr. F. Blechschmidt, F. und J. Bornmüller, 
M. Bouly de Lesdain, V. F. Brotherus, Dr. F. Bubäk, Dr. J. C. Constanti- 
neanu, Dr. A. v. Degen, P. Fürst, f A. Grunow, Dr. H. v. Handel-Mazzetti, 
t Dr. J. Hauck, Dr. A. Heimerl, K. L. Heyden, W. Herter, Dr. F. und L. 
V. Höhnel, Dr. L. Hollos, J. Holuby, f J- Jack, Th. Jensen, f Dr. A. v. Kerner, 
t A. Kmet, Dr. Fr. Krasser, J. Kristof, P. Lambert, f S. Läng, J. Leithe, 
K. Loitlesberger, B. Lynge, Dr. A. Mägocsy-Dietz, S. Magyar, G. v. Mertens, 

F. Matouschek, Dr. W. Migula, f F. v. Müller, Dr. F. W. Neger, C. Paris, 
M. Peterfy, J. Peträk, F. Pfeiffer v. Wellheim, M. B. Raimundo, Dr. 
H. Rehm,C. Reiche, T. Reinbold, J. Rock, H. Sandstede, Dr. V. Schiffner, 
Dr. J. Schiller, Dr. H. Schinz, J. Schuler, Dr. O. Stapf, W. Steinitz, Dr. 
S. Stockmayer, P. P. Strasser, P. Sydow^, f Dr. F. v. Thümen, J. UUepitsch, 
P. Vogel, t Dr. \\\ Voss, f P. B. \\'agner und Dr. R. v. Wettstein. 

Über Entlehnungen aus dem Herbare ist zu berichten: 

a) Im Berichtsjahre wurden zu wissenschaftlichen Untersuchungen entlehnt 
und wieder zurückgestellt: verschiedene Pilze von Hofrat Prof. F. v. Höhnel in 
Wien (i8), Gentianaceen (354 Spannbogen) und Geniostotua-Anen (ij Spann- 
bogen) von Prof. E. Gilg in Berlin-Dahlem, Cyclotella Tremiilae (i Spannbogen) 
von P. R. Handmann in Linz (Ob. -Ost.)., Antithamnion- Arten (363 Spannbogen) 
und Riedel -Arten (10 Spannbogen) von Prof. V. Schiffner in Wien, Solamim- 
Arten (43 Spannbogen) von Prof. J. Bitter in Bremen, verschiedene europäische 
Pflanzen (14 Spannbogen) und Phlomis -Arten (34 Spannbogen) von Prof. F. Vier- 
happer in Wien, Potentilla-, Leonurus- und Anchiisa-Arten (33 Spannbogen) von 
Prof. Gu^uleac in Wien, Cruciferen (544 Spannbogen) von der Direktion des 
königl. botanischen Museums in Dahlem-Berlin, Holzproben (32 Stücke) von Prof. 
K. Wilhelm in Wien, Habrosia spimiUfera (2 Spannbogen) vom königl. botani- 
schen Museum in München. 

b) Von Entlehnungen aus früheren Jahren wurden im Jahre 1915 zurück- 
gestellt: Anemone hortensis und Galt ha -Arten von R. Schrödinger in Wien 
(99 Spannbogen), Avenastrnm- Arten von Prof. F. Vierhapper (118 Spannbogen), 
Hrpoxis- (afrikanische) Arten von Geheimrat Engler in Berlin-Dahlem (228 Spann- 
bogen), Jungermannia- Arten von Prof. V. Schiffner in Wien (95 Spannbogen), 
Engelhartia- und Juliana- Arten von Hofrat Prof. R. v. Wettstein (41 Spann- 
bogen). 

cj Mit Ende des Jahres 19 15 blieben noch entlehnt: der Rest der Sapindaceen 
und Sapotaceen (Geheimrat Dr. L. Radlkofer in München), die Gattung Semper- 
vivum (Hofrat Dr. R. v. Wettstein in Wien), makedonische Pflanzen, gesammelt 
von Hoffmann (Prof. Dr. G. R. v. Beck in Prag), die Gattung Acorella (Prof. 
Dr. E. Palla in Graz, Amarantaceen (Prof. Dr. H. Schinz in Zürich), verschiedene 



14 Notizen. 

Pteridophyten (Kustos F. Kümmerle in Budapest), unbestimmte amerikanische 
Gesneriaceen (Prof. Dr. K. Fritsch in Graz), Malpighiaceae (Prof. A. Niedenzu 
in Braunsberg i. Pr.), Euphorbiaceae (Geheimrat Dr. F. Pax in Breslau), Eiyngiiim 
und Sanicida (H. Wolff in Berlin), Statice (Dr. J. Wangerin in Königsberg i. Pr.), 
Pittosporaceae, Cj^cadaceae, Marsdenia, Wahlenbergia -Arten aus Afrika, Begoniaceae 
(Geheimrat A. Engler in Berlin), Litnmi -Arien (Hofrat Dr. R. v. Wettstein in 
Wien), südamerikanische Urticaceen (Kustos H. Ross in München), Syringa, 
Fraxinus, Fontanesia, Helicteres, Pterospenniim, Ungeria, Urticaceae aus Deutsch- 
Neuguinea (Geheimrat Prof. Dr. F. Pax in Breslau), Allhim- Arien (Dr. J. Tuzson 
in Budapest), südamerikanische Bignoniaceae (Prof. F. Kränzlin in Berlin), Des- 
modhim -Arien (Direktion des Königl. Augusta Viktoria- Gymnasiums in Posen), 
Clypeola und Thysanocarpus (J. Briquet in Genf), Betula piibescens (F. Schroetter 
in Zürich), Dianella -Arien (H. Hallier in Leiden), Sargassum- Arien (De Toni 
in Modena), Cladonia- Arien (C. Scriba in Höchst a. M.), Thelidium (H. Zschacke 
in Bernburg), Dianthus poljnnorphiis und D. diutinus (Dr. F. Tuzson in Budapest), 
Arthrocnemum -Arien (Prof. Dr. G. R. v. Beck in Prag), Solanaceen (Prof. G. Bitter 
in Bremen), Oncidhim (Prof. F. Kränzlin in Berlin), Erigeron- Arien (Prof. F. Vier- 
happer in Wien), verschiedene Cruciferen (Geheimrat Dr. A. Engler in Berlin), 
Leptostroma -Arien (F. Bubak in Täbor). 

Die Anzahl aller noch entlehnten Herbarteile beträgt 17.315 Spannblätter und 
96 Ikones, zusammen 17.419. 

Von auswärtigen Fachkollegen benützten die Sammlungen der botanischen 
Abteilung zu wissenschaftlichen Studien: Prof. G. Ritter Beck von Mannagetta 
und Lerchen au (Prag), Prof. M. Gusuleac (Suczawa), Prof. Dr. Fr. Kränzlin 
(Berlin), Prof. Dr. O. Po r seh i'Czernowitz) und Prof. Dr. A. Richter (Pozsony). 

c) Mincralogisch-petrographische Abteilung. 

Direktor Dr. Friedrich Berwerth, Kustos L Klasse Dr. Rudolf Koechlin, 
Kustos II. Klasse Dr. Ferdinand Wächter. 

Im abgelaufenen Kriegsjahre ist der Verkehr selbst nach dem neutralen Aus- 
lande fast gänzlich zum Stillstande gekommen und auf das Inland und Deutsch- 
land eingeengt gewesen. Bei dem Rückgange des amtlichen Verkehrs nach außen 
und der Einschränkung des öffentlichen Besuches der Sammlungen war die er- 
wünschte Gelegenheit gegeben, größere notwendige Verschiebungen in den Laden- 
sammlungen oder museale Durchmusterung und Neuaufstellung einzelner Samm- 
lungen wie der Edelsteinsammlung vorzunehmen. 

Es wurde der gesamte nicht aufgestellte Meteoritenvorrat samt Dubletten 
aus den Arbeitsräumen in den Saal V übertragen und hier in Anschluß zur Me- 
teoritensammlung gebracht. Der feste Besitzstand an Meteoriten wurde von den 
Dubletten abgesondert und jeder Teil als Ganzes alphabetisch aneinandergereiht. 
Die Scheidung des unveränderlichen und des zeitlichen Besitzstandes an Dubletten 
erweist sich mit Rücksicht auf die Herstellung des neu auszugebenden Verzeich- 
nisses der Mereoriten auch für die Hauptsammlung als unumgänglich, da in den 
früheren Verzeichnissen die Dubletten im festen Besitzstande mitgezählt und mit- 
gewogen sind, wodurch das Verzeichnis in kurzer Zeit nach erfolgter x\bgabe von 
Dubletten unrichtig wird. Um mm für die Hauptsammlung die richtigen Angaben 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 15 



für die Stückzahl und das Gewicht zu erhalten, wurde die Neuaufnahme des un- 
veränderlichen Meteoritenbestandes begonnen, womit eine genaue Durchprüfung 
der Sammlung verbunden ist. Um die Herstellung zukünftiger Kataloge zu er- 
leichtern, wird von nun an der Dublettenbesitz nicht mehr im Hauptverzeichnis 
aufgenommen sein, aber wegen des Tauschverkehres als Anhang zur Hauptsamm- 
lung und ebenso auch in der Verbuchung der Sammlung als ein von der Haupt- 
sammlung losgelöster Nebenbestand geführt werden, wodurch für die Zukunft eine 
Vermischung der beiderlei Besitzstände vermieden wird. 

Der Zettelkatalog der Meteoritensammlung ist in diesem Jahre in zwei Exem- 
plaren fertiggestellt worden. Ein Exemplar wird mit Einzeichnung der Lokation 
des Stückes bei der Durchprüfung der Sammlung gleichzeitig als systematischer 
Katalog der Sammlung hergerichtet. 

Laut testamentarischen Vermächtnisses ist die Mineralsammlung des auf dem 
Felde der Ehre am 25. Mai 19 15 bei Rudno am San in Galizien gefallenen Re- 
serveleutnants und Privatdozenten an der Universität Dr. Rudolf Görgey v. Görgö 
und Toporcz von seinem Vater Stephan v. Görgey durch die Direktion für 
die Abteilung übernommen worden. Die in drei Kästen untergebrachte Sammlung 
besteht vorwiegend aus persönlich aufgesammelten Stufen von den Faröer- Inseln, 
der Insel Elba und Mineralen der österreichischen Salzlagerstätten. 

Für die Neuaufstellung der Edelsteinsammlung, worüber weiter unten aus- 
führlich berichtet wird, wurden 40 geschliffene Edelsteine vom Werkmeister am 
Kunsthistorischen Hofmuseum Karl Buch egger als Ringsteine gefaßt. 

Der von dem Türkisschleifer Mehdi Gassem aus Mesched in Persien 
Sr. Majestät gewidmete, als Talisman gefaßte große Türkis wurde in Saal III aus- 
gestellt. 

Dr. Koechlin war mit einer Durcharbeitung der Edelsteinsammlung be- 
schäftigt. 

Im Laufe der letzten dreißig Jahre war eine Reihe von neuen Edelsteinen 
oder von seltenen Farbenabarten alter erworben worden. Diese sollten nun der 
Aufstellung einverleibt werden. Vierzig davon wurden zu diesem Zwecke in Ringe 
gefaßt, die anderen sollen ungefaßt zur Aufstellung gelangen. Die Einreihung 
dieser Nachschübe hätte so weitgehende Veränderungen notwendig gemacht, daß 
es am besten schien, die Aufstellung von Grund aus neu zu machen, weil dabei 
gleichzeitig manche Mängel der alten Aufstellung in bezug auf Anordnung und 
Bezeichnung behoben und insbesonders durch Änderungen in der Verteilung der 
Steine die Begriffe reiner herausgearbeitet werden konnten. Es schien praktisch, 
auch die Ladensammlung der Edelsteine gleichzeitig durchzuarbeiten, da es sich 
zeigte, daß die alten Bestimmungen in vielen Fällen falsch waren. 

Die Sammlung enthält rund 8200 in Ringsteinform oder sonstwie in kleinem 
Format geschliffene Edel- und Halbedelsteine. Diese wurden neu durchbestimmt, 
wozu gegen 200 Bestimmungen von spezifischen Gewichten sowie zahlreiche op- 
tische Untersuchungen notwendig waren. Für die Ladensammlungen wurden un- 
gefähr 800 kurzgefaßte Etiketten geschrieben, während zu den Stücken, die für die 
Aufstellung bestimmt sind, rund 1000 Etiketten mit ausführlichen Beschreibungen 
verfaßt werden mußten. Da diesen Stücken im allgemeinen Nummern nicht auf- 
geklebt werden können, so wurden zur Vermeidung von Verwechslungen die Ge- 
wichte genau bestimmt. Zu diesem Zwecke wurden rund 600 Wägungen auf 
Zehntelmilligramm genau gemacht. 



l6 Notizen. 

Die Ringe der Edelsteinsammlung waren im Laufe der Jahre sehr verstaubt, 
die Fassungen zum Teile stark angelaufen. Sie wurden einer gründlichen Reinigung 
unterzogen. Die Vorbereitungen für die Neuaufstellung sind nahezu vollendet. 

Dr. ^^' achter protokollierte ein Mineral, Gesteinsstücke und Dünnschliffe, 
stellte Mineraliensammlungen für Schulen zusammen und besorgte einen Teil der 
Bibliotheksgeschäfte. 

Von Präparator Nimmerrichter wurden zahlreiche Aufpolierungen und 
Schnitte von Meteoreisen und Gesteinen, Formatisierungen von Mineralen und 
Meteorsteinpräparaten, Herstellung von Dünnschliffen u. a. ausgeführt. 

Am I. März 191 5 ist die Kanzlistin Frl. Lola Augustin aus dem Dienste 
getreten und am 15. März d. J. an deren Stelle Frl. Erna Kittl eingerückt. 

Aus den Dublettensammlungen wurden abgegeben: 18 St. Minerale an die 
geologisch-paläontologische Abteilung und 22 Minerale an die k. k. Militär-Ober- 
realschule in Marburg in Steiermark. — An die Kriegsmetallsammlung lieferte die 
Abteilung 450 g Messing, 5200 g Zinn, 33oo g Zink. 

Im Tausche wurden abgegeben; i Nummer Meteorstein von Möcs (165 g) an 
Hofrat A. Friedrich in ^Men. 

Für das Museum haben sich in dankenswerter Weise bemüht die Herren: 
Prof. Dr. K. Redlich in Prag (Apatit), Prof. Dr. Dencker (Nebelbildung bei Ge- 
schossen), Prof. A. Benedikt (Nickelstähle), Kustos Dr. Rechinger (Meteoriten- 
notiz), Richard Hancke in Troppau (Meteormeldung). 

Zu Studienzwecken erhielten Material zur Untersuchung ausgeliefert die Herren: 
Prof. C. Dölter (Monazit, Spinelle und Zirkone), Friedr. Opawa (5 Albitkristalle), 
Prof. Dr. M. Benedikt (Material zu physiologischen Versuchen"). Prof. E. Wein- 
schenk in München (Bilder von Meteoriten und Kugeldiorit). 

Fachmännische Auskünfte, Untersuchungen und Bestimmungen wurden ge- 
geben oder ausgeführt für die Herren: J. Böhm (Minerale), Bergrat R. Czegka 
in Graz (Sperrylit), F. Gruber (Granatfels), P. R. Handmann (Pseudometeoriten), 
W. Hirsch in München (Chabasit), H. Jäger (Minerale), Hofrat G. v. Niessl 
(Meteoriten), H. Reidl (Minerale), K. Tobner in Kaplitz (Gesteine), Geza To- 
borffy in Ofen-Pest (Gesteine), Dr. F. Trauth (Minerale). 

d) Geologisch-paläontologische Abteilung. 

Leiter Kustos II. Klasse Dr. Franz Xaver Schaffer, Assistent Dr. Friedrich 
Trauth, Aspirant Dr. Julius Edler v. Pia. 

Kustos Dr. F. X. Seh äff er beschäftigte sich weiter besonders mit den Tertiär- 
sammlungen und behielt die Bibliothek unter seiner Aufsicht. 

Dr. F. Trauth betreute die Sammlungen des Mesozoikums und Paläozoikums, 
letztere unter Beihilfe von Frl. Lotte Adametz. 

Dr. J. v. Pia, welcher seit August 19 14 im Felde steht, hatte nur im Mai 
und November 1915 einen kurzen Urlaub, den er dazu benützte, einige für seine 
begonnenen Untersuchungen über fossile Algen notwendigen wissenschaftlichen 
Vorarbeiten fertigzustellen. 

Im Jahre 1915 wurden 6 Posten mit 690 Nummern in 8040 Stücken etiket- 
tiert und inventarisiert. 

Kustos Dr. F. X. Seh äff er führte die Vorarbeiten für die Neuaufstellung der 
Schausäle weiter, die aber durch den Mangel an Hilfskräften sehr verzögert werden. 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 17 



Durch Ankauf und durch Aufsammlung gelangte eine Anzahl von Objekten in die 
Sammlung, die eigens für diesen Zweck ausgesucht worden sind und aus den 
großen Beständen der Abteilung wairden zahlreiche Objekte ausgewählt, die in der 
geologisch -terminologischen Neuaufstellung Verwendung finden sollen. Der ein- 
gehende Plan für die Umgestaltung des Schausaales VI wurde ausgearbeitet und 
die Vorarbeiten sollen so durchgeführt werden, dalj die Aufstellung im Saale in 
möglichst kurzer Zeit erfolgen kann. Da die phytopaläontologische Sammlung 
zerteilt und bei den einzelnen Formationen eingereiht werden soll, so muß auch 
in den anderen Sälen Vorsorge für deren Aufnahme geschaffen werden, zu 
welchem Zwecke im Saale VII zwei große für Pulte bestimmte Kästen aufgestellt 
worden sind. 

Unter Dr. Schaffers Leitung wurden weiters umfangreiche Tertiärsuiten 
durchbestimmt und neugeordnet. Diese Arbeiten wurden von Frau Paula Weid- 
holz durchgeführt, deren wertvoller Mitarbeit an dieser Stelle besonders gedacht 
werden muß. Nur durch diese ist es möglich gewesen, die Aufsammlungen von 
Konchylien des Miozäns von Baden -Vöslau und anderen benachbarten Lokalitäten 
bestimmt und geordnet der Dublettensammlung einverleiben zu können. Weiters 
hat Frau Weidholz die durch Kauf in die Abteilung gelangte Sammlung von Mio- 
zänkonchylien aus der Gegend von Maissau, ca. 50 Nummern umfassend, bestimmt 
und den Lokalitätsuiten einverleibt. 

Dr. F. Trauth ordnete die in den Seitenschubern der Mittelkästen in den 
Schausälen (VIII u. IX) untergebrachten größeren Objekte, welche zum Teile mit 
neuen Etiketten versehen wurden, sowie die in die Lokalsuitensammlung ein- 
gereihten Kollektionen aus der nordafrikanischen Oberkreide, deren Revision Dr. 
W. Rogala vorgenommen hatte. Er vereinigte auch sämtliche bisher an ver- 
schiedenen Stellen des Laboratoriums aufbewahrte Materialien aus den westlichen 
niederösterreichischen Voralpen und dem Gebiete der Hohen Wand und Neuen 
Welt bei Grünbach in zwei Kästen und einer Stellage des Laboratoriums und 
ordnete sie zwecks besserer Übersicht bei der geplanten Bearbeitung nach Fund- 
orten. Ferner bestimmte er eine oberjurassische Ammonitenfauna vom Hubberg 
bei Ybbsitz und mehrere von ihm am Rettenstein bei Filzmoos (Salzburg) auf- 
gefundene Liasfossilien. Endlich besorgte er die Zusammenstellung von Dubletten- 
suiten, welche im Tausche an Regierungsrat Dr. F. K atz er in Sarajevo (Zlambach- 
und Gosaufossilien des Salzkammergutes) und Prof. Gh. Schuchert in New-Haven 
(Zlambachkorallen) abgegeben wurden. 

Dr. J. V. Pia hat während seines Urlaubes, den er in Wien verbrachte, die 
Diploporensammlung fertiggestellt sowie den dazugehörigen Katalog vollendet. 

Frl. Lotte Adametz besorgte wie im Vorjahre den größten Teil der Kor- 
respondenz und brachte die gesamten Rechnungsangelegenheiten der Abteilung zur 
Durchführung. Ein großer Teil ihrer Zeit wurde von photographischen Arbeiten 
in Anspruch genommen. Weiters etikettierte und ordnete sie eine Kollektion Eo- 
zänfossilien aus dem Pariser Becken sowie eine solche aus den miozänen Faluns 
von Südfrankreich, in welch letzterer sie auch eine Reihe von Neubestimmungen 
vornahm. 

Im Tausche wurde eine Kollektion Korallen der Gosau- und Zlambachschichten 
an die bosnisch-herzego winische Geologische Landesanstalt (Regierungs- 
rat Dr. F. Katzer) in Sarajevo sowie eine Sammlung von Zlambachkorallen an 
das Peabody-Museum, Yale University (Prof. Charles Schuchert) in New 

Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, igiü. b 



l8 Notizen. 

Haven U. S. A. abgegeben. Auskünfte wurden erteilt an Frau Ministerialsekretär 
Dr. F. Heller in Wien. 

Aus der Sammlung hatten Objekte entlehnt: Dr. Th. Kormos von der k. ung. 
Geologischen Reichsanstalt in Budapest, Dr. Erich Spengler, A.ssistent der k. k. 
Universität Graz, Prof. Dr. Karl Diener, Wien und Dr. W. Goetel in Krakau. 

Arbeiten fremder Fachgenossen im Museum w^urden folgende durchgeführt: 
Dr. W. Rogala, Privatdozent der k. k. Universität Lemberg, bearbeitete Kreide- 
fossilien von Podolien, Algier und Tunis sowie von Südafrika und Neuseeland. 
Dr. Franz Krumpholz, Assistent an der bosnisch-herzegowinischen Geologischen 
Landesanstalt in Sarajevo, studierte miozäne Korallen von Eggenburg, Niederöster- 
reich, Prof. Dr. August Böhm Edler v. Böhmersheim von der k. k. Universität 
in Czernowitz verschiedene Literatur, Prof. Dr. J. Jarosch aus Zakopane revidierte 
eine Kollektion Karbonfossilien von Krakau, Dr. J. Nowak, Assistent an der 
k. k. Universitätsbibliothek Lemberg, verschiedene Literatur, Dr. A. Gutz willer 
aus Basel studierte Tertiär des Marmarabeckens, Dr. J. Porsche, Adjunkt der 
k. k. Technischen Hochschule in Wien, bearbeitete fossile Pflanzen der Vorarlberger 
Molasse, Geheimrat Prof. Dr. Karl v. Bardeleben aus Jena studierte unser Ma- 
terial an Unterkiefern fossiler Wirbeltiere, Direktor Hans Wieser aus Prag Foramini 
feren, Medizinalrat Dr. Chlapowski aus Posen fossile Insekten, besonders aus dem 
Bernstein, Herr stud. phil. Otto Kühn bearbeitete Gosaufossilien der Hohen Wand, 
Niederösterreich, Frl. stud. phil. Ottilie Saxl aus Wien studierte und bestimmte 
miozäne Konchylien und Krabben aus Untersteiermark und Fossilien der Grunder- 
schichten von Gaindorf, Prof. Dr. J. v. Lopuscansky von der k. k. Technischen 
Hochschule in Lemberg studierte Literatur, Prof. Dr. O. Abel, Wien, fossile Tinten- 
fische und Belemniten, Prof. Dr. C. Diener, Wien, Pinacoceren der Hallstätter 
Kalke, Hofrat Prof. Dr. J. Niedzwiedzki aus Lemberg Literatur, Bergrat J. Noth, 
Wien, Literatur, Dozent Dr. Erich Spengler von der k. k. Universität Graz 
Halorellenkalk vom Vorderen Gosausee, Dr. Stanislaus Weigner, Assistent des 
Paläontologischen Institutes der k. k. Universität Krakau, Literatur und Prof. Dr. 
Karl Redlich in Prag entlehnte mit Bewilligung des Oberstkämmereramtes die 
Photographie eines der großen Wandgemälde von Hofmanns «Charakterbildern» 
für Reproduktionszwecke in einer wissenschaftlichen Publikation. 

Die Sammlung besichtigten: Geheimrat- Prof. Dr. Karl v. Bardeleben aus 
Jena, Kriegsfreiwilliger Dr. Gramann aus Leipzig, Prof. Dr. L. v. Löczy, Direktor 
der k. ung. Geologischen Reichsanstalt in Budapest, Prof. Dr. Imre Lörenthey 
in Budapest und Prof. M. Heimerl mit den Schülern der VII. Klasse der k. k. 
Staatsrealschule in Wien, XIII. 

e) Anthropologisch-ethnographische Abteilung. 

Direktor Regierungsrat Franz Heger. 

a) Anthropologische und prähistorische Sammlung (Regierungsrat Kustos 
Josef Szombathy, Kustos -Adjunkt Dr. Josef Bayer, Volontär Dr. Adolf Mahr). 

Neben der Aufarbeitung und Einreihung kleinerer Einlaufe wurde in der 
anthropologischen Sammlung durch Regierungsrat Kustos Szombathy die Präpa- 
rierung und Einreihung der durch Prof. Dr. Junkers Ausgrabung gewonnenen großen 
Sammlung altägyptischer Schädel und Skelette fortgesetzt und beendigt. Ebenso 
wurde die wissenschaftliche Bearbeitung des Materials durch Hofrat Dr. Karl 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. IQ 



Toi dt fortgesetzt. Professor Dr. R. Pöch lieferte eine eingehende wissenschaft- 
liche Bearbeitung des Tasmanierschädels der Sammlung. 

In der prähistorischen Sammlung erfolgte durch Regierungsrat Kustos Szom- 
bathy und Volontär Dr. Adolf Mahr die Einreihung kleinerer Einlaufe und eine 
Umstellung der im Saale XI untergebrachten neolithischen Sammlungen zum 
Zwecke der Einschaltung größerer, im Laufe der letzten Jahre aufgesammelter 
Posten, ferner im Saale XIII die Einschaltung der Bronzefunde von Amphipolis 
und Seres in Mazedonien, wodurch ein Zusammenrücken der ausgestellten Funde 
von St. Michael in Krain bedingt wurde. Dem in der Bibliothek allmählich ein- 
getretenen Raummangel wurde durch die Aufstellung von Aufsatzkästen, welche 
bis zu einer Höhe von 4'3 m reichen, abgeholfen. Unter Benützung dieser Kästen 
wurde die Bibliothek gänzlich umgestellt. 

An Besuchern zum eingehenderen Studium der Sammlungen oder zur wissen- 
schaftlichen Benützung einzelner Teile derselben sind zu verzeichnen die Frauen 
und Herren: Emma Bormann, Kommerzialrat Friedrich Deri, Präsident 
Johann Fekete de Belafalva, Feldmarschalleutnant Nikolaus Fekete de 
Belafalva, Kustos Dr. Jenö Hillebrandt aus Budapest, Konstantin Baron 
Hormuzaki aus Czernowitz, Dr. Ing. H. Th. Horwitz aus Leipzig, J. F. Kastner, 
Emanuel v. Kostin aus Schipenitz in der Bukowina, Dr. Dagobert Löwenthal 
aus Iglau, Dozent Dr. Oswald Menghin, Eli Miller, Dr. Ada v. Netoliczka 
aus Graz, Prof. Dr. Eduard Nowotny, Notar Jaroslaw Palliardi aus Mährisch- 
Budwitz, Prof. Dr. Rudolf Pöch, Prof. Dr. Johann Rakowsky aus Lemberg, 
Prof. Dr. Emanuel §imek, Dr. Olga Spitzer aus Krakau, Regierungsrat Leopold 
R. V, Stockert, Josef Weninger und Dr. Max Zehenthofer. 

Nachbildungen, beziehungsweise Abbildungen von Sammlungsgegenständen 
erhielten: das königl. Museum für Völkerkunde in Berlin, das Römisch-germanische 
Zentralmuseum in Mainz, das königl. Staatsmuseum prähistorischer Altertümer in 
München, das kon. Antikvitets Museum in Stockholm, Prof. Dr. V. Hilber in Graz, 
Dr. Dagobert Löwenthal in Iglau, Dr. Max Rosenberg in Berlin und Prof. 
Dr. ^^'alter Schmid in Graz. 

Dem Museum Carnuntium in Deutsch -Altenburg leisteten wir durch die Kon- 
servierung von Eisenschwertern gute Dienste, während anderseits die Kunstsamm- 
lungen des Allerhöchsten Kaiserhauses uns bei der Restaurierung von Gold- und 
Silberfunden behilflich waren. 

Dankende Erwähnung verdienen Fundnachrichten, die uns aus dem nörd- 
lichen Kriegsgebiete durch die Herren Fähnrich F. Klein, Hauptmann Reiner 
und Museumsdirektor Dr. M. v. Roska zukamen. 

ß) Ethnographische Sammlung (Direktor Regierungsrat Franz Heger, Assi- 
stent Dr. Viktor Christian). 

Da Assistent Dr. V. Christian bereits am 15. Jänner 1915 zum Heeresdienste 
einberufen wurde, mußten sämtliche Arbeiten und Geschäfte der ethnographischen 
Sammlung ausschließlich von Direktor Regierungsrat Heger im Laufe dieses Jahres 
besorgt werden. 

Direktor Heger beschäftigte sich durch einen großen Teil des Jahres mit 
der Inventarisierung der sehr umfangreichen Sammlung Loreto aus Brasilien und 
einigen anderen Ländern Südamerikas und brachte das umfangreiche, vollkommen 

b* 



20 Notizen. 

wissenschaftlich durchgearbeitete Inventar dieser i33i Nummern umfassenden Samm- 
lung auch zur Vollendung. 

Dr. V. Christian inventarisierte die anderen in den letzten Jahren ein- 
gelaufenen Posten und ersetzte das unbrauchbare Inventar des Jahres 19 12 durch 
ein ganz neues. Von den hier zur Inventarisierung gelangten größeren Sammlungen 
sind namentlich die größeren Erwerbungen der letzten Jahre von den Cachaqui- 
Altertümern aus dem südwestlichen Argentinien zu erwähnen, woran sich der 
Direktor auch mit einem Posten beteiligte. Mit Schluß des Jahres igi3 wurde 
die Nummer 90.029 des beschreibenden Inventars erreicht. Die Inventarisierung 
der großen Sammlung Hirsch (Inventar 19 14) konnte mit Zuhilfenahme von 
dessen ausführlichem wissenschaftlichen Kataloge und dessen großem Werke: «Süd- 
seearbeiten» durch Abschrift des ersteren durch den Diurnisten A. Wolfrarn zur 
teilweisen Inventarisierung gelangen, welche ig 16 zu Ende geführt werden soll. 

Wegen der Neuaufstellung der ganzen ethnographischen Sammlung, womit 
zugleich ein vollständiges Durchgehen der heute gegen 92.000 Nummern um- 
fassenden Sammlungsgegenstände verbunden ist, bleiben die Schausäle dieser Samm- 
lung für den Besuch des Publikums geschlossen. 

An der Neuaufstellung wurde das ganze Jahr unentwegt weiter gearbeitet. 
Hier stellten sich allerdings einer vollkommen systematischen Durchführung aller 
Arbeiten mancherlei in den Zeitverhältnissen gelegene Hindernisse entgegen, welche 
die Verschiebung mancher wünschenswerten Ergänzungen an Schauschränken für 
einen späteren günstigeren Zeitpunkt notwendig machten. 

Von den neuen Aufstellungsarbeiten wurden im Laufe des Jahres 19 15 die 
folgenden durchgeführt. Aus dem Saale XV wurde noch die Ladakh umfassende 
Sammlungsgruppe nach dem Saale XIV im Anschlüsse an Tibet übertragen, wohin 
sie ihrem ganzen ethnographischen Charakter nach gehört. Auch wurde in diesem 
Saale noch eine Differenzierung der Sumatra betreffenden Sammlungen vorgenommen, 
so daß diese große Insel jetzt in die folgenden ethnographischen Gruppen ein- 
geteilt ist: Atjeh, Battak, Mittel-Sumatra und endlich Lampong mit Benkulen. 

Im Saale XIV wurden mit Ausnahme eines Teiles von Japan alle hier unter- 
gebrachten Sammlungen aus Vorder-, Nord- und Ostasien einer gänzlichen Revision 
und Neuaufstellung unterzogen und verschiedene verbessernde Dislokationen vor- 
genommen. So wurden in Japan die prächtigen Gewänder wieder zur Aufstellung 
gebracht, welche einige Zeit ganz eingezogen waren. China, Korea, Hainan, Tibet, 
Ladakh, ferner Bosnien und die Herzegowina, Kaukasien, Vorderasien, Russisch- 
und Chinesisch -Turkestan, die finnischen Stämme Rußlands und endlich Sibiriens 
wurden ganz neu aufgestellt, die Arbeit bei den letzteren aber noch nicht vollendet. 

Weiters gelangten die amerikanischen Altertümer in den Nebenräumen XVII A, 
XVIII B und XVIII A, XIX B und XIX A mit kleinen Ausnahmen zur gänzlichen 
Neuaufstellung. Da wegen Einschiebung eines hohen freistehenden Schrankes 
im Räume XIXB für die Diagitas- (Calchaqui-) Altertümer den an der langen 
Rückwand dieses Raumes in einem großen Wandschranke untergebrachten alt- 
peruanischen Tongefäßen zu viel Licht entzogen wurde, mußten zur Verbesserung 
der Lichtverhältnisse besondere Maßregeln ergriffen werden. Da die obere Decke 
des Diagitas-Schrankes aus Holz gefertigt, also undurchsichtig war, wurde diese 
durch Riffelglas ersetzt, desgleichen der größte Teil der früher ebenfalls aus Holz 
bestehenden Stellbretter in diesem Schranke aus dem gleichen Materiale. Gleich- 
zeitig wurde die frühere Aufstellung wesentlich gelockert. Durch diese Maßnahmen 



Jahresbericht. — Musealarbeiten. 21 



ist jetzt für die altperuanischen Tongefäße des dahinterliegenden Schrankes selbst 
an weniger hellen Tagen eine halbwegs genügende Lichtmenge vorhanden. 

Die ethnographischen Gegenstände aus Amerika wurden im Saale XVIII ganz 
neu in einer geänderten Reihenfolge aufgestellt. Während früher die Aufstellung 
mit Brasilien begann, beginnt dieselbe jetzt richtiger mit den Eskimostämmen 
Grönlands und Nordamerikas, geht sodann zu den Indianerstämmen der Nordwest- 
küste dieses Kontinentes über und bringt anschließend die Indianerstämme Canadas 
und der Vereinigten Staaten. Dann erst folgt Südamerika. Zum Schlüsse sind 
hier zwischen den Sammlungen des Chacogebietes und jenen der Feuerländer 
einige ethnographische Gegenstände aus Mexiko sowie aus Mittelamerika aufgestellt. 
Da dieser Saal früher schon gefüllt war, so machte die Einbeziehung der großen 
brasilianischen Sammlung Loreto einige Raumschwierigkeiten, welche nur durch 
ein etwas geändertes System der Aufstellung zum Teil bewältigt werden konnte. 
Während früher die meisten Sammlungen nur in einer Schichte aufgestellt waren, 
mußte jetzt zu mehreren Schichten gegriffen werden, welche hintereinander folgen, 
aber so angeordnet wurden, daß man jeden einzelnen Gegenstand gut sehen kann. 
Dadurch wurde es möglich, nicht nur die großen alten Sammlungen der öster- 
reichischen Naturforscher Schott, Pohl und Natterer sowie jene von R. Schom- 
burgk zum größten Teile unterzubringen, sondern auch den allergrößten Teil der 
kostbaren Sammlung Loreto der Aufstellung zuzuführen. Leider erwies sich in 
diesem Saale die Aufstellung von drei neuen eisernen Glasschränken vor die drei 
Fenster derzeit als untunlich und muß die Ausführung derselben einem späteren 
günstigeren Zeitpunkte vorbehalten bleiben. 

Die Vollendung dieser Neuaufstellung der ethnographischen Sammlung ist 
für den Anfang des Jahres ig 17 in Aussicht genommen. 

An auswärtigen Besuchern hatte die ethnographische Sammlung im Jahre 
1915 zu verzeichnen: 

Dr. Er 1 and Freiherrn v. Nordens kiöld aus Göteborg in Schweden, wel- 
cher die südamerikanischen Sammlungen einer eingehenden Besichtigung unterzog. 

Geheimrat Prof. Dr. Hans Meyer aus Leipzig, der die afrikanischen Samm- 
lungen besichtigte. 

Prof. Dr. Alfred Maass aus Berlin, der die Sammlungen aus dem Malaiischen 
Archipel besichtigte und namentlich eingehendere Studien an den Gegenständen 
von der Insel Bali machte. 

Dr. Walter Lehmann aus München, der die mittelamerikanischen Samm- 
lungen sowie jene aus Ostasien eingehend durchsah. 

Prof. A. L. Kröber aus San Francisco, welcher namentlich die amerikani- 
schen Sammlungen besichtigte und studierte. 



22 



Notizen. 



III. Vermehrung der Sammlungen. 

a) Zoologische Abteilung. 
Übersicht des Zuwachses im Jahre 1915. 



Arten 



Stücke 



Crustaceen ... 

Arachnoideen 

Coleopteren 

Odonaten, Plectopteren, Perlarien .... 
Neuropteren, Trichopteren, Panorpaten . 

Dipteren 

Lepidopteren 

Hymenopteren 

Mollusken, Molluskoideen, Tunikaten . . . 

Fische 

Amphibien und Reptilien 

Vögel 

Säugetiere 

Summe 



120 


400 


20 


100 


1000 


8000 


20 


84 


35 


112 


I2IO 


5210 


3l20 


4600 


95 


108 


9812 


16229 


56 


250 


125 


1676 


III 


233 


42 


82 



15776 



37084 



a) Coelenteraten, Echinodermen, Würmer. 

Über die Vermehrung dieser Sammlung liegt kein Bericht vor, da Graf Attems 
eingerückt ist. 

ß) Crustaceen, Pantopoden, Arachnoideen, Myriopoden und Onychophoren. 

Der Gesamtzuwachs an Crustaceen — Planktonproben ausgenommen — be- 
trug ca. 120 Arten in ca. 400 Stücken. AulJer dem durch die früher erwähnten 
(s. unter Musealarbeiten) Bestimmungen gewonnenen Zuwachs erfuhr die Crustaceen- 
sammlung durch die Retournierung eines weiteren Teiles des von Dr. H. Balss 
(München) bearbeiteten Dekapodenmateriales aus dem Roten Meere (S. M. S. «Pola») 
eine wertvolle Ergänzung. Von Geschenken sind zu erwähnen: mehrere Süßwasser- 
krabben von Prof. Werner (Wien), Dr. Pietschmann und Dr. Klaptocz, einige 
Carididen von Hofrat Steindachner, Planktonproben von Dr. Pietschmann und 
Dr. Penther, sowie einige Exemplare von Apus cancrifonnis (=Triops cancri- 
formis) aus Hagenbrunn von A. Hörn und einige Sandasseln von A. Graf 
Attems. 

An Arachnoideen betrug der Gesamtzuwachs ca. 20 Arten in etwa 100 Exem- 
plaren, der zumeist aus mehreren kleinen Geschenken verschiedenster Herkunft 
besteht. Im Tauschwege wurde von der Senckenbergischen Naturforschenden Ge- 
sellschaft in Frankfurt a. M. eine Art {^Liobiinum socialissimum C. K.) in vier Exem- 
plaren erworben. 



Jahresbericht. — Vermehrung der Sammlungen. 2i 



y) Coleopteren. 

Gesamtzuwachs etwa looo Arten in 8000 Exemplaren. 

Erst heuer kann berichtet werden über die umfangreiche Coleopterenausbeute 
des Herrn Kustos Dr. Penther aus den montenegrinisch-albanischen Grenzgebirgen, 
welche von der kais. Akademie der Wissenschaften dem Naturhistorischen Hof- 
museum gespendet wurde; das Material ist reich an interessanten Hochgebirgsarten 
(darunter auch mehrere Nova) und umfaßt im ganzen etwa 3oo Arten in mehr als 
5000 Exemplaren. Durch Ankauf und Tausch vermehrte sich die Coleopteren- 
sammlung um 1500 Exemplare. An dankenswerten Spenden sind besonders zu 
erwähnen verschiedene schöne biologische Präparate, welche die Herren M. Curti, 
H. Wichmann und A. Wingelmüller anläßlich der Neuaufstellung der coleoptero- 
logischen Schausammlung dem Museum zur Verfügung stellten. Kleinere Geschenke 
machten außerdem die Herren F. Heikertinger, Prof. A. Hetschko, R. Hicker, 
E. Moczarski, Prof. J. Müller, Dr. J. Netolitzky, Dr. F. Ohaus, H.Wagner 
(Berlin) und A. Winkler. 

d) Odonaten, Plectopteren, Perlarien. 

Gesamtzuwachs: 29 Arten in 84 Exemplaren. 

Als Geschenk liefen ein 2 Arten in 5 Exemplaren von A. Hetschko (Teschen) 
und 15 Arten in Sg Exemplaren von Dr. H. Zerny. Gekauft wurden 12 Arten in 
40 Exemplaren. 

b) Neuropteren, Trichopteren, Panorpaten. 

Gesamtzuwachs: 85 Arten in 112 Exemplaren. 

5 Arten in 14 Exemplaren wurden dem Museum von Prof. A. Hetschko 
(Teschen) und 3o Arten in 98 Exemplaren von Dr. H. Zerny als Geschenk über- 
geben. 

"C) Dipteren. 

Gesamtzuwachs: 12 10 Arten in 5210 Exemplaren. 

Als Geschenk liefen ein 80 Arten in 3oo Exemplaren, zumeist aus Südbra- 
silien, von Prof. A. Hetschko (Teschen) und 400 Arten in 2640 Exemplaren aus 
Mitteleuropa von Dr. H. Zerny. Gekauft wurden So Arten in 70 Exemplaren aus 
Kolumbien und eine Auswahl von 700 dem Museum größtenteils fehlenden Arten 
in 2200 Exemplaren aus der vom n.-ö. Landesmuseum angekauften Sammlung des 
verstorbenen Oberforstmeisters A. Siebeck in Oberhollabrunn. 

T]) Lepidopteren. 

Gesamtzuwachs: 3 120 Arten in 4600 Stücken. 

Unter den Geschenkgebern seien hervorgehoben: 

Herr Dr. K. Schawerda vollendete die im Vorjahre begonnene Schenkung 
exotischer Tag- und Nachtfalter, mit zusammen 847 Arten und 1059 Stücken, 
worunter sich 38 dem Museum fehlende Formen befanden. 

Frau Poldi Kraus, Witwe des Oberinspektors Josef Kraus, widmete die 
Sammlung ihres Mannes, bestehend aus 340 Arten europäischer Lepidopteren in 
700 Exemplaren. 



24 Notizen. 

Herr Dr. H. Zernv übergab in drei Posten i83 Arten in 676 Stücken als 
Geschenk dem Museum, darunter eine große Zahl dem Museum fehlender exotischer 
Heterocerenarten, namentlich aus der Familie der Syntomiden. 

Fürst A. Gar ad ja spendete 200 kleinere neotropische Heteroceren. 

Herr A. H. Faßl widmete eine Anzahl sehr wertvoller südamerikanischer 
Arten, darunter das seltene Weibchen von Prepona buckleyana. 

Kleinere Geschenke machten die Herren Gesandter Dr. Adalbert v. Fuchs, 
J. Hafner, Prof. L. Hetschko, H. Neustetter, Fritz Preißecker, Ferdinand 
Roniger, Robert Spitz u. a. 

Angekauft wurden 121 1 Arten in 2100 Stücken, darunter eine Ausbeute 
hochandiner Noctuiden bei A. H. Faßl, mehrere Partien Syntomiden, eine größere 
Partie zentralafrikanischer Heteroceren aus der Sammlung Wichgraf, eine größere 
Partie exotischer Hesperiiden und zahlreiche exotische, für die Schausammlung be- 
stimmte Arten. 

d-) Hymenopteren. 

Durch Kauf: Fase. XIII e XIV, 50 Arten der O. Jaapschen Zoocecidienaus- 
gabe. 58 Stücke typischer Apiden und eine Anzahl biologischer Gegenstände. 
Gesamtzuwachs: 95 Arten in 108 Exemplaren. 

i) Mollusken, MoUuskoideen, Tunikaten. 

Gesamtzuwachs: 9812 Arten in 16229 Exemplaren. 

Gespendet wurden von den Herren: Dr. H. Karny 10 Arten (18 Exem- 
plare); Supplent L. Kuscer 15 Arten (75 Exemplare); Emil Moczarski 7 Arten 
aus Griechenland (89 Exemplare); Julius Spitzer ein großes Exemplar von Sepia 
officinalis L. ; Otto Sturany Aufsammlungen aus Oberösterreich (28 Arten in 
400 Exemplaren). 

Kleinere Geschenke (zusammen 8 Arten in 19 Exemplaren) verdanken 
wir den Herren Karl Dietrich, Adolf Hackl und Kustos-Adjunkt Dr. V. Pietsch- 
mann. 

Aus Bestimmungssendungen der letzten Jahre wurden im ganzen 88 Arten 
in 322 Exemplaren zurückbehalten. Es befindet sich darunter Material aus Dalmatien, 
Griechenland, Britisch-Ostafrika und Zentralasien. 

Im Tauschwege wurden erworben: von Herrn Dr. K. Absolon (Brunn) seltene 
Höhlenschnecken (9 Arten in 16 Exemplaren), von Herrn P. Ehrmann (Leipzig) 
8 Arten in 32 Exemplaren und von Herrn Karl Natermann (Münden) 2 Arten 
in 12 Exemplaren. 

Angekauft wurde schließlich die große Conchyliensammlung des verstor- 
benen Hofrates Kamillo Gerstenbrandt (9636 Arten in 15295 Exemplaren). 

V.) Fische. 

Als Geschenke liefen ein von Hofrat Steindachner 56 Arten von Süßwasser- 
fischen in 250 Exemplaren aus dem Stromgebiete der Donau und aus Südamerika. 

l) Amphibien und Reptilien. 

Als Geschenke sind zu verzeichnen: a) von der kaiserlichen Menagerie in 
Schönbrunn 10 Arten in i3 Exemplaren, unter diesen eine große Pantherschild- 
kröte (Testudo pardalis BoU.) aus Abessinien, b) von Herrn Oberstleutnant G. Veith 



Jahresbericht. — Die Vermehrung der Sammlungen. 25 



2 Schlangenarten in 2 Exemplaren, c) von Hofrat Steindachner i Exemplar der 
Geierschildkröte {Macroclemys temminckii Holbr.) aus Nordamerika. 

Von der Ausbeute einer Reise Dr. V. Pietschmanns nach Mesopotamien und 
Kurdistan 2 ungewöhnlich große Trionyx eiiphratiais Daud. aus dem Euphrat bei 
Djerablis, 

(i) Vögel. 

Aus der kaiserl, Menagerie in Schönbrunn langten 23 Vogelkadaver 
(18 Arten) ein; davon fanden 18 Exemplare (14 Arten) Verwendung, und zwar 
wurden hergestellt: 8 Stopfpräparate, 5 Bälge, i Alkohol- und 3 osteologische 
Präparate. 

Eine größere Spende verdankt die Sammlung Herrn Georg Smallbones, 
bestehend in 184 Bälgen von 82 meist einheimischen Arten. 

An weiteren Geschenken sind zu nennen: von Baronin Pereira (Allenstein) 
I Samtente und von Herrn Dr. G. Schlesinger 6 Strandläufer (3 Arten), 2 Trauer- 
schwalben, 3 Flußseeschwalben und i Lachmöwe. 

Durch Ankauf wurden 19 turkestanische Vogelbälge (8 Arten) von Herrn 
V. Tschüs i zu Schmidhoffen erworben. 

Gesamtzuwachs: 233 Exemplare (iii Arten). 

v) Säugetiere. 

Aus der kaiserl. Menagerie in Schönbrunn wurden 34 Kadaver (25 Arten) 
eingesendet, von welchen 3o Stück (22 Arten) verwertet wurden; sie ergaben 
I Stopfpräparat, 17 Felle, 2 Spiritus- und 25 osteologische Präparate. Unter an- 
deren verendete dortselbst ein weiblicher indischer Elefant, von welchem das Skelett 
sowie verschiedene Hautpräparate aufbewahrt wurden. Die Eingeweide erhielt das 
II. anatomische Universitätsinstitut. 

An Spenden langten ein: von Herrn Dr. Hetschko (Teschen) 7 Fledermäuse 
(5 Arten) und 3 Gürteltierembryonen (Koll. L. Hetschko, Blumenau, Bras. 1884), 
von den Herren G. Smallbones i Waltischwirbel, Hofrat Steindachner i Hetero- 
cephalus glaber Rüpp., Dr. B. Wahl 7 Bisamratten aus Böhmen, A. Weidholz 
I Skelett von Midas chrysomelas Wied. und i Ohrenmaki; ferner von den Herren 
Prof. Grosser (Prag) i Maulwurfteil (Färbungsabnormität), Dozent Dr. Hämpel 
I Bisamratte aus Böhmen, Fachlehrer A. Hörn i Nest von Mus minutus (samt 
4 Jungen in Alkohol), Dr. F. König i Polarhundschädel, Direktor v. Lorenz 
I Igel, Dr. M. Sassi die beiden Oberarmknochen eines Höhlenbären, Dr. G. Schle- 
singer I Wasserratte und i Schädel eines Eichhörnchens. 

Angekauft wurden i Fell von Colobiis graiieri und 2 Felle von Colobus ellioti. 

Gesamtzuwachs: 82 Präparate (42 Arten). 

b) Botanische Abteilung. 

Der normale Zuwachs betrug 1 3,3 11 Spannbogen, von denen 8746 durch 
Geschenk, 966 durch Tausch einliefen und 3599 durch Kauf erworben wurden. 

a) Als Geschenk erhielt die Abteilung: von Kustos Dr. A. Zahlbruckner 
exotische und seltene einheimische Eichenen (366), ferner von demselben Caldesi, 
«Eichenes Italici» (86) und ferner Scriba, «Icones Cladoniarum exotici» (ex herb. 
Lugduno Batavorum) (24). Von Dr. F. Ostermeyer gepauste Abbildungen aus dem 



20 Notizen. 

Werk: Engler und Prantl, Natürliche Pflanzenfamilien (892 1), von Bürgerschul- 
lehrer Louis Keller f Pflanzen von den dalmatinischen Inseln (1226), von Dr. 
K. v. Keißler Pilze aus Niederösterreich und Salzburg (200), von demselben 
Originalexemplare neuer Pilze von E. v, Höhnel (20), von J. Bornmüller, 
«Plantae Thuringiacae» (72), vom Museum Goeldi in Parä in Brasilien (77), von 
Dr. K. Rechinger verschiedene kultivierte Pflanzen (166) von demselben, Pflanzen 
von den Salamons-lnseln und aus Deutsch-Neu-Guinea (2187), Pilze aus Korfu 
(29) und Lichenen von Korfu (226). Von Prof. J. Fegerl verschiedene europäische 
Cyperaceen (88); endlich wurde die Centurie XXlll der von der Abteilung 
herausgegebenen «Cryptogamae exsiccatae^^ (116 Nummern) dem Herbare ein- 
verleibt. 

Einzelne Nummern widmeten: die Direktion der k. k. Hof gärten in Schön- 
brunn, der Intendant Hofrat Dr. F. Steindachner, Kustos Dr. A. Zahlbruckner, 
Oberinspektor Dr. F. Pfeiffer R. v. Wellheim, Prof. A. Heimerl, Schulrat Dr. 
J. Steiner, F. Erichsen (Hamburg), J. Rock (Hawaii), Direktor Joh. Panek 
(Brunn), J. Hol lös (Szegszärd), V. Brehm, Dr. K. v. Keißler und Dr. K. Re- 
chinger, 

b) Im Tauschwege wurden erworben: von der botanischen Abteilung des 
Ungarischen Nationalmuseums in Budapest: «Flora Hungarica exsiccata», Cent. II 
bis III (217 Nummern), vom königl. botanischen Museum in Breslau Pflanzen aus 
Ostindien, gesammelt von Meebold (872); vom botanischen Museum in Christiania, 
Sommerfeldt S. C, Cent. I der «Plantae cryptog. Norwegicae» (99), vom botani- 
schen Museum in Üpsala Moose, Flechten und Pilze aus Schweden (278). 

c) Durch Kauf wurden erworben: 

Dahlstedt, «Taraxaca Scandinavica exsiccata», Fase. IV (55 Nummern); 
Stolz, Pflanzen vom Nyassa-Land (1025); Vanobergh M., Flora of the Philippines 
(80); von P. Sydow «Mykotheca Germanica», Fase. 25 — 26 (99) und von dem- 
selben «Ustilagineae», Fase. i3 (25), ferner «Uredineae», Fasz. 52—53 (100), end- 
lich «Fungi exotici exsiccat.», Fase. VII— IX (150); Jaap O., «Fungi selecti ex- 
siccati», Fase. 29—80 (56) und «Mycomycetes exsiccati», 9. Ausgabe (21); I. Kabät 
und F. Bubäk, «Fungi imperfecti exsiccati», Fasz. 17 (50); F. Peträk, «Fungi 
Eichleriani» (298); Teplonkoff, Pflanzen aus dem Uralgebiet (80); Travers, 
Pflanzen aus Neu-Seeland (298); Malme, «Eichenes Suecici exsiccati», Fase. 19—20 
(51); Körber, «Eichenes selecti Germanici» (3o8); Eimer, Plantae Philippinenses. 

Für die «Cryptogamae exsiccatae» wurden in je 60 instruktiven Stücken ein- 
gesammelt: 

von Dr. A. Zahlbruckner 8 Arten (Flechten) 

» Dr. K. V. Keißler 14 =^ (Pilze) 

» Dr. K Rechinger 7 '' (Pilze) 

2 » (Moose) 
2 » (Algen). 

Die Resultate der anderwärtigen Sammeltätigkeit ergeben sich aus den sub a) 
aufgezählten Zuwächsen. 

Die Aufpräparierung der Reichenbach sehen Orchideensammlung wurde zu 
Beginn des Jahres beendigt. Es wurde dann die sofortige Einordnung in das 
Hauptherbar veranlaßt und somit ist diese Sammlung der wissenschaftlichen For- 
schung zugänglich gemacht. 



Jahresbericht. — \'ermehiung der Sammlungen. 27 

c) Mineralogisch-petrographische Abteilung. 

a) Meteoriten. 

An dieser Stelle, wo seit igoo fast alljährlich Spenden an Meteoriten von 
Kommerzialrat J. ^^"einberge^ verzeichnet standen, wollen wir nach seinem am 
15. August 19 15 im 78. Lebensjahre erfolgten Tode nochmals dankerfüllt seiner 
langjährigen Förderung der Meteoritensammlung gedenken. Es war dem groß- 
herzigen Manne nach gewonnener Einsicht in die Erwerbsverhältnisse der Meteoriten 
zu einer vaterländischen Pflicht geworden, zu helfen und zu sorgen, damit unsere 
Meteoritensammlung nicht von ihrer Höhe abgleite und ihre Bedeutung verkümmere. 
So ist eine Bitte an ihn um Erwerbung meist neuer Fallorte und, wenn nur mög- 
lich, der besten Exemplare großer Eisenplatten niemals vergeblich gewesen. Seine 
Spenden besaßen den großen Vorzug, daß sie dann erfolgten, wenn gerade wün- 
schenswertes Material vorlag. Die reichen Widmungen Weinbergers werden in 
der Meteoritenwissenschaft fortwirken und in der Geschichte der Wiener Meteoriten- 
sammlung wird sein Name rühmlich fortleben und niemals untergehen. 

An Meteoriten wurden erworben im Kaufe: ein rundlicher Abschnitt des 
plessitischen Meteoreisens von Weaver Mountain, bei ^^"ickenburg, Maricopa Co., 
Arizona, Ver. Staaten, im Gewichte von 63 Gramm. Gefunden i8g8. 

Als Geschenke erhielt die Sammlung von Prof. Franz E. Suess fünf Proben 
der von ihm als »Queensto wnite» bezeichneten Tektitgruppe und von Hofrat 
A. Friedrich eine künstliche Glaskugel mit Blasansatz. 

Die Meteoritensammlung erfuhr somit im Kriegsjahre 1915 eine A'ermehrung 
um ein Stück Meteoreisen neuen Falles im Gewichte von 63 Gramm. 

ß) Mineralien und Gesteine. 

Als Geschenk erhielt die Abteilung 51 Mineralien, 6 Gesteine und eine Lokal- 
sammlung vom steirischen Erzberg (14 Nummern). 

Der Türkisschleifer Mehdi Gassem aus Mesched in Persien spendete einen 
unserem Kaiser zum Geburtstage gewidmeten, in der Art eines riesigen Talismans 
bearbeiteten Türkis von seltener Größe und Schönheit. Der prachtvoll himmel- 
blaue Stein präsentiert sich in einer breiten, von einer Krone überragten, reich 
verzierten Goldeinfassung, die in Medaillons, die mit kleineren Türkisen besetzt 
sind, die Initialen des Namens unseres Kaisers, das persische Wappen, die denk- 
würdigen Jahreszahlen 19 14 und 1915 und dazwischen in erhabenen Schriftzügen 
ein von dem Künstler verfaßtes persisches Gedichtchen zeigt, das in schlichten, 
aber herzlichen Worten die Liebe der Mohammedaner zu unserem Kaiser beredt 
zum Ausdruck bringt. 

Herr Prof. Dr. K. A. Redlich in Prag schenkte eine Anzahl von instruktiven 
Stufen vom steirischen Erzberg, die das Vorkommen und die Entstehung der Erz- 
schätze dieser Lokalität erläutern, und einen Apatitkristall aus dem Sunk in Steier- 
mark, von welchem Vorkommen nur fünf Kristalle bekannt sind. 

Herr Prof. Dr. J. E. Hibsch in Wien schenkte 4 Mineralstufen aus dem Nach- 
lasse des Herrn Dr. Rudolf von Görgey, Herr \\'. Hirsch in München i Mineral- 
stufe, Herr Hofrat Dr. H. Höfer v. Heimhalt in Wien i Mineral, Herr A. Jank 
in Wien 2 Mineralstufen, Herr Regierungsrat Leopold Jesser in Wien i Mineral, 
Herr Dr. R. Koechlin 8 jVIineralstufen, Herr H. Kretschmer, Hütteninspektor in 



28 Notizen. 

Witkowitz, 7 Mineralstufen, Herr Fr. Kunrad, Lehrer in Itzling, 22 Mineral- und 
5 Gesteinsstufen, das mineralogisch-petro graphische Institut der Uni- 
versität in Wien i Gesteinsstück und die Graphische Lehr- und Versuchs- 
anstalt in Wien i Mineral. 

Im Tausch wurde Walchowit vom Herrn Hof rat Prof. A. Friedrich in Wien 

erworben. 

Gekauft wurden 112 Mineralien und 5 Gesteine. 

Unter den gekauften Stücken seien die folgenden besonders erwähnt: Zeolithe 
aus dem Böhmischen Mittelgebirge in bemerkenswerter Reichhaltigkeit, eine Stufe 
mit Euklas von dem Epprechtstein in Bayern und zwei Phenakitsäulchen von der 
Reckinger Alpe im Rhonetal. 

d) Geologisch-paläontologische Abteilung. 
Das Einlaufsjournal weist 27 Nummern neuer Erwerbungen auf. 

a) Geschenke. 

Ein Block aus dem Haselgebirge von Hall in Tirol von der k. k. Salinen- 
direktion in Hall durch Vermittlung von Kustos Dr. F. X. Schaffer, Ammoniten 
und diverse andere Fossilien von Wysoka bei Lazy, Galizien, von Herrn Dr. 
Ph. Mathe, Wien, derzeit als Landsturmarzt im Felde. 

Kleinere Geschenke erhielt die Abteilung von den Herren: Prof. Dr. Josef 
E. Hibsch in Wien, Franz Chlupac in Wien, Julius Schwab jun. in Wien, Gym- 
nasialdirektor Dr. Karl Knaflitsch in Troppau, derzeit als Oberleutnant im Felde 
Oberst Alfred v. Mierka, k. u. k. Kreiskommandant in Miechow, Oberlehrer, 
Nemec in Gneixendorf, vom k. u. k. 15. Infanterie-Regimentskommando, 
Feldpostamt 80 und von der Mineralogisch-petrographischen Abteilung 
des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums. 

b) Ankäufe. 

Paläozoische Fossilien aus Böhmen, Fossilien aus dem Eifler Devon, Trias- 
und Jurafossilien der Umgebung von Waidhofen a. Y., mesozoische Fossilien aus 
der Umgebung von Lunz, Niederösterreich, Tithon von Dörfles bei Ernstbrunn, 
Schlangensterne aus dem Malm von Solnhofen, Congerienschichten der Umgebung 
von Wien, Miozänfossilien aus der Umgebung von Eggenburg, hauptsächlich 
Maissau, Amethysthohldruse aus Brasilien. 

d) Aufsammlungen. 

Aufgesammelt wurden Gault- und Cenomanfossilien von Losenstein in Ober- 
österreich durch Dr. F. Trauth, Aufsammlungen im Unterkarbon der Gegend von 
Nötsch am Dobratsch, von Diploporen aus der Trias und dem Carbon in verschie- 
denen Teilen des Gailzuges und der Karnischen Alpen von Dr. J. v. Pia, derzeit 
als Oberleutnant im Felde. 



Jahresbericht. — Vermehrung der Sammlungen. 2g 

c) Anthropologisch-ethnographische Abteilung, 
a) Anthropologische Sammlung. 

I. Geschenke. 
Frau Marie Kestranek: Eine Kindermumie aus einem altägyptischen Grabe. 
Herr Dr. Richard Kulka: 2 Schädel von Neu-Caledonien. 

b) Prähistorische Sammlung. 

I. Geschenke. 

Von der k. u. k. Befestigungsbaudirektion in Krems: Kleine Tongefäß- 
und Eisenfunde aus frühmittelalterlichen Skelettgräbern bei Gneixendorf in N.-O. 

Von Herrn Hauptmann Reiner: Tongefäße aus Brandgräbern der «schlesi- 
schen Stufe» bei Petrikau in Russisch-Polen. 

Von Dr. Friedrich Trauth: Ein Steinbeil von Grein a. D. in O.-Ö. 

Von Direktor Viktor Ziegler: Ein Skelett und kleine Bronzebeigaben von 
einem Bronzezeitgrabe bei Unter-Wölbling in N.-O. 

Aus der Verlassenschaft Ludwig Hans Fischers: 26 prähistorische Fund- 
stücke verschiedener Herkunft. 

II. Im Tausch. 

Ein Bronzefußring aus einem Skelettgrabe von Linz a. D. 

III. Ankäufe. 

Ein Steinhammer von Tepanje, G.-B. Gonobitz, Steiermark. 

Ein Steinhammer von Podkamien, G.-B. Rohatyn, Galizien. 

Ein Bronzelappenbeil von Aussee, Steiermark. 

Ein Bronzehohlbeil von Korneuburg, Niederösterreich. 

Ein Bronzekurzschwert aus Oberungarn. 

Eine breite Armhülse und andere Fundstücke (zusammen 453 Gramm) aus 
dem Goldfunde von Michalkow, Ostgalizien. 

Sechs wertvolle prähistorische Fundstücke verschiedenen Fundortes aus einer 
Privatsammlung. 

cj " Ethnographische Sammlung. 

I. Durch ein Legat. 

Der verstorbene akademische Maler Ludwig Hans Fischer hat der Abteilung 
eine Sammlung von ethnographischen Gegenständen vermacht, welche zum größten 
Teil von seinen Reisen in Ägypten, Vorderasien und Britisch-Indien herrühren. 

II. Ankäufe. 

1. Eine ethnographische Sammlung aus Kamerun, zumeist aus der Umgebung 
von Sangmelima, nebst einigen anderen Stücken aus verschiedenen Teilen Afrikas. 
Angekauft von Hermann Rolle in Berlin um 800 Mark =1028 Kronen 

2. Sieben größere ethnographische Gegenstände aus Slam. Angekauft von 
Hermann Rolle in Berlin um 650 Mark = 864*50 Kronen. 

3. Fünf Altertümer aus Gold aus Panama im Gewächte von 170 Gramm. 
Angekauft von L. Kofier um 1000 Kronen. 



3o Notizen. 

IV. Die Bibliotheken. 

a) Zoologische Abteilung. 

Die Agenden der allgemeinen Bibliothek der zoologischen Abteilung wurden 
wie im Vorjahre von Frl. Lilli Zeigswetter unter der Oberleitung des Herrn 
Prof. Dr. Hans Rebel besorgt. 

Der Zuwachs der Bibliothek beträgt an Einzelwerken und Separatabdrücken 
680 Nummern in 714 Teilen, wovon durch Ankauf 23 Nummern in 28 Teilen, 
als Geschenk 621 Nummern in 635 Teilen und im Tausche 36 Nummern in 

51 Teilen erworben wurden. 

An Zeit- und Gesellschaftsschriften liefen 171 Nummern in 222 Teilen, davon 

52 Nummern in 92 Teilen (i Nummer neu) durch Ankauf und 119 Nummern in 
I So Teilen im Tausche gegen die «Annalen» ein. 

Der Gesamtstand der Bibliothek, einschließlich der bei den Fachsammlungen 
getrennt aufgestellten Spezialbibliotheken, beträgt: 

Einzelwerke und Separatabdrücke 33 128 Nummern in 37638 Teilen 

Zeitschriften 854 » » i3884 » 

Zusammen . . . 33982 Nummern in 51522 Teilen 

Entlehnt wurden von 28 auswärtigen Interessenten 54 Werke in 80 Bänden. 

Geschenke widmeten unter anderen: Hofrat Stein da chner (118 Separata 
und 9 Jahrgänge einer Zeitschrift), Regierungsrat Kohl (42), Kustos Siebenrock 
(85), Kustos Handlirsch (162), Kustos Sturany (12), Kustos Rebel (53), Kustos 
Toldt (8), Kustos-Adjunkt Holdhaus (87), Kustos-Adjunkt Pesta (12), Assistent 
Zerny (12), C. E. Hellmayr, München (25). 

An Photographien sind vorhanden 656 Stück, von welchen sich in der Haupt- 
bibliothek 173, in der Säugetier- und Vogelsammlung 483 Stück befinden. 

b) Botanische Abteilung. 

Die Bibliotheksarbeiten wurden von Kustos Dr. K. v. Keißler besorgt. 

Da in der Bibliothek sich ein Platzmangel bereits unangenehm fühlbar machte, 
der unter anderem dazu führte, daß in den unteren Fächern mehrfach die Bücher 
in zwei Reihen aufgestellt werden mußten, ergab sich die Notwendigkeit, im Schau- 
saale einen der Schaukästen auszuräumen und daselbst Bücher unterzubringen, um 
in den eigentlichen Bibliotheksräumen wenigstens etwas Platz für wichtigere Neu- 
erwerbungen zu bekommen. 

Der Zuwachs der Bibliothek war folgender: 

a) Einzel werke und Sonderabdrücke: 

als Geschenk 117 Nummern in 124 Teilen 

durch Kauf 9 » »26 ■^> 

» Tausch 10 » »61 

Zusammen . . . i36 Nummern in 211 Teilen 

b) Zeit- und Gesellschaftsschriften : 

durch Kauf 32 Nummern in 37 Teilen 

» Tausch 24 > : 3o » 

56 Nummern in 67 Teilen 



Jahresbericht. — Bibliotheken. 3 1 



Von den Periodica ist i Nummer neu. Gesamtzuwachs 192 Nummern in 
278 Teilen. 

Gesamtstand der Bibliothek Ende 19 15: 

Periodica 372 Nummern in 5333 Teilen 

Einzelwerke 13753 » i77i9 

Zusammen . . 14125 Nummern in 23052 Teilen 

Geschenke widmeten der Bibliothek der botanischen Abteilung: die kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften in Wien, der Botanische Garten in Siena und Zürich, 
das Botanische Museum in Berlin und die zoologische Abteilung des Hofmuseums, 
ferner die Herren: Prof. Dr. G. Beck v. Manna getta- Lerchen au (Prag), Schul- 
leiter H. Fleischmann (Wien), R. E. Fries (Stockholm), A. Fröhlich (Graz), 
W. Giesebrecht (Stettin), Adjunkt Dr. A. Ginzberger (Wien), f A. Grunow 
(aus dem Nachlaß), Prof. Dr. A. Heimerl (Wien), F. Höhn (Prag), Kustos Dr. 
K. V. Keißler (Wien), Prof. Fr. Kränzlin (Berlin), B. Longo (Siena), H. Mor- 
genthaler (Zürich), f M. F. Müllner (aus dem Nachlaß), Prof. Dr. S. v. Mur- 
beck (Lund), Dr. F. Ostermeyer (Wien), L. Papp (Budapest), Prof. A. Pascher 
(Prag), Finanzrat K. Preißecker (Wien), Kustos -Adjunkt Dr. K. Rechinger 
(Wien), t H. G. Reichenbach (aus dem Nachlaß), Medizinalrat Dr. H. Rehm 
(München), Prof. Dr. A. Richter (Pozsony), P. J. Rompel (Feldkirch), R. Schrö- 
dinger (Wienj, Hofrat Dr. F. Steindachner (Wien), Schulrat Dr. J. Steiner 
(Wien), Prof. J. Tuzson (Budapest) und Abteilungsleiter Dr. A. Zahlbruckner 
(Wien). 

Die Photographiensammlung erfuhr eine Vermehrung um i Nummer (aus 
dem Nachlaß von A. Grunow). 

Das Entlehnungsprotokoll weist Entlehnungen von i37 Bänden durch 36 Per- 
sonen auf. 

c) Mineralogisch-petrographische Abteilung. 

Die Bibliotheksgeschäfte wurden von Dr. F. Wächter und den Kanzlistinnen 
Fräuleins Leopoldine Augustin und Erna Kittl besorgt. 

Der Zuwachs der Bibliothek war der folgende: 

a) Einzelwerke und Sonderabdrücke: 

Kauf 14 Nummern in 17 Teilen 

Tausch I Nummer » i Teil 

Geschenk 19 Nummern in 19 Teilen 

Zusammen ... 34 Nummern in 37 Teilen 

b) Zeit- und Gesellschaftsschriften: 

Kauf 26 Nummern in 38 Teilen 

Tausch 12 » » i3 » 

Geschenk • • • 12 «12 

Zusammen ... 50 Nummern in 63 Teilen 

Als Geschenk liefen ein: 

Einzelwerke und Sonderabdrücke von der Intendanz des k. k. Natur- 
historischen Hofmuseums (i), der Naturforschenden Gesellschaft in 



32 Notizen. 

Zürich (i) und den Herren Regierungsrat Prof. Dr. Fr. Berwerth (2), R. Glaess- 
ner (i), Dr. Fr. Horner (i), Dr. Fr. X. Schaffer (i), Schulrat Prof. A. Sigmund 
(2), Hofrat Dr. Fr. Stein dachner (9) und Prof Dr. E. A. Wülfing und Dr. Fr. 
Hörner (i). 

Zeit- und Gesellschaftsschriften von dem Ackerbauministerium von 
Peru (i), der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien (2), der 
k. k. Geologischen Reichsanstalt (2), der Intendanz des k. k. Naturhisto- 
rischen Hofmuseums (i), der Wiener Mineralogischen Gesellschaft (i), 
der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich (i), der Sektion für Natur- 
kunde des Österreichischen Touristenklubs (i), den Buchhandlungen von 
R. Friedländer & Sohn (i) und Gerold & Co. (i) und dem Herrn Regierungs- 
rat Prof. Dr. Fr. Berwerth (i). 

Die BibUothek wurde in der Abteilung vielfach von Fachgenossen benutzt. 
Das Ausleihprotokoll weist 6g Entlehnungen in 104 Bänden und 8 Heften aus. 

Stand der Bibliothek Ende 1915: 

Einzelwerke und Sonderabdrücke 15720 Nummern in 16764 Teilen 

Zeit- und Gesellschaftsschriften 246 >• > 7729 » 

Zusammen . . . 15966 Nummern in 24493 Teilen 

d) Geologisch-paläontologische Abteilung. 

Die Bibliotheksgeschäfte wurden unter der Leitung des Herrn Kustos Prof. Dr. 
F. X. Schaffer von Frl. M. Bauer besorgt. Neben den laufenden Geschäften 
begann Frl. Bauer eine Revision der Bibliothek und führte das Inventar der Einzel- 
werke bis zum Anschlüsse an das bestehende AkquisitionsprotokoU fort. 

Der Zuwachs der Bibliothek betrug im Jahre 19 15: 

a) Einzelwerke und Sonderabdrücke: durch Kauf 17 Nummern in 
21 Teilen, durch Tausch 3 Nummern in 3 Teilen, als Geschenk 150 
Nummern in 174 Teilen. 

b) Zeit- und Gesellschaftsschriften: durch Kauf 27 Nummern in 62 Bän- 
den, durch Tausch 64 Nummern in 182 Bänden, als Geschenk 8 Num- 
mern in 46 Bänden. 

c) Karten: durch Kauf i Nummer in 9 Blättern, durch Tauch 4 Nummern 
in 12 Blättern. 

Geschenke für die Bibliothek sind eingelaufen von: 

Hofrat Dr. Franz Steindachner, k. u. k. Intendant des k. k. Naturhistori- 
schen Hofmuseums (18), Hofrat Prof. Dr. F. Toula, Wien (2), Kustos Dr. Fr. 
Siebenrock (2), Kustos Dr. F. X. Schaffer (114), Dr. Fr. Trauth (2), Prof. Dr. 
O. Abel, Wien (i), Dr. Günther Schlesinger, Wien (i), Prof. Dr. F. Sacco, 
Turin (i), Dr. R. Kraus, Agram (i), Dr. C. Wim an, Upsala (i), Prof. Dr. 
J. Hibsch, Prag (i), Dr. J. Bayer, Wien (i). Ethnographische Abteilung des 
k. k. Naturhistorischen Hofmuseums (2), Peabody Museum, New Haven (8). 

Die Bibliothek wurde von 51 Personen benützt. Die Zahl der Entlehnungen 
nach außen beträgt 216, die der entlehnten Bücher und Karten 326. 

Die Photographien- und Bildersammlung, welche unter der Obhut von Frl. 
Lotte Adametz steht, hat im Berichtsjahre keine Vermehrung aufzuweisen und 
war der Stand unserer Sammlung am 3i. Dezember 19 15: 3867 Nummern. 



Jahresbericht. — Bibliotheken. 33 



e) Anthropologisch-ethnographische Abteilung. 
I. Anthropologisch-prähistorische Sammlung, 

Die Bibliothek der anthropologisch-prähistorischen Sammlung erhielt im Jahre 
191 5 durch Ankauf 25 Nummern in 25 Teilen, als Geschenk 5 Nummern in 
5 Teilen und im Tauschwege 6g Nummern in 73 Teilen, im ganzen 99 periodische 
Schriften. An dem Tauschverkehre partizipierten die Anthropologische Gesellschaft 
in Wien durch 42 Vereine und Redaktionen mit 4g Publikationen und die Inten- 
danz des Museums (Annalen) durch 20 Vereine und Redaktionen mit 20 Publi- 
kationen. 

An Einzelnwerken erhielt die Bibliothek 46 Nummern in 52 Teilen, davon 
als Geschenk 9 Nummern in 9 Teilen, von der Anthropologischen Gesellschaft 
16 Nummern in 16 Teilen, durch die Intendanz i Nummer in i Teil und durch 
Ankauf 20 Nummern in 26 Teilen. 

Der Gesamtstand der Bibliothek Ende 1915 betrug: Einzelnwerke 4410 Num- 
mern in 6898 Teilen, periodische Schriften 23o Nummern in 4901 Teilen. 

Die Bibliothek der Abteilung wurde von 25 Personen benützt. Die Zahl der 
nach außen entlehnten Bücher beträgt 7g. 

Geschenke für die Bibliothek liefen ein von: Anthropologische Gesell- 
schaft in Wien (16), H. Ableidinger (i\ Regierungsrat Prof. Dr. Friedrich 
Berwerth (i), Prof. Dr. Moritz Hoernes (i), Dr. Georg Kyrie (i), Dr. 
C. Mehlis (i), Regierungsrat Josef Szombathy f3). 

Die Zahl der Photographien blieb unverändert und beträgt 1161 Nummern. 

Die Sammlung besitzt 776 Stück Karten. 

II. Ethnographische Sammlung. 

An laufenden Zeitschriften bezog die Bibliothek der ethnographischen Samm- 
lung 22 Nummern in 22 Teilen im Tausche gegen die «Annalen» durch die In- 
tendanz, 17 Nummern in 17 Teilen durch die Anthropologische Gesellschaft gegen 
Ersatz der Kosten der von derselben für diese Schriften abgegebenen Exemplare 
ihrer <":Mitteilungen», i3 Nummern in 15 Teilen durch Ankauf und 5 Nummern 
in 5 Teilen als Geschenk, zusammen 57 Nummern in 59 Teilen, davon i Nummer 
in 3 Teilen neu. 

An Einzelwerken erhielt die Bibliothek 3 Nummern in 3 Teilen als direkte 
Geschenke, 6 Nummern in 6 Teilen durch die Intendanz, 16 Nummern in 18 Teilen 
durch die Anthropologische Gesellschaft und 14 Nummern in 15 Teilen durch 
Ankauf, so daß der gesamte Zuwachs an Einzelwerken Sg Nummern in 42 Teilen 
beträgt. 

Der Gesamtstand der Bibliothek betrug mit Ende ig 15: 

Einzehverke und Sonderabdrücke 5937 Nummern in 6475 Teilen 

Zeitschriften 4g3 » v 6g53 > 

Zusammen . . . 6430 Nummern in 13428 Teilen 

Der Zuwachs an Photographien im Jahre igi5 beträgt 143, so daß die Samm- 
lung gegenwärtig i23o2 Nummern besitzt. 

An Karten besitzt die Bibliothek mit Ende des Jahres igis: 11 Atlanten und 
60 einzelne Karten. 



Annalen des k. k.. natarhistorischen Hofmuseums, Bd. XXX, igiö. 



$4 Notizen. 



V. Wissenschaftliche Reisen und Arbeiten der Musealbeamten. 

a) Zoologische Abteilung. 

Dr. K. Toi dt jun. unternahm eine Reise nach München, hauptsächlich um 
vergleichende Studien am dortigen Flußpferdmaterial vorzunehmen. 

Publikationen: 

Handlirsch, A.: Hypertelie und Anpassung. (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Ges. 
in Wien, LXV, 191 5.) 

— Die biologische Bedeutung der Tierfarben. (Ver. z. Verbr. naturw. Kenntn., 
Vortrag.) 

Holdhaus, Dr. K.: Nachträge und Berichtigungen zum Verzeichnis der Koleopteren 
des Monte Gargano. (Wiener Entom. Zeitung, XXXIV, 19 15, p. 349 bis 
352.) 

Kohl, Franz Friedr.: Die Crabronen (Hym.) der paläarktischen Region. Mono- 
graphisch bearbeitet. (Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Bd. XXIX, 
19 15, p. 1—453, Taf. I— XIV, 88 Abbild, im Texte.) 

Lorenz, Dr. v. : Vier neue Alfen aus Kamerun und aus dem Kongo-Urwald. 
(Anz. der kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. Kl., Nr. XIV, 
1915, p. 171 — 174.) 

Pesta, Dr. O.: Bemerkungen zu einigen Langusten (Palmurida) und ihrer geo- 
graphischen Verbreitung. ( Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, 
mathem.-naturw Kl., Abt. I, Bd. 124, Heft i u. 2, 19 15.) 

— Die Penaeidea des Wiener naturhistorischen Hofmuseums. (Archiv f. Natur- 
geschichte, Berlin, Jahrg. 81, A Heft i, 19 15.) 

— Hochgebirgsseen in Tirol und ihre Fauna, III. Beitrag. (Verhandl. d. k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. 65, Jahrg. 1915.) 

Rebel, Dr. H. : Lepidopteren aus dem nordalbanisch-montenegrinischen Grenz- 
gebiete. (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. 
Kl., Bd. 123, Abt. I, p. I— 18.) 

— Beitrag zur Lepidopterenfauna Griechenlands. (Verhandl. der k. k. zool.-botan. 
Ges. in Wien, 1915, p. 50—59.) 

— Zur Stammesgeschichte der Zygaeniden. (Ebenda, p. 202 — 210.) 

— Neuer Beitrag zur Lepidopterenfauna der Samoa-Inseln. (Mitt. d. Naturhist. 
Mus. Hamburg, Bd. 32, p. 119 — 158, mit Taf.) 

— Revision der paläarktischen Epermenia -Arten. (Deutsch. Ent. Z. «Iris>, Bd. 29, 
p. 195—206.) 

Siebenrock, F.: Die Schildkrötengattung Chelodina Fitz. (Sitzungsber. d. kais. 

Akad. d. Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. KL, Bd. 124, 1915, p. i3 — 35, 

mit 3 Taf.) 
Steindachner, Dr. Franz: Beiträge zur Kenntnis der Flußfische Südamerikas V. 

(Aus den Denkschr. d. kais. Akad d. Wissensch. in Wien, 19 15, 92 S. mit 

i3 Taf. und 4 Textfig.) 

— Ichthyologische Beiträge (XVIII). (Aus den Sitzungsber. der kais. Akad. d. 
Wissensch. in Wien, mathem.-naturw. Kl., Abt. I, Bd. 124, Heft 8 — 10, 19 15, 
25 S. mit 5 Taf. und i Textfig.) 



Jahresbericht. — Wissenschaftliche Reisen und Arbeiten der Musealbeamten. 35 



Sturany, Dr. R. : Abfassung des Kapitels «19. Molluscay> (p. 187 — 144 in A. Ginz- 
bergers Publikation «Beiträge zur Naturgeschichte der Scoglien und kleineren 
Inseln Süddalmatiens, 1. Teil»). (Denkschr. d. kais. Akad. d. Wissensch. in 
Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd. 92, 19 15.) 

Toldt, Dr. K. jun. : Äußerliche Untersuchung eines neugeborenen Hippopotamiis 
amphibius L., mit besonderer Berücksichtigung des Integuments und Bemer- 
kungen über die fötalen Formen der Zehenspitzenbekleidung bei Säugetieren. 
(Denkschr. d. kais. Akad. d. Wiss, in Wien, mathem.-naturw. Kl., Bd XCII, 
1915, P- 653—707, 6 Taf.) 
— Extremitätenskelett. (In G. Schwalbes Jahrbuch über Fortschr. d. Anat. u. Ent- 
wicklungsgesch., Bd. XIX, 111. Teil, p. 135 — 180.) 

Zerny, Dr. H. : Zwei neue paläarktische Noctuiden. (Verhandl. d. k. k. zool.-botan. 
Gesellsch. in ^^'ien, LXV, p. 222 — 225, 2 Fig.) 

B) Botanische Abteilung. 

Da auch im Jahre 1915 der gegebenen Verhältnisse halber an weitere Sammel- 
touren nicht zu denken war, mußte sich Dr. A. Zahlbr uckner darauf beschränken, 
während der dienstfreien Tage in der Umgebung Wiens und während seines 
kurzen Urlaubes in den westlichen Teilen Ungarns zu sammeln. In Anbetracht, 
daß die besuchten Gebiete verhältnismäßig gut durchforscht sind, bestand keine 
Aussicht, reiche Ausbeuten zu machen. Immerhin gelang es, einige Nummern für 
die «Kryptogamae exsiccatae» aufzulegen und ergänzendes Material für das Herbar 
einzubringen. 

Kustos Dr. K. v. Keißler benützte seinen Urlaub zu einer Anzahl von Ex- 
kursionen in Niederösterreich, die dazu dienten, Pilze für das Herbar der botani- 
schen Abteilung und für die von derselben ausgegebenen «Krvptogamae exsiccatae» 
zu sammeln sowie die bereits in früheren Jahren begonnene Erforschung der Pilz- 
flora von Niederösterreich fortzusetzen. Aus den Ergebnissen dieser Betätigung sei 
speziell folgendes hervorgehoben: Auffindung zweier Vertreter der seltenen Pilz- 
gattung Clavularia (saprophy tisch auf Insekten); Nachweis eines Vertreters der 
seltenen Gattung Cylindrodendrum auf männlichen Blütenkätzchen von.Alnus an 
mehreren Lokalitäten; Entdeckung zweier Standorte der im ganzen erst von fünf 
Lokalitäten bekannt gewordenen Puccinia Galanthi Ung. auf Blättern von Galanthus 
nivalis, worüber auch eine Publikation vorliegt (dieser Pilz war an der einen 
Lokalität so häufig, daß er auch für die «Kryptogamae exsiccatae» gesammelt 
werden konnte); Auffindung eines Standortes von Miitimis caniniis (erst von einem 
Standort aus Niederösterreich bekannt); Auffindung je eines Repräsentanten der 
seltenen, im Pilzherbar noch nicht vertretenen Gattungen Cordana, Scopularia und 
Verticicladium. 

Ferner machte derselbe verschiedene Studien über das Auftreten der bisher 
nur in der Kultur beobachteten Botrytis-Y^r2inkh.Q.\x der Schneeglöckchen in der 
freien Natur. Hiebei konnte der vermutliche Zusammenhang eines in Verbindung 
mit der Botrytis-Yi.vdinkhQ\X auftretenden Sclerotiums mit einem Discomyceten 
{Sclerotinia Galanthi Ludw.) nachgewiesen werden, worüber nächstens eine Publi- 
kation Aufschluß geben wird. Im Herbst des Berichtsjahres beschäftigte sich der- 
selbe hauptsächlich mit der Hymenomyceten-Flora der Wiener Umgebung. 



36 Notizen. 

Kustos -Adjunkt Dr. K. Rechinger verbrachte seinen Urlaub in Aussee, dessen 
pflanzengeographische Verhältnisse von ihm schon in früheren Jahren eingehend 
untersucht und in einer Monographie niedergelegt wurden. Eine bemerkenswerte 
Nachlese ist in einem so exakt erforschten Gebiet nicht zu erwarten, er mußte sich 
daher begnügen, einige Arten für die «Kryptogamae exsiccatae» einzusammeln. 

Publikationen: 
Keißler, K. v.: Bearbeitung der Fungi in A. Zahlbr uckners «Schedae ad Kryp- 
togamas exsiccatas». (Annalen d. k. k. naturhist. Hofmus. in Wien, Bd. XXIX 
[1915], p. 454.) 

— Bearbeitung der Fungi in A. Ginzb erger, Beiträge zur Naturgeschichte der 
Scoglien und kleineren Inseln Süddalmatiens. (Denkschrift, d. kais. Akad. d. 
Wissensch. in Wien, math.-naturw. Kl., Bd. 92 [1915], p. 299.) 

— Neues Vorkommen von Puccinia Galanthi Ung. (Österr. botan. Zeitschr., 
Bd. 65 [1915], p. 236.) 

— Über die sogenannte «Giftmorchel» und die «Hundemorcheb. (Mitteil. d. Sekt, 
f. Naturk. d. Österr. Tourist.-Klub, Bd. XXVII [19 15], p. 49-) 

— Brombeerblätter als Tee-Ersatz. (Ebendort, p. 41.) 

Rechinger, K.: Das Algenherbarium von A. Grunow in Annalen d. k. k. naturhist. 
Hofmus. in Wien, Bd. XXVIII (1914), p. 349—354. 

— Beiträge zur Kryptogamenflora der Insel Korfu, II. Teil, enthaltend Eichenes 
(von J. Steiner) in Verhandl. d. k. k. zool. -botan. Ges. in Wien, Bd. 65 (1915), 
p. 184 — 207. 

— Albert Grunow (Eine biographische Skizze) in Verhandl. d. k. k. zool. -botan. 
Ges. in Wien, Bd. 65 (19 15), p. 32 1 — 328, mit einem Porträt. 

— Bearbeitung der Algae in A. Zahlbruckners Schedae ad «Kryptogamas 
exsiccatas», Cent. XXIII (Annalen d. k. k. naturhist. Hofmus. in Wien, Bd. XIX 

(1915). 
Zahlbruckner, Dr. A. : Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» editae a Musco 
Palatino Vindobonensi, Cent. XXIII. (Diese «Annalen», Bd. XXIX, p. 454—482). 

— Eichenes apud A. Ginzberger, «Beiträge zur Naturgeschichte der Scoglien 
und kleineren Inseln Süddalmatiens». (Denkschrift, d. kais. Akad. d. Wissensch. 
in Wien, Bd. 92, 1915, p. 41 — 62.) 

— Neue Lobeloideen. (Fedde, Repertorium, Bd. XIII, 1915, p. 528—537 und 
Bd. XIV, p. 133—142.) 

c) Mineralogisch-petrographische Abteilung. 

Vom Direktor begonnene wissenschaftliche Arbeiten sind weiter gefördert 
worden. Für die II. Auflage v. Tschermaks «Mikroskopische Beschaffenheit der 
Meteoriten», deren Erscheinen die Verlagsbuchhandlung bis nach dem Kriegsende 
zurückhält, wurden in der Graphischen Eehr- und Versuchsanstalt mehrere neue 
Bilderaufnahmen vorgenommen. In das in Vorbereitung befindliche Verzeichnis 
der Meteoriten wurden die neuen, im natürlichen System der Eisenmeteoriten ver- 
wendeten Buchstabenzeichen eingetragen. Durch die Verwendung des eingerückten 
Reserveleutnants, Assistenten Dr. L. Pfann in dem Laboratorium des k. k. Arsenals 
ergab sich für ihn die Gelegenheit, einige Meteoreisen der chemischen Analyse zu- 
zuführen. «Über die chemische Zusammensetzung der Meteoreisen» wurde ein 



Jahresbericht. — Wissenschaftliche Reisen und Arbeiten der Musealbeamten. 3 7 

Manuskript hergestellt, bestimmt zum Abdruck in C. Dölters «Handbuch der 
Mineralchemie». Ferner wurde die dritte Fortsetzung der «Fortschritte in der 
Meteoritenkunde seit igoo» im Manuskripte an die Schriftleitung der «Fortschritte 
der Mineralogie, Kristallographie und Petrographie» abgeliefert. 

In der «Wr. Mineralogischen Gesellschaft» bekleidete Direktor Berwerth auch 
im Jahre 19 15 das Amt des Präsidenten. 

Publikationen: 
Dr. Koechlin, R.: Über Berthierit aus der Umgebung von Cinque valli. (Mitt. d. 
Wiener Mineral. Ges., Nr. 71, p. 17 — 20.) 

— Referat über neue Mineralien. (Ebenda, Nr. 78, p. 41 — 47.) 

— Anzeige einiger Mineralien von Kiirunavaara. (Ebenda, Nr. 74, p. 66 — 70.) 

— Skolezit aus dem Floitentale, eine Berichtigung. (Ebenda, Nr. 74, p. 70. j 

— Vorläufige Mitteilung über ein drittes Datolithvorkommen aus dem Fassatale. 
(Ebenda, Nr. 74, p. 71 — 72.) 

Am Materiale unserer Sammlungen ausgeführte Beobachtungen wurden publi- 
ziert von: 
Dr. Görgey, R. v. : Über das Steinsalz. (Tscherm. Mineral.-petr. Mitt., Bd. 3i, 1912, 

p. 664—687.) 

d) Geologisch-paläontologische Abteilung. 

Kustos Dr. F. X. Schaffer unternahm mehrere Exkursionen im Bereiche des 
Wiener Beckens, besonders der Gegend von Eggenburg und im Durchbruchstale 
der Wachau. Dann im Sommer wurde das Ünterinntal zum Zwecke morphologi- 
scher Studien besucht und die geologischen Verhältnisse des Haller Salzbergwerkes 
studiert, w^obei ein großer Block Haselgebirge für die Schausammlung erworben 
wurde. Im Herbste wurde ein mehrwöchiger Aufenthalt im Köflach-Wieser 
Kohlenreviere zum Studium der dortigen miozänen Ablagerungen und der Kohlen- 
bildungen genommen, wobei sich die große Übereinstimmung dieses Gebietes mit 
dem Wiener Becken ergeben hat, worüber eine ausführlichere Arbeit in Vor- 
bereitung ist. 

Dr. F. Trauth unternahm im Frühjahre mit der Sektion für Naturkunde einen 
geologischen Ausflug auf die Hohe Wand bei Grünbach, nach Kaltenleutgeben und 
Mödling. Seine Ürlaubszeit benützte er zu einigen Exkursionen bei Losenstein, 
Oberösterreich, auf den Hubberg bei Ybbsitz, Niederösterreich und bei Werfen, 
St. Martin und Filzmoos im Pongau, welche zur Ergänzung seiner früher hier an- 
gestellten tektonischen Beobachtungen dienten. Von besonderem Interesse war die 
Auffindung eines an einen Mylonit geknüpften tiefliassischen Fleckenmergels unter 
dem Dachstein(Riff-)kalk des Rettensteins bei Filzmoos und von roten, tonigen 
Adneterschichten mit Harpoceren des oberen Mittellias im Bereiche dieser Riffkalk- 
masse. Neben der Ausarbeitung seiner Untersuchungen über den Gebirgsbau des 
Pongaus beschäftigte sich Dr. F. Trauth auch mit der Durchsicht und Umschrift 
der von Dr. F. Blaschke hinterlassenen Aufzeichnungen über die niederösterrei- 
chischen Voralpen und die Trasse der zweiten Wiener Hochquellenleitung. 

Dr. J. V. Pia: Genauere Begehungen im Tale des Nötschbaches zwischen Nötsch 
und Kreuth. Mehrere kleinere Exkursionen im Gebiete des polnischen Oberjura, 
des Eozäns von Görz, des Paläozoikums der karnischen Alpen und des Trias des 



38 Notizen. 

Gailzuges. Fertigstellung einer größeren Anzahl von Figuren für zwei in Vorberei- 
tung befindliche Arbeiten über fossile Siphoneae verticillatae. Einige Referate im 
Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 

e) Anthropologisch-ethnographische Arbeiten. 

Regierungsrat Direktor F. Heger konnte auch in diesem Jahre der Zeitver- 
hältnisse halber die schon für das Jahr 1914 geplante Reise nach Nordamerika 
nicht ausführen, um als Delegierter des k. k. Ministeriums für Kultus und Unter- 
richt an dem XIX. Internationalen Amerikanisten -Kongreß in Washington, der 
statt im Jahre 19 14 erst vom 27. — 3i. Dezember 19 15 daselbst abgehalten wurde, 
teilzunehmen. Es unterblieb demnach eine offizielle Vertretung des Kongresses von 
österreichischer Seite. 

Regierungsrat Heger arbeitete das ganze Jahr an einer größeren Publikation 
über die Ethnographie Hainans, welche im Manuskripte nahezu vollendet wurde. 

In der Monatsversammlung der Anthropologischen Gesellschaft im November 
1915 hielt Heger einen Vortrag über: I. Drei merkwürdige Bronzen von Benin in 
den Sammlungen des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums in Wien; II. Eine sonder- 
bar stilisierte Menschenfigur an einem Kanubrette aus Französisch-Guyana; III. Eine 
seltene Zeremonial- oder Schmuckaxt aus Bronze aus dem Gebiete der Diagitas- 
Kultur des nordwestlichen Argentinien. 

Dieser Vortrag wird in erweiterter Form im XXXVI. Bande der Mitteilungen 
der Anthropologischen Gesellschaft in Wien erscheinen. Als Anhang an den ersten 
Teil dieses Vortrages wird eine vollständige Aufzählung und Beschreibung der 
Sammlung von Altertümern und ethnographischen Gegenständen aus Benin in 
Westafrika beigedruckt werden, welche sich in den Sammlungen des k. k. Natur- 
historischen Hofmuseums in Wien befinden. 

Zum Zwecke von Versuchsgrabungen unternahm Regierungsrat Josef Szom- 
bathy im Jahre 1915 folgende Exkursionen: am 12. Juli nach Deutsch-Altenburg, 
am 16. Juli nach Gneixendorf bei Krems und vom 27. — 3o. September nach Gmun- 
den und Aussee. 

Publikationen: 
Szombathy, Josef: Das Versiegen einzelner prähistorischer Kunstepochen und die 
Stellung der paläolithischen Kunst Mitteleuropas. (Mitt. d. Anthr. Ges. Wien, 
XLV, 1915, p. 141.) 

— Methoden der Höhlenforschung in der 3. Auflage von Keilhacks «Praktische 
Geologie». 

— Mehrere Bücherbesprechungen in den Mitt d. Anthr. Ges. Wien. 

Mahr, Dr. Adolf: Die La Teneperiode in Oberösterreich. (Mitt. d. Prähist. Komm, 
d. kais. Akad. d. Wissensch., II. Bd., Nr. 3, 1915, p. 307— 366, 3 Taf.) 

— Die älteste Besiedlung des Ennser Bodens. (Mitt. d. Anthr. Ges. in Wien, 
XLVI, 1916, p. 1 — 36, 3 Taf.) 

— Mehrere Bücherbesprechungen in den Mitt. d. Anthr. Ges. \\'ien. 



Band XXX. 



Nr. 1-2. 



ANNALEN 



DES 



K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS. 



REDIGIERT 
VON 



D"^- FRANZ STEINDACHNER. 



(MIT 5 TAFELN UND 7 ABBILDUNGEN IM TEXTE.) 




WIEN 1916. 



ALFRED HOLDER 

K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER 
BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



Die Annalen des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums erscheinen jährlich in - 
einem Band, Der Pränumerationspreis für den Jahrgang beträgt K 20. — . 



Zu beziehen durch die Hof- und Universitäts-Buchhandlung von A. Holder in Wien. 

K h 

Absolon, K. Untersuchungen über Apterygoten. (Mit 2 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3.— 

Bernhauer, Dr. M. Coleopteren aus Zentralafrika. II. Staphylinidae —-70 

Berwerth, Dr. Fr. Verzeichnis der Meteoriten im k. k. naturhistorischen Hofmuseum, Ende 

Oktober 1902 4- — 

— Das Meteoreisen von Quesa. (Mit 4 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3.20 

— Übereinstimmendes in den Formen der Meteoriten. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

Blaschke, Dr. Friedrich. Zur Tithonfauna von Stramberg in Mähren. (Mit 6 Tafeln) . . . 6.— 
Bubäk, Prof. Dr. Fr. Fungi. Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition nach Mesopotamien, 

1910. (Mit 2 Tafeln) 2.70 

Burgerstein, Dr. A. Botariische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener natur- 
historischen Hofmuseums — .50 

II. Teil —-70 

Burr, Malcolm. Die Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. . . 2.20 

— Nachträge zu meiner Bearbeitung der Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hof- 
museums. (Mit 16 Abbildungen im Texte) — .70 

Ebner, R. Orthoptera. I. Mantodea und Tettigonioidea. (Expedition Mesopotamien.) (Mit 

3 Abbildungen im Texte) — -70 

Fleischmann, H. Ein neuer Cirsium-Bastard. (Aus dem nachgelassenen Herbare Mich. Ferd. 

Müllners.) (Mit 2 Tafeln) 1.70 

— Orchideen der Insel Curzola. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

HackeU E. Neue Gräser aus Mexico " l.— 

Handel-Mazzetti, Dr. H. Freih. v. Ergebnisse einer botanischen Reise in das Pontische 

Randgebirge im Sandschak Trapezunt. (Mit 8 Tafeln und 6 Abbildungen im Texte) . . il. — 

— Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und 
Prinkipo. (Mit i Tafel) 2.20 

II. (Mit 3 Textfiguren und 3 Tafeln) 4-90 

III. (Mit 5 Textfiguren und 4 Tafeln) . . . . ■ 4-70 

IV. (Mit 7 Textfiguren und i Tafel) • • • 2.20 

— Die Vegetationsverhältnisse von Mesopotamien und Kurdistan. (Mit i Textfigur u. 6 Taf.) 5.70 
Handlirsch, A. Zur Morphologie des Hinterleibes der Odonaten. (Mit 1 3 Abbild, im Texte) l. — 

— Bemerkungen zu der Arbeit des Dr. Heymons über die Abdominalanhänge der Libellen 1.80 

— Zur Phylogenie und Flügelmorphologie der Ptychopteriden (Dipteren). (Mit i Tafel 

und einem Stammbaum) I>20 

Hayek, Dr. A. v. Plantae Sieheanae. (Mit 4 Tafeln) 3.70 

Holdhaus, Karl. Kritisches Verzeichnis der boreoalpinen Tierformen (Glazialrelikte) der 

mittel- und südeuropäischen Hochgebirge 1.70 

Ikonnikov (Kusnetzk), Dr. Nik. Beitrag zur Kenntnis der Acridiodeenfauna Mesopotamiens 2.20 

Jongmans, Dr.W.J. Sphenop/iy 77um cAaraeforme nov.spec. (Mit i Tafel und 4 Abbild, im Texte) 1.20 

Keißler, Dr. K. v. Aufzählung der von E. Zugmayer in Tibet gesammelten Phanerogamen — .60 

— Monströse Wuchsform von Polyporus Rostkovii Fr. (Mit i Tafel) 1.50 

— und Dr. K. Rechinge r. Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. 
enthaltenen Sammlungen 1-20 

Kittl, E. Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. (Mit i Tafel) • • • ^-7^ 

Kreremans, Ch. Coleopteren aus Zentralafrika. III. Biiprestidae — .70 

Koechlin, R. Über brasilianischen Braunit nebst Bemerkungen über die Buchstaben- 
bezeichnung beim Braunit. (Mit 4 Figuren und i Tafel) , 1.20 

Kohl, Fr. Die Hymenopterengruppe der Sphecinen. III. Monographie der Gattung Ammophila 

W. Kirby. (Mit 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Texte). . ' 16. — 

--Die Crabronen (Hymenopt.) der paläarktischen Region. (Mit XIV Tafeln und 88 Ab- 
bildungen im Texte) 21.70 

Kränzlin, Prof. Dr. Fr. Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums — .70 

— Orchidaceae Novae ^-20 

Kuntze, Dr. A. Bestimmungstabellen der paläarktischen Eriopterinen. (Diptera nema- 

tocera Polyneura.) (Mit 73 Textfiguren) 1.70 

Lorenz, Dr. L. v. Zur Ornis Neuseelands. (Mit i Tafel) 2. — 

Moser, J. Coleopteren aus Zentralafrika. I. Cetonini — .70 

Ohaus, Dr. F. Coleopteren aus Zentralafrika. IV. RuteUni — .70 

Ostermeyer, Dr. F. Plantae Peckoltianae — .50 

— Register zu Schedae ad Kryptogamas exiccatas editae a Museo Palatino Vindobonensi. 
Centuria I— XX 2.40 

Penther, Dr. A. und Zederbauer, Dr. E. Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise 

zum Erdschias-Dagh (Kleinasien). I. Zoologischer Teil. (Mit 8 Tafeln und 12 Abbild, im Texte) 18.40 

— — II. Botanischer Teil. (Mit 5 Tafeln und 4 Abbildungen im Texte) 7» — 

— — III. Petrographischer Teil. (Mit 1 Abbildung im Texte) i-50 

— Scorpiones. (Mit i Abbildung im Texte) — -T^ 

Pesta, Dr. Otto. Crustaceen. 1. Teil: Copepoden aus dem Golf von Persien. (Mit 26 Original- 
figuren und I Karte im Texte) 1.20 

— Carcinologische Notizen. (Mit 5 Abbildungen im Texte) —•70 

— Crustaceen. 11. und III. Teil. (Mit 15 Abbildungen und i Karte im Texte) 140 

— GaiafAea-Arten aus der Bucht von Rovigno — •7'^ 



K h 
Pia Julius V. Über eine mittelliasische Cephalopodenfauna aus dem nordöstlichen Klein- 

' asien. (Mit 3 Tafeln und 7 Textfiguren) 6.20 

Pietschmann, Dr. V. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische 
Küste von Marokko und in die westliche Hälfte des Mittelmeeres. (Mit 2 Tafeln und 

7 Abbildungen im Texte) 3.— 

Ichthyologische Ergebnisse einer Reise ins Barentsmeer ." " • — '^^ 

— Über zwei stark Variante Exemplare von Antennarius iridens (Schlegel) mit Be- 
merkungen über die Variabilität von Antennarius. (Mit i Tafel) 1.20 

— Über Neopercis macropbthaena n. sp. und Heterognathodon doederleini, Ishikawa, 

zwei Fische aus Formosa. (Mit 2 Textfiguren) 1.20 

Ravasini, Dr. R. Über das von Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti in Mesopotamien 

und Kurdistan gesammelte Ficus-Material. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

Rebel, Prof. Dr. H. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren 1.20 

— Sechster Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. (Mit 14 Abbildungen im Texte 

und I Tafel in Farbendruck) 3.20 

— Studien über die Lepidopterenfauna der Balkanländer. I. Teil. Bulgarien und Ostrumelien. 

(Mit I Tafel) ^2.— 

II. Teil. Bosnien und Herzegowina. (Mit 2 Tafeln) 16.— 

in. Teil. Sammelergebnisse aus Montenegro, Albanien, Mazedonien und Thrazien .... 1.20 

— Melitaea dejone rosin ae, eine neue Tagfalterform aus Portugal. (Mit i Tafel) ... 1.20 

— Neue Tagfalter aus Zentralafrika. (Expedition Grauer.) (Mit 2 Tafeln) 1.70 

— und Rogenhofer, A. Zwei neue Saturniiden aus Deutsch -Ostafrika. (Mit 2 Tafeln und 

3 Abbildungen im Texte) ."•■.■■■•' ~'*° 

— Die Lepidopterenfauna von Herkulesbad und Orsova. Eine zoogeographischc Studie. 

(Mit I Tafel und 17 Textfiguren) 7-20 

— Lepidopteren. (Mit 8 Tafeln) '^-70 

— Die Lepidopterenfauna Kretas. (Mit 5 Abbildungen im Texte und i Tafel) 4.70 

Rechinger, Dr. K. Verzeichnis der von Prof. K. Loitlesberger in den rumänischen Kar- 

pathen gesammelten Phanerogamen «20 

Reimoser, Ed. Echte Spinnen (Araneae) aus Mesopotamien —.70 

Reuter, O.M. Capsidae in Brasilia collectae in Museo I. R. Vindobonensi asservatae . . 2.50 

— Capsidae tres cubanae, Capsidae mexicanae a Do. Bilimek collectae in museo i. r. 
Vindobonensi asservatae. Capsidae quinque novae in Tombillo (Chile) lectae. Capsidae 
quatuor novae regionis Australicae. Capsidae javanicae novae vel minus cognitae. . 2.— 

Ritter, Dr. W. Neue Thysanuren und CoUembolen aus Ceylon und Bombay, gesammelt 

von Dr. Uzel. (Mit 56 Figuren im Texte) 1-20 

Sassi, Dr. M. Ein Beitrag zur Kenntnis der Vogelwelt vom Weißen Nil i.— 

— Liste von Vogelbälgen aus Mesopotamien. (Mit i Tafel) 120 

— Eine neue Art des Genus Cercococcyx. Cercococcyx olivinus nov. spec —•7<^ 

— Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. (Expedition Grauer.) (Mit i Tafel) 2.70 

Schiffner, Dr. F. Bryophyta aus Mesopotamien und Kurdistan, Syrien, Rhodos, Mytilini 

und Prinkipo. Gesammelt von Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. (Mit 100 Ab- 
bildungen in 14 Textfiguren) ^-/O 

Sei er, Prof. Dr. Eduard. Das PulquegefäfJ der Bilimekschen Sammlung im k. k. natur- 
historischen Hofmuseum. (Mit 2 Tafeln und 46 Abbildungen im Texte). ........ 3.— 

Siebenrock, F. Über zwei Schildkröten aus Kamerun. (Mit i Tafel und i Abbildung im 

Texte) • • ^■~ 

— Clemmys mutica Cant- von der Insel Formosa. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

— Schildkröten aus Syrien und Mesopotamien. (Mit 28 Abbildungen im Texte und 3 Tafeln) 3.70 

— Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. (Mit 2 Abbildungen 

im Texte und 2 Tafeln) .••■..• "'''^ 

Spaeth, Dr. Franz. Coleopteren aus Zentralafrika. Y' Cassidinae i-20 

Steiner, J. Aufzählung der vqn J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten . . . . 1.20 
Toldt, Dr. K. jun. Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill {Proechidna 

Gervais). (Mit 3 Tafeln) ; :,/ ' ' '^''^^ 

— Studien über das Haarkleid von Vulpes vulpes L. (Mit 3 Tafeln und 2 Abbildungen 

im Texte) : • '. ' • 5-50 

— Über eine beachtenswerte Haarsorte und über das Haarformensystem der Saugetiere. 

(Mit 4 Tafeln und i Abbildung im Texte.) 4-70 

Tschusi zu Schmidhoffen, Viktor Ritter v. Die Typen meiner Sammlung i.— 

Ulm er, G. Neue und wenig bekannte außereuropäische Trichopteren, hauptsächlich aus 

dem Wiener Museum. (Mit 75 Abbildungen im Texte) 3.— 

Wagner, Dr. Rudolf. Beiträge zur Kenntnis der Anemone ranunculoides L. und der 

A. lipsiensis Beck. (Mit 5 Figuren im Texte) 1-20 

Werner, F. Mantodeen aus Zentralafrika -70 

Wettstein, O. v. Die Chiropterenausbeute. (Mit 2 Textfiguren und l Tafel) 1-70 

Wohlberedt-TriebesO. (Thür.). Zur Fauna des Sandschak Novipazar. (Mollusken und Käfer.) 

(Mit I Tafel) . . . 1.70 

Zahlbruckner, Dr. A. Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Centuria XII— XXIII. 

— Verzeichnis der in den rumänischen Karpathen gesammelten Lichenen —.40 

Zemann, Dr. M. Studien zu einer Monographie der Gattung Argophyllum Forst. (Mit 

3 Tafeln und 4 Abbildungen im Texte) • 4- 

Zerny, Dr. H. Über paläarktische Pyraliden des k. k. naturhistorischen Hofinuseums in 

Wien. (Mit 2 Textfiguren und 2 Tafeln) '• •_ • • • 3.70 

— Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 

II. (Mit I Tafel) ---^ 



INHALT DES I. UND IL HEFTES. 



Seite 

Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet and von Belgisch -Kongo. Von 

Kustos F. Siebenrock. (Mit 2 Abbildungen im Texte und Taf. I und 11) i 

Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. enthaltenen Samm- 
lungen. Zusammengestellt von Dr. K. V. Keißler und Dr. K. Rechinger i3 

Aufzählung der von J. Bornmüller im Oriente gesammelten Flechten. Von 

J. Steiner 24 

Coleopteren aus Zentralafrika. V. Cassidinae. Bearbeitet von Dr. Franz 

Spaeth 40 

Halorellenkalke vom Vorderen Gosausee. Von E. Kittl f. Nach dem Tode 
des Verfassers herausgegeben und mit einigen Anmerkungen und einer 
Tafel versehen von E. Spengler. (Mit Taf. III) 51 

Orchidaceae Novae. Von Prof. Dr. Fr. Kränzlin 55 

Die Lepidopterenfauna Kretas. Von Prof. Dr. H. Rebel. (Mit 5 Abbildungen 

im Texte und Taf. IV) 66 

Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums 

in Wien. II. Von Dr. H. Zerny. (Mit Taf. V) 173 



Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, 

K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKER. 



Band XXX. 



Nr. 3-4. 



ANNALEN 



DES 



K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEÜMS. 



REDIGIERT 
VON 

D'^- FRANZ STEINDACHNER. 

(MIT 3 TAFELN.) 




WIEN 1916. 

ALFRED HOLDER 

K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHANDLER 
BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



Die Annalen des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums erscheinen jährlich in 
einem Band. Der Pranumerationspreis für den Jahrgang beträgt K 20. — . 



Zu beziehen durch die Hof- und Universitäts-Buchhandlung von A. Holder in Wien. 

K h 

Ab so Ion. K. Untersuchungen über Apterygoten. (Mit 2 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3. — 

Bern hau er, Dr. M. Coleopteren aus Zentralafrika. II. Staphylinidae —•70 

Berwerth, Dr. Fr. Verzeichnis der Meteoriten im k. k. naturhistorischen Hofmuseum, Ende 

Oktober 1902 4. — 

— Das Meteoreisen von Quesa. (Mit 4 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3. 20 

— Übereinstimmendes in den Formen der Meteoriten. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

Bubäk, Prof. Dr. Fr. Fungi. Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition nach Mesopotamien, 

I910. (Mit 2 Tafeln) 2.70 

Burr, Malcolm. Die Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. . . 2.20 

— Nachträge zu meiner Bearbeitung der Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hof- 
museums. (Mit 16 Abbildungen im Texte) — .70 

Ebner, R. Orthoptera. I. Mantodea und Tettigonioidea. (Expedition Mesopotamien.) (Mit 

3 Abbildungen im Texte) " — .70 

Handel-Mazzetti, Dr. H. Freih. v. Ergebnisse einer botanischen Reise in das Pontische 

Randgebirge im Sandschak Trapezunt. (Mit 8 Tafeln und 6 Abbildungen im Texte) . . II. — 

— Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und 
Prinkipo. (Mit 1 Tafelj 2.20 

— — II. (Mit 3 Textfiguren und 3 Tafeln) 4.90 

— — III. (Mit 5 Textfiguren und 4 Tafeln) 4.70 

— — IV. (Mit 7 Textfiguren und i Tafel) 2.20 

— Die Vegetationsverhältnisse von Mesopotamien und Kurdistan. (Mit i Textfigur u. 6 Taf.) 5,70 
Handlirsch, A. Zur Morphologie des Hinterleibes der Odonaten. (Mit 1 3 Abbild, im Texte) i. — 

— Bemerkungen zu der Arbeit des Dr. Heymons über die Abdominalanhänge der Libellen 1.80 

— Zur Phylogenie und Flügelmorphologie der Ptychopteriden (Dipteren). (Mit i Tafel 

und einem Stammbaum) 1.20 

Holdhaus, Karl. Kritisches Verzeichnis der boreoalpinen Tierförmen (Glazialrelikte) der 

mittel- und südeuropäischen Hochgebirge 1.70 

Hintz, E. Coleopteren aus Zentralafrika. VI. Cerambycidae 1.20 

Ikonnikov (Kusnetzk), Dr. Nik. Beitrag zur Kenntnis der Acridiodeenfauna Mesopotamiens 2.20 

Jongmans, Dr.W.J. SpAenopJiy/7um cAaraeforme nov, spec. (Mit i Tafel und 4 Abbild, im Texte) 1.20 

Keißler, Dr. K. v. Aufzählung der von E. Zugmayer in Tibet gesammelten Phanerogamen — .60 

— Monströse Wuchsform von Polyporus Rostkovii Fr. (Mit l Tafelj . 1.50 

— und Dr. K. Rechinge r. Verzeichnis der im Orchideenherbare von Reichenbach fil. 
enthaltenen Sammlungen 1.20 

Keremans, Ch. Coleopteren aus Zentralafrika. III. Biiprestidae -^«yo 

Koechlin, R. Über brasilianischen Braunit nebst Bemerkungen über die Buchstaben- 
bezeichnung beim Braunit. (Mit 4 Figuren und i Tafel) 1.20 

Kohl, Fr. Die Hymenopterengruppe der Sphecinen. III. Monographie der Gattung Ammophila 

W. Kirby. (Mit 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Texte) 16. — 

— Die Crabronen (Hymenopt.) der paläarktischen Region. (Mit XIV Tafeln und 88 Ab- 
bildungen im Texte) 21.70 

Kränzlin, Prof. Dr. Fr. Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums . . — .70 

— Orchidaceae Novae .... 1.20 

Kuntze, Dr. A. Bestimmungstabellen der paläarktischen Eriopteririen. (Diptera nexna- 

tocera Polyneura.) (Mit 73 Textfiguren) I.70 

Lorenz, Dr. L. v. Zur Ornis Neuseelands. (Mit l Tafel) 2.— 

Moser, J. Coleopteren aus Zentralafrika. I. Cetonini . . — .70 

0ha US, Dr. F. Coleopteren aus Zentralafrika. IV. Rutelini — .70 

Oster mey er, Dr. F. Plantae Peckoltianae . . — .50 

— Register zu Schedae ad Kryptogamas exiccatas editae a Museo Palatino Vindobonensi. 
Centuria I— XX 2.40 

Penther, Dr. A. und Zederbauer, Dr. E. Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise 

zum Erdschias-Dagh (Kleinasien). I. Zoologischer Teil. (Mit 8 Tafeln und 12 Abbild, im Texte) 18.40 

— — II. Botanischer Teil. (Mit 5 Tafeln und 4 Abbildungen im Texte) 7. — 

— — III. Petrographischer Teil. (Mit i Abbildung im Texte) 1.5° 

— Scorpiones. (Mit i Abbildung im Texte) — .70 

Pesta, Dr. Otto. Crustaceen. I.Teil: Copepoden aus dem Golf von Persien. (Mit 26 Original- 
figuren und I Karte im Texte) 1.20 

— Carcinologische Notizen. (Mit 5 Abbildungen im Texte) — .70 

— Crustaceen. II. und III. Teil. (Mit 15 Abbildungen und i Karte im Texte) 140 

— Ga/afAea-Arten aus der Bucht von Rovigno —-70 

— Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? (Mit i Tafel) 1.20 



K h 
Pia Julius V. Über eine mittelliasische Cephalopodenfauna aus dem nordöstlichen Klein- 

'asien. (Mit 3 Tafeln und 7 Textfiguren) 6.20 

Piet seh mann, Dr. V. Ichthyologische Ergebnisse einer Reise nach Island, an die atlantische 
Küste von Marokko und in die westliche Hälfte des Mittelmeeres. (Mit 2 Tafeln und 

7 Abbildungen im Texte! ^•— 

Ichtnyologische Ergebnisse einer Reise ins Barentsmeer . . ." " " ~*°° 

Über zwei stark Variante Exemplare von Antennarius tridens (Schlegel) mit Be- 
merkungen über die Variabilität von Antennarius. (Mit i Tafel) 1.20 

— Über Neopercis macrophthaena n. sp. und Heterognatbodon doederleini, Ishikawa, 

zwei Fische aus Formosa. (Mit 2 Textfiguren) i-20 

Ravasini, Dr. R. Über das von Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti In Mesopotamien 

und Kurdistan gesammelte F/cus-Material. (Mit 2 Tafeln) 1.70 

Rebel, Prof. Dr. H. Fünfter Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren 1.20 

— Sechster Beitrag zur Lepidopterenfauna der Kanaren. (Mit 14 Abbildungen im Texte 

und I Tafel in Farbendruck) ^-^o 

— Studien über die Lepidopterenfauna der Balkanländer. 1. Teil. Bulgarien und Ostrumehen. 

(Mit I Tafel) 12.— 

II. Teil. Bosnien und Herzegowina. (Mit 2 Tafeln) . lo«— 

III. Teil. Sammelergebnisse aus Montenegro, Albanien, Mazedonien und Thrazien .... 1.20 

— Melitaea dejone rosin ae, eine neue Tagfalterform aus Portugal. (Mit i Tafel) . . 1.20 

— Neue Tagfalter aus Zentralafrika. (Expedition Grauer.) (Mit 2 Tafeln) 1.70 

— und Rogenhofer, A. Zwei neue Satürniiden aus Deutsch -Ostafrika. (Mit 2 Tafeln und 

3 Abbildungen im Texte) •.•■.■■■■ ~"'^° 

— Die Lepidopterenfauna von Herkulesbad und Orsova, Eine zoogeographische Studie. 

(Mit I Tafel und 17 Textfiguren) 7-20 

— Lepidopteren. (Mit 8 Tafeln) "-70 

— Die Lepidopterenfauna Kretas. (Mit 5 Abbildungen im Texte und i Tafel) 4-70 

Rechinger, Dr. K. Verzeichnis der von Prof. K. Loitlesberger in den rumänischen Kar- 

pathen gesammelten Phanerogamen «20 

Reuter, O. M. Capsidae in Brasilia collectae in Museo I. R. Vindobonensi asservatae . . 2.50 

— Capsidae tres cubanae. Capsidae mexicanae a Do. Bilimek collectae in museo i. r. 
Vindobonensi asservatae. Capsidae quinque novae in Tombillo (Chile) lectae. Capsidae 
quatuor novae regionis Australicae. Capsidae javanicae novae vel minus cognitae. . 2. — 

Ritter, Dr. W. Neue Thysanuren und Collembolen aus Ceylon und Bombay, gesammelt 

von Dr. Uzel. (Mit 56 Figuren im Texte) 1*20 

Sassi, Dr. M. Ein Beitrag zur Kenntnis der Vogelwelt vom Weißen Nil i — 

— Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. (Expedition Grauer.) (I. Teil.) (Mit i Tafel) ..... 2.70 
(II. Teil.) (Mit 2 Tafeln) ■. ; ^'"^^ 

Schiffner, Dr. F. Bryopbyta aus Mesopotamien und Kurdistan, Syrien, Rhodos, Mytilini 
und Prinkipo. Gesammelt von Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. (Mit 100 Ab- 
bildungen in 14 Textfiguren) ^'70 

Seier, Prof. Dr. Eduard. Das Pulquegefäß der Bilimekschen Sammlung im k. k. natur- 
historischen Hofmuseimi. (Mit 2 Tafeln und 46 Abbildungen im Texte) 3.— 

Siebenrock, F. Über zwei Schildkröten aus Kamerun. (Mit l Tafel und l Abbildung im 

Texte) '^'~ 

— Clemmys mutica Cant von der Insel Formosa. (Mit 2 Tafeln) I./O 

— Schildkröten aus Syrien und Mesopotamien. (Mit 28 Abbildungen im Texte und 3 Tafeln) 3.70 

— Schildkröten aus dem nördlichen Seengebiet und von Belgisch-Kongo. (Mit 2 Abbildungen 

im Texte und 2 Tafeln) . • • ^'7^ 

Spaeth, Dr. Franz. Coleopteren aus Zentralafrika. V. Cassidinae i-20 

Toldt, Dr. K. jun. Über das Haar- und Stachelkleid von Zaglossus Gill {Proecbidna 

Gervais). (Mit 3 Tafeln) 4--^ 

— Studien über das Haarkleid von Vulpes vulpes L. (Mit 3 Tafeln und 2 Abbildungen 

im Texte) 5-50 

— Über eine beachtenswerte Haarsorte und über das Haarformensystem der Säugetiere. 

(Mit 4 Tafeln und i Abbildung im Texte.) ! ' ' '^'^° 

Ulmer, G. Neue und wenig bekannte außereuropäische Trichopteren, hauptsächlich aus 

dem Wiener Museum. (Mit 75 Abbildungen im Texte) '•— 

Werner, F. Mantodeen aus Zentralafrika . v^ 

Wettstein, O. v. Die Chiropterenausbeute. (Mit 2 Textfiguren und i Tafel) 1.70 

Zahlbruckner, Dr. A. Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas». Centuria XII — XX \ . 

— Verzeichnis der in den rumänischen Karpathen gesammelten Lichenen —.40 

Zerny, Dr. H. Über paläarktische Pyraliden des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in 

Wien. (Mit 2 Textfiguren und 2 Tafeln) . ■ 3.70 

— Neue Heteroceren aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. 

II. (Mit I Tafel) 2.20 



INHALT DES III. UND IV. HEFTES. 

Seite 

Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» editae a Museo Palatino Vindobonensi. 

Centuria XXIV. Von Dr. A. Zahlbruckner i97 

Sind die Dekapoden der Adria «gut» bekannt? Von Dr. Otto Pesta. (Mit 

Taf. VI) 226 

Coleopteren aus Zentralafrika. VI. Cerambycidae. Bearbeitet von E. Hintz . 23o 
Beitrag zur Ornis Zentralafrikas. Von Dr. Moriz Sassi. (II. Teil.) (Mit Taf. VII 

und VIII) 239 

Notizen. — Jahresbericht für 1915 ^ 



Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, 

K. UMD K. HOP- UND UNIVERSITiTS-BUCHDRÜCKER. 



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